With anf die Bemerkung beschränken, wie die heutigen Ausführungen des Herrn Abgeordneten nur bestätigen, "daß die Widerlegung seiner Behauptungen vom 27. Juni seitens ' des Herrn Finanzministers sÜWMd Servesen ist (Lachen bei den Sozialdem.) und das Richtige in jeder Bekkebung getroffen hat. ' (Bravo! vecbts.) - Ab . Dr. Wiemer : . Volksp.): Die Rotverordnung,_die uns jetzt be cbäftigt, stellt ni-thsden geeigneten Tummelplaß fur Aus- andkrsevungen über Ar eitsverbältniffe und Lobnbedingungen dar. Darauf einzugeben, haben wir später bei der Etatberatung noch Ge- legenheit genug. Aber eins will ich bemerken: Im leisten ngl- kampf bat die Sozialdemokratie besonders uns gegenuber in schärfster Form den TerroriSmus und Boykott e- übt. Eine Wablbeeinftuffung, die von sozialdemokratis er Seite geübt wird, muß nicht minder scharf vxrurteilt Werden, wie ede Beeinfiuffung, die von anderer Seite gegenuber ab- hängigen WLblern ausgeübt wird. Notwehr ist lediglich ein S lag- wort, mit dem nichts bewiesen und nichts ?erechtfertigt wird. ot- webr kann dock) nur gegenüber YUÉM gen erfolgen, die eine Bedtückung ausüben. Das aber können ie von den harmlosen, von der Sozialdemokratie abhängigen Gastwirten, Kaufleuten und anderen Elementen nicht behaupten. Deshalb gereicht es der Sozialdemokratie nicht zum Rubme, wenn diese Art von Wahl- beeinfluffungen vorkommt „und hier noch verteidigt und beschönigt wird. Was den Geseßentwurf bxtrifft, so hat die in der Zwischemeit möglich gewordene nähere Prufung die von uns bei der ersten Lesung geltend gemachten Bedenkxn nicht nur nicht beseitigt, sondern im Gegenteil nur noch verstarkt. Die von mir bereits erwähnten Argumenie wiÜ i nicht wiederholen, aber aiif andere hinweisen, die für die Beyrteiluaa der Vorlaéze n Vetracht komméit. Aus juristischen Grunden ist es mir zwei xlbaft, ob der Weg, den die Regierung gewählt hat, uberhaupt gangbar ist. "Durch eine kirchliche Notvewrdnung kann keine dauernde Umlage eingeführt werden. Das kann nur durch ein in den vorgeschriebenen Formen erlaffenes Kirchengeseß geschehen. Die Yerufung_auf § i34 der Generalsynodalordémng iL? Wilfissich YFYÜZZO aYFßforßrwIlltlZ ei Grün en 11 zu . _ ' IesrfaFMtÖeixl-ird i(Zie M?thchkeit nglHÖFffenUithie i "(Hu'xxigßeéitrcbdär ri tl anzue en, e u - ZYJFU «Feix? zulässigen Weise beschlossen worden sind. Dazu kommt ein staatSrechtiiches Bedenken: Jm § 1 des Entwurfs ist das Datum nicht in den Text bineingeschrieben, und was je t be- schloffen wird, ist somit unvollständig. Das Datum kann nicbt : nimh bineinaeseßt werden, dies wäre ein staatsreckptliches Unikum und von bedenklicher Tragweite. Der Staatsxuschuß kann nicht verweigert werden, wenn der notwendige zweiteTeil der Maßnahme jest ge- nehmigt wird; die Bewilligung des Siaatßzuscbuffes wird dann später nur noch eine Formsache sein. Wir nd gar nicht in der Lage nachzuprüfen, ob die von den Synoden bei [offenen Steuersäße auch richtig find. Es soll und wird erreicht werden, daß die Geistlichen schon vor der aligemeinen BesoldungSaufbefferung höhere Bezüge erhalten. Die Verwendung der kirchlichen Mittel ge- schieht doch unter Mitwirkung des Staates, wie fie den Staats- beamten nicbt zuteil wird. Das erregt berechtigte Verstimmung. Die Beamten, die jeßs keine Gehaltserhöhung bekommen, sollen „noch zu erhöhten Umlagen für kirchliche Zwecke herangezogen werdexz. Wenn man die Vorlage in jeder Beziehung einwandfrei gestaltet batte, wäre
ße einftinnuig vom Hause angenommen worden.
Minifter der geistlichen 2c. Angelegenheiten Dr. Holle:
“ Meine Herren! Der geehrte Herr Vorredner bat beute im wesentlichen dieselben fachlichen Gründe, nur unter näherer Aus- führung, wiederholt, die er am 27. Juni schon vorbrarbie. Ich möchte daher nur ganz kurz auf einige Punkte erwidern.
Es handelt sich bei dieser Vorlage in keiner Weise um staatliche Mittel, sondern lediglich um die Erhebung kirchlicher Steuern. Die- selben folien nicht dazu dienen, Besoldungßerhöbungen bei allen Geist- lichen durchzuführen oder Teuerungszulagm zu geben in äbniiäpem Umfange, wie sie die Lehrer bekommen haben, sondern nur dazu, einen verbältniSmäßig kleinen kirchlichen Fonds zu sammeln, aus dem *be- dürftigen Geistlichen Vorscbüsse auf die zu erwartende Gebaltöauf- besserung gegeben werden können.
Der Nachweis der Gesetzmäßigkeit der Vorlage ist eingehend unter Anfübrung der gesesiicben Bestimmungen in der Begründung erbracht. Ich brauche daher darauf nicht näher einzugeben. Wenn der Herr Vor- redner an der Vorlage bemängelt bat, daß das zu bestätigende Kirchen- aesev obne Datum angegeben sei, so erwidere ich ihm, daß dies in ähnlichen Fällen sms geschieht und auch in der Vergangenheit stets geschoben ist. Das Kirchengeseß bekommt sein Datum erst durch die Merhöcbße Bestätigung, und diese kann erst eingeholt Werden, wenn das zur Ergänzung des Kirchengesetzes erforderliche Staawgeseß von den beiden hoben Häusern des Landtags genehmigt ist.
Die Bewilligung von Staaiozuscbüffm kommt, wie ich mir bereits auszuführen erlaubt babe, 1th überhaupt nicht in Frage; daxüber wird erft bei der Buatung des Pfarrerbesoldungögeseßes selbst zu be- finden sein.
a dem der Ab . Dr. Jderhoff (freifunk), der sodann das KZ erhält, dar?:uf verzichtet haß'geht der Antrag ein, die Debatte zu schließen, Zum Wort 1st noch der Nbg. Hoff- mann (Soz.) gemeldet. Der Schlußqntra'? wird ge en,die Stimmen der Sozialdemokraten, _der Fretmmgen un eines Teils des Zentrums und der Nattoyalltb'eralen angenommen.
Die Vorlage gelangt darauf, nn einzelnen, und bet der Gesamtabstimmung gegen die _Sitmmen der Freisinnigen und der Sozialdemokraten zur endgulttgen Annahme.
Damit ist die Tagesordrxltxnéz erxidlgk- fl d Sch jb ns ä den rö er te en txgang ogen en te e des Kö cutter? ldens KÉjacYSmikisteriums nnr: „Eure Exzellen] beebre ich mich ganz ergebenst zu ersuchen, die Mitglieder des Jufes der Abgeordneten zu einer vereinigten Sivung beider uer des Landtags zur Entgegennahme einer Alicrböcbsten Voi cbaft auf beute mittag 12 Uhr in den Sivungssaal „des HMses der Abgeordneten gefälligst einladen ]" WMW“ "" Der Präsident fährt dann fort: Damit sind wir am Schluffe unserer Geschäfte an elangt. Wir schließen unsere Sivungen mit “Wien)?" „lese, tut dem wir fie eröffnet haben, mit dem Rufe: S““ MWM der Kaiser- unser Aller nädigsier König und Herr- lebe doch, doch Wld nochwals bock)! ?Die Sozialdemokraten haben vor dem Horb den Saal verlassen; die anwesenden Mitalieder stimmen begeistert dreimal in das Hoch ein.) Ick schließe die Sjßung. Schluß 103/4 Uhl“.
_ Um 12 Uhr Mittags traten beide er des Landtqßs zur gemeinsamen „Schlußfißung zusaanFeY welcher der Pra_1dent des Stqatsnxixusteriums, Reichskanzler Fürst von Buloxv, der Vizeprastdent des StaatSministeriums, Staatssexreiad des Innern Dr. von Bethmann ollweg, der Justizm1mst_er Dr. Bessler, der Minister der offentlichen Arbeiten Breitenbach, der Minister des Innern von Moltke und der Staatsminister Sydow beiwohnten. Präsident des Herrenhauses Freiherr don Mabteuffel: ck etzKue die SÖlUßÜLYYJ der beiden vereinigten Häuser des Landtags “5 berufe zu Schrifnubrern die Herren Jürgensen. von “"'-Hagen
«&&-1171)" Burgsdotff. Ich gebe das Wort dem Herrn Minister.
' ä dent des Staatsministeriums, Reichskanjler Fürst vonPÖßlow: IJ habe den beiden Häusern des Landtan eine Allerhöchste Botscha »! verkünden. ZDie Versammelten erhe en si , die Sozialdemokraten sind nicht anwe end.) Die Votsthaft lautet:
.Wir, Wilhelm, von Gottes Gnaden König von Preußen, haben auf Grund des Art. 77 der Verfassungöurkunde vom 31. Ja- nuar 1850 den Präsidenten Unseres StaatSministeriums, Fürsten von Bülow, beauftragt, die gegenwärtige Sißung beider Häuser des Landtags Unserer Monarchie am 30. Juni d. I. in Unserem Namen zu schließen.
Gegeben Kiel, an Bord M. I. .Hobenwllcrn“, den 30. Juni 1908.
(ges.) Wilhelm Z. Gegengejeicbnet von dem Königlichen StaatSministerium.“ be die E re, dem errn Präsidenten die Urkunde zu über- gebetZÖAbuaf Grund Tes mir ?rtzilten Allerböäjsien Auftrages erkläre ich die Sisungen des Landtags fur Jesch offen.
Präsident des Herrenhauses Fre bert von Manteuffel: Meine Herren, ebe wir auSeinandergeben, wollen wir wiederum einstimmen in den Ruf: Seine Majestät der Deut che Kaiser Wilhelm U., König von Preußen, unser Allergnädigster rr, lebe boch, hoch und nochmals hoch! (Die Versammelten timmen dreimal in den
R i . Uf e(S“nchluß 12 Uhr '7 Minuten.
Statistik mcd Volkswirtschaft.
Zur Arbeiterbewegung.
In einer Versammlun der Berliner Robrleger und Helfer, die der Angeme ne Deutsche Metaliatbeiterverband xu Sonntag einberufen hatte, wurde die Beratung des neuen Tarif- entwutfs beendet. Der von der Tari-Xommission vorgele te Ent- wurf wurde, der .Voff. ZK.“ zu olge, im wesentli en an- genommen, nur die von der ommisfion vorgesehenen Lohnforde- rungen der Helfer wurden von der Versammlung um 545 erhöht. In dem nunmehr angenommenen Tarifentwurf fordern die Rohr- legec eine Erhöhung des Stundenlobns von 67Y auf 75 41, die
elfer von 50 auf 60 z. Die Arbeitszeit soil wie bisher 9 Stunden etraaen- Die Landsula : soll von 3 „M auf 3,50 „% erhöht werden. Der neue Tarif ?oi] am 1. September d. I. in Kraft treten und bis zum 1. S tember 1910 gelten. Die Arbeitgeber werden voraussichtlich beute i ren Tarifentwurf fertiggestellt haben. Fur die Bewegung kommen etwa 3000 Robrleger und Helfer in Berlin in Frage, die bei etwa 250 Unternehmern bestbäftigt sind. In der Ver- ammlun am Sonntag wurde eiu Antrag des Vertreters der christ- lichen Aßlaliarbeiterorganisation, den Profefior Dr. Franke als Ver- mittler ür die gegenwärtigen Organisationsftreitigkeiten anzurufen,
abgelehnt.
„W. T. V.“ meldet aus Göteborg unter dem 29. Juni: Als beute hier 350 englisäpe Arbeitöwiliige eintrafen, kam es ku großen Straßenunruhen, bei denen die Menge, als die Polin gegen sie vorging, mit Steinen gegen die Beamten warf. Auch wurden einige Schüsse abgefeuert und mehrere Personen verwundet. Während der Unruhen brach in einem Holzlager Großfeuer aus.
Kunst und Wiffeusäjaft.
Das Märkische Museum (am Märkischen Pia ) wird vom 1. Juli ab an allen Tagen mit AuSnabme der Sonna nde von 10 bis 3 Uhr für das Publikum geö net sein. Der Eintritt ist un- entgeltlich. Ein kurzer Führer dur die Sammlungen ist im Vor- raum für 10 45 zu haben.
Techuik.
Wie an anderer Stelle kurz gemeldet wurde, hat in der ersten Sißung der z. Z. in Dresden tagenden 49. Hauptversammlung des Vereins Deutscher Ingenieure der General der Kavallerie 3, D. Gra von Y:) elin einen Vortrag über lenkbare Luftschiffe eba ten. axdem der Redner einleitend darauf hin ewiesen atte, daß er schon seit zwölf Jahren mit dem Verein Deuts r In- genieure in Beziehung stehe, und seinen Dank für die Aufmunterung und Unterstützung wie nicht minder für gewordene Wamun en aus- ges rochen hatte, die ihn wohl auf seinem Wege geleitet, bn aber nth von dem gesteckten Ziel hätten abbringen können, ging er Lofort auf die Darstellung des von ihm erdachten und zur Durch- übrung ebracbten Luftschifffystems über. Er wies dabei zunächst auf die von i m fchon vor langer Zeit aufgestellte Tatsache, die ua her von verschiedenen Forschern durch Beobaehtungen bestäti t wurde, in, daß der Widerstand einer bewe ten und auf dieJS Weise von der Luft angeströmten Fläche ni t im gleichen Verhaltnis mit der Flächen röße wachse, daß vielmehr die bewegten Flächen einen Dru erleiden, der mit der Zuna me der FläZen- röße nur in einem immer raseher (: nebmendem _er- ältnts wächst. Die Bedeutung dieser Wabtbeit ist für die Luftschiffabrt, die notwendig mit Körpern von gewaltigen Querschnitten arbeiten muß, von höchster Bedeutung. Auch die von Helmbolß vor Jahren aukgeipr ene Ueberzeugung, daß der Bau von Luftschiffen überhaupt unmöglich ei, konnte den Grafen nicht von der Durchführung seiner Idee abbringen; denn schon die Ueberlegung, daß die Abhängigkeit der Geschwindigkeit der Seesehiffe von der Ge- schwindigkeit des Wogenganaes einem gam anderenGeseß folge, als die der Luftschiffe von den von ihnen erzeugten Luftwogen,
brachte ihn aui den Gedanken, da in den Helmboißschen Darstellungen nichi alles richtig ein könne. Tatsäch1ich i i ja auch die Ursache Irrtums
des Zelmbolßsthen
in der Einsetzung eines falschen eibunxisköeifizienten er- kannt worden. Dann entwickelte Graf Zeppelin d e Idee, die ihn zu der Annahme seines starren Systems geführt hat. Eine starre zylindrische, die Gaskellen enibaltende Röhre, die eine Gondel mit Motor tragen soll„ kann natürlich nicht eine bestimmte Länge über- schreiten, ohne daß die Auftriebsverbältniffe xu ungünstig werden. Nichts aber hindert, mehrere solcher Röhren mit darunter befind- lichen Motorgondeln aneinanderjuseßen; man aelangt so zu der Möglichkeit, Lufjscbiffe von bestimmtem Querschnitt und von fast unbegrenzter Länge ju bauen, wobei noch der Vor- teil gewonnen wird, daß das Fahrzeug mehrere Motoren erbälj, ein Umstand der die Betriebssicherbeit natürliä; be- deutend erhöht. Die Üarre zylindrisch: Röhre mit darin befindlicher Gaszeile weist abér noch andere Vorteile auf; nämlich die für die Steuerfäbigkeit unentbehrliche Erhaltung seiner äu eren Gestalt obne jedes weitere Hilfsmittel (Fortfall der Ballonels , Leichtigkeit des Bei iens von Steuern und Stabilitälsflächen usw. Ein starres Luft chi muß natürlich einen bestimmien Festigkeithrad babe_n, um alle zu erwartenden Beanspruckjungen aushaltenzu können. Die wahrend der Fabel in der Luft eintretenden Drucke und Spannungen sind ver- bältSniSUäßig ering und hängen nur von der Eigenbewegung des Fabr- zeuges ab, da BZinde und Stürme, wie noch vielfach von Laien emeint wird, mit ihrer Kraft nicht in Betraihi kommen. Das Luftf iff be- wegt sich mit denselben BeanspruchunTen i1_1 der beweJten Atmosphäre wie in der ruhenden. Dagegen sind de Krafte, die be m Landen durcb relative Vewe ung der Atmosphäre zur Erdobexftäche entstehen, wobl ins Au e fa en. Die Erfahrungen, die mit den bisher aebauten starren Z::chiffen beim Niedergeben ayf eine Waxierfläcbe gewonnen sind, haben in jeder Beziehung sebr gunstige Erg: nisse fgedabt- Der Redner schilderte dann ein ebend die Leisturgen der Lu tsäyiffe beim Niedergeben auf der Wa eifläche des Bodensees und die_ Einrich- tungen, welche sich hieraus für ein Niedergeben auf dem festen Lande als notwendig herausstellen. Die überzeugende Darstellung gipfelt darin daß das Landen detartiger gewaltiger Flugkörver vermittels geeigéeter Vorrichtunßen, die auf dem Erdboden getroffen sind, ohne
Gefahr vonstatten ge en wird.
Die Propeller, die bei dem ka elinschen Luftschi rautbt . wurden, zeichnen sich durch iikre verhältnßmäßi geringe J:??? aus. Der Gra legte eingehend de Versa? dar, ie ihn zu die er An- ordnung esiimmt haben. Schnell dre ende kleine Schrauben wirken danatb günstiger als große und langsam drehende. Nach dem Redner Alt der einfache Erfahrungssav, daß die Größe der Schrauben am
sien o zu wählen ist, daß der Motor auf die für i?n geeignetste Drebja [kommt. Ein uptvorzu des starren Systemsitder, daß die
ropeller in der ri tigen Hö e, das heißt in der öbe des
iderstandßmittelpunktes angebracht werden können, was be den un- starren Systemen nicht der (111 ist. Dieser Umstand brin t es aller- din s mit sich, daß jede eschwindigkeitsveränderung w brend der Fa rt von den Gondeln anders aufgenommen wird als von dem eigentliXen Sckéiffskörper, sodaß das System hierdurch eine Neigun zur Aufr chtung eziebungsweise zum Niederkivpen erhält, welcbe, einm “ begonnen durch die steilere Stellung der Unterftächen beziehungsweise Obnftäcßen dcs Luftschiffkörpers noch gesiei ert wird. Aber dieser kleine Nachteil wird sofort durch den günstigen Um tand übertroffen, daß die statt mit dem Luftschiffkörper-befestigten Motorgondeln infolge ihres großen Gewichts und des langen Hebels ein großes Kräftemoment entwickeln, wel es dem Umkippen entgegenwirkt. Obwohl die starren Systeme aus iesem Grunde fich bereits einer verhältnismäßi guten Stabilität erfreuen, ist es dennoch angebracht, sie an ihrem He mit sogenannten Stabilitätsftoffen, wie sie bei alien anderen Luftschiffsvstemen auf- treten, zu versehen. Das starre System bietet den großen Vorteil, - daß man solche Flächen an jeder Stelle und in jeder beliebigen Größe anbringen kann.
Nathdem der Redner dann die Eigenschaften des bei dem Bau des Gertppes verwendeten Aluminiums und der benußten Profile usw. besprochen batte und auf die Dichtigkeit seiner Gasbüllen, die so gut wären, daß in“ 24 Stunden nur ein Auftriebsverlust von etwa 22 1x eintritt, eingegangen war, wurde eingehend über die ledigli bisher beau ten Daimler-Motoren berichtet. Die beim letzten Luftschi eingebauten wogen obne Schraube und Uebertragungm 500 kk, find also bedeutend schwerer als die Motoren anderer Sys eme. Sie haben aber den großen Vorteil, daß sie verhältniSmäßig weniger Betriebßmittel verzehren als Motoren von gleicher Stärke, aber mit viel geringerem Gewicht. Mit Benutzung von Zahlen wies der Redner die überraschende Tat- sa e nach, daß für Luftschiffe verhältniSmäßig schwere Motoren mit ger ngem Benzinverbrauch günstiger sind als leichtere von gleicher Stärke. Ein Luftschiff mit genügend großer Geschwindigkeit, eWa 13 bis 14 m in der Sekunde. das vermöge seines Benzinverbrauch! eine lange Fahrzeit babe, ist eben mehr wert als ein schnelleres Schiff mit geringerer Fahrzeit.
Die folgenden Außeinanderseßungen beschäftigten sicb mit den Steuern des Luftscbi s. Eingebend wurden die vielen Erfahrungen besproärxn, die man ei der Seitensteuerung durch Verlegung und Vergrößerung dieser Steuer gewonnen hat. Dann wurde an die bob: Vedeutun der öbensieuer Tür die abrt und die Lei tung - bin ewiesen, b wel en ganz be onders de Vorteile des starren SyHFems in Betracht kamen.“ dann auf die genauere Dar teÜung der Ge- e des ncueéien Luftschiffs 1": er. Besonders wertvoll war der inweis, da die Abmessungen dieses Luft- schiffes so gewählt nd, daß nicht nur alle zur Bewegung und
übrung unter den verschiedenen denkbaren Vorkommni en er- orderlieben Menschen (inSgesamt 12), sondern auch alle inrich- tungen und Gegenstände, welche bei dem Betrieb als notwendi in Betracbt kommen, doppelt mitgenommen werden können. Der raf besprach ferner die Geschwindigkeiten der von ihm erbauten Luftschiffe und die Geschwindigkeitsfrage überhaupt. Die verschiedenen Meiboden der Geschwindigkeitömeffung wurden ßesibildert und als beste diejeniäne hingestellt, dieselbe Wegstrecke bin un der bei möglicbsier Windsti e mehreremal su überstiegen und aus den ermittelten Geschwindigkeiten das Mittel zu nehmen. Auf diese Weise wurden für das ältere Luft- schiff ungefähr 50 Stundenkilometer ermittelt.
Na cm der Redner darauf aufmerksam gemacht batte, daß möglicherweise einxelne Luftschiffe unstarrer Systeme größere Ge- schwindigkeiten entwickeln könnten oder auch größere Fabrtdauer, aber niemals beides zu leich, steUt er für die e Systeme folgende leitenden Grundgsäve auf;
1) sie können nicht in derselben Zeit den Luftraum ebensoweit durchfahren wie die aus starten Lustich M'
2? eine Best!) diÉung "ihrer einheitlichen Gaßzekle führt zum Verlut nicht nur der ragfabigkeit, sondem noch schnener der Gestalt, welche zum Steuern unerläßlich ist;
3) die Erhaltung der Gestalt bleibt immer abbänßi von der ungestörten Wirkung der stets empfindlichen Ballonetvorr tung und von dem (Gang des zugeböri en otors.
um Schluß gab Gra? eppelin eine interessante Darstellung des erdeganges seines Luftscbi es. Er wies aux die vielen Schwierig- keiten und Hinderni : bin, die er nur durch e n seltenes Zusammen- wirken von ?lückli en Bedingungen habe überwinden können, und b& dauerte, daß o mancher Erfinder, der vielleicht eine die Fotkkchritte der Menschheit fördernde Idee vertreten habe, nicht in derse ben Weise vom Glück be,?ünsti tworden sei. ObWobl er wiffe, wie groß die Schar de_r Erfinder ei, d e aus Unkenntnis der in Betracht kommenden Ver- baltni e oder nicht mit der nötigen Vorbildung außgerüsiet, fits mit roblemen beschäftÖg , die eine Förderung überhaupt nicht finden können, ist der raf doch der Meinung, daß man ernstlich daran denken mü e, wirklich wertvolle Erfindungen zu heben und zu fördern. Ibm s webe in dieser Beziehung ein aus staatlichen und anderen Mitteln zu unterhaltendes Institut vor, das die Aufgabe babe, durch Faxbmänner ibm vorgele te wertvolle Gedanken und Er- findungen ju prufen. Er laube, da auf diese Weise am besten der Weisen von der Spreu eßondert werden könne, und sei gern bereit, peixiönléch duxch eine Sti?tung bei der Gründung eines solchen Instituts m zuw t en.
Der Redner gin wichtsverbältnis?
Land- und Forstwirtschaft. Saatenstand in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Der Kaiserliche Konsul in St. Paul berichlet unterm 11. d. M.: Die Ernteausiicbten im amerikanisäpen Nordwesten find troß der reichlichen Re enfälle, die über Minnesota, Nord- und Süd-Dakota während der eßten vier Wochen nieder egan en sind und ein Steigen der Flüsse über die gewöhnliche Frübxa rsbo waffermarke hinaus zur Folge hatten, zur Zeit vielversprecben . Zwar liegen aus dem Süden von Minnesota und aus dem Red Rivertale Berichte vor, wonach die Saat in dixsen Gegenden unter der Feuchtigkeit zu leiden bat, von sachverstandiger Seite wird [jedoch der (hett, daß der Schaden nicht bedeutend sein würde, voraUSJeFt, da von nun an auf trockenes Wetter gerechnet werden könnte. ezügli des Flachsbaus läßt silb jekt überseberx, daß_ die Anbausiäche in Minnesota und Süd- Dakotasebr erbeblnh zuruckgegangen st; dagegen weist die Anbaufläche in Nord-Dakota eine kleine Vergrößerung auf.
Das Verhältnis der vorjäbrigen Anbauflääpe der vers iedenen Getreidearten zur diesjäbti en ergibt sicb aus der nachstehenden abeUe. Danach ist die Anbaufiä c bei Sommerweizen, Hafer und Geiste durchweg größxr als im Vorjahre. „.
Die dieSjabrigen ablen darin sind auf Grund von 2500 Aeuße- rungen aus Farmers reifen von dem Minneapolis Daily Mariet Record aufgesteUt worden, während den vorjäbrigen die Bundes- statistik zu Grunde liegt.
Som- Du- Ueber-
mer- Lein-
weisen rum haupt Mais Hafer Roggen Gerste samen Yingiesota 102,7 78,6 96,6 97,6 104,0 98,8 106,6 91,6 or - L_Oakota 102,3 91,2 99,5 100,5 103,3 101,8 109,9 91,0 [] 1 Dakota 101,5 94,6 99,8 107,3 101,3 96,6 109,1 102,4.
Was die Saat anlangt, so stand sie in Minneoia und den beiden Dakotas am 1. d. M. über dem Durchschnitt, swie die nach