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Benrath zurück, Während Ihre Majestät die Kaiserin-Zön in mit Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hyheit der Kronprmze m nach Dü1 eldorf fuhren. Um 5 Uhr fand im Schlosse zu Benrat ein Para ediner statt. Um 8 Uhr brachten etwa 1000 Facke : träger, Mufiker und Sänger der Gemeinde Hilden, Sr. Ma: jestät dem Kaiser einen Fackelzug dar._ _ _
Se. Kaiserliche und Kön_1gl1che Hoheit der Kronprinz ist heute in Benrath eingetroffen _und bat den Abend bei dem Offiziercorps Seines Jusanierw-Regmwntß Nr. 53 in Diisseldorf zugebracht. _
_ Heute findet bei Kaiserswerth und Calcum cm Corps- manöver statt.
Se. Königliche Hoheit der Großherzog von Oldenburg tritt heute die Rückreise an.
_ Die von der Reichstelegraphen : Verwaltung bezüglich des Telegraphen-Wortiarich gewonticnxn Erfahrixngen finden, nach einer Mittheilung ver Köm lick) bayerischen Telegraphenverwaltung, auch durcb die Erge nisse nn inneren Telegrammverkchr Bayerns ihre Bestätigung. _
Mit der Einführung des Worttarifcs in Bayern hat sich nach den Ermittelunaen für die letzten 10 Monate des: Jahres 1876 die Zahl der Telegramme um 6 Proz._verm1ndert, wo- gegen die Einnahme um 12 Proz. _gestiegen ist. _ _
Die Einführung des Worttariscs hatte also bei e_iYeblich verringerten Leistungen der Verwaltung eine _botracbtb 8 Er- höhung der Einnahme zur Folge, wiihrend die Abnahme der Telegramme nur eine geringe war, deren Ursache zum Theil
_ mit in den Zeitverhältniisen zu suchen ist, da auch der Tele:
grammverkehr mit dem Auslande abgenommen hat.
_ Bei Airswechselung der Ratifikation“'s-Urkunden 11 dem Niederlassungsvertrage zwischen Deutscblan und der Schweiz vom 27. April, 1). Z. ist die Feststellung der: jenigen durch diesen Vertrag aufgehobenen Ab dmmen vorbe- halten worden, welche friiher Seitens einzelner deutschen Staaten der?» Ehemaligen Norddeutschen B:!ndes oder des Reiches mit der Schweiz odrr einzelnen Kantonen derselben getroffen worden sind. _ _
Nach den gepflogenen Verhaiidlungen kommen fiir die Provinz Hessen-Nassau nach einer Amtsblatt-Bxkaimt: machunJ des Ober-Vräsidenten die nachfolgenden Vertrage als aufgeho en in Bktracht: __
1. Abkommen, betreffend die gegenseitige Verpflegung Hitlis- bedürftiger und die Brerdigung Verstorbener, zrmschen dem Königreich Bayern und 13 sowie 3 halben Kantonen der Schweiz vom 28. Juli/1. September 1862. 11. Abkowrnrn, betreffend die Befreiung vom Militärdienste Und der Militar- sieuer zwischen 1) dem Königreich Bayern und der Schweiz vom 26. November / 9. Dezember 1858, 2) dem Großherzogthum Hessen und der Schweiz vom 12. Oktober,“ 5. November 1860 resp. dem Kanton Waadt vom 8./11.Apri11862, 3) dem vormaligen Herzogthum Nassau und der Schweiz vom 15./24. Januar 1864, 4) dem Norddeutschen Bunde und der Schweiz 13cm 16./24. September 1870, 5) dem Deutschen Neiche Und der Schweiz vom 11./28. Oktober 1875. deiiglick) der Abkommen zu 11. ist zu bemerken, daß die unter 1 bis 3 auf efiihrtcn, soweit sie von späteren Mitgliedern des Norddeut chen Viindeéo ge- schlossen worden, ihre Aufhebung bereits durch das Abkommen zu 4 efunden aben; diejenigen aber, bei derten diese Voraus eßung ni t zutrifft, sowie das Abkommen zu 4 selbst dur die Vereinbarung 311 5 arißer Geliuiig getreten sin . 111. Abkommen, betreffend du“: gegenseitige Befreiung der Handelsreisenden von der Patsntfteiier, zwischen 1) dem Königreich Bayern und 18 Kantonen der Schweiz von 1854, 2) der shemaligen Freien Stadt Frank: furt a, M. und 18 Kantonen der Schweiz von 1855, _3) dem Köni reich Preußen und 18 Kantonen der SchW€1z chm 24. eptember/10. Oktober 1860, welchem Abkommeii _ im Jahre 1861 die iibrigen, dem demi en Zollverein angehörigen
taaien beigetreten sind. insicht ich der Abkdmmcri zu 111. ist iibrigens anzunehmen, da dieselben durch dieVestimmung von Art. 9 des deutschen Handels: und Zolivertra es vom 13. Mai 1869 erseßt und in Folge dessen außer Krat getre- ten sind. Im Uebrigen werden die vorstehend auf efii rien Vereinbarungen als vom 1. Januar 1877 an an er rast getreten, angesehen. _
_ Der Kaiserliche Botschafter in Paris,_ Fürst von Hohenlohe, hat einen Aller bchst ihm bewiliigteii Urlaub angetreten. Die Leitung der eschäfie der Kaiserlichen _Bot- schaft hat der Botschafts-Nath Graf von Wesdehlen uber- nommen.
_ Der Kanzler bei dem Kaiserlichen Konsulat in Kairo, G. Tilling, ist am 23. v. M. gestorben.
Bayern. Miinchen,2. September. (Mig. tg.) _Der Juéiiz-Minister Dr. von Fäustle hat einen me ,rw'o'chigen Ur aub angatretert. Während der Dauer desselben wird der Staatsrat!) “oon Bomhard die Geschäfte fiihren.
Lippe. Detmold, 3. September. Der Fürst ist gestern Morgen nach Düsseldorf ab ereist, um der
findenden Parade und den darau folgenden großen Herbst“- übungen des 711. Armee-Corps beizuwohnen.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 2. September. Der Kais er wird, nach den neuesten Dinositionen, morgen in das Brucker Lager _abreisen Und bis übermorgen Nachmittags dort verweilen. Die Abréife 311 den_Manövern naci) Kascbau wird am Freitag erfolgen. Die SUlte Sr. Majestät wird bei diesen Manövern auH 217 Personen beste en, darunter 27 Attachés fremder Mächte. in Kaschan wird sich bis zum 13. September erstrecken. _ KronprinzNudolph wird am _7. d. M. ix_i Agram erwartet.__ Der Erzherzog Albrecht ist M Pest eingetroffen und Wird sich von dort zu den Manöverw nach K_aschaii begeben. __ Der ungarische Minister-Vräsident Tisza wrrd, wie em ungarisches Blatt meldet, dcn KaYer zu den Herbstmanövern 1_1ach Kaschau begleiten, wahrscheinli aber vorher no nach Wiek) kominen. _ Der frühere KriegS-Minisier, Genergl er Kavczllerie Freiherr AleFander von Koller, gegenwärtig _bekanntiicb quptmiinxi d_er_ rcieren-Leibgarde, feiert demnächst sein fünfzigja tiges i_mli- txinsches Dienstjubiläum. Aus diesem Anlaß hat der Kurs er UU HNW chreiben an den Jubilar erlassen, in welchem Se. Ma1estat emselben die „volle Anerkennung“ für seine „aus- gezeichneten Leistungen“ ausspricht. _
_ Aus Aylaß des übermorgen statt ndenden Wieder- HusammentxUTZ des NeichSrathes ind bereits ahlreiche
bgeordnete in Wien eingetroffen. Wie gewöhnlicb werden
ort statt: 1
Die Anwesenzeit des Kaisers
: der ersten Pletiarfißupg Zusammenkünfte der verschiedenen
Klubs voraUSgehen, in welchen Erörterungen all:z_emeiner Natur stattfinden sollen. Gleichzeixilé mit den Plenar ißungen werden auch die Verhandlungen er Ausschüsse wieder be- ginnen. Der AqueichMusschuß wird zu_nächst die Bank- vorlage in Diskussion ziehen, während die Zollfrage erst später an die Reihe kommen soll. eZOie Verhandlungen über die Steuerreform stehen bereits aus der TagecZordnnng der ersten Si ung, doch ist es ungewiß, ob die Generaldcbatte wirklich s on übermorgen beginnen wird. In Abgeordnetrn- kreisen laubt man übrigens, daß während des ganzen Monats September im Plenum nichts anderes, als nur die Steuer- reformfra e wird zur Verhandlung gelangen können.
_ Wie das „Fremdenbl.“ berichtet, gedcnkt die diesseiiige Regierung die österreichische Regnikoliir : Deputaiwn aufzufordern, dieselbe möge selbst die Initiative zur Wieder: aufnahme der Verhandlungen ergreifen. Am 4. d, Mis. findet diesbezüglich eine Konferenz der Deputationsmitglieder statt. _ Der Termin, wann die Verhandlungen wegen des Han- deleZvertrages zwischen Oesterreich-Ungarn undJ-ta: lien aufgenommen wcrden sollen, ist noch nicht besinnmt. Die bsierreichisch:imgaris e Regierung hat dieserhalb, wu? aus Rom gemeldet wird, no keinerlei Anzeige nacb dort gerichtet.
_ Wie die „Presse“ vernimmt, wird der Finanz-Minister dem Abgeordnetenhause in Er änzung der Steuerreformvor: lagen einen (Heicßcntwurf ii er die Verjährun _ der Steuern und Ge iihren vorlegen. Die Verjäbrimgs rist ist darin auf fünf Jahre fixirt, während sich der Steuerreform: Aitss uß seiner Zeit für eine dreijährige Vemäbruiigsfrist ausge procben Yat. _ Nach einer Meldung des Pester „Hon“ haben in den eizten Tagen zwischen dem diesseitigen und dem ungarischen Finanz-Miiiister neue Verhandlungen 11er _die Revision des ZuckersieuergefeLLS bcgonnen, _Es ioll sich hierbei, dem genannten Blatts zu 019€, vornehmlich um gewisse Erleichtrrungcn Fiir die Steusrirägcr handeln.
SchWeiz. Bern, 2. September. (Cbln. Ztg.) Eine aus Lugano eingetroffene Deputation protesiiribeiiix Bundxsrathe gegen die vom StaatSrathe angeordnete niiiitiirmchc Bewtzung.
Frankreich. Paris, 1. September. (Fr, C.) Offizibs wird gemeldet, daß der Ausfiug des Präsiden- ten 'der Re ublik nach dem Lo ire-Depariemeni auf den 3. und 4. cptember fesigeseßt ist. Am 5., friih, wird der MarsYaÜ wieder in Paris eintrcffen und am 6., Abrnds, feine eise nach Bordeaux antreteii. Auf dem Rückwegr wird derselbe Périgueaux, Riberac, Angouléme, Poitiecm und Tours berühren und am ].2. wieder in Paris sein. _ Hr. G1“ mbetta hat gestern der Vorlaiuxig vor dsn Untersuchungs-ricbter olge geleistet. Wie der „Tmup-Z“ meldet, dauerte das erhör zwanzig Minuten. Der Uniw- suchungsrichter las Hrn. Gambetta die inkriminirten Steljcn seiner Rede vor. Aus der Wahi diescr Stellen scheint hervor: zugeben, daß Hr. Gambeita der Beleidigung des Marschalls und der Schmäßungen gegen seine I)iinister angeklagt sein wird. Der UntersuchungSriÖter fra te Hrn. Gambetta, ob er seine Theilnahme an der Veröffent ichung seiner Liller Rede zugebe. Hr. Gambetta erwiderte, daß Lr aÜerdingS nachille gegangen wäre, um eine politische Rede zu halten, welch? er unter din obwaltenden Umstiinden für nöthig_ ehaiten hätte, daß er aber Fe en die ihmuntergeßchobene Absi t, irgeiid_Jemand zu be- ei i en oder zu schmä en, nachdrücklich protestirc. Er erkenne an, ?iigte er hinzu, daß er seine Rede Hrn. Murat, dem (He- ranten der „RépubliqUZ francaise“, zum Druck iiber rden hätte, und erklärte, die Verantwortlichkeit fiir diese Verb 'eiit: lichung alkcin tragen zu 114111611. _ Nack) Ernest Picard, Edmond Adam und drm Grasen Tocqueville hat der Senat soeben ein viertczs seiner Unabieizbaren Mit lieder verlore'i, welches, wir bis drei genanntrn, der Li1_1 61) dieser Ver: sammlung angehörte: Hr. Alphonse Leprtit, irührr Rechts: rofeffor und Advokat, dann 1874 in die Naiwnalper: ammlung gewählt, wo er sich an Thisrs anschloéz, isi gesisrn zu Poitiers im Alter von 60 Jahren gestorben. _ Das zuletzt von Jules Simon redigirte „Echo univeriei“ isi Plöß: lick) eingegangen und Jules Simon an die SPLHC der „Vrcxsse“ getreten, die schon dor ihm das Programm _der gemäßigt republikanischen Partei psrfocbt. _ Der "Priyz von Wales ist gestern in Trouvrlle angekommen und im „Hoi-zl des Noches-Noires“ abgestiegen. _ Die Präfekten haben die Weisung erhalten, anfmerisam dariiber zu wachen, daß zur Feier des 4. Septembrr nirgends ein Banket oder eine ionsiige Versammlung stattfmde. _ _ _
_ 2. September. Die Blätter verbksenibchen die zweite re'publikan ische Subskription 211 ie fiir die bevorstehen- den Wahlen. Im Ganzen belaufen sich die bisyeri en Zeichnungen, die auffaUendlangsam vorrücken, auf 236,488 r. 65 Cr.
_ 3. September. (W. T. V.)__ Der Mgrschall Mac Mahon hat sich heute Abend naa) dem Loire-Departewent begHchn, um den dort stattfindenden Truppenübungeii beizu- wo nen.
_ _ 4. Septrmber. (W. T. B.) Gestern Abend um 6 Uhr 10 Minuten ist Hr. Thiers in St. Germain en Laye in Folge eines SchlaganfalXes gestorben.
Türkei. Konstantinopel, 3.September. (W.T.B_.) Die Ernennung Aarifi Pascha-Z zum Botschafter in Paris ist heute offizieil veröffentlicht. Für den osten eines neurn türkischen Botschafters in Wien an Stelle [eko Pascha-Z ist bis jeßi noch keine offizielle Ernennung erfolgt. _ Der_vor- malige Kriegs-Minister Rebif Pascha hat fiel) dem Kriegs: gerichte noch nicht gestellt.
Schmeden und Norwegen. S to ck b o lm, 1. September. (H. R. Der König verläßt heute Abend an Bord des Damp ers „Skblduron“ Stockholm und Wird morgen friih m Brevik anlangen, um, nachdem daselbst die neuen Hafenan- lagen eingeweiht worden, von Oelesund nach Nyköping zii fa ren. Die Stadt Nyköxing giebt zu Ehre_n des Köni s ein ab[ und wird am A end festlich illuminiren. Am an ern _Morgen geist der Festzug na Eskelstunna. _ Der Kronprinz traf FUN." früh von Hesingbdrg hier ein und wird an den Fest- ichkeiten in Up ala theilnehmen. _ Der HandelSvertrag zwrschen S weden und Frankreich, welcher am 10. August abgelaufen war, ist bis zum 31. Dezember d. J. verlängert worden.
Der russisch-rürkische Krieg. Europäischer Kriegsschaupiaß.
Konstantinopel 3. September. (W. T. VZ Eine Depesche Suleiman aschas vom 1. d. berichtet ii er eine
in der Richtung von Gabrowa und Baltic aUSgefülZi-te Rekognoßzirun , bei der sich ergeben habe, daß die Ru en sich in dem Dorfe Hechilogatch befinden. Eine zweite Depesche desselben vom 2. d. M. meldet, der Artilleriekampf im Schipkapaß dauere fort.
Konstantinopel, 3. September. (W. T. B.) Der Kommandant von Rustschuk, Achmed Pascha, hat die Mel- du_n7 hierher gelangen lassen, daß er mit 7 Vataillon-ii cinen crio greichen Ausfall aus der Festung gemacht habe. _ Suleiman Pascha soll auf den das Fort Nikolas, am Schipkapaß, dominircnden Höhen Gsschiiße in Position ge- bracht haben.
Wicn, 3. September. Die „Polit. Korresp.“ ver- öffentlicht ein aus rumänischer offizieller Quelie her: rührendEH Tclegramm aus Bukarest vom 2. d., nach welchem ails um Plewna stehenden russischen und rumäni- schen Truppen dem Oberbefehl des Fürsten Karl unter- stellt werden. Dis gesammte rumänische Armee, mit In: bcgriff dcr Reserven bewerkstelligte am Sonnabend den Ueber: gang iiber die Donau bei Corabia. Fürst Karl begab sich [)(-ute früh nach Nikopolis, von wo derselbe alsbald in das neue Hauptqnartier Paradin abging. Nikopoiis wird auc": schließlick) von rincr rumäni1chen Garnison bcseßt. _ Ein weiteres Tslegramni der „Polit. Korr.“ aus Bukarest vom 2. cr. meldet: Die türkische Garnison von Silistria hat eine Briicke bis zu der Donauinsel gebaut; es sieht noch nicht fest, ob dies Vorbereitungen zum Uebergange nach Rumänien sind, oder ob es sich nur darum handelt, auf der Donauinsel Holz zu fällen. Von Seiten der Russen und der Rumänen sind alle erforderlichen Vorkehrungen getroffen, um einen eventuellen Uebergang iiber die Donau unmöglich zu machen.
Wien, 3. September. (W. T. B.) Nach einem Trie- gramm dEr „Pol. Korr.“ cms Bukarest vom 3. d. hat Z'iirft Karl von Rumänien aus Anlaß dss von der ge: ZMMUM rumänischen Armee achgefiibrten Ueberganges iiber die Donau einen Tagesbefehl erlassen. DU“ Kriegs- Ministcr Cernat hat das Kommando eines Armee-Corps er- halten; an seiner Stel]? übernimmt Vratiano die Leitung des Kriegs-Minisierimns. Die russischen Verstärkungen treffen jetzt beschleunigter und deshalb massenhafter hier ein. Die russischsn Positiondn ini Schipkapasse sind nunmehr derartig beießt und befestigt, daß dieselben für uneinnrhmbar geltrn können.
Wien, 4. September. (W. T'. B.) Telegramm der „Nruen freirn Preise“ aus Sistowa vom 2. d. M. aus türkischer Quelle: Mehcmed Ali setzt feinenMarsck) auf Kairkiöi nnd O1ik0wa fort; aus R11sischuk1narschiren 15,000 Mami gegrn Pyrgos. OSinan Pascha soll die russischen Vsrschanzungcn von _,Zgalince und Belisad vollständig zerstört haben und nicht in _scine friihere Stellung zurückgegangen fein. _ Aus dem Gefechte ron Karabassanskbi sind 110 Wagrn mii Verwnndrten hier eingetroffen.
London, 4.Scpte1nb€r. (W.T.B.) Die „Dailchws“ vrrbffentlicben eine aquiihrliche Depesche ihres Korrespondenten iiber die Schlacht von Plewna, welcher der Korrespondent als Augenzeuge beiwohiite. Die Depescke ist auI 5kcircidin vom 31. August datirt und konsiatirt, da der Angri Oc51nan Pascha?) auf die russiscbcn Positionen von Zgalince und Be- lisad die furcbibarsts Schlacht des Kriege-Z war und mit dem Niick'zugc der Tiirksn auf allen Seiten endete. Die Riissen grwaimen ihre sämmtlichcn friiheren Positionen wieder und vrrfolgten die Türken eine Strecke weit mit Kavallerie. Die Russen waren etwa 20,000 Mann stark und verloren 500 Mann. Der Verlmst der Türken beträgt ungefiihr 2000 Todte Und Verwundete. Nach einer _Meldung des Korrespondenten dcr „Daily News“ in Gornji Studen haben die Russen zwar nicht ihrs friibrre Vorpostenlinie wiedergewonnen, wohl abrr ihre Vrrschanzimgen behauptet.
_ Aus Konstantinopel,_ 2. September, wird dem W. „Fremdenbl.“ gemeldet:_ Berichten auS Kairo zufolge, treffe dio egyptisckw Regierxing schon die nöthigen Vor bsreitungrn, um, falls der r11s11sch:tiirkische Krieg noci) einrn zweiten Feldzug niit ig machen sollte, mit Beginn des Friih- lings einen Theil i rer Truppen aus Europa abzuberufeii und dieselben dur ncu angeworberie zu erseßew » Der Khedive hat auch schOZl der Pforte mrtgetheilt, daß er bereit“ sei, türkischen Jiüchrlingcii _aus Bulgarien Oder cirkaisischen aus dem Kau asusdbne )egliche Entschädigung Ländereien zur Nigdrrlassung m Egypten zu überlassen.
Konstantinopel, 3. September._(_W. T. V. Ach Montenegro will die Regierung befriedigende Na )richten
erhalten haben.
Wien, 4. September. (W. T. B.) Telegramm des „N. W. T a geblati“ ach dem türkischen Hauptquartier in RaSgrad vom 2. d.: Die egyptischen Juinnterie-Regimenter habexi gestern auf das von den Russen verschaxizte Popkioi einen Angriff Zemacht und diese Stadt und ihre Schanzen, nachdem die uffen dieselben geräumt und die Stadt in Brand gesteckt hatten, besrßt. _ _
_ Vom montenegrinischen Kriegsschauplaße wird der „Times“ ach Ostrog unterm 30. Augu i telegraphirt: „Das montenegriniscbe La yr wurde heute nach ornjepage, der Ebene wischen Nik ic und dem Dugapaß, verlegt. Da ein. Verßuch, der Stadt von (Haczko aus Entsay zu brin-
en, erwartet wird, sind die Truppen begierig, mit den Tür- en an der Position von Kristack) zusammenzutreffen, und sind des Sieges gewiß,_wcnn nicht Vukotics das Kommando über- tragen wird, waS jedoch wahrscheinlich der Fall sein wird, in- dcm der Fürst die Hauptleitung übernimmt. Das Wetter ist drückend heiß gewesen; die Montenegriner erinnern sich keiner solchen Hiße seit 30 Jahren.“
_ Der W. „Presse“ sind folgende Telegramme zirgc- gangen: _
Ccttin1e, 1. September. ren schweres Gefchüß gegen Niksic, um die Be
Die Montene riner fiih- Lchießung drs Ortes zu beYnnen. Die Festung wird mehr durch bis Ein-
wohner als urch die Truppen vertheidigt und ist zwar mit Proviant reichlich versehen, doch soll Mangel anSalz und an Munition herrschen. .
Ragusa, ]. September. Gestern sind aus Mostar iiber Metkovich und aus T r ebinje 860 kranke und verwun- dcce Türken in höchst verwahrlostem Zustande hierher gebracht und heute auf einem Lloyddampfer nach der _Türkei weiter- befbrdert worden. _ Der Kaiserlich Königli e Koysul m Mostar, Vuk Vrcetich, berichtet, daß in rebinje 1750 türkische Pferde dem Hunger erlegen sind.
k,
Asiatischer Kriegsschauplaß.
Konstantinopel 3. September. (W. T. B.) Die türkiscken Truppen haben SuYum Kaleh verlassen und 3000 kaukasische Emigranten ua der Türkei mitübergeführt.
London, 4. September. (W. T. B.) Ein Telegramm der „Daily News“ aus Erzerum vom 2. d. besagt, die tür- kische Armee treffe, wie aus Kars berichtet werde, Vorberei- tungen zum Marsch auf Alexandrapol,
_ Aus Erzerum wird dem Neuterschen Bureau unterm 30. v.M. telegraphirt: „Zwischen den Truppen unter JSmail Zakki Pascha und General Tergukassoff fallen beständig 4 länkeleien vor. Die Armee unter dem Befehl des Generals Loris Melikoff hat eine Vorwärtsbewegung begonnen. Die in Oghuzli stakionirte Division ist durch ein Detachement ans Valdiavan verstärkt worden.“
Statistische Nachrichten.
Sterblicbkciis- und Gesundbeitsvcrhäliniyi . _Gc- mäß dcn Veröffentlichungen des Kaiserlichen Geinndbcits- amis find in der vierunddreißigstsn JahreSwoche von je 1000 Be- wohnern, auf den Jahresdurchsckyniit b'rechnet, als gestorben gc- meldet: in Berlin 34,7, in BreSlau 38,0, in Königsberg 34,5, in Cbln 29,1, in Frankfurt a.M. 16,1, in Hannover 26,6, in Casscl27,5, in Magdeburg 30,8, in Stettin 21,8, in Altona 25,9, in Strafz- bur 29,2, in Münckzcn 30,7, in Nürnberg 27,4, in Augsburg 46,2, in Öresden 26,1, in Leipzig 29,9, in Stuttgart 31,8, in BraunsÖWeig 23,7, in Karlsruhe 24,9, in Hamburg 28,6, in Wien 26,1, in Buda- pest 42,2, in Prag 21,3, in Triest _, in Basel 20,2, in Brüssel 18,1, in Paris 24,9, in Amsterdam 20,0, in Kopenhagen 30,8, in Stockholm 28,9, in Christiania 19,7, in St. Petersburg 35,0, in Warschau 28,1, in Odessa 30,7, in Bukarest 28,6, in Rom 28,6, in Turin 22,2, in Athen 21,6, in Lissabon 29,4, in London 18,6, in Glasgow 19,8, in Liverpool 27,8, in Dublin 22,2, in Edinburgh 15,2, in Alexandria (Egypien) 38,7, in Ncw-York 31,4, in Philadelphia 25,0, in Boston 33,8, in Chicago 24,2, in San Franzisko 17,7, in Cal- cutta 22,1, in Bombay 51,6, in Madras 122,5. __ _
An den meisten Beobachtungsstaiionen herrschten berni Wochen- beginn südliche Windrichtungen vor, die um die Yiitiée dcr Wbchr in ganz Deutschland in Westliche und am Wochenschluk; in nordöstliche und südöstliche Luftstrbrmmgen umiprangen. Die Temprratnr der Luft sank im Laufe der Woche erheblich, Gewitter und Niedersch1äge waren selten, der Gang des Barometerö schwankend, gegen das Wxchcriendc bin jedoch mit steigender Tendenz. _
Die _allgemeine SterblicbkeiiSverhältnißzahl in den deuiicch Städten für,“; von 27,8 der Vorwvche auf 29,5 der Berichtöwocbe (aiif 1000 Bewohner und aufs_ Jahr berechnet) und zeigen vorzugswriw das Säuglingkalter, wwie die Alterskiaffen _ bis _ zu 20 Jahren eine Zunahme, die Höheren Altersklasicn eine Ab- nahme der Sterblichkeit. Die Säuglingsste'rbliÖkeit insbesondere hat fast in allen Städiegruppen zugiiiommen, n11rinzmitte1deutschen Gebirgslandc und in den Städten am Nirderrbcin iii fie exwas gc- ringer als in der Vorwoche. _
Unter den Todesursachen zeigen die Infektionskrankbeitexi im Verhältniß zur vorhergegangenen Woche keine Wesentlikbe Verande- rung. Masern und Keuchhusten erscheinen selienar, leßtercr nur in M.-Gladbach wieder häufiger. Das Scharlacbfieber zeigt iich in den Städten des Niederrheins etwas mehr, die Unterleibstiipbcn sind nur in Paris vermehrt, wo auch die Diphtherie, wie in Berlin und Danzig zahlreichere TodesfäÜe veranlaßte. Von Fleck- typhus ist nur ein Todesfali aus Metz gemeldef. T_Oi: Pocken zeigen fast in aÜen Orten, namentlich in London, erhebliche Nachlässe. Dagegen erscheinen die Darnikaiarrbe und BrecbdurcbfäUe der Kinder wieder in den deutscher Städten ausebnlicb vermehrt (Berlin, Breslau, Poscn, Königsberg, Hamburg, Hannover, Bre- men 11.21), in den außerdeutsckicn Großstädten meist vermindert. Aus Altona und Minden wird von je 1 Todesfall an (11101619. 11031553 berichtet. In Indien macht die Cholera wieder, besonders in Ma- dras und Bombay Fortschritts; in Vera Cruz herrscht das gelbe Fieber heftiger, im Monat Juli erlagen demselben 53 Personen.
_ Ein NachrUeis iiber die vom 1. Mai 1876 bis 1. Mai 1877 Yprüsten Schulvorsteberinncn und Lehrerinnen in der 3 beinprovinz ergiebt, daß 1) Schulvorsieberinnen gepriift Wurden: 11, von iencn 3 katholischer urid 8 evangelischer Konfession Waren. (Es bestanden badon: 8, und zirar 1 katholischer und 7 evangelischer Joufcssion, Zbesianden nicht, und zivar 2 katholischer, 1 evangeliscbar Konfession. 2) Als chrerinnen für mittlere und bbbere Töchter- schulen wurden im Ganzen (prüft: 122, von Welchen 62 der kaibolischen, 58 der evangeli chen und 2 der israelitischen Kon- fession an ebörten. Es bestanden: 107, und zwar 48 katholischer, 57 evange ischer und 2israe1iiischer Konfession; nicht bestanden haben demnach: 15, 14 katholischer und 1 evangelischer Konfession. Als Lehrerinnen für Volksschulen wurden geprüft: 256. Von diesen gehörten _der kaiboliscben Kovfyssiyy 5111: 235, der evangelischen: 20 und der isräéiitischen: 1. Bestandcn_haben 242, und zwar 222 ka- tholischer, 19 evatigeliscbex und 1 israelitiscber Konfession. Nicht besianden haben 14, nämiicb 13 katholischer und 1 evangexiscber Kon- fession. In den Volksschuldienst erklärten fich bereit einzutreten: 168, von_ denen der katholischen Konfession angehörten: 155, der evan- gelaschem 12, der israelitischen: 1. Die Gesammtzahl der Exami- nanden betrizg:_ 389.
“7 23er „silb des Hüttenwesens im Bergrevicr Unter- Cls aß ent alt der Berwaltungsberiibt des Bezirks - Präsiden- ten des L_]nter-Elsaf; fur das Jabr 1876 über die Roheisen- Yrodnktton im__Jabre 1876, folgende Angaben: Es sind im xabre 1876 3 Hobbfen gegen 4 in den Vorjahren im Betriebe gc- wefen und hatten dieselben folg??? Produktion:
. 1875. “ 1874. Gießerei-Robeiscn Kilgr. 1,491 ,300 881,600 1,53] ,000 FiisÖ-Robciscn „ 45,150 1,716,300 2547250 Robstabkeisen „ 1,582,950
1,849,600 2,341,300 Zixsammcn Kilgr. 3,119,400 4,447,500 6,419,550 _ Es betragt also die Robeisen-Produktion im Jahre 1876 gcgen 1815 um 29,8 Prozent und _ge en 1874 um 51,4 Prozent weniger. Zwei der Hohöfen werden mit Zolzkoblen und einer mit gemischtem Brennmqterialbetriebexi. _ Von den 10 im Unter-Elsaß vorhan- den?,__n Eisengießereien, deren Betrieb sich im Jahre 1876 nicht ungimsttg gestaltete, wurdcn mit 607 Arbeitern in 13 Kupolöfen erzeugt: _ _ 1876. 1875. Maichtnentbetle . Kilogr. 3,202,800 2,541,256 Sonstige Gußwaaren . . . . ., 1,482300 2,261,500 Zum eigenen Bedarf der Werke . „
242,000 204,300 GußWaaren erster Schmelzung . „ 1,707,100 ],169,500
„ _Zusammen „Kilogr, 6,634200 (YFM; __ Es hat Hiernach eine Vermehrung der Produktion um 457,644 Kilo stattgefunden.
Kauft, Wissenschaft und Literatur.
„München, 2. _September. (Allg. Ztg.) Hr. Dr, Franz Müllner. bat tn seiner Eigenschaft als Ho kapellmeister die erbetene Entlaffiin aus_ d_em_ Hofdienste vom ]. ktober d. J. an, unter woblgrfa Yer Königlicher Anerkennung der groSen Verdienste, welche derselbe si _nisbesondere als Lcit_er der Königl chen Vokalkapelle er- wvrben, bewilligt _erbalten; zugleich wurde ihm in Rücksicht auf sein angezeichneieH Wirkeii als Professor und Inspektor an der König- licben_ Musikxcbule die Beibehaltung des Titels einxs Königliih bayerischen érofeffors gestattet.!
_ In rrGenerglvcrsammlung des Gesammtvercins d_er deut chen Geschichts- und Alterthumsvcreine, die in diesem Ja re vom 13._ bis 16. August in Nürnberg abgehalten wurde, gab der dermaltgc Direktor des Gcsammircreins, der Obcr-
vaellationsgxrichts-Ratb Draudt aus Darmstadt, ein kurzes Resumé 11er die_ Tbattakeit des Gesammtvereins und hob hervor, dax; dcm- 1elben cin _Antbeil an der Existenz der beiden nationalen An talien, des Röwisch-germanischen Centralmuseums in Mainz und des Germanischen Museums in Nürnberg, zuzuschreiben sei. Unter den Verdiensten des Gesammtvxrrins sei besonders die Erhaltung und Re_ttur_1g mancher Kunstdenkmale zu bezeichnen, die entweder dem ganzltchen Untergangc geweiht oder von der Gefahr einer
_ verkehrten Restaurationsmethore bedroht gewesen. Hierauf erstattete
YosgerichtSadvokat Wörner aUv Darmstadt dcn Geschäftsbericht dcs «i_erwalxnnJSausschuffes für das leiztverfloffenc Jahr und tbeiltc 11.21. Mit, 0913 _auf Antragch Gesammtvereins die Reichx-subrention fiir das Roniisckx-germanirche Museum durch den Bundesrat!) und Reichs- tcig auf__1ahrltch 15,009 .“ erböbt. sowie das; durch die badische imd dxe besiiscbe Regierung Geldmittel zum chcke der Untersuchung der romrschcn Befestigungen im Odenwald unter Leitung des Obersten v. Cohausen und unter Mitwirkung drs badischen Landeskvnserbawrs Geb. Ober-Staatßratbs Wagner bewiiligt worden seien. Hierauf bielt 131". Beck aus Biebrich einen Vortrag über die Eisentechnik. _ Jn_rer Sektion _ für die vorckrist1icbe Zeit sprach Profeffor Obleu- scblager a_us Munchen über die Teufelsmaucr. Derselbe stelitc durchaus m_ Abrede, daf; die Teufelsmayer jemals den Zweck einer vortbeidigun Sfähiiicn Befestigung gebabi, sie habe vielmehr nur als Demariaiionslinie gedient. Die Frage, ob nördlich dcr TeuieWmaner _römisrbe Alieribümer vorkämen, Wurde dahin beaut- wortii: daß fich_dte römisch Qualität der dort vorkommenden Schan- zcn nicbt kbnsiatircn lasse, und das; in ganz Mittelfxanken über der Erd? kein ron11sches_Mauerwerk nachweisbar sei, wie daselbst auch keine romrschen Waffcnfnpde bekannt seien. _ In der ziveitcn allgemeinen Versammlung rcfsrirte Pros. Oblensckyläger über seine Untersurbung de_s sogenannten Drurdcnstcines bci Cadoizburg. Derselbe trage zwar keine Spuren vo:1_Bcarbcitung an_ sich, doch sci seine Erhaltung wunsche11§wextb da 11ch Sagen an ibn knüpften. Die Vcrsammlnnx; syracb _sick) _fur Erhaltung des Steines aus. Außrrdem Wurde noch die Mtxtbeilunchmacht, daß der deutsche Architekiivereir, welchcr eme Fursorgr fur Eibaitung der Altertbümer und Baudenkmale dUklb das _Rcicl) h2rb;izusiik)rcn wünsche, eine darauf bczüglichc (Ein- gabe brabsickckiigc.
_ _Ueber di“ von der 8001196 r03'319 81; eenirais (193 8411766an (19 ZSYYJUO in Brüssel im Jahre 1876 vcransialtete inte rnatio- njaie Ausstellung für Gesundheitspflege und Rettungs- we]e_n bai tm Arftrage des Ministers für «Handel, Gewerbe .*c. der Fabriken-Jnspektor Reichel in der Schrift: „Die: Sicherung von_Leben und Gesundbeit im Fabrik- und Gewerbe- betriebe auf _der Brüsseler Ausstellung vom Sommer 1876“, die vor Kurzem in Berlin bei Fr. Kortkampf erscbicnen, einen etygebrndcn ertrbt Erstattct. Derselbe bat die Aufgabe, einen Ueber- blick uber dreiemgen Gegenstände auf der Brüffcler k'ilniistellnng zu geben, _wxlche dazu beitragen können, die Sicherung von Leben und Ge- sizndbeit im Gewerbebetriebe zu fördern. Dabei folgt dirsrrBericbt aber nicht der Klassifikation des offiziellen AussLeUungL-kataloges, iii welchcm dre Ausstellungsgegenstände nach Nationalitäten gruppirt sind, son- dem gibt zn1*cku1cißig einer eigenen Disposition nacb. Dirseibr ist WÜRDE": 1_) Aufbewahrung und Behandlung exi'lbsiber Stoffe und feuxrßefabrltchcr Oele ; 2) Feuergefabr im Allgemeinen; 3) Dampf- kcsjelietrieb; 4) Heizung und Ventilation; 5) Schußmiétel gcgen Sta_ub nnd schadliche Gase, Behandlunr- bon Fabriken-Abwäffrrn Und AbfaÜcn; 6) Schuxxvorricbtungen im maschinellen Betriebe. Cin Anhang gcwghri einen summarischen Ueberblick iibsr die angesieilien Wohlfabriscinricbtungen für Arbeiter in Fabriken und aewrrdliiben Ansagen und insbesondere eine Quellenangabe der bezüglicbcn wich- tigsten ansgcyieiiten Druckschriften. Dem Texte sind zu bcffcrer (Er- lauicrung Skizzen beigegeben,
Geiperbe und Handel.
__ _Ukbrr da? Vcrmögcn der Union Pinneberg ist von dem Kreisgericht Pinnrberg auf Antrag der Direktion der Konkurs ver- bangt worden. _
(Jr_an_kfuri a. M., 3;_Septcmber. (W. T. B.) In einer von den [anbtgern uud Interementen der hiesigen Firma F uld &Co. gestern abgebaltc'n-xn Versammlung wurde ein aus 3 bicsigen Und 2 Berliner Firmcii besichxnder Gläubiger-Ausscbuß gewäbkt. Das Zu- siandckbmmen etnks außergerichtlichezi AuSgleicbs gilt für Wahrschein- [Wb man verrnmbct, daß eine Quote Von 50 bis 60% entfalien wer 6.
_ _Ueber die Arbeitervcrbältnisse im Handelskam- me_rbezirk Eiscn im Fabre 1876 entnehmen wir dem Jahres- bericbt der dortigen Handelskammer Foigcnch: Die Arbeiterzabl in den Bergwerken dei: Bezirkes betrug 1871: 17,674, 1872: 18,552, 1873: 20,762, 1874: 20,597, 1875: 21,661, 1876: 21,410. Erst im Jabra 1877 _bat eine größere Abnahme durcb Arbeiicrenilaffnngen auf den Steinkbbienzrcben, sowie _an dan Eisen- und Stahlwerken stattgefunden. Die in _der Eisenmdustrie des Bezirkes beschäftigten Arbeiter Vertreien ungefahr die größere Hälfte der angeführten Zahl. Die Lohnreduitionen betrugen durchschnittlich 25_35"/0 gegen 1872 bis 1873. Die Lbbna Waren End131876 auf den Sax» von 1870 iioch nici)“; ganz zurückgekehrt.
_ Dix Lage der Arbeiter hat sich im letzten Jahrzehnt sowohl durch die Theilnahme an den_ Wesentlich vermehrten und berbesserien, auf Gesundheit, Lebensbedarf und -An']e_bmlichkeit wohltbuend einwirkenden kommunalen und öffentlichen Institutionen, als auch durch die Wobl- fabrtseinricbiimgen der Werksbrsißer in unserem Bezirke Wesentlich gebrffert. Dre Kriippféhe Fabrik besißt nicbt Weniger als 3277 gute und gesunde Familienwobnungcn, in welchen 16,000 Personen leben"; 1810 einzelsiebende Arbeiter könnrn dasrlbst Kost und Logis baben. T'ie_Fir1na Schulz, Knaudt & Comp. hat 2 Häuser mit Lc-gir- einrichtungen und river Menasie für ca. 100 einzelstebende Personen. Außerdew in unmittelbarer Nabe. des Werkes 9 Häuser, enthaltend 11 Jamrlienwobnungen zu je 3, 4 und 5 Zimmern, sOWle in einiger Entfernung von der Stadt in einer gesunden Gegend eine Kolonie, enthaltend 25 Wohnhäuser
mit 34 Familienivobnimgcn zu je 5 Zimmern, nebst Stailunz,
24 (Garten und
' _ _ |- "_ 1- 2 " AckerlaUd.
_ Jede Famtlienivqhnung bat tbr-xn; besondersn inganq, die Häuser liegen ixolirt, von Gärten umgeben, an Straßen und Plä en. Sie find bes er gebaut, gesunder, angenehmer und biÜiger, a s andere Mtxtbswohqungen, Welche je nach den Zeiten gesteigert oder aus be- liebigen Griinden gekiindixt werden können. Jedes größer? Etablisse- ment und jede Zeche des Bezirks bat Einrichtungen ähnlicher Art, Wenn auch nicht in dem Umfange.
__Jn _d_en angedebnien Konfumansialfen erhalten die Arbeiter ihre Vcdurfznsic somohl gut als biÜig und vermeiden das Schuldenmachen, Boribetle, welche die erbciter iäizlicb mehr schätzen“ lernen. Die K_onsumanstakt der Kruppscbcn Gußsiablfabrik umfaßt: eine Konsum- backeret, xine Schlachtkrci mit _FleisÖberkauf, eine Selterswasser- anstali, emen „Gasthof und Vierwutbschaften, Verkaufsläden für Kolonwl- iind (chzcreirraaren, Schubwaarcn, Manufakturiraaren mit Schneiderei, Eisenwaaren und Haußgeräthe. Die Fabrik hat ihr eigeneß Krankenhaus und ein Epidrmienlazaretl) für 100 Kranke, sowie verschiedene Bade_- und Waschausialten. Sie hat endlich in ihren Kolontrn 4_Volk§1chulen mit 21 Klaffen den betreffenden Gemeinden un- cnt elt_ltch uberlaffen und in Essen 2 Indiistriefcbulen imd 2 solcher in den Ko 0111611 Cronenberg und Schcderbof errichtet, in [be!iben den weiblichen Angehörigen der ?lrbeiterUnterricht in häuslichen und Handarbeiten er- ibeili wird die _in der Konsumanstaltverivertbet werden können. Hau t- sachltcb haben diese SchUlen dcn _weck, die Frauen und Mädchen dec' r- bcztcr ib_rcr Uzzerfabrenbeit in auslicber Arbeit zu entreißen und den Sinn ftir Th_atigkeit_und Ordnung in ihnen zu erWecken. Sie er- freuen sich einer !ictgenden Frequenz. Fortbildungsschulen werden so_nwhl _ m der Gemeinde (Essen als Altendorf gefördert und unter- siußt, einestbexls materiell, anderenibeils indirekt, indem den Lehr- lmgen der Firma Fr. Krupp, Schulz, Knaudt & Comp., G. D. Baedeker u. _a. der __Besych die1e_r _Anstalten vorgeschrieben bezw. an- empfoblen wird. Fur die Beschaftigung der Invaliden werden auf
|- |! an'“ „
Krupps_ Fabrik mehrere Industriezweige betrieben, z. B. Strob- iiecbteret, Anfertigung von Bürstenwaaren, Brief-Couv3rts, Dülen für die Jonsumanstalt u. a. m. Die Bergleute neigen wieder mehr der Bewirtbschaftung eines mehr oder weniger auSgedebnten Garten- okcr Ackerterrains zu.
_.Jm Allgemeinen ist der hier ansässige Bergmann und Fabrik-
arbeiter von _Natur auf Erwerb außgebend, fleißig, sparsam, anhäng- lich und soraiam für seine “amilie. Dieser ansässig: Stamm unse- res Arbeiterstindes ist die Stütze des industriellen Fortschrittes, Ein anderer Theil unserer Arbeiterbcvölkerimg besteht aus Zuzüglern aus a_[1en Gexicxikcn. Haben sie einen ständigen Aufenthalt einmai auf langere Zeit „cnommcn, so streben fie mit critcren in aleicbem Range zu sie xn. Auch der größte Theil der aus aÜen Ländern, namentliib Hemen, Schlesien, Sachsen, Holland, Belgien, Tirol, Oesterretch-Ungarn und Italien hierhin angxzogcnen Arb4itcr führt cm gebrdnetes Leben, er bringt zum Theil Fran und Kinder mit sich oder ubersendet ihnen den criibrigien Verdienst nach der Heimath, und nicht selteri gelang es ihm auch früher, ein Sparkassenbueh an- zulxgcn ('der Eigenthum zu erwerbcn. Lcider abcr bildete auch zur Zeit 1:95 Münchs an Arbeitskräften unser hiesiger Bezirk die Zu- siucbisiiaite vie_ler Elemente, Welche in den Stürmen des Lebens Schiffbruch erlitten, und diese namentlich gaben zu vielen polizei- lichen und krimiiiellen Untersuchungen Veranlassung.“ _ ___Tcr Abnbluf; der Braunschweigiscben Credit-An- [takt fiir das rrstc Semester 1877 ergiebt, den der „« .Bbrs. Zig “ zugehenden Berichten zufolge. cincchingeiriim vxn 190,514 «W.; das ist gegen das 1. _Semester 1876 eine Zunahme um 27,583 „111
_ De_r Einlösiingscours fiir Oesterreichische Silber- c__oupons ist geiicrn wie in der vorigen Woche auf 177 „FC: 50 „5 fax 100 F1. Silber festgesext Wordxn.
Stuttgart; 3. Scptcmbcr. (W. T. V.) Die beute hier siattgcbabic Vermmmlung ron süddeutsiben Baumwoll- Indiiiirielleii War von cirva vicrzig Weberei- und Spinncrei- Jntercyienicn, die mehr _als 12,000 Webstühle rcpräseniirtcn, besucht und faßtr folgenden Bexchluß: Obwohl in dcn meisten süddeutschen Spinnereien und Wrbcrrien eine nicht unerhebliche Cntlassmm von Arbei- tern und -ine nicht_ unwesentliche (Einschränkung der Produktion bereits siatigefuzidcn habe, 10 halte es die Heutige Versammlung doch fiiropportun, Line writer drr“ ifirte Reduktion der Produktion im Sinne der Voxsckoiage dcs ;;ixierenten eintreten zu lassen und beauftrage das Prafidium, iich mit dem Elsaß in Verbindung zu srxxen und festzu- steilcn,_ ob die drrtixixii Fabrikanten geneigt seien, eine ähnliche Organisation unter 11ch _zu vereinbaren und dcmmicbsi eine neue Vcrsammlung behufs wciterer Beratbung iiber diescn Gegenstand resp. behufs Abschlusses eines verbindlichen Abkommens wieder einzuberufen.
Verkehrs-Anstalten.
_ Anf der indo-europäischen TelegrapbeU1inie sind im Monat 21 11 gust 1877 an gcbiibrenpilichiigen Depeschen befördert wiirden: &, «1116 Loiidon, drm iibrigen Engbind und Amerika nacb Pcr1icn mid Indien 277 Stück; b. aus Persien und Indien nach Lon- dbii, dem ubrigcn Engkand und Amerika 265 Stiick; 0. vom euro- paischen Koriiiiicnt _ exklusive Rnßland _ nacb Persien und Judtxn 33 Stuck“ ti. ans Version und Indien nacb dem europäischen Kontinent__ exkbusibr Rußkand _ 33 Stück. Samma 608 Stiick. __ _ Dic Warichau-MlUWaer (Danziger) Eisenbahn iti am 29. b. M. dem Verkehr übergeben worden.
_ NIÖ dem 55. Monatsbericht des scbweizer Bundes- ratbes 11er den Stand der Arbeiim am großen Gotthardt- iiztinel ritckteii dcr Rickytsiollcn im Monat Juni um 218,1 TN„ die 10111111)? *Iiiisweiinng um 287,6 M„ der Soblcnschlii; um 158,8 M., die Strosie um 218,6 M., die voilsiiindigc Ausweitimg um "205 M., das Maurrzcwöibe um 240 M., das östliche Widerlager um 241,9 M., dcs ivrsiltcbe Widerlager um 218,4 M. und der voiisiändige Tunnek 11111 262 _M. vor. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter betrug im Mittel taglicb 3626 und im Maximum 4022. Die Gesammimafse dcs _axtsgxbrbenen Materials entspricht dem Kubikinbakte nach einem vollstandig „ausgetreiteten Tunnclstiickc von 104 Meter Länge. Im Laufe des Monats Wurden 405 Züge ausgehobenrr Gesteinsmaffe.. - aus _dem Tuniiel eiitfkrni,_ also auf den Tag 289 Rollwagen. Die zersiorien Theile drr Wamerleitung des Tessin bei Fontana konntc-n 11911) nicbt wreder bergestellt werden, da die Lawine, welche die Zer- 1iocung Veranlaßt batte, noch nicht gesibmolzcn war.
New-York, 3. September. (W. T. V.) Der Dampfer „Enala__:1d“ voii der National-Dampfs-biffs-Compagnie (C. Mesiingscbe Lime) iii bier eingetroffen.
Berlin, 4. September 1877.
_Vervie_rs, 4. September 10 Uhr Vormittags. Die 7a111ge 011g[__1sch6 Post, aus London, den 3. Abends, plan: maßig 111 Coin um 11 Uhr 34 Min. Vorm, ist auSgeblieben. Grund: Sturm im Kanal.
Wiesbaden, 3. September. (W. T. B.) Der Verbands- tagder deutschen Yenossenschaften ist heute von Schulze- Delißsck) im_ großen (Haake des Kasino eröffnet worden. Die Ver- sammlung zabli gegen 350 Delegirte aus allen Theilen Deutsäxlands ZMD "ZUM bei der Eröffnung vom hiesigen Ober-Bürgermeister
egru .
_Friedrich - Wilheltpstädtiscbes Theater. Um dem (Haste Hrn. Girqrdt zur Wetieren Entfaltung seines komischen Ta- lxntes Geixgenbett zu geben, _gxlangt morgen außer „Grazieüa“ auch eine e_inaktige Operetteu-Nomtat: „.Die Koblenvsrkäufer“, nach dem Franzofischcn von C. Teizlaff, Musik von Costs, zur Aufführung.
Eingegangene literarische Neuigkeiten.
Die preu ische _Vormundscbafts-Ordnung vom 5. Jul 1875 Unier sy tem_atischer Darstellung des bezüglichen Familien- und Erbrechts und Er_orteryng der Kontroversen erläuiert durch Carl Neumann, Kreisgertchis-Raib in Allenstein. Beriin, 1877. Ver- lag ron Frz. Vahlen.
Daß 5Yatentgeseß für das Deutsche Reich vom 25. Mai1877, nebst Eiylciiung und Kommentar und mit ver leichender UebeYcht der ausländischen atentgesetze Von Dr. R. K ostermann
e . Berg-Raib und rof. der Rechte. Berlin, 1877. Verlag von Frz. Vahlen.
Die Kunst_im Hause. Geschichtliche und kritisch -ästhetische Studien uber die Dekoration und Ausxtattun der Wohnung, von Jacob von alke. 3. Aufl. Wien, Druck und erlag von C.Gerolds Sohn. 187 . '
_ _Die 1_1n_?arischen Staats-Finanzen. MitRiickficht auf dte biterretchi ch-ungarischen AuSalcichungs-Verk)andlnngen und die beborstebenden ungarischen Goldrenten-Emisfionen. Von Hanns Beruth. Wien, 1877. Selbstverl. des Verf.
Mittheilungen der K. und K. österreichisckz-ungarischen Kon- sulat__s-Bebörden. Zusammengesteat vom statistischen Dcvarte- ment im K_. K. Handels-Ministerium. 5. Jahrg. 8. Heft. (12.'Bd. der „Nachticbten über Industrie, Handel und Berke r'.) Wien,1877. Druck und Verlag der K. K. Hof- und Staatsdru erei. 4.
Deutsche Rundschau. Herausgegeben von Julius Rodenberg. (b;. Fabr . _H_eft 12, September 1877. Berlin. Verlag von Ge- ru er ae c.
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