1908 / 134 p. 1 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 09 Jun 1908 18:00:01 GMT) scan diff

* Deutscher Reichsanzeiger

und

Der üezungrei; beträgt vierteljährlich 5 „M 40 „_5. Alle Poßanßaltcn nehmen Bestellung an; für Berlin außer

Insertionspreis ßkr den Kaum einer Brmkzeile 30 „3. „Inserate nimmt an: die Königliche Expedition

Königlich Preußischer Staatsanzeiger.

den postanflalten und Ieituug-spediteuren für Selbstabhole- muh die Expedition IT., Wilhelmstraße Nr, 82.

Einzelne" Nummern koßeu 25 H. Fxx-

des Deutschen Keichsanzeiger5

und .ßöniglith preußisxheu Staatsanzeiger;

Veélüt ".IN-„ «WUhelmftraßeNr, 82,

.I./„€ 134.

'«xz.

Berlin, Dienstag, den 9. Juni, Abends.

1908.

Inhalt des amtlichen Teiles: OrdenSverleilzungen 2c. ,.

Deutsches Reith.

Mijteilunq, betreffend die Abschiedsaudienzen des_ bisherigen Botschafters der Vereinigten Staaten von Amerika und des bisherigen perstschen Gesandten.

Ernennungen 2c.

Exéquaturerteilungen.

Mitteilungen, betreffend Ermächtigungen zur Vornahme von Zivilstandsakten.

GYßs, ertHeffend Aenderung des § 833 des Bürgerlichen

ee u s.

Geseß zur Aenderung des Geseßes, betreffend den Schuß von Vögeln, vom 22, Mär? 1888 und zur Einführung des" Vogelschußgeseßes in He goland.

Bekanntmachung, betreffend Erweiterung des Fernsprechverkehrs.

Mitteilung, betreffend die nächste ScesteUermannSprüfung in Stettinrabow.

Erste Beilage:

Bekanntmachung, betreffend die im Rechnungsjahre 1907 ein- gelösten elsaß:lothringischen Landesschuldoerschreibungen._

Königreich Preußen.

Ernennun en, Charaktewerleihungen, StandeSerhöhungen und sonstige ersonalveränderungen.

Aüerhöchster Erlaß, bctreffcnd die Verleihung des Enteignungs- rechts an die Residenzstadt Caffe1.

Bekanntmachung, betreffend die engeren Wahlen bei der Wahl der Wahlmänner für die Wahlen zur 21. Legislaturperiode des Hauses der Abgeordneten.

Seine Majcsxäk de;“ König haben Aljergnädigst ßrruht: dem Bürgermeister Rudolf Kirschstein zu Kreuznach und dem Fabrikbéfißer Louis Mann zu Charlottenburg den Roten Adlerorden vierLLr Klasse, _ de_m Oberbaurat a. D,. Geheimen Baurat thhelzn Jarwxck zu Pankow im Kreise Niederbarpim, brsher tn agdkbUkA- ÖM Könjglichen Kronenorden zwexter Klqffe, _ dem Gutsbefißer Ludwig*Arndt zu Arndsbof 1mKre1se Frlehne den Königlichen Kronenorden vierter Klasse, dem Amissekretär und Standesbeam1en Paul Dannen- berg zu Züsedom im Kreise Prenzlau das Kreuz des All- gkmeinen Ehrenzeichens, / _ dem früheren Gemeindevorsteher, Ackerer Nzkolgus Schneider zu Kalsen im Kreise Saarburg", dem htshertgxn Orkssteuererheber Ludwig Reiber zu_ Gorsback) 1m“Kcetse Sanqerhaufen, _dem bisherigen Amtsdtener_ Karl Koppen zu Wen low xm ersten Zerichowschen' Kretse, dem penfio: nierten andbriefträger August Sch1eberling zu Oster- burg, dem Hoüänheretbefißer Rober_t Pockrandt zu Ehrhar- dorf im Kreise Ftlehne, Hsm Landwxrt Hetnrich Warnecke, dem Fleischermeister Hernrick) Verchau, beide zu Wefer- lingen im Kreise Garhelegen,_ dem „Maurermeister Friedrich Ouebe zu Haldern 1m chzse Lubbecke, dem Bäckermeißer Karl Wersche zu Rakel np Kreike Wirsiß, dem Werk- meister Ludwig Grafenst-exn zu Merseburg, dem [arzb- wirtschaftlichen Aufseher Karl Bös e zu Oebisfelde „tm Kreise Gardelegen , dem, Gutsmeisterknßcht Matthias Peffgen zu Rheinkasskl 1m Landkreise Coin, dem_Mecha- niker Louis Drigalskt), dem , Dreher Frzedrtch Wagner, den Schlossern Ernst Gussxfeldt, Wilhelm Heini , Karl Vöhlig und dem ObxrarbeUer L_oms Lange, sämtlicl? zu Magdeburg, das_Allgememe Ehrenzetchen, ' den Ingenieuren MOW Sttxglxr zu7Plan118_res het Meß und Karl Faerb er _zu Fmedrtch-thhelmshutte tm Siegkreise die Nettungßmedgtüe am Bande ![owie dem UniversitätSprofesjor, Geheimen erchenrat Dr. Jo- annes Weiß zu Heidelberg die Note Kreuzmedaiüe drttter [affe zu verleihen.

SUV? Majestät der Kaiser und Komg haben Mergnädrgft geruht:

dem „RSÜÖSkleer, Präsidenten des Staatsministeriums und Mimster der auswärti en Angelegenheiten Fürsten von Bülow, DUTÖWUM- UZH laubnis zur Anlegung dxs von Seiner Maxesiat dem Ko_mg von Schweden ihm verltehenen Seraphinenordens zu ertetlen. _

Dentsches Reich.-

Seine Majestät der inser und König haben Festern vormittag um 1/211 UZr tm Neuen Palais bei Potsdam en hisherigen Botschafter er Vereinigten Staaten von Amertka am Alierhöchsten „Hofe,_The Hon. Charlemagne Towex, und darauf den btsherigen perfischen Gesandten am AUerho ftezr Hofe, Mirza Mahmoud Khan, Ehteschanves- Sultan , m AbschiedSaudienzen zu empfangen geruht.

_ Den AudieYZext wohnte der Staatssekretär des Aus: markigen Amts, 1rkliche Geheime Rat von Schoen bei.

Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht: das Mitglied der 1kali -Te ni chen Reichantalt, Professor Dk- HolborchzYn Léchtstächixzen Mitgliede des Patentamts zu ernennen.

Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädigst geruht: den Land erxckztsdirektor, Geheimen Justizrat Walther in Colmar zum ?Zmstdenten des Land erichts in Mülhau en, ' den Ober andesgericht3rat WokZ ber dem Landgerichte daselbst und _ den Landgerichtsrat Mock in Straßburg zum Rat be; dem Oberlandesgericht in Colmar zu ernennen.

H in Colmar zum irektor

Dem Generalkonsul von Chile Adolfo Ortuzar sowie dem Kynsul 'derselben Republik John Hartwi Georg Buxmetster 111 Hamburg rst namens des Reichs das equatur ertetlt worden.

_ Dem bei dem Kaiserlichen Konsulat in Jerusalem be- fchafttgten Kanzlerdragoman'Loytved ist auf Grund des

1_ des Gefeßes vom 4. Mai 1870 in Verbindung mit

80 des (Heseßes vom 6. Februar 1875 die Ermächtigung erteilt _worden, m Vertret'ung des Konsuls bürgerlich gültige Eheschlxeßungen von RetchSangehörigen und Schußqenoffen, mit Emschluß der unter deuischem Schuhe befindlichen Schwetzer, vorzunehmen und die Geburten, Heiraten und Sterbéxälle von solch»:: ;';1;;- Murkundexx.

Dem mit der Vexlxebmg des Kaiserlichen- Konsuls in Kobe beauftragten Dolmet er S'pecka ift aquGrunb h_es § 1 des Geseßes vom 4. ai 1870 die Eruxächttgyn? ertetlt worden, in Vertretung des Konsuls bürgerltch gultge Ek):- fchließungen von Reichsan ehörigen vorzunehmen und die Geburten, Heiraten und Ster efälle von solchen zu beurkunden.

G e s e ß, ' betreffend Aenderung des § 833 des Bürg'eplichen Geseßbuchs.

Vom 30. Mai 1908.

Wir W i l h e l m , von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen _2c., verordnen im Namen des R'etchs, nach erfolgter Zustimmung des Bundeörats und des Resttags, was folgt: Der § 833 des Bürgerlt en Gesetzbuchs erhäli folgenden zweiten Saß:

Die Ersaßpfticht tritt,nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht tmrd, das dem Berufe, der Ermerbs: tätigkeit oder dem Unterhalte_ des Tierhalters zu dienen be; stimmt ist, und e_ntweder der Txerhalter bei der Beauffichtigung des Tieres die tm Verkehx erforderliche Sorgfalt beobachtet oder der Schaden anch bet Anwendung dieser Sorgfalt ent: standen sein würde. _ _ -

Urkundlich unter:“Unscrer Zochstetgenhänwgen Unterschrift und beigedrucktem Katserltchen nfiegel. Gegeben Potsdam, den. 30. Mar 1908. (14.8) Wilhelm. Furst von Bülow.

G e s e 15 zur Aenderung des Geseßes,

betreffend den Schuß von Vögeln, vom 22. März 1888 und zur Einfuhung des Vogelschußgeseßes in Helgoland.

Vom 30. Mai 1908.

Wir W i lh elm , von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, Köni von Preußen,2c., verordnen im amen des Nerchs, nach erfolgter Zustimmung des Bundeßrats und des Reichstags, was folgt: Artikel 1. '

Das Gesetz, betreffend den Schuß von Vögeln, vom 22. März 1888 (Reickpsgejeßbl. S. 111) wird, wie folgt, geändert:

Die §§ 1, 2, 3, 5 und 8 erbal1ken folgende Fassung:

* Das Zerstören und das Ausheben von Nestern oder Brutstätten der Vögel, das Zerstören und Ausnebmen von Eiern, das Außnebmen und Töten von Jungen ist verboten.

DeSgleicben ist der Ankauf, der Verkauf, die An- und Verkaufs- vermittlung. das Feilbieten, die Ein-, Aus- ynd Durchfuhr und der Transpotct der tNéstetr“ Eier und Brut der m Europa einheimischen

o elar en an er a . V gDeu: Ei entüFter und dem Nußun Sberechtigten und deren Be- auftragten ste 2 jedoch frei, Nester, Wel e Vögel in oder an Wobnx

nach Maßgabe der landesgeseßücben Bestimmungen über I

häusern oder anderen Gebäuden und im Innern von Hofräumen ge- baut haben, zu zerstören.

Auch Findet das Verbot keine Anwendung auf das Einsammeln, den Ankau, Verkauf, die An- und Verkaufsvermittlung, das Feil- bieten die Ein-, Aus- und Durchfuhr und den Transport der Eier von Möwen und Kiebißen, soweit es nicht durch LandeSgeseß oder durch landespolijeilitbe Anordnung auf die Eier dieser Vögel für be- stimmte Orte oder für bestimmte Zeiten außgedebnt wird.

§ 2.

Verboten ist ferner:

a. jede Art des Fangens von Vögeln, solange der Boden mit Schnee bedeckt ist;

b. das augen von Vögeln mittels Leimes und Schlin en;

c:, das ungen und die Erlegung von .Vö eln zur Na tzeit mit Neßen oder Waffen; als Nachtzeit gilt der eitraum, welcher eine Stfunde naFJtSonnenuntergang begixxnt und eine Stunde vor Sonnen- au gang en 8 ;

a. das Fangen von V geln mit Anwendung von Körnern oder anderen Yutjerstoffen, dene betäubende odcr„giftige Bestandteile bei- gemischt nd oder unter A wendung geblendeter Lockvögel;

s. das Fangxn von Vögeln mittels FaÜkäfigen und ?allkästen, Rensen, großer Schlag- und Zugneße sowie mittels bewe iche: und tragbarer, auf dem Boden oder quer über das Feld, d'aö iederbolz, das Rohr oder den Weg gefvannter Neße.

Der BundeSrat ist ermächtigt, auch bestimmte andere Arten des Jän ens sowie das Fangen mit Vorkehrungen, welche eine Massen- vertlgung von Vögeln ermöglichen,3zu verbieten.

In der Zeit vom 1. März bis zum 1. Oktober -ist das Fangen und die Erlegun von Vögeln sowie der Ankauf, der Verkauf und das Feilbieten, de Vermrttlung eines hiernach verbotenen An- und Verkaufs, die Ein-, Aus- und Durchfuhr von lebenden sowie toten Vögeln der in Europa einheimischen Arten überhaupt, ebenso der Transport solcher Vögel zu andelszwecken untersagt.

Dieses Verbot erstreckt ck für Meisen, Kleiber und Baumläufer auf das ganze Jahr. ,_

Der BundeSrat ift. ermächn ?, das Fangen und die Erlegung be- stimmter Vogelarten sowie das eilbieten und den Verkauf derselben auch außerhalb des im Abs. 1 bxsümmten Zeitraums allgemein oder für gewisse Zeiten oder Bezirke zx Zintetsagen.

Vögel, welche dem a dbaxen Feder- und arwild und de en Brut und Jungen sowie ÖtHkhen und deren BUKa nachsteUen, FWT“; a un Fischerei von den Iagd- oder Fischereiberechtigten und deren gBeauf- tragten getötet werden.

Wenn Vögel i," .einbergen, Gärten, bestellten Feldern, Baum- pflanzungen, Saatkampen und Schonungen Schaden anrichten, können die von den Landesregierungen bezeichneten Behörden den Eigentümern und Nußungsbereckstigten der Grundstücke und deren Beauftragten oder öffentlichen Schußbkamten (Forst- und Feldbütern, Flurschützen usw.), soweit diks zur Abwendung dieses Sckpadens notwendig ist, das Töten solcher Vögel mtt Feuerwaffen innerhalb der betroffenen Oert- lichkeiten auch während der im § 3 Abs. 1 bezeichneten Frist gestatten. Das Feilbieten und der Verkauf der auf Grund solcher Erlaubnis erlegten Vögel snd unzuläsfig-

Ebenso können die im Abs. 2 be ekchneten Behörden einzelne AuMabmenpon den Bestimmungen in Ö§ 1 bis 3 dieses Gesetzes zu wiffenschaftltchen„ od„er Lebrzwecken, zur W ederbevölkerung mit einzelnen Vogelarten sowie fux Stubenvögel für eine bestimmte Zeit und für bestimmte Oertlichketten bewilUgen.

Der Bundeßrat bestimmt die näheren Vorausseßungen unter ?,?lchsmu die im Abs. 2 und 3 bezeichneten NuSnabmen ftattbaft en 9 en.

Von der Vorschrift unter §28 kann der Bundeskat für bestimmte Bezirke eine aUgemeine Auönabme Zestatten. -

Die Bestimmungen dieses Geseßes finden keine Anwendung 3. auf das im Privateigentum befindliche Federvieh; b. auf die nach Maßgabe der Landeöaeseße jagdbaren Vögel; (3. auf die in nachstehenden: Verzeichnis aufgeführten Vogelarten: Tagraubvögel mit AuSnahme der Turmfalken, Schreiadler, Seeadler, Buffarde und Gabelweihen (rote Milane),

bus, Würger (Neuntöter), Sperlin?e (Haus- und Feldsperlinge) rabenart ge Vögel „ZNc-benkräben, Nebel'kräben, Saatkräben, Elstem, Eichelba er), * _ Wildtauben (Ringeltaubcn, Hobltguben, Turteltauben), Wafferbühner (Robr- und Vleßbubner), Reiber (eigentliche Reiber, Nachtreiber oder Robrdommeln), Säge: (Sägetaucher, Tauchergänse), alle nicht im Binnenlande brütenden Möwen, Kormorane, id ck TFxcberHEZYtauKervunä öHaxbenttauGer), . eo g an u: e or een unera,b,obeek ne n des das Verbot des Fangens mjttÄlstkSkÖlungM - x ck te V g r e 2. Der Reichskanzler wird ermä ti t, den Te t ves ee es 5- tdreffend denäStirhuß (F)? V ck g E s H ck em gegenw ! gen e erßibt, unter der Ueberschrift „Vogels UB“ geseß' durch das Reichsgeseßblatt bekannt zu machen.

Ar kel 3. Dieses Geseß tritt am 1. September 1908 in Kraft. in KM gleichen Tage tritt das Vogelsrbußgesetz für Helgoland Ux'kundli unter Unserer ö steiFenhändigen Unterschrift und betgedru tem Kaiserlichen mege. . Gegeben Potsdam, den 30. Mm 1908. (D. 8.) W ill) elm.

von Bethmann Hollweg.

ögeln, vom 22. März 1 88, wie er |ck Ulk '