Ministerium des Innern.
„Daß Preußische_ Staa161ni11isteri11n1 bat den kommissarischen Poltzetdtrektor _Stubmeyer in Bochum zum Landrat er- namZt. Ihm ist die LandratssteUe in Bochum übertragen wor en.
“Ter Konfistorialrat Pafcbasius in Stettin und der Gertchthffeffor a. D. Dr. Noedig er in Diisseldorf find zu RegierungNätcn ernannt worden.
Ministerium für Wissenschaft, Kunst“ und Volksbildung.
Der Privatdozent Dr. Schönfeld in Breslau ist zum ordentlichen Professor in der rechts- und staatswiffenschaft- lichen Faßtltät der Univerfität in Königsberg etnannt worden.
Die Wahlen des Stndiendircftors von Hanxleden an de1nd91'ealg1111111asi11m ][ mit Realschule in Cassel zum Ober- studtendirefwr dsrselben Anstalt und des Stndienrats Fricke
an dem Realgymnasium [[ mit Realschule in Cassel zum Ober-
studienrat bei derselben Anstalt find bestätigt worden.
„Zinistcrium für Volkswolzlfabrt. Bekanntmachung.
'Auf, Grund des § 2 der Verordnung des Herrn Reichs- grb911sch111111ch von: 21. Dezember 1922 * RGW. 1 S. 963 - uber Emck 1111111 von Ausschüffen und Kammern für An- gestel11611yer1cherung wird der örtliche Wirkungskreis der Au_61chusse und Kammern für A11gestelltenversick1e- rung tunerhalb Preußens wie folgt abgegrenzt:
u) Ausschüsse für Angcstelltenversicberung.
. Ve. öch811111gsa111t Königsberg fiir die Provinz Ostpreußkn, Vcr11chcr1111gsa111t Breslau für die Provinzkn Ober: und 211iedkrscblcsisn, . VNsixjxernngMUU Bérlin für die SKadt Berlin und die PWWUZC'U Brandenburg und (3516119111111 .oskn-Westpreußén, . ch*1"_xcber1111.1§a11tt Stettin für die Provinz Oommkrtt, . Vi-*?1cher1111.113a111tMagdeburg für die Régierungsbézirke Magde- 1111151, und Mktseburg, Vers1chernngsamt HannoVSr für die Provinz Hannovar sowie “11";r LUPE und“S*ä'unmburg-Lipbk, Yersykerungéatnt 3? _e'l für die Provinz Schleswig-Holsteén, „Bc “We»mmaMmt Oase! für den Regierungsbk1irk Cassel "1111137 1111'2931dcck, .
IPU'iÖCkUUJIKMT F?.111kfnrta.M. für den Ncgjkrnngsbczirk W11'Sbaden,
. Ve-„Zcberungsatnt (??ks'urt für den chierunngszirk Erfuft,
. Vsmckysrungsamt ijinster i. W. für die Provinz Wsstfalcn, '. Versixkcrungsatuk Köln für die Rheinprovinz sowie für OWM- 111114, Én11d€swil Birkenfeld;
b,) Kammern für Angeskelltenbersicherung.
. Oberversjchruvgsamt Königsberg für die Pxovi-xz Osjpreußcn, . Obkrve111cherm1gsamt BreöWu für M 5111713111an Ober- und ???iederW'esien.
Z. Obsryesichkr1111gsa111t Ber1i11 für die Stadt Berlin und die Ptomnzxn B:.annbum, Pommcrn, Grenzmark Posen-Wkst- Fefußen und Sachsen mit AuMahme des Regierungsbczxrks
1 1111, * OberverfiäzenxngLamt Hannober für die Provinzen Hannover 11111 Sch1esw1s;-Ho1ste1n sowie 1111: Oldenburg (Landesteil O1ocnbu_1ad. Braunjcbweiq, Livve und SÖaumburg-Ltbve,
5. Oberve111che1n11qsau1t Cassel Tür die Provinz Heffen-Naüau und den Regxernngsdexitk Erfurt sowie für Anhalt und Waldeck,
6 Obervkz11cheru11gsamt_Dortmund für die Provinz Westfalen und dte Rbcmp'chmz sowie “für Oldsnburg, Landesteil Vlrkenfeid. _
Berlin, den 27. Januar 1923.
Der Preußische Minister für Volkswohlfahrt." *. I. A.: Hoffmann.
9 «I 9 ck- ck »“
- Bekanntmachung. _ Auf Grund der Bekanntmachung zur Fernbaltung unzuv€r1ässkger krsqnen vom Handel vom 23. Septermer 1915 (RGV! S. 603) “ , ,be tck) der Kblomalwarenbändlerin J 111 i a n e H a v 1 i ck, geborenen Mascbaj m Be rlin, Obvklner Straße 31. durch Verfügung v-Zm- beutrgen Tage dem Handel mit Gegenständen des 1111; 1 11111111 Bed a rfs wsgen Unzuv-Zrläss'igksit in Was auf diesen Handelobcirteb u n t e r s a g;
Berlin, den 16. „Januar 1923.
Der Polizeipräsident. Abteilung 17.
I. V.: Dr. Hincke'l.
' Bekanntmachung. Auf Grund der Bekanntmachung zur Fernbaltung un uver1ässiaer , exso11en vom Hands] 139111 23. September 1915 (RGÖl. S. 603) abe 1ch dem„Produktenbandlkrgebilfen W i 1 l v S t opf in Berlin, Pappelallee 53/54, durcb Verfügung vvm beutigemTage den Ha n 1) el mrt M-exa 1 len wegen UanVerLässigkeit in bezug auf diesen Handklsbetrwb u n t e r sa ;; 1_ 4 Berlin, den 19. Januar 1923.
Der Polizeipräüdknt. Abteilung 97. I. V.: Dr. Hin ckel.
Bekanntmachung.
Den_bele1xt_en Stevban Wagner und Maria ge 1). 2331112171811 111 W anne babe ich Wegen Unzutxrlätsißkeit auf Grund der Bekanntmachung vom 23. Sewemvér 1915 (RGW. S, 603), betreffend die Fernbaltung unzuverläsfiger Personen vom Ha11del,den-Hande1mitGeaenständen des täglichen. Beda x_fs, tnßkat-dere mit Nabrungß- und Fujte1n1it1e1n aller Art sonne rob?" Naturerzeugniffen, Heiz- und Leuchtstoffe", Samm- lung von Lumpen, Eisen, Zink, Blei. Knock?" und Papier usw., durcb Verfügung vom heutigen Tage untersagt. '
Gelsenkirchen, den 27. Januar 1923.
Der Landrat. I. V.: B 1") d e ck e r.
___
Bekanntmachung.
Dem Altbändler Friedrich Finger in Watten- . eld, He11na1111str 83, 11 auf Gmnd der Verordnung vom 3 9. 1915(91(§3B1, S. 603) wegen Unzuvetläsfigkeit jeglicher Handel untersagt. Gelsenkirchen, den 27. Januar 1923.
Mr Landrat. I. V.: B 5 d e cke r.
Die 111111 _TWte ab zur Auggabe gelangende Nummer 8 der PreußmY-xn'Geseßsammlung enthält unter
2111.12-12/ em (Heseß über plepkwrhalfige MiReralien und (YOJ-TLUW, 1311111 9. Januar 192.8, nnter „ 911“. 12 428 eine Verordnung über die Erhöhung der V- zuge aus der Unfallfürsorge für (Gefangene, vom 16. Januar 1923. Unter
Nr. 12429 eine Verordnung des Finanzministers, be-
! der Staatsboamtcn WM 3. Januar 1923 (Goseßsmmnl. S. 3),
vom 17. Jannar 1923 und. UPM“ '
Nr. 12 430 eine Vcrmdnnng über das Jnk1'aft'11'eten der
,§ 29 bis 81, 34 bis 81; LM) 38 ch Gesetzes über das
ebammenweven vom 20. Juli 1922 (Gessysamml. S. 179), vom 19. Januar 1928.
Berlin, den 29. Januar 1923. Gescßsmmnlungsmnt.
Nichtamtliches.
Denkfehes Reith.
, Dcr Reichsrat 111111111 in seiner gestriaen öffsntkicbcn Sxßmm laut Bericht des NachricbkeUl-„Zros des Vereins deut1cher 83111111gsvcrlchr den GeseHem-vurf, betrefse'nd die. 8- Er_- garzzung des Bcsoldungsgeseyes, an. Die Beamten- gebalter werden. dadurch für die zweLte Hälfte des Monats Januar um we1tere 25 vH erhöht, die Frcmenzulage wird auf 7500 911 bemessen. Angenommen wurde we.terhin der GewS- enmmrf iiber das Fest teUung eines 10. Nachtragsetats für 1922. In diesem cachtragsetat sind nicht nur" die Mehr- ausgaben 1ür die Veamtenbewldung enthalten, sondem es wird auch zur Sichenmg der Vo1k§ernäh1üng ein Bekrag von 1500 Milliarden zur Vemügnng gestellt. Die- Re- gwrnngßvorlage verlangte 1200 Milliarden. Die Voll- ver'gmmlung des Reichsrats schloß sich der vom AUS- schuß bexürworteten Erböimng an. Weiter enthält der Nach11agsetat 500 Milliarden für das Rnhrqebiet. ES handelt s1ch dabei um Fürsorge 'für Vertrkebene, ür Beamte und Angestellte, für die Kleinrentner und So„ialrentner, fiir 99111e111111131ge Anstalten, um Mittel zur Kmderspeisung, Unter- stnxzung des Rnbrgchicxs mit LebenSmitteln, Entschädigung für chuimioncn nnd Krcdttgemätxrung “an' letsiungsscbmache (He- memden. Der Nachtragsetat erhöht, der Gelbentmer1ung ent- sprechend, d1e IZur Verstärkung der ordentlichen Betriebs- mittel der Mittel um 2000 MiUiarden. „ 1'9chnung hinéingeratcn, sagte der'Be1ichterskattov"Wisterial- dtre“1or Sachs, und„xverden'uns darm": gewöhnen 1111717911, vor:?
Krüer.
heute Sißung.
Deutscher Reichstag. 291. Siyung vom 26. Januar 1923. N a ck t r a g. '
Die Rede des Reichsministers der Finanzen Dr. Hermes zum Reickxsbaushalfßplan lautet nach dem heute eingegangenen Stenogramm, nne folgt:"
Meine Damen und Herren! Zu den gesjrigen Ausführungen des Herrn Abg. Wels möchte “ick; Ihnen einige Bemerkungen unferb1eifen. Ich will mir versagen, in diesem Augenblick auf den Gesamtkomvlex, der von ibm ungeschnittenen Fragen einzugeben. Ich darf mir 8115 _an anderer Stelle vorbehalten. Aber zu einigen Punkten muß ich 1nich*d“och*g*1ejch'äüßern. * * “ * '
' ' Zupäcbst-bie Jwagc' derStundung der Koblsnsicucr. Herr Abg.“ Wels ""hat gestern, hier bebauptet, ich hätte obne hinreicbenden Grund die Koblkn'ste'uer'im'Vetrag'e von 30 bis 40 MiUiardkn Mark gestundet. Ick darf hierzu folgendes bemerken: Die Frage der “Stundung der Koblensteuer ist von mciaen-Vettretern bereits. im HaushaltSausscbuß eingehend klargetegt wordkn, und ich habe auch Veranlassung genommen, in der Presse eine aufklärende Mitteilung zu veröffentk lichen. Ick), bedaure es, daf; troßdem gestern von dieser Stelle aus eine Darstellung des Sachverhalts gegeben worden ist, die nicht zujreffend ist. (Hörf! hört! rechts) Ich bedame das deshalb, weil gerade die uns feind1ich gesmnte Presse des Auslands jede Gelegenheit bennyt, um Material gegen die deutsche Regierung _zu schmieden (sebr richtig! rech1s) und diesxs Materral, wenn irgend angängig, aus Deutschland selbst zu ba'sieben. Es wäxe durchaus möglich gewejen,“ diese Frage, wenn noch irgendein Zweifel bestand, im Haushalts:- ausschufz oder an anderer Suns zu erörxem und zu klären, wozu ich seWswerständlicb jederzeit bereit gewesen wäre. -
Zur Sache seWst darf ick) folgendes bemerken": Eine Stundung
'der Koblensteuer 1111111111711!» erwlgt. (Rufe links: Na also!) Ick;
darf aber gleich bier einschalten, daß die Stundung der Steuer als; solche durchaus nichts Ungewöhnliches ist, daß bei einer Reihe Von indirekten Steuern geveßlick) eine so1che Stundung aus wirtkcbaftlichen Gründen vorgesehen ist. (Zuruf auf der äußetsien Linken.) - Viel- leicht lassen Sie mich mal zu Ende reden. - Das Kohlensteuergejkß sieht eine Stundung nicht vor. Das schließt aber - und ich möchte das hier mit 1111er Klarheit-fesistellen»11icht aus, daß bei zwingenden wirtscbamlicbcn Anläffen aueh bei der Koblensieuer eine Stundung vorgenommen Welden kann. Die Frage ist nur die: lagen derartige zwingende wirtschaftliche Gründe zur'Stundung de-r Koblensteuer tattäcblicb vor? Nach meiner Auffassung war das der Fall, (sehr richtig! rechts), und zwar im September vorigen Jahres. Wie lagen damals die Dinge? Jm Seplember Vorigen Jahres war eine neue Vcreinbamng zwischen den Zechen und den Berg- arbeitern über eine Abänderung der Zahlungöweise der Löhne dahin erfolgt, daß vom Sepiember ab die Bergarbciter zwei Drittel ihres Lohnes einen Monat ftüber erhielten. Das bedingte natürlich be- s ondere Aufwendungen für die chben. Hinzu kam im gleichen Zeit- punkt eine Erhöhung des Lohnesxum 100 0/9. (Sie “wissen, Welche große Preissteigerung damals für alle Betriebs- mittel erfo1gte, und daß das natürlich das Betriebskapijal der Zechen "weiter stark- in Anspruch nahm. Es liegt bei den Zechen so, daß die Emnabmen im Durchschnitt etwa einen Monat später einkommen, als die Selbstkosten erwachsen, und es ergab fiel) nun im September vorigen Jahres das Bild, daß die Einnahmen der Zecbcn nur noch den halben Wert der im August entstandenen Selbstkosten und der dementsprechend kalkulierten Preije betrugen. (Hört! hört!) Es mußte daher vetsucbt werden, einen Aut'gleicb für diese momentane Krifis in der Koblenwirtscbaft zu finden, Es gab zwei Wege; es gab den Weg der Koblenprki-F- erhöhung, und es gab den Weg einer anderen Mitwükung des Reiches, nämlich die kurzfristige Stundung der Koblcnsteuer. Wir haben uns d'amaw in Würdigung der gesamten wirtrcbaftlicben
treffsnd das Inkrafttreten des Geseßes Über die Reisekosten
sichs bauptkasse zur Verfügung gestellten ;; „Wik-“ßnd in “*die 'BiUionen-
cincr Kmnulaiion erschwerender Momente die weitere erhöhung zu ersparen, zu dieser kurzfristigen Stand.", steuer verstanden."- (Zuruf' von den Sozialdemokxaten; .. Ich komme“ gleich darauf. Ich will Ihnen die Zjffm . * breiten, dann Werden Sie es selbst beurteilen kö km glaube, Sie werden dann dock) zu einer anderen "nm Von der jetzt in der Zeit Vom .).-. Sevtember big zember 1922 fälligen Koblensteuer smd inögesamt 219 111.191 30 bis 40 MiUiarden, wie gestern “ geordnete Wels bier behauptet hat, gestand“ Von diesem gesjundeten'Gesamtbetrag find bis beute _ ' von den Kommunisten) _ nun, bören_ Sie doch einmas müsskn auch solche Ziffern anhören. die für Sie wkniger zu, sind! -- - 19,1 Milliardm eänbezablt (hört, hört 1), M mehr etwa 2,8 Milliarden tatsächlich noch gestundet smd 5. gelangen rund 2 Milliarden Ende dieses Monats und dex'RHr 800 Millionen gegen Ende März dieses Jahres zur Einzahkm,e Zeit, für die Stundung im Einzelfall erfolgt is , hat in keines. mehr als drei Monate betragen. Für einen Betrag von 10,2 Mi? ist ein Zahlungsausjcbub nur für drei Wochen tatsäch1jch M]; . Mit diesen Maßnahmen ist einerseits der Volkswirtsxba'féß' geblieben, noch größere Koblenpreiöerböbungen auf fich zu 1; a1s fie gegen Ende des vorigen Jahres hingenommen werden „m und andererseits sind*die Zechen in die Lage verleßt Worden dj höhten und Vorzeitigen Lohnzahlungen leisten zu können. JZ) ' wirklieh nicht abzusehen, wie man aus diej'em geschilderten Vor der Reicbsfinanzverwaltung irgendeinen Vorwurf abfejten 1111 bin vielmehr der Meinung, daß die Reicbsfinanzverwaltung, 11111 ihre Aufgabe, Steuern und wirtjclyaflliche Bedürfnisse in Einxja bringen, erfüllen wollte, gar nicht anders handeln konnte,...1 möchte die Bitte aussvrecben, ,das; nach diesen Aufklärungen ko Behauptung nicht weiter wiederholt wird. Ick) darf noch hinzufügen, daß nach der Milteilunq des.v 'wirtschaftstniniskeriums, die mir zugegangen ist, bei der allgem
31. V““ ' der "U!
1. Herabdrück'ung der Preiw der Gesichtspunkt der gestundkten K
steuer berückßcbtigt Worden ist. _ - Meine Damen und Herxen1 Nun noch ein kurzes Wortz * Ausführungen des “Herrn Abg. Wels über den Antrag der «„,
läufig damit weiterzukéékjnenxÉ Z _scha1ten. Er hat gestern hier aUSgefübrt, daß ich den Antra-
Der Ausschuß des NéMhSrats für Volkswirtschaft hielt 's.
Gewerkschaften auf Erhöhung der E1-näßigung bedn Steuerabzu gelehnt härte, „ Ick babe überdiese Frage mit Vrilkkletn dem,- scbaft'en persönlich verhandelt. Und dabei hat fich" ergeben, da;, Gewerkschaften bei ihrem Anfrage insofern von nicht ganz". Vorausseyungen ausgegangqn waren. als fié die wei1e1e4 Heraus 'der Ermäßigungen, die durch das Geseß vom 23. Dezember bes. „wyxden waren, nicht entsprechend berücsückotigt batten. Ick ba" “Herren, Vertretern der Gewerkschaften vorgestellt, daß die Wirkung dieser im Dezember beschlossenen Heraujseßung dy: mäßigungen erst gegen Ende Jcinuar dieses Jahres ein. wütdé, Und“ daß es mir daher nicht zweckmäßig ers in dieser kurzen Frist eine _erneute “Aenderung betbeizufv Ick) habe aber gleichzeitig meine Bexeitwiüigkeit erklärt. die Erhöhung „der Etmäßiaungen beim Lobuabzug vom Begijm ' Monats März an in Ausficbt 3113 nehmen und bierwegen dien Prüftxng vornehmen zu- lassen. Ich habe bei den Verbandlimgen- denVericetern, der Gewerflchaiten, mit denen übrigens 11111 _näcbsjige-Aussprabe 'üb'er«'das:.*gesan11e Gebiet der Steuervro vereinbart worden ist, nicht den Emdruck gehabt, das; _dée 1- „mkine Vorstellungen (:D nicht richtig .äne1kan11t “hätten. Ick. dem“ Reichörat und dem Steuerausschuß die nötigen Vorlagenz» hörigen Zeit zugeben lasen. ' " '
* Rim möchte ich nnr noch) ein Woxt sagen. Die_Reich1fi vetw'altung bat harte Zeiten binte'r fich uny harte Zeiten vor.“ Ich kann“ für fie in Anjpxucb nehmen, das; alle Beamten und gestellten, die in ihr arbeiten, in restloser Hingabe bemühte: sind, nicht nur dke Steuergeseße rechtzeitig durchzubringen,s-* auch in der- Veranlagung und Erhebung der Steuern das !* zu tun (Zurufe von den Komm.), und die Zahlen beweisen es. find mit der Veranlagung auf dem laufenden. und wir haben die große Aufgabe vor uns -- und wir haben Raumfürdié füllung dieser großen Aufgabe -, mit Nachd111ck an die Veran] der Vermögenssteuer und die Zwangsanleibe heranz'ugeben. Ick .nuße biex gern die Gelegenheit, um allen meinen Mitarbeiternn! "besonderen Dakk und meine Anerkennung dafür abszuspteW ' möglich war. in bingebend'ex Arbeit den heutigen Stand zu en, (Lebhafter Beifau rechts, im Zentrum und bei den D. Dem: " auf der äußexsten Linken.) ,
292. Sißung vom 27. Innaar 1923. N a ck tr a g.
Die Rede des Reichswinisters der- Justiz Dr. H' um Entwurf eines In endgerichtheseßes auf Grunkx.
eschlüsse des RechtsausscZusses, die gestern wegen Mk Eingangs des Stenogramms nicht veröffentlicht werden o lautet, wie folgt: -
Meine Damen und Herven! .Ich kann dk? ** Beratung dieser Wturell hochkbedeutenden Vor1-age mch7 übergehen lassen, ohne zur Einleitung ein."".ge Wok“ lagen." Den 'Entivurf des Jugendgericbtsgeseyes habe“ m1t besondexer qude von meinem „Herrn AmtsvoW' übernommen. Der Eanrf verhilft dem Gedanken zum 'I bruch, daß es bei Straftaten Jugewdliclzer vor allem NM kommt, den Jugendl-ichen auf den rechten Weg zurücszlejten' daß, solange Erziehungs-maßnahmen einen Erfolg verspreche", kriminelle Strafe zurückzutreten hat. Der Enkurf löst KUR! Von den Fessel'n, die ihn bisber «bunden haben, er weijt ck"* allen Dingen die Aufgabe zu, dem berirrten Juge11t111chkndw ' kehkzu einem rechtschaffenen Leben zu erleichtern, “
Welcbr beson'dere Bedeutung dieses Gesetz gerade in d“ 1“ wärtigen Zeit hat, deren, Nöte die Kriminalität der JWT". ins Ungeheuerliche „“hat anschwellen lassen, beweise" d“ & *dke der Herr Berichterstatter Vorgetragen hat. Die _ck", der Wir an die Verabschiedung eines Deutschen Jugendgkl'lcht ". herantreten, dürfen wir nicht Vorübergehen Basser), ohne uns“ zu erinnern, denen .Wir es zu danken h&ben, daß Wik “ Werk vollenden können. Ich nenne an erster Stege; d."; storbenen Staat-srechtslehrer Dr. v. Li1'zk. Neben Wm """ nur noch einen Namen herauszngreifen, Paul Köbnes Name vergessen WeWen. Er ist es gewesen, der zuerst 1" Deu *
Lage, am der Volköwittschaft wenigstens in dem Augenblick
das Ideal eines Juamdrichters verwirklicht hat. Er ist es?
AuffassUng
' gegangenen Stenogra'mm folgenden Wortlaut:
.--1mge.fähr noch, „2%. Milliarden hinzutrete-nzt daÜdas Reich zu den“
* 80 vH dekMehrb-esoldung', sondern nur 75 vH zahlt. Das Reich
[und der Anleihe. Einmal ist das ja an sich eine wirtschafdliche
'diese Bestimmung 'der Preußischen Verfassung vom Standpunkte
gewesen- der als erster dÉn damals noch kühnen Versuch untw- Mmmen- hat, _den Gedanken eines deurscben I'vqentdgeriklusgeches in geseslichx Formen zu kleiden. Weiter aber ist es mir eine Pflicht, w diesemAugenblick auch allen denen zu danken, die sich in 11111“- opfernder "und enrsagungsvoller Tätigkeit dem Ziele gewidmet haben. schon unter den bisherigen unzulänglicben Géseyen gegen „ck Kriminalität der Jugendlichen anzukämpfen und an den ge- Fäyydeten SeeXen zu retten, Was war irgend zu rettcn war. Ihnen allen danken wir, daß die Fragen, die es zu lösen gilt, heute klar und einfach vor uns liegen. Ihnen danken wir ferner, dasz wir darauf vertraUen können, daß das Gesetz, das wir heute ver- absclßsden- in der rechten Zeit 11.11- in rechter Kraft noch wirklicbes Leben gewinnen Wird. - ' “
Der Rechtsausscbnß des hohen Hauses hat seine Aufgabe in xchneller und fruchtbarer Arbeit erlebigt. Parteigegerrjäße finkid hinter dem die Parteéen einägenDen-sachlichen Ziele zurückgcwcten. Gewjß sind nicht alle Wünsche erfüllt, gewiß kann man über die Frage, ob nick): noch weitere Fort“!chri_tte möglich seHen, verschieden urteilen. Darin sind Wir aber Wohl *alle einig, daß der Entwurf, so wie' er aus dem Aussthuß heWorgegangM ist. eine gemaltige Verbesserung des bßberigen Rechts bedeutet. Zu “diesem Augen- blick. in dem uns die Sorge um unser Land schroercr denn je bedrückt, muß es für uns alle ein Trost und ein Lichtblick sein, daß w-ir uns ohne Unterschiod der Vorbei in freudiger Arbeit zu dem Ziele zusammenfinden, unsere Jugenb, die'zugleich unsere Hoffnung für die Befreiung des Vaterlandes bildet, vor Leid, Schuld umd Vekdelben 511 bemahren. (BWW!)
Preußischer Landtag. * 205. Siyung vom 26. Januar 1928.
Nachtrag.
Die Rxde des Staats: und Finanzministers Dr. 111111 Ni chier über den Haushaltsplan für 1923 hat nach dem hcute ein-
Weüu *ich heute dem Landtage namens des Staathinist-sriums den Haukhaltsplqn 'für das Rechnungsjahx 1923 vorlage, so bin ich mir leider bervußt. daß ich eégenUich nur eine Form erfüUe, die uns die Verfassung Wrsckzrcibt; denn ich Weiß, daß“ alle die Zah'k-en, die in diesem Haushaltsplan ewthaltcn "sind und die Arifaüg, September des vorigen Jahres aufgestellt Morden sind. natürlich von der rauhen Wirklichkeit längst überholt sind und eimer eingehende'ti Prüfung weder auf der Einnahme- noch auf de'."- AngabeseiteirYendWiestandhalten. Aberda's ist ja das Schicksal aller Etatsentwürfeibci einer= derartig fallenden Währung, Wie wir sie zurzeit erleben. DerReichsminister Hermes hat gestern bei der Einbr'ingüngdes Reichshaushaltsplanes schon mitRech1 auf das Wort “von" Lloyd George hingewiesen, daß man keinen Finanz- minister für einen Haushalt VerantWortlich machen kann, Wenn zw1sché11 der' Zeit, Wo er (sich" hinseßt, am-den Haushaltsplan aufzu- ste'llen,4'u1112 de_r Zeit, Wo er Wieder aufsteht, “nachdem er den, Haus- haltsplan beendet hat, die wirtschaftlichen, insbesondere die Wäh- runngerhältnisse "sich so völlig Verschoben haben.
Der Haushalt“, der“ Ihnen vorgelegt „Warden ist, schließt mit einem Fe 1)" (bett age yon „rund 12 Milliarden Mark ab, zu dem-
V e s *o l d u 1198 _e rb ö [) u n g e 11 nicht, wie wir ertt-artet hatten,
zahlt bekanntlich bis zum 81. März d. I. noch 80 vH, von da aber "nur. 75.vH.' Ich gebe ohne Weiteres zu, wie ich eben schon gexagt habe, „daß die Höhe.diefes Fehlbetrages infolge'der Verfchiebung der Geldverhälth'sse absolut _nicht mehr stimmt; abex ich Warne davar, in *e-rstet Linie d1e.infolge der Verschiebungder Geld- berhältnisse,- wie ich ebenfalls gern zugebe, erheblichen "Mehr- einnahmen namentlich an Uebertveisungssteuem des Reiches zu betrachberi, “auch Mehreinnahmen, d've Wir ja zweifellos aus eigenen Betrieben haben werden, inZHesondeve' aus den Domänen und vor allen Dingen aus den Forsten. ' - Vielleicht hat sich der eine oder der andere von Ihnen _dar- über geivunder-t, daß die Staatsregierung Ihnen eiuenHaushalt vorgele'gc hat, der mit einem Fehlbetrag abfthliefzt. Aber nach der VerfassünFstnd wir nicht in der Lage, das Mittel anquenden, das man fxüberbei derartigen Fällen immer" anmendete, daß man nämlich den'Jehlbetrag esinfach durch eine Anleihe deckté und dann in den Hauöhalt hineinschrieb: Mehreinnabme an Zinsen aus* der
Deckung überhaüpt nicht (sehr r1chtig!'bei der D.-Na1.Vp.), Wenn ich ein Minus, das ich habe, dadurch decke, daß ich neue Schulden aufnehmo, Est das natürlich wi-rtschaftlich überhaupt keine" Deckung. Auf der anderen Seite aber ist uns dieser Weg nach Auffassung. der Regéerung *- und ich glaube, man darf sich über die Richtig- keit dieser "Ariffassung keinem Zwekfel hingeben - durch die Be- stimmung der PreußischenBersassung verschlossen, Wonach wir 2111- leihen nur bei außexordentlichem Bedarf und in der Regel nur für Ausgaben zu werbenden ZWecken aufnehmen sollen. Ich begrüße
einer soliden Finanzgebarung durchaus, und Wenn Sie es mir nicht übelnebmen Wollen, auch deshalb, Weil sie auch dem Landtag in seiner Bewilligungsfreudkgkei-t doch einigZ“, wie mir scheint, recht gute Schranken zieht. (Sehr gut! bei der D.-Nat. Vp. und de"- Wiktschaftsp.) Denn, 111eine Damen und Herren, es ist nicht mehr so einfach, Anleihen aufzunehmen und zu sagen: daraus können ia die Mehrausgaben, die wir, der Landtag, bewilligt haben, gedeckt Werden, Weil der Landtag nicht 111 der Lage ist, die Regierung ohne Weiteres, ohne Verfassungsverleyung zur Aufnahme dieser Anleihen zu veranlassen.
Ich bin überhaupt der Ansich? _ und ich darf das, zumal ich Abgeordneter bin, auch offen aussprechen -: wir müssen bei der *alkßerordenxljch ernsten Finanzlage, in der sich zweifellos Reich und Länder, damit auch Preußen, befinden, uns doch bei der Frage dEr Bewilligungen, bei dex Frage, ob “"wir manches, Was dem ein- zelnen von uns lieb und Wett ist, erfüllen können oder nicht, eine größere Zurückhaltung auferlegen, als das im allgemesinen in par- lamentarischen Körperschaften der Fall ist. (Sehr richtig! rechts.) Wir müssen alle daran“ denken, daß es nicht in erster Linie heißt: was Wünschen mir zu leisten?, sondern daß in der heutigen Zeit mindestens in demselben, ich möchte sagen, in viel größerem Maße
Mittel für solche Ausgabkn und Aufgcxbsn ???brxwus) (MMO? 5111 Landtag, meine ici), sollte dus, Was mir 1191: 11119111 Jahr ein HCN dcr sozialdemokratisckch Partei » ich glaube, es Wax Herr Dr. Waertbg -- zugerufen hat, gelten, der sagte: Hcrr F111a11z: minister, Sie müssen den Mut haben, unpopulär 311 59111. T1xrcha11Z richtig; aber ich meine, auch der Landtag sollte 13-311 Mnt habe“», diese Unpopularität nick)! bloß scincm Finanznäniswr zu über- lassen, sondern selber ruhig mal 111 sein?? Mehrheit unpopulär zu sein (sebr richtig! rechts), auch aus dem Grunde: wir können N13 ja doch nur erreichen, 11121111 dic B-cfürchmng zwiijen N11 ci115ch111c11 Parteien, sich gegenseitig den Rang an Popularität oder 11111891111- laritä-t abzulaufcn, aufhört. In dem Augenblick, Wo sis mehr oder ch-iger alle gleich unpopnlär sind, hört die Gefahr für die einzelne Partei, sich durch Abstimmnngen bei den Wählern unbeliebt zu machen, zu einem großLn Tc1'l auf. Ich (113 Finanz- minister kann Ihnen nur dringend 101.211, z11'diese111 meiner MOZ: nung nach durchaus richtigen und, w:o ich glaubs, bcwäHrt-IU Rezept bei diesem Haushalt Wenigstens so oft wie möglich Zuflucht zu nehmen.
Der Hauthal-t zeigt zugleich, daß 63 uns leider 111111) 111131121 nicht gelungen ist, zu einem befri-xdigLndZn Ergebnis der Ver- teilung der Einnahmen und ?lusgaben zwischsn Reich, Ländern und Gemeinden zu 111111111211. Ick bin mir vollkommen darüber klar: Wir, das Land Preußen und die Lände? überhaupt verglichen mit der finanziellen-Lage des Reiches und leider aucb der Gemeinden, befinden uns 1106) immer in einer Verhältnismäßig günstigen Lage. Denn, Gott soi Dank, reichen Wir an dje traurigen Verhältnisse des Reiches, die gestern der Herr Reichsfinanznünist'sr geschildert hat, (111 die traurigen Verhältnisse, die-111 vielen Gomcinden herrschen, Gott sei Dank, sage ich, noch nicht heran. Wir haben uns bemüht, endlich einmal zn eincr rein- 11chet1 Scheidung der Finanzberhältnisse zwischen dem Reich auf der einen Seite, und Ländern und Gemeinden auf dcr anderen Seite, bei 139111 zurzeit dem Reichsrat vorliegenden Gescß über die Aenderung chLandeZsteuergeseße-Z oder, Wie es 1th heißt, dcs Finanzausgleichsgesches unter diesen Gefickztspnnkfen zu.ko1nn1e11 und damit ckqu zu erreichen. Wir haben leider wie im Vorjahr N11 11.111) außenpolitischen Gründen. dre vom Michsfinanz- 111:...„..1 1-1151. geltend gemacht Wurden, Rechnung tragen müssen. Der Rcickzsrat bat sich deShalb notgedrungen'mit dem Entrrmrf eines FinanzausgleichsgeseYes einverstanden erklären müssen, obgleich diese rein-[iche Scheidung noch nicht vorgenomnwn war.
“genommen hat, ÜL vielleicht 'auch für Sie Interesse haben wird. Sfe lautet: - , Wenn auch die Ncgierungaorlage die finanzieUe Notlage der Länider unD „Gemeinden mehr als bisher zu berücksichtigen sucht und "auch der ReichSrat durch Aenderungen im EnZWUrf *die1'er'Not-lage noch Weiter Rechnung'getragen hat, so kann doch bei den gegenjvärtigen wirtxschafxlich'en und gelblichen Verhält- nissen nicht überblickt werden, ob die hier geschaffene Grundlage ausreicht, um die Länder und Gemeinden lebensfähig zu erhalten., Zudem konmeauch die im Interesse der SCTbstäwdigkeit. und Sekbsrverannvortlkickxkeit der Länder und Gemeinden grund- säßlich zu forderwde' Wiederherst-eüung ihrer finanziellen Sel-bstäwdigkeitmit Rücksicht auf die Zeitverhältnisse noch n_icht
lichst'Weitgehen-de'"„Uebevlassu'ng großer Stettern an Länder unb Gemeinben, unbescchdet dér reichsrechtlichen Normierung in den Grundsäsen, zur selbständigen 11111) selb'stberanWorklichen Aus- schöpfung uwd ind'wibueüeu Anpassung. Wenn der Reickxsrat gleichwohl dem. vorliégen-den GeFeßen-UUurf seine Zu-stimmung erteüt," jo geschieht dies in der Voraus'seßung, daß auch die jetzige Regelung nur als- eine vorläufige anzusthen ist und unter dem Vorbeboxx der Geltendmachung seiner Weitergehenden Forderungen für einen endgültigen Finanzangleick).
Es ist schadeuüd traurig," daß zurzeit nicht mehr zu erreichen War,
Weniger viésleieht vom Standpunkt der Länder (113 vom Stand-
,der ießigen Finanzlagc','bei der eigentlich sehr Wenig Steuern doch den Gemeinden zur eigenen Ausschöpfung überwiestn sind, die Ge- meinden noch viel mehr zu leiden haben als .die Länder.
Um lich, _ein „zutreffemdes Bild von der Finauzlage Preußens zu machen, wird es nicht genügen, sich mit dem Haushaltan für das laufende Jahr 1923 zu beschäftigen, sowdern es wird auch not1vendig sein, einen kurzen Rückblick auf den Ab- schluß derleßten Jahre zu werfen. 'Mtt dissem Abschluß sind mir leider stark im "Rückstande, weä, wie Sie seBbst Mssen, die Ver- abschiedünq des Haushalts in diesem hohen Hause immer her- hältnismäßig fpät erfolgt ist, so daß naturgemäß die ganzen auf diesen vekhältnismäßig spät verabschiedeten Etats beruhenden Rech- nungen erst ebenso ßpät haben abgeschlossen Werden können. Ich freue mich aber, daß in die'Fer Beziehung *- und auch da hoffe ich im Sinne der großen Mehrheit zu sprechen - “doch sehr erhebliche Fortschritte im Landtag erzielt Wurden sind, Ich darf daran erinnern, daß wir den Haushalt für 1921 erst im Dezember 1921, und den Haushalt für 1922 im Juni oder Juli vorigen Jahres verabschiedet haben, und ich darf an das hohe Haus die Bitte richten, den jeyigen Haushaltsplan, wenn irgend möglich, so zu verabschieden, daß er in der Tat mit dem 1. April in Kraft treten kann. (ZustimmUng rechts und im Zentrum. - Abg. Heilmann: Wenn der StaatSrat Mya; schneller arbeitet!) -- Der Staatsrat kann auch etwas schneller arbeiten, das ist richtig. Aber seien wir einmal offen *- ich glaube, wir Werden uns alle darüber einig sein, daß gerade bei der ungeheuren Geldent-Wertung ein mögTichst schnelles Arbeiten des Landtags nicht nur aus dem sachlichen Grunde erforderlich ist, sich endlich dem Zustand zu nähern, den die Vcrjasjung vorschreibt, fondern aue!) aus rein finanziellen Gründen. Die Staatskasse wivd außerordentlich schwer geschädigt, wenn der Haushalt erst so viel später in Kraft tritt, rveikl uns alles, Was wir dann erst auf Grund des Haukhalts ausführen können, erheb- lich-teurer wird, als Wenn wir es früher tun können.
Da darf ich hier einen Gedanken einwerfen, den wir im Haupt- aUSschuß noch näher Werden erörtern müssen. Sie wissen. wie bei unserer katastrophalen Geldentwertung die Verschiebung„ sagen wir mal von Bauten, auch nur um einige Wochen zu Buche schlägt. Sollte es niche möglich !ein, daß wir unter Diesen Umständen., namentlich bei Bauten, uns dahin verständigen, daß, Wenn im
iMZmal die Frage im Vordergrund steht: Woher können. Wir die
Hauptausschuß in Weiler Lesung, oder wie Sie'WolLen, einc Ent-
Er bat és getan, indem er außerdem eine Entschließung 1,111- _
verwirklicht werden. Dieses „8121 Ist nur“ zu erreichen durch .mög- .
punkt Der Gemeinden aus; denn es ist gar kein ZMifel, daß unter_
scheidung 99111118]! ist, die Staatsregierung dann an die Ausführung dicjcr BÜUU'U gehen kann, 1111111111 zu MMM, bis exwa in 17111121: Lejnng im Ausschuß oder nachher in zwener und dritter Lexung 1111 Landtag die Entschevduwg 111111“.- D1e Entsazeidnng gebt 171-21- 1cich1 bjs zu einem gewissen Grade, aber doch nur sehr wenig, auß Kostcn der Grünxüéchkeit, aber ein so guter, odex wenn Sie wvllén, :111 so schlechter F111anzmm1sler bin ich nun emmal: eine Ent:- scheidu11g, die mir erlaubt, einen guten Bau ausznfübren, der billig ist, 111 mir lieber als eine Entsckxeidung bei der der Bau vielleichx ziffernmäßig oder auf dem Papier einige Erwarrüffe aufweist, bis aber dadurch, daß Mante später erst gebaut wird, durch die Gew- entwertung 11111911 Wieder überholt werden. (Sehr richtig! kLCHJF uwd im Zentrum.) , .'..YÉ-Z Also ich darf bitth, daß Séc sich vielleicht diesen GedankM einmal durch den Kopf gehen lasjen. Es wiw nachher Zejt seiu, darüber im Hauptausschuß noch weiter zu sprechen. ]“ 0112161132919 darf 111) den Damen 11111) Herren des HMF??? ausschusses 11111) insbé'sondere dem verehrten Herrn Vorsißcwden, den ich zu meéner Frende hier vor mir jebe, die Bitte ans Herz Lege11, die Verbandlnnxzen jowohl im Lantag selbst wie namenblich 1111 HauptausjchUß so zu fördern, daß wir mögxicbst bald praüückx mit dem Etat arbeiten können. Sie erweisen dannt, wie-Yia Währung cht 111111, dem Staate vom rein finanzicnen Standpurkkté, aus einen guten, 81111211 großen Dienst. * * Meine DMULU und Herren, der Fehlbetrag für das Jahr 1921 wird vora11ssbch111ch rund 2,2 Milliarden, der "Für: Has Rechnungsjahr 1922, sowcit sich das zurzeit überjeben läßk. voraussicbt'lich 18,8 Milliard-sn betragen. Diese Fehlkbetväße, namentlich der leßkere, bvaucbenuws aber nicht besonders-*3u schk€ck211, Weil sie größtenteils daher stammen, daß infoxße verfpäteter Veran-Tagung die Erhebung und Ablieferuhxg dcr Reichssteuern, die die weibüberwiegen-de Mehrz'ähl 1111*s6rer Einnahmen bde-Zn, verhälrwismäßig langsam vor ki?!) geht. Für die demnächst noch eingehenden Steuern für 1922 haben wir im Haushalt der Allgemeinen Fiwanzveer-tung-kbei Kap, 24 Titel 32 einen offenen Titel vorgejehen. Hierbei eiue Bemerkung. Es ist ein absolut ummrürliW vom Standpunkt der _Moral und vom Standpunkt des Staaks- interesse?» unmöglich auf die Dauer zu duldender Zustcmd, daß" heutzutage jeder Mechh, der seine Schulöen nicht bezahlt, aljo auch deern-ige, der seine SchuKden an Steuern an den Stg.,“cts nicht bezahlt, dadurch im Vorteil ist und daraus Geschäfbe macht. (Sehr richtig!) Man muß daher mvter allen Umständen Verax
, langen, daß die Steuern rechtzeitig gezahlt werden. Eine Geseß
gebung, die ddesem Umstande nicht Rechnung trägt, "rst fakßh. Das Reich bat mm, wie bekannt, einen Geseßentmurj vorgelegt, Wonach die nicht rechtzeitige Ablieferutdg der Steuern mit einem nicht unerheblichen Zuschlag'tz-j-q Wenn Sie es so nennen Wollen - bestraft wird. Ob der Zu- schlag genügt oder nicht, ist eine Sackxe für sich. Er beträgt nxkckj dem Vorschlag der Reichsregierung 10 vH der" Steuer, so de_k'ß, Wenn jemand, Wie es ja vorkommt, 10 Monate mit [einen Steuetn im Rückstande bleibt, damr nochmals 100 vH dazu kommen, sodaß ex noch einmal die ganze Steuer zu zahlen hat. Das ist Saß)? des Reiches, des Reichstages, und ich Wil! mich auf diese einzean Dinge, auf die Richtigkeit der 10 vH in keiner Weise festh Die Hauptsache ist wur, daß jest unter allen Umständeü _„1111 Wege der Geseßgebuwg die Möglichkeit geschaffen wird„ daß nix!): jeder einzelne auf Kosten des Staates spekuliert, seine eigenxn Gelder zurückbehalten kann, mit diesen in der Zwischenzeit Exe- schäfte mach1unsd nachher dem Staate eine um ein vielfachesng ringeré Summe auszahlt, als er ihm eigetnlich zu zahlen hat. (Sehr richtig!) Die Anerkennung dieses Prinzipes in der Stetiev- geseßgebung des Reiches erfolgt leider spät. Ick 111111 auch üiébt sagen, ob sie in zureichendem Maße erfolgt. Die Hauptsache ,;Tst, daß sie endlich erfolgt, und es wird Sache der Reichsinstanzen sein, darüber zu bestimmen, wieWeit ste darin geben Wonen. ' **
' Soweit. die Fehlbeträge der Recbmmßsjahre 1921/22 äjuf diesem Wege durch nachträgliche Einnahme der Reichssteuex nz'cbi gedeckt Werdem Würden sie mit dem etwaigen Fehlbetrag: bon 1923 in de-n Haus-haltsplan von 1924 aufzunehmen sein. jmdyir Werden uns dawn darüber schlüssig werden müssen., in wekckZet Weise sie zu decken. find. ' 7.
Wenn ich mm auf der: Haushaltsplan des Iahves 1923 zunächst in sormeUer Beziehung kurz eingeben darf, so “darf .ich folgendes sagen. Meine Damen und Herren, Sie haben., w1é_jch awnehmae, das Gutachten gelesen, welches der Staatsx._ji nach, wie ich nicht anders sagen kann., eingehenden Beratungen zum HaushaltSplan abgegeben bak Die Hauptjache djes Gutachtens scheint mir. ohne daß ich mich auf Einzelheiten fekt- legen kann, zu [eim daß daraus hervorgeht, wie auch der Staats- rat die finanzieüe Lage des Landes Preußen mit dem außer- vrdentlichen- Ernste beurteilt, die sie nach Meinung der Regierung in der Tat verdicn-t, Wie gesagt, auf al1e Einzelheiten dessßn, Was der Staa1Srat vorgefchlagen hat, hat sich das Staats- mim'sterium nicht festgelegt, es hat sick) aber, wie Sie aus der Aeußerung des Staatsministeriums erseben, gruwds-äylich mit der Acußerung des Staatsrats einverstanden erklärt.
Wir haben im wesentlichen, wie Sie gesehen haben Werden, den Haushaltsplan nach den Grundsätzen aufgesteUt, die sich, wie mir scheint, im aÜgemei-n-en bei uns be1räbrt haben. Wir haben einem Wunsch des Landtags en-tsproH-en, indem mir Ibm" -- und ich darf sagen - mit 11111111111 außerordentlicher Mühe und ganz außerorden-tlicher Arbeit Uebersichten über die tatsächliche Beteiligung der einzelnen Ver- waltungen an den StaatSeinnabmcn und -au»Zgaben vou gelegt haben. Sie finden das noch dem Vorbericht in dem Heft über den Staatshaushaltsplan, das Ihnen in a11en zugegangen ist. Seinerzeit ist -- das scheint mir ein berccbtiater Wunfck) zu sein - hier im Lan-dbag Wie anderwärt-Z 1111-11 s-Fxon frübex der Wunsch geäußert Worden, man solle doch Uebersicbten aufstellen, aus denen sich ergebe, Was der eintekne Zweiq der stantkicben VerWaltung denn eigentlich für den Staat wirts-cboft-lich bedeute, d. 1). was die Einzelbertvo'ltung dem Staat bringe und was die einzelne staatliche! VerWalnmg dem Staat koste. Wir haben uns bemüht. diesem Wuwsch Rechnung zu tragen. obqleicb das natürlich im großen und ganzen recht schwer ist, Wir sind 1111?- aucb dar- über Aar, daß ein absolut sicheres Ergebnis diese Nachweisungen nicht bieten, aber auch nach meiner Auffassung nicht bieten kömmt, Weil sich Lm Hattshalt ja einer Reibe ron Posten findet
-- ich erinneve au Posden der Zentralvcrn'altung und ungemein-