1877 / 214 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 12 Sep 1877 18:00:01 GMT) scan diff

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_ 11. September. (W. T. V.) Der hiefige „Erz- bischof, Gregor von Scherr, ist heute Mittag mit den Sterbesakramenten versehen worden.

Sachsen. Dresden , 12. Sevtxmber. (W. T. V.) Die verwittwete Königin Maria ist an der Lu_ngen: ent ündung erkrankt. Das heute ausgegebene Bulletin be- zei net den Zustand derselben als Besorgmß erregend.

_ ür den am 12. und 13. Oktober d. J. hier tagenden s äch is en Gemeindetag ist folgende TageSordnung fest: gefte t worden: 1) Verfälschung der Nahrungs: und, Genuß: mittel: Ober-Bürgermeister l)r. André aus Chemmß, Kdr- referent Bürgermeistcr Kuhn, Frankenberg; 2) Vorschlage ur Abänderung des Unterstüßungswohnsiß-Seseßes: ofrath

ckermann, Dresden, und 3) Angelegenheiten der ckéaxik-

konzessionen: Bürgermeister Ludwig:Woli aus Großexiham, Korreferent Vize :Bürgermeister a. D. 01“. Stephani aus Leipzig.

Heffen. Der G r of;- kerzog wird am 11. und 12. ds. den Manövern der hes: ischen Division beiwohnen.

Darm | a d t , 10. September.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 10. September. Die Kaiserin ist heute Morgens von Ischl in Wien angekommen und Nachmittags nach Gödöllö ab ereisi. - .

_ Der AUSgleichS-Allss hielt heute Vormittags abermals eine mehrstündige Sißung, in welcher die Verhand- lung des Vranntweinsteuergeseßcs fortgesth wurde. Die" Be- rathung gedieh bis §. 81, und es wurden mehrfache Abando- rungen der Vorlage Seitens des Ausschusses „beschlossen. Mor- gen hält das Abgeordnetenhaus eine Plenarsißunß. ,

Kaschau, 11. September. (W. T. B.). 2121 der heuti- gen Hoftafel nahmen Prinz Leopold, sowre dre; Crzhcrz'r'ge

ohann und Albrecht und sämmtliche fremden Offiziere Theil.

er russische Militärattachéz, Oberst v. Feldmann, zur Rechten des KaisorH Franz osef. Der Kaiser rachte folgenden Toast aus: „Ich trin auf. das Wahlwei- nes theuern Frermdeé: und Alliirten, S1“._Ma]estiit des Kai- sers Alexander 1]. von Rußland, dersen Namenstag wir eute feiern!“ _ worauf die Musik die russische National- ymne intonirte.

Pest, 10. September. Der BankauxZsehuß des Ab- geordnetenhauses beendigte in der heute Vormittag?- nbgehal: tenen Si ung die Verathung des Bankstatutcs nnd verhan- delte Na mittags das Uebereinkommeu zwischen den beider- seitigen Regierungen und der Nationalbank.

_ Das Abgeordnetenhaus soll am 15. seine erste Sißung nach srinen Sommerferien halten. Wie die „Bud. Korr.“ erfahren haben wil], wird dasselbe ohne Särimen in die Verhandlung der Arisglcichsvorlagen eingehen, und zwar in der Reihenfolge, in welcher die ver: schiedenen Ausschußberichte unterbreitet werden. Bis Mitte September würden voraussichtlich die Kommissionsberichte iiber die Spiritussieuer: und Bankgeseßentwiirfe fertig sein. Gleich:

eitig werde der ZollauS chuß die Verhandlung des Entwurfs bes österreichisch-ungaris en Zvi]: und Handelsdiindniffes nnd der Xitianzansschuß die Verhandlung des am 15. September im Reichstage zur UnterbreitunZ3 gelangenden _Zuckersteuer- Gefeßentwurfes beginnen. Der ericht des Justizausschuffrs über den Strafgeseßentwurf werde zwar bei der Wie: deraufnahme der Verhandlungen dem Reichstage vorgelegt werden, dürfte aber nur in dem Falle, als in den Verband- Lungen der AUZglcichsfragen der einen oder anderen Ursache.», halber eine Pause eintreten sollte, zur Verhandlung gelangen.

_ 11. September. („W. T. B.) Nach einer Mel- dung des „Vester Lloyd“ wird sich der ungarische Finanz- Minister Ende der Woche nach Wien begeben, um den be: vorstehenden Termin für die Emission der ungarischen G o ldr en te festzustellen.

Agram, 10. September. Die in der Grenzfrage ent: sendete Kommission hat gestern Abends im Klub ihren Be- richt Erstattet. Wie die „A?)ramer Zeitung“ meldet, wurde der Antrag, wegen Einyerlei ung der Grenze eine Adresse dem Kais er zu unterbreiten, einstimmig angenommen. _ Der Regierungsvertreter Schivkovics erklärte, dem An- trage beizustimmen, nachdem die Grenzfrage gelegentlick) der ArrsgleichSLrneuerung ohnehin aufs Tapet kommen müsse.

Schwei . L u g a n o , 9. September. (N. Zürch. Ztg.) Gestern Nachmittag ?ind zwei Compagnien nach Bellenz ab- marschirt, wo .sie heute Morgen entlassen wurden. Eine Com- pagnie bleibt in Lugano, wahrscheinlich um die 12,000 Fr. einzukassiren.

- Frankreich. Paris 10. September. Das „Journal officiel“ meldet: „. m Gefolge des Marschall-Priisrdenten (auf der Reise 11a Bordeaux?) befinden sich der Minister des Innern, Herr v. Fourtou, er Finanz-Minisier Caillaux, General _Broye als Adjutant, Vicomte v. Harcourt, Sekretär der Präsidentschaft, und die OrdonnarYoffiziere Oberst de la Morelle, auptmanii de Gontaut und icomte de la Panortse. Um 12 U r 40 Minuten fuhr der Zug in den Bahnhof von Tours ein, wo der Marschall die Vegrüßungen des Prä- fekten des Departements Jndre:et-Loire, des General- Sekretärs der räfektur und des Generals du Varrail, Ober - Befehlsha ers des !A. Armee : Corps , ent egen- nahm. Um 5 Uhr langte er ui Coutras an. Hier emp "ngen ihn der erzog Decazes, Munster des Aeußeren, der Prii- ekt der ironde, der General Rochebouöt, Ober-Befehchhaber es W711]. Armee-Corps, mit seinem Generalstabe, die Maires von Libourne und Castillon. Der Mqrschaii stieg _in einen bereit gebaltenen Wagen Undfuhr rnit feinem Gefolge nach dem S La Grave. Die aus drr ganzen Umgegend erbeigetrömte Bevölkerung begrüßte „ihn an, diescr

a rt mit freudigem Zuruf. Der rasident dimrte aus S loß La Grave. Abends fand daselb em großer Empfang statt und wurde ein glänzendes Feuerwerk abgebrannt.“

Aus Bordeaux wird unter dem Jungen Datum xelegrap irt: Der Marschall hat Schloß La rave um 7 Uhr in Be eitung der Herren von Fourtou, Herzog Decazeß, Generä e von Rochebouöt, Lourdes, Archinaz du Queslm und du Tracy, räfekten der Gironde verlaffen. Jm Vorbei ehen besichtigte er die Arbeiten der e von Cub“ac, bestie 'odann den Dampfer,La France“, ua 111 an Bord deißsel ben em Frühstück em und [,andete um 11Z hr vor den Docks, denen sr emen Besu abstattete, um sich dann nochmals einzu- schiffen und Um 1 U r „seinen Einzug in Bordeaux zu halten. 21 Kanonenschirffe begrüßten'seine Ankunft; auf der Place des Q.mnconces waren die Behörden zu seinem Empfange ver-

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sammclr Im Laufe des Nachmitta s nahm der Marschall auf diesem Plave eine Revue über dare Truppen ab welche aus Anlaß der großen Manöver in der Nähe von Sordeaux zusammengezogen worden waren, besuchte Kasernen und Kirchen und soll nach dem Diner, das auf der Präfektur statt- findet, noch einer Galavorstellung im Theater beiwohnen.

_ (Fr. C.) Eine Generalrathswabl , welche ZFUW im Canton Voiteur (Jura) stattfand, fiel mit einer

ajorität von 300 Stimmen zu Gunsten des republikani- schen Kandidaten aus,

_ (Cöln.Ztg.) Laut der „Liberté“ wird das Dekret ur Einberufung der Wähler a::i 22. September er: ?cheinen. _ Der geweseneDeputirtc Saillard, einer der 363, wurde wegen Beleidigung des Ministers des Innern auf Donnerstag vor das Gericht von Provins geladen.

_ 11. September. (W. T. B.) Gambetta war in der wegen Beleidigung des Präsidenten u_nd Beschimpfung der Minister von dem Zuchtpolizeigericht aut h(ute gegen ihn anberaumten Verhandlung nicht erschienen. Sein Advokat Bcrtolaud hatte emeldet, er (Vertolaud) sei erkrankt und könne des alb 11th erscheinen. Der zweite Vercheidiger Gam- betta's, 21 on, beantradte, die Verhandlung zu vertagen, da er zu spät von der Erkrankung Bertolauds in Kenntnis; ge: seht worden sei. Der Gerichtshof lehnte den Antrag jedoch ab und verurtheilte Gamvetta in courumaciam zu drei: monatlichem Gefängniß und 2000 Frs. Geldbuße. _ Der Gerant des Journals „République fran9aise“, welcher, wie Gambetta, wegen Beleidi ung des Präsidenten und Be- schimpfung der Minister ange lagt war, ist heute ebenfalls zu 3 Monaten Gefängnis; und 2000 Frs. Geldbuße verurtheilt worden. _ Die „Républiaué iranrÜaijé" druckt heute einen Artielk ab, in welchem Gambetta gerühmt wird, weil er Grévy die offizielie “Führung der Partei überlasse. Dcr „Moniteur“ da: gegen wii] wissen, Grévy lehne (S ab, als Nachfolger Thiers' die Führung der Partei zu Übernehmen. Fast sämmtliche Abendblättcr wurden heute in ihren Vurcaux und bei den Zeitungsverkäufern wegen Vrröffentlichung der Verhand- lungen iiber den Prozeß (Hambetta konfiszirt.

_ 12. September. (W. T. B.) Die „République 'franqaise“ theilt mit, daß Gambetta gegen das gestcrn vom Zuchtpolizeigericht ge en ihn gefällte Urtheil Einipruch er- heben, und daß ihm éFein Vertheidiger,Allon, ein cntschirdcncr Anhänger der republikanischen Partei, bei der weiteren VSL“: handlung zur Seite stehen werdc.

Spanien. Cuba. (21.21. E.) Am 9. Augustist (Hrneral Prendergast, Stabschef der spanischen Armee auf Cnba, in Havana eingetroffen. _ Der Jusurgentenfiihrer Sancho Jimenez sol! bei S. Eßpiritu mit 200 seiner Leute auf ein Detache: ment von 30 spanischen Soldaten gestoßen sein und diefenieder- gemacht haben. _ Heftige Regengiiffe, die auf Havana und andern wcstindiscben nseln gefallen sind, haben sich fiir das Wachsihum des Zuckerrohrs, welches ]“th iiberall achge- zeichnet sieht, sehr förderlich erwiesen. Es ist jedoch zu früh, um mit Sicherheit eine vorzügliche Ernte voraUSzusagen.

Türkei. Als Nachtra zu den Greueln von Ka- varna schreibt man der „Pol. drr.“ ausVarna,28. August:

„Nack; und nach kommen Dinge an das Tageslicht, die ganz darnach angethan sind, den schrecklichen Verdacht u befestigen, daß das mörderische Attentat“,'auf Kavarna nur das ignax zum Be- ginne einer sizilianischen Vesper in einer ganzen Reihe von Ort- schaften gewesen ist, welche von einer ebenw friedlicbewals wohl- habenden christlichen EiUWOhnerschaft bevölkert waren. Es ist geradezu graueaxbaft, was jetzt durch die Erhebungen der 'dwersen Konsu- late konstatirt Wird und selbst sonst der_n türkischen Gou- vernement treucrgebrne Stimmen laffcn zich Ay xfichtI der Ergebnisse der neuesten Erhebungen über_ die Befa tgung des Pfortenrcgimes christliche Völker zu adniimsiriren, höchst skeptisch vernehmen. Um aber jedem Scheine einer bcfangenen Bruribeckung zu begegnen, mögen hier die trockenen Daten syrecbrn, wie sie eben erst jth theils amtlich, iheils auf Grund unanfechtbiirer Zeugenver- nehmungen festgesteklt werden kounten. In dem griechischen Ddrfe (Suizuk, welcher; früher 280 Häuser batt-c, wurden durch die Tscherkejien 150 Häuser und die Kirche niederarbrannt und gegen 300 Verrohner ermordet; 30 Familien sind gänziich verschn»UUden und Wurdrn gls ausnerottet betrachtet. Die Leute, welche in diesem Dorfe iibrig-

blieben, hielten sici) außerhalb des Ortes verbdrqen und jva7ten sick) ,

erst des Nachis aus ihrem Versteck hervor, um sich etwas Nahrung zu verschaffen„ Das Dorf Samula, von 180 Familien bewohnt, drei Stunden von Kavarna entfernt, bekannt als guter Ja dort aithild- enten, wurde gleichfaÜs von den Tscherkeffen heimgesu, t. Dte _armrn Bewohner fiüchteten fich in die Sümpfe urid blieben drei Tage und Nächte dort ohne Nahrung. 40 bis 50 Frauen und Mädchen dieses Dorfes wurden von den ,Tscherkeffcn' ergriffen und in das Haus eines Türken, Hafus Isinail, urid eines Bulgaren Namens Ve [io ebracht. Beide smd wegen ihres ausstbweifenden Lebenswande s übe berüchti te Jndivrduen. Nkachderrz' die chlkerkeffen durch mehrere Tage ibrxn „üsten gefröhnt, ließen 119 diese Frauens- personen frei. In drn Weingärten der Umgegend oon Samula wur- den 100 weibliche Leichen gefunden. Die Tochter des vermögltchen

dortigen Jniaffen Theodor Romanoglou, ein hübsches achtzehnjäbrigcs -

Mädchen, gefiel einem Tfcherkeffen ganz besonders. Troß ihres Sirmi- beus zog er sie aufs Pferd und jagte mri ihr davon; seitdem ist sir verschollen. Einen gleichen Besuch statteteri die Tscherkeiien den beidenDör- fern Karamanii und Sarimisia, in der Nahe Samulaß, ab. Ersterer Pkt zählte 50 bulgarische Familien, der andere 42. Die Bewohner fluch- teten auf einrJnsel, Welche fich in einem daselbst befindlichen großen Sumpf befindet, wurden aber auch da von den "Tscherkessen aufge- spürt und zur Hälfte niedergemacbt; der Resi.“ flucbtetr alsdann _an den Meeresstrand, wo die armen Leute, von einem cnglxécben Dampfer aufgenommen wurdiri. Leider ereignete fich da er das Un- glück, das; eines der Boote, welche diese:" Flrzcbtlmge an Bord des Dampfers zu bringen hatten, so uberfull; war, daß er; rimschlug, wobei 40 Personen ertranren. Die Dörfer (Hiaurkofchu, Kargalii“, Karajaskjöj, Nazif, Paschg, Sutil- mis, Ucz-JeVenlik, Kariacha, Durangolat re., tbeiltrn' dasjelbe Schick- sal mit den früher genannten Ortschaften. Auch diese wurden von den Ti'cherkeffen theilweise niedergebrannt und viele Bewohner gr- tödtei". Das Korn, das Vieh u. a. 111. wurden als gute Beute nach Baltschik gebracht und verkauft. Die als Verkäufer auf- tretenden Tscberkeffen erklärten laut, daß fie vom Gouverne- ment ' die Erlaubnis; zu diesen Plünderungen erhalterr hätten, um die aufrühreriscben Bewohner zu bestrafen, und wer weiß, ob'sie nicht die Wahrheit pracben. Sie veranstalteten sogar öffeniltch: VcrstetÉrrun en, wo ie die gemachte Beute losschluqen. Die niexsten dreier „scher essen, die "früher wie Bettler zerlumpt einhergmgen, sind xeßt prächtig gekleidet und streifen an den ver- schiedenxn Orten stolz umher. . . . Der Kaimakam von Baltschlk, E chref Effendi, wurde seines ;P-stens enthoben und befindet ich derzeit in Untersuchung in Kon tantinopel. Wenn es durch den Gang der Unterfr: ung _ deren gerechte und strrrige Führung im Jntereffe der Türkei selbst gelegen wäre _ bestatigt werden sollte, was hier allgemein behau tet wird: daß diese Greml- thaten bei nur einiger Energie und pfli tmäßiger Ausfiihrung hätten Verhindert werden können, so müßte allerdings eine exemplarische Ve- strqxung dieses Kaimakams und des Muteffarif von Varna Plaiz grct en.“

morgen früh seine Reise nach dem großen Es wird eine dopvelte Linie von Redouten erbaut, rm anzen 44, von welchen Moak; mehr als die Hälfte_ fix und fertig dasteht. Die Auöriistung und Armirung ist bis aus Unbedcutendes gleichfalis voll- endet. Hervorgehoben zu w.rd€n verdient, das; für diese Vertheidi- gunaslinie ein ausgezeichnetes Geschüßnxaterial verwendet wird. Erst jim st kam der Rest von 5009Fkarinege1chüxzem ]2- bis 28-Centimeter Gu stablgeschüße, in Konstantinopel an, welche von Krupp bezogen wurden. Es ist demnach dtegröfzte Auswahl vorhanden. Ueberbaupt verfügt die türkische Kriegsverwaltnng über eine ungeheure Artillerie, etwa 2600 Geschütze.

„Fremdenbl.“ : Nord-Albanicns und der türkischen Spannung eingetreten, in Folge dessen der-Statthalter von Skutari den Angehörigen dieser Stämme den Eintritt in seine Stadt verscxgt hat. Als Ursache der Yannung giebt man an, daß diese Stämme die baldige -

Prenks, dcs Miriditenhäuplings, in sein Fürstenthum wünschen, wozu sich aber die Pforte erst nach Beendigung des jetzigen Krieges [)erdeilassen will. _ Bci Truppen zusainmengczo en, obwohl vollkommen ruhig ist. diese Vorsichtsmaßregelu nur Serbien, drssen Haltung noch immer in Konstantinopel Beforaniffe erregt.

_ Aus Vujuk-Tschekmedje, 29. August, wird der

„Pol. Korr.“ über die dortigen BefestigungSarbeiten geschrieben:

.Die Zurückdrängung der Russen übt unverkennbar einen gewissen

Einfluß auf dic_bier in Angriff genommenen Befestigungöarbeiten. Man arbeitet mcbt mehr mit jener Ueberstürzung, wie es noch Anfangs dieses Monats der Fall war, Bedächtigkeit, wie dies bei einigen Objekten u konstatiren ist, den Werken gut zu statten, Der hervorragendiz

türkischen Armee, Blum Pascha, war gestern vor seiner Abreise nach Schumla zum letzten Male hier. Da der Serdar-Ckrem der Donau- Armee,'Mchemed Ali _ st'cUte, ihm Blum as a zuzutbeilen, um ihm bei den demnächst be- Jmnenden großen

und kommt diese

te Genie-Offizier der

ascha, beim Seraskirrate die dringende Bitte perationen zu sekundiren, so mußte Blum Pascha

eine hiesigen Arbeiten einem Stellvertreter übergeben und tritt an tq*ariier an.

Auf der hier vorüberziebenden Bahn sieht man fort und fort

Militärziige und Lasttrains, welche alle möglichen Kriegövorräthe und Geschüße nach Adrianopel bringen.“

_ Aus Serajewo, 10. September, meldct das W. Zwischen mehreren kat olischen Stämmen egierung ist eine

iedereinscßung

, Pristina werden , , die Gegend daselbst 16 man ]edoch hier versichert, gelten

Vclgrad, 11. September. (W. T. B.) Dem „N. W.

Tagebl.“ wird von hier genmldet: Der Vräsckt von Turn- cherin ist angewiesen worden, Vorbereitungen für den Durchmarsch von 50,000 Mann Russrn zu treffen, welche auf serbischeS Territorimn übergehen sollen, während der Stab in Turn-Severin verbleibt. DieVelgrader Brigade marschirt übermorgen aus. _ Der Namenstag des Kaisers Alexand er Und dess Kronprinzen von Serbien wurde heute festlich be ungen. Der Metropolit betete fiir don Erfolg der russischen 2 affen.

_ (W. T. B.) 91110 Belgrad wird der „Pol. Korr.“

unterm 11. d. telrgraphirt, daß außer dem englischen Konsul keiner ,der Vertrrter der übrigen Großmächte irgend welcke Vorstellungen gegen die Rüstungen Serbiens gema t

habe. _ Es werdrn Bewegungen türkischer Truppen von

Mises) aus gegen die serbische Grenze signalisirt. _ Der Ab- marsch der im Lager bei Topschider befindlichen serbischen Truppen nach der Grenze ist verschoben worden.

Amerika. Washington, 8. September. (A. A. C.)

.Der Präsident Hayes hat seine Rundreise in den wrstlic'hen und südlichen Staaten begonnen und ist

estern in Marietta, Ohio, angekommen, wo er von einem xubliknm von 15,000 Prrsonen begrüßt Und in langem Auf- zuge durch die Stadt geleitet wurde. Der Präsident, begleitet von den Herren Devens nnd Key, hielt hierauf mehrere eindringliche Reden an eine AnzahlKrieg-Zveteranen, in Gr en- wart einer 30,000 Köpfe starken Versammlung, von we cher er mit enthusiastischem Jubel linüßt wurde.

_ 11. September. ( x. _T. B.) An Stelle Brigham Youngs ist der Präsident John Taylor zrm kirchlichen Oberhaupt der Mormonen ernannt worden. _JnKentucky treibcnje tdie„MoonshineMrn“, wie der Volkamrmd diese gesrßlo en Banden bezeichnet, ihr

Unwesen. Dieselben zählen oft gcgen 100 Mann Und haben *

in den Counties Adair Und Hardin wiederholt nächlliche An- griffe auf Marschälle und deren Gelrit gemacht. Die Bundes- behörden entfalten die größte Energie, um den verwe enen Banden das Hdandwerk zu legen. _ Die New- orker Central- un Hridson : River : Eisenbahngesell; schaften haben alle ihre Beamten entlassen, welche sich an den jüngsten Strikes betheiligten; andere Bahnen werden dasselbe Verfahren befolgen. .

Mexiko. (21. A. CH In ganz Mexiko herrscht Ruhe. Ueber Maßre eln dehu s befriedigender Schlichtung der Grsnzfrage LFchweden Verathungen. ,

Hayii. (A. A. C.) Der Friede soll wieder vollständig hergestellt worden sein. Präsident Canals Gesundheitßzuftand hat sich sehr gebessert.

Asien. China. Peking, 12.Juli. Nachdem die chirze- sischen Truppen in dem Kriege gegen Kajchgqr schon'im vorigen Jahre das jenseits der Grenze des eigentjlichxn China liegende Ururntsi wiedcrcrobert hattrn, haben Fre 11) diesem Jahre Tapan und Toksun cingendmmen, wo sich dre moha- medanischen Insurgentenchcss Pahm und Po-yen-hu festgeseßt u11d,zu verzweifeltem Widerstande entf [offen, auf unwegsamen Bergeshöhen neue Wälle Und Vers, anzungen au geworfen alten. Der im April d. J. vou dem chinesischen Ober: eldderrn - so-tsun :témg unternommcne Angriff gelang so ut, daß die neu erri teten Verschanzungen gänzl1ch von den ebellen ge- säubert wurden, während durch gleichzeitige und kombinirte Operationen den Truppen der Generale CÉang-yüé Und Hsü- ckan-piad die Wiedercroberung der beiden tädte von Turfan

elang. g Zn diesen Affairen, sind auf Seiten der Rebellen über zehn ausend Mann theils gefangen genommen worden, theils

im Kampffe geblieben, die Zahl derjenigen aber, welche ihre Unterwer ung angeboten haben und begnadigt worden smd, ist nach Zehntausenden zu bemessen. _

Das Hauptverdienst für diese Erfolge gebülrt Tw-tsung- täng, welchcm denn auch als Gnadendeweis ie Erlaubnis; zum Tragen der Pfauenfeder nit dem doppelten Auge er- theilt worden ist.

Der ruffisth-türkifche Krieg.

Bukarest, 11. September. (W. T. B.) Fürst Karl ?at aus _dem Hauptquartier Poradim am 8. d. fo gende Pro- lamation cm die Rumänier erlassen:

„Seitdem die Kammern den Krieg gegen die Türkei be lofi'eu Jeden, find drei Mopate vergangen, während welcher wir seibu der fensive zu verbleiben und uns auf die Vertbeidigung unserer Grenzen zu beschranken [achten, ungeachtet der Verwüstungen und der zunehmenden Grausamkeiten der Türken. Wir duldeten Alles, in der Hoffnung, der russische Krieg werde rasch enden, und in dem Glauben, unsere Maßtgung werde uns bei den Zriedenöbedingungen _ _ _ _ eitens der Groß-

Unglußltcherwetse verlangert sie!) der Krieg nimmt von Seiten der Türken einen _ Christen . t kriti1ch. Ru- _ . . " _ Wie schrecklich wäre die Situation,. wenn die Turken den Krieg diesseits der Grenze trügen! Unsere Pflicht erbetscbt, BemuhunZen zur Verhinderung so schreck- , , n Gefahr, durcb Passivität Alles

zu verlieren, was wir befixen, bbne Garantie, daß die Türkei einen _ , , _, efensw- und Offenfivkrieg machen würde, mu'ffen war wit der rus11schen Armee kooperiren, um das Ende des Krieges um jeden Preis zu be§chleunigem Die Aktion wird erheiscbt und wirtbsebaft- Selbsterhaltung. aus der bisherigen Defen- , _ Bevölkerung . . asiatischer Horden preis- ge_§1eben und der Vernichtungskrieg gegen alle (Christcn erklärt ist, hatten wir keizie Garantie, daß unser Loos .besier sein würde, als das der christlichen. Bevölkerung der Türkei: die siegreiche“ Türkei würde sich Rumamxns bemarbtigen. So lange die türkischen Festan- gen vorr Adokale bis Matschin unsere Städte bombardiren und den intcrnaiwnalen und lokalen Verkehr auf der Donau vernichten, so la'nge nicht eine buxnanitäre Verwaltung in Bulgarien eingeführt Wird und menschenwurdige Rechte für die Christen in der Türkei glauben, _ ' „_ ' Frieden ist, vor gegenwartigen und kun tigen Katastrophen. Ru- Standes der Dinge „_ , Sollen wir uns immer auf fremde c-)chultern [WM, niemaW auf die fortgeschrittene Kraft und auF unsere Lebeysfahtgkeit zahlen? Die Zeit ist gekommen, wo Ru- mzinien durch die Entjagung allerKlas1en und durch die Arme seiner Kmder Euroya den Verweis [i_cfern muß, daß es die zur Erfiliung unserer Mission an den Mündungen der Donau, zur Mitwirkung bei der Herstellung der Ordnung und Stabilität im Oriente erfor- L . , An_ der Seite der russiskbcn Fahne, aufkwi'lcher Emanzipation der chr1stlichen Völker des Orienté ge- schriebrn stebt, erheben wir die rumä ;iscbe Fahne, welche als Zeichen

einen ernsten Anspruch auf Berücksichtigung mächte gewähren. gegen Erwchrrten und hartnäckigen und fanatischen an; das Schicksal

Charakter geJen die mänien leidet durch den Krieg zuerst.

Rumäniens wird [)öch

licher Eventualitäten zu machen.

Unterschied zwischen dem

durch die Umstände, durch die nationalen l1chcn Interessen, durch das Gefühl der Kein Eroberungöruhm reißt uns ve. Nachdem aber Bulgarien

cn Grausamkeiten undisziplinirter

verwüstet, die

gesichcrt werden, so lange kann Rumänien nicht und hat auch kein Recht dazu, da es im bewahrt mänien muß zur Herstellung dieses

nach Ma gabe seiner Kräfte beitragen.

derliche ebensfäbigkeit besitzt.

trägt: Unabhängigkeit des rumänischen Staates!“

Wien, 12. September. (W. T. B.) Wie das „R. W. Tagrblatt“ wissen will, wäre eine für Serbien vortheilhaste russisch-serbische Kdnvention zu Stande grkommen; Serbien beFiehe monatlich 4 Millionen Francs Subsidicn-

und werde beim Friedensschluß auf einen Gebiets- .zuwachs fiir Serbien Bedacht nehmen und “,ichrre Serbirn namentlich den größten Theil von Altscrdien bis über Prisch: tina hinaus, sowie den Nischajer Kreis'bi-Z Sofia zu. Auf irgendwelchen Theil von Bo-Znien mache sich Serbien aber Die Aktion sol] am 20. d. M. beginnen, ' am 18. nach Alexinaß ab, ein Flügcl- dxutant des Kaisers von Rußland werde sich in seinrm Ge:

gelder, Nuß

keinerlei Hoffnun . * Ürst Milan reiße

folge befinden.

London, 12. September. (W. T. B.) Ein der „Times“ aus Athen vom 11. d. zugegangencs Telegramm erklärt die Gerüchte von Unterhandlungen über eine Allianz Griechenlands mit Rußland, nach welcher Ersteres der Türkei den Krieg erklären sollte, für unbegründet. Die - riechische Regierung habe indessen das von England auf An: rrchen der Pforte geforderte Versprechen, auch kiinfti hin auf einen Krieg zu verzichten, verweigert, da Ein sol es Ver:

sprechen dem Aufgeben der Unabhängigkcit Grieclwnlands glcichkommen würde,

Europäischer Kriegsschauplaß.

, St.Petersburg,12._Septcmder. (W.T.B.) Offi: “zislles Tclegramm aus Poradim vom 10. d., Morgens

10 "Uhr 40 Minuten. Gestern beschossen unsere Battsrien Plewna den ganzen Tag hindurch aus einer Etitfernung von ,600_700 “Faden. Am Morgen mackten die Türken einen kräftigen Ausfa gegen unseren linken lügel, wurden aber mit großem Verlust zyrückgewiesen. Die Rumänicr fiihrten eine kühiie Rekogndeirung gegen eine feindliche Redoute aus, die dabei cm heftiges Gewehrfeuer eröffnete, durch das kon: zentrirte. Feuer mehrerer unserer Batterien aber zum Schwei: en gebrachtwurde. Eine unssrrrBrlagerungsbatterien ist gestern

bend cm e1ne_ andere Stelle gerückt, um das befestigte türkische Lager zu beschießen. Eine starke Kanonade dauerte auch in der vergangenen Nackzt fort, heute früh 5 Uhr wurde dieselbe mri großer. Kraft erneuert. _ An den iibrigen Stellen des Kriegsschauplaßrs herrscht Ruhe. _ Bei der am 3. d. M. rriolgten Ers1iirmr1ng von Lowtscha sind von unseren Truppen zwei feindliche Fahnen, sowie viele Waffrn, Patronen und Munitionskaften er eutet worden; 2200 türkische Leichen wurden von uns beerdigt, außerdem ist noch eine große Zahl Türkcn von unserer Kavallerie bei der Verfolgung nieder: gemeißelt wordeii. Unser Verlust bei Lowtscha übersteigt nicht 1000 Mann.

„St. Petersburg, ].2. September. (W. T. V.) Of- fizielles Telegramm aus Poradim vom 11.d.,fr1'ih 5 Uhr 20Min. Gestern beschossen unsere Belagerungs: und

elddatterieri Plewna den ganzen Ta . Spät Abends be- the unser linker Flügel unter General kobeleff noch cine Anhöhe, von wel er es möglich ist, das befestigte Lager des

eindes Wid'dle tadt u beschießen. Der Feind leistete nur chwachen Widerstand. , uf der Straße von Sofia wurdcn berittene Tscherkessen„die aus Plewna herausgekommen waren, von "unjerer' Kavalirrie zurückgeschlagen. Unsere Verluste sind vorlanfig sehr gering.

WLL'U, 11. September. (W. T. B.) Ein Telegramm der „Polit. Korresp.“ aus, Brikarest von heute früh meldet: Bis znr Stunde haben die Nachrichten von der Erstürmrmg Plewxrnß durch "016 russische und rumänische Armee noch keine o1ftz1e11e Bestatigyng gefunden. _ Zwischen Slobozia und Ruxiscbuk hai ein'e he tige Kanonade siattgefnnden, an weicher ich auch cm türkis er Monitor betyeiligte, der vor Gmrgewo Anfstellung iiahm, dasselbe 191 Stunden bsschoß Und roßen SchadeÉi atnrithete. (W („

irn, 11. ep em er. . „:.. B. Tele ramm des ,N. W. Tageblatt“ aus Schumla von)gesterng: Die tür- kischen Offensivbewegrtngen sind vorläufi sistirt, dgs rechte Lomufer ist aber von den Russen volXZändig ge- räumt, und auf dem linken Ufer des Lom sind Ostrißa, Ablawa XM? Opaka im Beside der Türken. Bei Pollomarka finden. taglich Kanoxiadeu statt. Aus Plewna fehlen alle Iachßyhttcn, das türkische Hauptquartier ist deshalb sehr be:

iru ig.

_ Aus Konstantinopel, 10. September, wird dem W. „, remdenbl.“ gemeldet:_An derBefestigung des La ers von ent-Sagra, das in der Ebene zwischen Ma lJessi und dem Ba.kati liegt und unter dem ommanco chakir Paschas steht, mird soeben emsig gearbeitet. Diese Befestigun- gen, we_lche nur aus Erdverschanzungen bestehen, werden schon Ende. dieses Monats vollendet und dann im Stande sein, 20 bis 25,000 Mann aufzunehmen. mWeFten dieses Lagers, n_nd zwar _nahe der Straße nach asanli , werden wieder einige Bastionen errichtet.

_ Der „Pol._ Korr.“ wird über die Erstürmun von Lowtscha und drr Situation auf dem Kriegsfgchau= plaße _aus Stmnißa, 7. September, geschrieben:

_ .Die russische Offensive auf dem wxstlichen bulgarischen Kriegs- 1chaupla15e hat mrt de_m Angriffe und der Einnahme von Lowtscha begonnen. Der Angriff wurde von zwei Seiten eingeleitet. Die Kolonne des Gxneraxs, Fürsten Jmeretinéki, rückte am 2. Septem- ber von Viadma uber Karabassan das Osemtbal entlang und txabnr nach „einem xurzen thrjpfe den Ort Smocan (nordöstlich von xbwtjckxr) ein. Wahrend dieser Zeit rückte General Skobeleff mit sxmcr fltegendcti Kolopne, Welche mit drei Schützen-Bataillonen und einem Jnfan_ter1e-Reg1ment veritärkt war, auf der Straße von Selwi vor. Am 5. September beschloß aber Adil Pascha, mit seiner ganzen Streitmacht (20,000 Mann) den Angriff der Russen nicht zu erwarten, und, ging offensiv vor. Die Türken griffen mit Ungestum und Siegeszuver1icht die vordringenden rusfiscben Ko- lonnen an; es gelang ihnen sogar anfänalich, dieselben mo- znentan zu durchbrechen. Der Mangel an KavaUerie that aber ihrem Vorgeheir Abbruch. Die russische KavaUerie unter General Skobeleff chargirte nnt unwidersteb'icher Wucbt in die Flanke der tl'lkkisiYen Kolonnen und nach einem mehrstündigen Kampfe wurden die Turken auf Lowtscha zurückgeworfen. Bäde russische Kolonnen aitqqurrtrn "um) nach einem starken Artilleriekampfe im Sturm- schrttte dic turkischex Steliunq, welchcke von Liner starken Abtheilung Kavallerie und reitendcr ArtiÜerie des Generals Skobeleff um- aangxn war. 'Der Sturmangriff gelang und die Türken wick'en [aiimam undm guter Ordnung zurück, indem fie sich auf Ugerceni (ein"em Westlich 'von Lowtsrha am Ogarcin- [uffe gelegenen Orte) zuruckzogen. Die „Vorinste waren auf eiden Seiten groß, besonders verloren dre Türken während ihres Rück ages. Es wurden ihnen ubcr'2k00 Mann außer (Gefecht gesetzt. A er auch die russi- schen Angriffskownnen [it!cn stark beim Sturmangriffe unter dem yerbeerenden Feuer der türkischen Infanterie, welcbe hinter Ver- 1chanzungcn und Sch1i€engräbrn eine höchst vortbrilhafie Stkllung cixigcnrmrnen'baite un nur nach eiiiem bartnäckigen Widerstands wick). Die Eiimahme ron Lowtscba bat insofern eine große strate- m|Jche Bcdeutung, als durch dieselbc_dic Vereiniguna Suleiman und Osman Pascha)? vercitelf_und die Jjolirunc, der türkischen Armee in Plewna einc beinahe vollständige wird. Deshalb ist der Angriff auf Lowtscha gls der Vorläufer drr Operationen gegen Plewna anzusehen. D'cr 5Iingrtiif aufPlewna konnte nur von Südosten oder Süden Llfvlgßi!, wie dies durch die Beschaffenheit dcs Terrains indicirt war. Dem An- griffe auf Lowt1cha wird, sogleich eine Vorriickung des ganzen linken Fliigels dcr rus11sch-rumänischen Wcst-Arnwe auf dem Fuße folgen. Dieser Vorstoß wird eincrscits von Blading aus, andererseits von Lowtscha ans drr aukgexeichnetcn Straße*, welcbe iiber Vawica und Seiowa nach Plewna fiihrt, stattfinden und die wichtige StrÜu'ng ' bei LaLcar zum Objektiv haben. Aller Wahr- scheinlicbirit na1) _ dürfte das Schicksal Plcwna's nicht vdr _Plrwng srlbst c..tsckieden werdcn , denn nach den bishrrigen Leistungen OSinan Pascbas zu Urtheilen, kann man an-

desn J.)?O'Uik'kit abwartrn wird, in Welchem er umgangen und von seznrr cmztgrn Kornwunikationslinie mit Sofia abgeschnitten sein wird. AUFF-chm linken Fliigrl Hax die russische Armee bis jlet mmdcr a!uck_l1ch_oper_irt. _Ohne dem Gefechte bei Karabaffankiöi eine große Wichtigkeit betzumesien, ist es doch unleugbar, daß die Linie des oberrn Lozn „fiir die Russen durch die Kämpfe bei Axazlar - Karahasxaukiöi vcrlorer. worden ist. Nun ist aber das, was man Lom-Linie nennt, nur eine imaginäre Linie und bildlt? keincsnvcgs die eigentlic'ye Vertbeidigungsfront der Armee des Großfiirstqn Thronfolgers, denn der Lomfluß selbst kann nicht als em gmtilrltcbcs Hinderniß betraihtet werden und die Hügelketten, wclche sick) aii dcffexi Usern hinzikhen, eignen snd nocb Weiiigcr zu emrr straicgisibc'n Stellung, weil dieselben auf alien Seite'i durcb breit?, außer dem Bereiche der Schiißlinie sich binziebende Thäler fian'firt werden und 'deLwegen [eichi rtmaangen werden können. Die russischen Tr.ippciik0'rper, wslche bei Ajazlar und Karahaffankiöi engagxrt Waren, bißldrten nur vorgescbdbcne Abtheilungen, Welche dor weit uberlrgenen turkiicher Streitkräften nach tadfercm Widerstande sich auf das Grys der Armee repliirten. Die wirklirhe Auf- Ytelluna "drr kuff11ckeli Ostcxrmee erstreckt sich von Kacelcrwo uber .Oiikowa (Hauptquartier des (Großfürsten-Thronfolgers), Catrkiiii und, Cerkowna bis Tjesrretvo. Erst wenn es den Turken gclmgrn sollte, diese Linie zu durrbbrechen, kann von einem bedeutenden„strategischen Erfolge Seitens Mebemed Ali's die Rede sein. _AUerdm s, sind die russischen Streitkräfte", welche auf dresem Theixe des *riegsschauplaßes dem türkischen Offensivstoße wxderstehrn, wiien, kaum geniigend, wcnn Mebemed Ali in Wirklich- keit uber eine Operationsarmee von 100,000 Mann verfügte. Ledie- res kann aber itntxiöglich der Fall sein. Wenn man die türkische Do- brudscha-Armec, die Garnisonen Von Rustschuk, Silistria, Varna und Schumlg auf 80,000Mann veranschlagt, was gewiß nicht übertrieben ist, so bleiben inmwr ,nur 60,000 Mann zu eincm offensiven Vorstoße auf die Jantra-Lime dißvonibel, so da Mchemed Ali nicht viel mehr Truppen zum Angr1ffe verndendcn bunte als der Großsürst-Thron- fglgrr znr Defensive; dies ailes in der_VorausseHung, daß der tür- kijche Angriff vor Anjkunft der rusxischxn_ Verstärkungen statt- findet. Jeder Tag bringt aber der ruifijchen Armee in Bul- garien und beionders der Ostarmee 5000 Mann Verstärkung, [0 daß zu einer Fyrcirung der ruksiscben Defensivstellung ein qußerst rascb u'nd,1mt Küberlenenen Kräften ausgeführter Offen- swstoß uothwendig ist. Bisher hört “man aber 110chnicktsvoneinrm eyeréxscbxn Vordzingen Mehemed Ali's. Die nächsten Tage werden die rklarqng „dieser ynrer den jeHigen Verhältnissen unerklärlichen Zanderhafti keit des tixrkiscben Ober-Kornmandanten brin en._ Auf der Eisenivaßn find die Truppentransporte wieder maslZenhaft ge- worden. “In den [ther Tagen ist die Javze 26. Division (zweites (59er General Samwnoff) pasyirt, Garde-Abtbeilungen gehen seit ertern durch. "Alle Bahnhöfe in Fassl), Roman 11. s. w. sind von ruppexi uberfulit. In Galas,; wird die 24. Division und Garde- Artillerie erWartet.“

, Konftantrnopel, 10. September. (W. T. B.) Es liegt xiunnzehr die amtlrche Meldung vor, daß sich die Festung Niksic mit einer Garnison von 500 Mann den Monrene ri- nern am Sonnabend ergeben hat. Die an der serbis en Grenze stxhendezi türk1sch_en Truppen haben den Befehl erhal- ten, [xn Jail; einer Theilnahme Serbiens am Krieg sich zum sofortigen EmmaZch 111 Serbien bereit zu halten.

_ („W. T. .) Nach einem der „Polit. Corr.“ aus Cattarqzugegangßnen Telegramm, ist Sali Pascha auf die Nachricht, daß die Montenegriner beabsi tigen, in der Herzrgowrna (zffensw vorzugehen, mit 8 Bataillonen Muffe hafiz m Gaczko eingetroffen.

Kunst, Wissenschaft und Literatur. Bern, 10. Scptrmber. Der internationale Kongreß

für m xdizinische Wissenschaften ist gestern Nachmittag in der Universitats-Aula zu Genf eröffnet worden. Als Haurivorlagen

nehmen, das, dcrsclbr nicht unthätig in seiNen befestigten Stellungen ,

'von den Passagieren jenes Zuges für die H

werden zur Beratbunq kommen: .Die Ursachen des T us ' - richterstatter Prof. Bouchard aus Paris, .Die MageYkschivüYk, Vortrag. von Lebert aus Breslau und .Die Bräunen“, Berichterstat- ter Revtlldd aus Genf. _Ferger werden Vorträge halten: Vidal. vom Hospital zu, St; Lom§, uber die Ansteckung bei Hautkrankheiten, ESZnarcb aus Ktxl uber d1e_ Unterdrückung der Blutungen bei Ope- rationen, Vernieml aus Paris über den Einfluß innerer Affektionen auf „traumatische ZusaUe, Julliard aus Genf über das elektrische ontanel, Warlomont aus Brüssel über nym- phattsche pbtglmie, Olliec aus Lyon über Gelenk- operatwnen, Zweifel aus Erlangen über die künstliche Ernährung der Kinder, Lymbard „aus Genf über das Sumpffieber in Europa urid Nordamerika, Gmüa'umx aus Neuenburg über den Einfluß von Falschungrn bei der Fabrthtion alkoholbaltiger Liqueure, Magnan vom dspttal Samt-Anne uber den Alkoholißmus und die Geistes- krank eiten, _Dunant gus „Genf über die Wirkung der Einwanderung der La'ndbevolkerung m'die Städte, Diday aus Lyon über dieWeiter- verbreitung dcr Ept_dem1e_n, Glgy aus Genf über die Hydrotherapie und Tbaon (ius Ntzzg uber die Behandlung der Phthifis mittels Aufenthalts tm _Gebtrge und am Strande des mittelländischen Meeres. _ Gle'ick) iiach Schluß des medizinischen Kongresses wird der A n'tiprostitutionskongreß seine Berathungen beginnen, welcher sich ebenfalis in Genf versammelt, Derselbe dauert vom 17. bis zum 23. September.

Gewerbe und Handel.

iVeröff. des Kais. Ges. - A.) Die irma r ' - wm in Berlin „SO„ Dresdener Straße 124? versenéeéclxsnchihée YFZ- den Prbspekte, in denen fie ihre bei der Wcinfabrikation dienen- den Praparate cmrfiebli. Diess bestehen unter anderen aus „Wein- tannm, iim dem Wem 5730"er zu geben, junge Weine schneller flaschenrerf zu machen, und du_nnen Weinen, sowic kranken und um- geschlageneq Weinen im Verein mit Glycerin aufzuhelfen', ferner aus Glycerin,. dessen Verwexidung in der Weinproduktion von oben- aenanytrr Firma „_als einer der bedeutendsten Fortschritte der Neuzeit" bezctckZnet" wird. In der dem Prospekt beigegebeneit „Preis- liste fur Weinhandler und Weinproduzenten“ figuriren außer den genannten Produkten noch eine große Reihe an- derer ' Effenzrxi, so Burggndsr - Bouquet - Essenz, Forster- Trammer - Erienz, Moselblumcben - Essenz, Sherry - Essenz Yagqthn-Esßxrx Tokader-Emenz, Rothweinfarbe und vieles An'deré Lonlicber Ari, nber deffrn Gebrauch die Interessenten auf Wunsch in Jorw Von Rezepten, unterrichtet werden, in welchen die Mengen des zuzuwyenden Tannins, Giixzerins, Sprit, Weinsteinsäure Farbe Eisenz rc. znr Herstellung eiiier bestimmten Wcinsorte genmi angege: ben werdrn. „Jm Laboratorium der Kaiserlichen Gesundheits-Amtes ist aus_dcr Lait? der oben Verzeichneten Präparate die Rothweinfarbe a'usgeivablt und einer Untersuchung unterworfen worden, wobei sich ein Gehalt derielben an arscnfreiem Fuchsin Herausgestelit hat. Da nach den Unierwcbungen Wiz Ritter und eli: der dauernde Genuß selbst von reinem'Fuckyfiii Diarrhöe, Eiwci barnen und Abmagerung zur Folge h_ax, sieht sich das Kaiserliche Gesundheits-Amt vcranlafzt, dicies Resultat zur allgemeinen Kenntnis; zu bringen.

_ Posen, U.Sep'tetereU (W. TV.) In der heutigen General- verjamrnlmig der Akiiqnare der Posener Spritfabrik wiirde die YveersleililUIZ (?(!)JLZYÉYLNZWT) rbk): 5% aenebmigt. Fermer wnrde be-

, , , ,- ur rriunrnun 2 " * - fond zu VFWUFM-l 9 d 0,0005“; fur den Reserve _ 1er * esch der Gencralvrr ammkun dcr ? k "*:" Donnerxsmarkhiitte Vom 28. Jurxi 1877,g nach wctlkciyjeflrxe YFZ (Hrrxndkapital um_ den Betrag von höchstens 5,000,000 „14 durch Kasiatwii der zu diesem Zwecke bereits angekauften eigenen Aktien tw N9m1gqlxverthe von 2,412,000 „;ck und durch Ankauf und dem- narstigr Kaisation von andrrweiten eigenen Aktien bis zu dem Be- trage voii brchsteris 2.588,000 «xe» reduzirt und der durch diesen An- kaux ZFR??? LJL-an (1des Ybschreibungcn verwendet Werden sol] ist au_«er0 211.1 ung c "reis eri ts u ' , - registF-xrk.*irtJÖtragetDworden. g ck 3 Beuthen in das Handels

iin cn, . Srptember. (Leipz. Ztg. Der Verb -

tag deutscher'Arbeiter-Fortbiidnngsdereine bat aenstdan zu_Aiigs !) urg seizie Bcrathungen beendet. Derselbe War außer ZZavern de_wndcrs vori Wurttembrrg und Baden beschickt. Der Verband, ist rnit dem vorigen Jahre bi§ jexzt Von 500 Mitgliedern auf 1268 ange- wachsen. _ Zu der im na_chsten Moiiaf zuNiirnberg stattfindenden inicrnq-tionalen Ausstellung von Hopfen und Hopfen- baugerathen sind bereits gegen 2500 Amneldungen,eingelaufen.

_ Der Et1ixosung5cqurs fiir die in Silber zahl- ?sTrbee'ndCodprs oZekrlrfteÜchisfcberd Elisenbahn-Prioritäten

[ cn eu „en a 2 en iir ie au ende per 100 Fl. festgesetzt worden. f Woche aus* 178 ““

Havre, 11. September. (W. T. B.) Die heutige erste Woll- 21111!) k§§cklr€itie );??ij [(el/Hr maQilt; kr)stwurdeé zu Ycznig verkauft, als daß" _ nieen. neoenwarn Wurden 324 BaUen. g e 38 Ballen, verkauft

Verkehrs-Anftalten.

Nachdem durcb amtliche Erhebungen festgestellt it, da die m Zrisxiendorf bci Dirscdau wohnhaften Arbeiter E hraitér undßWil- helmme Elisabeth _ Krause'scben ELelcute die E tern des in der Nashi Vom 9. zu11i_10.2lugustcr. bei Gelegenheit der Entgleis ung ernes Zuge§ zwqcben den Stationen Neythak und Weißen- k) che verungluckten Wagenwarters Krause find und L'Hterer die- selben fortlaufend unterstuxzt hat, ist die andere Hälfte des interblie- benrn gesammelten Betrages von 295 «. mit 147 „M 50 «3 an die genan'nhten Krause'sxbxn Eheleute auSgezahlt wvrden. Die _erstc Halfte tik„ww srbon fruher mitgetheilt, der Wittwe des bei xcrtier Gelegenheit gleichfalls verunglückten Lokomotivführers Mally uberYieserZ wordejeß C t (A

„on dt), . «ep ember. . A. C.) Die Re ierun at brsrbloffcn, xm Telegraphenkabe[ znr Verbindung dIr chilky- Z'itseln mri dem Festlande le-ien zu lassen.

Nrw-York, 1]. Septh er. (W. T B.) Der Dampfer „Lcssrng“ dcr Hamburg-Amcrika:1iscken Compagnie ist heute Morgen 7 Uhr hier eingetroffen,

Ruck,) derDampier „Erin: derNational-Dampfschiffs- C ompagnie (C. V.):esfingsche Linie) ist hier angekommen.

Berlin, 12. September 1877.

Morgen riicken die hiesigen Truppentheile aus dem Manöver- éYerxam hier wieder em. Ucbermorgen beginnt die Entlassung der e erven. '

Stuttgart, 10. September. Der Verein der deutschen Strafanstaltsbeamten wird seinen diesjährigen Kongreß am 13, d. M, und den folgenden Tagen hier abhalten.

' London,_ 10. September. Gestern Nachmittag war die Flath m ,der Themis außergewöhnlich hoch,. und das Wasser trat ar: ver- sxhtedenen Stelien des rechten Ufers in London aus. Für heute wird ein? noch größere Fiutbböhe und eine Ueberscbwemmung des Stadt- tbeiles Lambeth befurrhtet.

Stockholm, 8. September. Am gestrigen letzten Festtage Haben die Studenten der Universität Upsala zwei Konzerte, Z u Ehren Gustav Adolfs, _ des Wohltbäters der Universität, wurde in „Odinslund ein Obelisk errichtet. Der König ist heute, be- gleitet von dem Staats-Minister reiberrn de Geer, dem Unioerß-

tcitskanzler," den beiden Kammerprä identen, dem Minister Forseli u. Hierher zuruckgekehrt.