1908 / 98 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 25 Apr 1908 18:00:01 GMT) scan diff

.“ Das Mitglied des ""NRW a D. Dr. EM"

&

Parlamentarische Nachrichten. enhausx?l ?berlarFXbes erichxs- von oeen, an ÜWYZW Preußen und KronsyndikuÉ? ist nach einer ' T- B“ am 24. April in Cassel gestorben. .

Statistik und Volkswirkfchaft.

er tm eldung

Berlin, den 25. April 19

Die Sterbeziffe Di wissen chk [t e üblicbe A abe der Sterbli e bekanntlicx) Fuf GTYJstdlelr .“ - .der e sung ZZZ, Bevölkerung. Diese gewöhnliche kejn Fehler, daß bei ihr der BeseJng [eie echnung getragen wird. 1 ckng der Sterblichkeit von Bevölke

die La e, obald es 11 bandekt- die scbnegll asnwäckpst.

en vom Lande ber anwäcbsi Die

. e ' kWht also zu niedrige, die auf dem Lande-

raftkßen Altersklaffen stattfindet, zu bo

““Sethgm bikiek erst die Berechnung e Eine d0r01

K;,[erneÜffsr der Sterbetafel.

Berechnung der

! bknen auf 10 der Gesor leidet nun an

der einzelnen Altersklaffen

wit es cb _ o ? Ferscbiedener Lander

WW“ daß di ' ' e e St dtbevölkerung mcht nur aus Fi 11171 stark dukck1 die Zuwanderung der kräftigen jugendlich

* Ein. und Aus i 1 er wicht166k WU?" W vom 11. bfkusb20é91p111 der beiden resten Jahre- Einfuhr | Ausfuhr Wakkngattung im Spezialbaudel x (12 = 100 kJ B 1908 1907 1908 1907 “"Wolle . . . 868 3 21879 13 214 FW, gebrochen, “ge; 83 121 1 5 WZWW? Fw. . . 9484 14046 2738 * 507 9T ro en, 3,1, wungen usw. 9“? 6568 9 756 2700 3 994 M und Jutewerg . . 37 939 61 166 2703 125 UFYZZFEZM SchWeiß 9 456 22 979 1 214 183 o e i EiSchWei “md 11487 35 080 133 135 Jenerze . . 1911117 1581 609 584 776 1 338 438 J einkobien _ 2 614 777 3 472 900 4 340 608 5 030 144 Exazmkoblen . . 2181769 2864799 5166 4435 851 17 gereinigt . 180949 1115 978 2 29 R [“ a[peter . . 215 525 269 575 9 282 28 969 “Fb“?ksen . , 79 957 175 374 44 341 117 475 pf“ - - . . . . 46 891 37 510 1053 ' 609- Be'klkn. den 24. April 1908. Kaiserliches Statistisches Amt. van der Borghi. Fm"ÄdAusfubr vonZucker vom 11. bis 20. April 1908- Einfuhr AufoH: S “11 Spmil : a - es a - Gattung des Zuckers 111111811 MY. » (12 rein Vekökauch . szucker (ra nierte: und dem raffi- - _ NJW" gleichgesteuP-r Zucker) (1769/1) . . 281 97 482 . Wicker T§176 8.) ............ ]Y "" - ')" eredelun sserkebr ........ "- Y,“?enlucker: Kristaugzucker (granulierterZéZW b) 15 83 520 MMWFZ Platten-, Stangen- und urfel- 9 4240 * c ......... ,. . . . YYYMMZU: gYmablcner Melis 176112 _ 2 202 (NMUN: Stücken- und üme zucker R"566)------ ....... _ §564 ; ZbeUäUcker: emahlene Raffinadc (1761') . . - 3106 übenäucker: Brotzucker (176 8) ...... "- 839 * RübenWer: 11111 (17611) ........ - 582 T,“ “- ndknzuck'er: andis (1761) ........ 8:0 419 , R„ “er Z1lcker(1761x/11) . . . . : . . . . (10 46 620 R,", rzWSL, tober, fester und flüsfi er (1761() , 15 "- Andknzucker. roher, fester und flüsÖger (1.761) - 46 301 Rem fester und ZlüYTger Zu er (ftus ge Maffinade einschlie [i des Invertiu cr- FuuW usw.) (176111) . . . - ...... - 3 [amaffen und Zuckerabläufx (Sirup Mc- sa e), Melaffekraftfutter; Rubensaft, Äborn- 316 Wk (17611 .............. 45 AZkYYige Waren unter steueramtlicbex - esaéétt ewicht ...... . ..... 1 322 enge es darin enthaltenen Zuckexs . 1 515-

08. K i li es Statistisches Amt. a sex,“? der Borgbt

r in Stadt und Land nach üblicher und schaftlicher Berecb

nunF einer

Methode

UM rungen

“"dekk- d b i i t e 1 erheblich. Stark sin die Fehler da e Zém isinStadtbevölkerung e Hier tritt nämlich die Eigentumliäzkeit

ck heraus,

Sxerbeziffer in wo ein be Werte. iner

derjabre durchzuführen, ist sehr umständlich-

1891 bis 1900 und das abrfcmft

ersten

1 t,: e V€k61eichungen gewonnen werden gemeiye Sterbeziffer _ Un Jahre in den Stadien 1891 . . . 24,5 1892 24,6 , 1893 . 20,4 1894 22,7 1895 23,1 1896 . 21,9 1897 . 22,1 1898 . 21,5 1899 . . . 22,6 „“ “5319310 d'Oe'h 23,1 Uk n. .„0 re 189171190" ' i d ZÉZ'dt m a te 11 en a en 1901 . h. . 21,6 1902 19,9 1903 20,3 FZZ? ' ' ZZ“? imDurchfÜ' . . , n.d. abre D'1901*1905 .I. 20,44 Stüber? Sterblichkeit wäre also, nkkdrigezrffer urteilen wollte,

als *andes hätte (71T

Es ski aber doch hier gezeiZt, inwiefern wenigstens 1ükf,

1901 bis 1905-

Heft des Ja : 01100 1908 der „Zeitschrift des ?prußisckden StatistisHei? Landesamts' Sterbetafeln berechU2t„ e

können.

auf dem Lande

23,3

auf dem Lande 220

20,9 21,5 20,8 21,3

21,3.

wenn man nur nach der allgemeinen schon seit 1891 in der Stadt fast stets dem Lande, und die Ungunst der Lage des platten in dem levten Zeitraume noch verschärft. Was zeigt

Bevölkerung geschieht sogenannten

Ausfall in den Richtige ' Sterbetafel bezßw. die Lige Berechnung fur alle

Es betrug namlicl;

Ster e- 00 Lebende die Ver-

Verschoben ines Landes

sondern en "Alters- der Stadt

Ver-

das Ja r- _ m

Könißilißh n

5

aber die_Sterbeziffer der Sterbetafel, die zu leich di U k ricbti berechneten mittleren Lebensdauer 911911111? (€!: 1111171111149ka

Ster eslffern: in den Städten auf dem Lande

in den Jahren männr weibl

. . ä [. . 1891 bis 1900 25,8 22,8 "283? "2271 1901 bis 1905 24.2 21,6 22,2 21,0.

Das Land hatte also in beiden Zeiträumen für das männli e e- schlecht eine uam 9 bis 10 v. H. niedrigere Sterbeziffer, währeL H?cse Unterschiede fur das Weibliche Geschlecht allerdings nur etwa rund 3 v.H.z11-Guns1en des Landes betrugen. Auch" die Abnahme der Sterblichkeit ist nach Hundertteilen auf dem Lande fast die gleiche ge- wesen wie in der Stadt, während 73011) notorisch die Gesundheitsver- hältnisse in der Stadt _durck; Versorgunl? mit gesundem Trinkwaffer und Kanalisation fich starker gebessert ba en müßten als auf dem Lande.

Zu: Arbeiterbewegung.

Die Einigungsverbandlungen der Arbeitgeber. und Arbeitnebmerorgani-satioxien des Baugewerbes (vgl. Nr. 97 d. Bl.), die gestem frub im Burgersaal des Berliner Rat- hauses fortgeseßt wurden, haben, wie die „Voss. Ztg.“ berichtet, das erfreuliche Ergebnis gehabt, daß die _Arbeitgeber und Arbeit- nkhmcr des Berliner Baugewerbes 1111) aber die Ermuerung der Verträge geeinigt haben. Der neue Vertrag soll dem alten Vertrag entsprechen, der 1907 ablief und Wegen der Aussperrung nicht erneuert wurde. Durch die Einigung im Berliner Baugewerbe, wo-besonders weitgehende Zwistigkeiten vorlagen, ift die ganze Bewegung geändert worden. Es ist mit Sicherheit zu erwartkn, daß auch in auen anderen Bezirken, über die jest noch verhandelt wird, eine Einigung zuskande kommt und der folgenschwere Kampf vermieden wird. - Die Ver- handlungen währten gestern bis nach 7 Uhr Abends und wurden dann auf heute (Sonnabend) vertagt. In der Nacksmittagsfißung wurde über die Vertragserneuerung im Gebiet des Mitteldeutschen Arbeit-

ebervetbandcs (Siß Frankfurt a. M.) verhandelt. Gestern kam es ierüber noch nicht zu einer Verstandigung. Die Verhandlungen für Mitteldeutschland sollten beute fortgeseßt werden.

Die gestern in Bochum abgehaltene außerordentliche Vorstands- si ung des allgemeinen Knappschaftsvereins beschloß, wie _ . T. B.“ meldet, die Einigungsvorscbläge der Aelteften anzu- nehmen und auf die Tachordnung der am 20. Juni stattfindenden Geyeralversammlung zu seßen.

Cin Ausstand der Tapezierer in„©ießen ist, der .Köln.Ztg.' zufolge, durch den Abschluß eines dreijabrigen Tarifvertrages beendet Forbäxt.t Die Arbe1tgeber haben die Forderungen der Ausständigen

ew tg . .

In Oldenburg haben, nacb demselben Platte, die Klempner- ge 1) ilfen wegen nicht bewiÜtgter Lohnerhöhung die Arbeit niedergelegt.

Aus Hamburg medet .W- T. B.“; Der Arbeitgeber- verband beschloß, diejenigen Arbeiter, bis am 1. Mai der Arbeit fernbleiben, als entlas s en zu betrachten und vor dem 11. Mai nicht wieder einzustelTen. Der Viersiadtebund im Baugewerbe wird die am 1.Mai feiernden Axbeiter bis zum 3. Mai aussperren.

Die Versammlung der SÖiffsbauervereinigung in Car- lisle beschloß, wie dem „W. T B.“ aus Lorzdon telegravbiert wird, die allgemeine Aussperruna. 'Die Antrag:: auf Einfeßung eines Schiedsgerich1s und friedliche Verlegung wurden abgelehnt. (Vgl.

Nr. 83 d. B[-)

„Wohlfahrtspflege.

Dem Zentralau"sschuß für Jynere Mission, einer der bédeutungsvoMen Säwpfungen' Job. thr. Wicherns, ist von vielen deutschen Kirchenreaierungen eme Kirchenkoiiekte i11 Rücksicht auf seine mannigfachen Aibeitsgebiete büwilligt worden. Die Hauptaufgabe dss Zentrakausjcbuffes bcxubt in der Zusammenfaffung, Organisierung und dauernden Befruchtung 91181: We_1ke freier, christ- licher Liebestätigkeit sowie in der Anregung und dem Ausbau neuer Liebeswerke, wie und wo die Not ber Zeit sie erbeischt. Alo augen- blicklicb wichtigste Einzelaufgaben seien 11. a. genannt: Rettungshaus. und ErziehungsvereinSwesen, deutsche evangelische Seemannsmission, Beteiiigung an den Bestrebungen für Volkswobl abrt, Ausbildung von GefängniSaufs-xherinnen, Förderung einer gediegenen Volks- und Jugendlektüre, rege Mit0rbeit auf dem Gebiete des deutschen Preß- und Schriftenwesens, Veranstaltung von “Kongressen, wiffenschaft1ichen Vorträ en , und apologetischen Instruktionskursen sowie Stellen- vermijt ung für Berufsarbsiter und BerufSarbeiterinnen der Inneren Mission. Die Arbeit des Zentralaussäßuffes für Innere Mission mündet demnach in zahlreiißen Kanälen in Tast alle Kreise des evan- gelischen Volkslebens ein und darf somit gewiß aufUnterstüHung alXcr derer rechnen, denen es mit deffen Hebung und Vertiefung ernst ist. Wer fick; für die Arbeit dss Zentralausschuffes interessiert, der sei bei dieser Gelegenheit auf den neu erschienenen Jahresbericht verwiesen, der von der Geschäftsste11e, Berlin 117. 30, Nollendorfstr. 17, unent-

geltlich versandt wird.

Dem am 17. d. M. im 75. Lebensjahre dabingeschiedenen ver- dienten Leiter der Papierfabriken der .Firma Kübler u. Nietbammer in Kriebstein bei Waldheim, Geheimen Kommerzien- rat Dr,.Jng. Nietbammer, der auch ein langjähriges hochgeschäßtes Ausschußmitglied kes ,Zentrajvereins für das Wohl der arbeitenden Klaffen“ war, widmet das Organ des Zentralbereins „Sozial- korresvondwz' einen Nachruf, dem wir die folgenden Mitteilungen

1 m : en néEsmwar dem Gebeimcn Rat Nietbammer vergönnt, im März dns 50jäbrige Bestehen seiner Firma zu

1906 i o cn Ehren feisrn, r11:7iebbb9mals jebn Papiexfabriksn mit 989 Arbeitern und über 30 Beamten verwaltete und ihre Produküon von 141 622 ]xZ im

098 kg im Jahre 1905 gesteigert

1856 an 25316 YFZ Es kommtf im Erwerbsleben der Menschen und in ihrem Dasein vor allem darauf an, in welcher Gefinnung der

als KILL? ufür fich und apdere im Leben gearbeitet hat. Der Ver-

storbene hat einen vor 52 Jabxen in Deutschland noch sehr darnieder liegendén wichtigen Erwerbszweig aUmäblich aus eigene; Kraft, unter Anwendung eigener Erfahrung“; und freryder Foxtjchrttte, Yurck) ge- chick18 Organisation vieler inemandergrctfender Menschenhande und BMW? mächtig in die Höhe gebracht und den Wachsenden Papier- bedarf Deutschlands durch die einheimifche Arbeit und durch Gründung oder Ankauf und Erweiterung bon immer neuen Holzschleifereien und Papierfabriken zu decken gesucht. ,

Ebensoviel Anerkennung, wie die technischen Leistungen, ver- dienen die'zablreicben sozialen Einrichtungen dex Firma, welche zwar zunächst das leibliche Wohl und die wirtschastltche Lage. zu leich aber auch das geisti e, sittliche und religiöse Leben und das Fam lien- glück seiner großen rbxiterfamilie wirksam gefördert haben. Unter

igfachen freiwilligen Leistungen der Firma für Arbeiterwobl

TZgémnanlxier nur einige eigenaxkige Veranstalkungen herausgehoben werden: '

. a wendet „„ a. jäbk11ch mehr als 20 000 «44 auf um

Die FWU die auf Wochentage fallenden Feiertage den [Jollen

YFYÜJLYFTFJLFM, und fit: opfert ferner weit mehr als 10000 „46

S ulkindern der Arbeiter wöchentlich 1 kg Brot zu LÜYZÉZKUMHJS Awaendungen _erleichtern „den Arbeitern die Weihe Fes Feier1ags und die Fürsorge fur die Famtlie. _

e E' e dritje besonders nachahmenswejte Einrichtung ist dre A b iltnersvakkasst' in welcher die Firma die Ersparnisse ihrer Arb1t mit 69/0 verzinst und mithin zum S 0an am wirkungs- rilsei er anspornt- 0 dem Stande dieser rbeitersparkaffe am 137? ,I ember 1905 beteiligten fich unter 989 Arbeitern daran 956 Nelken“ mit einem Gefamtbstrage von 415 447,25 „46 E; lädt den! Vexstmbenm zur hoben Ehre,- daß kk seinen G [: j?eße i cht wie so viele andere Großindustrielle, in eine Aktien- wl? erste 11 en,)andelt und seine vielen_Mitarbeiter nicbt fremben estitsck11st "Werlaffk" hat, sondern s_ich fur das Wohl der Arbeiter MY 1389131 persönlich verantwortlich fuhlte. Wenn ibm sozialistisch

zwei Jahren bei der i d " ' Bestehens feines Betriebes vorwarfen: wie viel JexeßeibsnYrjtahchx Tt?

denkende Zeiku-ngen voc

müffe, wenn er 128 000 „46 für Stiftungen babe verwenden "

so ist denselben zu antworten: daß Aktionäre bei der UebeZLLbFe, dieses Großbetriebes vielleicht gar nichts espendet haben würden. Der Verstorbene hatte an seinem 50jäbr gen Ehrentage für seine Erfolge nicbt fich selbß gepriesen, sondern Gott gedankt und um seinen weiteren Segen ur seine damals in der Kirche um ihn ver- sammelte große Arbeitersxhar ebeten. Möge diese Arbeiterfamüie ihren dabingeschiedenen vaterliZen Freund und Mitarbeiter in dank: barer Erinnerung behalten und in seinem Geiste fortarbeiten zu ihrem eigenen Heil und zum Gedeihen der ganzen deutschen Industrie!"

Kunst und Wiffensthaft.

_ "Am 23. d. M. fand, wie die Blätter melde '

diesjabrige Generalversammlung der DeYtQYeichxkdeik spearegesellscbaft statt. Nach Begrüßung der zahlreichen An- wesenden und neu!) Erstattung des Jahresberichts durch den Vor- fißenden, Professor Dr. Alois Brandl, hielt der Universitäts- profeffor Dr. Lorenz Moxsbackp-Göttingen den überaus beifällig aufgenommenen Festvortrag uber „Shakespeare als Mensch“. - Ven Ersterx Preis der gestellten PreiSaufgabe: „Hamlet auf der deutschen Bubne bis zur Gegenwaxt' erhielt der Professor Alexander Weilen in Wien, den Zweiten der Regisseur Adolf Winds in Dresden.

Im Verein für Deutsches Kunst ewerbe Mittwoch der Regiergngsbaumeister Fran ; STeck aus STYL üY die Kunst der Friedhöfe. Der Vortragende führte etwa aus: In einem Zeitalter, in dem eine Gruppe von Gebieten -- exakte Wissenschaften und Technik - eine einseitige unerhörte Steigerung erfizbren, mußten an_dere Gebiete in ihrer Entwicklung naturgemäß zuruckbleibxn. Die kunfilerischen Gebiete z. B. stehen nicht auf der Höhe der ubrigen Kultur. Der natürliche Schönheitsfinn, der unsere Vorfahren befabigte, alles, was fix schufen, schön zu, gestalten, auch wenn es sich nur um Dinge der einfachen Nützlichkeit handelte ift uns verloren gegangen und hat auf der einen Seite einer grbßen Nuchteryh§it, auf der anderen einer falscbxn Anhäufung sich gegen- seitig _ervruckender Schmuckformen Maß gemaÖt. Auch die Friedhöfe die fruher Kunstwerke waren, sind beutzutage zu nüchternen Begräbnis; pläßcn geworden. dexr sind dke Anlagen planmäßig, noch lassen fie erkennen, dxß man bei ihrer Ankage bewußte künstlerische Wirkungen anstrebte, noch sind die Grabmäler so einfach und geschmackvoll, wie sie auf 'alth Friedhöfen in so vorbildlicher Weise vorhanden find. Die Friedhofs dex modernen Großstadt haben oft nicht einmal eine einheitliche,Umwahrunßsmayer, andere [affen diese von den Rückseiten der verschiedenen Er begrabnisse bilden. Sie müssen sich oft

vyn, den einfachsten Dorffriedböfen be äme [ . . ulttge, architekxonisäoe FriedbofSanlagexick fin?) Wenden BFHE; abren in Munchen geschaffen w-vrden, und es bleibt zu

hoffen, daß andere Städte diesem guten Bei iele 01 e ' Dabei ist es nicht immer nöjig, die [?ck xisg YeFxxM erforderlichen stimmuxtgsvollen Anka en, die meist einen großen Kosten- aufwand erfordern,]unstlich zu scba en. Man kann 1. B. einen vor- bandenen'Wald fur „den Zweck bestimmen. Sehr schöne riedböfe find in dieser Weise in Hamburg und auch neuerdings in F,“?ünchen entstanden. Was nun an den Anlagen der Friedhöfe, für welche die Gexneinden zu sorgsn haben, zu wenig geschiebt, geschieht bei den Grabern, dke der einzelne anlegt, 31: 0181. Eine Anhäufung der Ver- sch1edensten, in ihrer Wirkung" sicb gegenseitég tötenden Materialien wird nicht nur bei Yer Anlage, der Umwäbrung und Bepflamung der eigentlichen Grabstaike, sondern besonders bei den Grabsieinen beiiebt._Ga1]z abgesehe11_ von den Wunderlicbsten Eescbmacklosig. keiten, [gßt dte Art der Auswahl und Behandlung der Materi011m soxvie die 52111011711110g von Ornament und Schrift auf den Gmb- maiern oft die einfachstexi (Grunbbegriffe eines natütlirben Dekorations- gefuhls vermissen. Bei“A11wendung einfacherer Materialien, denen man Nur eine gesunde Behandlunk; angedeihen zu [affen braucht, könnte bei größerer BiUigkeit eine v el rößere Mannigfaltigkeit-und vor allem eine wirklich künstlerische Wirßung des gesamten Gräber- feldes erreicht werden. Hierzu ibr Teil beizutragen, ist nicht nur Auf- gabe der Fabrikanien und der Zwischenhändler, sondern vor allem des Publikums selbst, und es würde mit der Erreichung dieses 318186 zu- gleich ein Teil des schwebenden Kuliurmankos ausgeglichen werden. -- De_n Vortrag begleiteten zahlreiche Lichtbilder sowie Abbildunaen aus- gefubrter Gxabmale aus dem Verk&e von Otto Baumgärtel in Nätlini, 31,19 bdevaeHOYxfsRn Dkk. Dios? „&!le iinU Wiesbaben sowie aera roen on 0 enmeme er .a: in n und Steinbildhauer Karl Schwarz in Berlin. ck 3 i Tempelhof

Die Professoren Serbelli und Albini, denen die Dur 1 Ordnung_ der 131011015008 (19.111110an1181 übertrathßchwukkneé haben, wie der .Voff. Ztg.“ aus Bologna geschrieben wird, jetzt ihre Arbeiten abgescbloffen. Die Bibliotbxk wurde zu Lebzeiten des Dichters von der Königin Margherita angekauft und nach dem Tode des Besißers der Stadt Bologna überwiesen. Sie umfaßt, wie nun festgestellt ist, gegen 15 000 Bände und 10 000 Broschüren und kleinere Schriften. Dex größte Teil der Sammlung bezieht steh auf die italienische und lateinisch: Literatux, unter der besonders die ver. schiedenen Ausgaben des Horaz hervorragen. Die historische Abteilung birgt eine unbe191eichlicbe Zusammenstellung fast aller Schriften„ die ich auf „das italienische Riforgimento beziehen. Unter den zahlrktcben anuskripten, die, 76 Mappen süÜen, finden fich außer einem außérordentlicb reichen Briefmaterial, den ersten Niedersch1iften von Gedichten Carduccis und Horazübertragungen, eine Fülle von Studiennotizen, die Carducci bei seinen Forsckpungen über Dante PleYca,w Taffé),ichTäseni,chP§-kiknd beMoZi undGNlfieri uiederschrieb, un 6, ennae e au en a ge 0 enes an eine Fülle kostbaren Materials enthalten. W bilden, dock;

.

Geistige Getränke bei Naturvölkern.

ut, 1,1191 es im „911151105. die Einfuhr 1161111191?“ sSiÉnÉFÉsUÜ ftika_ zu verbieten; wenn man aber glaubt, daß der Neger erst auf europaischen Alkohol warte, um fich tranken zu machen so beruht dieses auf Unkenntnis. Er hat ohne Einfluß der Wei en,län si aus- giebig von _seinem berauschenden Palmwein Gebrau gema t tut damit aber nichts anderes, wie auch sonst allgemein geschieht; der Kbrjäke berauscht fit!) mit Fliegenscbwamm, der Südseeinsulaner mit Kawa der Mexikaner mit Pulque usw. Das gibt gegenüber der aklgeméinen Enthaltsamkeithwegung zu denken. Wie Naturvölker vorgehen um fich nzeue Bcrauschun95mittel„1u verschaffen, an denen die W'eißen wirkl.ch unschuldig find, dafur liegen zwei neue Beispiele vor über die wir hier berichten xvoilen. Da ist zunächst der Trank Bilk. Dieser_wird bei versch1edenen Negerstämmen im französischen Nord- westafrika, bei den Buga, Landuman, T muß, Susu u. a. benu t und gilt als Surrogat für den vom ropbeten verbotener; Alko 0!- Ueber Herstellung und Wirkung berichtet („148- Uaßurs“ vom 21. September 1907) der französische Kolonialarzt Dr. Maclaud. Gewozmen wird das Bili aus dem Wurzelsjock einer Melastomacee, ])18801'115 (319116111019, die in der Art wie bei uns die icborienwurzel zu einem braunen Pulver gedörrt und geröstet und in örbchen aus Raphiafasern aufbewahrt wird. Aus diesem Pulver gewinnt man alßdann durch Vermischung mit Waffe: unter Zu vorx Eriodendronrinde das Getränk. Es geschieht dieses in sehr großen - Kragen, in denen es von a_lten Weibern mit Bambusstöcken fünf bis sechs Stundezn lang umgeruhrt wird. Das fertige Erzeugnis macht tranken wie Branntwein, doch sagt der Bericht nicht, ob es akkobol- bgltig ist. Ein zweites berauschendes Getränk, über das wir jetzt nabere Nachricht erbaiten, ist der Peyote, bereitet von den Huichol- indiaqern_Mex1kos. Léon _Diguet „1101111121 69 18 8001666 1195 8.1061'1081113065 , 001,17. 88116, 17, r. ]) sagt, der Peyofe (Peyotl im Nahual) sei die einzige heute noch bei Indianern im