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Ministerium der sei lichen, Unterrichts- und Medizinal- ngelegenhetten. Der Gymnafial-Direktor [)r. Guttmann zu Schrimm ist in gleicher Eigenschaft nach Bromberg versetzt worden.
Ninifterium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten. Der ülfslehrer Architekt Petersen zu Nienburg ist zum LehrerH an der Baugewerkschule daselbst ernannt und an- gestellt worden.
Bekanntmachun .
Mit Bezu na me auf die BekanntmaZung des Herrn Ministers für an ei, Gewerbe und öffentliche Arbeiten vom 31. o. M. werden diejenigen Kandidaten_ der Baukunst, welche in der zweiten diesjährigen PrüfungSperiode die Prüfung, al's Bauführer im Bau: und Mafchinenfache abzule en beabachti: gen und sich dieserhalb noch nicht gemeldet ha en, „hierdurch aufgefordert, bis zum 30. d._ M. diese Meldung schri tl1ch bei der unterzeichneten Kommission unter Beifügu'ng der vorge- Qriebenen Nachweife und Zeichnungeii. einzureichen. " Wegen
Zulassung zur Prüfung wird denselben demnachst das Weitere eröffnet werden. _ ' _.
Meldungen nach dem angegebenen Ultimaltermme muffen unberücksichti t bleiben.
Berlin, en 5. Se tember 1877. _ _
Königliche te nische Prüfungs=Komm1fsion. Herrm an n.
Justiz-Ministerium.
Der Krengerichts = Rath Otte in Neustadt O. S. „ist an das Krengericht in Beuthen, mit der Funktion als Dirigent der Gerichtsdeputation in Tarnonnß, verseßt. '
Dem KreiSrichter Zlse in Egeln 1| behxzfs Uebertritts ur Steuerverwaltung die nachgesuchte Entlaßung aus dem
sti dienste ertheilt. .
I)er KreiSJerichts:Rath Bu rger in Herford und der KreiSrichter Dominski in Ortelsburg smd gestorben.
Der Gerichts-Affeffor Unger ist zum_ StaatsqnwaltH: Gehülfen bei den Kreisgerichtep in Grüß und Woklstem, m1t Anweisung seines Wohnsißes m Grätz, ernannt.
An ekommen: Der Direktor im Ministerium der geist: lichen, nterrichts- und Medizin(][-Angelegenheiten, Wirkliche Geheime Ober-RegirrungERaih Greiff aus Johannisbad.
Das 19. Stück der Geseh-Sammlung, welche?: heute aus gegeben wird, enthält unter
Nr. 8516 die Verordnung, betreffend den Uebergang, der Verwaltung der Angelegenheiten der evangel1schenLandesk1rcke auf den Evangelis en Ober:Kirchenrath UUd die Konsistorren der acht älteren rovinzen der Monarchie. Vom 5. Sep- tember 1877; und unter
Nr. 8517 den Alierhöchsten Erlaß vom 20. August 1877, betreffend die Uebertragung der Verwaltnng rind de;?- Be- triebes der Berlin-DreE-dener Eisenbahn auf die Königliche Direktion der Niederschlesisch-Märkiichen Eisenbahn hezw. eme von dieser Behörde ressortirende E1senbahn-Komm1ssmn mit dem Siße in Berlin.
Berlin, den 8. September 1877.
Königliches Geseß-Sammlungs-Amt.
Personalveränderungen. Königlickj Preußiséhe Armee.
Ernennungen, Beförderungen und Verseßuugen. Jm aktiven Heere. Schloß; BabelsberÄ, 30. Au ust. v. Hagen, Pr. Lt. ck ]a. suite des 3. Garde-Gren. _ eat“. und Le rer an der Krie sschule zu Cassel, zum Hauptm. befördert. Stern,
uptm. un?) Batik. Chef vom Feld-Ari.Regt.,Nr. 16 und komwdrt. zur Dienstleist. in die bei dem estungsgefängmß zu Straßbux 1. E. vakante Vorstandsstelle, zum orstand des FestungSgefangmses zu Straßburg i. E. ernannt. Graf v. Schéler, KönighWürttemberg. Rittm. und Eandr. Chef vom Dragoner - Regiment Nr. 25, dessen Kommdo. zur Dienstleist. bei dem Drag. Regt. Nr. 6 an,: ein
br verlängert. v. Kiesenwetter, Oberst, kur DtSp., bisher
ügeladjut. des Großherzogs von Sachsen Könt . „Hoheit, die"Er- aubniß zum Tragen der Unis. der Großherzog . sachfischen Flagel- adjut. ertheilt. ,
Abschiedsbewilligungen. Im aktivenHeere. Schloß Babelsberg, 30. August. Frhr. v. Buddenbrock, Pr., Lt. a. D., zuleyt im DWZ. Re t. Nr. 10, der Charakter als Rtttm. verliehen. Oesterhel ,O erst-Lt. a. D., „zuletzt im Inf. Regt. Nr. 48 mit seiner Pension und der Erlaubntß zum ferneren Tragen der Uniform des Kadettencorps, zur Disposition gestellt.
Bekaniitmachung für Seefahrer.
In der Provinz Hannover beginnt der Unterrichés- kursus in den Stenermannsklassen u Leer, Emden und Grünendeich, sowie in der Schifferklaffe zu Leer am “1. Oktober . J.
Die Aufnahme in die Steuermannsklaffe ist von einer vor dem Kuratorium der betreffenden Navigationsschule durch die Navigationslehrer abzuhaltende Priifung abhängig, in welcher der Aufzunehmende nach uweisen hat:
1) Eine leserliche Hgndsrhrit und Kenntnis; der deutschen Sprache bis zur Fährgkeit, sich mündlich und schriftlich ver- ständlich aUSzudrücken.
2) Kenntniß der GrundrechnungeZarten mit gew'o' nlichen Brüchen, Dezimalbrüchen und Buchstaben Fertigkeit im er)“ nen mit Proportionen und Uebung in der Ächziehung von :* ua- dratwurzeln. ' ' _ '
YZ Kenntnis; der einfacheren Süße Über die Gleichheit von inkeln, sowie über die Kongruenz, Aehnlichkeit und Gleich eit von Dreiecken; Kenntmß der einsacheren Süße vom reise und von den Winkeln im Kreise; Lösen leichter sKonstruktions- und RechnungSaufgaben vermittelst der Lehr- äße. 4) Einige Vorbereitung in der nautischen Geographie, be- sonders in der mathematischen. , '
Am 28. September c., Morgens acht Uhr, mird tm Na- vigationsschul ebäude u Leer dre Aufnahmeprüfung für die Steuermanns lasse in eer beginnen. ,
„Wer die Aufnahmeprü ung nicht besteht, wrrd zurück- “Ülewwien und kann ur iederholung der elben auf preu-
n Navi ationss ulen erst nach einem halben Jahre
e er zugela eri werden.
In die Schifferklaffe können nur Seeleute aufgenommen werden, welche die Steuermannsyrüfung nach den Bundes- Dokschkaten vom 25. September 1869 bestanden, oder ichon
einen vollen Kursus in der Steuermannsklafse einer deutschen Navigationsschule dur emacht habey yder befugt find, als Steuerleute aux deuts n Kauffahrteifchiffen zix ahren.
Wer als er aufgenommen werden „wr „ muß daruxn bei dem Kuratorium der betre enden Navrgatwnsschule, m Leer bei dem Unterzeichneten na suchen.
Leer, den 6. September 1877. ' . Der Königliche Navigationsschul-Direktor für die Provinz Hannover.
I. V.: Wendtlandt,
Königlicher Navigationslehrer.
Yiehtamtlithes. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 8. September. Se. Majestät der Kaiser und König haben Sich heute Morgen 9 Uhr von Schloß Benrath zu dem dritten Feldmanöver begeben. Um 3 Uhr sollte in Schloß Benrath ein Vejeuuer äiuatoire statt: finden und um 5 Uhr die Abreise nach Brühl erfolgen. , „ "
Gestern Abend brachte die Gemeinde Benrath Sr. Ma enat eine Serenade mit Fackelzug und Feuerwerk vor, dem S loffe dar. Mehrere Gesangvereine, darunter der Verein „Orpheus“ aus Elberfeld, tru en Gesangsstürke vor. ' '
Se. Kaiserli e und Königliche Hoheit der Krdnprinz hatte Sich zu Seinem Jnfanterie-Regimexite Nr. 53 m das Bivouac begeben und übernachtete dann 111 Düsseldorf.
Se. Königliche oheit der Großherzog von Mecklenburg- Schwerin, Höchstwel er Sich bisher. im Maiiöverquarrier in Düsseldorf befand, trifft heure zurn Déjeuner in Benrath em und begiebt Sich dann mit den Majestäten nach Schloß Brühl.
_ Jhre Majestät die Kaiserin-Königin be: sichtigte gestern in Düffelthal die evangelische RettungSanstalt für verwahrloste Kinder und in Düsseldorf daS kaihylis e Marienhospital. Allerhöchstdieselbe besuchte Ihre Königli „e Hoheit die Erbprinzessin von Hohenzollern und kehrte zum Diner nach Schloß Benrath zurück, wohin sämmtliche sremd- ländische Offiziere geladen waren. ' , _ , '
Heute istJhre Majestät die Karserm-Kömgm beim Schiuß- Manöver des 711. Armee-Corps zugegen, woraufBeide Kaiser- liche Majestäten nach Schloß Brühl Übersiedelir. Unterwegs besucht Ihre Majestät die Kaiserin-Königin, in Begleitung der Zrbxrinzessin von Hohenzoliern, den Fürsten Salm auf Schloß
:) .
_ Nach einem im russischen Gesetzbhatte vom 20. August cr. Nr. 75 publizirten Bericht des Karserlrch russis en Finanz: Ministers an den dirigirenden Senat ist dur einen am 28. Januar cr. Allerhöchst bestätigten Beschluß des Minister: Cmmte's gestattet worden, ausländischen „Bruchsiahl“ für Stahlgießercieu und Stahlschienenfadriken zollfrei, und zwar versuchsweise auf zwei Jahre, nach Rußland einzuführen.
Das für eine Stahlgießerei resp. Stahlschie11enfabrik ein: zuführende Quantum von auSländischem Stahl soil der Pro: duktivität der Fabrik entsprechen und darf den Bedarf der- selben an diesem Metall nicht überstergen.
Aus den dem obigen Berichte [)21 egebenen Instruktionen, welche die Stahlgießereien und Stahl chienenfabriken bei der Verwendung des olisrei eingefü rten Stahles zu beobachten haben, ist zu e ehen," daß “unter „Bruchstahl“ verstanden wird: untauglich gewordene und erbrochene stählerne Ma- schienentheile, Räder, Acksen, Ban agen, Ressorts, Federn, untauglich gewordene Schienen (in Stiicken von nicht über 10 Fuß Länge), Endstücke, welche beim Beschneiden der Stahl:
schienen auf der Fabrik zurückbleiben und überhaupt alie un: .
tauglich gewordenen und zerbrochenen stählernen Gegenstände, sowie Spähne in Stücken von nicht über 2 Pud. Stahl in Stangen, Streifen und Platten, wenn auch in zerbrochenem Zustande, wird dagegen nicht als Bruch betrachtet (§.. 2). Von dem Recht, sich Stahl als Bruch aus dem AuSlande zollfrei kommen zu la en, werden diejenigen Fabriken JUSge- nommen, welche aus chlieizlich Tregelgußstahl produzrren.
_ Die Hohe Pforte hat den Kaiserlicheir Botschafter zr. Konstantinopel enarhrichtigt, daß das im Juni d. 0. erlassene Verbot der Ausfuhr von Pferden, Manie ein und Rindvieh auch für die Ausfuhr solcher Thiergattungen (LUS dem Vilayet Creta nach anderen türkischen Landestheilen Anwendmig findet.
_ In den deutschen Münzstätten sind bis zum 1. September 1877 geprägt worden, an Goldmünzen: 1,149,462,180 „jr- Doppelkronen, 359,704,720 _„FQ Kronen, 5,651,880 «ck halbe Kronen; hiervom auf Prwatrechnung: 223155859 „16; an Silbermünzen: 71,653,095 «kx 5-Mark- stücke, 97,288,586 «rr. 2=Marksiücke, 143,512,165 „ck 1-Mark- stücke, 61,177,421 «ck 50 .I 50-Pfennigüücke, 35,717,922 «FH 80 ,:Z 20:Pfennigsiücke; an Nickelmünzen: 23,502,530 ,o“ 70 H 10: Pfennigstücke, 11,657,813 „M 75 H 5: fennig- tücke; an Kupfermünzen: 6,213,207' «44 44“ H 2- fennig- tücke , 3,382,722 „M 83 -e5 1-P1ennigstiicke. Gesammiaus- prägung an Goldmünzen: 1,514,818 780 „15; an Silber- münzen: 409349190721 30 H; an Nickeémünzen: 35,160,344«ké 45 J; an Kupfermünzen: 9,595,930 „FH 27 €z.
_ Zur Ausführung des Regulativs des Königiichen Staats-Minisieriums vom 30. Juni d. J,. betreffend die ge- schäftliche Behaitdlung der Telegramme 111 Staats: drensiangelegenheiten (s. Nr. 201 d. Bl.), heit der Minister des Innern durch Cirkularerlaß vom 31. Juli 1). 3. Folgende?- bestimmt: „ _
1) Zu den einzeln stehenden Königlrchen Beamten, _für welche die Kontirung der TeleFraphirunch-gebühren mrt einer Ges ästserleichterun nicht ver unden sein “würde (§. 3 SaßL des egulativs) gehören insbesondere auch die Landgens- d'armerie-Ober-Wachtmeister und Gensd'armen. Dieselben werden daher die. Gehühren für ihre Telegramme in Tiensiangelegenheiten in ]edem ein elnen Falle zu entrichten haben, und zwar bei den ei Stele rgphen- ämtern durch Verwendung von Postfreimar en, er den Eisenbahn:Telegraphenstationen durch bgare Einzahlung. Die VezirkSregierungen und Landdrosteien sind veranlaßt worden, Zr diesem Behufe den Bestand an Postfreimarken, welcher den
ber=Wachtmeistern und Gensd'armen zur Frankrrung von Dienstbriefen überwiesen wird, angemessen zu erhöhen und denjenigen Ober-WaclzimeTstern und Gensd'armen welche mrch der örtlichen Lage es Stationsorts ihre Telegramme m Dienstsachen bei einer Eisenbahn-Telegraphenstation aufzu- geben haben, zur Bestreitung der TelegraphirungSgebühren einen entsprechenden haaren Geldbetrag überweisen zu la sen.
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2) Die Kosten der von Kommunalbehörden und"- mittelbaren Staatsbeamten in Staatsdienfisachen,“zéz
iusbesondere auch in dlizeisaZF; gbzusendenden Telegramme werden von den be enden emden bezw. Verbänden zu tragen sein. Den Gemeinden 2c. sollen jedoch die Kosten der von ihnen ab elassenen Telegramme, welche reine Staats- dienstangele en eiten betreffen, in denjenigen Fönen aus StaatSMitte n erstattet werden, für welche denselben nach der Bestimmung unter Ziffer 3 der Cirkular- verfügung des Ministers des Innern vom 20. Dezem- ber 1869, betreffend .d]? Aufhebung der Portofreiheiten in StaatHd,ietxstsache11,"die Nichtfrankirung ihrer Postsendungen an K_dmgltche Behorden zu_ e_standen worden ist, insbesondere also m Wahl: und m _fiati ischen Angelegenheiten.
„Dabei)st den' Regierungen mitgetheilt worden, daß der Justiz:Mmister die Justizbehörden durch eine Cirkularver: fügrrnß vom 5. Juli d. J. angewiesen hat, den (nicht zu den König rchen Behörden gehörenden) Polizei- und anderen Be-
örden _ soweit denselben die Nichtfrankirung ihrer dienst: ichen Postsendungen an Justizbehörden nach clasfen worden ist _, auch ihre Auslagen fiir die einen solZen Briefverkehr vertretenden Telegramme zu erstatten.
_ Nach einem Spezialerlas; des Evangelischen Ober: Kirche nraths vom 26.J1mid.J., ist die zur demnächstigen Dis: position der Provinziaxsynode einzusammelnde Kirchen: und Zauskollekte fiir die bedürftigen Gemeinden der
rovinz Seitens des Konsistoriums nicht aber von dem Vorstande der Provinzialsynodc auIzufchreibeu.
_Jn Beziehung auf das Nachbe ugSrecht des Inhabers von „rückständigejr Eisenbahn: tamm-Prioritäts- Diridendenscheinen hqt dgs ReichS-Ober-Handels-
e_richt, ]. Senat, kürzlich, folgende Entscheidung gefällt: , 1cht dre Aktie, quidern der Dividendenschein des Ausfalls- ]ahres rst der Trager des entsprechenden NachbezugSrechts. Dieses Recht exitsteht erst dann, wenn ein jüngeres Betriebs- jahr einen ReinertragS-Ueberschuß ergiebt, wenn also nach Abzug des den Dimdendenscheinen des Ertra sjahres zustehen- den Prozentbetrages, noch Reingewinn b eibt. Sind die Stamm-PrioritätS=Dividenden aus mehreren friiheren Betriebs: jahren ganz oder WUlWYYL riirkständig geblieben, so ist zu: nächst das älteste Ausfaüja r und nach dessen voÜständiger Erledi- dignng der Reihe nack) die jüngeren Ausfalljahre zu be- rücksichtigen.
_ Ein Notar, welcher Verhandlungen aufnimmt, die Seitenß der betheiligten Glc'izibiger eine unmoralische Aus- beutung der Noth und Unwiiienheit der Schuldner enthalten, verletzt, nach einem Erkeixntniß des Ober-Tribunal-Z vom 15. Juni d. Z., die Pflichten der Ehre und des Anstandes, wenn der Inhalt der Verhandlungen auch nicht gegen ein ausdrückliches Verbothgeseß verstößt. Bei verwickelten, anffäl: lige Verpflichtungen der Schuldner enthaltenden Geschäften ist die erforderliche Belehrung der Interessenten ausdrücklich in dem Akte zu erwähnen. '
_ Se. Königliche Hoheit der PrinzAu ust vou Württemberg, GeneralOberst von der Kara erie und kommandirendxr Geiieral des Garde-Corps, ist gestern Abend zu den Manövern dcs 1'111.Armee-Corps nach dem Rhein abgereist; ebenso der General-“Lieutenant vanannenberg, Commandeur der 2. Garde-Jnfanterie-Dimsion. -
_ Der Direktor des Königlich preußischen statistischen Bureach, Geleimer Ober=Regierungs-Nath 01“. Engel, hat sich am 6. d. ?. zum Besuche des volkswirthsckwftlichen Kon- gresses nach Graz begeben und wird in etwa 2 bis 3 Wochen hierher zurückkehren.
_ Die in der heutigen Börsen-Beilage abgedruckte tabellarische Uebersicht dcr Wochen-Ausweise der deuts en Zettelba'nken, vom 31. August d. J., schließt mit fo genden summarischen Daten ab: Der Kassenbestand betrug 675,328,000 «75, d. h. der Vorwoche gegenüber weniger“ 15,748,000 „M; der Wechselbestand in Höhe von 598074000016 weist eine Zunahme von 11,348,000 „% und die Lombard- forderungen weisen mit 79,988,000 „15 eine solche um 5,991,000 «M nach; ferner hat, der Notenumlauf bei einem Betrage von 877,660,000 5/15 sich um 30,422,0_00 «FH. erhöht, während die sonstigen täglich fähigen Verbmdlrchkeiten sich um 25,554,000 „% auf 164,806,000 „716 vermindert haben; die an eine Kündigungsfrist gebundenen Verbindlichkeiten er- scheinen mit 71,866,000 «16 um 26,000 «FQ größer, als in der Vorwoche.
Essen, 5. September. Der OhewVürgermeister Hache machtFolgendesbekannt: „Se. Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst geruht, Über den Allerhöchsiihnen in Essen bereiteten „schönen und herzlichen“ „Empfang Seine Freude und Seinen Dank wiederholt gegen mrch auSzusprechem und mir den Auftrag ertheilt, Hiervon der Bürgerschafr Kunde zu geben. Indem diesen Aller öchsten Auftra ich hierdurch erfülle, Lüge ich hinzu, daß Se. Majestät A erhöchstsich be- sonders efriedit dariiber geäußert, haben, daß der Schul: jugend Gelegen eit gegeben worden ist, sich an der feierlichen
' Begrüßung zn betheiligen.“
Sachsen-Meiningen-Hildburghauseu. M e i n i n g e n , 6. September. ?Th. C.) Der Landtgg des Herzogthums tritt, wie die Lo alblätter melden, um die Mitte nachsten Mo- nats zusammen. _ Ja den leßten Tagen ist hier eine neue Realschule, in Hildburghau etz eit] neues Gymnasium in Anwesenheit des Herzogs festlich emgeweiht worden.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 6. September. Wie das „Fremdenhl.“ aus Ragusa, meldet, haben im Bezirke von Sign (Sinj) die Türken am 3. d. M. vier Stunde11_ von Kadinaluka entfernt, abermals die öfter : reichische Grenze verleßt, indem sie eine Hütteiiber- fielen und aueraubten. Von 20 Bezirks-Jnsaffen vertrieben„ hatten sie einen Todten und mehrere Verwundete. nnsbruck, 6. September. In der gestrigen Gemeinde- rathsißunkaurde beschlossen, am 29. September, an welchem. Tage der udolphS=Brunnen enthüllt werden wird, die Er- innerung an die fünfhundertjährige Vereinigung Tirols mit Oesterreich in Yesilichch Weise zu begehen. Aus diesem Anlaffe soll auch die“ tadt !)efla gt werden. Pest, 6. September. Der Bankaus chuß des Ab- geordnetenhaitscs verhandelte in der heutigen Abendsißung iiber den Gesetzentwurf betreffs der Errichtung und das Pr_1v1- legium einer österreichisch-ungariWen Bankgeiell-
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schaft. :. 1 des Entwurfes wurde mit der Aenderung an-
nommen, daß es statt: „beide Theilef“, „beide Staaten der
onarchie“ zu heißen habe. §. 3,erh1elt folgende Faffmxg: ,Dcr Finanz-Minisier mird ermächtigt, das nachfolgende, eme ÉrgäanUg dieses (Hefe s bildende Uebereinkommen voir Seite des ungarischen Staates mit der österreichischer) privi- legirten Nationalbank abzuschließen und zu unterzeichnen.“ Hierauf wurden die Statuten der Bankgesellschaft verhandelt. §. 1 wurde Zhne sachliche Aenderung angenommen. In §. 2 wurde auf ntrag des Abg. Wahrmann auk-
esprochen, daß die beschlossenen Filialen längstens innerhalb .Lechs Monaten nach der Beschlußfassung errichtet werden. Die §§. 3_11 wurden unverändert angenommen. .
_ Der Finanzausschuß feste heute die Be: rat ung über die Spiritussteuervorlage Torr. Der Gexeßentwurf wurde zur Grundlage der Spezia behalte gn- genommen und die §§. 1 bis 24 ohne wesentliche Modifikation erledigt, so wie der Steuersaß von 10 Kreuzern acceptirt. Hinsichtlich der zu besteuernden AlkoZolaué-beute, für welche der Minister 5'/-_„ Abg.Wahrmam1 5 rade vorschlyg, wurde keine Einigung erzielt und die Befchlußfaffux7g hierüber bis nach Beendigung der Berathuna vertagt. _ | '
Agram, 6. September. Mimster Bedekovic ist h1er an ekommen, um an den Landtagsverhandlnngen Theil zu ne men. Das. Befinden des Vanus hat sich gebessert.
Schtveiz. Lugano, 6. September. (N. ürich. Ztg.) Ungeachtet der VorsteÜungen und Wünsche des undeSraths dauert die militärische Okkupation von Lugano fort.
Niederlande. Haag, 4. September. (Allg. Ztg.) Die niederländischen Truppen in Atschin sehen die Operationen ge en Samalangan fort. Bereits wurden, wie ein amt: li er Drahtbericht anzeigt, verschiedene wichti e feindliche Stellungen erobert und den Atschinefen crheb iche-Verluste beigebracht. Auf niederländischer Seite wurden dagegen 3 Offiziere und 19 Gemeine getödtet. Der Feind eröffnete Unterhandlungen Über seine Unterwerfung, die niederliin: dischen Truppen seßten aber nichtsdestoweniger ihre Operand: nen fort und errichteten selbst_Vertheidigungswerke,_ um s1ch dauernd in Samalangan festzu ehen. _ „Der Ausschuß aus der ehemaligen Trausvaals en Republik, welcher sich vor einigen Wochen einschiffte, um sowohl bei der britischen Re- gierung, als bei den iibrigen betheiligten Staaten Verwah- rung gegen die Einverleibung zu erheben. ist hier ams Eng: land eingetroffen. Derselbe besteht aus den erren Krüger und Jorissen. _ In der Kolonie Surinam it vor Kurzem die Schulpflicht eingeführt worden. _ Der niederländische Zuriftentag hat vor einigen Tagen sinen 8. Kongreß, und zwar in Leumarden abgehalten. _ Die Ausstellung fiir Kunstindustrie in Amsterdam wurde während der ersten sieben Wochen nach ihrer Eröffnung von 183,514 Per: sonen besucht.
Großbritannien und Irland. Indien. (E. C.) Ein aus MadraS am 5. d. M. abgesandtes Telegramm meldet, daß die Ernteaussichten sich ein wenig gebessert haben und in einigen Theilen Regen gefnlien ,ist. Die Preise der Lebensmittel sind noch im Steigen; die Noth im Allge: meinen nimmt noch zu und dürfte einige Monate hindurch anhalten.
Frankreich. Paris, 6. September. (Fr. C,H, Eine den Blättern mitgetheilte Note lautet: „Sn einer ge ern in der Rue LouiS-le-Grand abgehaltenen Ver ammlung von Se- natoren der Linken machte Herr Calmon im Namen der Frau T hiers die Anzeige, es sei nicht richtig, daß Frau Thiers die Mitwirkung der Regierung an der Bestattung des Herrn Thiers „mit Bereitwilligkeit“ angenommen hätte. Viel- mehr knüpftFrau Thiers an diese Mitwirkung die Bedingung, daß es ihr vollkommen frei stehe, die Einzelheiten der Leichen- feier zu regeln. Sie verlaugt, daß den 363 republikanischen Abgeordneten der lehren Kammer und den Senatoren ein hervorragender Plaß im Zuge, unmitéclbar nach der Familie, eingeräumt werde. Sie will ferner freie Hand behalten in der Bezeichnung der Männer, welche die Zipfel der; Leichenturhes iragen und auf dem Friedhof sprechen werden. Wenn diesen Forderungen nicht stattgegeben wird, so wird Frau Thiers die Mitwrrkung der Regierung unumwunden zuriick- weisen und das Leichenbegängniß auf eigene Kosten veranstalten. Die Senatoren der Linken haben die Herren Barthelemy SaintZHilaire, Calmon und Jules Favre beauftragt, sie bei Frau Thiers zu vertreten.“ _ Im Laufe des TaYs foi te nachstehende weitere Verlautbarung: „Die Herren arthe emy Saint-Hilaire, Caimon, Mignet und „Jules Farre haben gestern Abend dem Poli ei-Vräfckten Boism. die Bedingungen mitgetheilt, unter welchen rau Thiers die Mrthrkung der Regierung an dem Leichenbegängnisse dcs Herrn Thiere; annehmen wollte. Zn diesen Bedingungen gc- hörten die beiden fol enden: die Kosten der Feierlichkeit soksten Frau Thiere?» zur Laßt falien, Und sie aliein sollte die Ordnung des uges zu bestimmen haben. Die Regierung erachtete die er te dieser Bedingungen für unannehmbar, da sie nach alten Ueberlieferungen die Pflicht hätte, die Kosten für Be- rähmsse dieser Art selbst zu tragen. Ueberdies hielt sich die egierung nicht für berechtigt, auf die Beobachtung der Dekrete „z'u verichten, welche die Ordnung der Aufzüge bei allen offizielien zeierlichkeiten bestimmen. Sie beschloß dem- nach, fiir den Falh daß Frau Thiers von ihren Bedingun- LM, nichr ließe, sich an dem Leichendegängniffe des Hrn. Thierswicht zu betheiligen, “sondern dem Verewigten nur die nnlitäris en Ehren zu erweisen, auf welche er vermögc sxines Ranges 111 der Ehrenle ion und in einer Eigenschaft als ehe- maliger Präsident der 5 epublik ein echt hat. Nachdem Frau Thiers heute eröffnet hat, daß es ihr unmöglich sei, die bei- den oben erwähnten Bedingungen aufzugeben, hat der Mi- msterrath heute früh beschlossemdas Dekret vom 5. September, nach welchem das Leichenbegängniß des Herrn Thiers von Staatswegen erfolgen sollte, außer Kraft u sehen.“
_ 7“. September. (WTB) Dem cutigen Minister- rathe wohnten der Pariser Plahkommandant und der Polizei- präfekt bei; in demselben wurden die Maßregeln zur Au-frechterhqltung der Ordnung bei dem Leichen- begangrnffe'Thiers festgejteklt. Es soll keine laute feindliche Demoniiratwn geduldet und "sofort dagegen eingeschritten wer- den. Der Marschall Mac Mahon hat seine Abreise nach Bordeaux auf Sonntag Morgen fe tgeseßt. _ Das Leichen- degangniß Thiers' in der Kirche Notre:Dame de Lorette findet morgen Mittag statt. Die Ordnung des Leichenzuges ist von den Hinterbliebenen in der Weise geregelt wordcrx, daß auf die _Senatoren die früheren Deputirten, demnächst die Aka- dem1ker und dann die verschiedenen Delegationen folgen wer-
den. Auf dem Ki hofe werden mehrere Reden gehalten werden, namentlich Yrd Grévy sprechen. _ Die der Partei der Linken angehöriHen Journale appelliren an den Patrio- tiswus eines jeden ürgers und fordern Vir Erhaltun?3 der Ruhe und Ordnung auf. Seitens der ehörden sin für alie c',“älle Vorfichkswaßregeln getroffen worden. Obschon man im [lgemeinen annimmt, daß die Feier ohne störenden Zwischenfall vorübergehen werde.
Italien. Rom, 3. September. Der Ackerbau: und Handels:Minister Majorana hat den Komthur Corienti, Groß- kanzler des Mauritius: und LazaruS-Ordens, ersucht, dem am 5. Oktober in Rom stattfindenden internationalen statistischen Kongresse von Eisenbahnbevollmäch- tigten zu präsidiren. _ Der Kronprinz, dessen Gemahlin aus der Schweiz nach Monza zurückgekehrt ist, wrrd dieser Tage den zwischen Nivalta und Treppo anbefohlenen Ka- vallerieübungen beiwohnen. _ Der „Pungolo“ von Neapel berichtet, daß die dortige Polizei vorgestern auch auf dem Fischmarkte 55 Camorristen verhaftet und, mit Hand- schellen geschlossen, nach dem Gefängnis; abgeführt hat.
Türkei. Konstantinopel, 7. September. (W.T.B.) Die Regierung hat mit der Banque ottomane ein An: leibeaeschäft iiber 2 Millionen Pfund Sterl. nomincü ab: geschlossen. Die Anleihe ist zur Rückzahlung einiger von Bankiers in Galater geleisteten Vorschüsfe, sowie zur Bezah- lung der in Amerika angekauften Gewehre und Munition und zur Garantirung des cirkulirenden Papiergeldes bestimmt. *
_ Aus Konstantinopel, 6. September, wird dem W. „Fremdcnblatt“ gemeldet: Jm erbste solLen hier, wie in bulgarischen Kreisen verlautet, ämmtliche bulgarischen Bischöfe des Reiches unter dem Vorsiße des Exarchen zu einer Synode zuiammentreten, um über wichtige Angelegen: heiten ihrer Kirche Berathungen zu pflegen. Jm Phanar er: wartet man sogar *"chon, daß durch diese Kirchenversammlung die bulgarische Kirche der griechischen wieder näher gebracht werden dürfte.
_ (W. T. B.) Aus Serajewo wird dem „R. W. Tagebl.“ unterm 8. gemeldet: Die Aushebung der bOSnischen Mustehafiz geht ohne alke Störung bor sich, dieselben werden hier einexerzirt und dann an die serbische Grenze beordert.
Belgrad, 8. September. Dem „N. W. Tageblatt“ wird von hier telegraphirt: Gestern empfing der Fürst zwei kaufmännische Drputationen, von denen die eine für, die andere gegen die Verlängerung des Moraioriums petitionirte. Dieselben wurden dahin beschieden, daß daS Moratorium in Bezug auf Zahlungen an ausländische Gläubiger aufgehoben bleibe, für die Distrikte an der türkischen Grenze aber verlängert werden soÜe. Der Fürst erklärte- dabei auf eine an ihn gerichtete Frage, das; der rieg im Bereich der Möglichkeit liege. _
_ (W. T. B.) Nach in Pest unterm 7. eingetroffenen Nachrichten hat Fürst Mila 11 von Serbien die Ein. [) e ru f U :] g der Miliztruppen zum 15. d. angeordnet. Die Türken ziehen an der serbischen Grenze irreguläre Truppen zusammen und errichten auf dem linken Ufer der Drina Befestigungen
Rumänien. Bukarest, 7. September. (W. T. B.) Der „Polit. Korresp.“ wird von hier gemeldet: Von heute ab ist der Frachtverkehr auf aÜen rumänischen Bahnen vokl: ständig eingestellt.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 6. Sep- tember. Durch Kaiserliches Dekret vom 7./19. August ist der Kollegien-Nath Alexander Persiani zum diplomati- schedn Agenten und Generalkonsul in Serbien ernannt wor en.
Schweden und Nortoegen. Stockholm, 3. Sep- tember. (H. C.) Es ist seiner Zeit drichtet worden, daß von Seiten der Regierungen der drei skandinavischen Reiche eine Kommission niedergese t worden sei, um den Entwurf eines zzemeinschaftli )en skandinavischen Wechselgefeßes aUSzugrheiten. Die Kommission, weiche im vorigen Jahre itt hiesiger Stadt zusammentrat, wählte einen aus drei Mitgliedern (ein Mitglied aus jedem der drei Länder) bestehenden Nedaktionsauslxchuß, welcher nunmehr, wie gemeldet wird, seine Arbeiten eendet hat. Die Grund: lage des skandinavischen Wechseigeseßes soll das deutsche chhselgesejz bilden.
Christiania, 1. September. (H. C.) Die vom leYZten Storthmg medergeseßte Kommission, welche das staat iche Steuerwesen untersuchen und Vorschläge zur Reform des- selben machen soll, hielt heute ihre erste Srßung. Zum Vor- sißenden der Kommisyion wurde einstimmig der Storthings- Präsrdent Sverdrup, Führer der oppositionellen Storthings- majorität, erwählt. Derselbe soÜ der Kommission einen von ihm ausgearbeiteten Entwurf zu einem Einkommensteuergeseß vorgelegt haben, welcher als Manuskript gedruckt werden soll. Es heißt, daß das J7irtan?:MinisteriYm die Herren Professor Geiz und Konsul Tho. Jo ). Heftye ersucht hat, zusammen mit dem ExpeditionS=Sekretär Rygh den vom Ministerium aue“;- Jehenden, die Erweiterung der Stempelsteuer bezweckenden Iorfchlag in erneute Erwägung zu ziehen.
Dänemark. K o p e n h a g e n , 4. September. Die K ö_ : n i gi 11 wird, der „BerlTid.“ zufolge, in den ersten Tagen der näch- sten Woche von ihrer Reise nach Numpenheim zurückerwarter. _ Die vor einigen Monaten zwixchen der v er ein te n Li n k en unfd iéeisit S ocialisten geschlossene Allianz ist bereits wieder an ge 0 .
Amerika. (21. A..C.) Aus Mittelamerika lie en, via Havanna vom 14. August, die folgenden Nachri ten vor: 'Die .Grenzstreitigkeiten zwischen Guatemala Und Mexiko smd geschlichtet. _ In San Domingo wurde der General CreeZpo, der Führer der Bewegun zu Gunsten des friileren Präsidenten Gonzales, verhaftet. FOamit hat die ganze ewegung ein Ende. Dagegen haben sich an der nordwestliéhen Grenze die Anhänger Luparons erhoben.
. Südamerika. (A. A. C.) Jn Venezue er hat man eine Verschwörung entdeckt, welche die Ermordung des Prä- srdenten Alcantara bezweckte. Der Rädclsführer, General Pulgar, ist verhaftet worden. '
Aus Buenos Ayrcs wird unterm 1. d. M. berichtet: Große Uebers wemmnngen sind in der fiidlichen Provinz ein- getreten, dur wel e eine ungeheure Anzahl von Rindvieh und Schafen ertran en. Die roße Südbahn litt ebenfalXS, YUdchthr Verkehr wurde an fim? verschiedenen Punkten unter- ro en.
Jn Peru herrscht nach den letzten von dort eingelaufe- nen Berichten vollständige Ruhe.
Afrika. EgZpten. Ylexandria, 7. tember. (W. T. V. Der hedive „ist nach Kairo zurückge ehrt. _ Der Was erstand des Nil bei Kairo ist fortgeseßt ein niedri er. Am oberen Nil soll der Wasserstand den mittleren Durch chnitt erreicht haben, und es würde demnach zu hoffen sein, daß auch der untere Nil die Normal öhe erlangt; es wird jedoch die Befürchiung laut, daß die Ni überschwemmung zu einer Zeit eintreten könnte, die nicht geeignet sei, die Mais: ernte noch zu sichern. ,
Capstadt, 14. August. (Bureau Reuter.) Das Cap- Pgrlament wurde am 8. d. M. vertagt. Der Gouverneur, Sir Battle Frere, bezeichnete in seiner Schlußrede die Annexion von Transvaal als ein wichtiges Ereigniß, welches von der großen Mehrheit der Bevölkerung als ein Schritt begrüßt worden, _der dazu angethan sei, den Frieden, die Sicherheit und Wohlfahrt nicht allein der Bevölkerung von TranSvaal, sondern auch Südafrikas im Ackgemeinen zu för- dern. Ferner bemerkte derselbe, daß die Frage der Vereini: gu_ng Südafrikas nicht in Erwägung gezogen worden, weil es für räthlich erachtet worden sei, die Ansichten des Stadtssekretärs für die Kolonien iiber den Erlaß vom 15. März, s9w1e auch die Annahme des Entwurfes, bezüglich der Bildung eines südafrikanischen Bundes, Seitens des Reichsparlaments abzuwarten. Der Gouverneur begiebt sich in wenigen Tagen nach der Algoa=Bai zur Inspektion der östlichen Provinzen und der Grenze.
Der rusfifch-tiirkische Krieg.
Nach einer Depesche der „Pol. Korr.“ aus Belgrad vom 7. hat Minister Risiics auf neuerliche, vom englischen Konsul White gegen die serbischen Kriegsvorberei: tungen erhobene Vorsteüungen erklärt, Serbien müsse sich aus Opportunitätsgründen und im eigenen Interesse für alle Eventualitäten vorbereiten. Der Oheim des Fürsten Milan, der rumänische Oberst Cantargiu, hat zwar keine förmliche Konvention, aber doch bestimmte Abmachungen iiber ein even- tuelles, mit den Operationen der rumänischen Armee zu kom- binirendes _Vor ehen der serbischen Armee vereinbart. _ Fürst Zeretlefi tri t morgen aus Bukarest wieder hier ein.
Europäischer Kriegsschauplatz.
St. Petersburg, 7. September. (W. T. V.) Offi- zielles Telegramm aus Gornji Studen vom 6. d. M.: Am 4. d_. M. versuchten die Türken einen Angriff von Mikre aus Lowtscha, dieselben wurden aber nach einem vierstündigen Scharmützel zirrückgewiescn. An demselben Ta e griffen die Türken mit geringen Sireitkräften au ) Waren bei Elena an, dieser Angriff wnrde ebenfails abgewiesen. _ Am 5. d. M. wnrde daS russische Corps bei Rusischuk auf der ganzen Linie von den Türken an- gegri en. Der Zaiwtangriff richtete sich gegen Kazlewo und blanowo. er erste Angriff der Türken auf Kazlewo wnrde von 15 Batailionen, 18 “Schwadronen und 23 Ge- schützen a11§geführt,_ im Laufe des Kampfes nahmen aber dTe türkischen Streitkräfte an Zah[ immer mehr zu. Unsere bei Kazlewo stehende Truppenabtheilimg zählte 5 BataiÜo-ie, 8 Schwadronen und Zubehör an Artillerie und hielt sich standhaft, _war aber nach sechsstiindigem, hart: näckigem Kampie nnter großen Verlusten zum Rück: zug auf Osiriza gezwungen. Unsere bei Oblanowo stehende Truppenabtheilung wurde gleichfalls von einer großen Truvpemnacht angegriffen, wie?- aber alle An- griffe des FeindeS zuriick und behauptete ihre Positionen. Auf den beiden Flügeln unserer Rusischuker Vertheidigungslinie gingen dre Türken gegen Kadikoi und Popkioi zur Offen- sive über; es irt noch nicht bekannt, ob damit ein ernstlicher Angriff oder nur eine Demonstration beabsichtigt war. _ Jm Balkan herrscht voliständige Niihe. Suleiman Pascha i1t _m_it der Organistrung seiner Armee hei Kasanlik be- schä1t1gt._Unser Verlust bei der Einnahme von Lowtscha beträgt 1000 Mann to*t oder verwundet, der Verlust der Türken ist groß, auch haben dieselben 100 Mann an Ge- fangenen verloren.
Bukarest, 7. September. (W. T. B.) Die Beschie- ßung Rusts'chukß, die gestern Vormittag 10 Uhr eingestellt worden war wurde gestern Nachmittag von 3-7 Uhr fort- gesetzt. ,Die Türken erwidern das Feuer durch die Beschießung von Giurgewo, wo ihr Feuer ziemlichen Schaden anrichtet. Heute begann das Feuer Vormittags 9 Uhr und ist seitdem fortgeseht worden.
__ . T. B.) Aus oem türkischen auptquartier Cace_l]ewo, 5. c„, Abends, wird dem „R. . Tagebl.“ geweldet:„Der eutrge Kampf dauerte von 10 Uhr Vor- mittags bis 6 U r Abends. Mehemed Ali Pascha traf Um 4 Uhr NachmittggS in dem erstürmten Cace[jewo ein.
Konsiantrnopel, 7. September. (W. T. V.) Es sind Gerüchte über einen neuen Kampf, der heute zwi1cken OS- man Paßrha und .dem russischen Corps bei Plewna stattgefun en habe, im Uiiiiauf. Ueber das Resultat desselben ist nichts, bekannt; aiich ist sonst keinerlei offizielle Depesche veröffenilrcht.
Wien, 8. September. (W. T B.) Telegramm der „Presse“ aus Jasiy,(Über Jhkany): Der Durchzug der ruf „ir s chen G a rd e n ist in vollem Gange. Die Garde-Kavallerie übers reitet den Pruth bei Skuleni und ert ihren Marsch ohne, enußung der Etsenba n for?. Die In anterie und Ar- tilXerie wird größtentheils mit der Bahn befördert. Der Kom- mandeitr der Garde-Kavallerie, General Gurko, ist gestern hier eingetroffen.
London, 8. September. (W. T. B.) Der „Daily News“ wrrd über die Einnahme von Lowtscha durch die Russen am 8. d. [zus Gornji Studen, den 4. d., Folgendes Femeldet: Die Muffen, in einer Stärke von 22,000 Mann,
estehend, aus der 2. Division der Schüßen-Brigc-de aus Ga- browa, emer Bri ade der 3. Division, einer Brixfzade der un- ter dem Oberbefehl des Generals Skobeleff stehenden Kosaken, siegten gestern über die 7000 Mann starke Bejahung von Lowts a. Skobeleff _hatte am Abend vorher eine Position im Nordoien von Lowtjcha ersiürmt, wodurch der Plaß unhalt- bar wurde. Während der Nacht zogen sich die Türken auf die hinter der Stadt gelegenen Anhöhen zuriick und er- wartetenden Angriff, welcher bei Anbruch des Tages von der russischen Artillerie erö net wurde. Der Angriff der Russen wurde so geleitet, da die Artillerie derselben cine Posttion einnahm, durch welche die von den Türken beseßte Hügelkette um ingelt und der, Rückzug der Türken nach Dem alkan „iiber »]“dxan abgeschmtten wurde. Die Türken leisteten hartnäckigen Widerstand und wurden erst nach hartem