1877 / 215 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 13 Sep 1877 18:00:01 GMT) scan diff

23. d. Mio., Mittaks: Bei der A breis e St.Majeßät des Kaisers Spalier vom S3) oßplaß bis zum Bahner von Einwohnern, der Stadt und mgegend, Glockengeläute und Kanonensglven. Während der gan en Wo 11 werden jeden Ta Nachmittags vom Balkon des th an es aus und im Sta tgarten musi- kalische Aufführungen attfinden.

Oefterreich-Ungarn. Wien, 11. Septemder. Das Abgeordnetenhaus versammelte sich heute Wieder zur ortserg der General-Debatte über d1e_Steue_rreform. um e nne der Sißung legte der Fmanz-Mimster den „Entwurfgl einer Abänderung der §§. 1_4 des Gescßes, be- treffend die Verbrauchsabgabe von der Rübenzucker-Erzrixguna“, vor. Diese Regierungßvorlage hat den weck, definitive Be: stimmungen über die Zuckersteuer zu chaffen_ und dddurck) auf indirektem Wege auch die Lösung der viel ventilirten RefiitutionS-Frage zu erleichtern. Nach §. 2 der n_euen Re ierungßvorlage soll das Reinerträqmsz aus der Rüben- u ersteuer fiir die BetriebSperiode 1878/79 6 Millwnen und iür jede der folgenden Betriebßperioden um ]e eine halbe Million me r als in der unmittelbar porausxzegangenen er- reichen. enn in dieser Art die Reinertragßziffer von 105 Millionen erreicht ist, soll dieselbe auch für die folgenden BetriebSperioden gelten. __ _ Lemberg, 12. September. (W. T. B.) _ De_r papstliche Nuntius, Msgr. acobini, ist heute Mittag hier eingetroffen. Pest, 11. eptember. Nach dem „Naplo“ findet morgen ein Ministerrath statt, der das WWW Budget__ fest: stellen wird. _ Die gesiri 6 Sitzung_ des hauptstadti: Zchen Verwaltung-Zaus chusfes, m welchem der de: annte Erlaß des Finanz-Ministers iiber die Steuerein- treibung unter staatlicher Aegidc verhandelt _wurde, verlief sehr stürmisch. Der Erlaß wurde scharf angegriffen. De_r Ver- treter des Finanz-Ministeriums trat schiießlicl) dem eixistim: migen Beschlu e des Ausschusses, nach weichem. der Finanz- Minister um urücknahme des Reskriptes angegangen wird, bei. _ Kaschau, 12. September. (W. T. B.) Der Ka1fe_r at anläßlich des Abschlusses der Manöver em Handschrei: en an den Militär=Kommandanten zu_ Kaschau, FML. von Ziemiecki, aerichtet, Derselbe_ wird darm _beauftragt, allen Generälen Stabs- und Ober-Offizieren, www den Trypprn die volle Zufriedexiheit und Anerkennung des Kaisers fiir die musterhafte Ordnung, die gute Haltung und den hohen Grad der AusbildUng auszusprechen. An den Honved-Kommandan- ten hat der Kaiser em ähnliches Handschreibrn erlassen. Agram, 11. September. In der heutigen Landtags- sißung reichte der Abg. Miskatovic folgende_n von zehn Ab- gesrdneten unterzeichneten Beschlußa11trag_ em: _Das Haus wähle behufs Abfassun einer in Angelegenheit der Enwrrlewung der Grenze an die rone zu richtendc_n _Adreffe eme drei- gliedrige Kommission. Der Abg. Kukuijemc brachte folgenden Beschlußantrag ein: Die Regierung wird (_111 emiescn, sämmt- liche auf den Grenzfonds bezüglich911_k3chr1fttück_e vorzulegen. Beide Beschlußanträge wurden als dr1nglich_erklc'irt Und stehen morgen auf der Tagesordnun . _ We en m_1 Aussrhuffe her- vorgetretener bedeutender Di erenzen at_ die Regierung die Städte: und Gemeindeordnung zurückgezogen.

Schweiz. Bern, 11. September._ (N.__Ziirck). Ztg.) Nachdem, laut Mitt eilung des Großherzoglich bad11cheii_Staat2'z- Ministeriums, die egierun en von Bayern, Oesterreich und Württemberg sich mit dem orschlage, betreffend _die Berufung einer Konferenz zur Vorberathung des Proxektes eiiier Tiefer- le ung der Hochwasser des Bodensees, e_mverstanden erk ärt, und auch bereits ihre Beauftragten bezeichnet hqben, hat der BundeSrath den Regierungen der betheiligten Kantone Schaffhausen, St. Gauen imd Tlxurgau davon Kenntnis; gegeben mit der Anfrage, ob_und bejahenden Fail?- durch wen sie sich bei der Konferenz, bei welcher es sich ledig- lich um die Prüfung der technischen _Fraae und kemeksweés um Verpflichtungen in Bezug auf die Ausführung hand e, vertreten lassen woÜen. _

Lu ano, 11. September. (N. Zürch. Ztg.) D1e_ Mu- nizipa 1tät von Lugano harvon der _Regierung die An- zeige erhalten, daß wenn bis morgen Mittags 12 Uhr die ver- langten 12,000 Fr. nicht gezahlt wiirden, man die_ Summe auf dem Exekutionswege bei den Bürgern der Gemeinde und den Mitgliedern des Munizipalrathes eintreiben werde.

Großbritannien und Irland. London, _10_. Sep- tember. (E. CZ Die. Bemühungen der extremen irisxhrn Homeruler, ie Verhandlungen des Unterbayses zu storen, welche bereits im Parlamente, selbst auf Seiten ihrer ge- mäßigteren Partrigenoffen auf ernsten Widerstand sti_e߀_n haben nach längeren Verhandlungen zu einer wahrschemli dauernden Spaliung der Homerule-Parter geführt. Der bisheri e Führer derselben, Mr. Butt, um weichen sich ie Gegner der sogenannten Obstruktwnisten schaaren, hat an den Rev. Joseph Murphy _emen Brief gerichtet der zur Veröffentlichung bestimmt, das Band zwiichen ihm und dem extremen _Flügel der

omerulepartei zerschneidet. Obstruktion (wre_ der neue

unstausdruék fiir die Geschäftsstörung der_ Biggar u_nd Parnell lautet) würde uns“, sagt Mr. Bu_tt, _„dLL Sympathwn der englischen Demokratie entfremden, die 111 dem Versuxh, daS Ansehen deS Unterhauses Zu untergraben, emen Angriff auf England und sie selbY erb ickei: würde._ Entfremdet wiirde uns auch werden die gro e und einflußreiche Klasse u_n1er_er Landsleute, welche in der Aufgebung des xonstitutw- nellen Verfahrens den Triumph von Grund aßen, __ die der gesellschaftlichen Ordnung feindlich, sind, erbl1_en wurde. Zusammenbrechen würde, um nie zu unseren Lebzeiteii Wieder- bclebt zu werden, die irische parlamentarische Partei und die Homerulepartei im Lande selbst, welche aufzubguen es Jahre sorgenvoller Arbeit gekotet._ u_nd nach we_mgen Monaten würde eine solche Politi nut einer s 1mpfltchexi Niederlage enden, nach Scenen voll Lärm und_Unor nunZ, _au§ welchen die Würde der Sache und des Landes nicht11nzieschadigt hertzorgelwxi wiirde.“ Mr. Butt schließt mit der Versicherung, daß er lieber sei- nen qulamentssiß verlieren, als auch nur eiiie _Stunde lang olch eme_m unziemlichen, sein Vaterland schadigenden Ver:

uhren seine Zustimmung ertheilen wolle. Dieses Auftreten

r. Butts begegnet in England allgemeiner Anerkennimg, aber man fragt sich, ob er in feiner Heimath am gleichen Erxolg _werde re n_en können. „Zweifellos ist es wahr, da _ die Obstru twnSpolitik den Jrländern die Sym: pathie und Unterstüßung des Unterhauses entziehen wird“,

sagt der „Observer“, „aber was, so mögen die O _uk- tioniften mit Recht fragen i|_ daran für die WM iele der irischen Nationalpartet elegen ?“ Der einzige nterschied wischen Mr. Butt und r. Pamell und V1 gar sei der, da?; die Leßteren erzwingen, der Erstxre beke _ren woÜe. Und wenn Mr. Butt auf Zwan Spolitik fich mcht einlassen will, so muß er doch irgen_ welche Gründe für die M" lichkeit eines Erfolges seiner eigenen & mäßigten Po itik angeben können. Glaube er denn a er wirklich, daß je ein englisches Parlament _zu einem Zu- geständniß der Wünsche der Homerylepartet durch__ Ueber- redung bewo en werden könne? E_1ner solchen Ta_usch_ung gebe er fich 'e enfalls nicht hin. Seine Hoffnung _sei diese; Er erwarte en Tag, wo die liberale und konservative Partei so gleich stark sind, daß die Homeruler _den Ausschlag geben, und hoffe dann als Preis für seine Zustimmung zu einer der beiden Parteien, die Erfüllung des Homerule-Programyws zu erlangen. 2903 sei das aber anderes als waygspolitik, nur in anderer Form. Obgleich die O_bftru _1omst_en iere Ziele in gröberer Weise verfolgen, so_ seien die Mixtel im runde dieselben. Das aber sei d1_e schwqche Seite der Stellung Mr. Butts. Der Streit zw1sche1_1 _1h_m und den Extremen beruhe eben nicht auf einer Prinzipien:, sondern nur auf einer Opportunitätsfrage. _ _ _ _ 13. September. (W.T. B.) Nach einer Mittheilung der „Morningpos“ hat die Admiralität den Bau von 30 Torpedofchiffen angeordnet.

Frankreich. Paris, 11. September._ Gestrrn Abend fand in Bordeaux eine Galavorstellung im Theater statt. Der Marschall Mac Mahon erschien in der_Loge in Begleitung der Minister Decazes, Fourtou und Cailiaux und des Präfekten von Bordeaux. Heute Morgen besuchte der Marschall das Militärspital und fuhr dann nach dem Schlosse des Hrn. Carayon=Latour, welcher Regierungskandidat fiir den vierten Wa [bezirk von Bordeaux ist. Von _dort kehrt er noch heute zurü , um nach Arcachon und Pértgueux zu gehen. _ Laut Telegramm aus Périgueux ist_ der Marschakl am 12. dort eingetroffen. _ Der „Momteur Universel“ e*rfährt, daß die bonapartistisché Pgrtei in einer großen AnzaY von. Wahlkreisen Kandidaten ihrer Wahl den von der egicrung angenommenen und de_n Konservativen bezeichneten Kandidaten entgegensteiit. Dirie Haltung der Partei Überrascht den „Monit-zur“ Übr1gencZ,_w1e er erklärt, iiicht, nur fragt das Blatt, wir die Bonapartisten behaupten können, daß sie sich dem Marschali angeschlossen haben und der konservativen Partei angehören. _

_ 12. September. (W. T. B.) Das Urtheii des Zuchtpolizeigerichts ist Gambetta noch gestern _Abend zugestellt worden, worauf dicser heute Mittag, wie bereits ge- meldet, dem Gerichte anzeigte, das; er Einspruch gegen das_selbe erhebe. Die neue Verlandlung wird am Montag (tattz finden. Unter den Mitgiedern der republikanischen Partei herrscht die Befürchtung, daß der Gerichtshof im Falle _der Verurtheilung Gambetta's die sofortige Verhaftung desselben anordnen werde.

_ Das Schreiben, welches die Vorstände der Lin- ken des Senats an Frau Thiers gerichtet haben, lautet

voüständig wie folgt: Paris, 9. September 1877.

Madame! Die Vorstände der Linken dcs Senais_ergreifen das Wort im Namen ihrer Kollegen und danken Ihnen fiir den Muti) und den Patriotiömus, die Sie in der schmerzlichen Prufung, welche wir in diesem Augenblicke bestehen, an den Tag (;_elegt_haben, Weit entfernt, die Berreise der nationalen Danibarkeir, wie man zu be- haupten wagte, abzulehnen, haben Sie dieselben yon der großen Stadt, die Frankreich so wiirdi vertritt, und von ]enen aus allen Gegenden herbeigeströmfen Megirtcn erwartet, Welche dem. Ver- theidiger unserer Freiheiten, drm Befrezwr unseres LandesgebietH, Demjenigen, der Unser Land neu organisirt hai, _eme [eiiie uldw gung darbringen Wollen. Die Bevölkerung Von Pths_Hati1ch „zhrem großherzigen Gedanken beigeseilt. Durck) ihre andachtxge Sawmiung, ihre feierliche Trauer hat fie Herrn Thrers den seiner witrdigsten Triumph bereitet. Sie hat der Welt das h_ehre Schauspte1 eincr MiÜion Menschen geboten, die dcm großen Bgrqer, welchcr dye (Ge- walt eben so edel verlassen hatte, als e__r fie geubt,_das Selekte gabrn oder seinen rorüberziebenden Sarg grußten. Sewaeist Wird in unserer Mitte verweilen; sein Lebeu (ehrt Zns Maßrgung, Ausdauer und Bürgerdfliwt; es flößt uns die Z_uvxr11cht em, daß_W1r,_stg_rk durch Wiser Recht, der Sache der Freiheit und des GeseLZes, die idr uns unzertrermlicb sind,- zum Siege verhelfen werden. GestattenSie, Madame, daß unsere Dankbarkeit Sie _m unserer Ehrfurcht urid AtibängliÖkei nicht von dem _Gedachtmß Dxeemaen trenne, fur dessen Charakter Sie ein so inniges VLrstandmsz hatten und dessen Namen Sie so würdevoU trugen _ _

Genehmigen Sie, Madame, die Versicherung unserer tiefsten Ehrfurcht. _ *

Für un1cre Kollegen: Emaxmel Arago, A. Calmon, Ad. Créémieux, E. Duclerc, F. Herold.

Italien. Rom, 8. September. _Vdrgestern friih 1uhr der König in Begleitung des Kriegs-Mimsters Grneralé'; Mezza- capo und seiner Feld-Adjutanten von der Eisenbahnstation Serravalle, unweit Alessandria, zu dem Manöver m_id wurde im Lager von dem Prinzen Humbert, dem General-Lieuieziant Coienz, den Militär-Attachés und anderen fremden Offtzxere__n bewillkommnet. Nach dem Manöver besixhtigte Se. Ma]e_stat das ganze erste Armee-Corps und ab seine vollkommene Zu: friedenheit mit der Haltung der ruppen zu_ erkenxien. Um 11 Uhr begab sich der König nac? Al; andria zuruck, n_ahm die Huldigungen der Behörden,. er eteranen und mrl-zr durch Rang und Stand hervorragendxn Pßrsonrn ent egrn und bestieg untir dem Hurrahruie einer zahlreichew olks- menge gegen 11-5 Uhr wisderum die Eisenbeiiw, um sich ncick) Turin zuriickzubegeben. Der Thronfol er 1,t Ul Sßrravalie zurückgeblieben und wird noch mehrere age den Feldubuygen beiwohnen. _ Der Minister-Siegelbewahrer ist Wieder vöÜig genesen und wird in den nächsten Tagen zurückerwartet.

Türkei. Konstantinopel,12.S_epteniber. (W.T.V.) Die italienischen Kriegsi 1ffe_sm_d m der Besikabai eingetroffen. _ Chester Pa Ya ist m_ Schumla an_?e- kommen. _ Der Sultan hat , rau Thiers telegraphi ck sein Beileid ausYspro en. _ _

_ (W. T. .) ach einer der „Polit. Korresp._“ zuge- gangenen Meldung aus Konstaniiyopel vom 12. ist nun- mehr die offizielle Ernennung Aarifi aschas ziim Bdtschafter in Paris, Essad Vaschas zum Bot chafter in Wien, und Turkhan Bey-Z zum Gesandten in Rom erfolgt.

_ (W. T. B.) Aus Belgrad wird derselben Kor- respondenz vom 12. gemeldet, daß der Ürst _von Monte- negro dem Fürsten von Serbien telegraZJlZi ck die Uebergabe von Niksic mitgetheilt habe. Fürst ilan und_ das _fer- dische Kabinet sandten darauf dem Fürsten Nikita ihre Glückwünsckx. Gleichzeitig erhielt FiiriNikita von dem Fürsten

Milan das Großkreuz des Takovo-Ordens. rst Milan_ hat das er bei Toßschider und die Fexiung elgrad inspizirt. Nach lexinaß un Deligrad werden ortgesevt Geschüse und Munition gesendet.

Rußland und Polen. Warschau, 9. September. Jn hiesiger Stadt ist _die Rinderpest auSgebrochen. Fünf erkrankte und zwei verdächtige Kühe sind getödtet worden.

Schweden und Norwegen. Stockholm, 9. Sep- tember. Die Fe i e rlich k eit zur Eröffnung der Verbindung der norwegischen Nord: und Südbahn wird am Sonntag, den 13. Oktober, in Röros stattfinden. An demselben Tage Abends wird der ,eftzu mit dem Könige in Drontheim ankommen. Die breiye des Königs von Drontheim wird, der „Throndhjems Stifthid.“ zufolge, am 15. Oktober erfolgen. _ Die Revisoren des Reichsta es werden gegen Mitte dieses Monats eine Reise nach Kar skro na antreten, um daselbst die Festungswerke zu besichtigen, und sich von da nach Malmö und Gothenburg begeben.

Dänemark. Kopenhagen , 10. September. Der Kronprinz und die Kronprinzessin sind gestern an Bord des Dampfschi S „Slesvig“ nach Lübeck gereist, um sich von dort nach Frank urt a./M. und später nach dem Schlosse Mubska1_1_ zum Besuche des Prinzen Friedrich der Niederlande zu ege en.

_ Amerika. New-York, 10. September. (21. A. C.) Einer Depesche aus Halifax zufolge soll die Fischerei- Kot11_m1ssion zu der einstimmigen Resolution gelangt se 11, daß sie nicht befugt sei, der canadischen Regierung Schadlos- haltung fiir die Privilegien zuzuerkennen, welche amerikanische Fischer in der Umladung von Cargos und den Einkäufen von Köder und LeiéenSmitteln in britischen Gewässern genießen. _Jn Saratoga trat am 7. d. Mts. die internationale Konferenz der Freihändler unter dem Vorsiß von Mr. Nathan Appleton zusammen. Die Herren David Dudley “Field, David A. Wslls, Parke, Godwin und “Francis Waller betheiiigten sich in hervorragender Weise an den Éerlandlungen. Die ange- nommenen Resolutionen befürworten die ?reihandelß-Prin ipien, urgiren die Unterhandlung von ande Sverträgen mit rank- reick) und Spanien sowie eines- egenseitigkeitWertrages mit Canada und empfehl.n die Herstellung lokaler Freihandels- Organisationrn. Ein aus 13 Mitgliedern bestehender Aus: schuß wurde unter dem Vorsiß von Mr. David A. W006 niedergesrßt, um eine nationale Freihandels=Konantion ein.- zuberufen und eine nationale FreihandelE-Association zu bilden. _ Die Dsmokratev in Californien haben eine Majo- rität von -weidritt€[ der Stimmen in der chislatnr des Staates er angt, wodurch die Wahl eines demokratischen Bundes-Senators an Stelle des Republikaner?» Sargent für 1879 gesichert ist. Diese Veränderung ist insofern von Jich_t_igkeii,_als die republikanische Majorität im Senate ohne-

111 "ein is ,

Der rt:1"ftfch-tiirkische Krieg.

St. Petersburg, 13. September. (W. T. B.) Die ,Agence Nusse“ heli hervor, daß die Worte des vom Kaiser Franz Josef auf den Kaiser Alexander aUSgebrachten rinkspruchéZ mit Riicksicht auf den Ort, wo disselben ge- sprochen worden, iiberall als besonders bedeutsam fiir die zwischen den beiden Souveränen und ihren Kabineten _be- stehende Intimität angesrlZen wiirdrn. Auel) daß der Kaiser von Oesterreich den Kai er Alexander seirien Freund imd Asliirten genannt, daß der russische Militärbevqllmächtigte seinen Platz an der Hostafcl zur Rechten des Kaisers angr- wwsen erhalten habe, und daß _aÜe an drr Hoftafel Theil- ne?menden, soweit sie dazU berechtigt, auf des Kaisers Y_efehl r1'„sische Uniformen und Ordetiauszeichnungen getragen hatten, werde in diesem Sinne gedeutet. _

Wien, 13. September. (W. T. B.) Wie qu „N. W. Ta eblatt“ wissen will, wäre der FliigelZAdwtant de_s Flirten Milan, Oberst Plaikovicé-Z, hirr emgetro en_mit dem Auftrage, Mittheilungen iiber die bevorstehende ktion Serbiens und die bezüglichen Vereinbarungen mrt Rußland zu machen.

Europäischer Kriegsschauplatz.

(W. T. B.) Wie der „Pol. Korr.“ ail?) Bukarest vom, 12. berichtet wird, wurde dnrch die gemxmsame Aktiqn der russischen und der rumänischen Truppen bei Plewna bis gestern eins engsre Crrnirung dieses Maßes angcstrebi. MEY- rere kräftige Offensivstöß? der Türken nußlangen. 5016 Wii- schen und die rumänischen Truppen zählen 80,000 Mann mit 356 (Heschiißen. OHman Pascha gebietei über etwa 60,000 Mann und 220 Geschiiße. Die rumämschen Truppen so__llen den ersten Sturmangriff unternekzmen. Die neue Brucke iiber die Dorian bci Nikopolis ist vorgestern voüeiidet wor- den. Die Division Jmeritinsky ist unter Zurucklasjung einiger Batailione in Lowtscha nach Bogot abgeruckt.

Konstantinopel, 11. September. (W._T._B.) Nack) hier vorlie enden Nachrichten “dauert der Artilleriekampf bei Plewna Lori; eine offizieile Deprsck)? uber den_Kampf bet Plewna ist bis jeßt nicht veröffentlicht. Im SchiiZkapaise wird ebenfaüs das Geschiiy- und Gewehrfeuer [ortgsseHU Suleiman Pascha fiihrt (tach der Straße von Grabowa NekognoSzirungen au-Z._ Dze russischen Truppen an_ _der Jantralinie konzrntriren sich bei Bjela. __ Der britische Konsul Fawcet, der den Auftrag hat, ati die Bulgaren _und an die Türken Unterstiißungen zu vertheilen, ist m Schipka an ekommen.

g Konstantinopel, 12. September. _(W. T. B.) N ck) ier vorliegenden Nachrichten dauert_ die Schl_acht_ bei Flewna noch immer fort, Vlewna ist _von drei russtsche_n ArmeecorpS angegriffen, Oswan _Pascha steht mit Arhania no in Kommnnikatwn. _ Suleimari Pascha bxhauptet die Po itionen im Schipkapasse. Abtheilrmgen seiner Armee, die auf der Straße von Gabrowa zu einer Rekognoszirung vor egangen waren, haben nach einem für die Russen_verlusi_- rei )en Kampfe den Hi“! Sl Buzluxidfcha beseßt und du?, _dorti- en Befestigungen _zertört. Die Straße zum DefiiS von Xrawna ist im Besiß der Türken.

Konstantinopel, 12. September. (W. T. B.) Der Gouverneur von Widdin hat die Meldung hierher grlangcn lassen, daß Widdin von Kalafat aus_bombardirt wrrd u1_1d das Fruer lebhaft erwidert. _ Bei Rahowa hat em Artilxeriegefecht stattgefunden. Das Bombardement von

, Rustsch1lk hat aufgehört; die Türken konzentriren sich bei ' Sakis Tepe.

London_, 13. Septexnber. (W. T. B. Die „Yaily News“ verößsentltchen drei ausführlt Te egramme ihres Korrespondeniien o_on Plewna, _vom onnabend, Sonntag und Montag dattrt, wona die Kanonqde ununterbrochen fortdauerte. Am Sonntag iih wurde die Redoute Grivißa von Nordosten und Süden her beschossen. Genxral Krüdener besetzte m_n Sonntag Abend die Höhen _von Radi owo mit der 31. Divinon, um_ den Angriff auf die erste osition der Türken vorzubereiten. Das Feuer der Russen wird allmählich des türkischen Feilers Herr.

_ Ueber die Vorbereitungen zur Schlacht bei Plewna mird dar „Dail News“ aus dem russischen Haupt- quartier im Wesentlichen Folgendes gemeldet:

Das Hauptquartier des Großfürsten Nikolaus wurde am 5. von Gornji Studen nacb Radenica, wenige Kilometer rück- wärts von Poradtm, verlegt. Der Ober-Vefehlshaber der ganzen vor Ple_wna stehenden Armee, Fürst Carl von Ru- mänien, und sem Stabschef, General Zowff, befinden sich in Poradim. Den Befehl über die rumänische Armee führt der frühere Kriegs-Minister, General Cernat. Ordre de Bataille: 1x. Corps (5. und 31. Division) Krüdcncr 18,000 Mann, 17. Corps (16, und 30. Divifion) Kryloff 20,000 Mann, eiue Brigade der 2. Division 6000 Mann, eine Brigade der 3. Divition 6000 Mann, eine Schüßenbrigade 3000 Mann, ]. rumäniiche Division G. Angeleßcu 14,000 Mann, 2. rumänische Division A. Angelekcu 14,000 Mann, rund 80,000 :x'iann Infanterie, 4. Kavallerie-Divifion 2000 Mann, 9. Kavallerie-Division 2000 Mann, eine Brigade der 11. Divifion 1000 Mann, eine Brigade tswerkesfischer Kosacken 1000 Mann, eine Abthei'una der Kaiserlichen Eskorte 200 Mann, ]. rumänische Divifion 2000 Mann, 2. rumä- nische Division 2000 Mann, rund 10,000 Mann Kavallerie, zusammen 100,000 Yiann, außerdem 250 25-Ceritimeter-Belagerungsgeschüße.

Die türki_sche Stellung_hildet eine Hufeisenform, deren konvexe Seite nach Ofen gerichtet _Ut, während Plewna so zirmlici) in der Mitte der Basis liegt. Die Russen umgeben das Hufeisen, lassen aber die Basis frei. Der russische Theil der Truppen steht auf dem linken Flügel, wo in der ersten Schlacht Schakoskoy stand, die Rumänen auf dem rechten Flü el, wo Kriidener stand. In der Nacht vom 6. zum 7. Latte es scharf gefroren und lange hing dichter Nebel über dem Gelände. Allenthalben waren BelagerunaSgesckyüiZe in Emplacements aufgestellt außer den Feldbatterien. Das Geschüßfeuer begann gegen 6? Uhr. Einige

- cstungßgeschülze nahmen PTeWna zum Ziele, die meisten nähere Po- itionen, namentlich die Redoute von Grivica, die nur ab und zu das Feuer erwiderte. _ Radisowo wird in Brand geschossen. Das Geschußfeuer da_uert_ bis Sonnenunter ang, ohne daß den ganzen Tag über auch nur em einziger Gewchrschu gefallen wäre. Die Situation ist unverändert.

n einer amSonnabend um 5 Uhr Abends abgesandten Depe che berichtet derselbe Korrespondent;

„Wohl War die Grivica-Redoute durch das russische Ge- schiißfeuer des gestrigen Tages stark mitgenommen worden, aber nachdem die Türken fie im Laufe_ der Nacht auxgebeffert, schaute fie wieder vollständig schmuck aus. Die Ruiien hatten allerdings die Nacht ebenfalls gut benutzt, nämlich ihre Sch'anzgräben ein gut Stiick vorgesckwbrn, eine Batterie von BelagerungsgesclMiZ verbältnißmäiiig nabe oberhalb ericas innerhalb Schnßweite dir furchtbaren Re- doute errichtet und _armirt. Mit Sonnenaufgang begann diese Batterie, ynterstitßt von isolirten sch1veren Geschlißen, ihr Spiel gegen die Redoute Die türkischen GksÖÜHL vermoch- ten den weittragenden Belagerungskanonen nicht zu antwor- ten und feuerten [1103 gegen die Feldgeschütze des Höhenkamms. Ihr Feuer rrar Wenig wirksam, desto wirkkamer dagegen das der russischen scksiveren Geschüxze. Mitunter schwiegen die türkischen Batterien voÜständig und schon wähnte man iie aufgegeben. Ihre Unterbrechungew Waren jedoch lediglich Ausbesseruygen gewidmet, worauf sie so lustig als nur je wieder losdonnerten. Die Grivica-Redoute ist entschieden der Schlüssel der Steklung. . . . Gegenwärtig haben die (rassisch.1n)Truppen zwar ails ihre Positionen cingxnommen, trotzdem scheintvon einem Sturme beute Noch keine Rede zu sein. Er wird kxmm vor morgen (den 9. dM.) Nachmittag beginnen, wenngleich eine- einzelne Nedxute friiher _angegriffcn Werden dürfte. Der Kreis rus- s1scherGe7ch1i§e schließt s1ch immer enger um die türkischen Stellungen. Die _Enticheidung Zedock) wird nicht von ibncn, sondern von der Tuckyxiglcrt der qnstgrmenden" Infanterie abhängen. Zur Stunde ist dre turßsche Artiüerie an_gedampst. Die russischen Vérlustc in den Batterien find hcute__ Viel stärker als gestern. Der Kaiser, Fürst Karl und dir Großfurft besuchtrn thic soivohl wie gestern das Schiachtfeld.“

_ _ Ueber den Fail yon Niksic wrrden dcr „TimoS“ von ihrem Korrespondenten _im nwntenegrinischen HaUptquartier Unterm 9. d. folgende Er_nzclhriten telegraphirt:

„Die Garnison ergai) sich bedingungslos, da fernerer Widerstand unmöglich war, außer mrt sehr großrn Opfern. Selbst die Erhal- tung der C-itadelle_war unter allen Umständen unmöglich. Die Vevölkrrvng von Yikfic, entmuthigt durch die crfolareiche Erstürmung der Anhöhen _wahrend _der_ vorhergehenden beiden Nächte, wv- durch sorvohi die Stadt ww die (Zitadelle unter das Musketenfencr der Bxlagerer gebracht wurden, weigerie sich zu kämpfen und verließ nach der Einnahme der die westl_1che Verihetdigungslinie behrrrschenden Position die Verschanzungen, wahrend die Vertheidigung Seitens der regulären Trnppen kurz und lassig war, was schon daraus hervorgeht, daß die Montenegricier nur einen Todten imd zwei Verwundete hatten und die Affaire in fünf Minuten_5eend1gt war. Als ipäter die iibrigen Redouten bedroht wurden, raumta m_an sie überstürzt, und ihre Be- sxßunK durch die Belagcrer brachte _die Kanoniere der Citadelle unier cm „lrtilleric-Kreuzfeuer voii drei Richtungen und ein Gewehr- feuer auf 300 Clien Entfernung. Da die (Gescbüxze alle en Sardeita waren, wurde_ deren fortgescßtes Feuer unwirksam. N95!) Empfang von Versicherungen des Wohlwollens Seitens des Furstey wurde das ort bedingungslos übergeben und die Garnison marschirte _mit Wa en und Bagage nach Gatscbk, Wohin sie sich zu begeben wrmicbte. Die Festung isi durch das ArtiÜeriefeuer nicht seizr_ beschadtgt, sie be'ndei fich aber dcffenungcachtet in einem rumirten Zustande, weil seit vielen Jahren keine Reparaturen vor- getzoznmen Wordewwarcn und kein Matrrial, selbst für zeit- Wetlzge Werke, existirte. Die Schießscharten waren mit losen Steinen und alten, mit Steinen beschwerten Patronenkisten ausge- fullf._ l_Xnter dem _übergebenen Kriegsmaterias befand sich auch eine vollstandige_Baiterte Zwölfpfünder, Stahl-Hinierladcr und eine An- zahl von iwweren gezogenen Bronze-Kanonen, größtentheils unbrauch- bar, _nebst einigen alten glattgebohrten Kanonen _ im Ganzen 19 Geschußr. TY [owob[ der Garnison wie der Bevölkerung gestattet wurde, _1hrex33ch1eßwaffen zu behalten, gingen line Gewehre an den Feind uber; _aber große Quantitäten von Mnndvorräthen sind in den_Magazme_n_ aufgespeicbert. Die ferneren Bewr ungen der Armee smd ungewiß, da man über einen endgültigen Fe dzugs- plan noch Ulcht zUkCntschetdnng ge_l_(_1ngt ist. Den leßten Nachrirh- ten zufolge habxn dte albqnefischen Stämme auf den Fall von Niksic aewartet, un1_s1ch_allgem_etn zu erheben. Es ist wahrscheinlich, daß Bewegungen in dieser Richtung den Feldzugsplan beeinflussen mögen.“

Ragusa, 12. September. (W. T. B. Die Monte- nc__gr1n er griffen gestern bei Josero Hafiz Pascha an. Die Turfen wurden geschlagen und verloren 600 Todte Und 100 Gefangene.

Asiatischer KriegSschauplaß.

_ K_onstantinopel, 12. September. (W. T'. V.) Vom asiatischen Kriegsschauplatz wird gemeldet, daß eine von dem Lager Monkhtar Paschas detachirte Kavallerie-

Abtheilqu yon ca. 300 Mann Z:" Alexandrapol vor- gerückt set em rusfisches Kavall tachement geschlagen und ihm 150 Pferde abgenommenShabe.

_ Konstantinopel, 12. eptember. (W. T. V.) Der: w_1s ch Pascha meldxt unterm 9. d. M. ein für die Türken günstiges Gefecht bei Batum.

Landtags - Angelegenheiten.

Cassel, 11. September. Wie die „YesiMorgenztg.“ mittbeilt, hat der Vertreier Caffels im Hause der A geordneten und im Reich- tage, Ober-Trtxzunals-Rath Vr. Bähr, aus Gesundbeitßrückfickpten srin Piandqt fur das erstere niedergelegt. Derselbe hat das Mandat fur den Reichstag vorerst noch behalten.

Statistische Nachrichten.

_ Nach den Aufstellungen des Kaiserlichen statistischen AmTI im_ 7. _Hefte der Monatshefte zur Statistik _des Deutschen Retchs fiir 1877 ist die Einwohnerzahl des Reich von 41,008,792 Einw. [xn Jahre 1871 auf 42,727,360 Einw. in .]875 gestiegen. Dies entjprtcht im Durchschnitt einer jährlichen Ver- mehrun_g u_m 417,143 Einw. oder 9,76 auf je 1000 Einwohner. Es _fi_nd _namltck) durch Usbrrschuß der Geburten über die Sterbefälle jahrlich 497,0845 Einw. (11,37 pro Mille) binzuqetreten, während durch Wanderungen eme Verminderung um 79,941 Einw. (1,91 pro MiUe) stattgefunden hat. Die re_lativ stärkste BevölkerungSzunahme zeigen foiggndß Staaten: Preußen einschl. Lauenburg (10,12 pro MiÜe), Königreich Sachsen (19,22), Sachsen-Cobur Gotha (11,57), Braun- schweig (11,98), Anhalt (12,14), Reuß ä. . (10,27), Lübeck (21,79), Brexnen (37,41) und Hamburg (34,12). Eine dem allgemeinen Durch- 1chxntte sich nahernde Vermehrung hatten: Bayern (8,04 pro Milie) Wurttemberg (8,51), _Baden (7,68), Heffen (9,02), Sachsen-Meinin- geri (8,55), Reuß _]. _L. (9,21) und SchaumburZ-Ltppe (8,24). Jnier dem_ Dnrch1chmttc blieben erheblich zuruck: Sachsen-

eimar (0,83 pro Mille), Oldenburg (3,73), Sachsen- Altenburg (6,46), Schwqrzburg-Rudolstadt (3,79), Schwarzburg-Son- dershausen (1,07) und Lippe (2,95), während eine Abnahme der Ein- wvhnerngl erfahren Haben: Elsaß-Lothringen um 2,91, Mecklenburg- Scbwerm um ],76, Mecklsnburg-Strelix; um 3,40 und Waldeck um 6,67 pro Mille. _ Den [:hwäcbsten Volkszuwachs wiesen nach der Nordosten des Deutschendieichö, namentlich die preußischen Bezirke Gumbinnen (4,02 pro Milie), Königsberg (4,91), Marienwcrder (3,41), Bromberg (2,50), _Posen 4,04) und Köslin (3,518; sodann ein links der Oder und_ bis an die Grenze der Nieder ande bin im Norden Deuischlandé- sick) erstreckendes Gebiei, zu dem 11. A. die preußischen Bezirke Stralsund (1,30 pro Mille), Lüneburg (1,63, Stade (4,43), Hildesbetii_1(3,91), Minden 3,70) und das Herzogt um Oldsnburg (4,09) gehoren; endlich im Südwesten Deutschlands ein größeres Gebiet, welches, abgesehen von Elsaß-Lothringen, aus den badischen Bezirken Offenöurg (4,54), Freiburg (4,57), Lörrach (0,74), Waldshut _(1,03), Constanz (2,54), der Hesfischen Provinz Obrrhcffen (0,98), Hdbexizollcrn (3,44), sowie dem Schwarzwaldkreise (3,75) und dem Jagstkretsx (3,86) von Württemberg besteht. In der Gruppe de_s Nordostens sind hauptsächlich die Fortziige, in den nörd- licher: Bezirken links der Oder vorzugereise dir langsame natürliche Bevolkerungßzunahme [Zet mäßig starken Wanderungen die ursächlichen Momente; in den badischen Bezirken wirken Langsamkeit dcr natiir- lichen Zunahme iiizd Fortzüge mäßig stark zusammen; in den würt- thbergischcn Kre_11en_ umd Hohenzollern erscbcirien wiederum die Fort- z_uge q[s_l)a_uptsachltcher Faktor. Geographisch weniger geschlossen sind die Bezirke_m1t_ auffallend hohem Volkszuwachs. Es zählen zu denselben, so_wett sie nicht oben bereits namhaft gemacht sind, folgende Bezirke: Oppeln (12,41 Zuwachs pro Mille), Potsdam (13,27), Ersurt (10,69), Hannover (15,02), Leipzig (19,80), Dresden (25,57), wickau (18,70), Arnsberg (31,37), Düsseldorf (23,69), Cöln (16,30), lesbaden (17,53), Starkenburg (14,07), die Rheinpfalz (10,44), Mannheim (26,07), Karl:;ruhe (18,24), Neckarkreis (17,19) und Oberbayern (15,11).

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Dresden , 12_. September. (W. T. B.) Heute Mittag ist der Gezieral-Mufikdirektor ])r. Julius Rieß bier gestorbrn.

Zurich, 10. Sxpiexnber. (N;_ Zürch. Ztg.) Heute Vormittag wurde unter dem Prasidmm des (Gcoeimen Raths Professor Biunischli die Sitzung des Völkerrechtlichen Institutes im Gesellschafts- l)a_use zum Schne_cken eröfiinei. Die Versammlung ist nicht sehr zahl- reicl), da das Stiftungsfeit der Universität Upsala mehrere Mitglieder abhielt, bier z_u Erscheinen. _ Doch sind Deutschland, England, Ruß- land, Frankreich, Oesterreich, Belgien, die Niederlande und die Schweiz vertreien. Es wurde ein interessanter Bericht über die Ar- beiten deY Instituts im verflossenen Jahre von Hrn. Rolin verlesen. Zum Prafidenten für das kommende Jahr ist Hr. de Parieu ernannt worden. Unter den Gegeyständen, welche dieSmal auf der Tages- ordnung stehen, _bcfindet sich _die Orgariisation eines interoationalen Prisengerichtes, ein Vorschlag uber gemeinsame völkerrechtliche Regeln init szuZ__au_f_ den Erwerb und den Verlust des Staatsbürgerrechts und mrt 5_uck71cht aus die Auslieferung. -

_ _Dre Zyternaiionale Gesellschaft zur Erforschung und Civilisiryng _vo_n Afrika entsendet, der „Post“ zufolge, von Brnffrl aus im_ nachsten Monat, unter Leitung des Hauptmanns Crespel y_om beigtsckxn Generalstabs, eine Expedition nach der afrika- nischen Ostkuste. Die Expedition wird fichvonSoutbam tonzunäéhstnach Nat1_11__bkgeben._ _ Der bekannte italienische A rikareisende Kapitan G e s s 1 steht im Begriff, abermals eineReise in das Herz Afrikas a:)zuireten; er_ Wird auf derselben von dem Dr. Matteucci begleitet sein. „Das Reiseprogramm gebt dabixi, fich iiber Chartnm nach Gon- dokoro zu begxben, um von hier nach Kaffa am Godscheb abzubiegen, xvosxlbsi Gessi mxt dcm Marchese Antinori, dem Führer der von der italienischen geographischen Gc1euschaft auskxesendeten Expedition, zu- sammenzutreffxn gedenkt.

Lund, 9. Seprember. Vorgestern starb hier der Orientalist ])r. C. Tornbcrg im Alter yon 70 Jahren, seit mehreren Jahr- zehyten Professor der orientalischen. Philologie an der hiefige:-i Universitat.

_ Iii der_KöiiigliÖen Hofbuchhandlung von E. ngr. Mittler u. Sohn ist ein alphabetisches Sachregister zum Armee- Verordn'ixngsblatt erschienen. Dasselbe umfaßt die Jahrgänge von _1867 516 1876 und erleichtert sehr wesentlich den Gebranéh des amtlichen Blattes.

_Land- und Forstwirthfäxaft. Jm Regierungsbezirk Danzig wird die Ernte aÜer Zruchigaifungrn im Durchsch11itt eine befriedigende werden. Die in olge de_s Detchbruches bci Fischerkampe inundirt geivesenen Niede- rungen im Elbinger Kreise zeigen kaum noch eine Spur von der _Ueberschwemmuzigx Es haben ami) diejenigen Ackerländcwien, dir erst im Zum vvÜstandtg trocken *elegt worden sind, noch mit Sommer- ge_tre1de_ ((HZrstc nnd Hafer) estellt werden können. Dieselben sind bis (zus einige Haferfelder bereits überall abgeerntet und haben ute Ertrage gegebxn. Die Kartoffeln haben einen guten Stand. ei denjenigexi ersen_ und Weideländerkien, Welche erst spät entwäffert w,)rdezt smd, ist Lm fühlbarcr Ausfall eingetreten, da aiif diesen bei Exntritt der Frubiabrßregetation vielfach unter dem Waffer dic Grawarbe angefault ist. Die Grummeternte verspricht eine recht gur: zu wixrden und wird den Ausfali am ersten Heuschnitt zum guter: Theil erseßen.

_ __D_e_rdeuische Weinbauverein wird am 26. September seine dteßwbrige Generalversammlung in Freiburg i. Br. abba_lfen, unt welcher ein vom 25. bis 28, September dauernder Wetnbaukongreß verbunden sein wird. Auf dem Kongreß werden

die Maßregeln gegen die Reblaus eingehend besprochen werden.

_ London, 10. September. E- C. Dutch die sehr uugüusti e Witterung der l_evten Wochen t die schon ohnehin nicht se r lanzende Ge_tre1dee_rnt_e Englands weiteren Schaden gelitten, nsbesondere ist das Embermsen stark verspätet worden. So nimmt man an, daß am 30. August nur die Hälfte derFrucht geschnitten ?Msen sei. Auf gutem Boden blieb der Ertrag des Weizens um 5%, an_f nassem m_td zu lxicbtem Boden um 30% hinter einer Durchschmttßernxe zizruck_. _Die Grafschaften Kent und Norfolk haben u_och die verbaltmßznaßt beste Ernte aufzuweisen , die ge- rt_ngste chegden die rgfschaft Effex (wegen ihres uu- unftigen o ens) und die mittleren englischen Grafschaften wegen de_s schlechten Wetter!), nicht zu gedenken Schottlands und des nordlichen Englands, wo der Weizen theils noch auf dem Halm steht,_tbetls der_thterung wegen nicht eingefahren werden onyte u_nd im Felde m den Garden keimt. Was die Schwne der Weizenkorner anlangt, so find im Durchschni1t drei Viertel leicht und von_schle_chte_r Beschaffezibett, ein Viertel sehr gut. Im Ganzen blelht dle dtchabrige Wetzencrnte um 20% bintcr einer Durch- sciymttScrnte zizrück und liefert nur 10/2.-„ des JabreSbedarfs der Be- volk_erung. Dte_Gerstenernte bleibt um 10% hinter einer Durch- scdtittisernte zururk. Ihre Bxschaffenheit ist durchschnittlich einc un- gunsttgc. Hafer ist mittelmäßig, Heu gut gerathen.

Getverbe und Handel.

Die Bilanz der Deytseben Bank für das erste Semester d. Js.we1st, der „B. Bors. g.“ zufolge, ein Reinerträgniß von 1,964,884 „M auf. In der ilanz figuriren 1,677,262 „sé Kassa, 36,584,374 „M Wechsel; unter den Passiven 8,954,170 „(€ Depofiten und 16,575,760 „(& Acxcpte. Die sämmtlichen Reserven b:tragen 4_,413,813«F_Q Das Gewmn- und Verlustkonto weist bei den Wechseln cinen Gewinn von 839,526 „15, an Prorifioncn einen Gewinn von 632,013 „45, bei de_n Filialen einen wainu von 433,839 .“: nach. Die Handlgngsunkosten betrugen im ersten Semester 209724 «ck

_ Die in der [exten Sitzung des Aufjichtßraihs der Bres- lauer Disk_ontoban Friedent17c1l & Co. vorgelegte Bilanz pro 1. Semester 3). Is. ergiebt einen Bruttogewinn von 639,729 „M Nachdem von diesem Bruttogewinn die Handlungsunkosten mit 94,817 746 und diverse Debitzinsen :e. mit 33,517 „45 in Abzug ge- bracht smd, bleibt ein Gewinn von 511,395 „41; Das:; Aktienkapital der Bank beträgt gegenwärtig noch 15,000,000 ckM-

Nassau, 10.S_ept_embcr. (Cobl.Ztg.) Jm nabkn Dansenau wiirde vor kurzer Zeit en] Bleierzlager von nur geringer Stärke erstburfr. Heute nach weiterem Vordringen fand man ein recht starkes und yielversprechendes Bleierzlager. Ein Unternehmer für den Be- trieb hat sich bereits qefuyden.

_ Im _Monat August cr. wurden bei der All gemeinen Un - fall-Ve__rsicherun_gsbank in Leipzig 5321111fälle, und zwar 9 Todesfalle, _9 Unfaile, welche den Betreffenden Lebensgefahr berei- teten, 10__Unfalic, die ihrer Natur nach eine totale oder theiliveise Juvalidiiqt der Verletzten erwarten lassen, und 504 Unfälle, aus ivel_c_be_n sich fiir die Verletzten nur eine vorübergehende ErWerbs- uyiaHtgkUt _prognojtizireu läßt, angemeldct. Von den 9 Todes- fallen ereigneten (ich 2 in Stcinkoblenrverken und je 1 in einem Kalkwerk; emem_ Brirugßoblenwwke, einer Eisensteingrube, einer Tyffitemgrube, ciner Gußstablfabrik, einer Schneidemiible und beim Eisenbahnbau. Vou den 9 [cbenSgefährlichen Beschädigun- ge_n enifailen_2 an_H;111UU?kakrkE und je 1 auf eine Brauerei, eine Gwéömdhle, chic Eiiengteßerei, eine Steinkoblcngrube, einen Granit- stemhrnch, Brucksenbau urid Dachdcckcrei, wiihrend von den 10 In- vqkided 3 aus Webereien i_md je 1 auf eine Dampfziegelei, eine Ersenstemgruhe, ck_ne _Dampfjcbneidemühle, eine Zuckerfabrik, eine Flachsgarn_1pinneret, eme Waggonfabrik und Tunnelbau kommen.

_ Dir Verwaltung der Württembergischen Hypotheken- bank schreibt _fur den 1. Januar 1878 eine weitere Eineablunq von 90 «._er Liktte aus. Zweck der Einzahlung ist die Vermehrung der Ptandbrtcfe, Welche na_ch den Statuten bi) zum zehnfachen Be- trage des eingezahlten Kavitals aué-gegeben Werden dürfen.

H amkizrg, 11. September. In der Versammkung des Gewxrbeycrcms am 6. d. MW., mit Welcher die winterliche Tbattgkeii desselben _eröffnct Wurde, fand der Antrag auf Veran- stqltung cincr Lehrlingsausstellung nm Ostern nächstenJahres wrdersxxruchslosc Amiahme. _ Am 15. d. Mt.“: findrt die Eröffnung de? bie_11gen neugegrundcten Kunstziewerbemuieums (unter der Dtrethndvon ])_r_. BSrinckmabnn) stxtt.

_ on on, . epiem er. (E. C Die ersten dies'ä ri en Schiffsladnngen rwn Korinthen sind liier eingetroffen. Uejbeki ine Beschaffenhert,_ die durw starke Regenfälle in den betreffenden Be- zirken sehr gelttirn hat, wird stark geklagt. Dcr Ausfall in der Gesammternte Wird auf 20,000 Tons geschälit.

Londoxi, 12._ September. (W. T. B.) In der gestrigen Wollauftion zeigten aUe Sorten eine steigende Tendenz.

Harre, 12. September. _(W. T. B3 Die heutige Woll- aukrion war wenig belebt. Die Preise ste ten fich gegen diejenigen der tm Juli stattgebabten Auktion um 5 bis 10 Centimes niedriger. Angebotewwaren 1774 Balien, verkauft wurden 371 Ballen.

_ Em Telegramm der „Int. Tel. Ag.“ aus Nischni-Now- gorod _meldet den_Schlu_ß der dortigen Messe. Die Zahlungen wiirden tt_n Allgemeinen ordnun Emäßig geleistet, angenommen einige [eme _ or0_erungen_. DUS Ende er Messe wies animirtrs Geschäft in allen weigen, mit Au€nahme der Luxus- und Eisenwaaren, auf.

Verkehrs-Anftalten.

London, 8. September. (A. L's. C.) Der soeben in London aizsgegebene_ Ber1cht der Postverwaltun für 1876 zeigt wiederuw eiiie bedeuten_de_ Zunahme des Postrerkgebrs und enthält, ww gxwodglxch, ;telerlermtereffantc Einzelheiten. Die Gesammtzabl aller im Komgretch aufdie Post gegebenen Briefe betrug 1,018,955,200, 1 '),/g mrhr als nn Vorjahre oder 31 Briefe per Kopf dsr Bevölke- ru1_1g. An Postkarten find L'2,935,700 befördert wordew, um 6,7 0/9 mcor als im Jahre 1875, an Bücber-Packeten 298,790,800 oder 6,8 13/0 mehr, u_nd an Zeitungen 125,065,800. Die Zahl der einge- ichruxbenen Briefe_ [BUY 5095116, was ungefähr 1 ein eschriebenen Jus 200 géwqhnltrbe riese au-Zmacht. Als unbesteil ar wurden -)_,897,724 Briefe: in das Zsturnpä 14661361' 01606 zurückbefördert, oder cme__r auf 16 aufgegedene Briefe. Von diesen kamen dock) nahe an */10 entweder a_n die Absxnder oder an die Adresse an. Mehr als 33,100 BriefZ wurden ohne irgend eine Adreffe an_fgegeben* von dieser; xnthielten ]52 zusammen etwa 390 Pfd. Ster. in i'mze und Banknoten, und i_iabezu 5000 Pfd. Sterk. in Cheques, Wechseln 2c-. Etwa 79,000Fre1marken wurden in den verschiedenen Postämtern lose umherltcgcnd gefunden._ Obnx alle Umkkeidung Wurden 14,346 Gegenstande aufgegeben. Ein Brief mit Banknoten im Betrage von 1000 Pfd. Sterl.,_ an eine Bank adressirt, wurde offen vcr- cfunden. In em_er u_nbesteübaren Zeitung fanden sich vier

overei US, und in einer anderen ein goldenes Medaillon vor. nter __ d_en_ postreglementswidrigen Sendungen sind hervor- Jheben: Ku:1_7_tl1che _Augen und Zähne, Perriicken, Blumen,

bst und Gemnse, Wildpret_a11€r Art, Fische, Blutegel, Frösche,' Schlau en "und Eidechsen. Eine lebendige Schkan e, die aus einem §Yostpa et entschlupft war, wurde in Holybead un Kingswwn Ma- rtne-Postgmt e_ntdeckt,_ und, als fie nach Verlauf von 14 Tagen von ihrem Ezgerxihumer nicht reklamirt wurde, dem zoologißcher- Garten in Dublm_ubergeben. Jn Liverpool kam ein Packet mt einem [e- benden gehornien Fr9sch_ aus dei) Vereinigten Staaten an und wurde dem Adressaten behandcgt._ Die abl der im Jahre auf cgebenen Telcgramme betrug Mit Aus chlu der Zeitunastelgegramme 23,440,439 o_der 900,_000 mehr als im orjabre. Das Reinerträgniß der PosY belief fich m 1876 auf 1,947,000 Lfd. Stcrl.

Triest, 13_.September. (W.T.B.) er Loydpostdampfer „Hungarta“ lst heute Morgen aus Konstantinopel hier eingetroffen.

Southam ton, 12. September. (W.T.B.) Der Dampfer des Norddeut cher. Lloyd „Mosel“ ist eingetroffen.

New-York, 12._Scptember. (W. T. B.) Der Dampfer „France“ der National-Damfschiffs -Compagnie (C.

* Messiiigschc Linie) ist Hier eingetroffen.