1842 / 166 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Gleich darauf gelangte nach kurzer Diskussion die von Herrn Roebuck eingebrachte Bill, der zufo ge die in der großen Wahl: Untersuchung ab uhdrenden Zeugen Wegen ihrer eigenen Vergehen strafios bleiben Hollen, ohne weitere Abstimmung zur dritten Ver-

]esun .

Zuleht ging das Haus wieder auf die Berathu des Tarifs im Ausschusse über und diskutiree lange über ein mendement des Herrn Grimsditch, den Zoll von zweidrähtiger Seide auf dem jehigen Maße von 1 Sh. i“) Pee. für das Pfund zu belassen, bei welcher Gelegenheit fich Herr Attwood sehr ausführlich ge: gen das Huskiffonsche System des freien Handels im Allgemeinen vernehmen ließ, Das Amendement des F errn Grimsdiech wurde aber mit 240 gegen 22 Stimmen verworxen. Die ganze Klausel über die SeidemZölle wurde zuleht unverändert angenommen.

London, 11. uni. Die Times theilt folgendes Schrei: den mit, welches ange lich von der Königin Marie Christine, von Paris aus, unterm 14. März, an ihren Schwager Don Carlos in Bourges Jerichtet worden wäre, desen Echtheit jedoch, gleich der eines fruheren Schreibens der Konigin an ihre Königliche Tochter zu Madrid, sehr verdächtig isi:

„An St. Königl. Hoheit D. _C„ Infant von Spanien n. s. w. In FoFe der Antwort, welche Sie durcb General N- _ auf Mein er_|e m ndltche Mittheilung Mir haben zukommen lassen, glanch nicht länger Anßand nehmen zu dürfen, Ihnen aii' das Bertram zu bezeu7en, weiches Jhr persbniichcr Charakter Mer cmfidßt. Da Schicksa bat Mich wre Ew. König], Hoheit verfolgtz und was nocl mehr isi, Ick bm für jetzt von Mrmrn crhabcncir Kindern getrennt. “'m Namcn drr„hei1tgen Rckigioti, die uns begeistert, so wie zum Wohl der Syamcr, welchc, nußieitct voii eincm Manne, den Ich mit Wohlthaten uberhäufte, tdre hccltg_c Pflicht auf einen Augenblick ver: gcscn mochten, wolletx Wir uns in cinem Unternehmen vereinigen, das, wenn es auch nicht gelingen sollte, wie Ick es im verflossenen September qewünicht härte, doch_ von dem Moment an, wo Wir in Gemeinschaft handeln, scxiie heilsame Wirkung_nicht verfehlen wird. Gern würde Ich vcrnünsttgen Bedm ungen, dirSie Mirvorzuschla: gen für qngemcffen halten möchten, eine Zustimmung geben. Ihre woblgcnctgte M. C.“

Das obengenannte Blatt bemerkt bei dieser Mittheilung: „Ohne ZWeifel wird dies Dokument die Aufmerksamkeit unserer Re ierung erregen, die berechtigt is, wenn sie dasselbe si'ir echt hält, daruber eine Erklärung von der Französischen Regierung zu ver- langen. Wir sehen nicht ohne Spannung weiteren Aufschldffen Über diese Sache entgegen.“

Kürzliche find aus den Archiven des auswärtigen Amtes zum Gebrauch fur die Regierung die verschiedenen Akte, welche das Parlament und die voilziehende Gewalt Großbritaniens mit Be:

' sen so

zug auf den Sklavenhandel erlaffen imd abgeschloffrn haben, be: sonders die neueren Verträge zur Unterdrücki-ng deffrlben, geord- net und übersichtlich zusammengestrlir worden. Herr Bandincl hat sich dieser Arbeit unterzogen, und sein Werk wurde auf Be: fehlLord Aberdeen's offiziell vertheilt. Es liegen in dieser Samm- lung zahlreiche Beweise vor, daß, sobald derileichen Verträge ge- wiffenhaftabeobachtet wurden, sie auch von rfolg waren und zu keinetx gefahrlicden Kollisionen zwischen den kontrahirenden Mäch- ten fuhrten. Holla'nd z. B., ein Land, dessen See: und Kolonial- Handel doch von hochster Bedeutung für dasselbe ist, schloß schon im Jahre 1818 einen Traktat mit England wegen gegenseitiger Durchsuchung, welchem “1822 und 1823 einige Zufaß-Artikcl hin: zugefügt wurden, und es ist seitdem keine Spur mehr von Skla: venhandel unter Holländischer Flagge vorgekommen. Aus dem Buche des Herrn Bandinel ehr unter Anderem auch hervor, daß die Convention, wrlche im ahre 1824 zwischen England und den Vereinigten Staaten in Bezug mzsdas Durchsuchungsrrchtunter: zeichnetwurdr, und welehe das Gesch uber den Seeraub, auf den Skla- venhandel angewandt, unmittelbar und gegenseitig fürdie Schiffe, Un- terthanen und Bürger beiderTheiiezurGi-itung bringen sollte, nicht des: halb die Ratification nicht erhirlk, weil Canning sie verweigert hätte, sondern weiledie Amerikanische Rrgierung dagegen Beden- ken fand. Als vorzuglich ermunternd und wichtig wird aber das aus der Bandinelsohen Zusammenstellung sich ergebende Reultat hervorgehoben, daß die Maßregeln zur Unterdrückung des e“kla- venhandels sehr wirksam sind, Wenn fie nur mit Ernst und Eifer ausgeführt werden. Herr Bandinel thut dar, daß der Sklaven- handel jrßk nur noch unter den Flaggen Spaniens, Portugals, der Vereinigten Staaten und Brasiliens und in Wenigen Fällen unter der Fiaagr Frankreichs getrieben werde; er zeigt, daß, seit dem Abschluß des T_raktats mit Spanien im Jahre 1835, der Spanische Sklavenhandel fast ganz aufge- hört hat, und daß in Folge der Akte von 1839, weiche Britische Kreuzer ermächtigt, alle im Sklavenhandel beschäftigte Portugie- sische Schiffe fest unehnien, die See auch von Skiavenhändlern unter Portugiefis er Flagge beinahe völlig gesäubert ist. Sobald die neuen Verträge mit Portugal ratifizirt find, wird zwar jene Akte aufgehoben werden, aber dafür wird durch diese Tt'aktate derselbe Zweck, und auf geseßmäßigere Weise, gesichert seyn. Seit jene Maßregeln in Wirksamkeit sind, hat denn auch, wie sich er- giebt, die Sklaven:€infuhr in Cuba und Brasilien sehr rasch ab: genommen. Vor dem Traktat von 1835 wurden nicht weniger als 40.000 Sklaven jährlich in Cuba eingeführt; im Jahre 1838 war die Zahl auf 28,000 gesunken, 1889 auf 25,000 und 1840 auf 14,470; es wurden also im Jahre 1840 nur noch halb so viel Sclaven in Cuba eingeführt als 1838 und fast nur ein Drittel so viel als vor dem Abschluß des Traktats mit Spanien. In Brasilien ist die Abnahme noch stärker gewesen als in Cuba. Im Jahre 1838 belief M) die Einfuhr von Negern, allein in Rio Janeiro, wie aus Britischen KWmisfionö-Berichten hervorgeht, auf 47,000 und in den anderen Hafen der Brasilianischen Küsie auf eben so viel, zusammen also auf 94-090; Im Jahre 1889 wurde die Gesammt-Einfuhr nur noch “Us 05_,000 geschaßt. Im Jahre 1840 wurden nur noch 7122 *" NW Jarieiro- und noch weni er in den andcrcn Häfen eingeführt, so daß in diesem Jahr die Yinfuhr nicht den sechsten Th?" von d" d?“ Jahres 1838 betrug. In Folge dieser abneh- menden Zufuhr von „Negern aus Afrika isi der Preis der Lehteren in Cuba und_Braslien auf das Vierfache, in Porto Rico auf das Doppel“ [Hekk'kgkm Doch dies ist nichtAlies, sagt HrrrBandinel, eo fängt elbsk in Cuba eine Stimme an, gegen die Sklavrn-Ar: beit und den Skiaveqhandel und Gunsten des. (Wien Arbeit Yi-Yx'si'Qkik ir si“ irie"- (* x en es 0 n- _ai't,o y ist hier an ekom Konzerte des philharmomschen Vereins zu [Zion, mM'ongerg; derselbe in der St. Peters-Kirche auf dem Cornhiu die Orgel

spielen, Belgien.

Brii el, 12, Juni. In der vorgesirigen Kan1mek-„Si „ng arte der inisier des Innern sl? beklagt, daß man die D am der das Kriminal esetz so in die änge ziehe. Herr Dolez erwie-

derte, dies sey nat rlich, da die Regierung sehwach wäre und fich von Anderen Befehle vorschreiben ließe. Herr Eloy de Burdinm bemerkte ebenfalls, es sey schon Alles gesagt. was zu sagxn sey. Herr Delfosse entgegnet ihm, es sry nicht Jedem das Was:

* der Prag-Dresdmer

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_ eingegeben, daß er gleich von vorn herein eine be: stimmte Meinung habe. Der Präsident fand diese Bemer- xung unpariamentarisch , und ?err Delfosse stellte deshalb in der gestrigen Sißung dcn Pr fidenten zur Rede, daß er die Opposition gleich table, aber die Beleidigungen der anderm Partei ruhig durchgehen lasse. Diese Aeußerung erregte einigen Sturm. Man verlangte die Tagesordnung, aber der Präsident erklärte, wenn _man blos einfach zur Tagesordnung übrrgehe, werde er seine Stelle niederlegen. Dir Ta csordnung Wurde darauf ver: worfen und förmlich erklärt, der Präsident sey in seinem Rechte grtvesen, lehtei'es mit 50 Stimmrn; 20 Mitglieder stimmten nicht mit.

Bei den nächsten Srptemberfcsken wird wieder ein Gesangs: Konkurs sattfind'en. Mehrere Deutsche Liedertafeln haben schon ihre Wkitwii'kung zugesagt.

Deutsche Bundesstaaten.

nx DreSden, 13, cKuni. Dcr Wollmarkt hat, froh einer ziemlich ansehnlichen Maffe von Wolle in allen Sorten, froh des schönsten Wetter:! und der Anwesenheit von sehr vielen Fremden, ein Wenig günstiges Resultat gebracht. Wie es scheint, wollten sich dir im vorigen Jahre gemachten Prophezeiungen, als würde 1842 den Woliverkäusern Erfreuliches bescheeren, an den bisheri- gen Frühlings:Wollmärkten nicht bestätigen. Ob die in dieser Woehe satrfmdrnden Wolimärkte von Stettin, Kassel und Berlin bessere Preise und größeren Absaß bringen werden, ob diejenigen Ende c'iuni zu Lübeck, Magdeburg, Dan ig, Hildesheim, ob die ZulimZi'kte zu Braunschweig, Nürnberg, annovei', Heilbronn, ob der Augusimarkr zu Braunschweig, - zu wi'inschen wäre es wahr: [ich, da die Deutsche Isolle an der Australischen und' Russischen immer bedrohli ere Konkurrrntrn findet, und namentlich die einst weltberühmte ächsische Mrrinowolle bei allen Anstrengm'igrti mit der Englisrhrn nur schwer rivalisii'rn kann. Bei weitem gunsttgrre Aussichten fi'ir den Deutschen Wollhandcl eröffnen sich indrß, je- mrhr der Zolj-Verein sein Gebiet ertveitert, jemehr er den Meeres: kästen zusirebk, vor Allem aber jemrhr sich das kontinentale Eisen- bahnneß ausdehnt.

Se. Durchlaucht drr regierende Fürst Swnrdza vonder Mol: dau verWeilre mit seiner Gemahlin und der Fürsiin Ghika cini e Tage in Dresden. Noch bemerkten wir außer vielen nach Bd : mm oder in die Taunus:.Bäder eilenden Muffen, Polen und Eug- ländern, unter den Fremden, deren man im Monat Mai gegen 5000 (wovon 3320 in den Gasthäusern) zählte, - den Oesierreichi- schen Gesandten am Französischen Hofe, Grafen Appony.

Das so eben bei RudolfWii-grl in Leipzig ausgegebene Schrift-

cken „über den Zustand der König!. Gemälde:GaUerie zu Dreßden xc. von von Quandt“ verdient insofern große Beachtung. als es, wenn auch in etwas formloser Darsteliung, die Srhäden, an Welchen Unsere weltberühmte Callerie leider, ausführlich bespricht. Seit 34 Jahren sind dieselben Gegenstand aligemeiner Klage ge- Wesen. Die meisten Gemälde sind sehr vertrocknet,_Meisker und Schüler oft weit von einander entfernt, auch Gemaide niederen Ranges und schlechte Copieen vorhanden, die ausgemerzt zu wxr- den ori'dicnen, Die Lage der Gallerie, in der Mitte von, Bin“- gerhäusern, von Bäckereien, Schmieden :c. ist höchß gefahrlich, und die zweckmäßige Erbauung eines Museums und zwar in der Grundform eines Oblongiums mit Risaliten, etwa 'in einer hoch- gelegenen Vorstadt wünschenswerrh. Der Bau wurde gar nicht so bedeutend, wenn man das Musezim nicht prächtig auszierte, und die Zahl der Gemälde -auf die' Hälfte ihres jeßigrn Umfangs reduzirte.- (Die bis -'-jrßtkreftamii*teniGemäidr bilden grade ein Viertel der ganzen Summimig) .Auf diese Weise könnte aller: din s das neue Museum-"ntit i.?)iMiUion Rthlr, volisiändig und sch n hergestellt werden. ' -“ “-'

Göttingen, 4. Juni. (A; Z.) Nach dem amtlich ange- fertigten und demnächst auszugebcnden Vrrzrichniß des Personal- standrs der Universität beträgt die Gesammtzahl drr Studirenden 728, worunter 249 AuUänder; und zwar 173 Theologen, 268 Zu: risken, 204 Medi iner, 83 zur philosophischen Fakultät Gehörige. Der Stand der esammtzahl ist erade derselbe wie im vorigen Semester, die Zahl der Ausländer at sich aber um 11 vermehrt, Hieraus ergiebt sich die Unwahrheit der Nachricht, als habe sich die Frequenz abermals vermindert, In dem Jahre unmittelbar nach der großrn Katastrophe im Jahre 1887 sank“ die Zahl der Siudirrnden von 905) auf 656; seitdem ist fie wieder von Jahr zu Jahr in die Höhe gegangon, wie man aus folgender, aus amt: [ichen Quelien geschöpftcn Uebersicht der Frequenz der lehren vier Jahre ersieht:

Gesammtzahl. AUYZde-r.

Winter:Semesirr 1888-39 656

Sommer:Semesker 1889 664 203 Winter-Semesier 1839-40 675 216 Sommer-Semesier 1840 693 223 Wintrr-Semeffer 1840-41 704 2:31 Sommri':Semesier 1841 703 211 Winter-Semesker 1841-42 728 238 Sommer-Semrsier 1842 728 2-19

Die Nachwirkungen der Vorfälle von 18:37 find am fühlbar- sken in der Frequenz der philosophischen Fakultät geblieben; be: sonders sind wenige Philologen gegen früher hier. Der Verlust an Lehrern war in der philosophischen Fakultat, besonders im hiüorisch:philologischru Fache am größten, denn zu den schtveren Verlusten von Dahlmann, Gor-vinus, den beiden Grimm, Ewald und Weber kamen noch die in voller Kraft durch den Tod ge: brochenen Männer Otfried Müller und Herbart und der Abgang Ranke's nach Berlin. Hoffentlich kann binnep kurzem von der Acquisition eines anagezrichneten Philologen berichtet werden.

Göttingen, 7. Juni. Eicherem Vernehmen nach, hat Professor Hermann.in Marburg den an ihn. ergapgenen Ruf an Otfried Müller's Stelle angenommen und wird seine Vorlrsungen im nächsten Herbst dahier eröffnen. Eine würdigere Wiederbe- sehung des seit zwei Jahren verwaisten Lehrfachs der Archäologie hätte man nicht wünschen können. Es is! hier allgemeine Freude darüber, da Hermann nicht nur als Gelehrter, sondern auch als

Mensch überall hochgeachtet ist.

Braunschweig, 12. Juni. Se. Durchlaucht der Herzog ist von der nach Italien unternommenen Reise gestern in die hie: sige Residenz wieder zurückgekehrt.

Oeßerreich. [ “4- Pro 7. uni. Durch die Umsicht des Chefs un eres Eisenbahnwesyris hatJdas Pro'ekt der Staatsbahn zwischen hier und Dresden nunmehr eine endung genommen, die aufs neue

d::sxueweis Zeesen, Fit, reikihich die Gesammt:Zdnnrt ck33!“ :" _ en aats- mern mm erwo wer en. a - ch dn 9S für Womitteum des Terrains

chen der * enieure ,:ighn, die früher schon von essen Speku-

lanten projektiree Richtung durch das Clbthal einer genauen Un: tersuchun unterzogen hatte, geschah zufolge höchster Anordnung ein Glei es in Beziehung auf die Toxir nach der Reiehenber er Er end von Liboch an der Elbe über Hirschber . Niemn, Ga el nac? Pankraß, wo die Bahn die Gränze übers reiten und vermit- telst der Zweigbahn von Zittau der Schlesich-Säcdfischen Bahn sich anschließen würde. Gegen die friihere BehauptunEg des Eleal- bahn-Comitö's: daß nur in dieser Riechtung eine isenbahn- er- bindung zwischen hier und Dresden moglich, hat sich nun durch die vorgenommene Untersuchung des Reichenberger Projekts die- ses [ehtere als viel vortheilhafrer herausgestellt._ Nach den vorge- nommenrnNivellemi-nts isi das Terrain von Libach Tegen Nordo

bis Gabel sehr günsiig und zwar unter einem ger ngerm Ste- gungs-Verhältniise als 73,7; bei Ueberßeigung deo Gränz-Gebirg'tt srldsk ist die Steigung zwar etwas starker und stellt fich auf «;., was aber durch einen leicht ausführbaren kleinen Tunnel sehr? n- siig umngialtrr werden kann. Uebri ens bieten die sanft a fal- lenden Seitenflächen des Gebirges mreichmd Raum und Mit- tel zur Verbefferung der Niveau: erhälenisse, hesonders wenn nach den bioherYen Lokal : Ermittelungen die bei Hirsch: berg gewonnene „dhe beibehalten werden kann. und man nicht wieder in das Flußthal des Polzen herabzusteigm braucht. Zu dem entschiedenen Vorzuge, weichen daher der Ausspruch der Ingenieure dieser Richtung vor jener im Elbthale schon rücksichtlich der Terrain:Beschaffenheit einräumt, gesellen sicb nach

d d wi ti e Röcksi ten, die in Bezieht"! auf zahlreiche m'eFZT-x? !?th grßhßegVerke rséCrleichm'u-igen die Fra :Dreidener

!* Jahn durch das nordöstlkche Böhmen und die aniß schon im voraus als eine der frequentesien und wichtigsten von ganz Deutsch- land erkennen (affen. Während nämlich die Clbthal-Bahn, außer den? Spinnereien und einer Geschirr:Fabrik bei Telschen, weder dies- noch jenseits der GränzeOrte oder Gegenden berührt, die in ir end einer Be- ziehung zurJndustrie schemüberdies für diePersomn- re umzdurch die Dampfschifffahrt und für den Güter-Transport dur die wohl- feile Wasscrfracht auf der Moldau und Elbe an Ertrag sehr be- einträchtigt werden würde, tritt die in dsilicher Richtung zu föh- rende Bahn, bald nach ihrer Entfernung von der Elbe in die in: dustriereichsien Bezirke der Monarchie, von BöhmisÖ-LYWM Fayda, Reichenberg, deren Bevölkerung mitunter bis auf 17,000

eelen per Quadratmeile steige; jenseits der Gränkze, auf dem Zuge nach Dresden, berührt sie die reichen und beVÖl erten Städte der Lausih Zittau, Herrmhuth, Löbau und Bauherr mit den um- liegenden roßen Fabrikdörfern, von denen mehrere 10-12,000 Seelen len. Außer der Erleichtrrung des 1th schon sehr be- deutenden kommerziellen Verkehrs zwischen Böhmen und der Laufis, verbindet diese Bahn Prag und die wichtigsten Industrie:!Oistrikte über Zittau und Banken mitBunzlau, Liegniß und Breslau, dann über Bunzlau mit Frankfurt a. d. O., bringt uns hierdurch also rechts in direkten Verkehr mit Stettin, so wie links über Dresden mit Hamburg, wodurch in unserem Lande die große Ga: bei einer .Bei 11 gebildet würde, welche den am Adriatischen Meere bereits so bluhenden Handel mit der Levante, dureh die Tries- Wien:Prager Bahn, in kürzesier Richtung zugleich mit der O!?- und Nordsee verbinden würde -- Resultate, dir gewiß geeignet smd, d'ieserRichtung den Vorzug vor jener durch dasElbthal zu eben. Das emzige,waszu Gunsken der lehrerin sprechen könnte, w re dir viel: leicht'nidgliche Abkürzung der Fahrt um 1 Stunde, was aber, gegenuber eden angedeuteten, mehrseitigen, wichtigen Rückfichten, kaum als ubcrwiegend anerkannt werden dürfte, Se :* erfreulich ist übrigens die bereits erlangte Gewißheit, daß die eisheitauch drr Königlich Sächsischen Regierung dem Projekte der Prag- Dresdenrr Bahn in östlicher Richtung i'iber Zittau mit entschiede- ner Vorliebe zugrwrndet ist und bereits in diesen Tagen für die Zweigbahn von Löbau über Zittau an die Böhmische Gränze die DetailMiveliements vornehmen läßt, zurBewrrksteliigung des An: schlusses dieses Flügels an die bereits bewilligte Lausitzer Bahn für die Verbindung Sohlefiens mit Sachsen.

Die Brandschäden häufen sich in unserem Lande auf eine beunruhigende Weise, und außer zahlreichen Feuersbrünsken in den Dörfern ist die Stadt Hollis im Chrudimer Kreise der dritte rößere Ort, welcher seit 4 Wochen beinahe ganz ein Raub der

l_amnien wurde. Trösiend übrigens ist es, daß auch hier; wie beie dem Brande'der Städte Pasau und Hirschberg, die uner- mudliche Wohithatagkrit der Bewohner Böhmens fich bewährt.

Schweiz.

Genf, 0. Juni. Die neue Verfassun ist am 7. Juni an- genon_1mrn worden. Von 11,586 [iimmfäJigen Bürgern haben nur „4:10, weniger als die Hälfte, an der Abstimmung Theil g'e: "QMM?"- Von dies?" 5430 stimmten 48:37 für Annahme, 543 fur Verwerfung drr Verfaffung, 50 Stimmen waren verloren. Die Absiimnmng ist ganz ruhig abgelaufen. Die Wahl der Groß: räthe wird am 11). oder 17. Juni stattfinden.

Spanien.

Paris, 11, Juni. ?[uf telleaphiscbem Wege sind hier Nachrichten aus Madrid vom 7ten eingegangen, welche Folgendes melden: „Gestern hat der General Rodi! das Kriegs:Minisirrium und den Auftrag angenommen, ein Kabinet zusammenzuse en, deffen Chef er seyn soll. Man hat versucht, in Burgos die on- skitution von 1812 zu proklamiren. Der General Hoyos ist von Madrid aus mit Truppen abgesandt worden, um jenen Versuch zu unterdrücken, Die Regierung hat energische Cirkulare gegen jede Bewegmig dieser Art publizirt.“

Türkei.

Kon antinopel, 25. Mai. (71. ,I.) Wie bereits ange- deutet, [ie t die Pforte die Unruhen im Libanon als gänzlich bei- gele e dar. Die Pkaroniten sind nach der Behauptung des Groß- We irs mit dem gegenwärtigen Zustand zufrieden, Omar Pascha habe sich als ihr wahrer Freund gezei t, indem er die AnmaßuU: gen der Drusen unbederen Gewaltth rigkeiten gegen die Christen des Libanon unterdrucxt, den Leßeteren es möglich gemacht habe, mit dem Seriasker uber die kunftig zu treffenden Majre ein frei zu konfcriren und so durch eigene Mitwirkung an dem an einer neuen Versassueng und Verwaitung Theil nehmen, deren wohnhäcjge Fluch“, sich bald im Gebirge fuhlbar ma- chen werden. Auch beweist der Gkoß-Wxslk durch die s rife- lichen Protesiationen der vorzüglichsien christlichen Gebirge: hefs die Unmöglichkeit der 'Wiedereinsehung der Familie Schahab oder der Erhebung irgend eines minder bekannten Maronitisthen Scheiss zur Würde eines ersten Emirs. Selbst der seither in Konstanti- no el anwesend gewesene Abgesandee der Maronitm, MUMNBW ha e endlich die wohlmeinenden Absichten der Pforte einsehen ge- lernt. Die Pforte warnt die fremden Mächte vor jeder ferneren Intervention. die jeht den Charakter einer wirklichen Aufwiegelung der gegenwärtig ruhigen christlichem Bevölkerung des Libanon an- nehmen mk- te. Dies wäre also das Resultat der durch den Groß-

errlichm mmissar Selim Bey in Beirut angestellten Unter- uehung; sein Bericht is eine unbedingte Rechtfertigung des Be:

***-“._. «*...-„„

i skrs wie Omar Pascha“. Dao Manöver 71932)? akte]: ?ixrdaurceh Bestechung und Gewalt bewirkte Erklä-

run der Maroniten über ihre Zufriedenheit mit dem egenwär- Ugugu Zustand und über die Unzuiässgk?“ d?!" W'kdékéejkskellung eines christlichen Emirates ist den nach dem Schlusse dw Londoqer Vertrags vom Jahre1827 von vielen Griechischen Capitainen em: gesendeten Erklärungen von Unterwerfung ""k“" die Pforte, selbst

des e e nach Beirut abgereisten mardnitiscbm YZPYYYZZUFÜB ZesÉ-ikm) dem Benehmen des damal- en Pa: triarchen Agathangelos zu analog, als da man sich i“- er den wahren Stand der Dinge täuschen lassen k nner.

Aegypten. 3 en 24. Mai. (A. Z.) Die Handels-Verh lt: nisse ?xxxKYTrkzabi-n fich nm) so gesialtet, daß fie, allen ujnserrn si'klhkl' g,?)egtm Wünschen sckzrindar entsprechend, in der Wirklich: keit Resultate (wenigsiens fur die nächste Zukunft) hrrbeifuhret), welche uns keinesweges befriedi en können, Der Handel mit Baumwolle ist allerdings frei er iärt worden, Wird aberkeden so mmi wie früher betrieben werden können, weil der ViceeKonig als Kon urrrnt auftritt und höhere Preise als jeder andere beztht. So hat er denn auch bereits den „übrig gebliebenen meyigen Freibauern den Preis von 200 Piastern zugesichert, war er sagt, um die Kultur der Baumwvlle nicht ersxerden' zu lassen, was bei einem niedriqeren Preise der Fall seyn wurde, im Grunde aber nur, um die Europäischen Kaufleute fern zu halten, denn diese können kaum 140 Piasier bezahlen, und zwar in Folge des ungeheuren ?susfuhrzolls, der, beinahe 33 pCt. auf den Werth ausmacht, während er ursprun lich doch mir 12 pCt. betragen sollte. Neue beschwerendr Ver ügungen zu drn schon besehen: den efi'igt, werden den Handel nut anderen Artikeln ebenfalis sehr eschränken, um so mehr, als Jute zwei Drittel_ des Aegyd: tischen Bodens in den Händen Vehmed Ali'S, seiner Familie und seiner Sateliiten smd, Weiche alle die Produkte ihrer Lände: reien an einige wenige Begunsligte absetzen, der Masse dcs Handelssandes aber nichts zukommen lassen werden, Es haden schon ähnliche Transactionen siattgehabt und Mehmed Lili selbst hatte vor kurzem den Ertra von 30,000 Mit Sesam erst zu besäenden Fedanen an zivei einer Günstlinge gegen Vor: schu der Hälfte des Preises auf den angenommenen Ertrag vcr- kau t. Auf die Vorstellungen des Englischen General-Konsuls, der darin eine VerleYung der Interessen Britischer Unterthanen ah, Wurde das Gesch ft rückgängig gemacht, wird nun aber durch uctionen bewerksteliigt und zwar mit Vorschuß des ganzen Be: trages. Es ist dies die Rückkehr zu rinem alten System, das drn Kaufleuten großen Schaden brachte, indem Mehmed Ali ihnenin früheren Zeiten das Verkaufte oft erst nach zwci Aerndten ablie-

ferte und meisiens mit ihrer Leichkgläubigkeit Mißbrauch trieb. ' Mehmed Ali verleu net nirgends seinen Charakter, und da!!?

ein kleiner Vorfali, der ?ich gestern zutrug, wieder chat'aktrriiiisch. Schon verschiedenrmale waren ihm von den Marine:€oldatcn Vorsfeliungen wegen des rückständigen Solbes gemacht worden, die er immer aber mit einem „Bacalum“ zu beseitigen wußte. Gestern nun umringce eine Schaar derselben seinen Wagen, als er am Hafen hinfuhr, brachte ihn zum Stehen und erneuerte ihr Geschrei - um Brot für ihre Familien. Mit einer Bewegung des Zorns deutete Mehmed Ali auf die daselbst aufgehäufte'n Brennholz:Vorräthe und sagte: Esser Holz! Daß nahmen_die Soldaten aber wörtlich, fielen mit ihren Weibern uber das „Holz her und schleppten davon we , so viel nur jeder schleppen konnte. Heute aber werden überall achsuchungen nach diesem Holze an- gestellt und den unglücklichen Znterpretatoren regnet es Hiebe, [kart

des gehofften Geldes - oder vielmehr Brotes!

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Inland.

Berlin, 16. Juni, Der Staats:Minisier von Rochow hat Se. Majestät den König in Folge seiner sehr angegriffenen Ge: sundheit um seine gänzliche Entlassung aus dem Staatsdienst ge: beten. Se, Majestät haben dies Gesuch jedoch nicht zu bewilligen, sondern den Minister von Rochow nur in Berückfichtigung der Gründe desselben von der Verwaltung des Ministeriums des Innern zu entbinden, und ihm einen mehrmonatlichen Urlaub zum Gebrauch der Bäder zu bewilligen geruht. mit dem Vorbe- halt, von seinen Diensten wieder anderweitigen Gebrauch zu ma: chen, sobald die Gesundheit des verdienfivdllen Staatlimannes, wie zu hoffen, sich wieder ganz hergestellt finden werde. Bis dahin behält der Staats-Minifter von Rochow seine Seelie im Staat:;- Ministerium und im Staats-Rath,

Stettin, 8, Juni. (Börs, Nachr.) Sicherem Verneh- men nach, wird die Eröffnung der Strecke der Berlin-Stettiner Eisenbahn zwischen Berlin und Neustadt nieht, wie allgemein seit- her erwartet wurde, schon am 1. Juli r., sondern erst 10 .“) 14 Tage päeer erfolgen, und zwar, weil die Inspection und Abnahme von eiten der vorgesrhten Behörde noch diese Zeit kostet, wäh- rend andererseits die Bahn selbst, wie man hört, schonzum 1,3140 völlig fertig und fahrbar wird.

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Bemerkungen über das Verhältniß der Gymnaüen zu den Univerfitäten, und zu den Bedürfnissen des Zeitalters.

(„Schluß. Vergl. St, Zig, Nr. 165)

Noch weit unsicherer werden alle Folgerungen, Welche aus ei- ner Vergleichung der Schülerzahlen in den untern und niittlern Klassen zu ziehen seyn wfirden; denn es wird immer gewöhnlicher selbst an Orten, wo sich Gymnasien befinden, Kinder nur erst dann in dieselben eintreten zu lassen, wenn sie schon in andern Lehranstalten zur Aufnahme in die mittlern Gymnafialkiassen hin: länglich vorbereitet find; daher ist besonders die Schülerzahl in den untern Klassen der Gymnasien in beträchtlicher und immer- fort wachsender Abnahme, wie sich dies auch aus den oben ange: führten Durchschnittszahlen ergiebt. -

Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Verminderung der An hl immatrikulirter Studirender, welche seit 1831 so sehr beme ck wurde, nicht aus einer Verminderung des Wohlgefal- lens an wissenschaftlicber Beschäftigung hervorging, sondern allein dadurch erzwungen wurde, daß die ewerbUng um Stellen im Dienste des Staats und. der Kirche den Bedarf “an hinlän lich hesoldeten Ri ern, Verwaltern, Pfarrern und Lehrern bei we tem Ubkkskieg. De verminderte Zahl der Gymnasial chüler ist aber dadurch nur in somit erklärbar, als die G mna ien ur Vorbe- reitun auf die Universitätsskudien dienen. ar und lieb dieses ““ck in die musica Zeiten die wesentlichste Bestimmung der-

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selben; so wurde der Gymnafialuntxrricht doch auch [ängßens schon von Schülern benuht, welche nicht zu den Fakultätsstudim der Universitäten vorbereitet, sondern nur mit einer edlern Bil- dung, als der bloße Elementarunterricbt zu geben vermag, zu den manigfaltigen Stellungen im Leben übergehen sollten, Welche an er: halb des besondern Gebiets jener Studien liegen. Das Bedarf- nij einer solchen Bildung ist aber in deri neuern Zeiten sehr viel ausgebreiteter geworden, und fortwährend m schnel1em WachSthume. Der Staat fordert diese Bildung von den Oberoffizieren in feinen Heeren, und von alien Beamren in den technisdhen Zweigen der Verwaltung, deren Stellung sich einigermaaßen über den rein mechanischen Subalternendienst erhebt. Aber auch außerhalb die: ses weiten Kreises wird eine solche Bildung immer allgemeiner zum Bedürfnisse und selbst Zur AnstandSpfiicht für alle diejenigen, welche sich liberalen Besch ftigungeen, das isi: solchen widmen, welche neben mehr oder minder korpzrlichen Fertigkeiten, vor- nämlich Ueberficht und Anordnung, uberhaupt geistige Auffas- sung ihrer Aufgabe fordern. Der Landwirts), welcher sich über den Bauer, der Fabrikant, welcher sich über den Handwerker, der Kaufmann, der sich über den Krämer erheben will, kann nur im Besse solcher Bildung Erfolg von seinen Arbeiten und “.)[chtimg unter seinen Genossen ermartm. Selbst der mässig? Rentnei'wii'd das Gespött der Kreise, worin er lebt, Wenn er seineGem'is'eniäzt wenigstens mit dem Scheine solcher Bildung 11 würzen vermag. Nicht allein die Zahl der Menschen hat sich seßrvermchrk, welche dieser edlern Bildung bedürfen, soudern die Begriffe von dem Um: fange der Kenntnisse, Woche zum Ansprache auf den Besitz dersel: ben berechtigen, haben sich auch in einem noch höhern Verhältnisse erweitert. Noch vor siebzi Jahren war aufferhalb des Kreises der Fakiilrätsgelehrten die ahl derjenigen, welche solcher edlern Bildung bedurften, und der Umfang drr dazu gehörigen Kennt- nisse so gering, daß es hinreichend erschien, Knaben und Züng- |inge, die nicht zum Stande der FakultätsZelehrten übergehen soll: ten, den für diese bestimmten Gymnasialunterricht so lange denn;- zen zu lassen, bis dir trchnischen Vorübungen für ihren Beruf sie von dcn Schulbänken abriefen. Sie brachten von diesen in das Leben mit diejenige Uebung des Gedächtnisses, und im “.)[nffassen und Nachbilden eines mündlichen und schrifciichen Vortrages, welche der Erfolg einer! jeden rrnsilich und versiandig ais Znskru: mentalkenntniß beschriebenen Sprachunterrichts isi, ins Besondere doch auch eine größere Fertigkeit im Gebrauche der Muttersprache, we1che schon aus den Uebersrßungen der Schriften des klassischen Alterthums in dieselbe gewonnen wurde; endlich auch eine Kennt- niß drr vielen in den Umgang der gebildeten Stände übergegan- genen geschicktlichen Notizen, bildlichen Ausdrücke, Wörter und Senkenzen, welche die neue Zeit von der alten entlehnte. Wenn auch eine solche Ausstattung jeßt unzurcichcnd erscheint; so hat fie doch keiiirsweges einen geringen Werth und erleichtert aiich iki dir: ser Beschränkung schon sehr wesentlich den technischen, gnitlichen und gewerblichen Gieschäftsbetrieb. Es muß, um Mißverstandnissen vorzubeugen, hierbei ausdrücklich bemxrkt werden, daß UUZk) der Umfang der Fakultätssiudicn damals in so fern weit beschrank'trl' War, als die sogenannten KameralWissenschaftrtZ noch eben „erst in den Kreis der akademischen Vorlesyngen eingeri:„ht't, und die mei: sien Vorlesungen in der philosophischen Fak'ultat nur auf unmit- telbares ?anenden in den drei obern Fakultaten gerichtet wurden.

Die Gewohnheit, in den Lehranstalten, Welche für die Fakul- tätssiudien in jener deschränkteren Ansicht vorbereiteten, auch über: haupt den Unterricht für alle Bilduag zu -suchen, welche sich über den Elementarunterricht und die technische Anleitung erhebt, blieb auch späterhin um „so mehr vorhkklschrnd, als fich die höherenAn: forderupgen “Uf, B'WUUI ausserhalb der Fakultärskreisr doch nur allmahlich entwrckeltrn, und Jedermann geneigt „s, die Bxldungg: siufé, worauf er [SWK stkhk- zur Grundlage seiner Urtheile über den Erfolg der BildunZsmittrl zu machen, _ Die Regierungen selbst festen voraus, da die Vorbereitung nicht nur für die Uni- verfitätssiudien, sondern auch ffir alle Lebensverhälrnisse, welche noch ausserdem einer höhern Bildung bedürfen, zunächst nur von den Gymnasien ausgehen könne, und bestimmten daher, daß dieje- jenigen, welche sich drm Dienste des Staats Unter solchrn Ver: hältniffm widmen wollten, den Besiß derjenigen Vorkenntnisse nachzuweisen hätten, die der Gymnasialunterricht auf einer nach den Klassen desselben bestimmten Sense verleiht. So war bei- spielsweise die Nachweisung solcherKenntniffe, als zum Uebergange aus der zweiten Gymnasialklasse in die erste gewöhnlich erfordert worden, die Vorbedingung zur Aufnahme als ElWe für die mei: sien technischen Zweige der Preußischen Staatsverwaltung. Die Gymnasien überkamen hierdurch neben der Bestimmung, skir die Univerfitätsftudien vorzubereiten, auch die, sich jährlich an Zahl und Bedarf von Kenntniffen mehrenden Schülern diejenige Bil: dung u geben, womit sie zur Anleitung für jeden Lebensbei'uf übergeéen solitrn, Welchrr auch ausser dem Gebiete der Fakultäts- wissenschaftrn nach den Begriffen drs Zeitalters wiffrnschafcliche Bil: dung erfordert. ?Nit den Fortschritten der aligemeinenBildung werden zwar immerfortKi-nntnisse, welchc theils garnicht, theilsnurin sehrbe: schränkkem Maaße dem ältern Lehrplanr der Gymnasirn angehören, in solcher Auödehnung Grmeingur, daß auch jeder durch Universitäcs: studien Gebildet? derselben bedarf, um neben der Stellung im Leben, welche seine Fakultätswissenschafc ihm cmweist, auch diejr: nige eines Mannes von allgemeiner Bildung zu behaupten. Aber eine Erweiterung des ältern Lchrpianes der (Gymnasien wird da: dgrch'keineesweges bedingt. Zeder Studirende, welcher das Be: durfmß fuhltx sich solche Kenntnisse anzueignen, wird dieselben durch akadeimsche Vorlesungen neben seinen eignen Fakultärssiu: dien sehr viel zweckmäßiger-erwerben können, als es durch den Gymnasialunterricht möTlich ist. Drnn solche Kenntniise werden aufden inversitaten von “ehrern vorgetraZen, welche sich ausschließ- lich damit beschäftigen, und von Zuhorern vernommen, welche reiferes Alter und richtige Würdigung ihres Werths zur würdigem Auffassung. derselbetx befähigt. Das; für höhere und angewandte Mathematik und fur die Naturwiffenschaftrn einerseits, und für Länder: und Völkerkunde, neusie €kaatengrschichke, und allgemeine politische Bildung anderseits mit solchen Mitteln auf Untrarsl- täten sehr viel mehr geleistet werden kann, als die GyMnasien mit den ihrigen vermö en, bedarf keiner weitern Ausführung, Zerstrruting durch die anigfalcigkeit der Gegenstände drs Wis: sens is in der Stellung eines Studirenden besonders in den spä- tern Jahren. dry Universitätslebens viel weniger zu fürchtrn, als in den Schulerjahren, urid eine Verlängerung des gewöhnlichen dreixgkrigen Zeitraums fur die akademischen Studien in einen vierxa rigen wird duroh volikiändigeres Ausreifen für das Leben, und demgemäß schneliere Fortschritte auch im Bereiche der Be: rufsgeschäfke reichlich belohnt. '

Ganz anders skkllkn sich die Forderungen an die Gymnasien- wenn es nicht mehr ein gelegentliches Nebengeschäfk, sondern wenn aucki nicht der höchste. so doch der nächst diesem wichtigste Zweck derselben is, auch auf das Bedürfniß derjenigen Schüler Rückscht z:! nsWM-„Welche vom Gymnasium unmittelbar zur praktischen

"““"" fur technische Verrichtungen übergehen. Hier kann dem

spätem ?achholen bei Weitem weniger überlaisen bleiben, diese

Schöler bedürfen vielmehr schon beim Eintritte in ihr neues Le- bmsverhältniß einer Aussattung mit solchen Kenntnissen, welche der ältere Lehrplan der Gymnasien nicht in sich begriff, und es ist, sogar PLUM, ihnen dieselbe so vollständig zu geben, als es bei mmder _rei er Urtheiiskraft und mangel aften Lebensanfichten in diesem jugendlichen Alter nur irgend m glich bleibt, Denn Ge- legenheit, das Vei'säumte später nachzuholen, eröffnet fich ihnen mehreritheils nur zufällig, und der Trieb, sie zu benuhm, wird ge: meinhm nur dadurch auf ereßt, daß sie schon Bildung genug em- pfangen haben, um das Öcdursniß einer Erweiterung derselben zu fühler), Der Lehrplan der Gymnasien hat daher um so dringen: der einer großenaErweiterun bedurft, jemehr die Zahl dieser Schü- ler wuchß, imd ]emeh'r die “Forderungen an dieselben fich steigerten. Ariel) diejenigen Schuler, welche für die Universitätsstudien vorbe- reitet wrrden, rmpsangen diesen erweiterten Unterricht schon des- halb, Weil es unbillig rrscheink, ihnen ein Bildungsmittel vorzu- enthaltkrn, welcheß denjeni en dargeboten wird, die verhältnißmäßig doch fur eine mander hoZe Ausbildung besiimmt zu sein scheinen, Das hat aber die nachtheilige Folge, daß sie mit diesem Gymna: fialunterrichte sich im Leben überhaupt behelfen zu können glauben, und deshalb den voljüändigeren zu benutzen versäumen, welcher auf Universitäten dargeboten wird. Der verhältnißmäßig spärliche Besuch der akademischen Vorlesungen über die vorsehend benann- trn allgemein bildenden Kenntnisse, deren Best? das Zeitalter doch fur unerläßlich achter, wird nur hierdurch erklarbat'.

Aus dieser ErWeitertin des Lehrplans der Gymnasien ging nun die Nothwendigkeit Ferdok“, vielerlei sehr verschiedenartige Kenntnisse gleichzeitig zum Gegenstande des Unterrichts zu machen. Die Dauer des Gymnasialunterrichts wird durch den Zeitraum, dessen die “Mensehen insZemein zur Entwickelung ihrer Geistes: kräfte bedürfen, auf etwan acht Jahre oder wenig darüber be: schränkt, und ist einer erheblichen Verlängerung schon deshalb nicht fähig. Die Zeit für den erweiterten Unterricht konnte daher nur

deurch Verminderung drs Aufwandes an Zeit auf Uebungen der korperlichrn und geistigen Kräfte qewonnen werden, welehe

bis dahin ausser dem unmittelbaren Bereiche drr Schule gelegen hatten, theils indem die Zahl der Unterrichtsskunden vrrmchrc wurde, theils und am meisten wohl durch Erhöhung der Anforde- rungen an den Privatfleiß außer denselben. Es ist verschiedentlich beklagt worden, daß den Schülern die Zeit zur Stärkun des Körpers und zur freien selbstständigen Uebung der GeistesYräfte hierdurch zu sehr verkümmert, und der Gymnasialunterriche eben: deshalb fur das Leben selbst minder fruchtbar werde, weil der Mr_nsch bei dessen Benußung für seinen Beruf im Mannesaltrr derjenigen körperlichen Gesundheit, Gewandtheitund ausdauerndrn _Kraft, des unbefangenen Blickes auf die Aussenwelt und des freim Llufschwuyges in eigenthümiicher Geiftem'ichtunZ entbehre, Welche diir_ch freie Körper: und Geistesthätigkeit zu grunden, dem Gym: n'asiasien zu wenig Zeit gelassen würde. Diese Klagen sind viel- faltig wiederholt, im Preußischen Staate besonders aber in den höchsten Kreisen der Regierung durch einen Aufsatz mit der Ueber: fchrift: „Zum Schulze der Gesundheit in den Schulen“, asngrregt worden, womit die medizinische Zeitung des Vereins für „Heilkunde in Preußen zum Anfange des Jahres 1830 ibren fünf: ten Jahrgang eröffnete, Zahlreiche Gegenschriften von mehr oder minder gediegenem Znhalte erkannten zwar an, daß den Schülern alicrdings jeht ein größerer Aufwand an Zeit und Kraft angr- muthet werde, bestritten jedoch, daß dieses gewöhnlich in einer der freien Entwickelung ihrer Körper: und Geißeskräfee nachtheiligen Ausdehnung geschehe, oder gaben höchstens die Norhwmdigkeit einiger Veränderungen im Lehrplans zu, um Brsorgnissr, welchr

sie doch nicht für erheblich hielten, jedenfalls zu heben. Wiefern der Lehrplan wirklich einer Verbesserung bedurfte, und wieweit Hinreichendes seitdem dazu geschehen iki, muß hier unerörrertblei: ben. Nur das ist hervorzuheben, daß in den neusten Zeiten die Neigung bedeutend zugenommen hat, besondere Schulen für Die- jenigen anzulegen, welche nicht für die Univrrfftätssiudirn, wohl aber für Stellungen im Leben erzogen werden, worin wissenschaft- iiche Bildung auch außer dem Bereiche der Fakultärswiffenschaften nicht mehr zu entbehren isi. Der Vermehrung solcher Schulen und der Erweiterung ihres Wirkungskreises isi es nun beizumessen, daß die Zahl der Schuler auf den Gymnasien überhaupt, und besonders in den mittlern und untern Klassen derselben im Allge- meinen abnimmt.

Wären durch eine hinreichsnde Vermehrung solcher Real: oder höhern Bürgerschulrn die Gymnasien ganz von den Rücksich- ten auf Schüler zu entbinden, die nicht für Univerfitätssiudien vorznbereiten sind; so könnten dieLehrpläne in denselben se r der: einfacht, eine kostbare Zeit zur frriern Entwickelung der „Löwer: und Geisteskräfie gewonnen, und dem reifern Alter in den spätern Univerfitätsjahren Gegensiände des Wissens aufgespart werden, die sodann mit brisern Mitteln und höhrrn Kräften voliständiger und gründlicher zu studirrn sind. Aber die höhrrn Lehranstalten in armen schwach bevölkerten Landestheilrn erhalten nur dadurch eine nokhdi'irskig lohnrnde Zahl vou Schülern, daß sie für den Unter: richt der gebildeten Stände überhaupt sorgen und nicht ausschließ: [ich allein für Universitätsstudien vorbereiten. Als einfache Real; schulen würden fir zwiir fic2 wohl erhalten, weil der bei weitem größte Thr-l ihrer ]exzigen Schüler nicht zum Studiren bestimmt ist; aber die gebildeten Einwohner der Umgegend würden den Vor: thril verlieren, Söhne, welche zum Studiren bestimmt sind, wäh- rend der Schiiljahre mit mindern Kosten in ihrer Nähe zu un: terh'alten. Der Verlust dieses Vortheils würde nicht nur wenig brgurei'tcn Familienx sondern selbst ganzen Landestheilen fehr em: pnndlich werden, weil grmrinhin nur dicJ'enigen als Pfarrer, Rich: ter oder Aerzee sich iti entlegenen durftigen GeJenden glück“.- [ich fuhlen, wrishen sie als Heimath durch fruhe Gewöh- nung nend Familienbande werth geworden sind. Aber auch in dichtbrVolkri'trn,_ wohlhabenden Landestheilen haben die Gym: "asien dei Vereinfachung ihrer Lehrpläne große Schwierigkeiten zu bekampfexi; ihr anhaltendes Bestreben, die manigfalti: ö)?" ngxnskmwk' des Wissens, welche jeßt unter den ge- ildrtrn Ständen allgemein im Umlaufe smd, in das Gebiet des Gynmafiaiunkckt'ichks zu ziehen, hat die Meinung verbreitet, daß derlinterricht inedenselden schon in den Schulen auch für diejrni: 9?" bk'SMkFM Musik,. Welchen der jehige Zustand der Universitäten mehr als 12111le fruher reiche Mittel darbeut, dieselben vollständi- Fr und grundltcher m eiiiem reiferen Lebensalter fich anzueignen. , on dieser Anfixhdaus wird die Rückkehr zu den ältern einfachem Lehrplänen denjenigen fur einen Rückschritt gelten, welche den Werth der allgemeinen Bildung nur nach dem Reichthume als S_cheidemiinze se m, womit der Verkehr im emrinen Leben br- trieben ward, w hrend das reine Gold des hZhern Wissensrur ?emeitthlterm Umgange und den ernstern Geschäften vorbehal- en .

Sehr wahrscheinliah wird es einer ausgedehnten Umbildung auch der Universitätsstudien bedürfen, un? die Gymnasien “" ck.“? wahre Bestimmung, nämlich die Vorbereitung zu WKM"; "YZ“ der einzuseßen. Auch nur im Enkfrrnkrsfen daraizféeénMY-jhzßééch- es überhaupt einer solchen Umbildung bkdök'ß "" "