1908 / 149 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 26 Jun 1908 18:00:01 GMT) scan diff

standen, den bestehenden Tarif nicht zu kündigen, äsondern nochmals auf ein Jabr- bis zum 30. September 1909, zu ver! nglnn. .

In Frankfurt a. M. haben, wie der . ön. Ztg. gemeldet wird, die aussiändigen Bauarbeiter gestern die Arbeit wieder auf- Zenommen, aber über ein Plattengesäväfk- das dieausstandig gewesenen

rbeiter nicht wieder einstellte, die Sperre verhängt-

Kmtft und Wiffekslkjast-

Die v ikali -matbematische Klasse der König- lichen Akahdvesmie desrcbWissenschafjen hielt am 18. Juni unter dem Vor 15 ihres Sekretars Herrn Waldeyer eine _Sißung. _Herr

Scar ertwig sprach über die Entstehung "uberzäbltqer Extremitäten bei den Wirbeltier_en. Er fuhrte einen Fall von Verdoppelung der hinteren Extremijaien an dem Skexett einer ausgswachsenen Ente vor und schloß hieran eine Uebersicht uber ver- schiedenartige Exp-"rimente, durch die es gelungen isi, eine abnorme

ermebruna von Organen, besonders bei Wirbeltieren aus der Klasse der Amphibien, künstlich hervorzurufen. (Spaltung yon Organ- Mlüaen, Transplantation Fon ?rganandlagenL cker Amphibienlarve M der iedene Kör :rge en en e ner an eren ar e.

f Jnschder an deknselbén Tage unter dem Vorsitz ibres Sekretars Va)')len abgehaltenen Sißung der pbilosopbisch-bisioriscben Klasse sprach Herr M.Schulze über die Wortbrecbung in den

sibischen Handschriften. Es wurden diesRegeln der Wort-

kechng festgesteUt und aus ihnen u. a. die richtige Silben- keilung für aj/WUZJSUQ 111/111; abgeleitet. Herr Diels legte eine Mitteilung des Profesiors Dr. M. Wellmann " PotSdam vor: kssuäoäswoomßaa sabwaua. Jm Vatic. gr. 299 S. T7 findet sich unter pbarmakologisckxen Exzervten byzantinischer Zeit eine Reihe von Fragmenten unter dem Titel “MAMMUT“ FLIMMO)“. Sie beweisen, daß damals (die stadt)- demokritische Schrift ist spätestens im 9_. Jahrhundert verfa t) ker Name des Abderiten nicht bloß mit aberglaubis er Sympathiemedizin, svndern auch mit ernsthafter Arzneikunde in Ver indung gebracht wurde.

&. b“. Eine le te Wanderfahrt vor Begirxn der Sommerpause führte die .B'randeßnburgia', GeseUschaft fue Heimatkunde, am onnabendnachmitta naeh Pichelswerder. 'Der naheliegende Grund, gxrade dies iel zu wählen, wax die hier infolge Anlage der Döberißer Hterftraße bevorstehende und teckweise schon vollzogene erheb- liche Aenderung eines Landschaftsbildes, das txoy der Nähe der Großstadt ck bisher den Charakter bewahrt hatte, dertbm seit vielen Jahrzehnten das Gepxäge einer dornröschenartig in Wald und Busch versteckten Dorfidylle gegeben hatte, mit der es nun bald unwiderbringlicb vorbei ein wird. Auch versprach das Programm, daß_ sich an Ort und Stelle ein Vortrag des Privatdozenten Dr. Solqer uber die geologischen

Verhältnis: der Gegend und ein Rundganß auf dem i , W derun nach Pichelsberg. Be chtigung des "TKATXUYZ DTZmes 9über den Stößensee, endlich Heim-

fahrt torbooten über den Wannsee anschließen werde. Die FLH ijo Spandauer Bahnhof, wo Stelldickoein der Teilnehmer für Nachmittags 2 Uhr verabredet war, mit der Spandauer Stra en- babn nach Pichelsdorf, das in 20 Minuten erreicht wurde, gab zun ck| ein Bild von dem außerordentlich Zuwachs, den Spandau, nacb rleicbterung der früher der Baulast hinderlfchen Rayonverbältniffe, an dieser Seite der Stadt in den letzten Jahren erfahren hat. L_ange kann es wobl kaum noch dauern, daß auch Spandau zu den Stadien über 100 000 Einwohner zählen wird _ das sonst so gern als Klein- stadt bespöttelte Spandau! Auch Pichelsdorf, beinahe schon mit Spandau verwachsen, am rechten Ufer der vel ugd gegenüber Pichelswerder gelegen, macht bereits einen hal wegs siadtis an Ein- dru was vorderhand aber noa“) nicht so erhebliche Aen erungen zur olge gehabt bat, daß darüber eine Anzahl alter, kleiner, für das iscberdorf kennzeichnender Häuser vom Schauplatz verschwunden Wären. a ihre Tage jedoch ficher gezählt find, entsprach es einer dankens- werten Anregung des Vorstands der .Brandenburgia', diesen HäuScHen einen Besuch abzustatten. Den Führer machte in liebenswürdige: Weise der Hauptlehrer des Dorfes. Das erste der besuchten Häuser War bereits „wüst und leer“, einschließlich der kleinen Stallung. nämlich deshalb vollständig ausgeräumt, weil es in der Fluchtlinie der Heerstraße liegt und nebst dem dazu gehörigen, ck bis an das FÜH- ufer erstreckenden Grundstück vom Fiskus ange auft worden ist. 11 dem altertümlichen Rauchfang, der in einen niedrigen Schornstein mündet, war zu ersehen, daß das Alter des Hauses höchstens 250 Jahre betragen kann; denn ebensolatYe erst gibt es - kraft einer Verordnung des Großen Kutfurfien cbornsteine in den ländlichen Wohnhäusern." Aeltere Häuser, die man bin und wieder in den märkischen Dörfern findet, laffeu_ den Herdraurh, b?! aufsteigend die darüber aufgebängten Schinken raucheri sich seinen Weg an der erdwand entlang zum Dach: hinaus su . Immerbirx ist ein tet von 250 Jahren füx die an Kurzlebigkeit ibrer Hauser ge- wöbnten Berlin:: ein ebrwurdiges Alter. Ein zweites gleichaltriges Haus auf der anderen Seite der Dorffiraße war bewohnt, und sowohl die wackere Hausfrau als der Hausherr, ein iscber, zeigten mit Vergnügen die schlichte, durch einen ug von be- aglicb wixkender (**-in?: außgezeicbneje Einrichtung, einschlie lich der im weiten Raucbfang au gebänthen Schinken. Auf die Bemerkung, daß so viel Menschen woblmo nx? auf einmal im Hause ewefen, ent. gegneie der Wirt „Doch, d , wir haben _biec s on Hochzeit efeiertj' - Auch eine geologische Merkwurdigkeit, zu deren aupla nabe dem Havelufer die Gesellschaft gefuhrt wurde, heßßt jchelgdorf: Im Jahre 1807 wurden nach einem beiti en Gewittersiurm die Dorfbewohner dadurch uberrascht, daß ck in der früher an dieser Stelle seearxig erweiterten Havel eine Umfangreitbe Sandinsel gebildet hatte, die spater mit den benachbarten Uferteilen verbunden und verschmolxen worden tft. Der Fall be- schäftigte damals auch die gelehrte Welt, ohne doch zu einer be- friedigenden Erklärung zu führen. So selten im norddeutschen Flach- land: tektonische Verwerfungen und Fastungen beobachtet werden,_ die in Mitteldeutschland zu den bäUfigen Erscheinungen sebdrew waffen e doch auch hier vorkommen, da ihre Ursache die nie ruhende Zusammenziehung der langsam erkaltenden Erkrinde/Zfi- nur, daß fie An der Ober äche des Hunderte von Metern starken Handvolsiers, auf wir wo nen, nicht bemerkt wird. In besonderen Fällen ist es “hkk keineSwegs ausgeschlossen, daß solche Wirkungen auch auf der Ober- : wahrnehmbar werden, und die Pichelsdorfer Sandinfel von 1807 [ck nt zu diesen AuSnabmefällen zu ebören. Man hat damale? [UF versäumt, durch Bohrungen die Schi tung des Bodens der Iris „fi-t - as eventuelle Vorhandensein von Moor unter d-em Sande, tes out; steam, Heute find die Grenzen dieses „Neulandes so verwiscb uni Unsicher, daß sich die Untersuchung nicht nachholen läßt- .- Am Have"- §ker,_ auf den Führmann wartend, batte die Gesellschaft Gelegenbe ie" überaus re en Schiffsverkehr auf dem Flusse zu beobachten, U- a. ""en DampferiYeppoug an stab vorbeifahren zu sehen, der koloffale b e"(ien starker aumftämme aus polnischen Wäldern nach HW“ 9T" beförderte. Jenseits der Havel wurde im Rackwisscben v aurant im Dorfe Piche18werder nach ekngenommenem Kaffee der er pkokbene Vortrag Dr. Solgers an ebört, nachdem einleitend ch8imrat Friedel an einen früheren Besu der .Vrandenburgia“ in ? Iwerder und die damals bier gewonnenen Eindrücke von einer erökkfkeuenben Ursprünglichkeit ländlichen Stillebens und alter Volks- räuche erinnert batte. Zweifellos gehe jetzt die bühs : Insel einer Zierstörung deffcn entklegen, was sie uns wert macht, un zu wünschen Ullr- daß ein Te davon gerettet werden möge. Ueber die Fteolooiszen Verhältnisse der Ge end lie |ck, Dx, Solac: wa Die folgt aus: Nicht allzuviel Intere antes ü r ibre geolo ische Versanaenbeit ist von Oeriiichkeiten zu sa en" deren Form jg j a" der bier zur Zeit in einem großen Ma stäbe vorgenomm' w Saw r Waituna sehen, der Umwandlung durch Menschenhand YYYling; denn Fasvßrgk-UFWLZUJM MLU mehrfach schon unterlegext haben; Ww“ ckck": ehe er en un Geworbensein ist [7911 dem kunstlichen ferne V 8 zu sondern. Hier bleibt nur die Flucht in eine sehr “kgangenbeit, in der von einer gestaltenden Tätigkeit des

konnte Wie

uns anzuweit von

nicht die Rede weit wir zurückgeben, obne Zelt zu entfernen, in welcher der Mensch seine NolLe zu spielen begann? Als diese Grenze läßt sich die Zeit annehmen, in der unsere Gegend mit den aus feinsten Trümmern zerstörten Urgesteins, wie Gneis und Granit, bestehenden Sanden eine oberste Bedeckung empfing, d. i. die EiSzeit. Doch läßt sich die Entstehung eines so stark kupierten Terrains, wie diese Gegend es zeigt, nicht genügend dadureh erklären, daß sie einst von Eis überlagert war, das abschmeizend sicb aUmäblich zuruckwg._ In diesem FaÜe hätten so starke Höhenunterschiede nebeneinander, tyaren sie vor- her vorhanden gewesen, nicht bestehen bleiben können sie waren zweifellos eingeebnet worden. Es bleibt also nur die Annaßme, daß die Gegend ihr bleibendes Gepräge erst am Ende der (Fis-eit empfangen hat und aÜe Hügel maßgebend ausgestaltet koorden Tad, als das Eis nach

Menschen noch sein

: können der

seinem Rückzuge gewaltiae Mengen Schmelzwa er in das schon eisfrei- Vorterrain entsandte. Läßt man von den ßHö en nabe Pichelswerder den Blick in die Umgegend schweifen, so it der erste Eindruck der einer verwirrenden Mannigfaltigkeit von Höhen u_nd Niederungen. Die Havel verdeckt gewiffe Zusammenhänge und lat den Pichels- werder als eine nahezu isolierte Erhebung er cheinen. Ver- suchen wir, uns zu orientieren und die Mannigfaltigkeit zu entwirren. Ostwärts blickend sehen wir die Linie der Grunewaldseen, ein am Ließensee beginnendes, bin und her ewundenes Tal (Halensee, unde- keblensee, Grunewaldsee, Krumme anke, Schlachtensee), das ck bis zum Wannsee und darüber hinaus im Griebnißsee bis nach Klein- Glienicke an der Dabei erstreckt. Beinahe parallel hiermit läuft etwas östlich das vom Teltowkanal benußte Tal der Becke, während etwas wksilich eine ähnliche Rinne durch den Teufelssee, Pecbsee und San- bucht markiert wird. Nock; weiter westlick; nimmt eine tiefe Rinne in der Nähe des Spandauer Boris ihren Anfang, überall somit Talrinnen etwa in der gkeicben Richtung von UDW. nach 88127. streichend, annähernd derselben Richtung, die hier auch von der Havel verfol t wird. Derselben Richtung folgt ebenso der PichelSwerder. Eine Jede dieser Rinnen ist von der anderen durch Terrainerhebungen eschieden. für die westlichsfe sind die Spiße bei Schildboxn der arellenberg, die Spandauer Schießstände und der Höhenru en an der Eisenbahn bezeichnend; beträchtlich niedriger sind die Erhebungen zwischen der Rinne des Teufelssees und der'enigen der Grunewald- seen u. s. f., sodaß sich als Regel ein Jmmerklöber- und Steilerwerden der Hügel in der Richtung von Ost nach Weft bis zur Havel ergibt. Es unterliegt wobl keinem Zweifel, daß alle diese Rinnen einst Flyß- rinnen gewexn sind, entstanden, um die Schmelzwä er des zuruck- weichenden nlandseises in nicht sebr breiten Rinn alen abzuleiten, mithin so lange ricbtigen lüffen als Täler dienend, als deren Speisung noch durch Schmelxwä er erfolgte. Als diese reichliche Wgffer- versorgung aufhörte, blieb ein ganzes System von Seerinnen ubrig, zu dessen Gliedern somit alle diese kleinen Seen gebören_. Ni t zu leugnen_ist, daß gegen diese Erklärung einige triftige Einwande er oben Werken können: Zwischen dem Pichelöwerder und dem Grunewald fehlt alles, was ein richti es Flußufer haben um , es geht bergauf und bergab, und für den Fluß, den man an Sie 6 des Stößensees anzu- nehmen bat, sebst sie enweise ein westliches Ufer. Ebenso liegt die Sache bei der Teufelsseerinne. Ueber alle diese Schwierigkeiten und zugleich über die Hauptsckpwierigkcit der Entstehung der Havel und der großen avelseen kommt man nur binwe durch eine Annahme, die zwar übn ist, weil sie nicht ohne Fehr roße Kosten ob- jektiv auf ihre Ricbti keit geprüft und ewiesßn werden kann, die jedoch höchste Wahr rheinlicbkeit für fi hat. Es ist nämlich auffällig und widerspruckysvoll, da??, rend in der Diluvial- zeit bis zu dem Zeitpunkt, wo das nlandseis sick» weit nach Norden zurückgezogen hatte, Oder und Weichsel zur Ostsee durch ebrochen waren, gewaltige Waffermaffen in Stromtälern, die ost-wetiicb, ge- richtet waren und in deren einem beute Berlin liegt, zur Elbe und Nordsee geführt wurden, damals auch ein Siromsysiem, wie das der heutigen Hawe! und ihrer Seen, bestanden haben soll, das im all- gemeinen nord-südlicbe Richtung innebält und das sich schwer mit den großen Stromtälern, deren einstige Begrenzung wir ziemlich genau kennen, in Einklang brin en läßt. Die Erklärung ist aber gegeben, wenn man annimmt, da die Havel später entstanden und das Er- debnis eines ener Vorgänge im tiefen FeUenbc-u unserer Mark si, die als rücbe oder Faltungen der Erd nde anzuszxrechen sind und von denen es widersinnig wäre anzunehmen, daß sie ei uns nicht vorkommen können. Fanden infolge solcher Brütbe im Erdgerüst, die immer in der ungefähren Richtung des Meridians gescheben und auf längere Strecken geradlinig sind, tatsächlich Senkungen statt' so ist die allen Regeln eines normalen Flußlaufes widersprechende Natur der Havel, in ihrem Oberlauf zumal, einschließlicb der großen Seen, die sie durchströmt, erklärt. Denn die entstandenen Hohlräume wurden natürlich zu Wafferreservoiren und in der ihnen durch die tektonischen Vorgän e gegebenen verschiedenen Gestalt und Ausdehnung vom Waffer auSaefüßt. Deshalb unterscheidet fick; die Havel so auffäüi von anderen Flüffen, die sich selbst ihr Bett gegraben und ihren Ta weg gestaltet baben; daraus erklärt es fick; aucb, dax; die Havel ein am minimales. ja-faft gar kein (Gefälle hat. Ob die e Erklärun en ri tig sind, kann, wenn überhaupt, nur durch aus edebnte Tiefboéxungen die sich 100 vielleicht bis 1000 m unter die berftäcbe ju er eck-n baben würden, jemals estgestelli werden; denn eine Folge der Faltung muß die

entspre end tiefe Vergrabun von Oberftächensäpichteu ge- wesen sein, ebenso wie d : Aufrichtuérkg von Schichten, die vorher horizontal lagerten. Die ichti keit der Er-

klärung angenommen, ist damit wobl das gegensthige Verhältnis der anderen Entstxhungöursacben ju dankenden Seenkeiten des Grune- walbs ein eiis, der Havel andererseits aufgebelit, es bleiben der Rätsel aber noch v ele. Hierzu Febört die oben schon erwähnte, auffallend höhere Auftürmung des Pi Swerders und des Marellenberges; hierfür ist die Erklärung die sicht in der Siauung zu suchen, die das südwärts vordringende Eis am Fläming fand, sodaß es am weiteren Vordringen verhindert wurde. Diese Stauung mußte ein stellenweixes Ausweichen und Abfließen des Eises nach Westen zur

olg: ha en und dem entsprechend Randaufstauungen gegen Westen.

s ist nicht unwahrscheinlich, daß der Ablagerung der Sand- und (Geröllast, mit der diese Eiswaffen beladen waren, die beträchtlichen Erbebun en am Wesiranbe des Grunewalds zuzuschreiben find. Dr. Solger att: gehofft, daß bei Anlage der Döberiver Heerstraße einige Bodenprofile, vielleicht bis zu 15m Tiefe, dem Studium reigelegt werden würden, es ist Nenneanertes dabei aber nicht heraus- gekommen. So werden einstweilen die geolo ischen Bildungen des Grunewalds vor den Toren der ReiTsHJuplstadt doch in wefentli en Stücken eine un elösie Frage bleiben. öge wenigstens das Intere e hierfür sick) wa erhalten und die Brandenburgia' fortfahren, Zeimatssinn und Heimatsliebe aueh in dieser Richtung zu fördern. - n den sehr beifäilig aufgenommenen Vortra schloß sich ein Besutb des Pichelswerders mit seiner herrlichen Aus cht über die bli ende Fläche, des Wannsees und an Ort und Stelle eine weitere Er äuterung des eben Gebörien. Später wurde auch die nahezu voll- endete Dammschüttung über den Stößensee besichtigt und_das Programm des Ausfluges zur allgemeinen Befriedigung ]u Ende gefuhrt.

Der Robert Kocb-Stiftung zur Bekämpfun der Tu berkuloi e ist, wie die „Deutsche Medizinische Wochen7chrift' mitteilt, am 23. Mai die landesherrlicbe Genehmigung erteilt worden. Größere Zuwendungen erhielt die Stiftung wieder in leßier Zeit von den tädten Frankfurt am Main 10000 „16, Schöneberg 5000 „zs, Bonn, Effen und Augsburg je 1000 .“, Furth 600 „F6, Bielefeld M.“, außerdem zeichnetenÉebr viele Aerztevereine Beiträge. Die w.'sentlichsten Bestimmungen der tift uns 5 sa Lu n ;; finy: §2. Zweck der Stiftung ist wiffenschafiliche Forschungen zur Vekampfung der Tuberkulose zu“ unterstüßen. 4. Der Vorstand dex Stiftung besteht aus 11 Mitgliedern: 1) dem Wirklichen Geheimen Rat Profe or Dr. Robert Koch; dieser hat das Naht, sich einen Nackfoiger zu esieilen, den Nachfolgern steht die gleiche Befugnis zu; 2) einem Mitgliade, welches Seine Majestät der Kaiser und König ernennt; 3) dem Präsidenten des Kaiserlichen Gesundheitßamts; *4) dem Direktor des

Instituts für Jnfektionlkrankbeiten; 5) einem Vertreter des Deutschen Zentralkomitees jur Bekämpfung der "Tuberkulose; 6) einem Ver- treter des ReichSausschuffes für das ärztliche Fortbildungßwesen; 7) einem Vertrejer des Deutschen Aerztevereinsbundes; 8)-11) aus hier vom Vorsiande gewählten Mitgliedern. § 5. :: Ehren- mitgliedern können durch einstimmigen Beschluß des Vorstandes solche Persönlichkeiten ernannt werden, welche sich um die Zwecke der Stiftung besonders verdient gemacht haben. . Dem Vorstand liegt die Beschlußfassung über die zu bewilligenden Unterstü ungen ob. ierbei sind Robert Koch ailjäbrlich vorweg diejenigen itte! zur _erfugung zu stellen, welche nach seinem freien Ermeffen fur die von ibthvangeregten -odec geleiteten Arbeiten in Anspruch genommen erden sollen. §8. Das Grundvermögen der Stiftung besteht: 1) aus dem Stiftungskapital (zur JM rund 900 000 „xs; 2) aus Zuwendungen, welche der Stiftung gemacht werden, ofern nicht dabei eine andere Verwendung bestimmt ist; 3) aus 10 v.H. der jährlich aufkommenden Zinsen, welcbe so lange zum Kapital geschlagen werden, bis dieses die Summe von 2 Millionen Mark erreicht. Dem Vorstand steht es frei, auch über den Betrag von 10 v. H. hinaus Zinsen, die nicht zur Verwendun gelangt find, dem Kapital zuzuschlagen. 10. Zur Verwendung ?ür die Zwecke der Stiftung sind bestimmt: 1) die Zinsen des Stiftungsvermögens, soweit sie nicht nach § 8 dem Kapital zuwacb en, 2) ZU- wendungen, welche mit dieser Bestimmung der Stiiung gemacht werden. Der Vorstand ist befugt, sobald das Grundvermögen der Stiftung die Summe von 1000 000 „M übersteigt, aus besonders e- wichtigen Gründen durch einstimmigen Beschluß innerhalb des üLer diese Sumnie binauSgehenden Betrags für die Zwecke der Stiftung auch das Kapital anzugreifen. § 14. Wer der Stiftun eine Zu- wendung von mindestens 25 000 “FC getuacht hat, wird s Donator im Goldenen Buch dauernd gefübrt. Auch wird eine solche Zu- wendung unter dem Namen des Spenders als besonderer Fonds in dem Etat der Stiftung gekennzeichnet.

Telbuik.

Chemische Straßenbebandlung. Der Erfol derStraßxn- bespxengung mit Chlorcalciumlösung zum Zwe e der Staub- verbutung war, wie die .Cbemiker-Zeitung' mitteilt, in England im allgemeinen zufriedensteliend, auch bei regsiem Motorverkebr, so- daß gegebenenfalls an eine obligatorische periodische Straßen- be prengung mit diesem Präparate zu denken wäre, zumal da es billig und in großen Mengen leicht erhältlich ist, weil es ein Abfallprodukt einzelner Großbetriebe darstellt. Die Wirkung beruht, wie der „Frankf. Ztg.“ geschrieben Wird, auf der Fähigkeit dieses Salzes, Feuchtigkeit in silb aufzunehmen; die Straßendecke wird dadurch in einem Zustande permanenter Feuchtigkeit erhalten. Die Wirkung des Salzes auf das Straßen- material bleibt allerdings noch abzuwarten; auch wird die Lösung vom Regen abgewaschrn, und die Vesprengung muß sodann erneuert werden. Der Gedanke, bvgroskopiscbe Chemikalien zur Straßenbesprengun ]u verwenden, ist nicht neu. Die seinerzeit ausgeführten Versuche maZten jedoch die Straßen uneben; auch wurde ein schädlicher EinfluZ auf die Pferdebufe, Radbekleidunken usw. festgestellt. Die eitscvrift .Lancet' befürchtet ähn iche S ädlichkeiten beim C al ein M - chloxid , insbesondere auch 1: e Beschädigung von Kleidern, möglicherweise auch einen ungünstigen Einfluß auf die menschliche Gesundheit, insbesondere die AtmungSorgane. Diese Befürchtungen werden mit dem Hinweise darauf widerlegt, daß es sia“; keineswegs um eine konzentrierte, sondern um eine stark verdünnte Calciumchloridlösung handelt, welche die befürchteten Wirkun en nicht

at, was durch eine langjährige Etfa rung bestätigt wir . Die

traßenbesvrenaung mit dieser Lösung so sich infolae des anhaltenden ?feucbtbleibens billiger als die Weit öfter nötige Wafferbesptengung KeUen; auch ist die Anwendung besonderer, von den bisherigen ver- schiedener Apparate zur Besprengung nicht nötig.

Laud- und Forstwirtschaft. Saatenstand und Getreidebandel in Rußland.

Der Kaikerlichc Konsul in Kiew berichtet unterm 18. d. M.: Die in den evten Tagen niederge angenen reichlichen Regenmen en haben die Ernteaussichten wel e ck unter dem Einfluß": der keit mehreren Wochen im misbej ke herrschenden Trockenheit stellen- weise schon reibt traurig gestaltet batten, “vielfach wieder günstig beeinflußt. Die Sommer aaten versprechen eine siem- lich befriedigende Ernte. Die intersaaten sieben weniger günstig. Nach den neuerdings bekannt ge ebenen amt- li en Daten sind im Gouvernement Kiew nur 40 v, . der gesamten Wntergetreideanbauftäche zufriedensieU-nd, dageßen [affen 44 v. H. [ziel su wünschen übrig und 16 v. H. kommen a s gam minderwerii uber aupt nicht in Betracht. In den Gouvernements Wolhynien un odolien, in denen die Winterfelder nachträglich mit Sommersaat eftellt werden mußten, sowie in den südlichen Kreisen der Gouverne- ments Poltawa und TscherniZow sieht es nicht besser aus. Immerhin läßt_sich zur Zeit über den usfail der Ernte noch kein bestimmtes Urteil abgeben. (;Oer Getreidemarkt im Südwestgebiete wird durch größere l()Eeilanufe von seiten der Intendantur und der Mühlenbcsißer wieder

e .

Für Getreide künftiger Ernte ist die Stimmung mit Rückficht auf das noch frchicbe Ergebnis abwartend, obwohl die Preise bereits im Steigen beg ffen sind.

Verkehrsaustalten.

In den [Yen Jahren sind bekanntlich mehrmals Raub- anfälle auf eldbriefträger verübt worden, die zu Be- sprechungen in der Presse Anlaß ge eben haben, wobei gewöhnlich an- geregt worden ist, die Geldbrieftr ger zum besseren Sibuse amtlich mit einer Waffe außxurüsien. Alngeeignet wurden Revolver vor- aesck.lagen, dann auch Dolchmeffer, ummiknüppel und Schlagringe. Auch die ReichßpofibeWaltung hat sich mit der rage einer Be- wa fnung der Geldbriefträ er eingehend beschä tigt, da fieselbst- verständlich ein sebr wesentii es treffe hat, nicht nur ihre Unter- beamten vor Beschädigungen. ondern auch die diesen übeÉxebenen Werte vor Raub zu bewahren. Von einer Bewaffnung der eldbriefttäger ist aber aus triftißen Gründen abgesehen worden. unächst kommen Raubanfälle glück icherweisc nur selten vor, namen! ich wenn in Be- tracht gezogen wird wie groß die Zahl der Posiunterbeamten ist, die *ich mit der Bestellung und Beförderung von Wertsendungen zu be- affen hat; ferner würde sich durch die Betraffnung der Geldbrief- träger ein wirksamer Schutz zweifellos nicht erreichen lassen. Die Naubanfälle werden stets orgsam vorbereitet und hinterrücks verübt, soda dem Angegriffenen eit und Möglichkeit Fehlt, mit Erfolg von der aF Gebrauch zu ma en._Da?egen istju be orgen,daß durch'unvor- fichtige andbabgng und mißbrauchl cheVerwendung der Wa en häufiger Unglücksfälle wurden hervorgerufen werden. Auch bei einer aus- ländischen ostoetWaliung Lind die Geldbrieftkäger mit einer Waffe versehen, o wohl dort Nau anfälle ebenfaUs vorgekommen find. Auf Grund der Erfahrungen, die aus den bisherigen Raubanfällen ße- worxnen worden sind, haben die Geldbriefträ er genau: Vorschriften daruber erhalten, Wie fie ßch bei ihren Beiellverriätungen ZU ver- Zaltexidbaben, um die Gefahr eines Ueberfalls nacb Möglitb ck zu erm en.

Mmigfaltiges. Berlin, 26. Iuni1908.

In der gestrigen öffentliäpen Sißung der Stadtverordneten wurde eine Vorlage, betreffend den Ankauf der Grundstücke Alte Jakobstraße 36-42 und Kürasfierftraße 16-20 zur Vergrößerung des Waisenhauses Berlin, und betreffend die Verbreiterung der Alten Jakobjtraße, angenommen. Ferner e1klärte die Versammlung

cb damit e nverstanden, daß die Rektoren der Gemeindeschulen als solche dem Gemeindewaisenrate des Bezirks, in