hervorgerufen, noch vor: 49 Tödtun en 2 Reisende, 26 B- amte _7 Arbeiter und 14 fremde Pe onen , 106 Yerleßun en (1'Ne1sender, 53 Beamte, 37 Arbeiter und 15 “remde er: sonen) und 12 Tödtungen bei beabfichtigtem Selbstmorde.
Yaßt man sämmtliche Verunglückungen von Personen _ excl. er Selbstmörder _ zusammen, so entfailen auf:
_ 5. Staatsbahnen und unter StaatSverwaltung stehende eratbahnen (bei 14 206 km Betriebslänge, 19 673 km
eleislänge und 403 593 293 geförderten Achskilometem) „113
älle, darunter die größte Anzahl auf die Bergisch-Märkische
ahn (24), Obersckilesische Bahn (17) und die Ostbahn (12); verhältnißmäßig, d. h. unter Verückfichtigung der geförderten Achskilometer und der im Betriebe gewesenen Geleislängen, sind die meisten Verunglückungen auf der Oldenburgischen, der Bergisch-Märkischen und der Oberschle= sischen Eisenbahn vorgekommen.
8. Größere Privatbahnen _ mit je über 150 [(m Länge _ (bei zusammen 10 422 km Betriebslänge und 13 739 lim Geleislänge und 258 030 727 geförderten Ach?- kilomeiern) 50 Fälle, darunter die rößte Anzahl auf die Rheinische Bahn (16), Magdeburg:.Hal ersiädter Bahn (5) rind die Thüringi1che Eisenbahn (5); verhältnißmäßig smd jedoch auf der Rheinischen, der Vosen-Krcuzburger und der Werrababn die meisten Verunglückungcn vorgekommen.
0. Kleinere Privatbahnen _ mit je unter 150 ](m Länge _ (bei zusammen 1088 km Betriebsläqge, 1148 km Geleislänge und 7 558 053 geförderten Achskilometern) 5 Fälle und zwar auf der Tilsit-Jnfterburger, Dortmund: En cheder, Nordhausen:Erfurter, Marienburg-Mlawkaer und Lübeck-Büchener Eisenbahn je 1 Fakl. .
Von den Überhaupt beförderten 15 547 651 Reisenden wurden 2 etödtet und Einer verleßt. Verungliickungenbon Reisenden anden statt: auf der Bergisch=Märk1schen Enen: bahn 2 und auf der Oberschlesiscben Eisenbahn _] FalX. Da: gegen wurden von den im Betriebsdienste thiitrg geweseanen Beckmten von je 4936 Einer getödtet und von ]e 1975 Einer ver eßt.
Ein Vergleich mit demselben Monat in) Vorjahre ergixbt _ unter Berücksichtigung der in beiden Zeitabschnitten gefdr- derten Achskilometer und der im Betriebe gewesenep Geleis- längen _ daß im Durchschnitt im Oktober d. I. bei 17 Ver: waltungen mehr und bei 19 Verwaltungen weniger und M Summa circa 12 Prozent weniger Verunglücern sn vorge- kommen sind, als in dsmselben Monate des VorvareS.
_ Die BundeSratHZ-Bevollmächtigten: Königlichwürttßm- bergischer Ober:Tribunals-Rath von Kohlhads und Wirk- licher Geheimer KriegeZ-Natl) von Maud forme der FürstlicZ ichwarzburg:rudolstädtischc StaatS-Minister von Bertra sind von Berlin wieder abgereist.
_ Die drei chinesischen Marine-Offiziere, welche sich in der Begleitung des neuerdinch _am hiesigen Hofe akkredititten chinesischen Gesandten Liu-Taqén befcrnden, haben Ick,bnach kurzem Aufenthalt hierselbft, in ihre Heimathzuruck:
ege en.
Bayern. München, 6. Dezember. Gestern Nach- mittag begann die zur Vorberathung einzelner Artikel des, Ge- seßes, betreffend den Ver'waltyngSgeriMshoß; nieder: gxseyte Su.h„k.9,mx.tx.i,i.ii.? "HRKFMJWW-x. AL.?LZ..chg'"FZ ?qus =Minister von Riedel und der RegierungS-Nath Kahr
ei .
_ 8. Dezember. Bezüglich der zum zweitenmal bean- standeten Wdhlen des Landtags=Wahlbezirks Schweinfurt vermmmt dre „AÜg. Ztg.“, daß in dsr 1711. Abtheilung der Kamnsier' der Antrag des Referenten Abg. Sing: die Wahl al;; gultiS zn erklären, mit Mehrheit zur Annahme gelangen wird; „0 das aber dann auch in der Kammer selbst der Fall femmwrrd, 1st bet den obwaltenden Parteiverhältniffen um so zwdixelhafter, als die dreiAbgeordneten, welche zum zweitenmal (mii o_dEr ohne „geseßliche Gründe) kassirt wsrden soÜen, an der bxzuglichewAbstimmung nicht tbeilnehmen dürfen und schon hierdurch did l1berale Kammerfraktion drei Stimmen verliert.“ _ Der Fifxianzausschuß hat seine sehr eingehenden Be: rathungen uber den Etat der Königlichen Bank zu Nürn- berg beendet imd estern Abend den an die Kammer zu er- stattenden Bericht estgestellt; derselbe wird bis Mitte der Woche in der Kammer zur Berathung gelangen.
* SchWarzburg= Sondershausen. S o n d e r s h a U s en , 8. Dezember. (W. T. B.) Der Landtag hat den Staats- vemrtrag mrt Preußen wegen Anschlusses des Furstenthums Schwarzburg=Sondershausen an das Land- gericht Erfurt und an das_Ober-Landesgericht Naumburg einstimrmg genehmigt ,und die Nothwendigkeit einer Aenderung der Verfgffung verneint. Der Landtag, der alle Vorlagen der Regierung genebrmgt hat, ist darauf vom Staats:
Minister von Verlepsch im Namen des Fürsten geschlossen worden.
Elfasz-Lothringen. Straßburg, 8. De ember. (W. T'. B.) Der elsaß-lothringische Landezsaus: schzlß ist herne ?roffnet worden. Der Ober:Präsident von Moller theilte m" der Eröffnungsrede zunächst die einzelnen Berathtmgßgegenstande mit und fügte dann hinzu: „Die neue Formel, uxrter welcher Ihnen diese Vorlagen FW Beschlußfassung „überreicht werden, bezeichnet eine neue hasenm der p011t1fchen Gestaltung dieses Landes. Jhre Beschluffe uber Geseßvorlagen haben fortan eine andere Be: deutung alex: m den früheren Sessionen. Das Geseß, be- treffend die_ Landesgeseßgebung von Elsaß : Lothringen, vom 2.,Mar d. J., erhebt den Landesausschuß von der Stufe einer begutachtenden Versammlung zu einem wirk- lichen Fa'ktbr der, Gesetzgebung, _ eine Fru t der ersten posrtrvexi Mitwrrkung elsaß : lothringiscber bgeord- nueten' nn Reichstage und ein huldvolles Zeichen landes- vaterliYen Wohlgefallens „an der fortschreitenden politischen Eniwx eiung Elsaß-Lothrmgens, welches Se. Majestät der infer die besonder? Gnade hatte, Selbst dem Lande zu über- YIÉJFUYS Er im Frühjahr Seinen Einzug in Straß- 1e . '_ Die hauptsächlichften Berathungsgegen tände ind eme Vorlage, betreffend den Beitrag zu den Kosth der Hsoch- YZF, und der Geseßentwurf über die Verlegung des Etats- _ Der, AlterSpräsident gedachte in seiner Antwort 111 'ssehr warmen Worten des Besuchs, den Se. Majestät der Kat er dem Neiéslande abgestattet haben. Die dem LandeSaus- schu e zu „Ther gewordene huldvolle Lhzfnahme gewä re die Zo _nung, daß dre 'von demselben vor etragenen ünsche Üllung finden würden. Das inzwis en erlassene Geseß
über die Erweiterung der Befugnisse des Landesausschuses sei für das Land ein Fortschritt von größtem Werthe. Dcr
Landesausschuß werde seinen bisherigen Grundsäßen der RUF, der Mäßigung und der Freimüthigkeit, welche zur Her eiführung eines so schäßenswerthen Fortschrittes beige- tragen hätten, nicht untreu werden, und damit sei die Zoff-
nung begründet, daß ElsaßLothringen in nicht zu ferner eit aus der untergeordneten politischen Stellung, in der es sicb befinde, emporÉehoben, eine den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechende erfaffung erlan e und gleichberechtigt in die Reihe der Staaten eintrete, we che das Deutsche Reich bilden.
Oefterreich-Ungarn. Wien, 7. Dezember. Dcr Kron- prinz ist gestern von Södöaö hier angekommen. _ “n dem den Delgatio nen vorgelegten Nachweise für das JaZr 1876 wird in Betreff der als Bedeckung präliminirten Zollgefälls- Überschüsse die Thatsache angeführt, daß der faktische Erfolg weit hinter dem Vräliminare zurück eblieben ist. Der Vor- anschlag betrug nämlich 12000000 [„ das faktische Ergebniß dagegen blos 6459 070 Fl. 652“ Kr., wonach sich eine Minder- einnahme von 5540 929 ATU. 341 Kr. heraué-stellt.
_ 9. Dezember. ( . T. B.) Der Budgetausschuß der österreichischen Delegation nahm heute in längerer Debatte die Vorlage des gemeinsamen Ministeriums, betreffend die Bewiüigung der zur Bestreitung der gemeinsamen Aus- lagen des 1. Quartals 1878 nöthigen Summen an. Im Laufe der Debatte erklärte Graf Andrassr), er bedauere, daß es nicht möglich gewesen sei,_ die Auslagen für die bos: nischen Flüchtlinge einzustellen, die im Gegentbeil sich noch wesentlich gehoben hätten und beiläufiF 4 MiÜionen Gulden betrügen. Die Regierung werde hierii er der Delegation eine meritorische Vorlage mit genauer Rechnungslegun und dem Voranschlag bis zum nächsten Frühjahr übermitte n. Gegen: über einer bezüglichen Bemerkung eines Redners konstatirte der Minister, daß die Regierung durch ihre Bemühungen, den Flüchtlingen die Rückkehr in die Heimatk) zu ermöglichen, ihr Möglichstes gethan habe, das Budget von der Last dieser AUE: lagen zu befreien. Er könne eZ indessen nie befürworten, die nach Oesterreich edrängten Flüchtlinge gewaltsam in das Elend und Verder en zurückzutreiben. _ Die ungarische Delegation nahm in ihrer heutigen Plenarsitzung in [iin- gerer Debatte den Beschlußantrag der Subkommissionen über die Jndemnitätsvorlage der gemeinsamen Regierung an.
Schiveiz. Bern, 8. Dezember. (N. Zürch. Zt .) Der Ständeratl) hat bei der Berathung des Zolltari S einen Antrag auf Herabseßung der Ansäße Für rohes Und albge: arbeitetes Eisen und einen anderen an Erhöhung der nsäße für Eisenwaaren abgelehnt. Die Kategorie „Steine und Stein: waaren“ ist an die Kommission zurückverwiesen worden. _ Der große Rath des Kantons Tessin hat beschlossen, Lugano zur unverzüglichen Zahlung der Okkupationskosten zu verpflichten.
Frankreich. Paris, 9. Dezember. (W. T. B.) In einer heute stattgehabten V ersammlun g der Linken wurde
aufs Nele be cblo en. “sii ür die Au re ter altun der Mane der “ epuirtenk med!) Luv fUr [TirschSichgeruanZ der
Achtung vor der Verfassun und dem Volkswiklen einzutreten. _ Der „Monrteur“ ho t, daß der Abbruch der Unter: ha'ndlunge'rr wegetz Bildung eineS Kabinet-Z aus der Majorität kein defimtrver sein werde rind hebt borvor, daß der Mar: schall'Mac Mahon aufrichtig entschlosscn sei, das parla- mentarisch? Regime Wieder zur Anwendung zu bringen. Das B(att m_emt, „die gxgenwärtige Lage sei nur das Resultat emch Mißverßandmßes, zu dessen Aufklärung gsgsnseitige Offenheit genygen müßte. Der „Moniteur“ verkennt nicht die thhwendigkeit, daß das Ministerium ein homogenes und die Mitglieder deYleet) solidarisch _sein müßten, meint absr, man musse dies?.S _rmzip mit Max; anwenden. Der „Moniteur“ giaizbt schließlich, daß eme Einigung über die Namen der zu- iirnstigen Inhaber der drei streitigen Portefeuilles noch möglich set. _ Wie der „Temps“ meldet, hätte Batbie bei der An- nahme der Mission, ein neues Kabinet zu bilden, zu dem Marschal]_ch Mahon geäußert, daß er zwar das Scheitern der Kombrtiaiion Dufaure's bedauere, aber doch die ihm iiber- tragene Missibn nicht von der Land weisen könne. Barbie babe ferner, in der gestri en Ver ammlung der Gruppe der Kryrstrtrrtronellen erk ärt, daß das neue Kabinet zwar mr.); speziell zum Zweck der Auflösung der Deputirtenkammer gebildet werde, da); es gber bersit sein würde, die- selbe zu fordern, wenn sie unvermeidlich werden würde. _ Nach einem Berichte des „Soir“ Über die von den Kon: st1tut1_onellen des Senats abgehaltene Versammlung machte Batbre 1101-1- den lthen Zwischenfällen Mittheilung, und hob die Loyalitat uiid den guten Willen hervor, von denen der MarschaÜ Bewdise gegeben habe.. Batbie nahm -ugleich zur Erfuüungder 1h_m ertheilten Mission die Mitwirkzung seiner Kollechn m Amprrzch. Die Senatoren Bocher und Lambert de ngte-Crmx Wiesen auf die Gefahren einer abermaligen Auflosung der Depntirtenkammer und auf die Nothwendigkeit hm, zu par1ametrtar1schen Gewohnheiten und Regeln zuriick- zukehren. 'Em'Mitglied der Versammlung schlug vor, noch- mals an die HmFebung Dufaure's zu appekliren und denselben zu ersuchen, da er den Marschail [)Eths Wiederaufnahme der Vsrhgndlun'gen gufs Neue - um eine Besprechung bitte. DieseYnsrcht schien seitens, der Versammlung und selbst seitens Batbie s, der dem Patriotismus und der Uneigennüßigkeit Dyfazire's hohe Anerkennung zu Theil werden ließ, einer giinstigen Ayfnahme zu begegnen.
' Versailles, 8. Dezember. (W. T. B.) Die Depu- tirtenkammer seßte die Wahlprüfungen fort.
Italien. Rom, 9. Dezember. (W. T. B.) Der „Corriere d'Italia“ versichert, die beiden im BoSporus mirBeschlag belegten italienischen Schiffe wären bereits Wieder freigegeben worden, wenn nicht der englische Bytschafter 'm Konstantinopei, Layard, durch seine Ein- mischung m diese Frgge eme VerzögerunZL hervorgerufen hatte. Exigloand _ die Verträge in seiner eise auslegend _ habe sich imxner zu dem Grundsaße bekannt, daß man das Recht habe, S iffe, welche die Blokade brechen, u verfolgen, auch wxnn ste te Blokadelinie passirt haben. ayard habe alfi) diefen Anlaß ergriffen um das von England geübie Prinzip zur (Zeitung zu bringen. Seine Intervention fei durchays mcht ein Akt dßr Feindseli keit “gegen Italien. Der „Corriere d'Italia“ versichert schlie lick), der neu ernannte
türkische Gesandte, T urkh cru Bey, welcher gestern in Rom ein- getroffen ist, werde sich beeilen, den Zwischenfall beizulegen. _
Der Präsident des montenegrinischen Senates, welcher niit der Fürstin von Montenegro in Neapel verweilte, ifi hier „eingetro en. _ Der Papst leidet von Neuem an einer leichten Anschwellung der Füße.
Rumänien. Bukarest, 8. Dezember. (W. T. B.) Der Senat hat die beantra te Adres f e mit allen gegen 3 Stimmen, welche sich der Abßimmung ent ielten, angenom: nien. Carp imd BoreSco machten einige Vor ehalte, sie fügten Zinzu, daß sie im gegenwärtigen Augenblicke die ministerrelle
rage nicht stelTen wollten. BoreSco entwickelte das Pro:
ramm der auswärtigen olitik der konservativen Partei, er Yb hervor, dgß diese Politik bafirt sein mü e auf den ariser
ertrag, damit Europa, wenn es bei dem riedenssch uf; die Unabhäng: keit und die Neutralität Rumäniens anerkenne, aus dqmse bxn eine unparteiische Schildwache der Stabilität uxrd Sicherheit für alle Nachbarmächte mache. Minister Co al: mcearzd untersiüßte den Adreßentwurf und erklärte, daß ein gefchwaener Vcertrag mit Rußland bestehe, daß aber die rumamsche Regierung auf die Hoch erzigkeit des Kaisers von Rußland rechne und später auf die eisheit Europas rechnen werde. _ Die De'pytirtenkammer hat den Gefeßentwurf, betreffend die Emissiqn von acht MiÜionen Schaßbonds zur Deckung außerordentlicher Armee-Erfordernisse, angenommen.
' Amerika. N ew : Y o rk, 9. Dezember. (W. T. B.) Nach hier eingegangenen Nachrichten auß San-Antonio hat in M e x i ko zinischen den Pordamerikaniscben Truppen und den I n dt q n e rn ern Z u s a m m e 11 ft o ß stattgefunden, bei welchem 2 Indianer getbdtet, 3 verwundet wurden. Das Lager der In ianer wurde zerstört.
Der ruffisch=tiirkischc Krieg.
Pest, 10. Dezember. (W. T. B.) ' Nach einem Bericht der „Pester Korresp.“ über die vom Grafen Andraisy in der _gesttgen geheimen Stßung des ungarischen Dele- Jaiions-AnsWusses für auswärtige An elegen-
eiten „abgegebe'nen Erklärungen konstatirte raf An: draffy die Vermirrungz , welche der Glaube angerichtet habe, daß, seine . ,Yolitrb in offiziösen Blättern an- Zledeutet sei. Offizios sei für ihn nur die „Wiener
bendpost“. Man habe TFM Aeußerungen imputirt, die er mchdgethan hirbe. So ,ha 6 er den Beitritt Englands zum Berliner Memorandum immer nur als „wahrscheinlich“ be- FUckMLt, habe- nie die Erbaliung des Friedens in Aussicht ge- siellt, habe rue den „aus chließl1chen“ Einfluß OesterreichH auf die orientalische Frage behauptet. Auf die Macht Oesterreichs und dessen gute Béziehungen zii den anderen Mächten habe er sein Hauptaugxmnerk, gerichtxt. D1e_Monarchie, so fuhr der Minister fort, beringt frei_über _1hr Schicksal, kein StaatEuropas kann mit gro'ßerer Sicherheit darauf rechnen, daß seine gerechten und billigen Interessen zur Geltung gelangen werden, alE Oesterreich:Ungarn. „Bei Besprechung der an Oesterreich?- Grenze gelegenen klemereii Staaten konstatirte Graf Adraffy, daß Oesterrerch-„Ungarn em Herz fiir die Wohlfahrt und die friedliche Entwrckxlung der christlichen Völker des Orients habe. Uyser'Jntereffe ist es nicht, bemerkte der Minister, daß die Turkei in dem Zustande unverändert erhalten werde, in welchem sie vor Beginn der Vewegun _ sich befand. Kein Staats- mann (Y_Urbpasx, auch kein tür ijcher Staatswann, glaubt an dress Moglichkeit. Das vorzulegende Rothbuch werde die u- ftande beleuchten, wodurch 'die Bewegun herbeigeführt ei. Der Sultan selbst habs die Nothwendigint einer radikalen Verbesseryng anerkannt€ Und unsere Nichteinmischung wurde vbn trzrkischer SLU? mrt Dank aufgenommen. Wir können nicht hindern, daß 111 Europageschoffen werde, aber es giebt keine Macht,. die ohne uns eme Regelung der orientalischen Aqgrlegenherten unternehmen könnte. _ Hier brach der Minister wegen! der bereits vorgcrückten Stunde seine Erklä- rtiZYtgen ab. Die Fortsetzung der Diskassion findet Dienstag
London_, 9. Dezember._(W. T. B.) Dem „Reuterschen Bureau.“ wrrd aus anftantino'pel vom gestrigen Tage telegraphrrt, daß der diblornatiscbc Agent Serbiens in Kon- stantmopel,Chr1st1cs, bis 1th noch keine Bestätigung ddr Nachricht von dem Ueberschreiten der serbisch- turktschen Grenze diirch serbische Truppen erhalten habe. Auch den im Seraskiexiate vorliegenden Berichten aus- Risch, wkelche bis zum 7. d. reichen, „zufolLe Zerrscbte an der 1" er- bischen Grenze vbllständrge » u e. Die in der Nähe der Grenze" konzentrirt gewesenen serbischen Truppen seien Wieder zixruckgezogen und zum Theil beurlaubt worden. _ Ebenso wrrd dem gerrannten'Bureau das Gerücht, Serbie n herbe der Pfdrte em Ultimatum zustsllen lassen, als un- richtiéz' bezeichnet und hinzugefügt, daß der Pforte neuer- dings eure serbrschc Not: zugegangen sei.
P„arrs, 10. Dezember. (W. T. B.) Die „Agence Havas perbrertet hier die Nachricht, die Einwohner von Scutaxi und mehrere äuptlinge der Bevölkerung von Albanien hätten m Kon tantinopel telegraphisch um Hülfe ,ebeten und erklärt, falbs ihnen dieselbe nicht gewährt werden ollie, würden sie den Schutz Italiens anrufen.
Rom, 8. Dezember. (W. T. B.) Der „Agenzi a Stefani“ zyfqlge entbehrt die von dem „Standard“ gebrachte“ Nachricht, daß em hoher italienischer Offizier mit eixier Mission an den Fürsten Nikita in Spizza eingetroffen set, der Begründung.
Europäichcr Kriegsfehauplaß. ' St. Petersburg, 8. Dezember. (W. T. B.) Offi- zrexl'e-Z Telegramm aus Bogot vom 8. d. M.: Die Posrttonen, welche von unseren Truppen in dem Kampfe am 3. d. genbmmen wurden, umfassen auf unserer rechten [anke den [m_ken Flügel der Türken bei Arabkonak und edrohxn, da sie sehr nahe der Chaussee nach Sofia lie en, chn Ryckzugsweg der Türken.. Aus diesem Griinde ma ten die, Türken am 3. d. so energiscthersuche, uns hier zu ver- treiben. Am 5. d. unternahmen ste einen neuen An riff auf unsxre „rechte Flanke, wurden aber durch 3 Batai one des finlgndrscben und 1 Bataillon des Pawloff'schen Re 'ments zuruckgewtesen. Unser Verlust betrug 27 Todte und ermun- dete.; Wir „fahren, fort, Arabkonak zu beschießen. Die Türken vermehren ihrerseits die dort befindlichen Streitkräfte. " ' St. Petersburg, 9. Dezember. (W. T. B.) Offi- zrelles Tele. ramm aus Bogot vom 8. d.: Gleichzeitig niit dem Angrr e auf Elena demonstrirten die Türken gegen die _ganze Front der Russen. Am 4. d. rückten 6 Tabors mit Artuierie auf der Straße von Oé-Imanbazar gegen die russische Position von Kechowa vor, zogen sich 'edoch, obwohl fie keinem
größeren Widerstands“ begegneten, sog eich zurück. Am 5. d. M-
* Straße von OSmanbazar. „,x-«Detachement einer gleichfalls rekognoSzirenden türkischen Ab:
„ schreibt am 2. Dezember der Korrespondent der „Daily News“: * quartier nach diesem PlcFe, einem sclzmuxzigenjDorfe, drei Viertel
* nahe der Front nicht länger notbwendir, noch auch wünschenswert!)
ck kleinere Detachements aller Waffengattungen kon en-
ch von Opaka und Kara=Haffankiöi gegen Volomartzscha “' Kovatschiza vor, beschränkten fich jedoch nur auf eine Ianonade gegen die rusfischen Vorpostenstellungew a_uf der Straße von Polomartscha nach Jenitschessi (Jemkiöi). Nachdem die Kanonade von Nachmittag 2-4 Uhr ewähtt, ogen sich die türkischen Truppen zurück und Jie rusfis n Vorposten besetzten die früher inne gehabten Stellungen. Am 6. rückten wieder 5 türkische Tabors mit Artillerie und Kavallerie gegen Volomartscha und Kovatschiza vor, unterhielten vom MAJZM bis zur Dämmerung ein Ge- plänkel mit den. russischen orpojten und zogen fich auf Ack): nach (Ahmedkoi) zurück. An demselben Tage vom Morgen bis Nachmittags 3 Uhr unterhielt der Feind ein lebhaftes Ge- plänkel mit dem russischen Detachement bei KeSrowa auf der Am 5. d. begegnete außerdem ein russisches von Pyrgos aus zur Rekognoszirung abgesandtes
theilung. Nach einem kurzen Geplänkel kehrte das russische" Detachement nach Pyrgos, das türkische nach Basarbova zurück. Auf russischer Seite wurden ein Offizier und 4 Soldaten verwundet. ,
Konftantinopel,8.Dezember (W.T.B.)Türkischer- seits wird verbreitet, daß eine Nekog_1_1oszirungs:Abtheilung der Division von Solanik die runischen Vorposten" ber Ovavik zurückgedrängt habe. Gleichzeitig habe eme, rusnsch? Kolonne die türkische Kavallerie bei Solan1k_angegr1'fxfen,' sei aber um Rückzuge gezwungen worden. Em Angri eines russiscZen Detachements in der Stärke vbn 2 Bcrtmilonen Zn: fanterie und einer Abtheilung Kavallerie aus die Höhen von Karascheste in der Nähe von Kadikiöi sei ebenfaas von den türkischen Truppen zurückgeschlagen worden. Nach der B9- seßun von Keschlova Seitens der Türken hätten diese die russis en Truppen, welche 8 Bataillone Infanterie, 2 Regi: menter Kavallerie und 2 Batterien stark, die Abhänge von Tchevrich besetzt hielten, angegriffen. Die Kanonade habe den ganzen TZI angedauert. Auf beiden Seiten seien_ die bl§= herigen Positionen behauptet worden. ,Die Verluste 161611'UM bedeutend gewesen. Eine Abtheilung Circafsier habe srch eines xuffisYn Viehtransports. bemächtigt. _ Nach diner Meldung dus ustschuk vom 6. d. haben sich türkische Truppen russischer Flöße, welche zum Bau einer neuen „Brücke iiber die obere Donau bestimmt waren, bemäckztigt; _ Von dem Kriegsschauplaße an der Donau [WIEN, keine weiteren Meldungen über Gefechte vor. _ Suleiman Pascha ist nach RaLgrad zurückgekehrt, nachdem er Ruftschuk inspi irt hatte. _ Nach einem Teiegramme Mebemed Ali Pas as verhindert die schlechte Witterung weitere Operatiotien. _ Mehemed Ali Pascha hat Baker das Kommando einer Division iibertragen.
Bukarest, 7. Dezember. (Telegr. d. W. „Presse“.) Die von den Russen bisher am rechten Donau-Ufer be- seßten Punkte werden von den Rumänen „beseßi. DW russischen Truppen rücken nach Plewna. 'Jn NikopoliE und Sistowa bleiben nur die von den Russen emgeseßten Behörden urück. Die Rumänen errichten bei Lom-Palanka eine ?Zrücke. _ Der Eisenbahnverkehr auf der Odessaer S t r e ck e ist_ wieder eingestellt. Odessa zugerührt werden.
_ Aus Uschendol, an der Straße nach Lowtscba,
Nur Brennmaterial darf nach
„General Skobeleff verlegte vor vier Tagen sein Haupt-
englische Ykeilen hinter r.-stowez. Die von ihm eroberten neuen Stellungen sind jeßf so stark, daß die Gegenwart des Generals so
ist, besonders da uns Peabodykugeln drei- odcr viermal täglich in Brestowez unter Dach jarten. Leute wurden beim HmauSgeben arzs ihrer eigenen Thür getroffen, und sehr schwer War es, Bederkung fur die Pferde zu finden. Uschendo[ ist auße'rbalb des, Bereiches ,der jürkischen Kugeln. _ Erstaunt bin ich, n: den Zetiu'pgerx Bertcbie zu seben, Mebemed Ali habe in Sofia große Streitkrafte bereit zum Entsaye Osinan Pascbas. A[s"tch mit dem General Guckt) in Pravez war, betrug die äußere Scbaßunq von Mehemeds Macht 25 000 Mann. Es ist ganz offenbar, daß MebcnzedAlr weder hoffte nock) bofft, Oßman zu entsexxen, oder er würde wtrkjamere Mittel er- ariffen haben, den Prawzabaß zu 'bal'ten. In Orkbame w'arxn 7 oder 8000 Mann, die mit Leichtigkeit zur Vertberdtgung dieses Passes hätten verwendet werden können, statt der '1500 oder 2000, denen die Aufgabe anvertraut Wurde. Der Paß ist Vlel leichter zu vertbeidigen, als der von Schipka, und ich wage zu behaupten, daß zwei Regimenter ihn gegen 50000 Mann, faUs Mehemed so viele hat, halten können.“
Konstantinopel, 8. Dezember. („W. T. B.) Ein Telegramm des Kommandanten von Novrbazar vom 6.'d. meldet, daß einige serbische Bataillone am Javor ern- getroffen seien und daselbst Befestigungen errichten. _ Der Gouverneur von Kassowa meldet unter dem 5. d. ebenfalls, das; serbische Truppenabtheilungen gm Javor er: schienen seien. Gleicbizoeitig hätten vier serbische Beamiß die Grenze passirt und si nacb Senidje begeben, um Aufklarrmg über die Gegenwart türkischer Truppen an der Grenze zu verlangen. Dieselben hätten alsdann den Abzug dxr türkischen Truppen bis zum Mittag deS nächsten Tages, gesordert._ An demselben Tage hätte zwif en den Serben und den türkischen Einwohnern eine Schlägerei stattgefunden.
London, 8. Dezember. (W. T. B.) Dem „Reuterschen Bureau“ wird aus Novibazar vom 7. d. gemeldet, daß am 6. d. eine Anzahl serbischer Soldaten die Grenze überschritten haben.
Asiatischer Kriegsschauplaß.
Konstantinopel, 9. Dezember. (W. T. B.) Ein Telegramm Derwisch Paschas aus Batum vom 7. c. mel- det, daß die Russen Tchuruk- Su angegriffen YUM, aber zu: zückgewiesen worden seien. _ Moukhtar ascha berichtet aus Erzerum vom 7. c., daß die Russen Verstärkungen er:
alten hätten. Der andauernde Schxieefall verhindere weitere perationen und erschwere die Verbindung zwxschen Erzerum und Trebizonde.
Tiflis, 6. Dezember. (Telegr. der W. „Presse“.) Die Verbindung zwischen Er _erum_und Trapezunt ist unterbrochen. In Erzerum steZen nur 12 000 qun regu- läre Truppen, der Rest der Vesaßung be_sieht eius Zerbeks und wenigen Kurden. _ General Vumerlmg leitet die Airs- besk erun g der Befestigungen von Kurs. Ju Kats wurde'eme Te egraphensiation für internationalen Gebrauch einge- richtet, Die Leitung des Feldtelegraphen geht bis Ardost. „_ Mit der Tracirung der“ von Wladikawkas hierher projekZ titten Eisenbahn wurde bereits begonnen. Sie Wird bei Armawir abzweigen und über Libinskaxe, Hauskoje und Kains-
_ Den „Daily News“ wird aus Erzexum, 21. No: vember, von einem Korrespondenten telegraphtrt:
_ .Ich bin amtlich benachrichtigt worden, daß es nicht erlaubt set, Meldtzngen, die für die Türken ungunsttg seien, zu telegrapbiren. Am Dienstag ward die Stadt zum _zwettxn Male zur Ucbsrgabe aufgefordert. Große kriegerische Tbattgkett herrscht. Einige na-b Erzerum marschirende Bataillone haben Befehl erbalten, in der Nachbarschaft von Top Dugi) zu bleiben. Das Archiv und die städtischen Gelder find zum zweiten Male nach Baiburt gesandt worden. Das Bombardement wird sofort erwartet, doch meint Moukhtar Pascha, die Forts würden das feindliche Geschütz außer- halb des Bereiches von Eczerum halben können.“ .
_ Das „Bureau Reuter“ in London bringt folgende vom 6. datirte Depesche: A'chme'd Moufhtar Pascha meldet - in einer an daS KrregE-Mmistemum gerichteten Depesche aus Erzerum vom 5. d. M.:
„Der Schnee liegt drei Fux“; hoch und das Thermometer zeigt 8 Grad Kälte. Die Russen haben ein BeobachtungScorps in Dere- boyun zurückgelassen und zerstreutxn sich in den Dörfern des Passin- Thales. Ste zerstören die Häujer der Einwohner, um Feuerungs- material zu erlangen, das ihnen gänzlich mangelt.“
__ Der „Russ., Jnval.“ enthält folgende Bemerkungen über die Kampfweise der Türken: „In der gegenwärtigen Cam agne kommen den Tk-rken bei der taktischxn Vertheidigung zwei Fa toren zu Hülfe: ihre schnellschießen- den Gewehre und die Vorbereitung des Schlachtfeldes in fortifika- torischer Hinsicht. Die Türken empfangen schon in einer Entfcrnang von mehr als 2000 Schritt mit einem Feuer, das bis auf 600 Schritt Verlustbringend wirkt. Dann nimmt die Sicherheit drs Feuers ab und dis Kugeln fliegen über die Köpfe hinweg. Mit Yaironen find die Türken in erstaunlicher Weise versorgt. In den ogements haben sie außer den ihnen zugetbeilten Patronen noch große Kasten mit solchen stehen; so fand man in Lowtscha mehrere mit solchen Kasten angefüÜte KeÜer. Während des Angriffs auf das Esthländiscbe Regiment am 28. August kamen die Türken sehr nahe an die Linie unsxrer Logements heran und eröffneten das Feuer. Als fie zurückgeschlagen waren, wurden in der Nähe ern- zelner Leichen gegen 120 leere Hülsen gezählt. An diesem Tage folgten den andringenden Türken Patronenkasten. Einer derselben explodirte, von einer unserer Granaten getroffen. Man kann an: nehmen, daß in vielen türki1chen Truppentheilen in der Schlacht bei Plewna 400_500 Patronen per Mann gegen die Abthe'tlunx"; des Generals Skobeleff verbraucht worden find. Wie lange dre Turken unter solchen Umständen mit ihren Patronen reichen werden, lst un- bekannt. In jedem Fall können fie bei diesem Systxm obne koloffale Zufuhr von Patronen aus England und Am:rika nicht aus- kommen, Was den zweiten Faktor, die Vorbereitung des Schlacht- feldes in fortifikatoriscbec Hinsicht betrifft, so ist zu bemerken, daß die Türken, sobald fie eine Position besetzen, fie so'fort mrt Logements für die Schützen verstärken. Sodann vertiefen sie dxe Logements und führen ein starkes Profil und offene wre geschlossene Befestigungen auf. Erlaubt es die Zeit, so Werden dann Traversen (gegen eine Beschießung vom Rücker) her) und anstatt einer Trancheen - Linie, faUs das Terrain es, er- laubt, mehrere Linien errichtet. Die türkischen befestigten Lager bei Lowisckya und um PleWna zeigen, daß die Crdarbexten dase[bst nicht einen Auqenblick eingestellt Wurdew Als m„Low_t1cha die Befestigungen der Position beendet waren, errichteten dre Tacken mehrere schöne KeUer und machten fich chließlich daran, verschanzte Räumlichkeiten für die Truppen berzuste en. Unser mit Erfolg be- gleiteter Angriff ließ sie diese Arbeit nicht beenden. In den tur- kischen Trancheen verdient die Vorsorge für die Vequemlxchkerten der Soldaten Aufmerksamkeit. In dem innern Absturz dcr Trancheen smd Vertiefungen eingebracht, in die ür die Kämpfenden Waser, zuvoeilen auch Honig und Zwieback geste t wird. Auch enz ThEll der Patronen wird in diesen kleinen Gruben aufbewahrt. Die von uns im Schipka, bei Lowtscha und Plewna genommenen'Trancheeun_find nicht nur in ihren Dimensionen solid, sondern auch 1n„_1brer_ außern Gestalt vortrefflich. Die Lage der Befestigungewiaßt mckzts zu wünschen übrig. Es unterliegt keinem ZWLl'sel, daß an der Befestigung der Positionen vor Lowtscba und Plewna sehr erfahrene und begabte Jugenieurwgearbeitet *baben. Selbst der Erfol läßt die Türken nicbt dre Hande m den Schoof; legen. 57111 13. September, am Tage, nachdem , General Skobeleff die genommenen Redouten nach einer Vertbetdtgung vdn 24 Stunden verlassen batte, zeigten sich die Tiirken sofort ruhrrg, indem sie die Beschädigungen ausbefferten und un ere Logemenfs zer- störten, Außerdem war von unserer Weit vorg3s„ o_benen Vorposten- kette deutlich zu bemerken, wie die Türken neue Lmvckn_von Trancbeen absieckten und wie sich Arbeiter an die Arbeit machten. General Skobeleff, der mit seinem Stab diesen Arbeiten gefolgt war, befahl, är erlich über die Hartnäckigkeit _der Türken, yon der Artill'er'te- poJition ein Geschütz zur Vorpostenlinie zu fahren und einige Kartätscben-Granaten auf die Arbeiter abzufeuern. Der Feind ant- wortete uns mit einigen Granaten, doch liefen die Arbeiter iroy der Anstrengungen der sie leitenden Personen davon. Upsere; Makel znr fortifikatorischen Vorbereitung des Schlachtfeldes, die wtr_bisber ge- gen dsn gut gedeckten Feind in Anwendung brachten, erwer1ens1ch ais unzureichend. Zur Beschleunigung der Arbeiten mußte man vit die Werkzeuge eines ganzen Regiments in einer Compagnie sammeln oder sogar de?) Compagnien eines Regiments die Schanzwerk5euge eines an- deren ge en.“
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
„Berlin unter'm alten Fritz 3111101784“, vbn K.Niebe, (Berlin1878, Alfred Weile's Verlag). Der Verf. scbzb dert nach den besten Quellen Berlin und seine erha_ltntffe _ im Jahre 1784 und weist nach, daß die Stadt schon damals eine industrielle und kommerzieÜe Bedeuxung (;_ebabt habe. Das treffltche sigttstische Material, welches dem Verfaßer zu Gebote gestanden hat, ist auch nach anderen Richtungen verwertbei. , ,
_ Von dem illustrirten Werke „Karim: Wstlbeim der Siegreiche “, verfaßt von Ferd. Schmidt, illustriri von L. Burger, H. Lüders u. A. (Leipzig, Verla? von Otto Spqmer), liegen das 17. und 18. Heft vor, in Welchen „ie Darstellung bis zur Begründung des Norddeuischen Bundes fortgefubrt Wird.
Land- und , orftmrrthschaft. ' .
Jm Regierungsbezir Marienwerder kan'n die dies- jährige Ernte im AÜgemeinen als eine gute Durchschnittsernte be- zeichnet werden. Weizen Gerste und Hafer haben rmttlere, Roggen und Erbsen, soWeit [e*tere nicht durch Meblthau gexttten, guie, imd die Kartoffeln, namen lich auf sandigen) Bode» xnetst sebr reichliche Erträge geliefert. Abweichend von diesen gunstigen Re'sultaten bat die Heu- und Klee-Ernte weder im ersten noch im zweiten Schnitt befriedigt; ebenso ungünstig war der Strobertrag. Bei der naß- kalten Witterung zu Ende des Monats Au ust find dze Lubinen stricbweise nicht reif geWorden; 'das sehr obe und dichte Kraut konnte aber, mit Stroh aufgescbtcbtet, als gutes Schaffutter 'ver-
werthet Werden. Gewerbe und Handel. Einer Bekanntmachung der General - Direktion, der See- bandlungs-Sozietät zufolge (s. Ins.) sind auf dre am 6. und 7. d. M. zur Subskription aufgelegten 50 Millionen Mark Preuß. konsolidirter 4'1/aigerStaat6anleibeZeichnungesn thetrage von rund 288 Millionen Mark eingegxmgen. Bebufs Ausfuhrun der er- forderlicben Reduktion wird jeder Zeichnungsstelle em dem Yer altrziß von 50:288 entsprechender Theil ihres Zetchnunasbetrag'es uberwiexen und soll es jeder Zeichnun sstekle übexlaffen bleiben, dre Zutheilung unter Anzeige an ihre Zei ner zu bewirken. . ' Brüssel, 8. Dezember. (W. T. B.) Dre Nationalbank
_ 9. Dezember. (W. T. B.) Der ministerielle Erlaß vom 17. August d. J., welcher die Einfuhr und Durchfuhr von Rindern und Schafen aus Deutschland verbietet, wird vom 12. d. Mis. außer Kraft geseßt.
Paris, 10 Dezember. (W. T. B.) Nach einem vom „Journal officiel“ veröffentlichten Dskrete des Handels-Ministers ist die Ein - und Durchfuhr von auß Deuiscbland kommenden lebendigen Schafen und Ziegen wieder freigegeben.
„ St. Petersburg. 8. Dezember. (W. T. B.) Der rus- sische gegenseitige Boden-K_redttverein theilt mit, das; er am 10. und 11. Dezember in Rußland bei den üblichen Subskrip- tionsstellen 10 Millionen Rubel seiner Pfandbriefe Fill. Serie mit Metallxoubonwom ]. Januar 1878 ». 103 Rubel 50 Kop. rr. Stück excl. erisvergutung auflegt. Lethere beträgt bis 5. Dezember 3 Ru- bel 34'Kob. pr. Stück, wo Abnahme erfolgen kann, jedoch späte- stens bis 31. Dezember erfolgen muß, zuzüglich 215 Kopeken für jeden Tag.
Verkehrs-Auftalten. Squtbampton, 8. Dezember. (W. T. B,) Der Dampfer „Baltimore“ vom norddeutschen Lloyd i1t bierangefdmmcn. New-York, 8.7 Dszewber. _(W._T. B.) Der Harnburgkr Postdampser „Cimbrra“ ist geitern Abend 8 Uhr Hier ein- getroffen.
Berlin, 10. Dezembsr 1877.
Im Verlage von Mittler und Sohn hierskibst ist erschienen: „Graf von Wrangel', Königlich Preußisxbsr (Hencxal-Fcld- marschau, Von J. von Meerbeimb, Oberst im Nebcxetai dss GroÖen Gxneralitabes. Die kleine Schrift, ein Ssparatabdrirck auß dem 7. Beiheft zum „Milit. Wochxribl.““, 1877, entwirft, .)er zurerläs- sigen Quellen sixöpfend, ein treues und anziebcndes Bild von dem langen und tbatenreicbkn Leben und Wirken dss bochverdienten Generals.
Die .Rigaische Ztg.“ schreibt iiber den rrngewöbnliib milden Herbst: Gestrrn, am 20. November (2. Dezembkr), bereiicie er uns die Freude, [mtiFn Miickentanz blobachtcn „zu könnsn; dazu Stief- mütterchen und eseda im Freien _ das verdient in unsere Ammlen eingetragen zu werden._Dagegen wird aus Tiflis gkswriebsn; Hier ist eine Kälte einaetreten, wie wir eine solche skltkn in dieser Jahreszeit gebxbt haben. Auf der grtisinis-Öen errstmßc berrschen kalte Winde mit Schnee. Die türkiscbsn Gefangexisn, welébe an dieskrdStraße hierher transportirt werden, haben viel d.:rch die Kälte zu er en.
Alexandria, 9. Dezember. (W. T. B.) Herrscht ein heftiger Sturm im Sirezkanal. Die Post- und Telegraphenberbindung zwiskben ernailia und Suez ist unter- brochen; in JStnaiKa und Alexandria wcrdsn 2“) Dampfer durch den Sturm zurückgebaltsn; im Kanal fand zwischen den Dampfecn .Historian" und „Chimborazo“ ein Zusammsnstoß statt.
Seit zwei Tagen
Das neue Volksstück: __„Hasemanns Töchter“ vori Adolf L'Arronge, welches im Wiener Karltbeater und au,? mrbrercn großen auswärtigen Bühnen Erfolze erranzcn bat, wird sch0n am nächsten Sonnabend im Wallnertbeater znr Auffiibrnng gebragen. Bis dahin bleiben eini:e ältere SMF? auf dem Rebsrtdire. Heute geht der immer gern gesehene Schwank _.Der Hbrorbonder“ neu in Scene, Welcher démnächst seine bundsrtite Aufführung feisrn wird.
_ Der „AUg, Zig“ wird aus Stuttgart geschrieben: Am biefigen Hoftheater wird demnächst eine neue große fiinfaktige Oper, unter dem Titel „Ekkcbard“, in Scene gehen, welcbe'der vieljäbrige bewährte Dirigent unserer Hofoper, _Hof-Kapeümeister J. J. Abert, komponirt hat, und welche mit großer Spannung er- Wartet wird. In dem unter Mitwirkung mehrerer Dichter zu Stande gekommenen Textbucbe find zwar die Hauptzüge des S ck € ffe [- schen Romans Verarbeitet, mancbZEinzelbeiten aber und irisbesondere die Schlußbandlnng im Jnterene der dramatijchen Wirkung ab- geändert worden.
Im Saale des Grand Hotel de Rome veranstaltet? dxr Pianist Hr. Emil Oibr'icb am Mittwoch ein Konzert unter Mit- wirkung des Königlichen Kammermufikers, Violinisten Hrn. Fritz, Straß." Dcr Konzertgeber bewährte sick) in dLm gediegenen Vortrage eines Amdante bon Bextboven undeines Aklegro WU Scarlatti als ebenso durch.] bildetcr, wie in den Karyevalscenen bon Srbumann und den BendelscbenJmprovisationsn als seinfübligsr Künstlsr, derdbe'r auch, wo es gilt, über eine bravourmäßige_Technik vxrfiigt, wie 116 die brillante Transcripiion eines Schuberi1chen Marjciyes verlani. Hr. Struß, welcher mit dem Komzertgebcr eim: _sehr interemante cbarakteristiscbe Sonate von Bende[ spielte, erwarb 1ich ouch für, den Vortrlalg des Adagios aus dem 1]. Violin-Konzert von Spohr Vielen Beifa .
_ Am Freitag voriger Woche gab Fränl. Jenny Meyer im Arnimschen Saale ein Wobltbätigkeitskonzeri. Dre alljährlich wiederkehrenden musikalischen Auffiibruiigcn der Konzert,- geberin, welche als Gesanglebrerin im StcrnscbenKonservatoriumselt Jahren in weiten Kreisen vortbeilhaft bekannt_ist, bxrsammeln wegen der in ihnen gebotenen vorzüglichen Leistungen und um ,des wobltbätigen Zweckes wiÜen stets ein sehr zablrexckyrs Publikum. Auch am Freitag war der Saal , bis auf den leisten Plat? efriilt und viele spät Erschienene mußten fich mit einem Ste Plaße im Vorsaale begnügsn. Das Pro- gramm war ein reichhaltiges und gewähltcs. Den Eingang machten zwei Frauenchöre aus dem „Stabav ":arézr“ von Pergolexe, welche von der Gesangsflaffe der Konzertgeberin im Konfrrvatormm gcwngen wurden. Der Vortrag bekundete eine sorgfältige Schul: und gebildetxs musikalisches VerständniÖ. An Chören wurden weiter r1och zu beox gebracht der (Chor für Altsiimmen aus dem Oratrrmm "„Christus von Friedr. Kiel und als Schlußpiece ".,Frirblmgslted“ „fur Frauen- stimmen von Bargiel. Die Solovortrage Wkaell bon Engen streb- samen, musikalischen Kräften ansgfübrt, dig znn) großten Theile noch in der Ausbildung begriffen, sämmtlicb vxelver1prechendes Talent und eifriges Studium an den Tag legten; Es wurden gesungen: R citativ und Arie aus „Rinaldo“ von Handel, eme Cantate vbn Marcello, Konzert-Variationen über den Carneva! von, Yenxdrg, Elsas Ermahnung an Ortrud aus Wagners „Loben rm“, zwei Lieder von Schumann „Er der Herrlichxte von A' en“, ynd „Der Hidalgo“; Scene und Arie auI der „Italienerin m Algier" von Rossini, Duett aus desselben Komponisten „Srabxzi; matsr“ und zwei Arisn des Cherubmz aus Mozartx; *TIPP*". Dre letzten beiden Piecen sang Frl. Franziska Kopier, eme Schulxrm der Konzertgeberin und jeyt em _beltebtes Mitglied des Friadrtch-th- helmstädtischen Theaters. Außer den getrannten'Gesangstucken wurde ein Andante und Variationen fur zwei Klawiere von Rob. Schu- mann, ein zierliches und ansprecherdss Stück, von zwei jungen Da- men, Schülerinnen der Klavierklasse im Konservatorium des Hrn.
xof, l)r. Franck mit Präzision und feinem Geschmack vorgetragen.
(Yin Vortrag des Adagio aus dem 11. Violin-Konzert von Louis Spohr gab einem Schüler der Geigenklaffe im Sternschen Konser- vatorium Gelegenheit, sein vielversprechendes Talent an den Tag zu legen. Hr. Kapellmeister Franz Mannstädt hatte die Direktion chs Konzerts, sowie die Klavier egleitung der Gesänge übernommen. Dre gebotenen musikalischeti Gaben wurden von den Zuhörern mit Wie- derholten lebhaften Beifallsspenden aufgenommen.
_ Gestern hat der letzte Soirée-Cyklus des Pbyikers Hrn. A. Böttcher im Konzertsaale des SchaUsP elhauses ( „London“, “und „Die Son'ne und die großen Planßten“) begonnen. Die Verträge des ?rn. Böttcher , welche am nachsten Sonntgg geschlossen werden, ba en sich in diesem Jahre einer besonderen Theil-
koje Uschlje geführt werden.
hat den Diskont von 3? auf Zi % herabgesetzt.
nahme des gebildeten Publikums erfreut.