1908 / 137 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 12 Jun 1908 18:00:01 GMT) scan diff

Yannisation das Eintreten besonderer Erschütterungen bedeute. Er

c das feste V rt " a, da eine . eintreetenraWeéuf Englands Bereitschaft fur den Fa ß

_ _ Frankreich.

von Fer Mlnlsterrat hat in seiner gestrigen SWUUI die hina JU verlangende Genugtuung Wegen der Vor- ie e an der Grenze von Tongking fest estellt. Wie «“NRW Havas“ meldet, sollen außer der bseBUW des HWFWMM _feindlich gesinnten Vizekönigs von „Yunnan Mg Emskhadigungen wegen der Einstellung der Ersenbahn-

ten gefordert werden.

_

In der Deputiertenkammer stand gestern eine WWW? über die Vorkommnisse in Vigneux zur

C1: “5 dem BMW des .W- T. B." gab der Ministerpräfident

ÉLMUU in Erwiderung auf die Interpellation dem Bedauexn Re gierung Ausdruck, daß hierbeiTodesfälle zu beklagen seien. Die Vonät ng halte es für ihre Pflicht, die belästigten Arbeiter und die Über die in “x' Fabriken zu schüßen. Der Redner berichtete sodann seien eErÜWffL- Wie fie aus der amtlichen Untersuchung klargestellt Kum“, und tabelle die Gendarmen, weil sie gegen Ausständige, die keine

ged-"Men veranstaltet bätten, vorgegangen seien. Das Gericht fester Ale Verantwortlitben feststellen und sein Urteil fällen, wenn ein in nbaltspunkt gegeben sein werde. Die Gendarmen seien nicht Gendarm twebk gewesen. Bisher Weine, daß der Quartiermeister der werden, etie einen schweren Fehler begangen babe; er werde verscßt Dem MOW AekkÖUiche Verfahren wegen dieser Taten sei eingxleitet. dem R' äsekten des Departements Seine et Oise, dem Unterprafekten, gxszoffkttmxister der Kavallerie und dem der Gendarmerie, die nicht WMW batten, würden Belohnungen gegeben werden. Der Minister- Negi: nt sagte sÖließlikb, die Kammer möge wählen zlyisckjen einer und ÖM“ die Reformen auf gesetzmäßigen: Wege einfubren wolle,

sexe" Mfrübrerischen Ausständigen. [; Cl

- U einer Erwiderun derInterpellanten na m emenxeau eme TageSoxdnung an, iZ der die Kammer ihr sckzmxrzüches die ?finden UNd ihr Vertrauen zur Re 1erung aus ruckt x_md Diesn Vorschlai? gebrachten gerichtlichen aßnahmen _genehm1gt. WWWN "ung wurde mit 429 gegen 63 Sümmen an- Faß Haus beraumte sodann die Besprechung der Inter- Lan-n Gervais und Deschanel, betreffxnd Marokko, auf

' d- M. an. Darauf wurde die Stßung geschlossen.

Der K* Rußland. E l d l)!)

oni und die Köni in von 11 an (: en (ZAF ' T- B?“ ufolge, gestert? abend nach e?nern Bankett, fand uf der britisckzxn Köni sjacht „Victoria und Albert“ ftqtt- veraßsvxm dem Kaiser Niko aus und der Kaiserlxchen Famrlje auc!) FWU Und Reval verlassen. Mit dem Komgspaar tft abgerejf? rnsfische Botschafter in London Graf Benckendocff

In 0 Italien. ' ex De utiertenkammer gab “?ZTsek-retßr impAuswärtigen Amt Pompi i guf eine Anfra e stück MÄUber' die Vorlegung von diplo mattschen Scthgt- zufolen Uber Marokko und den Balkan, „W. T. .“ g_e, nUrhstehende Erklärung ab: nötj ur die Zusammenstellung der Dokumente sei noch einige Zeit wen?" Das Glünbucb über Marokko set bereits ferüg und Wurde in werdZen TaJen erscheinen können. An dem Grünbuch über Mazexonien Die M"!)kb gearbeitet, es werde aber in kurzer Frist vorliegen konnen.

peu dena

estern der Unter-

Pbase gi1e1knüpften Unterbandlungen ständsn jekt in einer entscheidenden

kussi folge des Meinungsaustaufches zwischen der englischen und "ck 7 en Regierung und ließen einen kleinen Aufschub der Veröffent- "nß ratsam erscheinen. * Schweiz. , . Der Nationalrat hat, „W. T. B.“ zu olge, beschlossen, M die Beratung des Gesehentnxurfs, betreffen dre Kranken- Und Unfallversicherung, emzutreten.

Türkei.

Der Präsident des Senats von Samos, Sofulis, hat den Gesandten der Schußmächte eine neue, in dringender Sprache abgefaßte Denkschrift überreicht, die fich, wie dKe „Agence Havas“_ meldet, gegen Ausschreitungen dsr türkischen Truppen, gegen dxe von dem Fürfjen Kopasfis Effendi begangene Ueberschrei- tun? seuzer Vollmachten und Zzegen die von [exterem nac!) Kar ovaj: einberufene Versamm ung richtet, die einem Vor- gehen eme geseßliche Unterlage geben soUe. In Athen einge; gangene Nachrichten schildern die Lage auf Samos, obi er

exle zufolge, als düster und berichten von WiUkürakten er p'"")lsortsckxzn Behörden. Asien.

China und Japan revidieren zur Zeit die im Jahre IN erlassenen zcijweiligen Bestimmungen für die Beförde- 11an _der japanischen Post auf den mit der ]apanischen V [_UHmandscHurischen Eisenbahn verbundenen chinefischen Tel nnen. Japan besteht, ,wie der „St. Petersburger quxapßMagentur“ gemeldet Wird, darauf, daß ihm das'Recht Postekbe, die aus Peking nacb Inkau gehende Post mit ergenen Uäckj MM zu expedieren. China verweigert dies ]edoch hgrt-

LJ- Die Verhandlungen über die Beförderung der chme-

Weg??? auf den südmandschurischen Bahnen haben noch

11

en. Hafidse Nachkicht von dem feierlichen Einzuxze Mulqy T("'Jerk-n Fes hat, wie die „Agence Havas“ meldet, m emen Eindruck gemacht.

Statistik und Volkswirtschaft.

In D , Die Seeberufßgenossensckpaft. 22- Genosasnkkg hat am 1. Juni die Seeberungenoffenscbaft ibre genoffensxzasten chaftsversammlun abgehalten. Die Seeberufs- Manana K Je ört neben dem KnappsZJaftsverein zu den am meisten Lauf ib Okporatjonen dieser Art, und fie hat sich ihre Bedeutung "- Wirkungßzeit nicbt nur durch eine sorgsame Pflege der sondern vor allem auch durch ein großzügiges Wia?" solchen Gebieten erworben, die noch nicht zu aehzrew eitsbe-ceiéh der Berufsixenoffensckxasten im allgemeinen abr: „„ So ist um Beispie die im Laufe der nächsten “Küchenm r Durchfü rung gelangende Witwen. und Waisen- der so I von der Seeberungenoffens aft bereits ins Leben erufen bkkUsggenFsks'annten .Seekaffe*. Eine be :utende Rolle spielt d eSee- dk! Sichexbenstbast auch in der fortschreitetxden Jnternalkonalisterung Fb“ " ißiwée un? Yenxbskxorsckniflten fULstdie SedesYiffabn' und k n e en aten rungen , gerae n au ung besondexg mi? England zu “Vereinbaxungen zu gelaYegLenr, BZÖ

“" Int o i treffen der deutschen Reederei Reckmun t Zn UL:: dks ein Verdienst der Seeberufegenoffmschasxg !:?xe dkk " Danziger Versammlung vorgelegten Bericht kann

Genoffens'T)Iftsvorftanw mit besondner Genugtuung auf die

Vet iändigung binwei en, die binficbilicb der Anexkennung der beider- seitixen Freibordvors riften mit der englisckpen Regierung getroffen werden konnte. Infolge dieser Einigung hatte fich am!) die Danziger Generalversammlung mit einer Abänderunq der deutschen Vorschriften über den Freibord für Dampfer und Segelschiffe zu beschäftigen. Die hier vorliegenden Anträge des Genossensäpaftsvorstandes wurden in der vorgeschlagenen Form genehmigt. Von welcher Bedeutung das oben erwähnte Abkommen sein kann, das zeigen folgende Aus- führungen des Verwaltungsberichts: .Diese wertvolle freundschaftliche Einigung zwischen Deutschland und England auf wirtschaftlichem Gebiete - eine Entente, über deren Zustandekommen auch in Privatbriefen lebhafte Genugtuung zum Außdruck gelangte ,- läßt der Hoffnung Raum geben, daß ML einigen Jahren eine ernbeitlitbe Tiefladelinke zwischen England und eutschland perfekt werden wird.“ Wie sebr die segenöreickpe Tätigkeit der Seeberufsgenoffensäxaft auch außerhalb der deutschen Grenzen geschäßt wird, ergibt_fich daraus, „daß auch im vergangenen Jahre wieder eine Reihe auslandiscber Regterunaen und Kommissare der Durchführung der deutschen Seeunfallverficlxerung durch Ent endun von Vertretern oder Erbittung von Auskunften lebhaftes ntereß'a entgegengebracht haben.

Zur Arbeiterbewegung.

In der Hanauer Edelmetallindustrie ist, wie die „Köln. Ztg." mitteilt, Fer (1th 1. Juli ablaufende Lothertrag auf ein weiteres

r verlän er wor en.

cl[„DieLobLbeweguug der Steinarbeiter Mannheims ist, nach demselben Platte, beendet. Die Unternehmer haben den am 31. Mär; abgelaufenen Vertra bis zum Januar verlängert.

In Rastatt kk, Wie die .Köletg.“ erfährt, eine Lobnbewegung im Brauereigewerbe durch den Abschluß eines neuen arif- vertrages beendet worden. Den Arbeitern werden Lohnerhöhungen von 1-4 „F6, je nach der BeschäftigungSart, eingeräumt. Auch in bezug auf die Arbeiwxeit. Sonntagötube usw. find den Arbeitern Zugeständniffe gemacht wyrden. _

Der seit März in Lubeck wahrende Ausstand der Steinse er und Ramme: ist, der „Köln. Ztg.“ zufolge, durch die Anna me eines neuen Lobntarifs beendet worden,

Der in Paris tagende internationale Wer arbeitet- kongreß (val. Nr, 136 d. Bl.) beriet, wie „W. T. .“ berichtet, gestern vormittag die Verstaatliäoung der Bergwerke, die von Iauscheck (Deutschland) und Iarolim (Oesterreich) _unter- stüßt wurde, während Sofenski (Deutschland) ck bekampfte. Auth Choquet (FkäklkkSkÖ), Desjardins ( elaien) und Gilmon (England) traten für die Verstaatlichung ein. Hiexauf nahm der Kongreß einsümmia (mit Außnabme d(r polnijcben Stimmen) die von Deutschland, Belgien und Frankreich voZeschlagenen Resolutwnen an, durch welche die Verstaatlichung der ergwejke unter vöÜiger Gewährleistung des KoalitionSrecbts für die Arbeiter verlangt wird. Hierauf beriet der Kongreß die Frage der Altersversorgung. '

Eine Versammlung von Vertretern der Landarbeiter m

arma hat, laut Telegramm der „Köln. Ztg.“, einstimmig, die Fort- chung des Ausstandes beschlossen. Die Gekreideernte, dre irx acht Tagen beginnen M], ist schwer gefährdet. Alle Verfuäxe, eine Eintaung mitchdxxtrtGrundbefißern herbeizuführen, find, wie „W. T. B.“ meldet, e e e . g ! In Cartagena haben, wie .W.T.B.' meldet, dieArbeiter- vereinigungen_den allgemeinen Ausstand beschloffen.

Kunst und Wiffeuslhaft.

Das Märkische Museum in Berlin. _

Mit einer schlichten, aber eindrucksvoüen Feier ist vorgestern am Köklniscben Park, gegenüber der Waisenbrücke, der Neubau des Mär- kischen Musxums eröffnet und damit einer wertvoUen Sammlung ein würdiges Heim und der Reichshauptstadt eine weitere Sehenswürdig- keit zuteil geworden. _

Die Sammlungen märkischer Altertumer, die in den neuen Baulich- keiten untergebracht find, wurden in wenig mehr als einem Menschen- alter zusammengebracht. Sie verdanken ibr Beisammensein in erster Linie dem unermüdli en Sammeleifer des Stadtrats Geheimrat Ernst Fri ed e l, auf de en Anregmigfich die städtischen Beßörden im Jahre 1874

chlo en ein tur- und naturge chichtlicheo Museum zu begründen.

riedel äeüte ": das neue Unterne!:men nicht nur seine eigene reitb- altige privat ammlung unentgeltl-(b jur Verfügung, sondern ver- mehrte diese Stiftung noch fortgeseßt durch wertvolle Neuerwerbungen. Die von ihm ins Leben gerufene MuseumspftegsÖaft dehnte ihre Sammeltätigkeit bald über die ganze Provinz Brandenburg aus. Aus städtischen Mitteln floffen bis zum, Jahre 1904 nur geringe Bei- hilfen; es wurden für Ankäufe jährlich nur 1000 «% in den Etat aeseßt. Die ?esammelten Gegenstände fanden zunächst in einem Raum des Ra hauses ein notdürftiges Unterkommen, später wurde ihnen eine Zimmerreibe in dem von der Stadt angekauften ehemaligen Podewilssckpen Palais in der Klosterstraße eingeräumt. Bald erstanden der Sammlung einflußreicbe Gönner. So überwies Seine Ma estät Kaiser Wilhelm der (Große dem Märkischen Museum eine elbe vaterländisckper Altertümer, die bisher inxSchloß Cbarlottenbof bei Potsdam aufbewahrt worden waren. Als die Raume im Podewilsjcben Palais die stetig wachsende Sammlung nicht mehr zu faffen vermochten, fand diese voxübergebend im Köllnixeken Rathaus: em Heim, um schließlicb im städtischen Svarkaffengebaude in der Zimmerstraße unter- gebracht zu werden. Inzwischen waren die städtischen Behörden einem Museumsbau näbxt getreten. Im Jahre 1892 wurde ein Preis- ausscbreiben zur Gewinnung von Bauvlänen bekarxnt gegeben, aus dem der damalige Stadtbaumeister Möller als Steger hervorging. Möaer starb aber bald darauf, und da sein Entwurf vielfachem Widerspruch be egnet war, entWarf der neue Stadtbaurat Ludwig Hof mann einen neuen Bauplan, der den Beifal] der xuständigen Behörden fand und nunmehr aus- geführt wurde. Hoffmann verzichtete bei seinem Bauplan auf ein einheitliches großes MuseumSJebäude, verfolgte vielmehr die Absicht, in den einzelnen Gebäuden, aus denen fich das Museum zusammensth, die Baugeschichte der Provinz zur AnsGguung zu brin en und xugle ch die Einzelgebäude dcn Außstellungßge enstanden,.die ini nenYufstellung finden sollten, harmonisch anzupa en. So rst ein _Gebaudekomplcx entstanden, der nicht nur den Anfoxderungen enjsprtcht, die man in jüngster Zeit mit Recht an einen kunstleritcb brauchbaren Mtxseums- bau stellt, sondern es entstanden zuglei architektonisch uberaus reizvolle Monumentalbauten von mannlgfall ger, den Gesamteindruck aber nirgend störender Architektur, die um so eindrucksvouer wirkt, als das Museum in jenem Teil der Reichshauptstadt seinen Play ge- funden bat, in dem noch auxstmeisten die Eigenart des mittelalter- li en KöUn-Berlin erhalten .

ck Der Besucher findet das Museum inmitjen freundlicher Parx- anlagen, in denen der epbeuumsvonnene Wusterhausener Bar an alte Taue, und andere Bauteile an Eosander von Göthes und an Schlüters Bautätigkeit gemabnen. Am Haupt- eingang bält ein mächtiges Rolandbild die Wacht, eine genaue Nachbildung des Roland zu Brandenxurg, gleich _diesem das Haupt mit dem Büstbel Donnerkrgut geschmuckt. Eine d_ustere Vor- halle nimmt den Eintretenden zunachst anf. von der man 111 das Erd- geschoß wie in das Haupt- und Obergeschoß gelangen kann. Die große, grau gehaltene Hauptballe_ in gotischem Stil geht durch mehrere Stockwrrke und enthält, fur Neuerwerbungen Raum lassend, 1- Z. alle Tauf- und Grabsteine, Schaßladen und Traben sowie ein reichgeschni tes Sakramentöbäußcben aus dem _ Wittstocker Dom. Jm Crdgefcboß, zu dem wenige Stufen binabfubren, befindet fick die reiche, chronologisch und nach Typen geordnete vorgescbkcbtlicbe Sammlung. .Sie enthält Funde von der ältesten diluvialen Steinzeit bis zur Zeit der Völkerwanderung. Unter den Funden seien die Reste des berühmten Königkgrabes von SedditZ, w9bl des größten_ in Deutschland aufgedeckten HünengrabeS, erwahnt. An die Gegenstande aus der Zeit der Völkerwanderung schlkeßsn M) reiche Silberfunde aus der Wendenzeit- Jm Hauptgescboß bat die naturgeschichtliche Sammlung, deren geologische Abteilung besonders reichhaltig ist-

Aufsiellung gefunden. Die folgenden Räume entbalien kulturgesckichtlicö wertvolle Gegenstände, u. a. eine reiche Sammlung von Erzeu nissen der Königlichen Eisengießerei; ein weiterer Saal ist der Stati ik der Stadt Berlin gewidmet, weitere der Wiffenscbaft und Literatur in der Mark; Theodor Fontanes Gedächtnis dient mit Fug ein eigener Raum. Das Obergeschoß enthält ein re1ches kulturgeschichtlicbes Material aus Stadt und Land. Besondere Anziehungskraft dürften ein vouständig angestattetes Spreewaldzimmer und ein Bieder- meierzimmer aus der Zeit um 1830 bieten. Au das Ge- richtSzimmer enthält des Sehenswerten genug. Rei ist ferner die Sammlung von kirchlichen Altertümern und Paraventen. Eine stimmungsvolle KapeUe birgt den Fehrbelliner Hock- altar und den Kelch, aus dem der Kurfürst Joachim 11. i. I. 1539 zum ersten Male, sich damit zur Reformation bekennend das Abendmahl nabm. Sehr anziehend ist auch die Zimmerftucbt, die die baulkche Entwicklung Berlins etwa von 1650-1850 darstellt. Ein be- sonderer Saal ist dem Innungswesen gewidmet. Innungszeickjen und -Fabnen schmücken die Wände; auf einer langen Tafel find Jnnun s- bumpen und andere kostbare Schaustücke aUSgesteÜt. In bo en gotischen BoYen präsentierx fick; die Waffenballe, ein schlichter Namn vereinigt Ge rauch6gegenstande für Fischerei und Handel.

Der Bexucber der reichen Sammlun en wird gut tun, nachdem er fiel) diese elbst angesehen, auch dem ußeren Bau seine Aufmerk- samkeit zu schenken. Ein gutes Stück vaterländischer Baugeschichte wird da in harmonisch aneinandergegliederjen Bildern vor ibm lebendig Werden; Bilder, die im einjelnen wie in ihrer Ver- bindung von dem architektonischen Feingefühl des Erbauers Zeugnis ablegen, Es sei nur an den ernsten gotischen KapeUenbau, den zierlichen, lichten gotiscbm Giebelbau und auf den vornehmen Renaiffanceetker mit den Wappen märkisäoer Städte hin- gewiesen. Die Berliner könnIn jedenfalls Genugtuung darüber empfinden, daß die wertvollen märkischen Sammlungen endlich ein. so ansprechendes, künstlerisches Heim gefunden haben.

&. D*. Die Juniversammlung der Vorderasiatiscbcn Gesellschaft brachte einen Vortrag von Dr. Kluge „über die kunstqeschicht1icheStellung derAltertümer von Samsun“. Was über diese Aufsehen erregenden Funde bisher bekannt geworden, ist im wesentlichen einer Veröffentlichung des als Förderer der archäologischen Forféhung in Vorderafien rübmlich bekannten

Macridy - Bey zu danken. Unter dem Titel „Uno- oibaäßUs araba'iqus (111 1201115“ dieser orscher die ersten Nachrichten über eine dem Direktorialad unkten des- Ottomanischen Museums Halil Bey im Jahre 1906 geglückte Entdeckung. Bei einem Besuche von Samsun. einer 180 km östlich von Sinope am Schwarzen Meere gelegenen Stadt, fand Halil Vey- im Laden eines griechischen Antiquitätenhändlers einige bemalte Ton- scherben, die ihm auffielen und als deren undort eine Ak-alan ge- nannte “gebirgige Landschaft, etwa 18 kw we tsüdwestlieb von Samsun- entfernt, ermittelt wurde. Bei näherer Untersuchung ergab sicb, daß: im dichten Walde, etwa in der Mitte von acht im Umkreise gelegenen Dörfern, die bedeutenden Reste einer aus Steinen aufgeführten Burg vorhanden waren. Innerhalb der uralten Ringmauer dieser Burg batten Bauern der Umgegend schon seit längerer Zeit mehrfach Bruchstücke tönerner Gefäße uyd andere Scherben gefunden. Dieser Umstand und verschiedene weitere Anzeichen sprachen für die Annahme, daß bier einst eine größere Stadt gestanden und daß der Fundort deren Akropolis gewesen lein müffe. Wunsch und Vorfuß lagen nabe, genauere Untersuchungen anzustellen. Diese find im Laufe des letzten Jahres init der (;!on- berzig gewährten materiellen Unterstüßung des Herrn Johannes Müh - berg in Dresden außgefübrt wolden und haben überraschende Erfolge geliefert. Fünfundjwanzig Tage waren nötig, um den Play von Bäumen und Sträuchern zu befreien. Er steüt einen hohen Hügel mit steilen Abhängen dar, der nach Süden den Flußlauf des Karadereb und nach Westen und Norden den seiner ckZuflüsse beberrsckt,„die zußammen den linken Mündungöarm des Kurtun rmak bilden. ZUJanglicb st ber Plaß somit nur von der Ostseite, wo sebr wabrscbeinl ck die offene Stadt la . Nach den zahlreichen, von der Oertllchkeit aufgenommener» P otograpbien zeigen die Böschungen des Burghügels Mauerwerk,. demjenigen von Tiryns und Mideia in Argolis sehr ähnlich. Der Gipfel ist durch eine natürliche Kette von Felsen gekrönt die der Befestigung als Grundlage dienten, teils als natüxli er Wan, teils als Mauerfundament. Umwallung bat die G falt eines un- rzgelmäßigen Vierecks und mißt 275 m in der Länge auf dmch- s_nittlich 50 m in der Breite. Die fast gleichmäßig 5 m hohen, ruckfiähtlicb der Böschung fich aber nur 3 m über die Basis erhebenden Mauern besxeben aus großen, unbebauenen Stein- blözken, die Zwiscbsnraume find mit kleinen Steinen gefullt. Spuren einer auf diese Steinmauer aufgesekt gewesenen vextikalen Mauer aus_Luftziegeln„ wie in Bogbaz-Kö, haben fich nicht gefunden. Eine ubexrafcbende Eigentümlichkeit bildet die Ab- rundung der Mauervorsprunge- Da ck hierfür eine besondere Ab- sicht dex Erbauer nicbt erkennen t, lag der Grund wohl in der Schwiertgkeit, mit unbebayenen Blöcken eine scharfe Ecke herzustellen. Der bisher enideckte einztgx Eingang befand fich “auf der Südseite zwischen zwei Paaren vor pringender Pylonen. Aehnlich angelegt waren die beiden Kanalöf'nungen im Osten und Norden. An der Ostseite find die Fundamente eines kleinen rechtwinkligen Gebäudes- sichjbar. Da die ersten Scherbenfunde von den Bauern im Innern, ver Umwanung an deren Westseite gemacht worden waren, wurden an dieser St_elle Nachgrabungen angestellt, die eine beträchtliche Men ?- von Bruchstucken verschiedener Art und mehrfarbig gezkerter Tongesä e sowie viele gebrannte Ziegel in ve1schiedcnen Formen, u. a. auch in, Rinnenfotm, zutage förderten. Nassrabungen in der Milte det: Umwallung bis zur Tiefe von 7 TU brachten dagegen nur Gefäß- scherben sebr hohen Alters. Die merkwürdigsten Fundstücke nd in ihrem vertikalen Teil eigentümlich fries- und gefimöartig de orierte Dachrinnen ferner ornamentierte Simsvlatten, jede mit 4 Löchern zum Zweck der Befestigung durck) Nägel versehen, und einfache Friesplatten ohne oberen Simßansaß, gleichfalls mit Löchern versehen und mit sehr verschiedenen Ornamenten und Figuren geziert. Alle Figuren wie Orna- mente s'md in flachem Reließ die anze Oberfläche der Platten ist mehrfarbig, vorherrschende Farben nd rot, weiß und schwarz. Unter den Abjuarinncn find eine größere und kleinere besonders bemerkens- wert durch die Reliefdarstellungen von je zwei ar aischen Löwen mit Weit geöffneten Rachen an den beiden Seiten der usflußöffnung, die bei der größeren 8 6111 im Durchschnitt zeigt und mit 16 am ausladet. Die Simsvlatten sind 27ck aw hoch und 60 cm breit, fie zeigenxinen Schmuck von zierliä) ineinander gefiochtenen almelten und Knospen, leßtexe an vier symmetrisch angeordneten Ste en erseßt durch die vor- ge achten Nagellöcber- in deren einem noch ein eiserner Nagel ge- funden wurde. Der rechtwinklig ausladende Sims darüber weist ah- wechselnd Mäander-, Zacke11-, ovale, Kassetten- und einfache Linien auf. In der geringsten Zabk vertreten sind die einfachen Friesplatten obne SiMSansaß; aber sie find besonders interassant, weil ihre leider kaum mehr als 25 0111 kan Höhe und Breite messenden häu ;; auch viel * kleineren Vrutbstucke allerhand merkwürdige Öarste ungen mehr erraten als_ erkennen lassen, 11. a. einen knienden, die Löwen- baut umgehangt tragenden anules der den Bogen spannt, einen unter der Lanze eines Reiters zu Boden gestreckten Centauren, die Gestalt einer Amazone, einen rennenden Löwen und ähnliches.“ Alle diese Platten waren erstcbtlicb bestimmt, hölzerne Wände zu bekleiden- sebr wahrscheinlich die eines Tempels. Die Gesamtbetracbtun? dieser

gab

aus-

Crgebniffe läßt auf zwei deutlich e iedene E ochen der Eni tebung und Blüte des Ylaßes sckkließen, ggekaneichnet pduni) eine fe : alte, robe Schxrben fuhrende Schicht, die gleichaltrkg scheint M" de.- Ek“ richtung der UmfaffungSmauern und durch eine erheblich junger: Kulturschicht, der alle übrigen zahlreichen Zeugnisse entstammen. Dr." Kluge hält dafür, daß die erste-Epocbe gleichzeitig ist mit der Blute des Hetbüer-Reicbes um 1300 bis 1100, und daß die Hethiter, die Gründer von Stadt und Akropolis waren. Bezüglich der zweiten Epoche, stimmt er Macridv BLK zu, daß sie kaum jünger sein kann als das sechste Ia rhundert voc