1877 / 235 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 06 Oct 1877 18:00:01 GMT) scan diff

rtei wird vor- angen, dagegen (hs erledigten Size um gung selbst war sehr

Resultate geliefert, wie früher. Die liberale ausfichtlicb id:"? 26 cri? _ werden die Ultranwntanen ihre 15 Die Wahlbabeili

digteu Eise wieder er

einen vor gering, 0

mrhrt sel)en.

| bis zu 4 pCt. herunter.

Wien, 4. L'ktoder. Die heutige allen Theilen _ Wie die Abcndß in Schön: sen wird um dieselbe

Oeserreicb-ngarn. Namenstagsfeier dcs Kaisers wurde in des Reiches auf das Fcstlichste begangen. Z.“ meldet, trifft Se. Majestät morq Der König von Zak) Zeit nach Dresden abreisen.

Pest, 4. Oktober. geordnetenhauses dccndi die Verhandlung des Zu 'nsichtlici) dcr Polarisationsgra zéll, daß er seinerseits dcr Horab zusiinnnc, bei drm feinercn 99',/., Gradrn ersuche; abrikanten c modifizirt in dicseni Siu erklärt der Abg. Hegedüs, jene welche die Fabrikanten Stcucrocrkiir

brunn cin.

r Finanzausschuß des Ab- te in isincr heutigen Sitzung ersieuer:Gese8entwurfes. de eri'lärte der Finanz-Minister setzung von 93 ans 92 Grade der um Beibehaltung von Minister )cmerkte, daß die inter: brnfalls damit einverstanden waren. Der ne dcn §. 10. Eiiwendungen zu theilen, u strengen Strafen

Modifikation

Bci §. 11

dieses Para: wenn bei amtlicher Feststel- untcr 92, be i'l)ungsweise aber einen

graphen in dem Sinne zu, daß, grhaltcs ein Minus: Sgradcn gefunden wird, daffel cine Strafe nicht cintret 11 werde; falls aber der Unter- dann solle das Strafverfahren modifizirt den in Rede ste .) der Ausfiihrungen des Mini aragraphen des Entwurfs ohne Mo- kation an. _ Der Minister-Präsidrnt Tisza wird in der g des Abgeordnetenhanscs iiber die Angelegen- Bericht erstatten. _ Heute Vormittags Minisicrrathssißixngen statt.

Niederlande. Amsterdam, 1. Oktobrr. (Leipz. Ztg. Das Entlassungßgesiick) der im Stadium der Erwägung dei drm Königs, Apeldoorn, wohin 1icl) Se. Wochr, in Begleiiung dcs Ministers des Innern, der Eröffnung einer neucrrichickon morgrn nach dem Haag auf die Unter-

lung des Zucker 99; Polarisation halben Grad nicht iidcrstrizit, und nur die Restitution en schied einen Grad überstdigt, Platz greifen. Der Auxiscduß den Paragraph im Sinn und nimmt die übrigen P

morgigen Sißun Élfi) detailirtrn achmittags fanden

Minister bcfindct sich um welcher von Majestät zu Ende der vorigen Heemskerk, begeben hatte, um Schulanstali dairlbst bcizuwohnen, zurückkehren wird. _ richtsfrage bezügliche

Der mehr erwähnte, Passus in der Adresse der Zweiten [staaten auf die Thrdnrede, welcher Annahme fand, 38 Stimmen (12 Mitglieder Abstimmung) genehmigt wurdr, niißliche und noxl): bung bringen zu Einer derartigen

mit 44 gegen 28 Stimmen wiihrend die

ganze Adresse mit 53 gegen fehlten oder enthielten sich der „Auf unsere Brreitwilligkcit, wendige Verbesserungen in unseri: Gcsxßge er Zeit gerechnet wrrden. f aber vor gilem das Primarunterrichts: ichtige Voiksftage durch den Mangel an schen der Regierung und der Volks- d, ruft eine aligemeine und tief- eute tritt das neue Ges etz t in Wirksamkeit.

elfen, kann zu jcd Berbefssrung bedar eseß. Daß eine so w

ebereinstimmung zwi vertretung beeinträchtigt wir e ühlte Enttäuschung hervor.“ _ höheren Unterri den drei Staatshochschulem die jetzt die Benennung täten“ führen, wird dieses Ereignis; durch die Einfiihrung der neuernaimten Rektoren in ihr Amt gefeiert.

Die JahreSgc-halte der Pro sind nun von der Regierung geregelt worden, das; das n, welche weniger als

fefforen an den Reichs - Universitäten durch das, Staatsbndget für 1878 so Minimum von 4000 Fl. den 5 Jahre im Dienste smd, 5000 Fl. 0jäbrigen und 6000 Fl. für mehr als 10jähri drr Eidesablegung an gerechnet, zuwiannt wird.

dentlicher Profeiwr Mid die an einer anderen Der Betrag der persön- agen fiir Professoren, welched11rchAdschaffungdrrKollegien- e erleiden werdrn, ist noch nicht mit Bestintmißeii er- Budgei gebracht worden.

s für die Utrech-

fiirH-bis1 nDienst, von abei wird die Dienstzeit als außeror niederländischen liöben Zul gelder Einbuß _ mittelt und deshalb noch nicht aus das reichlich 44,000 Fl. fiir die Leidenschen, für die Groniugrr Professoren entfallen wiirden. sind gegenwärtig 44 Professoren der Groninger

Hochschule mitgerechnet.

37,000 Fl. 7001) Fl. der Universität Leiden an der Uirechtcr 32, an Lekwren (dermalen 2 in Leiden “und 2 in Uirecht) ist Die Fakultäten Hatten eine sofortige Er- Profesioren und Von 20 bis 30 Lek- welcbe Zahlen nach der niedriger gegriffen das; diesen

Erhalt der auf 2000 F1. bestimmt, nennuni von 30 bis 40 neuen toren fiir Uöihiq erachtet und beantragt, Ansicht der Kurattpen etwas, aber nicht viel, Werden könnten. Die Regierung aber War der Meinung, cht jetzt schon Folge gegeben werden köane, da, nachd dete Universität der Stadt Amsterdam ihre Professuren kaum erst besetzt haHe, eine solche Anzahl fiir diese Gelehrten irobl rxiclz-t zur „Verfiigung sei. ,

ck einem dem Kolomen-Mmistsrium zugegangenen Gouverneurs von Niederländ isch: ai auch der

chin, sick)

Vorschlägen ni die neu gegrün Sieilimg geeigneter

Telegramm des General- Ostin dien aus Batavia vom 25. September, an der Nordküste von der niederländis en Souveränetät unterworfen un alle ihm gestellten Bedingungen angenommen. in Atehin erner nach Batavia berichTet, vortrefflichen nettesten Post

Nadja von Merdu

Septemr-er Smalangan nrhmen.“ _ . , den niederländisch- west111d1schen Kolonien sind aus Paramaribo, vom 1. September, und auß Curayao vom 28. August, Meldungen nach welchen Nunmehr einer alsbaldigen defini- erstellniig der früleren freundschaft: ungen zw1ichei1 den iiederlanden und der Rrpirbiik mit Brstimmtlwit entgegen.- gesehen werden kann. In einem Schreiben aus Curacao, vom 28. August, wird dariiber folgende nähere Mittheilung ge: macht: Die Wiedereröffnung 'der venezuela11ischcu Häfsn von Maracaidd und Coro wird in den' nächsten Tagen erfolgen. Der Präsident der Republik wird sick) irlbst dort in begeben, Um„daselbft die auf diesen Akt dezügiichen De tete auSzu: fertigen, ,und hat bereits an eine Anzahl angesehener Per- sqxren Einladungen gerichtet, dcn Festiichkeiten, welche bei dreier Gclegeyhert werden veranstaltet werden, beizuwohnen. "Unter den Emgeladenen befinden sich auch einige niederlän- _, _ Sobald der Vrrkchr mit jenen drm 1112derland1schen Handel wieder geöffnet ist, wird Hafen von Curaxao fiir. die Ausfuhr von Pulver geschlossen werdem Dies? Gegenlßiftung wünschte, dem Vernehmen nach, die yr'neziielam'fche ngierung, um fortan sicher zu sein, daß Aufjiandrsche im Gediete der Republik sich nickt wieder (wie es diSher iiach Angabe der venezuelanischeii

elzlslmder daß in

Mit der eingegangen, tiven Wied er

lichen Bezir venezuelani ck

dische Notadilitäten.

ehörden zum

öfteren vorgekommen sein HID von dem nahen Curaßao aus mit Pulvervorräthen verse n. Es würde durch diese beider- seitigen Gcwährungen der Weg zur Wiederanknüpfung der diplomatischen Beziehungen zwischen den Nioderlanden und Venezuela angebahnt sein, und der Eintritt dieser für beide Staaten sehr wiinschenswertyen Regelung demnächst auch, wie verlautct, erwartet werden können.

Großbritannien und Irland. Loxxdon, 4. Oktober. Die „London Gazette“ vom 2. d. M, vcrönentlicht die Liste der in Folge des Erlasses vom 13. August 1877 noth- wendig gewordenen Veiörderungezt und Ruhestanch- verseßungen im Heere. Danach jind vom 1. d. Mts. ab 68 Generale, 32 GenerabLieutenantS und 11 GcnerabMajore auf Halbsold gesezt. Unter den verabschiedeten Generalen be: finden sich Sir ;)iichard England, Sir WilliamJoanodring: to.x, Sir Duncan Mc. Gregor, Earl Lucan, Sir Edward Cust, Sir William Knol1ys, Sir Richard Davies, Sir William Fenwick Wiliiams, Lord Rokiby, Sir Eduard Sabin, Sir Patrick Grant, Lord Airex), Sir George Buller, Sir James Alcxander, ViScount Templetown, Lord William Paulct und Sir Charles Hastings Doyle. In Folge dieser Ruhestand?“- vrrseßimgen ist eine große Zahl von _Avancemexits noth- wendig geworden, und zwar sind 80 General:Lwnt,enants 511 Generale", darunter Prinz Christian von SchleSwrg-Hol: stein, 118 General=Majore zu General-Lieutcnants, darunter Sir Arnold Kembal] (der englische Militär-Bevollmächtigte bei der türkischen Armee in Kleinasien), und 138 Brigadiers und Obersten zu Gcneral-Majors, darunter Sir Garnet Wolseley, 138 Majore zu Oberst-Lieutenants und 136 Hauptleutr zu Majors befördert worden. _ Die Sammlungen für Jndißn haben bis jetzt 293,000 Pfd. Sterl. ergeben. 200.000 de. Sterl. sind schon nach Jiidien gesandt worden, 50,000 Psd. Sterl. folgen am Freitag nach.

_ (21.21. C. em detaillirten Ausweise iiber die Staats: ein nal) m an während des am 30. September beendeten zwriien Quartals des laufenden Finanzjabres zufolge betrugen die ge: sammton Einnahmen 16,624,982 Pdeterl. gegen 16,734,607 Pfd. Sterl. oder 109,625 Pfd. Sterk. wrniger alZ im ent: sprechenden Quartal des vorhergrhenden Jahres. Die Ein: nahmen aus den Zöilen lieferten 4,670,000 Psd. Sterl. oder 173,000 Pfd. Sterl. weniger als im Vorjahre; die_ drr Ge: tränkesteuer 5,547,000 Pfd. Sterl. oder 334,000 Psd. St_erl. weniger als im Vorjahre; der Stempelsteuer 2,564,000 Pfd. Sterl. oder 11,000 Pfd. Sterl. weniger als im Vorjahre, der Grund: und Gebäudesteuer 128,000 Pfd. Sterl. over 23,000 Pfd. Sterl. mehr als im Vorjahre, dcr innkonunen- steuer 404,000 Pfd. Sterl. oder 62,000 Pfd. Steri. mehr ach, im Vorjahre, der Post 1,496,000 Pfd. Sterl. Oder 26,000 Psd. Sterl. weniger als im Vorjahre, aus den Telegraphen: linien 355,000 Pfd. Sterl. oder 10,000 Pfd. Sterl. mehr (L_[s im Vorjahre, die Einnahmen aus den Domänen 82,000 Vid. Sterl. und verschiedene anders Einnahmen 1,198,535 Pfd. Sterl. oder 355,315 Vid. Sterk. mehr als im Vorjahre. Die StaatéZeinkÜnste in dem am 30. Scptember bcendeten Jahre belicfen sich auf 78,974,867 Pfd. Sterk. gegen 77,564,833 Pfd. Sterl. im VorjaKre (Zunahme 1,410,634 Pfd. Stcrl.). Die Staatsachga en vom 1. AÉril bis 30. September belie- fen sich auf 38,784,526 Pfd. terl. gegen 38,389,847 Pfd. ?tßrl. in dem entsprechenden Zeitraum des vorhergehenden . a res.

Indien. Der „Times“ wird aus Calcutta Unter dem 30.1). M. telegraphirt: Die Berichte über die Hungers- notl) in Madras lauten fortdauernd giinstig. Ju drr

(111an Präsidentschaft ist reichlich Regen gefallen und die andwirthschaftlichen Operationen sind in thätigem Vcrlaui. Die Sommerrrnte ist nalzcszu eingeheimst. In den südlichen Distrikten ist der Ertrag ziemlich gut, im Norden abe: geringfügig. Die Preise drr Lebensmittxl sind indes; noch nicht wesentlich gefallen. Zn My1ore hat ein allgemeiner ngen die Erssteaußsicbten beträchtlick) gc;- bessert. Die Wetterbrrichte aus Bomba!) [(int-,n ünstia. Die Saaten grdeihen, aber Regen ist dringend :r- orderlich. Zn Guzerat ist der Stand der Flüsse nock) im'ner niedrig, Zn Scinde sind die ErnteauZsithen schlecht. In den Centraiprovinzen ist aUßer einigen Schauern kein Regen gefalien. und der AUSfall der Ernte stößt große Vesorguiffe ein. Auch in Radschputana ist Yanni irgrnd welcher Regen eingeireten, und laden sich die Ausnchten nicht gebessrrt. Im Nordwesten hält ie Dürre noch immer an. Die Ausiiciit fiir Punjab ist in Folge Regenmang'zls selir düster.

_ 6. Oktober. (W. T. B.? Gestern hat ein außer- ordentlicher Ministerrath tattgefunden.

Frankreich. Paris, 4. Oktober. Das „errnal officiel“ veröffrntlicht folgendeH Dekret: „In Anbetracht eines im Namen der Stadt Chaieaudun vorgetra- gencxr Wunscheß und in der Absicht, das Andenken an den [)eldenmüthigrn Widerstand zu verewigen, wrlchcn diese Stadt im Jahre 1870 der Invasion der“ deut: ick en Armee geleistet hat, verfügt der Präsident der französi- ichn Republik: Art. 1. Die Stadt Chateaudun wird ermäch- tigt, in ihr Wappen und zwar 'zu Häupten desselbru, das Kreuz der Ehrenlegion aufzunehmen. Art. 2. Die sonst mit einer Wappenveränderung verbundsnen Taxen werden der Stadt C ateaudun erlassen. Art. 3. Der Siegeldewahrer ist mit dsr 2.11t3fiihrun diefes Dekrets bsauftragt.“ _ In Chateaudun at dis egierung, der „Fr. C.“. zufolge, den Legitimisten médée Lefévre Pontalis als Kandidaten aiti'gestellt. _ Der zweite Y_rief de?- Grafen Monta- livet an das „Journal des Dsbatß“ beleuchtet an der Hand der Geschichte die liberalen Griindiizße, vdn weichen fick) die Juliregierung unter allen. Mimfterien beiKammerauflösungen und Kammerwahleuhabeieiten lassen. _ Hr. Jules Grévy ist noch immer nicht nach Paris zurückgekehrt.

_ 5. Oktober. F8. T. V.) Prixiz Jerome Napo- leon hat wrgen des erhaliens der Polizei und der Behörden von Ajaccio bei Gelegenheit der der seiner Ankunft in Ajaccio stattgehabten re udiikanischen„Kixndgebung einen Pro- test an den Justiz: inister gerichtet.

_ 6. Oktober. (W. T. B.) Das „Journal officiel“ vcröffentlicht ein Nundichreiben dessMinisters des Innern an die Präfekten, in welchem dieselben an ewiefxen werden, Maßregeln zu ergreifen, um alle „perfiden ngri e“ _ gleichvi-Il in welcher Form dieseiben erscheinen _ zu un- terdrücken, welche sich egen die Re terung und den Marschall: Präsidenten richtrn un denselben TU1chÜch so darstellen, als ob unter klerikalen Einflüssen eine 16 Erhaltung des Friedens gefährdende Politik verfolgt werden könne.

Spanien. C u b a. a b a n a , 12. Septembrr. (A. A. C) Der General:Lieutenant uiE P r e 11 de r g a | ist an Strike des

verflorbezien Feldmarschalls Tejada zum Civilgouverneul des östlichen Departements ernannt worden. _Das gelbe Fieber tritt jest heftiger auf, als in den Monaten Juli und August, und die Todesfälle sind häufiger.

Italien. Rom, 1. Oktober. (Pol. Korr.) Die Re- gierung beabsichtigt, wie vcrlautct, die diesjährige Parla- mentssession in der ersten Hälfte des Monats November, um zwei Wochen früher, als es sonst üblich ist, zu eröffnen, damit das Budget pro 1878 mit Muße durchberatlien wer: den könne. Hier ist die Ansicht vorherrschend, daß das Par- lamrnt lediglich die Session 1876/77 fortsetzen und nach Er- ledigung der wichtigsten Vorlagen, die Wahlreform mit inbe- griffen, im Monat März oder April aufgelöst werden wird. Dicsfails würden die Neuwahlen bereits nach dem neuen Wahl- aescße, welches die Anzahl der Wähler verdoppelt, stattfinden. Das Budget iwo 1878 ist bereits festgcsieüt. Dasselbe weist eincn Ueberschuß von 8,584,836 Francs auf, vorausgeseßt, daß diese Ziffer durch unvorhergesehene Ereignisse nicht noch alterirtwerdensollte. Das BudgetdeSKriegZ-Ministerimns beläuft sich diethal auf 192 Millionen. Das Mehrerforderniß stammt hauptsächlich ach drr von dem General Mezzacapo beabsichti ten Vermehrung der Zahl der Kavallerie-Regimenter von 20 au 30 und jener der AlpcnjiigrrComp-„ignien von 24 auf 36. Wenn auch der definitive Rechmmgsadschlnß keinen so hohen Ueber- schaß anfweiscn sollte, wie es vorläufig priilimmirt wurde, so nmß das Verschwinden des Defizits aus den italienischen Budgets cm und fiir sich als ein nicht zu unterschäßeudes Ereignis; für Italien angesehen werden.

_ (Cöln. Ztg.) Der am 29. 1). M. in Ncapelverstorbene Kardinaipriesier Sisto Riario Sforza war am 5. Dezember 1810 geboren und wurde von Gregor )(71. im Jahre 1845 zum Erzbischof von Neapel, im Konsistorium vom 19. Januar 1846 zum Kardinal ernannt. Er war Mitglicd der k). Kongregationen der Bischöfe und geistlichon Orden, ch Konzils, der eistlichen Immunität, des Index und der DiSziplin der gcistlicFen Orden. Riario Sforza ist der 119. Kardizxiil, wclcher unter dem Pontifikat Pius' [X. das Zeitliche segnet, wiihrend noch sieben Kardinalshüte zu vergeben sind. Von dcn lebenden 63 Kardinälen sind nur noch vier von Gregor )(71. ernannt, niimlich Amat, geboren am 21. Juni 1796 und ernannt am 19. Mai 1837, von Schwarzenberg, geboren am 6. April 1809 und ernannt am 24. Januar 1842, Asiiuini, geboren am 14. August 1802 und ernannt am 22. Januar 1844, endlich Carafa di Traetto, geboren am 12. Juli 1805 und ernannt am 22. Jnli 1844. Alis iibrigen 59 lebsnden Kardinäle had-sn den Pnrvur aus den Händen des gegrnwärrigrn Papstes erhaltrn. Der Tod des Kardinals Riario Sforza wird in?:besondere in Neapel, dessen Arme seine mildthiitiae Hand wohl kannten, tirf beklagt und auch die liberalsn Blätter versäumen es nicht, seinem Andenken “ehrende Nachritfe zu widmen.

Griechenland. Athen, 5. Oktober. '(W._T. B.) Die „Polit. Korresp.“ meldet: Der König begiebt sich demnächst zur Jnspizirung der griechischen Truppen an die türkische Grenze. Die Entschridung iiber dieBesctzUng drs Minister- Präsidenten-Pdftens ist neuerdings wieder vertagt worden.

Türkei. (W. T. 23.) Eine Depesche der „Polit. Korr.“ aus Belgrad vom 5. d. besagt: Die Corpskdmnmndanten Nicolic und Alimpic sind mit inem Stade adgsgaiigen, die beurlaubtem Offiziere sind einberu en, an die Milizsoldaten des ersten Aufgebots in den Grenzdistrikten ist Befehl ergan- gen, sich zu 25tägigen Lagerübungen zu stellen, eine Brigade ist an den Timok abgegangen. Die Türken führen in Zwornik und Bjelina Schanzarbeiten aus.

SchWeden und Norwegen. Christiania, 3. Oktober. Der König ist am Sonntag Akend hier eingetroffen, um den norwegischen [a:idwirthschaftlichen Kongreß zu eröffnen.,

Dänemark. Kopenhagen, 3. Oktober. (H. C.) Der Kriegs: und Marine-Minister General Dreyer legte, heute dem Folkething seine Geseßentwüfe vor. In Betreff des die Reorganisation des Landhreres detrrffcnden Entwurfrs bemerkte er, daß "dieser nur m ein- zelnen, weniger wichtigen Punktrn von drm „semeTVorgän- gers, der bekatmtlick) die Biliigung deé: Folkeihmgchht fand, abweiche. Die Vorlage, betreffend die Reorganisation des Marinewesens, begleitete er mit drr Erklärung, daß die- seldr eine Vermehrung sowohl der Mannschaften, wir der Offiziere bezwecke; es sei von großer Bedeutung, daß_ dieses Geier, bald in Kraft irrte, damit die Marine das Jhrige zur Vertheidigun des Landes beitragen könne.

_ 5. ktoder. (W. T. V.) Das Folkrthing hat heute einstimmig dr-n Seitens des Führers der Linken ein- gebrachten Antrag angenommen, das. Budget fiir. das laufende Finanzjahr einem COMLLS. artS15M1tgliedern zu überweisen, wrlches mit dem Ministrrimn über die Form der Vorlage des provisorischen BUdgetS verhandeln und die Annahme des definitiven Budgets anbahnen soil, wenn das provisorische Budget, wie die Linke voraussetzt, abgeiebntwer- den 'oirte.

Amerika. New-York, 3. Oktober. Der Erzbischof Baylei) ist gestorben. '

Südamerika. Ecuador. (A. A.'C.) Guayaquck ist temporär zur Hauptstadt der Republik xrhobrn worden, und die Administration hat daselbst ihren Siß aufges, lagen. Aus diesem Anlaß wurden in der Stadt große Fe1il1 keiten abgehalten. '

Columbia. Durch Dekrei des Präsidentexi dcr er- einigten Staaten von Columbia ist die Ordnung in der Union als wieder hergestrllt erklärt und zugleich bekannt ge; macht worden, daß die Armee vermittest eines Spezialdekrets auf den Friedensfuß gebracht werden soll.

Peru. Lima (ria Panama), 1. September. Der Präsident Prado hat am 17. August em Dekret des JnhaltS erlassen, daß die Regierung _die im Umlaufe befindlichen 15 Millionen Solesn Payiergeld, welche die vereinigten Banken emittirt hqtten, ubernimmt, und daß iiberdies der Staatsschaß für wertrre 5333333 Soles

apiergeld verantwortlich sein wird, welche speziell zur Unter- tiißung von Henry Meiggs ausgegeben werden folien, damit derselbe im Stande sei, seinen Kontrakt zur Ausberitung der Silberminen zn Cerro de PaSro durcizzrtfithreiz. MUJJS wurd dafiir der Regierung die in seinem Besiée befindlichen Bdnds in gleichem Betrago übergeben._ Die Ban en hatten ge egi dLSsLS Uebereinkommen remonsirirt, ]edocl) hai dasselbe den eifcrll der nicht bemittelten Klassen. Uebrigenéz ist Mr. Henry Me'iggS, der Financier der peruanischen Eisenbahnen, gefährlich „er- krankt. _ Die Operationen der Faktion Pierola in Lima

verursachen itz Peru revolutionäre Unruhen. Mehrere leitende MithLlieder der Partei find von der Re ierung unter der nklage, fich einer Verschwörung ?chuldig emacht zu haben, verhaftet worden. _ Ueber den

ufenthalt von Don Nicolas Pierola ist nich1s Ve- |immtes bekannt; es heißt, er habe sich von Valpgraifo nach Maquequa, dem alten AUSgangspunkt „fiir reyoiytwnäre Be: wegungen, begeben. Der frühere Kmegs-Mmqter, General Bustamento, ist nach Arequipa gegangßn zur Uebernahme des Kommandos der Truppen, wolche dort m der Nachbarschaft kdn- zentrirt find, um im Falle des Ausdruck)?- einer Revolution bereit u sein. _Die Berichte der Präfekten _aus dem Nordrn und Süden lauten in Betreff der öffentiichen Ruhe in den verschiedenen Theilen der Republik befriedigend.

Asten. Taschkent. Chakim=Chan-T,jura, welchen Jakub Beg von Kaschgar zu seinem präsumtwen Nachfolger bestimmt hatte, wanderte bekanntlich nach Rußland, aus. Von Aksu aus überschritt er mit 130 Sarbasen (nicht wie Ur- sprünglich mitgetheilt wurde, mit 1000) die russische Grenze und betrat den KreieI vonJffrY-Kulwon wo ersichjeßt in das Jerghana-Gebiet, und zwar in ie Stadt Osch begeben hat. Seine

cgleitung war, wie die „ankest. Wed.“ mittheilen, auf 25 Mann zusammengcschmolzen, dic Uebrigcn hatten sick) alle mit der Zeit zerstrut. Drr Gcncral-Gonverneur hat ihn aufge- fordert, nach Taschkent zu kommcn, um von ihm sichere Nack)-

__richten iiber die Vcrlzéiltniffe in Kaschgar zu erhalten. Wie man aus Werum meldet, wurde Clmkim=Chan aus Aksu von

Beg-Kuli, dem Sohne Jakub-Vegs, vertriebsn, welcher Erstere die Stadt mit einem zahlreichrn Heere belagerte. Wäk): rend Beg-Kuli zeitweilig aus Kaschgar sick) Entfernt hatte, hatte sich nämlich dieser Stadt der Abenteurer Sfadyk mit Hiilfe seiner Karakirgifen und Kiptschaken bemächtigt.

Afrika. Egypten. Alexandria, 2. Okto'.*chr. (Daily News.) Gordon Pascha ist auf seiner Reise nach Sennarr, wel ? den Zweck hat, Frieden mit dem Könige Johann von Aby sinien zu schließen, in Kassala eingetroffen. _ Ju Suez ist ein Dampfer aus Masfowak) angekommen, an dessen Bord sick) dis Leiche deS, 111 dem Kriege mit Abyssinien im vorigen Jahre getödteten Generals Rachid Pascha. befindet. Die Leiche wurde auf Befehl des Khedive von den Abyssiuiern ausgelöst und soll nach Kairo gedruckt werdcn.

Cairo, 3. Oktober. (Routers ureau.) Der Monat“: bericht der Verwaltung der Staatsschuid ergiebt, daß seit der Zahlung des [cßten Coupons 245,000 Pdetcrl. fiir den Dient der UnifizirtenSchuld, 883,000 Pfd. Sterk. auf Rechnung der EisenbahnWrioriiätssclmld und 243,000 Pfd. Stverl. auf, Nehmmg der kurzen Anleihen einkassirt wordensmd. Es ist mithin fast grwiß, daß 200,000 Pfd. Strrl. von dem für, die Unifizirte Schuld einkassirten Betrage in Abzug zu bringen sein werden, um die fiir die Einlösung des nächsten, am 15. d. Mts. iälligen Coupons der Eisenbahn Prioritäten nöthigen Summen zu komplctiren.

Der rusfifch-tiirkisthe Krieg.

Wien, 6. Oktober. (W. T. B.) Telegramme des „N. W. Tageblatt“. Aus Belgrad: Der Ministrrrath hat beschioffen, die Skupschtina nach Kragujewaß einzu- berufen, damit von ierselben fiir die Dauer des Krieges dem Fürsten Milan die Diktatur übertragen werde. Die Grrnz-

'di,irikte sollen demnächst in BelagerungSzUsiand vrrscßt wer-

drn. _ „Aus Bukarest: Zwischen dsr rumänischen und der serbischen N e_giernng ist Nunmehr eine Offensiv: und Defenswallianz adgc1chlos1en.

Eirropäischer Krieg-Zschauplaß.

_ St. Peteerurg, 5. Oktober. (W. T. B.) Offi- ?Wlles Telegramm vow Kriegsschauplaize vor Ylewna vom 3. c. Die ruisische Armee von Rustichuk ist iiach dem Riickzuge Mehrmed Ali Pasckzas imVorriicken begriffen. _ Bei Silisiria treffen die Türken Vorbereitun-

- en zum Uebergang iiber die Donau. SeiteUs der Russen

ind Gegenmaßregelii vordereitst. _ Jm Balkan herrscht Riihe, nur bei Schipka haben am 2. c. einzelne Schar: mmzel stattgefunden, m welchrn General Moiski leicht

“verwundet wurde. _ Am 1. c. rückte eine türkische

Koionne von. 5 Bataiilonrn, 4 EScadronß und Artillerie be- Yuss Fouragirnng aus Plewna gcgen den Vidstufz bis zum Dorfs Domz Metropol vor. Eine russische Kavalicrickolonne 11111331," dem Griieral Tschrrnosudoff zwang jedoch durch Artille- „rieiriter Und durch das (;“ euer der herbeigeeilten Dragoner, sowrendurch Attakrn der ragoner, Kosaken, Kubanzen und Nymanen den _Frmd, nach Plewna zurückzukehren. Unscre reitende Artillerie, wclche vortrrffiich schoß, setzte das Dorf in Brand imd [prciigte_9i1,1e_1i Munitionskarren in die Lust, wo: dUkck) der Femd zii 1ch119UEM Niicknge gezwungen wnrde". Un- sercrierts wurdrn 2 Offizirrr verwundet; außerdem hatten wir 40 Mann, 'todt imd verwundet. Grsicrn, am 2. c. Abends, [ie;choffen die_ Türken unisrc und die rumänischen Positionen .he tigrr. Wir vcrldren 2 Todts und einen Verwundeten, die Jirtmanrn emen Todten. Hicrauf untsrhielten unsere Batterien wahrend der ganzen Nacht das Feusr. Heute dauerte das Fruer' fort. In “einer Türkischen Redoute flog ein. Pulver- m'a azm anf- Die Türken erwiderten daS Feuer fast gar M*)t- Hertie wurde ein ? arlamentär von uns adgesmidt, um Wixgen der Beerdigung er Gefallenen und Auflesung der Berwrmdeten zu unterhcmdeln. Die Türken erklärten sich hiermit einverstanden.

St. Petersburg, 5. Oktober. (W. T. B.) Offi-

“zieilecZ Telegramm vom KriegEschauplaße vor

Plewna vom 4. d.: Am 1. d. erbeutete Oberst Lewis auf der Chaiiffee “von, Plcwna iiach Sofia mit dem Regiment T,Wladikawka?) bei dem. Dorfe Rodomirzi einen türkischen ranSport miiSqlz, Chitzm imd anderen Arzeneimitteln, so: wwu1000 Sti1ch .SYÜZNMZ und 80 Pferde. Oberst Lewis Frsiorte auch die rucke ei Rodomirzi und die von den .wixrken angelegte Telegraphenlinie. _ Am 2. d. wurde die bei dem Dorfe Tscherwendreg errichtete Brücke verbrannt. _ Heute ießten _Unsere Batterien die Beschießung von Plewna fort. Sonst liegen keine writers Nachrichtrn von Belang vor. Bei der Rustschukcr Kolonne haben einige Vorpostengefecbte siatt efimden_. Auf der Straße nac!) Oßmanbazar und im Val an herr1cht Ruhe. Bukarest, 5. Oktober. (W. T. B.) Gutcm Verneh-

men nach ist in Aussicht geiwmmrn, daß Hanptquartier

wr en der ungestznden Lage von Gornji Studen nach dem h9)er gslegenen. Sistowa zu vrrlegcn. _ Heuir isi daS Re- giment Moskau (Nr. 65) hier ditrchpass1rt._ FürstEmil

Wittgenstein, welcher aus dem Hauptquartier hier einge- troffxn, ist, reift demnachst dorthin zurück. _ Der Minisler- Prasident Bratiano wird hier erwartet.

Konstantinopel, 5. Oktober. (W.T.B.) Sm'eiman Pascha hat gestern das Kommando der Donauarmee über: nommen. _ m Balkan _ at abermals Schneefall Hatt: gesunden. _ Scheffer Pa) 7. nimmt in Orkhanie Befesti- gungßn vor, um die Verbindung zwischen Plewna und Sof1a_zu s1chcrn.

Wien, 5. Oktober. 2W.T.V.) Telegramme drs „N. W. Tageblatt“ gus Rust chuk vom 4. d. M.: Gcstern über- schritten Abtheilungen der unter Fuad und Assaf Pascha stehrnden Trurwen den Lom unweit Stroko und griffkn die riissischen POsltWULn an. Die Russen gingen nach sachs: stundtgcm Kampfe auf Damomilg-zuriick, die Türken kampiren auf de_n neu e_mgcnommenen Pontionen, anderthalb Stunden voxn lmkswUscr drs Lom. Auf russischer Seite war der großte Theil des 12. Armee-Corp?» cngagirt. _ Der Komman- dant voir Oswandazar, Salim Pascha, berichtet, er habe eme niit 6 Hirschiißeii von Kosowa bis: Dzuwarkir vor: grdrungrne rmstjche Brigade zurückgewiesen. _ Suleiman Pascha 1st_ heute früh in RaSgrad Zingetroffcn und nach Kaz- le1ew0 weiter gerctst. Mehemed Ali Pascha hat in der ver: Zangencn Nacht dar: Hauptquartier verlassen. Fazli Pascha nbermmmt den Besehl über ein Armee-Corpé; unter Suleiman Pascha. _ _Das „Bombardeme'nt pon Rustschuk aus wird fortgesxßt, die rusmchen Batterien m Slobodzia wurden zum Schweigen gebracht.

_ Aus Konstarxtinopxl, 4. Oktober, wird der W. „Presse“ gemeldet: Aus der iorte versichert man, die Abbe: rufuxrg Mchmrd Alis abe darin ihren Grund, daß er es vermumt ,hat, _ zur rechten Zeit die Offensive zu ergreifen, wodurch er sich die Ungnade dex“; Sultans zugezogen.

_ Vom Krieg§schquplaße in Bulgarien wird der „Pol. Korr.“ aus Simmiza, 1. Oktober geschrieben“.

„.Di? _Strllung der beiderseitigen Streitkräfte vor Plewna Hat sich ['n dreien leYten Tagen fast nur unwesentlich verändert. Der Ar- itUerxeangriff dauert fort und es steht in den nächsten Tagen cin Angriff derianänM auf die große Griwißa-Redoute bevor. Was den allgemeinen Angriff betrifft, irt es iiicht Wahrscheinlich, daß der- srlbr vor dem S.OktMr erfolgen werde. Bis zu diesemTage werden die Garden uyd dre 24.Diviswn vor Plewna stehen und die rumänische Armee auf30,00()K01nbatta11ten gebracht sein. Die einzige wich- tige Vervegung, Welche am 28. September begonnen hat, ist die den Generalen Skodrlcff und K_riloff anvertraute Erpedition auf der Sirgße nach “Sofia., Diejclbe [*Lstcht aus der 16. Infanterie- Dwrsion, drxi Schnßen-Batailloncn, 16 Regimenicrn Kavalslcrie und ischs'rettendcn Batterien. Dcr Znicck ist, von Lascar aus gegen Tells vorzudringe_n, dort feste Position zu faiscn und, Wenn dies geklingen ]em wird, mit einer anderen Abtheilung den aus Orbame kommenden türkischen Truppen so weit zuvor- zukommen, .daß Okman Pascha drnselbcu durcb Ausfälle aus Plewna ' mihi mrbr die Hand reichen kann. Erst vor- (xestern ist man mri der Raumung dcr Feldspitäler von den ertvundetew der am 11. und 12. v. Mts. staiigefnndencn Kampfe fertig „geworden. Man kann sich nicbt dcnkrn, mit we[chcZn Schnitermkerien diese Transporie drr sich acbrn, bis “sie an die nachste Babystaiwn Fraieschti gelangen. Deshalb wird auch mit vrrddpprlter Kraft an der nothdürfiiaen HerstrÜung der neuen Eisenbahn- linie zwrscben Fraicschii'und Simnitsa gearbeitet und man hofft, diesi-[be bis Ende Oktdbxr fur Militärzüge eröffnen zu können. Bis dahin wird auch die Lime Beydcr-Gasaß eröffnet sein, so daß ein direkter Transpdrt von Simmtza bis_Kischeneff, Bender oder andere Sta- tionen in Rußland, wöglick) 1ein wird. Für Truppentransporte und besonders, fufr Sagttatszüge würden diese Heiden Militärbahncn cine grdße Wichtigkcit Habeix, nur sind dieselben in einer Weise gebaut, dai; haUfige Vrri'ebrsytöri'ngen zu befürchten sind, hauptsächlics) wcnn der Zeiipunkt der Hochwiiffer eingrircten sein wird. Auf dem östltcixen Kriegsschauplatze hat sich die Sach- lage irisofrrn der_axzdert, als Mebemed Ali durch die SÖlaÖt bei Bexm-Vrbokw'bema'he ailc Voriheilc, welche er durch die Gefcchte vdn'Karal)a1sa11k10', Agazlar und K*aceljeivo crrungcr. hatte, wieder embußen maßie. Yorsicht kann man ihm nicht absprechen, dcnn er hat der Kaiiipi bei Cerkowiid. bei Zsiien abgebrochen und damit sei- nem linken Fingxl ?lne'griißere Niederlage erspart. Jedenfalls liéert der Umstand, daß em einziges Gefecht geniigt bat, um ihn zum uf- gebensemer Offe'nsivezu betregcn, den besten BeWeis, daß er zu *seinem ayiemrr so breiten Gruudiage angelegten Vorstoß,? gegen die Jantra- Lime nicht stark gemi] War und seine ganze Operation mehr einen drmorxsiraiiven Charakxer „an fich trug. Die jetzige Stellung der tyrkischen Ostarmee ist foiarxide: Dieselbe steht auf einer durch die Orte 'Kacrlxewo', Ablawa, O11karva, Vodica, Karadas und Tale- bxler bezeichneten Linie. Bisieyt ist die russische Armee des Groß- furstenZThronfolgers au_ch nicht offensiv vorgegangen. Dieser Still- stand ist, aber axis zwer Griinden Leicht erklärlick): erstens sind noch nicht _akle nöibigen Verstärkimgen angekommen; zweitens find dre Wege durch das anhaltende Regenrvetier grundlos geworden und kdnnen desiregen keiue Truppenbewegungen in größerem Mas;- stabe iiqtifxnden. _ Es ist cinch nach Ankunft der erstärkungcn un- wghrschemlich, dai; die rt1ss11che Krteasleitung Vor einer Entscheidung Der Plewna östlich der Jantra „offensiv vorgeben Werde. Ein Vorstoß gegen die „Armee Mehemed Alis würde auch im Falle eines Siegch zwerilos sem, da chtere eine ausciezkichnete, nur mit Mit überlegenen Krasten angreifbare Rückzugsbasis gegcn Rasgrad ., Schumla - Eski- Djuma befißt.“

_- Aus Sarnasuflar am rechien Ufer des Lom wird dem „Daily Telegraph“, unterm 27.v.M. gemeldet: „Es ixt gegenwärtig eme Untersuchung im Gange übxr den sonderbaren Umstand, das; 244 egyptrsche Soldaten in das Hospital gebracht Wurden, welche ailewas Ende ihres rechten Daumens eingebüßt baden. Es isi unwdglich, daß diese Verwundungen im Gefecht zugefügt worden sem konnen, da der rechte Daumen durch das (Hechr gcschi'nxt ist.“

(W. T. V.) Aus Mostar wird dem „N. W. Tage: blatt“ untrrm 6. telegraphirt: Alle waffrnfähigen Mrisrlmänncr des. hiesigen Kreises sind nach Trebinje dirigirt worden.

_ Aus dem montenegrinischen Hauptquartier im FidsctletrtMoratscha wird drn „TUUSS“ unter dem 27. v. Mis.

eri )e :

„An der östlichen Grenze rührt fich geaenwäriix; nichts, doch Heißt es, das; gleich nach dem Faile von Gorankko Koloschin odcr Brrani ange riffeu werden solle. Die anhaltenden Regengüffe haben die Flü e unpasfirbar gemacht und Truppenbewcgungcn gehemmt. Dock) fallen jetzt die Flüsse und Werden in Wenigen Tagen wieder passirbar sein. Die Truppen Hafiz Paschas, Weiche bei Jezera standen, find naciZckPlcwlic abgcrückt; nur chi Bataillone kehrten nach Kokoschin zurn .“

Asiatischer Kriegsschaupiaß. Monan, 5. Oktober. (W. T. *V.) Gestern Mittag machte der linke Flügel der Armee Moukhtar Paschas in Grmeinschaft mit der Besatzung von Karg cinen heftigrn An- riff auf den russischen rechten „Flügrl. DeYelbe wurde: dnrch rtillerir: nnd Gemehrfeuer nUt schweren criusten fiir die Türken zurückgewiesen. Um 4 Uhr wurde der Angriff ngck):

malß, aber wiederum erfolglos, wiederhsit, die Russen dq;

hauptetsn ihre Paiiiionem.

Konstantinopel, 5. Oktober. (W. T'. B.) Ein Tekk- amm Monk tar Pajchas vom 4. d. meldet: Heute bese te achch den gso en Iamlar wieder, Welcher von den Ru en

vzrlasscn Norden war. Emi e Vorposten, die zurück, eblieben waren, leuteten nur schwa en Widerstand. Die kolonnen

Racheds sind vorgerijckt und greifen gegenwärtig den Feind aii, welcher bei Vcrkid Atchakalc am Karsftuffe und am den Höh?" v0n_ N.]bak konzentrirt ist. Die Kavallerie Omar YUWUS ber Souboth und die bei Kizil-Tcpe steheUden xruppeu haben ihre Stellungen verlassen, um die muthmaZ- (iche Rückzizgslinie der Ryffcn auf Harabcl zu bedrohen. _ Der Kampf dauert noch sort. _ Die Verluste der Rasen an den leßtcn drei Tagen sind bcträchtlich.

Konstantinopel, 5. Oktober. (W. T. V.) Das letzte von- gkstcrn Abctxd datirte Telegramm Moukhtar Pafchas nieldet, dir „Runen seien auf allen Seiten zurückgewiesen, hattcn 5000 Mann verloren, Karadjadagk; geräumt und sich gegen Karajgl zurückgezogen. Die Türken seien in der Ver- folgung derrelden begrinen, dic tclegraphische Verbindung ?w11chen der Armee Mouthtar Paschas und Kars sei wieder )ergestrllt.

, Londdn, 6. Oktoher. (W. T. B.) DM„Daily News“ w1rd O_on ihrem Korrcwondenten im russischen Haupt- quart1e_r in Armenien aus: Rochecheno vom 4. d. Mis. teicgraphirt: Hctite Nachmittag 3 Uhr hatten die Muffen Kizil:Tepe umzmgelt. M01tkl)tar Pascha, welchrr da- durch seine Verbindung mit Kars bedroht sah, sandte 20 Ba- taillone gegen das russische Crntrum vor. Die türkischen Tritppeit,_111it furchtbarem Artilleriefeuer empfangen, wurden von rusmchen Tirailleuren zurückgeworfen und auf ihrem f(uchtartigen Rückzugs bis Soudotan verfolgt.

Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bureau.

_ Frankfnrt a. M., Sonnabend, 6. Oktober. Heute wurde

aus die SPLYL des mm vollendeten Domthnrmes die Kreuz- blnumx unter entsprechender Feierlichkeit in Gegenwart dcr siadtmchrn Behörden und der J.Hitglieder des Dombauvereins anigcscizt. _ Buiarrst, Sonnabend, 6. Oktober. Prinz Arnulf von BÜHLÜ]! ist qui 1einer Rrise nach dem Hauptquartier heute: hier cxngetrofscn. _ Das Regiment der Garde:Grenadiere ist hier Lingeriickt Und von dem Grricral Gurko besichtigt wor- drn. _ Gcriichtwcise vorlaUtet, im Falle eines Winterfeld- zrtgrs wiirde drr Kaiser im Palast Cotroceni bai Bukarest Wohtirmg nehmen.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Gö'tfiingen, 3. OYtodcr. Grsiern ist Hier das älteste Mitglied der mediziznscben Fakultat, der durch viele Skhriften bekannte Hof- rath, Prox. 131". C. Fr. H. Marx, gestorben.

S_oburg, 27. Septxmber. Eine Versammlung von dentschen Buchhandlscrn uiid Sck)ris_t1ie_Uer11, Welckye hier tagte, hat die Gründung eines Vereins fUr ,die (VS]ÖiÖte des Buchhandels beratben; es Waren na'mentstcb Vertreter aus Leipzig anwesend. Dem Ver- nebnxcn nach ist der'Verei'tr auch wirklich ins Leben gerufen und be- ichiozieii wdrdcn, die kaatigkcit deiiclben mit der Herausgabe einer Zettichr1fi Fiir dtr_(0)ejch1chte des Buchhandels zu eröffnen.

_- Yie Zerijchrift „Der Bär“, „Berlinisiiw Bkätier für vatrrlatidijrhr G81Ö1chf8 und Altrrtbnmskunde“, beriusgegeben von (George H'litl und Ferdinand Meyer (Verlag von Alfred Weiie bier- srlbit), brmgi (][S Betiagc zu der'Nummer vom 1. Oktober die treff- lrrhe pbqtr-ltidographtickye *Nalhblldllli? einc-s Knvfersticlxs, wklchen ferner Zeit der Berliner Stechcr Sch ener zur Erinnerung an den Einzug dcs ersten türkischen Gesandten in Berlin (am 1. November 1763) herausgkgeben bat.

Getverbe und Handel.

Saalfeld, 3. Oktober. Am Sonntag bathier die feierliche Er- offnung dcr Gejverbe- und landwirthschaitlichen Aus- strllung durch den Prorektor derselben, Se. HoHeit den Erd- prmzen Bernhard von Sach1en-Meiningcn, staitgefundcn.

, Leipzig„ 5." Okioder. Die „Leipz. Ztg.“ bringt foigendcn Weiteren Berndt ,uder dic Mesic: Obgleich die Preise der ge- druckten Calltcots, Brillantés, Madapolames, Übkk- Haupt aller grdrnckicn Baumwollenrvaaren einen so niedri- gyn Stand xvre bislang memalxi hatten und in keinem Verhältniß zii den. Rohstoffpreisen standen, kam trol; dieser für den Käufer gün- stigen Konjunktur kein Geschäft von Bedeutung zum Abschluß, da Adnebm r nur den aslernoibwendigstcn Bedarf deckten. _ Nur ein neuer Artikel, eine Nachahmung WU gewrbien Vettzeuge n, derfiä» durch “schönes, cch_tcs Rois) und meijterHafte Fadrikation aus- zetckmctr, wurde in orößeren Quantitäten gekauft, und konnte dem Bedarfe darin nixbt genügt“ werden, weshalb viele Ordres auf Liefe- rung in diesem Artikrl ertbeilt Wurden.

' London, 5. Oktober. (W. T. B.) Eine Verordnung des Ge- brtmen Naibes bedr dus Verbot, betreffend die Landung aus Bel- géen xdrr Deutschland kommenden Hornviehs, vom 8. d. M. a au.

Verkehrs-Anstalten.

Aus den Niederianden wird der „Leipz. F*g unter dem 1. Oktober geschrieben: Die Arbeiten an den Eis, nbabnbrück'eu aber der) RHLL'U zu Arnheim und iiber die,; Baal zu Nim- wegen iwd bereits so Weit gefördert, daß die Bri'i..en noch iudiefem Jahre fertig geitellt Werden können.

Bern, 3. Oktober. Am nächsten Sonnabend findet hier zwi'jchen Vertrrtern der dabei betbeiligten Gesellschaften eine Konferenz takt, um _uiZer dre Bedingungen zu berathen, Welche Bern an eine: weitere Betb'eiligung scirxerseits bei den Gotthardbahn-Subver.tionen geknüpft bgi. chte wurde unter dem Vorsiße des Hrn. Bundes- ratbs Wektt bereits eine sachkcziiglicbe VorbesprechUng zwischen den Delegirtcn der Regierung von Bern, der Jurabahncn und der Central- bahn adgehalten.

Berlin, 6. Oktober 1877.

Die große Obstausstellung, im Ostßüges des Königliibm Orangeriehauses zu Saus!" ouci, mit jvelcher am Mittwoch Vor- mittag dcr Pomologenkongreß za Potsdanx seinen Anfang nahm, giedi" nicht nur ein Bild vor den Fortschritten der Obst- k.1ltur Nord-, Mittel: und Suddeniichlands. _sondern erstreckt sich auch iiber die Produkte OysterrclÖ-ngakns- leolS-Bekgiens, rank- reichs, Englands, Skanqudtcns re. 212. Der Herrliche Saa des Orangeriehauies hat ein frstlicdcs GLWQUÖ aygelegi. Mäcdtige Banni-

ruppen begrüßen den Eintretenden am Eingange, ziehen sich m lein-M Zwischenräumen dle Frnsterirand eniiang imd endigen an einer Blaiipflanzengruppx, aus deren griiticm Srdmch die Büsten Jbree Majestäten dcs Kariers Und der Kaiserin und Ihrer Kaiieriicben Hoheiten dcs Kror-Yrinzen UW “OI? Kronprinzessin .rxvorragen. Unmitteldgr vor diejer Gruppe ZW? dic Preise ausgestell ; rin «e';