1877 / 279 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 26 Nov 1877 18:00:01 GMT) scan diff

Luise Margarethe von Preußen smd beute_'_)iachm1tt_ag , zu mehrtägigem Besuche der Großhe oglichezi Familie h1e_r em: ' getroffen._ DieVertheilun g der arteien m_ dem seit dem 15. November eröffneten Landtag ift, abgesehen _von emerStimme, welche die liberale Partei gewonnen hat, dieselbx une m der vorigen Session. Von den 63 Mitgliedern der Zwettexi _Kammer gehören 48 der nationalliberalen und 12 (statt stuher 13) der ultramontanen Partei an. Eine Syndersteliung nehmen die kkéi Mannheimer Abgeordnetegi em. __ Bei_ den Be- rathungen iiber die Wahlsn beampruchte die Freiburger Wahl dadurch ein prinzipielles Interesse, daß“ der Stadtrgth undBezirk-Zrath die Verabreichung von Schulbucherii ach e1n_e Armenunterstüßung aufgefaßt und auf Grund dieser AU?- iaffung eine große Zahl Urwä_hler„ 324) yon den Wa [listen außgesthloffen hatte; wogegen nch im Hauie manche Be enken geltend machten.

Schwarzburg- Sondershausen. S o n der s h_g u s e n , 23. November. Der Landtag des Fürstenthuxns Ut durch Höchstes Neskript auf den 26. d. M. einberixsen worden. Der wichtigfte Gegenstand der Berathung wird die (_Herichts: organisation sein. Der in der Landgemchismage ab: geordnéten Deputation des Gemeinderathes der Rezidsnz 1st_, der „Leipz. Ztg.“ zufolgc, von dem Fürsten erklärt worden, daß aus iiberwiegendcn Landesintereffen die Bildung eines eigexien Landes: gerichtes mit dem Sitze in Sondershanfen unthunlicherscheme.

Neuß j. L. Gera, 23. November. Der Bericht des Finanzaussäiusses über den Arisgabe: _und Einnahme- Etat fiir die Finanzperiode 1878-80 liegt ]e t gxdruckt vor. Die „G. Ztg.“ hebt daraus hervor, „daß der usichuß bean: trage, es bei zwölf Steuerterminen zu je 29 500 «47: Klassen: und Einkommensteuer mit 354 000 444 bewenden zu lassen, da durch die vom Ausschuß beantragten Abminderungen der Aquabe von einer Erhöhung der Klassen: und Einkommensteuer abge- sehen werden kann.

Lippe. Detmold, 24. November. Das Regierungs- blatt veröffentlicht eine Ministerial: Bekanntmachung, _durch welche der Landtag deS Fiirstenthnms Lippe aui den 10. Dezember einberufen wird.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 23. November. Wie? die „Presse“ berichtet, wurde in der gcstrilgen Sitzung der *ds-t-er; rcichischen Quotendep utat ion, we cher _die Minister Furst Auersperg, Baron Laser und Baron Pretis beiwobnten,„-be: schlossen, daß der Bericht über die Verhandlquen der bftxr- reichischen Quotendeputation ohne weiteren Aufichub an beide Häuser des Reich?:raths erstattet werden solle. Dex Bemcbt werde bereits an einem der nächsten Tage dßm Minister:P_ra: sidenten zugestelit werden, von welchem demelbe zii _ Beginn der kommenden Woche an die beiden Häuier des chichsrathes

eleitet werden werde. _ Graf Andras s 1) Wird, wre dgffelbe Blatt msldét, isinen Aufenthalt in Pest dieswal etwas 1rüher alS sonst abbrechen und in der Mitte der nächsten Woche'xiack) Wien zurückkehren. Die ersten Tage der Anwesenheit de;?z Ministers würden wohl den Vorarbeiten für die Delegationen ge: widmet sein.

Pest, 24.November. (W.T.V.) Jm Abgedrdneten: haus e wurde heute bei der Berathung des Strasgeießes der Antrag auf Aufhsbung der Todesstrafe abgelehnétl;

Schweiz. Bern, 23. November. Der Bundesra hat die interkantonqle ansecenz zur Vertheilung der neuen Subventionen für die Gotthardbahn auf den 27. Dezember hierher einlérufen. Jm Gotthard-Tunnel hat die Bohrung auf der Nordseite noch immer mit hartem Serpentintein und auf der Südseite mit Schutt-Terrain zu kämpfen. _ Offizieller Mittheilung zufolge wird dsr Bunde-Zratk) von einer Antragstellung in den eidgenössischen Rüthen, den Kan: ionen Bern, St. GaÜen, Graubünden und WallieZ, ihren Ge- inchen entsvrschend, für das nächste Jahr Bundixsbeiträge fiir die Rhein:, Marne: und Rhone-Korrektion zu ge: wdhren, abishcn, weil die Frage der Herstellung deß finan- zieUen Gleichgewichts im Staatshaushalte der Eidgenoffsn- ichait noch nicht gelöst ist, und jene Beitriige sich auf die beträchtliche Summe von 13 MiUioncn belaufen wiirden. _ Zu der neulichen Mittheilung iibcr die letzte Sißimg der nationalräthlichen Gleichgewichtskommission ist zu bemerken, daß an den bisherigen Militärauslagen im Falle der Annahme der Kommissionalanträge ca. 13/4 und nicht 11/4 MiUionen erspart werden würden. _ Der Große Rath des Kantons Bern hat die Berathung der VersaisungH-Reviiion-Zfrage auf den Antrag der Kommiiswn auf nächsten Dienstag versch0ben. Fernsr ge- nehmigte der Große Rath gestern das nächstjähri e Budget mit 15242100 Fr. Einnahmen und 15 584 300 r. Ausxia: ben, mithin mit einem Defizit von 342 200 Fr. und ermäch- tigte die Regierung zur AUSZahlitng der diesjährigen fünften Subventions-quote des Kantons (m das Gotthard: bahn-Uuternehmen im Betrage von 139 338 Fr. 21 Rp., wozu noch der Beitrag der Stadt Bern mit 13 933 Fr. 82 Rp. kommt.

Großbritannien und Irland. L o n d o n, 23. November.

Di? „Morning Post“ ist ermächtigt, die jüngst von einigen Wochenblättcrn aufgestellte Behauptung von dem bevorstehen- dexi Rücktritte Lord Beaconsfielch, auf das dcntlicbste und beitimmteste in Abrede zu stellen. Das genannte Blatt schreibt: „Der Premier hat sich niemals weniger mit solchem Gedanken beschäftigt, als im gegenwärtiger) _Augenblicke. Es ist_1el)r zu bedauern, daß lebhafte SchriftsteÜer bei ihrem _E-iier in kleinen Plaudereien mehr darauf sehen, der Gesell: ichast aufregende Dinge mitzutheilen, ach die Wahrheit des Vorgebrachten zu erhärten. Es ist dieses um so beklagens: weriber, als müssige Gerüchte, wie das von uns nun zurück- geimesene, cinma_l gedruckt, i re_n Weg in das Ausland finden, imd so an und für sich nach äs1ige oder thörichte Mittheilun en im Nuslqnde Umlauf erhalten und zur Schwächung der e- gierung M1 Rathe anderer Nationen dienen, die wiederholt „versichert werdeii, es fehie der Regierung an Stetigkeit, und fie sei im Begriffe, ibren xZührer zu verlieren. Eine einfache Nachfrage wiirde, unere ollegen übe eugt haben, die ge- dankenlos verbreitete MittZ-Flung habe _ 26. Novxmber. „"T. V. Nach einer Meldung

des „Standgxd“ ist mit ückncht darauf, daß der Einfluß der Vereinigten Staaten von Nordamerika durch Erwerbung eines Fasens und eiiier Kohlenstation auf den Sandwichs- nseln wesentlich vxrgrößert' wurde, für“ rathsam erachtet worden, permanent cm englisches Kriegsschiff in der

eine Begründung.“

Nähe der Inseln zu ftationiren, um die englische Flagge zu repräsentiren.

Frankreich. Paris, 25. *.“Öorember. (W. T. B.) Der „Moniteur“ berichtet, bei dem gestrigen Empfange x_m Elysée habe fich der Marschall zy wxederholtxn Malen mr die Wiederaufnahme einer Politik de:? Widerstandes aUSgesprochen und hervorgehoben,'daß er, mdxm er das neue Kabinet konstituirte, von versöhnlichen Intentionen beseelt ge; wesen sei. O ne sich unterwerfen zu wollen, habe er edacht, einen Akt der onzession zu machen. Er habe emen Wa enstill- stand angeboten, welcher es gestatte Friedensberhatzdlungeri vor- zubereiten. Die Kammer babe duni; eme [zeitige KrteYSerqurung eantwortet, welche das Staatsvberhaupt n1cht anne m_en konne. ede Konzession würde eine Kapitulation seni. Es sei für ihn eine Pflicht der Würde und der Ehre, die Steüung des Kampfes und des Widerstandes wieder einzunehmen. _ Der heute früh abgehaltene Ministerrath hat dem Marschall gleiche Etitschlüffe kundgegeben. Es_wurde beschloffet), daß das Miinisterium fortfahren folie, im Senat und m_ der Deputirtenkammer zu erscheinen. _ Nqch emer Mittheilung des„Temch“ hat der Conseils=Präs1dent RochZbouet, als er mit seinen Kollegen gestern dem Kammer:Pr_a1identen Grévy einen Besuch absiattete, dagegen pro'testirt," daß man ihn als Vonapartisten be eichne. Cdnie_ils:Pra11dent sei er nur auf Befehl Heines Militärischen Vor: geseßten, des Marschalls Ma»: Mahon, „geworden, nachdem er es vorher abgelehnt habe, in einem politischen Ministerium ein Portefeuille zu übernehmen. _ Die „Agence Havas“ glaubt, daß der Senat vielleicht auf- gefordert werden würde, sich über die Verfasfixngs- mäßigkeit des von der Deputirtenkammer gefaßten Beschlusses auszusprechen, den die Regierung für unge- seßlich halte, da das Recht des Präsidenten, außerhalb des Parlamentes stehende Männer zu Ministern z_u ernentien, verfaffungSmäßig feststehe. Wie in parlamentari1chen Kreisen verlantet, wird die Rechte in der Deputirtenkamwer mdrgen die Initiaxive ergreifen, um die Berathung und die Votirung des B U d a e t S vorzuschlagen.

_ 26. November. (W. T. „B.) Die Journcile be- sprechen die Frage der Auflösung der Depurirten: kammer. Der „Soleil“ meint, eine iolche wiirde EML Ver: wickelung, nicht eine Lösung der Frage_ herbetßühren. c«15319 „République francxaise“ verlangt mit Entichieden eit den Ruck: tritt des Ministeriums. und die Zusammenberufung „des Kon- gresses der beiden Kammern. Die Journale bestätigen, das; gegenwärtig die Frage erwogen werde, ob „mati den Senat xrsuchen solle, sich offen zu Gunsten des Ministeriums aUSzu: 1prechen.

_ Ueber die öffentliche Vergangenheit der neuen Mi- n i si er entnehmen wn: der „Fr. Korr.“ Folgendes: Hr. v; Rdche: bouet, welcher zuletzt die 18. Division in Bordeaux beiehligte, ist 1813 geboren und wird daher nächstens die_A1ters§]renze erreichen, bei welcher er aus dem aktiven Dienste in die Re: serve übertreten muß. Er gilt für einen ener ischen, hoxhxon: servativen, von aufe aus bonapartistisch gemnten Militär, der seiner Zeit „iür aus ezeichneti', am 2. Dezember 1851 gcleistete Dienste“ zum *ffizier der Ehrenlegion befördert wurde. Hrn. v. Bannevikle kennt man im In: und Auslande als einen geschulten Diplomaten, der seine Carricre unter dem Kaiserreichs machte. H . Welche, zule t Präfekt in Lille und in einem früheren Minxfterium die r te Hand des Hrn. _von qurkon, als dosen Gcnerai-Sekretär, war unkr dem _Kai_ser- reich Maire-Stelivertreter in Nancy. Die Eigenichasten eines tüchtigen Administrators werden ihm nicht abge- sprochen. Hr. Lepelletier war bisher Richter am Kassa: twanofe, Hr. Dutikleul in der vorigen Kammer Mitglied der konstitutionellen Gruppe und früher Jahre lang Abtheilung?- direktor im Finanz:Ministerium, in welcher Eigenschaft er unier Thiers an den Unterhandlungen Über die große Millardenanleihe von 1872 einen maßgebenden Antheil nahm; Herr Ozenne genießt in allen fremdei) Hau_ptstädten den Rus einer?- hervorragenden Vertreters der iranzöjischen Freihandels- partei, er hat in der That bei aUen Fandelswerträgen seit 1861 zu Pathe gestanden. Hr. Gras ist Fachmann im Kommunikationswesen, Hr. Faye ein ausgezeichneter Astro: nom aus der Schule Arago's, den man allgemein als den Nachfolger Leverriers in der Direktion der Stsrnwarte be- zeichnete: am 14. Oktober ist er in der Vorstadt Passt) als konservativer Kandidat untßrlegen, wie Hr. Dutilieul in Com_p_iegne und Hr. Welche in Nancy. Der Vize-Admiral Roumin war zuleßt Generalstabß-Cbef und Unter-Staats: ixkretär im Marine-Ministerium; er soli sich um die Organi- strung der Küstenbertheidigung verdient gemacht haben.

Versailles, 24. November. (W. T. B.) In dLr heu: tigen Sißung des SenatH gab der Conseils=Präsident, General Rocheboubt, folgende Erklärung ab: „In Folge der jüngsten Debatten in den beiden Kammern hat der Präsident der Republik das Ministerium Männern anvertraut, welche das Programm haben, außerhalb des politischen Kampfes zu bleiben. Wir werden die (Hefe des Landes gewissenhaft beobachten, _wir werden dem Mars aÜ-Präsidenten die Unter- stüßung leisten, welche er von uns verlangt. Frankreich be,- darf der Ruhe. Nach der langen Periode der Agitation ist es von um so größerer Wichtigkkit, zu dieser Zeit die kommerziellen TranSaktionen zu erleichtern und die Aussteaung des Jahres 1878 vorzubereiten. Wir werden uns mit allen Kräften bemühen, einen gutßn Stand der Geschäfte herbeizuführen. Es ist unsere höchste P icht und das wirksamste Mittel, das Einvernehmen der b entliehen Gewalten wiederherzustellen. Wir werden die repu- blikanijche Verfassung, welche uns regiert, achien und ihr Achtung verschaffen. Die Verfassung wird iiitakt KUZ unseren

_ änden in die unserer Nachfolger übergeben, sobald der Prä- ndcnt der Republik den Augenblick jür geeignet erachten wird, um die Gewalt Ministern anzuvertrauen, welche dem Parla- mente entnommen sind. Bis dahin werden wir es uns nach Kräften angelegen sein la ien, die Ordnung und den Frieden

erbeizufYren. Der Präsident d:r Republik ersucht Sie, uns ei dem erke der Herstellung des Friedens zu helfen, und re net auf Ihren PatriotiSmUS, um uns bei unserer Auf- ga zu untersiüßen.“ (Beifall auf der Rechten. Die Linke verhielt fich 1chweigend.) Nach der Erklärung des Minister- Präfidenten begann der Senat die Abstimmung über die Wahl eines Senators auf Lebenözeit. Gewählt wurde Grandperret.

In der Deputirtenkammer Xlangte, dieselbe_Er= klärung der Regierung, wie im enat, zur Verleiung. Marcére brachte darauf soiort eine Inter ellation iiber die Bildung des neuen Kabinets ein. Der Zinifter Welche

erklärte, daß da?- Ministerium dieselbe beantworten werde,

aber den Wunsch hege, daß die Interpellation eine präzisere Fassung erhalte und an einem „anderen _Tage; zur Diskussion gelange, Die Kammer beschloß jedoch, sosori m die Diskusfion einzutreten. Marcin? begründete danach seine Interpellation und führte auß, die Minister repräsentirten k_eme Partei im Parlamente, sie repräsentirten nur die persönliche Macht. Der Widerstand gegen den Willen des Landes dauere bereits fieben

hre. Das einzi eMittel zur Wiederherstellizng des riedens ei das Zurückgrei en auf das parlamentarische Re t. Der Redner ersuchte das Ministerium auf das Drmgxndste, dem Marschall=Präfidenten von der Wahrheit Kenntmß zu_ geben und auf diese Weise dem Lande neue Krisen zu eriparen. Der Minister des Innern, Welche, betonte das verfassungs- mäßige Recht des Marschalls, ein Ministerium von Männern, die außerhalb des Parlaments stehen, zu ernennen. Der Mi: nister erklärte sodann, er wünsche Frieden und Versöhnung. Er sei entschlossen, den Versuch dazu zu machen, und werde ihn machen. Er sei Niemandem feindlich, er sei ein Diener des Gefeßes. Er werde dem" Geseße Achtung verschaffen, wie er es achte, und werde nch nur von dem Geiste der Rechtschaffenheit und der Liebe zum Vaterlande leiten lassen. Der Deputirte Floquet führte darauf aus, daß das Ministerium nicht geeignet sei, um_cine Beruhigung der Gemüther und eine Besserung der Ge1chäftslage herbei- zuführen. Demnächst begründete Jules Ferret) folgende Tagesordnuiig: „In Erwägung, daß das Ministerimxi vom 23. November durch seine Zuiammenseßung und Organnation eine Negirung der Rechte der Nation und der parla1nentar_ifchen Rechte ist, und die Krise, welche seit deni 16. Mai so 1chwer auf den Geschäften lastet, nur verschärsen kann, erklärt die Deputirtenkammer, daß sie nicht in Beziehungen zu dem Mi: nisterium treten kann, und geht zur Tageßordnung über.“ Dieselbe wurde, nachdem Baragnon vergeblich für eine einfache Tagesordnung gesprochen hatte, mit 323 gegen 208 Stimmen angenommen.

Spanien. Ein der „Agence Hanus“ unter dem24. d. M. aus Madrid zugegangenes Telegramm bezeichnet die Nach: richt, daß die spanische Regierung eine Anlei_he_ im Betrage v91c1ht4 Mill. Pfd. Sterl. aufzunehmen beabsichtige, als un- ri ig.

Italien. Rom, 25. November. (W. TB.) Der Papst befindet sich, wie die „Agenzia Stefani“ meldet, andauernd iebr schwach. _ Die Deputirtenkammer war gestern nicht beschlußfähig,

Türkei. Konstantinopel, 24. November. (W. T. B.) Ein kaiserliches Jrade ordnet die Einberufung von 150,000 Mann Bürgergarde nach Konstantinopel und den Provinzen an, um während der eventuellen Abwesenheit der regulären Truppen dort die Ordnung aufrecht zu erhalten. Die christliche Bevölkerung ist aufgefordert worden, ebenfalls in die Bürgergarde einzutreten. Omer Fewzi Pascha ist zum interimistischen Oberbefehlshaber der Bürgergarde ernannt worden. _ Nach hier eingegangenen Nachrichten ist eine Ab- theilung Jnsurgenten m dem Distrikt von Jeni Varosch geschlagen worden.

Rußland und Poien. St. etersburg, 24. No: vember. (W. T. B.) Die hierher te egraphirte Nachricht, daß vom 1. Januar 1878 ab die Zahlungen für Zollge- bühren außer in Gold auch in Papierrubeln zu einem für je eine Woche vorher bestimmten Course geleistet werden können, ist, nach an maßgebender Steile eingezogener Erkun: digung, unbegründet.

Amerika. Washington, 24. November. (253. T. B.) Die Nepräsentantenkammer at gestern den Gesetzentwurf angenommen, welcher den Artikel 693 Geseßxs iiber die Wie- deraufnahme der Baarzahlungen aufhebt,1:ach welchem die Zurückziebung der Greenbackß in dem Maße erfolgen soll, wie der Fiduciar-Umlauf_ der Nationalbank iich vermehrt und die definitive Wiederaufnahme der Baarzahlungen auf den 1. Januar 1879 festgeseßt wird. Die Annahme des Gescß- entwuer erfolgte mit 133 gegen 120 Stimmen.

New-York, 25. November_ (W. T. B.) Der nord: amerikanische Kriegsdampser „Huron“ ist gestern an' der Küste von Nord:Carolina gesunken. Von der aus 15 Offizieren und 119 Mann bestehenden Bemannung sind nur 4 Offiziere und 30 Mann gerettet worden. Unter den Todtetr befindet sich der Kapitän. _ Nach hier eingegangenen Be; richten aueZ Mexiko hätte der Präsident Porfirio Diaz den Wunsch, den Frieden zu crhalien, un) Trupprn an die Grenzen gesandt, um im Verein mrt den nordamerikanischen Truppen dies zu ermöglichen.

Siid-Amerika. Chile. Santiago,9.0ktober. Der zum deutschen Minister-Residenten bei der RepublikC ile er- nannte Geheime LegationS-Rath Herr von Gülich,wel er sich am 11. August in Bordeaux eingeschifft hatte, ist nach einer glück- lichen Fahrt (um das Cap Horn) am 17. September in Val- paraiso eingetroffen und am 28. desselben Monats hier in Santiago von dem Herrn Präsidenten der Republik behuer der Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens em: pfangen worden. , _

Herr von Gülich der Uhr: e_ns, der 1panischen Sprache vollkommen mächtig it, hat die er dieser Gelegenheit zu hal- tende Anrede (ungleich dem früheren Gebrauch) zur großen Befriedigung der deutschen Landsleute in deutscher SPMYT gehalten. Diese Anrede, so_wie die in spanischer Spra erfolgte Erwiderung des Priindenten, welche den wohlwoaen- den Gesinnungen desselben für die in Chile ansässigen Deut- schen und dem Bestreben Ausdruck giebt, die zwischen beiden Ländern bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zu erhalten und zu fördern, finden sich nebst dem Texte des von Sr. Ma- jestät dem Kaiser unter dem 20. Juni d. Js. Allerhöchst voll- zogenen Begxaubiqungsschreibens im hiesigen chierungs- Anzeiger veröffentlicht.

Der rns17sch:türkische er'g.

Konstantinopel, 24. November. (W.T.B.) Ju Folge-

der von den gefangen genomnxenen englischen Aerzten Duglas und Pachell im russischen Hauptquartier- zu Protokoll abgegebenen Erklärungen über das Auffinden

von barbariscl) verstümmelten russischen Leichen.

auf dem Schlachtfelde bei Telisch hat Kennet die englischen Aerzte durch ein Cirkularschreiben aufgefordert, im Falie ihrer Gefangennahme keine Mittheilungen zu machen, welche den

Ru en li ein könnten. ff 8 chf (W. T. B.) Im Ab

P 2 st , 24. November. e o r d :

netenhause brachte der Abg. Helft) eine Jnterpel ation.

ein, du “ng _ talis en_ rage _noch immer nicht für angezeigt halte oder ob fie wemgfiens nicht die Zeit für gekommen erachte, daß die Monarchie verm1ttelnd auftrete, und wenn keine?- von beiden der Fal] sei, welche Stellung das Auswärtige Amt egenüber den neuesten Phasen der orientalischen Angelegen- ßeit einnehme.

London, 25. _November. (W. T. B.) Nach einer Mel: dung des „Reuter1chen Bureaus“ aus Konstantinopel

"tte der englische Vertreter, Layard, die Instruktion er:

lten, bezüglich einer Mediation keinen er ten Schritt zu thun, sondern abzuwarten, bis eine Mediation formell bean: tragt werden würde.

London, 26.November. (W. T. V.) Aus Belgrad geht der „Times“ die Meldungzu, eine E i nmif ck 11 n g Serb i en Z in den Krieg gelte als unvermxidlich, die serbische Armee rücke früber ins (",eld, als man biEher angenommen, die Un: abhängig eit Ser iens sdlle proklamirt werden, sobald die Skupschtina ihre Genehmrgung dazu ertheilt habe, die Miliz gehe am 29. d. zur Grenze ab.

EuropäiscY-cr Kriegßsckzauplaß.

St. Petersburg, 24. November. (W. T. V.) Offi- zielles Telegramm aus Vogot vom 23. Novembcr. Am 22. November wurde von einer aus zwei Vataillonen Dra- aonern zwei Sotnicn Kosaken und 4 Geschüßen bestehenden Abtheiung gegen die türkische SteUnng bei Etropol eine Aiekognoszirung ausgefiihrt. Als die Abtheilung mit dem Feinde zu plänkeln begann, machte nch bei_ den Türken eine große Unruhe bemerkbar, dieselbsn hoben fa]t1hr_ganzesLager auf, begannen ihre Artilierie wegzuführen und iandtcn einen Eilboten nach dem anderen nach Orkhanie; Der Commanbeur unserer Abtheilung entschied sich indeß, _angeiichts der Uebermacht des (Feindes, der Möglichkeitder Ankunft feindlicher Verstärkungen, sowie der eingetretenen Dämmerung dahin, nicht anzugreifen. Unsere Abt eilung zog sich, nachdem_ der Cowmandeur seine Aufgabe ge öst, nämlich die Streitkrästß und die Steliung des Feindes ergründet hatte, in der Richtung von Lgkowißa zurück. Als dies die Türken bemerkten, raÜiirten sie iich wie: der und ließen unsere Abtheilung _dUrch ihre gesammte auS 200 Mann bestshende Kavallerie verfolgen. Der Commandeur unserer Abtheilung legte die 2. und 3. Compagnie des 11. Regiments in einen Hinterhalt, welche den Feind auf 200 Schritte herankommen ließen und sodaxm mit Gewehrsalven begrüßten. Die Türken, welche hierbei eine große Anzahl Leute verloren, stürzten in großer _erwiirung zurück und wurden durch weitere Gewehrfalven “fast vollständig vernichtet. Unsere Abtheilung zog sich dann ruhig gegenLukowißa zuriick. Wir hatten unsererseits 3 Offiziere verwundet, 9 Soldaten todt, 27 Soldaten verwundet.

St. Petersburg, 25. November. (W. T. B.) Of-

fizielles Telegramxn aus Bogot vom 24. d. _Gßstern, nach zweitägigem Kamps nahmen Unsere _Truppen di§_1chwer ugänglicbe, durch den Feind sehr stark besesiigte tiirkiicke Pd: Zition bei dem Dorfe rovetz (Prawez) zwnckgen Orksanie und Etropol ein. Der Auszzang des KampseH wurd? durch die Umgehungskolonne des Generals Rauch, bestehend aus dem Semenowski'schen Regiment und den Schüßenbataislonen Sr. Majestät entschieden. Der Feind, gegexi 10 Vatgillone stark, flüchtete in voller Unordnung. Das äußerst coupirte Terrain, die eingetretene Dunkeiheit und die_Ermattung der Truppen verhinderten die Verfolgung. Umer Verlust ist noch nicht genau festgestelXt, aber nicht_ bedeutend. _ Gestern 10 Uhr Morgens griffen zwei türkijche Tabors mit Kavaüerie Tetewen an und wurden 4 Ulör Nachmittags unter großen Verlusten zurückgeschlagen. Un er Verlust betrug 2 Mann todt, 1 Mann verwundet.

St. Petersburg, 26. November. (W. T. B.) Offi: zielles Telegramm aus Bogot vom 25. d. Gestern Abend 6 Uhr haben die Truppenabtheilungen des Prinzen Alexander von Oldenburg und des Flügel=Adjutanten Oberst Lubowißky unter dem Ober-Komnmndo des Generals Dande: ville die befestigte Stadt Etrobol eingenommen. Die Tür: ken flüchtsten in großer Unordnung und wurden von den Dragonern verfolgt. Unser Verlust ist sehr unbedeutend. Unsere Truppen hatten bei der gebirgigen Natur des Ter: rains große Schwierigkeiten zu überwinden, ihre Haltung war über alles Lob erhaben.

St. Petersburg, 24. November. (W. T. B.) Offi- zielles Telegramm aus Bogot voni 22. d. Mrs.: Nach dem 19.d.Mts. hat sich auf unserer Ostiront nichts von be- sonderer Wichtigkeit zugetragen. Am 19. d. Mth. entfalteten sich gegen unsere Stellung bei Marena 1000 Mann türkischer ananterie und 100 Tscherkeffen, dieselben zo en sich aber ohne

ampf wieder zurück, sobald das Sewski's e Regiment vor: rückte. _ An demselbcn Tage verdrängten 3 türkische Schwa- dronen unsere Vorpostxn bei Koffabin, nahmen einen Dra- goner gefangen, zogen six!) aber zurück, als unsere Infanterie das Feuer auf fie eröffnete. _ Am 20. d. M. verdrängte ein aus 1 Bataillon, 1 Eskadron und 2 Geschüßen bestehendes xiirkisches Detachement unsere Vorposten von Omurkioi, zog iich nach dem Erscheincn unserer Reserve jedoch sofort hinter den Lom zurück. _ Am 21. d. M. versuchten feindliche bc: rittene Abtheilungen drei Mal den Fluß Solenik zu passiren, wurden abor jedes Mal durch das Feuer unseres Kosakenpostens zurückgeschlagen.

Konstantinopxl, 25. Ndvember. (W. T. V.) Es cirkuliren hier verschiedene, völiig unbestätigte Gerüchte von einem Nassau, den Oswan Pa_scha yersucht haben soll. Nach dem einen Gerüchte wäre de_r1elbe in der Richtung egen Rahowa, nach einem anderen in der Richtung gegen Lo scha unternommen worden,

Wien, 24.November. (W.T.V.) Die „Polit.Korresp.“ meldet aus Vukarest:_ Die'rumänischen Divisionen Slaniceanu und Lupu 1ollen m ein Corps vereinigt werden, das geLen Widdin zu operiren bestimmt ist* der bisherige Genera “Sekretär im rumänischen Kriegs-Minifterium, Oberst Falcojano, ist zum Generalttabs-Chef der rumänischen Armee ernannt. Bei einem am 22. d. in Vogot stattgehabten Feld- diner wurde vom Gro fürsten Nicolaus em Toast zu Ehren der rumänis enArmee ausgebracht. _ Die Ge- rüchte von Verhandlyngen Oßman Paschas in Plewna wegen einer Kapitulation beruhen bis jest nur auf dem Er- scheinen eines Parlamentärs Ogman Paschas im russischen Hauptquartier.

(W. „T. B.)_ Aus Cettinje geht der „Pol. Corr.“ vom 24. die Nachricht zu, daß Murici von den Montenegrinern

nd, ob die Regierung eine Aktion in der orien: =

beseßi worden ist. Dix. Türken haben die Schanzen bei Ana: malm verlassen und nch nach Skadar zurückgezogen, wo sie von den katholischen Albanesen mit Flintenschüffen empfangen wurden. In Folge dcffen kam es bei Skadar zum Kampfe; die Montenegriner sind im Anmarsch auf Skadar. _ Aus Catta_ro geht die Nachricht ein, daß das türkische Fort Chan] kapitulirt hat und ohne allen Kampf in die Hände der Morztenegriner gefallen ist. Von den Montenegrinern wurde em Angriff auf die türkischen Forts Haji und Nehaj vorbereitet.

„London, 26. November. (W. T. B.) Die „TimeS“ meldet aus Cettinje von gestern, die Miriditen hätten sich

. er20ben und seien bis in die Nachbarschaft von Skutari vor:

ge rungen.

Asiatischer Kriegsschauplaß.

_ St. Petersburg, 24. November. (W. T. B.) Offi- z1„e_lles Telegramm aus Kars vo11123.d. Die (Har: 1111011 von Karts béftand aus 32 Bataillonen Infanterie, 2400 Mami Artillcrie und einer Brigade regulärer Kavalierie. Ayßer den in den Spitälern gefundenen Verwundsten nahmen wir „17000 Mann gefangen, darunter 5 Pascha?) und 800 Offiziere. Unsererseits operirten gegen Kacm 39 Bataillone. Unser Verlust bei der Einnahme von KarS besteht in 1 General, 30 StabL- und Ober-Offiziere und 469 Soldaten an Todten und m 43 Stabes: und Tber-Offizieren und 1790 Soldaten an Verwundeten und Kontusionirten.

Statistische Nachrichten.

_ Sterblichkeitß- und Gesyndbeitßverbältnisse. G,:-

maß den Beroffcntlrcbungen _de_s Kaiscrlicben Gesnndheits- amts sind in der sechSundoierztgrtxn Jahreswoche von je 1000 Bewoh- nern, auf den Jahresdurchschnitt *.*ecechnet, als gestorben ge- mxldet: m'Berlm 22,9, in Breslau 25,3, in Königßberg 18,7, in Coin 21,9, in Frankfurt a. M. 17,4, in Haunover 12,8, in Cassel 23,7, m Magdebzxrg 23,2, in Stettin 23,1, in Altona 23,1, in Strat“;- burg 18,6, in Mupcheri 28,8, in Nürnberg 16,8, in Augsburg 41.9, m Drxsden 20,6, mLewzig16N, in Stuttgart 21,2, in Braunsibwaig 24,5, m Karlßruhe 18,0, in amburg 24,8, in Wien 24,6, in Buda- pest 36,6, in Prag 34,3, in Triest 34,7, “in Basel 18,0, in Brüff2123,7, in Paris 21,9,_ui Aznsterdam 20,5, in Kopenhagen 18,7, in Stockholm 31,2, in Christiania 11,9, in St. Petersburg 31,8, in Warschau 26,3, 'in Odessa 23,1, in Bukarest 30,0, in Rom _, in Turin 20,2, [xi Athen 32,0, in Lissabon 32,4, in London 21,2, in Glasgow 22,0, in' Liverpool 22,7, in Dublin 28,2, in Edinburgh 16,9, in Alexandria (Egbpten) 35,6, in 'New-York 20,8, in Philadelphia 16,3, in Boston 20,5, m Cbicago 12,0, in San Franzisko 17,7, in Calcutta 37,0, in. Bombay 51,6, in Madras 96,5. " 'In dcr Bexichißwoche waren an fast allen deutscbxn Stationen sudltche und sudbitliche Luftströmungen vorherrschend; nur gegen Ende 'der Woche hin machte fich an den mristen Stationen Nord- Westwind, 111 CarlSrube Nordosiwind, geltend. Die Temperatur der Luft nbersttea das Monatßmittel. Nidersckykä-Ze fanden nur wsnig statt. _Das Baromrter sank beim Wockyenbezinn; stieg jedoch den 12. mich und behielt diese steigende Tendenz bis zum Wochen- schlaffe_bei.

_ Die Sterbkichkdit58crhältniffe in Dsuiscbland erhalten sich agi „ihrem giinstigen Standpunkte. Die Sterblichkeitsver- baltnißzahl betrug, auf 1000 Bewvbner und aufs Jabr berechnet, 22,6 gegen 22,8 der vorhergegangenen Woche und 321941? 11ch namsntlicb die Sterblichkeit der Höhsren Altersklanen etwa_s geringer, während die des Säuglingsalter? und d;e Altersklaffen bis zu 20 Jahrßn etwas erhöhter erscheint.-Unter den TodeSursichxn zeigen die Infektionskrankheiten meist das gleiche Verhaltexi, wie in der vorangegangenen Woche. Nur Masern kamen rtwas haufiger vor„ vorzugSweise in Celia und London; in Krakau und Cbemm hat die Epidemie jetzt einrn milderen Charakter ange- nonzmen, _chaxl_ach "und Diphtherie zeigt sich in den groFen Stadien dxs sach111ch-marki1chen Tieflandes, Berlin, Leipzig, Magde- burg, soime die leistete name*tlich in Danzig, HaUs, I)iünkbsn, WLW Budapest, Häufig. Unterleibstbpben zeiaten iiberall Nach- laiie, bewnders in Berlin, in Bukarest ist die Zahl der Todssfälle wreder yxrmehrt. 1 To_desfa[l an Flecktypbus kam in Beuthen, 2 TodeSsaÜe an Trichinoiis in Leipzig vor. Darmkatarrl): und Brech- durchfaUe der Kinder_zeigten sich im Ganzen, wie in der Vorangegan- gemn Woche, und cr1chienen in deri "Städten des süddeuxschen Hoch- la_1.des, in Berlin, atnburg, Straßburg, nochimmer verhältdißmäßig ba„ufig- Ruhrtodesfaile mehren fich in Bukarest und Alexandrien. Die Pocken haben in Lyndon und Wien w eder etwas nacbgklasien, veranla_ßten aber in Triest, Krakau, St, Petersburg noch immerzablreicbe Todesfalle. In Rescht kaman noch bis _Ende Oktober täglich 4--5 Todesfäile an Pest vor. In Yokbbama itt die Cholera (:ng brochen und waren bis 17. September von de_n 16 davon erkrankten Japanen 6 gestorben; die Behörden haben Magregeln gegen die Weiterverbrei- tung der Scucbe ergriffen.

Kunst, Wiffenschaft und Literatur.

Bonn, 22 November. (Cöln. Zig.) Die berijbmtenNeander- tbaler Menschenreste aus unsersr _ältesten Vorzeit iind durcb Vermittlung des Hrn. Prof. Scbsxnffbziulen für das Rheinische Provinzial-Museum hierielbjt käuflich erworben worden, nach- dem von England aus nach dem Tode des bisherigen Besiycrs, Prof. Fublrott in Elberfeld, berät? cm hohes Gebot darauf gemacht wvrden War. _

London, 23. November. Der Marqms of Bute hat fick) er- boten, die große, nach Zeichnungcn bbnkGilbert Scott zu errichtende

alle der Glaßgower Univeriitat auf seine eigenen Kosten auen zu lassen. Das Gebäude wird 70_80000 Pfd. St. kosten.

Gelmrbe und Handel,

Bei de_c Magdeburger Allgßmeinxn Versicherungs- Aktiengejellschaft (Abtheilung " fur Unsallversicberung) kamen tm Monat Oktober d. J. 448 Unfalls zur Anzeige: 24 Unfälle, welcbe den Tod der Betroffenen zur Folge'gebabt haben, 5 UnfäUe, in olge deren die Beschädigten noch in Lebenögefabr schweben, 45 nfalle, welche für die Verleßtenwbcaussichtlich lebenslänglicbe, theils totale, theils partielle Jnvalidttgt zur Folge haben Werden, 374 Unfälle mit voraussichtlich nur vorubergcbender Erwerbsunfäbig- keit. _ Von den 24 Todesfällen treffen 4 auf Steinbrüche, je 3 auf Brauereien, Zuckerfabriken, Bau ewerkx, 2 ans Schneidemühlen, je einer auf einen Speichserbetrieb, andwzribschaftsbetrieb, eine Papier- fabrik, :.Ui'abl- und Schneidemühle, Spiritusbrennerei, Brauerei mit Landwirtbscbaft, Cementfabrik, ein Eisenbüttenwerk und ein Paddel- und Walzwerk. _

Paris, 23. November. Wie die „France“ versichert, hätte das roße Modewaarengeschäft „zum Louvre“ (1132351113 (ju 01171? im Hinblick auf die herrschende Stockung der Geschäfte heute früh 4 Mitglieder seines Personals entlassen. Unmittelbar vor dem Weihnachtßmonat sei eine solche Maßregcl doppelt auffallend.

Verkehrs-Anftalten.

Die Trace für die projkktirte Eisepbabnlinie (Fulda- Lichtenfels, welche namentlich den Schtenenweg von 61:1 2c. nach dem östlichen Bayern und Böhmen abkürzen und die südliche Rhön mit ihrem Reichtbum an Rohprodukten m den Verkehr ziehen soll, ist, wie gemeldet wird, auf Grund der Vorarbeiten folgender-

maßen festqkftellt wvrd-cn: Fulda-chsfeld-Bischofsheim-Königsbofen-

Sulzdorf-Saßlcch-Lickptenfels.

__ D;»! .RrgiqrungS-Vlatf für das Großherzoatbum Sachien“_ ver§ffentltcht das revidirte Statut dsr Saal-Eisen- bakJU-Iöexellicbait, dei Staatsvertrag vom 1. Februar d. J. nebit StaYytnacbtng und das Privilegium vom 1. November, welches der Gesellxchaft geitattet, „Prioritäts-Obliaxtionen in Höhe von 3501000 „;;- Ynter leßgfcxr-antie der Großherzoglich säTbs'lscben, der Herzogin!) 13ch7e_n-_memmgnwen, der Hsrzoßlick) sachien-a[tenbur- gt1cheri iind der Furytlicb schwarzburg-rnrolitädtischsn Staatxrxgierun] zu emmttren. *

M_ex_Z, 22. November. kStcLb. Ztg.) Am 1. Dezcmbcr wird das eliarz-lotbringische Eisenbahnnex» rarch eine für den Verkehr iebr wichtige Linie vermehrt werden; nämlich durch die eme dirckte Verbindung zwisckoén 'Meß und StraÜbUrg beriteilende Babu vxti Remillv nacb Rieding, die am gknanntsn Tage “drin Vcrfcbr UkéxZLkel] werdcn soll; dieselbe kÜkit Die Reise zwiskben der Hauplnadt thbrmgens imd derjcnigen (“(-5 Elsaß um 2 FTUUTCU ab.

Berlin, 25. November 1877.

_" Wie wirs WM gemeldet, ist vor Kurzcm eine im Ministeriam sur Handél, (Hewerbe und öffsntlickxe Arbeitsn b;:rbcitete Karte, wesweiie Beleuckitung der dentsiben Ssxkiiiten darsteUt, nebyt einem Verzsicbnir"; “cer Leuubtieuer crscbienen. Auf der Karte, wslchc bkköits im Zakk? 1876 fiir die intcréiätibnale Aukirel- lung in Brüssel bearbeitet wurdé, um ein ::ngmxinss Bilk von dir leeuchtung der deuticben Seekii1ten zu ,iIkxn UNT daislkkt anch aus- gkitellt irak, find dis bcdeutendercn Leaxbtieusc dnrxb kleine Flammén und durch Leucbtkreise, die Leachtsckoiiie und die ".:krikxcn wsnigcr weir sichtbaien Feuer dagkgen nur durch klein? Flammkii' b;“;eiwixxt. Bci den wrchtigrren der nicht „“zu Tentscbiand ,ich-Orig» Fkuer ist “dir br- lducbtete Fsäch€ durch eine Miß? KrciH-[irixz buzircnxi. Daß FLULL' von Helgoland ist mit Rüéküxbt auf dix? bcrbrrragknde Bödeiäxmq, Welck)? dasselbe für die Bsirucbtuxig dsr dkittiwsn Iidrkssebuwt bai, ebenso behandklt, wie die deutscbsn Feuer. Tie Halbmsiicr dsr Lsixkbi- freise entsprekben der Sichtweite des [*eirrr'kenden Fonerxx, wobei dis Augenhöhe in der Nordsee Zu 4 111 übr ordiiiär wawaiicr Und in der Ostsee zu 4 m Üb r Mittelmaiier QUICUNMULU ist. Jeder WUK Leuchtkreis umfaßt die Zeit von 12 Mixuten, so dat"; in dxmiclbsn aile Veränderungen des Feuers '."Ubtbar gcmacbt 72213, welche innerbglb eines Zeitraumks vrn 12 Mi:“.nten Eintreten. Die Beleukbiungskreise sind 11111." sbirsit diirxb ric Z,?iibnung dargestellt, als sie sich über das offene Mscr erstrciicxi, umd ist, wo die Kreise in einander fallsn, nur das (bar.!ktkrikxii-Öc stwr dss eiiien angegeben, wäbrcnd der Begrenzmigxkkreis des adrean chzrs durch eine punktirte Linie: bkzkiwnct ist. Dcr auf da:? feitJLatid, wwie in die Binnensé-Jn U77: H.]??? i.]ULNDZ Tbxil (*Sk Lsuckztkreisé, iind in der Zairbnung nikbt bkriickiichtigt. Wo die Feuer aqueucbt- )(biffen axigebracbt siiid, ist dies in dem [*kizegebxncn erzeichniß der Lcurbtfeuer [*csondcr-Z crwäbrit. Dic iibrigkn Fsuer k)?- fiaden sich auf Tbiirman Und festen Gerüsten. Isuixkr den in “Nm Verz'iwiiiß sw:;irl anfgeiiibrtsn, für eine “größere Hörweite bestimmten Ncbklsiznales'. sind die Leuckytscbiffc mit eincr Glocke, einem Gong der anderen Vorrichtungen versxbkn, mit denen bei nebligem Wktkkk in bestimmtrn Zeitintsrvallcii Signals ge,]ebén Werden. Sb frei?: die Secschiffahrt geht, iind die Flip“!- tnit dsm dunklen Ton des Meeres anqelcit. Die Kanäle smd durch rbibe Linikn und *die fanaliiirten Thcilc dcr FUR": durck) rothe Krsiizö [*L- zcickinkt. _ Tas Vcrzeichnii; dcr Leuchtfeuer girbt nchn dcm Namen und der Oertlicbkeit der Fcuer die Art dss FCULkÖ Ic. an. Für dis Nordsee werdcn 39, für die Ostsee 57 FW:: aiiigefübrt.

London, 26. November. (W. T. B.) In der Nacht vom Sbngabendzixm Sonntag wütbete e_in furchtbarer Sturm an der xngliichen Küite Di? Zahl der zwiicben RamFaai: und DSL .ic- 1ch€iterten Schiffe wird auf 30 .mgezeben, der Verlust aki. MeniÖenlekcn iii sehr groß.

Das .Krollscbe Etablissement bat sein WeibnachtS-Feicr- kleid angeiban: die WeibnachTs-Ausstelluna, eine dem Vkrlinsr durch lang? Gcwobnbeit liebgewordene Eigenthümliihkeit unter de;! Weibnacbt-Isrkuden, ist am Sonnabknd eröffnet ivdrden. ES sind die [*skaimien Räxme des Etabliffements, d:r Rötnch der Rittersaal und zwci kleinere Zwiscbeiiränmliwkeiten, dir dcr Ausstcliung wie in früheren Jahren gewidmet Wurden, während aiif dcr Bübne des Kbiiigssaales dic iegenspendende weibnackoilich ,Tannenfee' ihr Wesen treibt und in einigen crgrcifendcxi Scsnen dic grbße und kléine Welt bis zu THränrn rührt. _ Der Römersaal ist durch die Kunst dEr Maier, Bildncr und Tapezierer in das utopische _Scblaraffenland verwandrlt wordkn; nur der erste Schritt iit schnoer, denn „imb in Schlaraffia zahlt man Entre? in großer und kleiner Münze, ist man „1er einmal darin, dann hänxien Kkttcn von gkmünziem Gold Und Silbér rom Himmel herab, Braten un: köstlichc30ckcilügsl fliegen, iam (Eisen angerichtet, durch die Lüfte: und lassen ilÖ miibc'los ergreifen, Wein und köstlicher Sekt fließt in Strömrn ans Lueilen und Bronncn, herrliche friswe Früchte dccksn jeden Baum, jede Tafel; Und über Allem tbroni auf (bokoladencm Throne der wohlgenäbrte Herrscher, deffen Motto ist: „Lerne nur das Glück ergreifen.“ _ Usbkiicbreiten wir den ersten Zwischensaal mit seiner Weibnacbtélotterie imd “cen Theatersaal und treten in den zweiten Zwisckzensaal ein, so wcrdm wir durch ein HkkklillUÖ plastisches Miniaturbild drr hCiliJLii Stadt Bethlehem Überrascht; alsdanri bereitet auf den Höhepunkt dcr Auxstcliung, der im Rittersaal zu suchen ist, das Halbdunkel brn H:“:xdings Hütte vor. Ein onlgeluugenes Transparent zeigt un!“- bier Sigmund und Siglinde, an “den Wänden erblickt :x'an altgcrmaniswc Urnsn und Gefäße, und Über dem 320 [odcrnden Hcrdfeuer hängt der brodelnde Kessel. Der Rittersaal endlich fiihrt dcn Wsihnacbtswnndcrsr in das sonnige und sommerliche Rbcintbal, das durch sine Reibe von Trans- Parenten nnd plastischxn Gruppen nach dem Wagnersckyen „Ring der Nibelnnzen“ dekorirt und belebt wird. Uitcr dcn TranSparenten dürften hier als die wirkungsvollsten .Sikgfrieds Tod“ und der „Ritt dcr Walküre“ anzufülxrcn skixi, von denyn d.??- crster: 31.1713 rbk! kiinst- lerisÖen Gesichtspunktén auF, einc werthvvllc L::istunxi iir. Endliä) mag noch von den plastischen Darstcklungen die anmutbige Scene Sieg- ZriZd mit den Rhcintöcbtern und die brennende Walhall Erwähnung n en.

Gestern hat der [eßte astronomische _Cyclus dcß Phy- sikers rn. A. Böttcher: im Conzert]aale des König- lichen l“chauipielhauses begonnen. Deric'lbe handelt von den Kometen und Meteoren und iUuitrirt glzicbzet'ttg d'en Mechaniömus des Planetengetrikbes. Während in den bisherigen Cvclen dic Weltsysteme, die sogenannten Nebelx'leckc, der _Fixytcrnbimmel, die großen Planeten, die Sonnc, der Yiond, theil_s bildlich. theils mecbanisch-beweglich dakgkstéklt und durch (lars, faglicbe Vorträge er- läutert wurden, stbliefzt der lthe Cycltxs die vorhandcne Lücke, indem er die Kometen und Meteore ihrer Erscheinung und Bewegung nach reproduzirt und ihre jeizt zum Theil erkannte Natur darlegt. _ Als unterhaltenden Theil der dieNvöchentlichen Soirée bietet Fr. Böttcher eine Wanderung durch das romantische Spanien, we che in den architektonischen Prachtgebilden des Alhambra-Palastes gipfelt.

Die amerikanischen &Iubiläums - Sänger“ veranstalteten

am Sonnabend in dem aale 'der Sing-Akadcmie ibr fünftes Kon- zert" zu demselben batie ficx wiederum ein zahlreiches Publikum eingefunden, weiches den mtereUanten und, abqeiehen von dem guten Zwecke, dem diese Kouzerte dienen, auch muiikalisch hervorragenden Leistungen lebhaften Beifall onte. Das am Sonnabend veranstal- tete Konzert war das letzte in der Sing-Akademie. Die SänKer werden nun noch zivei Konzerte in der Hof-_ und Domkirche Ye en und zwar findet das erste daselbst am nächsten Mittwoch A ends

7 Uhr statt.