nach7lfghani11anherbeigeführt, nicht einlassen zu können, urid um so weniger, da man über das Schicksal der Garnison 'von Guini _und Kandahar noch in Ungewißheit schwebe. Nur im Aligenieuien berührte er daher die zur Sprache gebrarhtrn Pimkie. Er wies hin auf die bedrängte Lage der Oskmd-schen Finanzm, die man unmd iich als günsti betrachten könne, wenn man bedenke, da fich die Ausga en der Ostindischen Rxgaerung in: nerhalb der lehren 7 c'iahre von 15,7il),0,00.Pfd.'au7 10,5!00000 Pfd. esteigert und während derselben Ic_tt em _sruhercr ]ahriicher Uebe chuß von 1,5i.)0,000 Pfd. sich in ein Defizit von 2,400,000 Psd. verwandelt habe. Schon aus diesem Grunde, Iaudte er, musse man unter allen Umständen mit der äußersten orficht zu Werke gehen, und würde das Ministerium siti) nicht zu einer un: bedingten Beibehaltun?I der Politik Lord Aucklands verpflichten können. Aber auch a esehen davon, würde ]ede Verpfiichtiing der Art voreili seyn, (So lange man über die neuesten Ereignisse und deren Einfiuß auf den Stand der Dinge noch_im Unklaren sev.
„Was die Tendenz unserer Indischen Herrschaft, sch zu erwei- tern, anbelangt“, bemerkte Sir R. Peel, „19 fürzhtc iki)- „té „[Mit nur zu viel Wahrheit in der Behauptuiiq, dax: zwnchcxt civtlmrten Nationen und solchen, die weit unter ihnen üebcn, nur SMM dcr erüeren eine sehr große Neigung vorhanden "'t-_ ibi't Herrschaft aus- zudebnen, um ihren Besitzungen mchrStcbcrhcit zu Verleihen. Aber dieses Argument läßt 17.1) dort) nicht ins_Unbcgränztc geltend machxn, und man muß iich kicks fragm- ob cm Krtcg raxhsani isi. , Lyck) glaube schwerlich, daß man jenes Argument so weit trctben durttc, einc Expcdition gcgen Chiwa oder die Occuvaxion von Bachata da- mit u rechtfcrti cn. Jeizt muß die Politik iich besonderen Kric- rs immer auf eine eigenen schienen Gründe nch _siüvcn, und man
ann kein so allgemeines Pr nzip aufsiclicn wie die 'Ausdcb: nung _unsercr Herrschaft. Bei einer früheren Gelegenheit depre- zirte ich die Erklärung cines cbrcnwertbcn Herrn , daß. er nicht _eincn Shining zur Fortsetzung dcs Kricgcs tn Afgbamüan bewilligen würde. Ich devrczirtc dies als xine zu yorschnclie Enz- srhctdun . Andererseits bin ich aber auch nicht gcnregt, miri) dafur zu verp chien, daß Lord Auckland's Politik genau bctbchgltrn werden müsse, denn die:; muß von der Erfahrung abhängen, die ich in der ZWiskthFkit gewonnen, und über die Vcrcjndcryng dcr _Umüändr, welche e ngcerctcn ist, bin ich cbcn so wenig Willens, cm Urtbctl auszusprechen. Bedenkt man die Entfernung, tn der wir_u1_is v_on icnem Lande befinden, und die Ungcwißhcit, in der wir hinsichtlich der dorti en Ereignisse leben, so muß es unklug erscbcmcix, |ck zu einem be immtcn politischen Verfahren in Bezug auvafgbamsian zuvrrvfiichtctx. Nur so viel darf ich im Namen der Refzururtg Ihrer Majesiät versichern, daß dieselbe niemals vergessen w rd, sur Auf- rechtbaltung de_s Britischen Waffenruvnics Sorge zu tragen, und daß kein Fall grbbltchen Verratbes und Metneidcs unbesiraft grinsen wrr- dt," so!!. Was den Unfall in Kabul an sich betrifft, so ni das cen militatrischx Kalamität und En land sarx genug, die Scharte auszy wehen. Die Herrschaft Großbr tantens m Osiindten kann durch 1x nen Unglücksfall nicht 'g'zefährdct werden, und Niemand karin verzwct sein, wenn er auf die 5« ciipielc von Muth un_d Krnfthinbiirkt, welch derselbe hervorgerufen hat. (F| cs _mdgktch, dcs ausdauernde Mathes und der Entbehrungsiraft Str : obcht Salc's zu gcdcn km oder Zeugpiß zu erhalten von dem Heidennnnc der Dame, von der wir so Viel gehört habxn (lauier Bcifaiisruf), und zu glau- be,", „daß die Wirkung dieses Beispiele:; ausbleiben werde und wir niedergeschlagen und entmuthigt seyn dürften? Unser Miß cschick iii groß, aber mcht_grbßer als Unglücksfälle, wclche wir früixcr er- litten haben , und ich hege dgsx größte Zutrauen zu der bewährten Krgft und Tapferkeit der_Brttiscycn Waffcn, diese Niederlagen so wett durch fix gerächt zu 1eben_, daß das Vertrauen des Britischen Volkes zy seiner Suvrematic tn Ostindien txtcht crschütlcrt werden wird, wte es' denn überhaupt hoffentlich niemals wird erschüttert werden können.“
Schiießlich suchte der PremiewMinisier durch Wicdrrholung seiner Aeußerungen in früheren Debatten zu bewi'isen, daß wi'drr er noch seine Partei die Politik Lord Auckland's in Cenkral-Asirn aus einem so wenig ungunskigen Gesichtspunkte beti'aohtec hätten, wie Sir Z. Hobhouse behauptet hatte.
Unterhaus. Sißung vom 28. Juni. (B. H.) Zu der heutigen Sißung des Unkrrhauscs erschienen die Shrt'iffs von London als Deputirte drs Londourr Magistrats, um eine Petition drs lehreren zu überreichen, in welcher das Unterhaus gebeten wird, Maßnahmen zu treffen gegen die überhandnehmrnden, der Con- siitution Gefahr drohenden Beftechungen bei den Wahlen. Nach- dem darauf mehrere andere Petitionen eingebracht und einige- lau: fende Geschäfte beseitigt worden waren, wurde Herr Walter, welcher sich bekanntlich geweigert hat, einer Citation des unter dem Vorfihe des Herrn Roebuck eingeseßten Ausschusses zur Unter- suchung der bei den Wahlen vorgefallcnen Ungese lichkeiten Folge zu leisten, vor die Schranken des Hauses gefüßrt. Von dem Sprecher über den Grund seiner Widerseßlirhkeit befragt, erklärte er, jedem Befehle des Unterhauses selbst Folge leisten zu wollen, an der Beachtung der ihm von dem Ausschuß zuge- kommenen Citation aber behindert worden zu seyn, einestheiis, weil man von ihm die Produzirung von Dokumenten, betreffend einen angeblichen Vergleich bei der Wahl von Nottingham, Ver: langt habe, er aber solche Dokumente gar nicht besiße, und an: drrentheils, weil den Vorsitz im Ausschusse Herr Rorbuck führe, dcr fiel; bei früheren Gelegenheiten so feindseligs gegen ihn geäußert habe, daß er i m unmöglich das Richteramt uber sich zuerkennen k'onne. Herr oebuck hatte unter Anderem einmal gesagt, wenn man durch verleumderische und schmährnde Artikel der Times belästigt werde, so solle man nur ohne viele Umtiände Herrn Wal: M"- den Eigenthümer dieses Blattes, durchprügrln, die Artikel wür: den dann schon von selbst aufhören. Nachdem HerrWalter seine Erklä- rung beendet hatte und wieder abgetreten war, trug nun Herr R o e b u ck darauf (!"-daß das Haus beschließen folie, HerrWalker habe fich mor- gen vor dem Ausschuß einzußnden und seine Aussagen zu Proto: koll zu geben, und dieser Antrag wurde auch, vergeblich von ei: nem Paar Ultra-Tories, Sir Robert n [is und OberskSib: thorp, bestritten, nachdem fich Sir onert Peel und Sir George Grey,.Lehterer unter Beantragung eines Verweises an Herrn „WWU? fur denselben ausgesprochen hatten, mit 223 gegen 77 Stimmen “UI?"„NUMYU. Die Tagcsordnung führte nun zu dem Antra “ auf d'“ .dr'tke Vertesüng der neuen ZoU-Tarif:Bil1, welche zu e ner mehrstundigenDedatte über einen Antrag des Herrn
Z '" i " Veranlassung gab, den Britischen Dampfschiffen einen Rück:
zoll auf die von ihnen ngch ihren Kohlcnia ern im u : portirten und anf d?!" Ruckfahrt konsumirth Kohle? zstiabjeliteviliiijgkxtsi. Gil" Charles Napier, Herr Hume, HkaAttwood und Lord S an d o n unterstüßeey den Anika , den Herr Gladstone und Sir R o: bert eelhauptsächlich aus dem rundebekämpften,weilerzu man- nigfa em Betrug Veranlassung geben würde. Endlich wurde der Aukrug mit 80 gegen 42 Stimmen verworfen. Eben so, mit 93 egen 63 Stimmen, ein Antrceig des Herrn Duncombe aqub- Änderung des ZoU-Ansaßes fur Zwiebelsaamen, und einander“-
d eiben Mit liedes, auf Reduzirung des Korkzolles, mit 110 «. gTT 74 Stiminen. Die Tarif-Bill erhielt noch an diesem Uthd die dritte Lesung und passirte. Auch noch eine andere Bill, dh“- die Einfuhr-Zöile in den Britischen Kolonieen, wurde in dieser Sihung angenommen, nachdem ein Amendement des Herrn La- bouchere, welches die zolifreie Zulassung von Weizenmehl aus
brigen '»itünschen für das gegenwärtige Kabinet nicht ihre Unabhängig-
erlveise erhalten worden, und ;ck bin herzen t, daß SU“
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den Vereinigten Staaten in Kanada bezweckte, mit 160 gegen 83, und ein Amendement des Herrn Gibson, gegen die Befteuemnß des kafßnirten Zuckers bei der Einfuhr in die Kolonien], mit 10.) gegen 86 Stimmen verworfen worden war.
London, 29. Juni. Völ'Zksikm besuchten Ihre Majestic und Prin? Albrecht nebst dem K nig uud dxr Königin der Bei- gier das &ovmtgarden-Thcater, um die Ausfuhrun?! von Meyer- beer's „Hugenotten“ von der Deutschen Opern:Gese schaft zu hd- ren. Die hohen *errschafeen schienen von der Vorstellung sehr befriedigt; Prinz [brecht besonders folgte der Mustek mit der gespanntesien Aufmerksamkeit und mit sichtbarem Vergnugcn. Die Deutsche Oper wird mit Ende dieser Woche geschlossen, weil ihre Einnahme die Kosten nicht deckt, und es würde mit den Finanzen noch schlimmer stehen, wenn nicht in den lehren acht Tagen die „Hugenoetm“besiändig ein volles Haus gemacht hätten. Auch wä- ren die Vorstellungen schon friihrr geschlossen worden, hätte nicht der Bassist Staudigi das Unternehmen für die [ehre Zeit auf seine Gefahr fortgeführt, indem er fich lieber bedeutendem Verlustaussrßen, als die große Anza?l von Personen, die von dem Erfolg der Sache abhängen, in I och erathen lassen wollte. Die hiesigen Blätter können das edelmüt ige Benehmen dicses Künsiiers nicht genug loben, und das Auditorium cmpjängt ihn im Theater stets mit dem lautesten Applaus. Dem von Herrn Staudigl gegebenen Beispiel der Seibsiaufopferung smd nun auch die anderen bedeu- tendsten Mitglieder dci" Deutschen Oper gefolgt, die derselben fer- ner ihre Dienste weihen, ohne ihren persönlichen Vortheil zu be- rücksichtigen. So wurdcn denn in dieser Woche noch zweimal die „Hugenotten“ :;usgrführc; vorgrsiern fand dieirßee Vorstellung des „Fideiio“ statt, mor en werd n_och einmal .der „Frei- schüh“ gegeben, und am Oonnabend wird ein Gemisch verschie- dener Opernjiücke den Beschluß machen. Von den Soio:_Sän: gern haben in diesem Jahre die Damen Lußer und Stöckl-Heine- fetter und Herr Staudigl den meisten Beifall gesundet); Chöre und Orchcster, !cßtercs wieder unter der Leitung des Kaprllmri: siers Ganz aus Mainz, eines Bruders der beiden Konzertmeister Ganz in Berlin, werden, wie früher, sehr gcrühmt, und hiesige Blätter sprechen großrs Bedauern darüber aus, daß bei so aus: gezeichneten Talenten im Einzelnen und bei so trefflichen Gesamtm- wii'kungen das Unternehmen im Ganzen nicht mehr Theilnahme und Aufmunterung unter dem Britischen Publikum gefunden hat.
Einer amtlichen Bekanntmachung zufolge, soll die Einkom- men-Steuer zwischen dem 4. und 18. Juli in Kraft treten.
Der beunruhigende Nothsiand der unteren Volkskiassen in mehreren Landestheilen, von welchen die Deputation der *Manu- faktur:Di[irikte, die bereits eine Audienß beim PremierQRiniser ehabt hat, in einem an die Mitglieder eider Häuser gerichteten Ziundscbrribcn ein Schrecken rrregendeö Bild entwirft; hat ein Mitglied des Unterhauscs veranlaßt, zu nächsiemDonnerskag einen Antrag anzukündigen, des Inhalts, daß es angemessen sey, Ihrer Majestät die Macht zu verleihen, mit Bestimmung ihres Gehei- men Raths, wenn es die Umstände erforderten, die Zölle, welche die Esinfuhr des fremdanetraides regeln, aufzuheben oder herun: terzu e cn.
AIs Irland geht die erfreUliche Nachricht ein, daß die hohen Preise der Kartoffeln, woraus bekanntlich schon so ernsie Ruhe- sidrun m hervorgingen, auf allen Märkten des Landes gefaiien smd.
I acxrichten aus Rio:Janeiro vom 26. April zufolge, war dort gro e Aufregung über die Sklaven : Frage. Die Englische Korvette „Rose“ hatte nach Rio ein Skiavenschiff mit ZO0Ncgern aufgebracht, weleher; demnächsi „nach Jamaika abgehen sollte. Akan erwartete, daß die diesjährige K:1(§seé:2ket*ndte 1,200,000 Säcke mehr betragen würde, als vorigcs„ ahr. Mie dortigen Magazine waren mit Europäischen Fabrikaten übcrfüilk.
Der Marqnis von *" *atcrford hat allen seinen Pächtern we: gen seiner Vermählung auf ein Jahr den Pachtzins erlassen.
" London, 28. Zuni. Man hat die Bemerkung gemacht, daß das gegenwärtige Kabinrt mitten in seinen parlamentarische" Triumphe" und dem angesirengten Bemühen, den Zustand des Landes selbst auf Kosten großer und driickmder Lasten und Opfer zu verbessern, doch weniger ergebene Anhänger hat, als das vorige Kabinet selbst in den Tagen seines Verfalls und seiner Niederlage. Zu der Preise hat es keinen Vrrtheidiger odcr Anhänger, dessen Lob nicht mit Meinungs:Verschiedenheit oder Oppofition inBczug auf irgcnd einen Gcgensiand verbunden wäre. Die Times greift das ?lrmen:Geseß mit der größten Heftigkeit an, sielit die Ange- messcnheit und Gerechtigkcit der von Seiten der Regierung bewil- ligten Unterstützung zur Aufrechthaitung der sogenannten Privile- gien des Unterhauses, was aber eigentlich die Prärogative desselben KTW, in Zwrifel und betrachtet die auswärtige Politik des Kabi: «“es mit Argwohn, wi'il dieselbe zu sehr unter dem Einfiusse drr "n Lord Palmerston rinZegangenrn Verpflichtungen sehr. Die :ck orning Post klagt uber die Zunahme der Prinzipien des
F**eien Handeis und wirft Sir Robert P?“ VN"- daß “' zwar" die
_ nscrvativen Wähler im ganzen Königreiche nicht getäuscht, aber ,ch zuge eben habe, daß fie sich selbst getäuscht hätten und die [älter, Welche die Regierung unterstüßen, haben ihren
eic ais Kritiker zum Opfer gebracht. ' Es ist dies, wie mich dünkt, ein,schlagcnder Beweis Von tärke. Man weiß, daß das gegenwartige Kabinet hinreichend
stark ist, um einen ziemlichen Druck“ von seinen Freundenei'tragrn zu können und die Folge davonist, daß dcheisiand dieser Freunde
unendlich mehr Werth ift in der Stunde der Noth. Die Eng:
:iische Preise ist, wie Sie wissen, schon seit langer Zeit von dem . Vorwurfe der Käuflichkeit frei und zwar aus dem einfachen Grunde, * weil ihr richtig verstandenes Interesse sie zwingt, ihre Unabhangig-
keit zu behaupten, um ihre Leser zu behalten. . Ein Haupt-erthum der Whigs, und ich kann hinzufugen“ anz besonders Lord John Russeli's, besteht darin, daß sie die ubertriebene Einmischung des Unterhauses in fas? alle Maßregeln der Regierun veranlaßt haben. Das Unterhaus isi unstreitig eine große ersammlung, erwählt, um Gelder zu bewilligen, Gesche zu erörtern und die Beschwerden des Volks zu untersu-
' chen, allein obgleich es für oder gegen die Existenz eines Kabinets
absolut entscheidet, so darf doch nicht zugegeben werden, daß die
Politik des bestehenden Kabinets nach seinen Entscheidungen ge:
modele werde. Die große Gefahr, Welche in Frankreich und den Vereinigten Staaten hinreichend durch Beispiele dargctkan wor- den ist, besteht darin, daß die exekutive Gewalt in Repr sentatio- Staaten alle ihre ursprüngliche Stärke in ihrer auswärtigen Pölikik- ihr System der Handels = Gesehgebung oder selbst die Fragen über Abschließung von Verträge" und über Kriegb und Frieden dadurch verlieren kann. In E [and kik ie ganze Stärke der Regierun der Königin ob??? - el lieber sein Amt niederie en, ais ,? *in esmsiänden- Wb“ solche Einmischun en unpasseßd wären,“,von dem Publikum oder d'm Hause Bors rifem machen ias'en würde. Er wird daher die
Erneuerung des Armengesehes durchführen und seine ei men An- sichten iiber die Fragen in Betreff des Wahl esetzei ehaupten, wie er seine Prinzipien über Handels:Politik ehauptee hat; ja, er wird, was noch schwieriger isi, über jene großen Fragen der auswärtigen Politik die M] von seinen VorÉingern in so ver: wickeltem Zustande iiberli worden smd, in tiiischweigen ver- harren„ da er in seiner Stellung weder das Geschehene radeln, noch uber die Zukunft öffentlich prophezeien kann.
Wenn man daher eine Bemerkung des Premier:?Ninister-i über unsere auswärtigen Verhältnisse liesi, so muß man nicht ver- Feffen, daß er keine vorbedachte Meinung aus prechm kann; ei ihm muß Alles ein Theil der andiung der egierung seyn, und es muß der Zeit überlassen blei en, die Motive und die wirf: liche Bedeutung der Worte, die zu der Zeit, wo fie esprochm werden, beunruhigend erscheinen m n, zu erklären. fähre dies an, weil die scheinbare Erfoi lo igkeit der Debatten d er den Krieg in Afghanistan und die prache Sir Robert Peei's in Bezug auf die Verhältnisse Von Großbritanien zu Rußland auf dem Kontinent zu Mißverständniffcn fuhren könnten.
Die Ordonnanz des Königs der Franzosen, wodurch der Zoll auf Leinen am und Lcinenzeu : von 10 auf 20 und sribsi aiif 30 pCt. erßöhe wird, ist so c m hier eingegangen. Es isi darm sehr deutlich amigesprochen, daß man damit umgeht, Belgien vo_n dcn Wirkungen einer Maßregel auszunehmen, die einzig und aliein gegen die Englischen Fabriken gerichtet ist.
Belgien.
Brüssel, 80. Juni. Folgendes isi, Belgischen Blättern zufolge, der Wesentliche Inhalt des neuen, von den Kammern be: reits genehmigten Geseßes über den Primair:Unterricht: Zehe Gemrinde muß mindestens eine Primgir:Schuie haben; es steht jedoch 1) zwei Gemeinden frei, fich uber eine gemeinschaftliche Schule zu versändigcn; '.!) eine Gemeinde kann von der Ver: pfiichtung, selbst eine Schule zu errichten, befreit werden, wenn durch Privat:?lnsiaiten hinlänglich für denPrimair:Unterriche gesorgt ist. LEM Gemeinde kann ermächtigt werden, eine oder mehrere Pri: vat: chulen in ihre Lokalität aufzunehmen, um siatt der Kommunal: Schule zu dienen. Die armen Kinder erhalten den Unterricht gratis; wollen jedoch die Acitern nicht, daß ihre Kinder die Kommunal: Schule besuchen, so sieht es ihnen frei, sich das Schulgeld aud: zahlen zu lassen und ihre Kinder in eine beliebige Schule zu schik- ken. Die Leitung des Unterrichts in der Religion und Moral wird den Geistlichen übertragen, und sie, so wie die Avakdnkkk" ihrer Vorgesetzten, haben das Recht, zu jeder Irix dk? chUlk z" inspizircn. Die in die Schulen rinzuföhrenden Bucher chdi'éi m Hinficht auf Religion und “Moral der Genehmigung der D' ies? unterworfen.
Deutsche Bundesstaaten.
Miin en 20. Zuui. (A. Z.) Zu den irhtcn Tagen aß eine Erschci§ng “an uns Vorübei' rgangrn, welche “als charaktri't: stisch für Deutsche Zujiändi' rrwahnungswcrth scycini. Nachdem in Folge einer Päpstlichen Bulle auch hin“ die Aufforderung zu Gebcten für die Kirche in Spanien und zu Gewiynmig des Zu: biiäumsYlblasses von Scitrn des erzbischdfiichrn Ordinartaw erfolgt war, bemerkte man in den dreidazu verordneten Kirchrn eine solche Theiinahine aller Stände, daß während de:" 1-1t_a igen Andacht von Nkot'grns bis Abends die Beichtstuhle uberfu t waren und nach einer ziemlich genauen Berechnung noch heute in einer Stunde und in einer Kirche an 600 Personen die heiligt Koni: munion empfingen. Eo isi dieses unstreitig ein merkwürdiges Zei: chen det" Zeit, das in Be ug auf den in der Hauptstadt Bayerns vorwalkendcn kirchlichen Éinn mehr ausspricht, als Visit, die un: sere Zustände zu kennen vorgeben, sich selbst gestehen wollen.
Hannover, 20. Juni. (Hannoi). 3.) Nach einer heute der allgemeinen Stände:Versammiung gemachten Mittheilung ist von der Regierung die baldige Publizirung dcs Gesehes über das Vorfahren in Gemeinheitotheilungo: uud Vrrkoppeiun s:Sachen, so wie des Verkoppelungs:Gescßeo, und des Geseßes i- er Erwei: terung der Kredie-Anskait für Ablösungen in Aussicht gestellt.
Karlsruhe, “.'9. Juni. (Oberd. Ztg.) Die Differenzen, welche über den Fesiungsbau von Rastadt schwebten, sind, wie wir aus glaubhafter Quelle vernehmen, ausge lichen, und Rastadt wird nuntnehr cine Hauptfestung im großen 9.) aßftabe. Die Fi'siun s: Kommission in Rastadt hat bereits die ndthigen desfailfigen Zn: structioncn von Frankfurt aus erhalten, und wir sind nun der sicheren Hoffnung, daß in Bälde mit den Arbeiten be onnen wird, wozu an 6000 Arbeiter sogleich in Thätigkeit treten ollen.
Gießen, 29. Juni. (L. A. Z.) Gestern Nachmittag cr: hob sich dicker Feuerrauch in Strindach, einem Dorfe zw1schlii hier und Lich. Menschliche Halse [ii'dmte schnell von allen Sei: ten herzu, gegen 40 Sprihen sammelten fich, aber dennoch wurde der bei weitem größte Theil des Dorfes in Asche geicgt. Ueber 50 Scheuern und eine etwas eringere Anzahl von Wohiiungm smd zerstört. Das Feuer hat ich gleich anfangs gn verschiedenen Orten gezeigt, und dieser Umstand macht em Geruchx nur um so wahrscheinlicher, nach welchem eine Bande von Zigeunern den Brand angesiiftet hat. Diese waren in Steinbach'geiagcrt, u_nd kurz nachdcm fie weggezogen schlägt die the empor. Sie siiid sogleich verfolgt und 14 an der Zahl, zwei sind entsprungen, m Großiinden, an der Frankfurter Chaujiee, eingeholt und gestern Abend noch hier eingebracht worden.
Hambur , 4. Juli, (Börsen:Hallc.) Welche saubei'Z Berichte mitunßer Von Hamburg aus in die AZelt eschickt “im“" den, um zu verkehrrn, was bei uns geschieht oder ncht s'sch.7hk- ergiebt nachstehender von einem Englischen Blatte “!:-Seth" „"*" Auszug aus einem Privatbriefe aus Hamburg. LTF“; ?ééß'kkk der Schreiber ein übrrgewdhnliches Maß "o" «'Zhgi "Zug ““ bei seinem Adressaten vorausgeseßt zu “Y:“ gesiuht v“ “cht auf dessen Unbekanntschaft mit Deutsch“" k „"" ""d DMM)?!" Thun und Treiben; aber das Machmerk seht einesweges einzig und allein in seiner Art da, sondern ar manche Deutsche-Blätter, denen man doch zutrauen dürfte, daß te um ihr?!“ selbst wilien bei solchen Gelegenheiten mit Vorstch_t zu Werke gehen wurden, enthalten neuerdin s Bericht? aus Hamburg, denen man es auf den ersten Blick an ehen kann, daß fie, Wenn auch nicht so plump unwahr, wie der Englische Bericht, doch nur unlauteren Quellen entfiossen smd. Bloße Tadelsucht ftempelt noch nicht zum Reformator, und die durchgreifenden Reformen, welche - wie Jedermann ein esteht- bei uns dringend nöthig smd, werden sicher am allerwen gam da- durch gefördert, daß man, das Gute besonders in der Gesinnung, an welchem unsere Vaterstadt von jeher so reich gewesen ist, verkennend, seinen kritischen Scharfsinn z. B. nur an einer Anxahl so enanneer „Bocksbeuteleien“ übt, an denen es bis Dato noch einer eutschm Stadtund keinemDeutschen Lande mangelt, wenn auch v ieUeicht hie und da die Formen weniger auffallend sind, in denen sich solche Wi
li * ' : dersmnigkeiten darstellen. “" DYMIYÉZHÜFYMÖ («“Um d“ m“ zu tMsetj'jliiderie ung in ich selbst findende; und das wir-nur, als “" dtiea'so: „ er Betrag der für die Ab: K*“wsum ""“h"""“ ““Mix-im ist bereits mehr als inreichend, gebrannten eingegangenen aufzubauen, viel rdßer as der von 7" m eine prachtvolle ZFUW“. Die Einwo ner von Hamburg dem Feuer zerstört“ n “ck den Engländern dankbar zu bewei- sind weit ""M"“ davo ' e1che dieselben bewiesen haben. Im Ge: sen für die Freigebi keit, wGel nheit se mit Flächen und Ver-
benuhen " d“ ege , _ “ gentheiie überhäusm- fie zu beschuldigen, daß sie die Urhe: Fanschm' "' 3“,- gave m seyen und schreiben das aus die Eifer: er des ra [z dcr über die rasch seigende Handels:Wohifahrt sucht d:;bléxg uiid ihre Furcht, daß dasselbe binnen nicht [anger ZM ZTIJebenbu lerin Londons seyn werde.“ _Es ist bewunderns- werth wie der mm in so WMW?" Zellen km so großes Quan: tum sion Unsinn zusammenzudrängm vrrstanden hat. mburg, 2. Juli. Endlich ilk die für Hamburg so wichtigxe „terscheidung erfoiZt und die Differenz zwischen Rath und Bär „[ ase gehoben. _n dem heutigen Konvent sind nämlich die Yntr ge des Senats m Betreff der Deckungsmiteel fiir die Zinsen uud derTil ung einer zum Ersa dcs Feuerkaffm:Schadens Zu kontrahirenden "leihe, von der B rgerschaft genehmigt wor: dm. Den Inhalt dieser Anträge habe ich bereits in meinem_lehten Schreiben genauer angegeben; es werden demnach Hur Ziyszah: lung und Tilgung angewiesen und von den Grund: igenthum'ei'n erhoben: 4 pm miiie der Versicherungs:Summe der Immobilien, noch 1 pro milie mehr von den Staats-Gcbäuden, L*, Ansaß der Grundsteuer von den in der General : Feuerkaffe versicherten Grundsiücken (in der Stadt), 1? Grundsteuer Von den übrigen Grundstücken (in der Vorstadt St. Pauli und dem Landgebiee); und zwar smd alle diese Abgaben auf so lange bewilligt worden, bis die Anleihe gekiit seyn wird, also vielleichtan 40-50 Jahre! kachdem so fur Zinsen und Tilgungs:Fo-1ds qesorgr ist, wird es jeßt hoffentlich nicht schwer werden, die große “Anleihe zu Stunde zu bringen, zu welcher bisher noch nicht geschrittrn werden konnte; und es wird dann auch von dieser Seite dem Beginn des Wiederaufbaues der Stadt nichts mehr im Wege stehen, wie es bis jrht allerdings der Fal! war. Es sind nämlich na_ch der bestehenden Feuerkajsen-Ordnung die Eigener abgebrannter Häuser berechtigt, bei dem Beginne des Wiederaufbaues einen Theil der versicherten Summe von der Kasse ausbezahlt zu verlangen, und dies war, weil es dazu in diesem Augenblicke natürlich an Geld fehlt, einer der Gründe, warum die schon von vielen Grundbefihcrn erbetene Erlaubniß zum Wiederaufbau har yrrweiÉert Werden minsen. Ein anderer Grund zuerVerweigerung ]cuer riaubniß liegt freilich darin, daß über die kunftige Einthei: [mig der Straßen und Baupiäße nach dem neuen Stadtplan noch keine definitiven Beschlüsse vorliegen; allein dies isi nur in den: sknl'gm Straßen ein Hindrrniß, in welchen etwas geändert wer: den soll; für diejenigen Gassen, ivelche in ihrer bisherigen Geftait bleiben können, ist dir Rath: und Bürger:Deputation ermächtigt, die Erlaubniß zum Bau zu geben, und so können wir hoffen, bald wieder einige Häuserreihen aus dem Schutt emporsteigen zu sehen. Eine längere Ver ögerung hätte leicht zu den größten Uebelsianden und Verlusten fülJri-n und die Kaiamität verdoppeln kdnncn. All: gemein ist daher die Freude über den heutigen Rath: und Bär- gerschluß, der zudem mit einer Einhelligkeit gefaßt worden isi, wie fie nach den Abstimmungen im ießte_n Kdnvcnt kaum zu erwarten gewesen wäre; alles erklärte freiwillig, nicht nur das eigene In: teresse, sondern auch die eigene Ueberzeugung dem aligemeinen Be: dürfnisse zum Opfer bringen zu wollen, und die Anträge des So- nates wnrden nicht nur durch die Einffimmigkrit aller 5 Kurien sanctionirt, sondern auch in jedem einzelnen Kirchspicle waren die Minoritäten so iiberaus klein, daß, alles in einander gerechnet, un: ter detlil mehr als 700 Stimmen kaum 20 diffentirende geivesrn seyn so en.
Am Schlusse der Resolution der Bürgerschaft wurde noch der von einigen Kirchspieien votirte Wunsch hinzugefügt, daß von Staats wegen darauf Bedacht Zenommen werden moge, wie den Abgebrannte" geholfen werden k nne, welche ihre Wanken, Mobi: [irn xc. bei der hiesigen Brand:?iffociation versichert haben. Das freilich wird eine schwierige Aufgabe seyn!
_ - „Frankfurt a. Pk., 80. Juni. Vor der Börse wa: ren heuete die Fonds sehr begehrt, und man erwartete, die Abrech- nung fur “Kuni werde leicht und gut vorüber gehen. Gleich ?in- fangs dch rse zeigten fich aber viele Verkäufer; große Partiren 90er Gattungen, und besonders in Integralen und Taunusbahn: Licnm wurdrn an Markt gßbracht, und die Verkäufe dauerten an bis um Liihr, wodurch naturlich die Börse sehr flau schloß. Die Tauntis:EisxanhnÄctien wichen auf 379? Fi. Sicher sielit fich aber eme gunstigere Stimmuuxz der Börse bald her, da nur Lo: kal:Ur-sachenkai1 der heutigen Fauheit schuld waren.
Der Komgl. *Preußtsche General-9.'kufik:Direkkor, Herr Meyer: ['ckl','si'[_3ic heute Morgen die Reise nach Paris fort. Es is el": freuitci), zu vernehmken, daß er namentlich denEinfluß seiner neuen Seeliung an der Konigl. Oper in Berlin der Pßege der Deut: schen Oper zuwmden will.
Luxemburg, 27. Juni. Die Ständevcrsammwng des Groß- herzogthums ist vertagt worden. Wkan meint, zum 20. Septem- ber werde sie wieder einberufen werden. Die ersie Session hat deswegezi eme so kurze Dauer gehabt, wN die vorbereitenden Ar: beiten fur die verschiedenenAnträge von dem Regierungsrathe noch iiichtYertidigkwarrn. Unter den wichtigen Angelegenheiten, worüber die Stande bei ihrer nächsten Zusammenkunft Beschluß zu fassen habet), befinden fich em Gemeinde:Geseh, ein Gesetz über den öf: fentlichen iintcrrach? ein Ggseß über die Penfionirung, ein Forst: Geseh, ein Gesrh uber Brucken und Wege, die ordentiichen und dir außerordrntlichrn BMX“! und die Festseßung der Civil:Lisie. Mehrere Mitglieder der tändeversammiung haben Anträge ge: strikt, wozu auch die von Herren Meß beantragte und von den Ständen ruzstimMig beschlosseneBikte an die Regierung gehört, daß fiePreußen X'“ den trauriger) Folgen bekannt machen möge, welche die freie
lnsuhr des Englischen Roheisens für die metallurgisohenErwerbs- ZY'UI? Luxemburgs habe, und fich eifrig für die Erwirkung einer JUIMZs-Steuer auf dieses Roheisen zu verwenden. Zu Gunsten seeius ntrages wurde angeführt, die Productions-Verhältniffe sol)?!j in England so günstig und der Transi)!“r naoh Deutschland Uoéx-[Kaß England je t in Trier 1000 Kiiogr. Roheisen für liefern kk;)Fl". verkaufe, w hrend Luxemburg sie nicht unter 140 Fr. Deutschj nne. Die Wohifeilheit des Englischen Roheisens in burg “"Und, die Wohlfeiiheit der Kohle und derCoke raube LuxEm: Di es we Foffnung, in Deutschland Eisen verkaufen zu können. “ ' au enscheinlich dadurch erwiesen, daß seit dem
A ge'f'xéelxffs'eyéuxem urge an den Zoll :Verein der Preis des Eisens
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Italien.
Rom, 20. Juni. (71, 3.) Zu Ende di er oder Ana nächster Woche werden die von der Päpstlichen !)isegierung in Hung? land angekauften "drei Dampfbkkx bei Fiumicino, Mündung des Tibers, erwartet. Der Papst wird fich zu der Zeit mit seinem Gefoi e dorthin begeben, wo schon alle Vorbereitungen zu seinem Cmp an e getroffen sind. Diese sehr stach gebauten Dampfbdte sind be imme, die aus der See kommenden Schiffe den Fluß hinauf zu schaffen, was bis seht durch Büffel geschah. Wichti er noch ist Kardinal Tosti's Plan, durch diese Schiffe die im Sa i- ner-Gebirge gefundenen Steinkohlm in den HandeW-Verkehr zu bringen, wodurch dem Staat eine neue bedeutende Einkommens: quelle erwachsen muß. Capitain Cialdi, welcher mit Römischen Matrosen diese Dampfbdte in En land abholt, findet bei seiner Rückkunft den Befehl vor, sich na Aegypten zu begeben, wo er im vorigen Jahre mit den Geschrnkm des Papstes sin" Mehmed Ali gewesen isi. Diesmal giit die Reise der Abholung des Obe: liefen, den der Vice-König Sr. Heiligkeit geschenkt hat. Es ist dies jener schöne Obelisk, der von den Gelehrten mit dem Namen des Sesostris belegt isi, während er beim Volk in Aegypten, nach dem Erzvater Abraham benannt wird. Schon mehrere Fursten hatten zu seinem Besiß Lust ehabt, Mehmed Ali aber hatte sich dieses Kunstwerks nicht ent ußern wollen, 3th bekommt es Rom, das damit die Zahl seiner Aegyptischen Spißsäulcn auf zwölf bringt.
Palermo, 20. Zuni (?(. Z.) Es ist bekannt, daß die Ver: einigung einer Menge Grundstücke in einer Hand und dazu noch in todtcr Hand eines der ersien und größten Hindernisse ist, welche sich der Entwickelung drs Ackerbaues in Sicilien und dem Aufblühen des Wohlsiandcs entgegenkicmmen. Schon früher hatte der Kimi dcki'ctirt, daß diejenigen (Brundtiückr, Welche ohne Kul- tur im esitz von Klöstern oder anderen hohen und niederen Kirchen:“Bch'orden gebiicbcn, auf ewigen Erbpacht rgeben Werden sollten, Es scheint aber, daß man von dieser eite keine Lust hatte, dieser Verordnung nachzukommen, wohl auch der Ansicht war, daß die weltliche Macht kein Recht habe, sich in die Ver: waltung des Kirchen:Vermögens zu mischen. Der König ist nun aber wiederholt ins Mittel grei'etrn und hat befohlen, daß die frühere Verordnung o_hne ferneren Aufschub befolgt werde. - Ueberhaupt fehlt es nicht an mancherlei Antrieb zu Reformen. Eine so eben erschienene Schrift empfiehlt die Einführung von Sparkassen. Sie schildert die Sitten dieses Volkes trefflich und findet eben darin das Haupthinderniß, Weiches sich solchen Anstalten entgegenstellc. Ohne Zweifel wird der König, welcher jede Gele: Yuheit gern und mit Eifer benuht, um den Wohlstand seines * oiks zu fördern, der Sache seine Aufmerksamkeit schenken. Auch
eine Diskonto-Kassc, die Sicilien abgeht, bringt die erwähnte"
Schrift zur Sprache. An Kapitalicn selbst ist im Lande kein Piangei, wohl aber fehlt das allgemeine Zutrauen, und dieses könnte nur dann erweckt werden, wenn „die' Regierung fich durch Bcthei: ligung mit einer AnzahlActien bei einer solchen Anstalt interessiren würde, aber freilich dürfte sie dieselbe nicht für eigene Rechnung führen oder durch ihre Bramteneinrwalten lassen, sondern müßte sich mit der Ueberwachung begnugen.
Spanien.
, „Viadrid, 22. Juni. Heut wurden die neuen Pkinisier der Konigm vorgestellt und später fand ein Kabinets:Conseil siatt, worin energische Beschlusse- in Bezug aquakaionirn und brfondrrs auf qu'celona “efaßt worden seyn sollen.
Die dem errn Gonzalez ergebenen Depucirten haben eine Versammiun gehalten, um sich über die zu befolgende Politik zu bet'gthen. 6 wurde sodann eine Deputation an den Conseils: Prasidentrn abgesandt, um ihn der Untrrßü ungen jener Dcputir- ten zu versichern, wenn die Regierung, den uhesiörern gegenüber, sich fesi und strenge zeige, Der Minister erwiederte, daß dies eben die Absicht des neuen Kabinen! sey.
Man glaubt, diechicrung, wclche in großer GrldVei'iegen: heit ist, werde die Vorschläge dcr Sk, Ferdinandö:Bank annehmen.
Türkei.
„Konstantinopel, 1.5.Zuni. (Ocsierr.B.) Am6tend.9.7?. heat sich der Sultan mit zahlreichem Gefolge auf den Play ver: fugt, wo der neue Pfortenpalask aufgeführt Werden soll, und da: selbst unter den hcrkbmmiichrn Cercmonien den Grundstein zu demselben gelegt.
Der ehemalige Ottomanischr Botschafter am Londoner Hofe Und seitheriges Mitglied des Reichs:éonseiis, Schekib Efendi, welcher mit einer speziellen Sendung an den Fürsrn der Waliachei beauftragt isi, hat am 13kend. 9.72. dicse Hauptstadt an! Bord des öFerbdinando |.“ verlassen, um sich über Gallas nach Bukarcsi zu
ege en.
Da die bis jetzt als Kontumaz:?insialt benußte Kaserne von Kuleli wieder ihrer ursprünglichen Besiimmung zurückgegeben wer: den muß, so hat die Regierung den Entschluß gefaßt, im Fenri- Bagdscbrsst ein großes QuaranmincWebäudr aufführen zu Mis?"- Die Pläne hierzu find bereits entworfen worden, und erwarten nur noch die Bestätigung des SanicäksMarhi-s. „
Den neuesten Nachrichten zufolge sind die unlängst in Aiwalt ausgebkochenen Unt'Uhen gedämpft worden, nachdcm die dahin ab: geschickten Türkischen Kriegsschiffe ungefähr 1100 Mann Solda- th aus Land eseßt hatten, und einige von den Hanpt:é)iädels: sllhk'kl'" "“ck vnstaniinopel abgeführt worden waren.
Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.
Nem-York, 15. Zum“. (Börsenhalle) Dic Verhand: lungen Wegen Reguiirung der Noi'd-OÜ-Gkänzk Miche" NUKN": missarien von Maine und Maisachuiikkks einerseits, Mid HLW" Webster, als Brvoiimächtigkrn drt" UniorW-Regicrung, andererseits, sind in Washington eröffnet wvrden, und man glaubt, daß siewohl fünf bis sechs Wochen dayern werden.
Im Repräsentanten-Hause dcs Kongresses hat HerrFilimore bei Gelegenheit der Diskussion uber die neue Tarif-Bill mit 112 gegen 06 Stimmen den Beschluß durchgexßt, daß darüber bera- then werden solle, ob nicht der bestehende arif vorläufig bis zum 1. August d. I. zu proiongiren sey. Dem Entwurfe gemäß soll gärnlich der neue Tarif schon am 1. Juli in Kraft treten. Die aber diese Frage eröffnete Debatte isi noch nicht beendigt,
Aus New-Orleans wird berichtet, daß daselbst abermals drei- zehn der auf dem Zuge naceh Santa Fe? von den Mexikanern zu Gefangenen gemachten Bur er der Vereinigten Staaten, die Santa'na hattr in FreiZeit eßrn lassen, an ekommen seyen; sie sollen ihre Freiheit der rrwendun drs Britischen und des Fran: zdfischen Gesandten uiid des Preu ischen Konsuls verdanken, und man wollte nach Berichten aus Vera Cruz wissen, daß Santana die Absicht habe, sämmtliche Gefangene freizugeben, da er ihren
Aus Texas wird Yemeldet, daß Präsident Houston einen außerordentlichen Kongre zum 27. Juni zusammenberufenDßabe und im Osten der Republik Trupycn zusammenziehe. Zwei exi: kaner, die jenseits Corpus Christi efangm und nach Galveston gebracht worden waren, hatte er sorort in Freiheit sehen lassen.
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I n l a n d. Posen, 1. ZU",- (Pos- Z) Als Beitra u den in den Zeitungen vielfach erwahnten Beweisen der Liebe gunzd Anhän lich: keit, mit welcher Sn'Majesiät ausAllerhöchsiihrer Reise bis osen überall empfangen worden sind, durfte noch zu bemerken seyn, wie von Schwerin a. d. Wartheeaus der Eingang in fass- jedes Dorf mit einer Ehrenpforte geschmuckt war; überall waren die Bauern,
geputzt mit Bändern und Blumen, Versammelt, um ( rem ve ; ten Könige das erste Lebehoch darzubringen. h "hr
Königöberg, “1. Juli. Heute ist der Ober:Präfident von Preußen, Herr Bötticher, hier eingetroffen.
Von Danzig sind bereits 7 Königl. Reisewagen hier ange: langt. Dieselben werden später nach Meinel gebracht, um nach erfolgter Landung S1". Majestät des Königs in Memel zur Rück“: rrise brnußt zu werden.
Köln, 30, Zuni. Gestern, am Festtage der Apostel Petrus und Paulus, drm Kirchwi'ihfesie drr Domkirche, hatte das von einem Vereine von Dombaufreundrn angeordnete ländliche Fes! auf der reizenden Rheinau zum Besten drs erhabenen Werkes des
Dombaues, vom herrlichsten Wetter" begünstigt, bei einer Theil: nahme Von fast “.'-“,in; Personen siatk. Harmonieen der Wkusik: Chöre vom Msi?" anankerir: und 4ken Dragoner:Regimente, so wie der 7ten PionirrYlbthi-iinng, Wechselten mir den Gesängen der Liedertafel und mrhrrrrn gemrinschafklich gesungenen Licdcrn ab; geschmückte Köhne schwammen um die Insel, aus Wrichen bald die Harmonieen der MusikChöre, bald der Donner derBölier erschol]. Mehr als 400 Domabbiidungen verschiedenen Werihes (unteranderem die neueste von S. Boisserée besorgte perspektivische Ansicht des Domes, ein Heft der Ansichten vom KölnerDome mit v. Binzer's Texte und kolorirte Blätter der Chor:?iposiel des Doms) wurdin nach gezogenen Nummern an die Damen vertheilt. Bei einge- tretener Dunkelheit wurde die ganze Insel beleuchtet, und von verschiedenen Stellen zeigten Transparente und mit buntfarbigen Lichtern geschmückte Obelisken passende Inschriften und Wappen der Deutschen Stämme, die sich bereits durch Beitritt zum hiesi- gen Central:Dombau-Vereine an dem großen Werke der beabfich: tigten Vollendung des Kölner Domes betheiligt haben. Ein Geist belebte die zahlreiche Versammlung, die fich erst spät am Abend trennte: es war jener gute Geist der Ausdauer und Eintracht, der die befke Bürgschaft für die Erfüllung des Wunsches ist, den Dombau in unserer Zeit vollendet zu sehen.
Berlin, 4. Juli. Aus einem uns vorliegenden, so cben cr: scheinenden Yoßen Kartenwerke zur Geschichte des Deutschen Landes und oikes ersehen wir, daß dasselbe zugleich für die Ver: iags:Handlung, von der es heute ausgegeben wird, eine historische Bedeutung hat. Heute vor hundert Jahren nämlich wurde die Kunst: und Landkarten:Handiung von Simon Schropp iind Co-mp. in Berlin, deren jehigrr Bess er Herr B. F, W. Tuch ist, gegrundet. Bei den mannigfaltigen Ferdiensien, die sich die
Unterhalt zu kostspielig finde.
grnannie Handiuiig um die' rographischr Wissenschaft erworben mid bi'i drm Rutz; drssrn te fich in jganz Deutschiand erfreut, mochte diese „Notiz auch für sinrn großeren Kreis nicht ohne Zntrresse seyn.
Hamburgs Staats-Verfaffung und Verwaltung. Eine pubiizi-jiische Skizze.
Q Hambur , Ende Juni. Da das un iückii e S i Hamburgsfgegrnw rtig die Blicke der Deutscher? Buédesgeéocsk'sßitl mit, ungi-Wohniich warmer Theilnahme auf diese alte freie Stadt gerichtet hat und einzelne Momente ihres Staatsiebens in diesem Zeitpunkte auch von allgemeinerem Interesse sind, so dürfte vielleicht eine kurze Darseliung der Grundzüge ihrer Verfassung nicht un: Zilli'kkokibmxti so;)„nf, WMH. schhon die éedingnisse eines Zeitungs:
ri r rn terres m een in ie ot tvri Parthlariitätrn erlauben. ; f e interrffanteren ie n ihrer jehigcn orm seit Anno1712 be ? ende er: fa ssu ng, entwickelte efich vor Jahrhunderten nasiu? emäßVund durch gksiklglLkés Bedurfniß motivirt aus der Alksa fischen Ge- mcnide:Verfa"ung, Die Gemeinde wählte zur Leitung ihrer df: fiiiitlichrn Angelegenheiten einen „Rath“ aus ihrer Mitte, emanzi- p-rte ihn grwq'sermaßrn, indem sie ihm die Erwählung seiner Mit- glieder aus der Grpieinde überließ, und stellte ihm nur für die wccht|gßen, Gegenstande erfahrene Bürger zur Seite. Die späte- ren Entmickriungen geschahen immer folgerioheig aus einem klar: bewußten, leitrnden, _in den mriften Fällen das demokratische Cle: xnrnk gegen aristokratischee Richtungen bewahrenden Prinzipe und jederzeit nur durch _Brdurfniß und Nothwendigkeit der veränder- tcn Zeiten und gesteigerten Ansprüche an den Staat herVquoru: fen. In Folge der 'in Hamburg mit seltener Einmüthigkci; zu Stande gebrachten Kirchcn:Reformation trat die innige Verschmel: zung vpn Staat und Kirche in:! hellste Licht, ein Prinzip, an dem Juri? fxxxiednruc-[ie Verfaffungs:Redaction von 1712 nichts zu än: e n .
Oberster Grundsaß ist: die höchste Gewalt die o - raitietät) sieht dem Rgthe und der Erbgesessenen Büngrschtuxß: inetnsam zu; ste ward ausgeübt durch Konsens beider Theile m den Versammlungen des Raths und der Erbgese enen Bürger: schaft (durch die sogenanreiten Rath: und Bürgerschlusse in den so: Zenannten Reach: und Bm*ger:KonVenten). Gegenstände drrAus: ubung der hochstenGewalt sind, mit Ueber ehung aller Civil: und Krimmal:Sachen, aller Streitigkeiten der ewerke unter sich und aleler an sich geri neter, noch nicht durch Verhandlung mit den burgerschaftlichen orbereitun s-Koliegicn ehörig gereifrer Sa- chen, Bcltebung neuer oder rklärun und Abänderung alter Ge: seße, sowohl Vrrfassung, Justiz als dminisiration und alle dahin ge drigen Beximmungen, z. B. Kreirung und Dotirung von Arm: tern tc. betre end, _ ferner: Regulirung des Staats aushaiks (Abßlaben und Steuer:BewiUigungen, Verwendung der inkänfte) im „ ligemeipen, * Ratifi irung der mit dem Auslande geschiosse- nen Bundmsse und Vertriige, _ Ertheikun von Privile '“?"-
Der Rath (Senat), bestehend aus L BükIWMÜik-k" und 24 Senatoren (zur Hälfte Juristen, zur „Hälfte KMÜM“) “eM 4 gewissermaßen die Scene von Staats-Minisem vertntmden
4 Sekretarim- "“ Syndiken mit nur berathmder Stimme und M, derm
"' än k 1 war eib , dabeii jedoch die Bürgerschaft, P?ittez ebchw hlt, bursckh einen Sede ParteilicbßßikckM-EFMOM Wahlmodus, so wie durch Gesche über Umvék a Ver-