1842 / 22 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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troffen wird. Zwar wurden bisher die Drucker oft mit in An- klagen we en Preßvergehen verwickelt, aber seat elf Jahren war nie eine erurtheilung gcgen ste kkfc'lgk- sofern sk nachzuweisen vermochten, daß fie bei dem Drucke h_er strafbaren Schriften die für ihr Gewerbe geltenden reglemrnrartschen Vorschriften beobach- tet. Ob die frühere Praxis oder dle durch den gestrigen Ausspruch des Geschworenengerichts begrundete Zurisprudenz der Französ- schm Preß-Gesehgebung mehr entspre e, ist hier nicht der Ort zu untersuchen. Genug, daß die Bestrafung des Druckers des Charivari eine Neuerung ist, Welche die Lage der Französischen Preffe, um die fich ohpehln seit einiger Zeit eine Vkenge großer und klejner Gefahren haufen, bedeutend zu erschweren droht.

Dee Zahl der Bewerber um die beiden durch den Tod der ._Herrext Duval und Freyssmous erledigten Plälze in der Akademie ask, wte gewöhnlich, sehr groß. Unter den Kandidaten für den Sessel des Leßteren stehen die Herren Pasquier und Alfred d? Vlgny oberzan. Es bedarf kaum der Bemerkung, daß der Kanz- ler der Palrs-Kammer, obgleich seine Verdienste um Sprach? UNd Lateratur nicht eben erwiesen smd, viele Chancen vor scinem jun- Fen Konkurrenten voraus hat. Um den Play des Herrn Duval ewerben fich in erser Reihe die .Herren Alexander Dumas und FZUanche, doch ist die Wahrscheinlichkeit des Erfolges für dcn

e teren.

„*, Paris, 16. Jan, Selbst die minéstcréellen Journale verhehlen es sich nicht, daß, wenn die Pairs:Kammer bei ihrem Entschluffe, den Redacteur des Siécle, Herrn Chambolle, vor uhren Schranken erscheinen zu lassen, beharre, ein Konflikt für sie daraus entslehen könne. Die P resse sucht in einem sehr gewundenen und sehr dunklen Artikel, dessen eigentlicher Zweck schwierig zu errathen ist, die Rechte der edlen Kammer in dieser Beziehung darzulegen und erinnert an frühere Beispiele dieser Art. Das Rechk der Kammer besteht allerdings, ja, noch mehr, die Vernunft will, daß der wahre Schuldige bcskraftwet-de, wenn man seiner habhaft werden kann. Die gegenwärtigen verantwort- lichen Gérants find kaum etwas anderes, als die ehemaligen vcr- ankwortlichen Herausgeber; es find Figuranten, slumme Perso: nen, die nur dazu da smd, um dcm Geseke zu genügen und im Falle der Verurtheilung ins Gefängniß zu wandern. Die thätige und inteUlgente Person bei dem Journal ist der

aupt : Redacteur; er ist der Kopf und die Seele aller

ournal-Ilrtikcl; seine Arbeiten, so wie die, welche er seinen Mit- arbeitern überträgt, gehen aus seinem Kadinette in die Druckerei, und der verantwortliche Gérant fieZt und liest die Artikel erst am folgenden Morgxn, wcnn er das ournal auf dem ewöhnlichen Wege erhält. Herr Pérée z. B., der Gérant des ikxcle, hat niemals sechs Zeilen für das Blatt redigirt, welches er lich in blanco unterzeichnet; er hat mit der Redaction nichts zu chaffen, und er weiß nicht, was in dem gcisti en Bereiche des Journals vorgeht. Als er den inkriminirten rtikel las, wegen dessen er vor dem Pairshofe erscheinen soll, da laubte er gewiß nicht, daß derselbe solche Folgen haben werde. É-Lo ist also die Kontrolle des Gérant uber die Reduction durchaus null und illusorisch, fie exieslirt nichc und hat niemals existirt. Damitfie stattfinden könnte, mußte der Gérant Kenntnisse, Talente und Einfichc beslßen, die denen des Haupt-Redacteurs mindestens gleich, wenn nicht über- legen wären; dann hörte die Autorität dieses Leßteren auf, und das Journal wäre unendlichen Zerwürfniffen und inneren Zwistig- keictex ausZescht, die seinem Gange und seinem Einfiusse schaden wur en. .

Es geschieht zuweilen, daß der Gérant zugleich Haupt-Redac- teur isl; dies ist der Fall mit Herrn Bertin, der das Journal des Débats redigirt. Aber dann ist es der Haupt:Redacteur, der fich zum Gérant macht, aber nicht der Gérant, der fichzu den Functionen eines HauptMedacteurö erhebt. Diese Verschmrlzung findet sich übrigens nur bei den ministeriellenZournalen, die keine Prozesse zu fürchten haben und niemals einm lebhaften Angriff gegen die Regierung wagen. Bei allen Journalen, die der emen oder anderen Nüance der Opposition angrhörrn, is? die Person des Haupt-Redackrurs von der des Gérant verschieden; der Leßtere, wir wiederholen es, ist im ?llermeim-n ein unbedeutender Mensch, ein bloßer Namenleiher, der (1 en Gefahren aUSgeseht ist, die mit einer heftigen, rxcentrischen oder unschicklichen Reduction verbunden find. Herr Aubry-Foucault, Gérant der Gazette de France, ist z. B. ganz einfach der Kammerdiener des Herrn von Genoude, des Cigenthümn's und Haupt:Redacreurs dieses legitimislischen Blattes, Herr Aubry-Foucault, der die Hälfte seines Lebens im Gefängniß zubringt, um für die Thaten scines Herrn zu büßen, kann kaum lesen und weit entfernt, eine Kontrolle über die Re- daction des von ihm unterzeichneten Journals zu üben, skcht er Ylmehdr in absoluter und materieller Abhängigkeit von Herrn vvn

enou e.

* Man steht, daß Wenn man den Gérant allrt'n belanqk, dies Niemgnden welter trifft, als einen Menschen, der einwilligt, ge- IF" e_me gewisse jährliche Geldsumme von Zeit zu Zeit ins Ge- fangmß zu wandern. Was die Geldstrafe betrifft, so wird die- selbe weder von dem Gérant, noch von dem Haupt-Redacteur, sondern von den Actionairen oder den Eigenthümern des Unter: nehmens thlt und der Redacteur, der einzige Schuldige, ent: geht aller trafe.

„Dl? Patrs:Kammer scheint, um einen Konflikt mit der De- Kukl'kkeq-Kammer zu vermeiden, die Reclamation des Herrn Cham- o e ""t". “."mhmen zu wollen; fie könnte es, nach gewissen frü- heren Betsplelen, sehr IUk thun. So bestrafte man in dem ersten Yrozesse, b“ "“ck der JUll-Revolution vor dem Pairshofe ge- fuhrt wurde, den Verfasser eines inkriminirten Artikels der Ga-

zette de France und nicht den E

' t. In einem Prozesse des Drapeau blanc unter der Riemxur ' . an

der Herausgeber fre! esprochen und deßVerfasT'kr JveTrZT'tixklesanL-Y

urtheilt. Wenn da er im e enw'rt' , nicht mit in den Prozeß VerkJiZEelt TUIM Jaueescéierr Chambolle weil seine Stellung als Deputirter Sa,“,„jerigßeimkht décisünur, könnte, die der Patrs-Kammer eben nicht angene m sher FF hk?" Der Charivari, ein kleines, zu gleicher sei;"? uirften. unverschämtes und verleumderisches Journal, ist „vn d WAW“- verurtheilt. worden, und War der Garant zu «F r J lb(ssen und zweijahri em Gefängnis, und der Drucker zu 2000 Fer &rafe afe und | 5 Monaten Gefängniß„ Wenn der Géran't keld: lattes nicht wetß, was vorgeht, so weiß es der D ""“ Weniger und die Verurtheilun des Lehteren ist dem bis er be- Ilgem Gebrauche zuwider. - an bemerke es Wohl, da diese erurtheilungen äußerst ßreng snd und daß der wirklich Schul- di e, derjenige, welcher den Artikel redigirt hat, darüber lacht- er ßeYt hinter dem Vorhan e und bei der gegenwärtigen Geseßgeb'ung kann ihn vor den Assi an keine Strafe treffen. Die Geldstrafen können allerdings in gewissen Fällen von den Richtern so ho“) angesth werden, daß W Elgmthum yes Journals dadurch affi- zire wird. Auf diese Werse ist die Trtbt'lne eingegangen, jung wäthcnd republikanische Journal, welches an den wenigen Jahren

seines Bestehens an vierundzwanzig Prozesse und Geldstrafen zu

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bezahlen hatte, von denen die gerln [len ul t niemals unter 10,000 Fr. betrugen. Der Gérant eses la es ein ruinlrter Tuchhändler, der in seinem Leben nicht eine Zeile gefchrieben hatte,

Marask, derselbe, welcher egenwärtig unter dem Schuhe elmo anderen yerantlyorellchen Ökrant, den National rediglrt. Alle diese Fictaonen m der PreßGeseßgebung gestatten nicht, das Uebel an der Wurzel anzugreifen, und selbstUe September-Gesehe smd nur schwache Mittel zur Unterdrückung desselben.

Morgen, am Monta , wird die PaiW-Kammer fich über die Reclaxnanon des Herrn hambolle aussprechen.

Herr von Salvandy wird in wem" en Tagen in Paris ein- treffen, wenn nicht etwa än dem Gerü t etwas Wahres ist, daß

in“ d?!“ HoffnUngÄ durch die Vermittelun Englands diese An- gelegenheit nach dem Wunsche des Franzdfi chen Kabinets ausge- g_lichen werden dürfte. Wir glauben diesem Gerüchte nicht. Der OkkzoZ von Glücksberg, zweiter Botschafcs-Secrrtair, welcher als Gesch ststräger in Madrid geblieben, ist der Sohn des Her o s von Dccazes, ein ganz junger Mann von hdchslens 21-22 Za : ren, ohne Erfahrung und folglich wohl tvcnig für eine so schwieri e Stellung geri net, selb _ wenn er stel) beinahe passiv verhält. 5 kann ein Zwi chenfall enkrrtcn, vereinen erfahrenen geübten Mann erfordert, und der Her og von Glücksberg kann weder die eine noch die andere dieser igenschaft dessen.

Großbritanien und Irland.

Londoa, 15. Zgn. Die Berichte aus Sudburyhall über das Befinden der Königin Wittwe lauren sehr besrledl end. Be- reits Werden Anstalten zu ihrer Abreise hierher gecko en, wo fie zum Listen in Marlboroughhouse erwartet wird.

Die Times meint, daß unter die Gegenstände, welche man in nächfter Sesfion vordas Parlament brin en Werde, nothwen- dlg auch die ElsendohnMngläcköfälle und die ittel gehörrn müß- ten, das Publikum dagegen zu schüßen, und ist überzeugt, daß die konservative Verwaltung eben so eifrig, als ihre Vorgängerin, danach trachten werde, die vernünftigen Anforderungen des Pu- blikums in dirscmPunkre möglichst zu befriedigen. Das genannte Blatt sagt dann weiter: „Der Vcrlauf der Zeit hat nur die An: fichten derjenigen bestätigt, wclcle auf die Okothwcndigkeit legisla- tiver Einschreltung hinwiescn. Wir haben wiederholt die *aupt: punkte der in voriger Sesfion von Herrn Labouchere eängef hrten, aber nicht mehr zur Annahme gelangten Bill gutgeheißen, und wir hoffen, jedenfalls der durch diese Maßregel vorgesehenen Sicherheit

theilhaftig zu werden. Dabei verdient jedoch eine in Herrn Labouche=.

re's Bill nicht berückschtigte Frage Erwägunß, die nämlich, ob das besehende Geseß, falls EtscnbahnMnglücksfalle durch Nachlässig- keit oder schlechte Geschäftsführung der Bahngrsellschaften oder ihrer Diener entstehen, genügende Bestrafungen der Schuldi_?en festsellt? Nach der Erfahrung des leßten Jahres muß desc Frage verneint werden, und jede Gesclzgebung in Bezug anf dl? Eisenbahnen muß unvollständi bleiben, welche diesem Mangxl nicht abhilft. Die bloßen eldbußen smd unzureichend; dle Schuldigen sollten wegen Tödtung kriminell belangt und “mcc den geschlichen Gefän9nißstrafen belegt werden., Eben so mußte das Geseh dahin ab eandert werden, daß den nachsten Verwand- ten der auf Eifenba nen verunglückten Personen von dxr Gesell- schaft elne angemeffene G'eldentschädigung zu leisten ware. Da die meisten Unfälle aus schmuß,iger,Knauserei entsprin en, so wlürsde Tine solche “Bxsllmmung getpiß ein wirksames Abh [femit- te eyn.“ ' ; * ,“ *„

Auf dem hieffge'n FyndsnkarktWerden die lehren Bdrsen:Nach- richten aus Amerika als- sehr'ungünsltg betrachtet, und als Folge davon wurden vvrgrslern ansehnliche Massen von Fonds durch Spekulant'en zu Markte gebracht. „Die Mäkler“, bemerkt der Globe, „ohnehin immer sehr empfindlioh, find es besonders je t, wo der Preis unter dem Einflusse des Regierungs-Mäklrrs steßt, dcr abermals sehr bedeutende Beträge von Consols zu 882 gegen Banknoten verkaufte. 'Sie legen auch auf die zahlreichen Artikel der Amerikanischen Blatter über das von England in Anspruch genommrne Durchsuchungs:Recht großes Gewicht; wir vertrauen jedoch, daß diese Aufregung in Amerika sich bald legen wird, Wenn die dortige Regierung von der bevorstehenden sreundschastlichen Sendung Lord Ashburton's Kunde erhält. Auf die Nachrichten von den fortdauernden Streitigkeiten an der Gränze ist wenig Gewicht zu legen; am schlimmsten is die unYläckliche Lage des Amerikanischen Geldmarktes bel fortdauernder QntWerthung aller Papiere, deren unser Land eine so große Masse befilzt, und die jeßt beinahe unverkäuflich smd.“

Die Times steht mit gespannter Erwartung der Wieder-

besehung des durch den Tod des ])r. Shuttleworth erledigten Bischofs:Sik§es von Chichester, des ersten, der unter dem jetzigen konservativen Ministerium zu besehen (sk, entgegen. Nachdem fie gezeigt, daß gegenwärtig in der Englischen Kirche ein ungewöhn- liches und weitverbreitetes Verlangen herrsche, khätig zu wirken, und man damit umgehe, die Sanction der geistlichen Behörden für diese Wirksamkeit zu erhalten, und daß die Kirche von der Möglichkeit eines so ernsten Kämpfes, wie fie während der lehren fünf Jahrhunderte keinen bestaqden, brdroht werde, empfiehlt das genannte Blatt dem Minisxerlum an, für den erledigten Silz nur einen solchen Mann zu wahlelnx der mehr als gewöhnliche Bil- dung habe, der weise, ern|,'vller isch sey, „der fich zum Gebieten eigene und zugleich Vertrauen rin dße. Der Courrier des Etats Unis meldet, daß ihm zwei wichtige Dokumente aus chhington zugegangen seyen; das eine ist der Plan einer Regierun s-Bank, in welchem die in der Bot:- schaft angedeuteten Ideen ber-dlesxs Institut näher entwickelt werden. Der Name, den dieses Znsittut erhalten soll, lik „Schah- kammer der Vereini ten Staaten“. Das andere Dokument ent- hält die bereits erwä uten Vorschläge ur Erhöhung des Zoll-Ta- rifes in cini en Punkten, um das esztt in der Jahres-Em- nahme u de en. Es ist dabei RÜckfichk genommen worden, daß die Erhéhung fich man in den Schranken halte, Welche die ge- genwärtlgm Bedürénisse der Regierung und die Beachtung der gehörigen Sparsamkeit in der Verwalxung vorßeichnen.

Die Durchschnltts-Preise des WeTens rend der am 7ten abgelaufenen sechs Wochen sind auf ? Sh. 11 c. der Quar- ter gefallen, und der Elnfuhkzok isk Yahek auf 24 h. 8 (. ge- sllegen. Die KormMärkte zel en uberall im Lande no keene wiederkehrende Lebhaftigkeit. ier in London wird die Specula- tion durch die großen Vorräthe aUSländlschen Getraldes in den .Kornbbden gehemmt., welche von neuen Unternehmungen ab: schreckm. Es scheint sehr welfelhaft, ob während des Frühjahrs ein bedeutendes Heruntergeém der Elnfuhr-Zdlle zu erwarten sttht. L MÜere der bedeuten en „Kaufleute in der City wollen den

""M“?“ 'ksWm, daß er seinen erbürgern anmwfehlm ?:?ng In Ta der Taufe des Kronprinzen als eierta zu b e: ' “' G U" seht voraus, daß ein solches elfpl , von'eßer

City e eben, 1 * mungg nden &cker Haukkstadt und im ganzen Lande Nachah-

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Deutsche Bundesaaateu.

München, 16. Jan. Das neueste, gegen vier Bogen skarke Regierungs:Blatt bringt die „.kanalxordnun “, ent altend die von Sr. Majestät genehmigtm und Verwaltun det Ludloigs selbm und die onstige Benuhun schung und Erhebung der Gebt“-

Heute verschied unser C pomuk Freiherr von Fraunber bensjahre, nachdem er vor vier Wochen sein 50] Jubiläum gefeiert hatte.

' Hannover, 17. Jan, “Se. Majestät der “König W'W Othfresen gestern halb 6 Uhr Abends urückgekehrt. Des .Was von Preußen Majestät warm daselb tags angelangt, nahmen mie Sr. Dejeuner ein, und schem nach etwa zwei Stunden die Reise nach England fort.

Hannover, 15. Jan. (Hannov. Zt .) Stände-Ver- handlungen der zweiten Kammer. Als beéForte udengeseh ein Mitglied zu Z. 4, die Ehen betreffend, brachte: „Die Ehe edingung erlaubt, da Ehe stammenden Kinder in der christlichen Religion unterrichtet und e ogen werden“, oder Wenégßms, „die Ehe zwischen Juden und C rasten bleibe zwar verboten, doch zwischen Juden und Christen, ohne abs!" sigen Gesche abge seht werden“,

isl im Gefängnisse gestorben; sein Haupt-Redacteur war Herr, Einrichtung fffahrt auf dem- der Kanal:?lnlagen, c) die Fest:

immun m (: er :

anals, )dle Sch

Bomber Joseph Maria

ihm der Befehl zdußesandt worden sey, in Bayona: zu bleiben, a

ald nach 11 Uhr Vorm ajestät unserem Könige ein

hung der Debatte

wischen Juden

und Christen i die aus dieser

kann eine im Auslande

chloffme Ehe oben fich viele Stimmen im; eondere gen den ersten Sah, den man auch als abgedros en bezeich- nete. Man wies zuerst darauf hin, daß die allgemeine katholische Kirche niemals eine Ehe zwischm Christen und Nichtchristen dio en- firt habe; daß die Verschiedenheit der Religion nach ihren Lt rm eines der 15 Ehehlndernisse sey, welche die Eingebung einer Ehe mache; dann aber schilderte man auch abge- olgcn einer Ehe zwischen Juden und Christen als se Erziehung der man betrachtete

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absolut unmögli sehen davon, die höchst verderblich; man hieltelne wahrhaft rtl Kinder aus einer solchen Ehe für rein unmö ll fie, wenn die Ehegatten noch irgend etwas au ihren Glauben hielten, als eine unverfiegbare Quelle des häuslichen Unfriedens und der Ge- wissensangft; man legte allen denen, welche eine solche Ehe gesattm würden,clnen höchst gefährlichenanlfferentiomuszurLasl; und spk9ch die Hoffnung aus, daß man auch hier bei alter guter unkskhkk S“" bleiben, und die Religion achten, daß man fich nlchtm dieser Hin: uche den. modernen Anschtcn der Französischen Phil Werde. Auf der anderen Seite wurde zugegeben, . zwischen Christen und Juden nicht zu denken sey, so lange nichteme rein bürgerliche Ehe samtionirt werde; allein, Beispiele Englands, Frankreichs, NorwAmerita'o, glaubte man gerade in der Gestattung elner solchen gemischten Ehe das sicherste Mittel zu einer Erhebung und Veredlun dchuden, zu einer immer mehr fortschreitenden Vereinigung dux uden “mit den Chrislm zu finden; man meinte, daß auch ohne aniffermtismus der Philosophie ein Einfluß auf die Religion nicht versagt werden könne; und daß eine Verschiedenheit der Lebens: und Religions-Ansuhtm keimswe es einen solchen Einfluß auf das Glück der Ehe selbst zu verbieten sey. Der Antra , eben sowoh als der eventuelle, wurde abgelehnt, nachdem in lrßteren noch bemerkt war, theils daß eine einmal ung gegangene Ehe niemals und unter keinen Umständen um 9 leigt rlich sey, eine solehe Be mmung Abfuhr, ge m die hie gen Ge:

it in eben hänhein? Ehe

hinweisen!) auf die

werden könne, theils daß es ge alwdrücklich auszusprechen, da d setze zu handeln, bei einer im Auslande ges lossmm Ehe in den seltenslen Fällen fich werde nachweisen lassen. der hiesige quae auch ohnehin kein großes Interesse dabei habe, solche Famtlten hierher zu ziehen.

Biberach (Württemberg), 14. Jan. Minuten nach 1 Uhr, wurde hier ein hefti Er war mit einem donnrrähnlichrn Getöse ver gungen, von Süden nach Osten gehend, dauerten mehrere Sekun- den und waren so heftig, daß die Fenster zitterten, die Häuser er- schuttert wurden und einzelne im Zimmer stehende Ge enstände Bald darauf fiel Schnee, der heute no

heute fruh 7 Uhr 26. 5,6““. Die höher südlich gelegenen Häuser fühlten den Stoß und die nachfolgenden Schwingungen viel heftiger, als die in der Tiefe.

Weimar, 7. Jan. (Protok. Extrakt.) Unser Landta entwlckelt eine anerkennenswerthe Thätigkeit; kaum daß er so .erien gestattet, sehte er mit Eifer feine n der 13ten und den folgenden Sl un- gen kamen die, das Verhältniß der Kriegs-Kaffe und das tairwesen betreffenden Punkte der höcb m Propofitions Vortrag und zur Berathung. Der ?! eordnete „Jedenfalls bleibe es höchst wünschensm Staats-Regierung bei der hohen Bundes: ersamzulung auf Ver- minderung des so kostspieligen Militairslandes hmgmm'kt werde; dem Vernehmen nach, , Staaten laut geworden, weshalb es nicht überflusfig seyn dürfte, wenn derselbe von Seiten der Gro herz sandtschaft unterstöht werde.“ Me rere

eichen Wunsch

Heute Nachts. 25 er Erdstoß verspürt. unden; dle Schwin-

schwankten. Das Barometer momeeer ist - 6

Das Ther-

drei Tage Weihnachts: Verhandlungen fort.

christ zum , daß von Seiten der

dieser Wunsch sey, in anderen lichen Bundeseags:Ge- abm einen rach: „Er ngllch nbthlg sey, hlndurch zu unterwelsen stande mltge ählt werden

bgeorduete Der Landmars

nne stel) noch nicht überzeugen, daß es unumg den Rekruten in jedem Falle 6 Monate und elnzuüben, ehe er in dem fertigen Be dürfe, Wenn er nur sonst in kür erer Zeit eingeübt werden dnm'. Das dies möglich sey, beweise die T atsache, daß bei uns der Rekrut bisher viel kürzere Zeit unter den Waffen Bundes-Kontln ent bei der lehren chen Erforderm' en in Rückficht auf mlkeairls e vollkommen entsprochen h

zu erkennen.

estandm und dennoch uns B nspection tklm bundUgest-hll: eder ei un , namen

altuzneghun Einübung erManns aft, Es dürfte daher die Bitte ausge- spro en werden können, da die vorgeschriebene Uebun der jun- n annschaft in keinem alle kürzere, aber auch ni e längere elt dauern möge, als e orderlich sey, den in der 9 mm der ache, dem Zwecke liegenden und gesesllch aus esprochenm An- forderungen vollkommen zu mit diesem Vorschlage elnv

ambur 15. Jan. Es hat seh hier ein Klub von

en ännern Kis en 18 und 30 Jahren | alle dem ' au

Wurm und Danke!, dle Doktoren Rleßer und liedern ernannt. Diese Herren halten dortVorle !! en els-Wiffenschaftm :c. Professor Wurm hat den

mögen. Der Lan tag rrklärte sch

bildet, ste

annsskande an und ha

ruirm

mit der O lum a erb net. An so! on Abenden, wo keine Vor- lesvngen :ehaltfxngewerdsxn, finden onveesationm ig fremden Sprachen, von Kundiger: eleitet, statt. Sie haben emen T ell der ehemals en Börsenha e gemiethet, welches Lokal zu dl em Behuf am Zkeujahrstage mit Reden eröffnet wurde.

Italien.

Rom, 1. an. (A. 3.) Man wird fich erinnern, mltwel: chtr AufmerksamLkJeit der Großfür :Thronfolger von Rußland bei seiner Anw mheit vor drei a ren hier aufgenommen wurde, an daß sl nach er die Ver ältniffe zwischen Rußland und dem "hellgen Stuhl vie reundscha tllcher gestalteten, so daß an einem Ueberelnkommm ni e mehr zu zweifeln war. Der Kaiser, dieses alles beräckfichtlgmd, wollte dem Papst ein Zeichen seiner persön- lichen Hochachtung an den Ta legen und übersenden eine Vase von Malachit, in St. Hetersburg earbeltet, in der Form jener bekannten lm Vaticqn von osso antico, nur

edeutend größer, indem diese zu jeder Seite 61; Palmen mißt.

Das Pledeftal ist aus einem Stück ( aspés und mit „die: cm ist die Vase 72; Palmen hoch. Der apsx, der durch dteses 'reundschafwzeichen des Kaisers angenehm uberrasoht gewesen eyn soll, hat es in der Vaticana aufßellen lassen. Der erste Se- cretalr der hlefigen Rusfischen Gesandtschaft, Herr von Krlevzoff, welcher die E re hatte, dieses Geschenk, wahrscheinlich das erste, das ein Rus ascher Kaiser hierher gemacht, dem Papst zu über: geben, hat von diesem eine goldene Dose mit dem Bildniß Sr. Helligkelt ln Brillanten erhalten. Ein roßes in Silber earbei- teres Kruzifix, welches, wie das Gerücét sagte, von St. Ueters- burg mitsolgen werde, ist nicht mit angekommen.

Türkel.

Konstantinopel, 29. Dez. (L. A. Z.) Die Griechischen Angelegenheiten scheinen noch immer keme gunstigere Wendung nehmen zu wollen. Die Ernennung Zzzed-Pascha'o zum Groß: wefir hat bei der Griechischen Regierung einen nicht zu beschrei- benden Eindruck erzeugt. Nach drei hmter einander gehaltenen Sihungen des Minister-Raths soll entschieden worden seyn, der Pforte hinfichtlich des streitigen Bestßthums Türkischer Untertha: nen Alles zu bewilligen, und ist am 18. Dezember ein daraufBe- Mg habender Königli er Beschluß unterzeichnet. Die ganze

acht wurde im ausw rtigen Departement Alles vorbereitet, diese wichtige.Beschlußnahme zu veröffentlichen, um die ungestümen, doch za haften Griechen zu beschwichtigen. Bei der Pforte ist in- .deß nl ts Zuverläsfiges darüber eingegangen, und kann man bei den in Griechenland herrschenden Leidenschaften und der Partei: wuth auf nichts mit Bestimmtheit rechnen, daqselbst gefaßte Be: schlüsse im Augenblick ihrer Vollstreckung waderrufrn Wurden. Die Pforte hat den Griechischen Konsuln zu Kandy unk? Pre: vesa das Exequatur, wie ich bereits genzelpet, vmve-gert, ]th ist dies auch der Fall mit dem von Salomchl. Zn Zam) und Ga- lacz find die Griechischen Konsuln auf wcederholte Klagen abge- setzt und durch den Capitain Voineskos für erstere und den Ma- jor Athanafiadis für letztere Stadt ersetzt. .

Die Bewegungen der Türkischen Armee dauern fort; kunftlge Woche marschirm das Me und Ltr Garde:ananterie- und das Fske Garde-Kavallerje-Regiment lm voll ähligsken Zustande noch Adrianopel. Zu derselben Beßimmung Hat das "lsie Artillerie: Regiment Ordre erhalten, fich marschfertig zu halten. Im Arse- nale wird ununterbrochen gearbeitet, und eine neue Flotten-Abthei- lung von Linienschlffen liegt zum Auslaufen bereit. Wohin? weiß man noch nicht.

Neuere Briefe aus Salonichi melden die Zusammenziehung sämmtlicher Macedonlschen Landwehrm bei dieser Stadt unter Ali-Bey. Ein Theil der Wälle drr Cétadelle, die Salonlchi do: mknlrt, E| niedergerissen, und an derm Stelle drei Varlerien von “ck! Geschöhen jede errichtet. Der ulverthurm, so wie der Blutthm'm, die beide die Rhede vert eidlgen, smd ausZebessert und [lark armirt worden.

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

. New-York, 24.Dez- Man hält es für höxhsl wahrschein- ltcb, daß der gegenwärtige Kongreß eine zweckmaßlge National: Münze begründen werde, Der vom Präfidenten beantragte Plan wird, wie man glaubt, die Baff? des neuen Systems “seyn, nach welchem man Ungefähr dle Krearung von funfzehn 'Z's zwanzag Millionen Dollar:! gegen Silber. umzuseßendes oder fem“ Alvgaben anzunehmendes Papcergeld autortsn'en wurde. Es wurde an Zet- teln von fünf bis tausend Dollars bestehen. Auch werde, meint der New:?)ork Herald, wahrscheinlicherwäse die Ausgabe von Certifikatm für Depofiten von Silbergeld, ln entfernten Zeiträu: men rückzahlbar, slaxtfinden; dle AUSgabe von Wechseln sey aber weniger wahrsohelnltcy. Das genannte Blatt, welches die An: nahme dieses Planes schon als grwiß annimmt, hegt die sangui: nischsten Hoffnungen davon für dle Wohlfahrt des Landes.

Man scheint in Texas iy einiger Besorgniß zu seyn über den Ausgang der Differenz mtt Frankretch, herbeYeführt durch einen Streit, der neulich zwischrn dem Franzofischen onsul, HUM von Savigny, und dem Präfidenten Lamar statt efunden hat; doch hofft man, daß der neue Präsident, General Houston, diese Differenz beilegen werde.

Nachrichten aus Venezuela vom 8,November zufolge, herrscht in Neu:Granada allgemeine Anarchie.

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Dns Durchfuchuugö-Neéht zur See.

YOU" Semeur, ein wegen seiner Tendenzen und seines Ern: [les uberhaupt sehr ehrenwertZes Journal, welches seinem religiö- sen Charakter zufolge, eigentli nur die Interessen des Protesan- tlsmus ln rankreich vertreten will und fich weniger auf politi- sche Diskus tonen elnläßt, enthält in seiner uns zuleßtzugekomme- mn Nummer einen lesenswerthen Artikel „über das Durch- suchungsrecht zur See.“ Die Frage wird hier natürlich nur von dem Französischen Standpunkte aus betrachtet; wir glau- ben aber, den fraglichen Artikel hier um so mehr mictheilen zu därfet), weil er geradeAnsi ten enthält, welche wahrseheinlich noch mts tedener und schroffer ervorereten werden, wenn die Sache der e enstand einer, wie es scheint, ziemlich ernsthaften uud hef- lenet batte ln den Kammern werden wird. Er lautet, wie

a :

“IU Jahre 1814 richtete Frau von Sta'él einen Aufruf an die zu Pars versammelten Souvrralne, um von ihnen die Ab- schaffung des Negerhandels zu erlangen, den die Englische Re- S'U'UKS felt ebm Jahren in Verruf erklärt hatte.

Im re 1815 erklärte der Kongreß ln Wien den Skla- venhandel r abge chaffe, ll 1:1 Z??? 1 bildete der Sklavenhandel eine der fünf S“"? UM WIM- dle auf dem Kongreß zu Verona zur Sprache

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gebracht wurden. Eine Denkschrift des Herzogs von Wellington wurde daselbst den fünf Mächten äberrelcht. Herr von Chateau- briand, den Herr von Montmorency mtr der Beantwortung be: auftragt hatte, sprach fich folgendermaßen darüber aus:

„Diese trügerische Denkschrift, welche das Elend der Schwarzen beklagt, verbirgt unter ihren sebr sektchten Bexchwerden drei über- mz ige Forderungen: Dre Forderung des Duxchsuchungs-Nechts an den Schiffen; die Forderun - dM Negerhandel dcm Sceraub

leichzuseycn, um alle Marinen cr Well ungrüraft anzugretfen; die Forderung, den Verkau der aus Europätschcn, von Negern bebauten

olonicen kommenden aarcn ,zu verbieten, d. h. das ausscheßltche Privilegium, jenetx Wanken dre Erzeugniffc Indiens und roßbrl- taniens zu subsiiturren.“

Dle AnWort der ranzöfischen Bevollmächtigten lautete in Bezug auf das Durch uchungs-Recht folgendermaßen:

„Seeräuber können acbtbare Flaggen führen; Frankreich weiß nicht, ob einige Räuber M) der selmgcn bcdtent haben; nur ohne sein Wissen können die Schande und das Vcrbrcchen unter der ran- bsischcn Flane Schuß finden., - Was da;? DurchsuchungZ- echt Tetrifft, so wurde es die nachtbetligßrn Folgen haben, wenn, die Frau- zbstsche Regierung jemals darein wellegxn könnte; der Nattonal:Cha- rakter der beiden Völker, der Franzoxen_ und Engländer, sieht dem entgegen, Frankreich erkennt dte Freebctt der Meere an, für alle Fla gen, wechxer legitimen chlerunx fie auch anßxhbren mögen; es ver angt für : nur diejenige Una bär: tgkctt, lc es an anderen achtet und die se ner Würde angemessen ! .“

Ueber die Gleichstellung des Sklavenhandels mik Secraub drückten fie fiel) in folgender Weise aus:

„Eine Erklärung, welche alle Re ierunqcn vcrvfiichtcte, die für den Sceraub fcügcscsten Straken an den Negerbankzcl anzuwenden, und die somit in ein allgemc nes Gesetz der civillnrtcn Welt um: gewandelt würde, ist ein Gegenstand, der, wie es den bevollmäch- tigten Ministern Sr. allcrchriülichm Majestät scheint, außer der Kompetenz einer politischen Versammlung liegt. Wenn es fich darum handelt, dle Todesstrafe festzuscvcn, so snd es, je nach der Natur der Regierungen, dle richterlichen oder die legislativen „Kdr- pcrscbaftcn, wclche darüber zu bcüimmcn haben.“

Dies waren die Prinzipien Frankreichs bis zum Jahre 1831. Zu dieser Zeit wurde zwischen Frankreich und England elne Con- vention abgeschlossen, um das gegenseitige Durchsuchungs:Rechc festzkustellen und zwar 1) längs der Westküste von Afrika vom Grunen Vorgebirge bis zu ]-at.1“ S. und 1,0ng.80" W. Paris; 2) um die Insel Madagascar herum, in einer etwa 20 Lieues breiten Zone; 8) in derselben Entfernung von den Küsten von Cuba, Puerto Rico und Brasilien. Bei diesem Traktat, der durch die Convention vom 22. März 1883 noch einige Erwei- terungen erhielt, hatte Frankreich offenbar die Abswht, den Neger: handel an den Küsten, wo er beginnt, und an denen, wo er endigt, u blokiren. Es wollte die Einschiffung und die Ausschiffung der

?eger verhindern. Es hatte hier von Seiten Frankreichs und seiner Regierung Aufrichtigkeit zum Grunde gelegen; und welche Einwürfe auch übrigens gegen jene Conventionen erhoben werden können, so muß man doch anerkennen, daß der Wunsch, dem ab: scheulichen Negerhandel einen entscheidenden Schlag, zu versetzen, dazu dienen konnte, den sehr reellen Rachthell zu ubersehen, ein Recht zu heiligen, Welches, ungeachtet der slipulirten Gegenseitig- keit, doch nur hauptsächlich von England aUSgeübt werden mußte.

Diese Englische Regierun [ehre so großen Werth darauf, daß fie bald Unrerhandlungen anYm-pfte, um die Gränzen, innerhalb welcher das Durchsuchungs-Recht gestattet war, Weiter auszudeh- nen. Seit e['n-m Jahre 1886 suchte fie Oesterreich, Rußland und Preußen, fur welche diese Frage waidwem'ger Interesse hat, zu bewegen, den mit Frankreich getroffenen Anordnungen, welchen sie noch eine weitere Ausdehnung gebenöonre, beizutreten. Seitdem ist nichts unterlassen worden, um die Abschließung des Vertrages zu beeilen, der am “20. Dezember Yorigm Jahres im Foreign Of: fice zwischen den fünf großen Machern unterzeichnet worden ist. Dieser Traktat gestattet dra Schiffen. welche die Flagge einer die: ser Vkächte führen, das Recht, alle Schiffe zu durchsuchen, welche des Sklavenhandels verdächtig smd; er macht die Polizei gegen den Negerhandel zu einem Theil des allgemeinen Völkerrechts von Europa; er legt den konkrnhirenden Mächten die Verpflichtung auf, sobald wie möglich Geseße vorzuschlagen oder anzunehmen, die den Sklavenhandel dem Seeraub gleichsfellen, wie es das Engli- sche Geseh thut, und die Todesslrafe gegen denselben auszuspre- chen, wie es dieses Gesetz will.

Die Journale deß gestürzten Whig:Ministeriums und die des gegenwärtigen Tot'y;Miniskeriums reklamiren auf gleiche Weise für ihre Patrone die Initiative dieses Traktats; man kann aus den eben erwähnten Thatsachen ersehen, daß diese Initiative M: der dem Einen, noch dem Anderen angehört, und daß der Traktat nichts weiter ist, als das wieder aufgenommene Projekt des Lord Wellington, gegen welches die Re ierung der Restauration auf dem Kongreß von Verona so energiZch proteslirke

Heuthtage ist die Rolle, welche damals Frankreich spielte, auf die ereinigtrn Staaten übergegangen. ?lufgefordrrt, dem Traktat beizutreten, hat die ?lnwrikanischr Regierung sich gewei- gert und als Motiv dicser Weigerung Zenau dieselben Argumente angegeben, deren sch im Jahre 1822 die Bevollmächtigten Frank: reichs bedienten. England, um nichtsdestoweniger seinen Zweck zu erreichen, wollte einen Untrrschied machen zwischen dem Durchsu: ckungs:Recht, das die Vereinigten Staatenihm streitig machen, und dem Recht, jedes Schiff, WelcherNationßes auch angehören möge, anzuhalten, und seine Schiffspapiere abzufordern, um zu beurthel- len, _ob es auch wirklich-aufeden Vortheil der Flug e, unter der es fahrkx Anspruch „machen konne; die Amerikanis e Regierung hat, theils durch deplomatische Noten, "thrils in der lehren Boe- schaft des Prafidentcn, gegen diese Unterscheidung protesirt. Während Herr Tyler fich auf dteNothwendlgkeit strengerer Geseke slußt, um zu verhiydern, daß man nacht den Sklavenhandel durch dre Flagge drr Union decke, beharrt er dabei, wie es s1ch gehörte paß es yngeseßltch sey, ohne die förmliche Zustimmung Ilmerlka's trgeqd elne Veränderyng mit dem Seerechte vorzunehmen. „Es asl daes“, sagtexer, „seme Befuguiß, die wir ohne unsere Zusim: mung weder emer emzelnen Naz'ion, noch allen Nationen der Erde zusammengenommen zugestehen.“ In den durch Herrn Stevenson uherrelchten dtplomatischen Noten bemerkt man, daß die Amerika- mschr Regierung zu befürchten scheint, England werde das Durch- suchungs-RePt zur Verhinderung des Sklavenhandels, tvelches es xeßt für gewisse Meere verlangt, als Yräzeden :Beispiel benußen, um später das Durchsuchungs:Recht fur alle eere zur Verfol- gung von Deserteuren zu verlangen, ein Recht, das es früher ein- mal geltend machen wollte und das so viel u den Differenzen zw1schen den betden Völkern beigetragen hat, *ord Ashburton isl nach den Vereinigten Staaten gcsandt worden, um dort die For: derungen yer Englischen Regierung zu unterséü rn.

AnchlnFrankreichhatdas gegenseltl e urchsuchungs: Recht zahlreeche Gegner gefundrn; es mu te so seyn, Weil die Uqgleichhelt der beiden Marinen nothwendig auch eine Ungleich- hett'der Kreuzer zur Folge hat _und somit die Gegenseitigkeit an- nullcrt; dlese, vollständig im Prinzip zugestanden, reduzirt fiel; in der Praxls auf Weniges:

kam 1842,

„Dies Recht“, sa t der Verfasser einer so eben erschienenen Bro.

schüre “ck, „hat die Ten enz, die beleidigenden Ansprüche Großbretamens auf die allgemeine Polizei und Gcsrygrbyng der Meere ku bcßäti en und an dem Ocean eine Art von mnrtttmem Feudal-We en zu [Zr n; den, de xn Vasall das ganze Europa, und ckzwar Frankreich zue - ku werdcn tm Begriffe sieht; es hat den Zwe ,

rung vgs Monopol für alle Kolonial-Waaren in der d. b- dre En länder zu dem einzigen seefahrenden Volke der ganzen Erde zu ma en.“

der En lischen Ne e- Zände zu ge en,

England hat, diesem Schriftseller zufol e, den Plan, die Ma-

nufaktur-anustrie Osiindiens, welche die dlkerschafren in Cen- tral- Und SÜd-Uslkn véksdrgte und die verschwunden ist, seitdem jenes Land Mit den Erzengnisxen der Europäischen Fabriken über- schwemmt wurde, durch eme

seßen, die eine fruchtbare Quelle neuer Reichthümer werden solle. Es handle fich um nichts OZerjngeres, als der Afiatischen Welt das Monopol der Kolonial:Produkre der Erde zu fichern. Schon sind tropische Pflanzen daselbst naturalafirt worden, und sie gedeihen. Aber es ist nicht hinreichend zu produziren, man muß den Crzeug: niffen auch Absa verschaffen und deshalb die eingenommenen

berlegene Ackerbau:anuskrie zu er-

Stellungen umsturzen und die Wnaren dcr Amillen und Ame- rika's, welche im Bcsiß des Europäischen Marktes smd, ausschließen, Dies wäre, nach dem erwähnten Verfasser, das Gkhelmniß des Eifers von Seiten Englands für die Abschaffung der Sklaverei: „Man bedarf“, sagt er, „der Arbeit der Negrr mehr, wenn'man 100 J.)?illionen Hindus hat, die man beschafttgxn und ernahren muß, nachdem man ihre Mittel zur Arbeit: zrrstort hat.“ these Ansicht nähert fich, wie man sieht, drrjemgen,_ welche der beruhmre Schriftsteller, welcher Frankreich auf dem K'ongresse zu Verona repräsentirte, ausgesprochen hat.

„Das Durchsuchungs Recht“, fährt der _qcnannte Publizist fyrt, „iü nur eine Episode der gcwaltégcn „Maßrcxxel, welcbe tn etxncr [chr nahen Zcit die Europäer von jedem dtrrkten Unthccl a_n dcnKolonml- Waarcn ausschließen soll. Es“ dientdnzu, drn EuroyäcschcnKolontcxn zu schaden, eine er'scrsüchtt'ge ?lufffcht atxszuubcn- dec Handel&Beztc: hungen zy feffcln und die Konkurrcnz tmrs" Handrlz/Rrvalen zu ver-

m'chtcn, mdcm man alle scinc_Grhclmnixsc enldrckk. Dee Engltxchen Kreuzer begünstigen daher inderckr dtcgroßeA rtkultur-„Umzvano_lung- die in Oüendien slattfkndct. (?rdrs Recht drr Hegcnse-t-gkext zweschext zwei an Kräften unglclcbcn Völkern ttt eme verücckte Deenüyarkctt und eine Unterdrückung für das schwächerer und da England uberall Kreuzer hat, die gchn den_ ganzen Euroyätscbctz Handel dlc Durch- suchung ausüben, xo rst rs tn der That dre Röm M der Meere, und nbthigt alle Völker zu Handlungen der Unterwer ung und der Vasal- lcnschaft.“

„Seht“, schrieb Montesquieu an den Abbé Nicollini, „wie

die Engländer alle Meere bedeckey; xs ist ein großer Wallßsch.“ Und bei einer anderen Gelegenhelt rtef er aus: „Dle_Herrschaft der Meere hat den Völkern, welche fie besaßen, skets emen gewis-

sen Stolz verliehen; denn da sie fühlen, daß sl? Jedermann belei- digen können, so glauben fie, ihre Macht sry eben so unbegränzt, wie der Ocean.“ Wir führen diese Worte an, Weil sie sehr gut das ausdrücken, was wir von der gegeywärtigen Stellung Englands in Bezug auf Frankreich und die ubrigen Völker den: ken. Es träumt von der Erniedrigung aller Flotten vor seiner mächtigen Marine, wie Joseph träumte, daß die Garden seiner Bräder fich vor der verneigten, die er gebunden. Ze mrhr Eifer wir für die Abschaffung derEklaverei zeigen, um so mrhr müssen

' wir uns gegen den politischen Vortheil erheben, dcn England aas

diesem großen Akte der Humanität ziehen will. Wir gehören nicht zu denen, die in den edelmärhigen und beharrlichenAnstrengungen, deren Prinzip bei ihm die christliche Barmherzigkeit gewesen, nur eigennüßige Absichtcn entdecken; aber wir verkennen auch nicht die Vortheile, Welche seine Regierung aus seiner Philanthropie erwar: ten konnte. Es ist ein großes Glück für den Ruhm des Engli: schen Volks, daß die chrreffen der Humanität und sein Staats: Interesse fich zuweilen vereinigen; aber dies gute (Mück findet nicht immer statt, und bei seinen Streitigkeiten mit China hat es gezeigt, Welche Wahl er; trifft, wenn es wählen muß: da das Staats:chera-ffe damals den Vorzug vor allen anderen er: hielt, so kann man glauben, daß es auch etwas in der Wau : schale wiegen wird, Wenn diese sich auf die Seite“ der Humanitat

Zinneigk. Die wlrklich religiös Gesmnkrn in England hatten drei-

ig Jahre lang für die Sache der Schwarzen gcgen die politische

Partei gekämpft, Welche sch derselben plö [ich an enommen at, noch ehe fie eingesehen, welche Vortheile ckIm! LaZde darausher- machsrn könnten: ihr Werk ist daher ein reines; es war eben so sehr em Werkler Verleugnung und Hingebung, als das Beneh- men der Englischen Regierung das Rxsultat einer Berechnung war.

Frankreich hat sich uneigcnnuxziger gezeigt als England.

Während England die Verträge vou 18:31 und 15433 dazu be: nußte, run seme Herrschaft zur See besser zu befestigen, walligte Frankreich, durch Unterzeichnung derselben, ein, nicht an sein StaatsZntrrcffr, sondern nur an ein allgemeineres Interesse zn“ drnken. WU" wollen hier nicht untersuchen, in welchem Falle daese Unkcrordnung des Staats:Zntere]ses erlaubt seyn kann; der Ztvrck, den man _zu erreichen sicb vorgesrßt hatte, war ein so er: habe_ner„d_aß es eines civilifirten Volkes würdig war, ihn um den Prem etmger Opfer der Eigenliebe zu Verfolgen. Frankreich und England Werden ute Wache haltsn, sagte man; wie sollte denn der Sklavenhande nicht aufhören?

Diese Hoffnung ist getäuscht worden: man weiß jrßt rm'ch

die von Herrn Buxton gesammelten Zahlen:?lngaben, daß der Negerhandel nur zugenommen hat. State zuzugeben, daß die Kreuzfahrten nicht in einem hinreichend ausgedehnten Maßßabe angestellt worden seven, und rinzuwillc'gen, dieselben auf noch aus: gedehnteren Grundlagen zu versuchen, hätte Frankrtich viellrjcht dieselben als genügend betrachten sollen: der Widerßand der Vcr- ci-m'gken Staaten, welche jede Ueberwachung unwirksam machte, hatte ihm. dazu das“ Motiv und die Gelegenheit geboten. Wir glauben ncht, daß decser Entschluß, den ernste Rücksichten ihm elmgebrn konnten, 2er Abschaffung des Sklavenhandrls Ümchthei: [jg gewesen seyn wurde, wenn es gleich eitig selbst strengere Mit: tel gegen denselben er riffen und ohneTzZ

zur Abschaffung der «'klaVerei geschritten ware. Mann kann in der That nur durch dle Emancipation hoffen, dem Sklavenhan- del em Ende zu machen. Hätten wir schlagen, so würdxn wir unsererseits das Gute aus eführt haben, was w'tr beahfichtlgten, und wir hätten auf dem eere diejenige Yngbhangjgkect wteder gewonnen, der, wir glauben es gern, für ctmge Zelt Gränzenegeseßt werden mußte, weil eine für eine ganze Menschenrace norhige Erfahrung zu machen war, die aber jetzt durch mchts mehr anempfohlen wird, und die so sehr geg?" unser Staats:Znteresse zu seyn scheint, das wir nur“ zu sehr aus den Augen se en, während England fick) des seint'gen [keks erinnert-

crzuZ in seinen Koloniern

offen diesen Weg einge:

Wir wo cn hier auf einen Unterschied zwischen England und

Frankreich aufmerksam machen, der, wir bekennen es,„m;ck zu unserem Vortheil ist. In England ist die religiöse Pakt" ,d“ “77“ auf der Bresche gewesen und erst- nachdem 77“ d“ Natron "M

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