1842 / 205 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

nehmen. Der zweite Artikel soll aus der Feder des Herrn Thiers grßoisen seyn.

Dcr Mtinizipal:Rath von Toulouse, der von dem Maire znsammrnbrrufen worden war, um eine Kondolen Adresse an den Köniq zu voriren, hat sich unter den gegenw rtigm traurigen Umständen an eine Handlung des früheren Präfekten rrinnert, drr cinen Beschluß der Winnizipalität annuliirte, weil derselbe die geseßlichen Befugnisse jener Köt'persohaft überschritt. Da die Ab: fassung cincr KondolenzYsdreffe jedenfalls nicht innerhalb der ge- sekziichrn Befugniise der *).)iunizipaiität liegt, so ward beschlossen, daß man fich mit dem Vorschlage des Viaire nicht zu beschäfti- gen habe. Dieser Akt der Feindseligkeit oder mindestens der Gleichgültigkeit inmitten der örtlichen Trauer ist bisher der ein: zige, der in ganz Frankreich vorgekommen isi.

Aus Algier schreibt man vom 11). Juli: „In der vorgrstri: grn Nacht hat Ben:Salem einen der Stämme überfallen, die sich der Französischen Autorität unterworfen haben, und allen Män: nern ohne ?lusnahme den Kopf abschlagen lassen. Die Weiber und Kizider hat er mit sich in das Gebirge geschleppt.“

“Boris vom Li). Juli. Die Börse war heute in Folge des Geruch'ts von einer Wiinisirriai:Veränderung sehr bewegt. Es hieß, die Herren Mola“ und Dufaure wären nach Neuilly berufen worden und hätten dort den Auftrag zur Bildung eines neuen Ministeriums erhalten. DieZproc, Rente firi darauf auf 77 und war noch nach der Börse sehr ausgebokrn.

Großbritanien und Irland.

Parlaments:Vrrhandiungen. Oberhaus. Sißung vom 18. Juli, Auf rine Anfrage des Grafen Radnor erwir- derie Lord .*!Lharncliffe, daß die Regierung nicht die Absicht babe, irgrnd einc besondere Maßt'rgel zur “.)[bhüife der gegenwär- tigen Noth vorwiegen, da sie von drr Durchführung des neuen ZoiicTarifs rin Wiederaufleben des Handels iind der Industrie erwarte. Sodann wurden auf den Antrag drsLord:Kanziers die drei Bills: iiber die '.)i'usdehnung drr Ztirisdiction der Van: irrotk:.iiommiffarirn, kibri“ dir Wahnsinnigen und iiber das Ge: richchri'fahrrn Vor dcn Grasschafts:Gi-richten bei kleinen Vcr- grhrn, znm zwi'itrnmale verlesen, worauf das Haus sich vrrtagtr,

Unterhalts. “Sißung vom 18, Juli. Aus der vor: gesirrn erwähnten Debatte fiber die Zriändischen Zustände, ivrlche Herr Shri! in der Sißung des linierhauses vom 1811): herbeiführte, isi nur wenig nachzukragen, da sie ihrem großrrn Theile mich nur Anfechtungen und Verthridigungen einzelner vxn der ]eßigen Regierung vorgenommenen Ernennun- gen zu, Zußiz: und 'Lidminiffrationö:Aemtern in Irland ene- birik. Eri? grgrn das Ende erhielt dieselbe durcb Lord Palmer: tion cine aijgrmeinr Färbung. Derselbe erklärte, daß er zwar deni jrßigrn Lorchieurenanc von Irland, Lord de Grey, die besten Absichten znschrcibr, eben so auch dem Secretair für Irland, Lord Eliot, daß sich aber die Vorhersagung bereits bewähre, Welche rr (Lord P.) gleich beim Eintritte des ]eßigen Rkinistrriums ge: macht habe, das: ck nämlich der Regierung schwa", ja unmöglich seyn werde, Irland auf eine dem Interesse des Landes und ihren rigeenetr guten Absichten entsprechende Weise zu regieren. da sie genothigt sey, ihre Stöße in der einer u::parteiischen Verwal- tung abgeneigten, orangiftischen Grundsähen ergebenen Minoritäe des Volkes zu suchen und daher selbst, wo fie es wahrhaft_gut

tät deffelbrn, den Katholiken, worde beobachtet Werden.

drr Ziistiz: Uiid Verw.;irrinZs-Bramtrn dar, weil die Re serung, wenn sie, der Natur der “Cache grmäß, unter ihren ?inéängern in Irland die Wahl treffen wolle, nur solche wählen könne, wi'lche fich durih ihre entschiedene Parteilichkeit zu öfteren Malen vor dem Volke kompromittirk haben. Mit Lord Palmerston stimmte Sir Robert Peel, der die Diskussion schloß, darin überein, daß überall, besonders aber in Irland, nichr nurUnparteilichkeitderZusiiz- Verwaltung, sondrrn auch die Urberzeugung von der Existenz dieser Unparteilichkeit untcr drm Volke ein wesentliches Erforderniß der Ruhe, des Friedens und drr Wohlfahrt des Volkes sry; aber er": behaupcrteauch, das; in den Von drm '),)kinisirrium vorgenommene Ernennungrn zu den höheren Armrern in Irland die Garanti dafür liege, daß jene unparteiische Justiz unter allen Umständ gewahrt und gesichert set). Er erwähnte zum Beweise der v den Gegnern selbst anerkannten Treffsichkeit des Lord de Grey, d sich dlii'ch seine Weltkennlniß und seine Charakter:??rsiigk'eitrühmli auszeichne imd seinePrivat:Bequrmlichkci1dem Staatsdienste dur Uebernahme des Amtes eines Lord:Lieutenant von Irland nu ungern aiifgropferk habe; er erwähnte ferner der Talente und d Miidherzigkeit Lord Eiiiot's, Welche die Gegner ebenfalls nich, vsrkrnnrn könnten, so wie der ausgezeichneten Kenntnisse un (»5eißrösck)ärfr drs Sir E. Sugden, dcs Lord:Kanz[rrs von Zr- land. Von solchen Männern habe man niithckxvtcrwarti-n dürfen, das; sie, natürlich vorzugsrvrise die Mitglieder drr Partei, der fie angehören, berücksichtigend, doch mir solche Beamten zu den un: tergrordnetrren Zusiiz: und Verwaltungsfirlirn würden in Vor- schlag bringen, welche fich durch wirkliche Brauchbarkcit auszeich- neten, und man habe fich darin auch nichr getäuscht. „Demrdirn Ldrd (Palmerston) aber“, srlzte Sir Robert Peel hinzu, „sieht es nicht gut J"- uns Lehren darüber zu ertheiien, daß es zwi'ckmäßig sey, dle RUÉÜCMM der Politik briBrseßung von Zusiiz:Beamten- stellen aus den Augen zu soßen, denn er selbst hat nebsk seinen Kollrgrn das Amt eines Oberrichtrrs des Zt'ländischrn Schaßkam: Wkkgkl'lihks, dem eitrigen Verfechter der Auflösung der Union, “Vik?" ÖCNMKU. angeboten, einem Niannr, der einen doch- IWM nichr" Wenig heftigen Anthril an den Strei- k'ZkS'U" Edel" PVilklichen Parteien grnommrn hat; daß aber der" edle LOW- nachdem er an ein?!" solchen Transaction Thril Z:?Z'eii'iiiiiieÖeWEx-Yimsxi gl'vßemd UnZvillrn über einzelne von uns ' - ngen re rn ann '

nach dekskiben ZUVU'fichkiikbkeit (388117311(*(:),d*é iFYJiZTZS'VYYÉ-nics? das „WM- welches d“ Parlamentarische Sitte estattet _, die ihn neullch in den Stand srßte, um; mit dem ernZesien Gescher von der Welt zu drn Vortbeilen der Stellung zu gratuiiren die wir uns in Afghanistantel'k'ampft haben,“ Nachdem Sir Robert Peel schließlich _noch erwahnt hatte, daß seine Erkiärungen „sm „„, parteiisch m'Zrland _atzftreten zit_wollen, sriner che linter Jem"; eigenen Anhangern einige Unzufriedenheit erregt haben und „“ck, dem er erklärt hatte, nichtsdestoweniger diesem drinziéc treu blei: ben zu woiien, kam es zur Abstimmung über Ferm Sheij's An: trag; das Resultat derselben ist schon angegeben worden. '

Unterhaus. Sißung vom 19.Zu1i. Sir James Graham beantragte, daß sich. das Haus zum Ausschuß iiber das neue Armengeseh kgnßitmre und mgchte bei der Ge],- qenheit eine kurze Angabe uber den gegenwartigen Stand der Bil]. Die ersie Klausel isi bekanntlich nach langer Debatte von dem Ausschusse des Hauses angenommen worden; sir betrifft die Verlängerung der Vollmacht der Armen-Commiffaire auf fünf

K.)

Jahre und ist, nach der Erklärung des Sir James Graham, diejenige Klausel, welche die Regierung unter keiner Bedingung aufg-*be-rwil1. Mit dieser Klausel in unmittelbarer Verbindung sieben die nächstfolgenden vier Klauseln, welche die Zahl der HulföMrmrn-Commiffaire, die Befugniß der Genrrai-Armen-Com- missaire um Erlaß allgemeinrrAnordnungc-n, die Regulative über den Erla von Anordnungen in dringenden Fällen und die Form der Erlasse betreffen; auch diese vier Klauseln und noch ein paar andere von geringerer Bedeutung wünscht die Regierung noch im Laufe dieser Session angenommen zu sehen. Alle übrigen Besiim- mungen, insbrsondrre die in Betreff der Aufhebung der (Ziibrrt [inikmx und der Eintheiiung der '.)[t'men-Distrikee behufs des Schul- Unterrichtes, sollrn weiterer Erwägung von Seiten der Minister während dcharlamrnts-Vakanz Vorbehalten bleiben, und den Ge: grnsiand eines emendirtm '.)intragrs unmittelbar nach dem Be: ginm' der nächsten Session arisinachrtr Mit dieser Ausrinander- seßung waren indeß die Gegner drrBill nicht zufrieden und Herr Fielden beankragte daher, einer früherenAnkündigung gemäß, daß die Bill nichtWeitrt' berarhen werden solle, bevor nicht durch eine von dem Unterhause mittelst Abhbrung von Tagelöhnern und ihren Herren betvrrkstelligte Untersuchung dargethan werde, daß das neue Armengeseß wirklich dazu beigetragen habe, den „Arbeitslohn zu erhöhen“ und die „Zufriedenheit der Arbeiter zu vermehren, so wie die Zahl der Verbrechen zu vermindern“, was in dem die Einfäh:

xzwei'de,

rung des nrurn Armrngrsrßes empfehlendcn Berichte der Kommis: sion vom 21). Februar 1884 als der unzweifcihafc zu erwartende Erfolg des neuen Gescher; verkündet worden sey. Der Antrag wurde von Gen. Johnson nntersüßt, welchcr behauptete, das neur Armengesexz habe nicht einmal die Kotien drs linterhalteno drrArmcn verringert, dcnn was es darin gespart, müsse auf dir Ge: halte der großen Virngr nener Beamten, die das neur Sysiem geschos- sen habe, verwendet werden. Tie Herren Grimsditch, Agiiouby und Escort, obgleich mehr oder wenigcheinde des neuen Armen: gesrßrs, erklärten dort; die Motion des Herrn Fieidrnfärunzweck: mäßig, da die JNinisier Wenigstens ihren guten Willen durch das Versprechen der Revision ihrer Maßregei dargrkhan haben, Sir James Graham machte brmerklich, daß es an Untersuchungen drs Erfolges des Armengeseßrs gar nicht gefehlt habe, und daß die Data, Weiche diese Untersiiciwngrn ergeben habrn, vollkommen hinreichrn, darzuthim, daß wrnigsens in den ländlichen Distrikten der Arbeitslohn-durch das neue Armengeseß grhobrn worden sey. Capitain Prcheii cri'lärte da egen als Organ der unbedin ten Feinde des Armrngesrizes, da disseibrn der Bil] in jedem „ta- dium opponiren werden, bis sie die von ihnen verlangte Untersu- c'iimg durckgsseßt haben. (Es wird daher wohl zur Abstimmung uber den Aukrug des Herrn Firlden gekommen seyn, doch war die: selbe noch nicht erfolgt, als der Bericht das Haus verließ.)

Londqn, 19. Juli. Die Regierung hat auf die Vorsieliun: gen der Zrinndischen Lrinenhändlcr imd Flachsspinnrr erwiedcrn lassen, daß man der Französischen Regierun wegen der erhöhten Abgabe auf Britische Leinengarne ernstliche Ziorstellungen machen

Das in Philadelphia angekommene Schiff „Maria“ hat dort:

hin Nachrichten aus Port au Prince (Haiti) vom 17. Juni

_ berbracht, welche die früheren Beriche von der Abseßung des "2 räfidenten Boyer nichtbrsiätigcn, aneß soll er ernstlich erkrankt

. ?ck? nd seine “Wieder ene un Nicht U erwarten ? 11- mtt dem Volke meine, mit mißtrauischen ?lugcn von der Mawri- “"'-'- g s 9 z sy Diese ?" Schwierigkeit thur sci) besonders in der Besrßung der Stellen

"1; rhi erhalten, fich im Oktober UZ. nach Afghanistan zu begeben, _ m das Kommando der dortigen Truppen zu übernehmen. Lord .““Ellenborongh soll nämlich beschlossen haben, ein bedeutendes Eu:

Nach der Navai and Miiitary Gazette hat General: ajor Sir Charles Napier, der ]rß-t die in Poona stationirte Ab: heilung der BritischenArmxé iin Ostindien kommandirt, den Be:

ropäischrs Truypen:Coi'ps in jenem Lande zu lonzentrirrn, an des: sen Spixze dann ein (Venerai treten muß, drr im Kriege nach grö: ßeren] “Maßstabe mehr geübt isi, als dies bei den Gencrairn der Ostindischen Armee der Fal] zu seyn pflegt, weshalb man denn auch von der Förderung der Billigkeit absrahirrn zu müssen glaubt, den General Pollock die Früchte seines cinfichtsvolien Benehmens allein ärndten zu lassen. Uebrigens soli rs zicmlich außerZweifel seyn, daß der jeizt in Brieischrr Haft befindliche Dosi Mohamed zum HerrscherAfghanistans unter Zustimmung der Briten ernannt werden wird.

Dasselbe Blatt will Privatbriefe aus China gesehen ha: ben, Welche die Rückkehr Sir-Hrnry Pottiuger's von Wkacao nach Hong-Kong und zugleich sein?“.)[bsicht melden, sich binnen weniger Tage wiedrr zu der Flotte zu begeben und den Zug nach Peking zu unternehmen. Man glaubte in Macao und HongKong alige- mein, der Bevollmächtigte werde die gesammtr Verantwortlichkeit auf sich nehmen und den Krie? durch einen gleichzeitigen Angriff auf Peking zur See wie zu Lande zu Ende zu bringen suchen, Im Falle der Kaisrr auf diese Weise zur Nachgiebigkeit gezwun- gen wird, folien ein paar Handrlö-Staeionen von den Briten be: srßt und rine siarkr See: und Landmacht zum Schulze drr Bri: tischen Unterthanen permanent in China gehalten werden.

Belgien.

*)("1- Vriiffel, 24). Juli. Sie haben aus den Blättern ersc- en, daß die auf dic Lciand-anusirie bezügliche Conveniion, eren ?ibschiuß wir in unserer lehren Korrespondenz ais nahe be: orfiehend ankündigrrn, in Paris am 161en d. 9,72. unterzeichnet worden

' 'i, und jeßt nur noch der Ratißcation durch die Belgischen Kam:

“ern entgrgrnfieht, Dach dicser Convention wird der 313111511110, ie er vor der Fi'anzöfischen Ordonnanz vom 26. Juni bestand, Gunsten Belgien:; aufrecht erhalten. Dieses erniedrigt aber, für die Eingangs: und Consumtions:Zblie auf die Französi- en Weine und Seidenwaaren respektive um ein Drittel und iertei, sielit den Französischen Salzhandel dem Englischen gleich und öht endlich, jedoch mit Ausnahme der zu Gunsten drs Wesphä- hm und BraunschtvrigischenGarnes letzthin erniedrigten Z'olie, die ngangs:Zöi1e auf die ausländische, d.h. aufdie EnglischrLeinwand in demselben Maße als sie jetzt in Frankreich besehen. Nkit dicser Convention müssen die heftigen Klagen fallen, Welche die Fiandri: schen Provinzen in einer Art erhoben hatten, die in den Augen der Französischrn Regierung die Noth größer erscheinen [affen mußte, ais fie in der That isi. Die Folge wird lehren, ob der Gewinn, den die Leinwand:anusirie aus dieser Convention zieht, die Konzessionen aufwiegt, weiche Belgien an Frankreich macht. Wenn man den Handels:Nachrichten einigen Glauben schenken darf, so wird der Gewinn für das ersie Jahr sehr unbedeutend seyn. Bekanntlich hatte das Französische Ministerium schon einen Monat vol“her in den Kammern seinen festen Willen erklärt, durch Or- donnanLFderi Tarif auf die Leinrn-Einqur zu erhöhen. Die Eng- l'ichm abrikanten haben natüriich ihr Interesse zu wohl verstan- den, um nichr durch schleunige Expeditionen ihre Magazine, durch Depot:) und Consignationen, in Frankreich zu räumen. Nach ei- nem, jedoeh sicherlich übertriebenen Kalkül behauptet man, daß Frankreich für zwei Jahre mit Leinwand versehen worden sey. AU“) Belgien hatte in der beiassmm Frist bedeutende Expeditionen

"suchte Dienst:“Enklaffung gnädigst zu ertheilen

__Aeüßeren dem General;Domainen-Djxekwr von ?;Behgltung seiner bisherigen DiMsi-Funceionm, und für die Ange- -.,.iegeiil)eitm des Innern dem Miniserial:Kanziei-Direkwr von Dun-

nach Frankreick; gemacht. Französische Aufkäufer hatten fast alle fertige Leinwand in den verschiedenen Distrikten eingekauft. Auf diese Nachrichten gestübt,_ haben wir die obige Meinung ausge: sprochen. - Frankreich zieht durch diese Convention einen reinen und unmittelbaren Gewinn, es hat die drückende Lage, worin die Leinwand:Jndusirie durch seine Ordonnanz verseht wurde, reichlich ausgebeutet. Jedoch kann auch der Gewinn, welchen die enannte Belgisohe Jndusirie daraus zicht, später wieder seör aus- gedehnt werden. Wenn Belgien die Engiis e Konkurrenz auf dem Französischen Markte nicht mehr zu bek mpfen hat, so kann seine Ausfuhr sich bedeutend heben, wenn sonst seine Zn- dusirie, die des Stachcls der Englischen Konkurrenz entbehrt, den Fortschritten und Entdeckungen nicht !fremd bleibt. Die Finanzen Belgiens werden durch die von Fran reich gemachten Konzessionen schwerlich einen Ausfall erleiden. Die Reduction auf die Weine wird gewiß durch die Vergrößerung der Consumtion kompensl'k werden, und die Erniedrigung des Tarife für die Franzöfisihén Ski- den:Waarrn wohl der fur diesen Artikel sehr |eichten einträglichm Schmuggelei Abbruch thun. _ Die Belgischen Kammern smd auf den Lösen d. M, einberufen. Die Ratifizirun dieser Con: vention wird der erste Gegenstand der Berathung ryn. Die Ma- jorität ist gewiß. _

Unsere öfters ausgesproohene Ansicht, daß die liberale Meinung sich alimälig, und namentlich in den Städten, verstärkt, isi seit kur em durch zwei bedeutende Wahlen bestätigt worden. Unter meÉreren Ernennungen waren auch zwei der katholischen Meinung ergrbrne Depueirte zu hdZeren Posten befördert'wordm. Ein Deputirter von Tournay am die Stelle als Mun :Kommiffar und der Deputirte von Ath, Herr Dechamps, den Kohm Posten als Gouverneur von der Provinz Luxemburg erhalten. Beide waren das?“" einer neuen Wahl unterworfen; ie waren seit acht bis zehn uhren stets mit einer großen Majorit t ernannt worden, diemnal ist aber Ersierer unterlegen, und der liberale Konkurrent hat in Tournay über 100 Stimmen mehr erhalten; Herr Dechampo, der in den lehren Wahlen von 1839 1151] Stimmen, sein Gegner dagegen nur 151) erhielt, ist diesmal nur mit einer Majorieät von .") Stimmen, mit 471) gegen 465 wiederernannt worden. Es haben diese beiden Wahlen einen bedeutenden Eindruck gemacht und werden gewiß anch ernsiliche Bedenken unter der 'katholischm Partei hervorrufen. Man darf es aber als ein G1nck ansehen, daß Herr Dechamps, unsireiti einer der talentvolisien _Deputirten, wiedererwähit worden iii. Zeki“ Dechampo hat seit einiger Zeit an mehreren Punkten grmäßigtere Ansichten ausgesprdcbm Und es isi zu erwarten, daß rr (Ich bei der bevorstehenden Diskussion des Elementar:umerrjchks: eskhés, von weichem kt“ drr Bkkiéhxi'l': siatter war, im Sinne der Regierung in Bezug auf einen wach: tigen streitig gebliebenen Punkt aussprechen wird.

Deutsche Bundesstaaten.

München, 19. Juli. Se. Königl. Hoheit der Kronprinz wird fich nächsten Montag iibcr Prag nach Schlesien begeben. Auch Se. Königl. Hoheit drr Prinz Luitpold von Bayern wird demnächsi Miinchen verlosen, um einige Wochen, wie es heißt, in Wien zu verweilen,

Einer Beilage zum gestern erschienenen Polizei:)[nzejger Tufolge befinden sich in unserer Stadt: 78 Civiiärzte, “.'7 Militair-

t'ztr, 4 Zahnärzte, 7i§lzgi51ri rbirurginr, 11 Chirur en, 3 appro- birte Bader, 51 Hebammen, 11) Apotheker und 13 “Zhierärztr.

)( Dresden, 23. Juli. Zu den „wichtig en Augenmerken für die Eisenbahn:Directionen gehört die Me mäßigste Art der Signaigrbiing, Auf unserer Eisenbahn hat dieselbrgegenwär: tig zum dritten Viale ewechselt. Die Signale wurden im Anfange von den Bahnw rtern durch verschiedene Stellungen und Schwingungen ihrer Dienstfähnchen gegeben" später führte man bunte an Stangen befestigte zum Auf: und aiederlaffen und zur Vergrößerung und Verkleinerung eingerichtete Scheiben ein, welche bis jeht bestanden haben, gegenwärtig aber durch fesi: stehende Stangen ersetzt werden, an deren Spike sich zwei von unten aus in Bewegung zu sehende Telegraphen:Arme befinden. Diese der auf den Preußischen Eisenbahnen üb- lichen nachgebildete Art der Eignalgebung möchte aber auch noch verschiedene erheblicheNachtheile mitfich bringen. Diezweck- mäßigsie Art der Signalgebung scheint also noch nichr gefunden zu seyn. Uebrrhaupt haben wir zur Verrinfachung und größerer Sicherung derDampffahrtrn gewiß noch so manche neue Einrich- tung zu erwarten. So ließe fich ;. B. das Gerathrn unter die Räder bei voreiligem Aus: oder verspätetem Einsteigen, weiches schon mehrfaches Unglück herbeigrführt hat, sehr leicht dadurch un: möglich machen, daß man die Seitenwände der Wagen bis ein Zoli iibcr drr Bahn herabveriängerte, und dadurch die Räder gänzlich verdeckte,

Leipzig, 24. Juli. Heute Morgen um 11 Uhr traf der König von Württemberg unter dem Namen eines Grafen v. Teck aus Dresden kommend auf der Eisenbahn hier ein. Se.?)iajesiät gedenkt morgen hier zu verwi'iien, und wird dann nach Berlin reisen.

Kassel, 20. Juli. Der zum Ober-Bürgermeisier der Resi- denz gewählte ObergerichtscRath Arnold hat die Wahl abgelehnt. Es wird nunmehr die neunte Wahl vorgenommen werden.

Tsiesbnden, 21). Juli. Der Staats: und Haus-Minisier Graf von Walderdorff hat in der gesirigen StaatsKonfrr'c-nz auf der „Platte“ seine Entlassung eingereicht und in den gnadigsien Ausdrücken noch am nämlici;en Abend erhalten. Das noch in vergangener Nacht gedruckte und heute Morgen ausgegebene Ver: ordnungsblatt Nr. 8 spricht fich in folgender Art über dieses Er: rigniß aus: „Diensi:Rachricht: Se. Durchlaucht der Herzog ha- ben dem Skaats-Minister Grafen von Walderdorff d'? "Wg?-

eruht„ unter dem Vorbehalte jedoch seiner Functionen als “Mitglied dchsiiht'ks Staats- raths, indem die Verdienste, welche sich derselbe U"! Hthikslk und Höchskihl' He'l'zo liches Haus erworben hat, und dl? Hochsidensel- ben siets bewäere Treue. Se. Herzogl- Durchlaucht dringend wünschen lassen, dessen einfichtsvolien Rat!), aucb fernerhin in wich- tigen Angelegenheiten benuhen zu können. Sobald die EMM)“- dung auf das Gesuch des Grafen gestern Abend ?ka19“, [)?ka derselbe von der „Platte“ aus, ohne “'s nach Wiesbaden zuruck: zukehren, sich nach seinem GU?“ Molstkg bei Limburg begeben, woseibsk er fortan seiner Familie zu leben gedenke,

Wieöbaden, 21. Juli. Der Herzog hat bis auf weitere Verfügung die obere Leitung der Geschäfte im Staats:Miniske: rium für die AngelegenhEikkn des Herzoglichen auses und des ock unter Bei-

gern iibertragen. €eineDurchiaucht hat den Generai-Domainm

. beii tigt.

Direktor von Bock und den Ministeriai:Kanziei-Direktor von Du'n: gern u Geheimräthen, und den Kabinets:Secretair Hofrath Goß zum eheimen Kabinetsrath ernannt.

Darmstadt, 21. Juli, In dem Landtags-Abschied fiir die Stände-Versammiung in den Jahren 1841-42 sind folgende Rubriken von aligemeinem Interesse: Nachweisung der StZats- Einnahmen und Ausgaben in den Jahren 1836, 183- und 1888 und Darstellung der Finanz-Verwaltung in den Jah- ren 1839, 1840 und 1841, Es ist Sr.Königi. Hoheit erwünscbt gewesen, daß die Stände nach der ihnen übergebenen drsmilizen Rechenschafts-Ablage über die Finan =Verwaltung in den Jahren 1816-38 die sämmtlichen Staats7 innahmen und Ausgabe.]: die- skl' Jahr'? für gerechtfertigt anerkannt und ferner sich damer ein: v?kikanden erklärt haben, daß einige das Hosbauwesen bc: treffende , in dem Staats : Budget für die Jahre 18:19 bis 18-11 bewilligte Ausgaben, nach Umstanden _theilweife Wik ganz in der Finanz : Periode von 1842 „bis 1844 Vkl'l'?chnrt werden. - Darsteliung der Militair : Ver: waltun in der Finanzperiode von 1830 bis „1838- Es ist Sl"- Kbnigi. Hoheit an enehm ewesen, daß die Stände dle-thben: schafw=Abla e der ??kilitair- erwaltung und derFmanzrerwde von 1836-88 f r enügend und die Gesammt:Ausgabe in derselben füt" gehörig na gewiesen und gerechtfertigt erkannt haben. Eben 10 konnte es AUerhdchsidcnselbcn nur eerwiinscht seyn, daß aiich die nachträglich vor eiegte NachweiÉmg uber die sFhon in fruheren Finanzperioden Zattgefundenen erwendunqen fur Kasernirungs: Einrichtung und die ersie Ausrüstun der KavallericZBc-rmehriing, so wie für mehrere Bauten in ver7chiedenen Militair-Etabiiüe: mrnrs für genügend rrachtet und der bei den einz'elnen GeZensianden angeführte Kosten:?sufwand von den Ständen uberall fur gerecht: fertigt erkannt worden isi. _ Geseh-Entwurf, die Eiseenbah- nen betreffend. Se. König!.Hoheic Werden das Geseß uber de_n Bau und den Betrieb der Eisenbahnen im Großherzogxhum, init Berückfichtigung der von den Ständen gefaßten Beschiussr l'i'dlgi: ren und verkündigrn, und außerdem nach den von denselben ars- gesprochenen Vorausseßungen verfahren lassxn. Was die weiter vorgebrachten Wünsche betrifft, so werden Oe. Königl. Hohrit, so weit es von Allerhöchsidenseiben abhängt, und 1:6 den Umstanden nach zulässt erscheint, denselben die geeignete Rucksicht angedeihen lassen. - ÖrseßÉntwurf, die Emission von Papiergeld betref: fend. Dem Geseh:Entwurfe über die Emission von/EinerMillion Gulden in apiergeid, zum Behuf des Baues der Eisenbahn, ha: ben Se, K nigi. Hoheit die Sanction nicht ertheilt, da ein ge- meinschafclicher Beschluß der beiden Kammern der Stände nicht zu Stande gekommen isi, und die zweite Kammer eineBedingUng an ihre Zustimmung geknüpft hat, durch welche der Zweck dieses Geseßes vereitelt wird.

Altona, 21, Juli. Die von der HolsteinischewStßndr: Versammlung in ihrer fünften Sißung vom 12, Juli mn 4.3 Stimmen Legen 1 angenommrne Adres? lautet nach Nr. 4 der Stände-„eitun wir fol k: _

„?lüci'diirchlnuZni ster, JHroßmächiiqsicr, Allergnädiqsier Kim: und Herr! Ebrervicti treten Holsteins Abgeordnete bor Ew. Kimm . Majestät erhabenen Yvron, um den AUZdruck ihrer Ergrbenheit und Treue an dessen Stufen niederzulegen. Viele von uns haben das Glück gehabt, aus Ew. Königl. Majeiiät Munde dir Worte zu ver- nehmen: „nur dann haben bcrathcnde Stände keine Bedeutung, wcnn derLandcshcrr ihre Anträge, ihren Raid nicht beachtet;ßdicscs werden Sie von Mir nicht crw-irten,“- Mit Hoffnrmg und zrcude

uhr Holiieins Volk die buldreicbe Zusaegcz, dcn Bitten und (Hut- Trium der Stände dic mdglicbiie Berucksichtigung zu gewähren. Die von Ew. Kdni [. Majestät erlassenen Gesche, die Ancrbdcksie Erd nung auf die ntrcige der vorigen Diät haben diese Zusage Insoweit einzelne AntrcÉqe nicht, haben, Gewäh:

rung finden können, geben sic!) w. Königl. Majestät e- tkcue Stände in vflichtmcißigcm Gehorsam der Hoffnung h n, daß die Zukunft gewähren wird, was die Gegenwart versagte. - Ju dm zu unserer Bcratvung vorÉelcgtcn “GescwEutwurfen erkennen wir qiciwfalls mit frohcm Danke w. Majesiät wahrhaft landes'vcktcrlicm (Hrsinnung und das unermüdliche Bcsireven, Mängeln der Jusiiz und Adminisiration abzuhelfen, dee ständischen Insiitutiouen nber _xiitri*1yei- teren Ausbildung entgegenzuführcn. Vcrtrauend auf Ew. Königliche Majesiät hierdurch ausxxesprochcne Huld und Gnade, fiihren wn“ fort, unsere Gefühle und Wunsche freimuthtg darzulegen, uberzcugt, daß sie nicht angehört, nichr unbeachtet bleiben, selbst wenn der ichteren Erfüllung noc!) verta 1 werden müßte. -,Jedcrl,1ntertha_n Ew. Nd: niglichen Mnjesiät wigrd es als cine 1vcscntltche Erhohiingsetttese(§,31_ucks ansehen, wenn er verfichertieyn kgnn, dre Vorthezlrder gunsie 2" Lage, deren er unter dem milden Scepter Ew, Königlichen Maxx, at sick erfreut, auch den Nachkommen zu hinterlaffen. Unavwctslicixdxmgt scö daherAUerhbchsidero getreuen Unterthanxn dcr WunschDau _, dteubcr: haupt auch nur als transiiorisck) und Vökbkktliend gegebene “_xni etuiion drr beraihenden Stände dnrcl) Hinwegräumung der bisher beüandenen Hm- derniffc dahin entwickelt zu sehen, daß den erwähnten Vertretern des Volks über die zu erlaffendcu Gesche, die Erhebung und Verwendung der Abgaben, eine entscheidende Sinneme verlecbxn wcrdxn möge. Ew. Königl. Majestät getreue Stände crfullen nur ihre Pfitcht , wenn sie diesen Wunsch offen und vertrauensvoli Ailerhdchsidcro landesväierlt- chen Rücksicht anheimgebcn. - Ew. Königl. _quesiät haben bei drr jüngsten Verleihung voher Staatsämter die wrchttgstcn Atigclcgcnhct- ten der Herzogthümer in dicHände vonMänncrngclcgt, 1vc„lcheDeut- sches Recht und Deutsche Sitten achten_ und verstehen. Wik erfreuen uns dadurch einer neuen Bürgschaft fur die Sicherung unserer na- tionalen Interessen und bringen Ew. Kdmgl. Majcüät unseren tief- efübiten Dank für diesen neuen Beweis unpartrilicher Gcrechng- eit. - Nicht minder erfreulicho war der Eindruck, den :Die von Ew. Königl. Majestät yerfugte chere OrdnunF der sc- nanzcn und das auch sonst in O_cutsci) and als Mm cr geprie- sene Normal-Bndgct, namentlich die in Folge drsseu stattfindende Oeffentlichkeit im Staatshaushaitc hervorgerufen haben. -- Mng es Ew. Königl. Majesiät weisen Lenting gelingen, durci) fernere Er_iva. rung in den AuSgaben eincErmäßigung der Steuern und den raichen Abtra der so drückenden Staat:?nhuld zu fiebern, -- Egv, Königl. Mair ät haben durch die Aufhebung der Ctrkular-Verfugunq vom 13. Dezember 1888 den läixgst gehegten schnlicheannsch des Landes erfüllt, und uns dadurch die Ucbcr cugung gcivcihrt, daß Allerhöchsi: dieselben es anerkennen, wer das F echt der freien Petition ntciit ? - schmälert werden kann, ohne die Liebe und das Vertrauen_ des Yol ck Zu dem Landes'vaier zngcfährdetx. -- In Betrxff dees neu etxtgxfuhrirn Reichsbank- Geldes, namentlich der Scheidemunze, dUl'fcn wcr pkiichtmäßi Ew. Königlichen Majesiät nicht verschweigen, daß d e haupts chlichsie Beschtverde, welchx die. Petition der vori- gen Stände-Versammlung veranlaßte, wre darm auch aus esprochen worden, die Eintheilung des Reichsbirnktbalers in 96 S [. betraf. Diese besicbt noch fort, zumal da die Stückelung dcr Munze solcher Eintbeilnng entspricht, und mit dcmgewobntcn und auf den ngyt- märkten des Landes allein angbaren und bekannten Courant-wrhrl: ling nicht aufgeht. c"e meSr allgemein und tiefcmpfundcn aber die durch unverkennbareFinchtbcilcbervorgerufencAvneigunÉ isi, dte sich im Lande gegen die Einführung der Reichsbank-Gcld- cheidemünze “Ussksvrochcn bat, um desto mehr müssen auch die Stände es be- dauern, da die Zurücknahme diescr Maßregel für je 1 aus hdberen Staats-xk ckschten verweigert iii. - Die Alierbbch e Zusage, daß ein umfassender Gesey-Entwurf über das Posiwesen , wie von den Ständen beantragt worden, ausgearbeitet werden folie,“ hat uns um so mehr zu dankbarer Anerkennung bewegen mussen, als

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wir daraus entnehmen, daß .::-ck für diesen Zweig der Verwal- tung den Ständen das Recht einer beratbenden Mitwirkung ni t ferner wird vorentbaiten werden. - Durch den der Erdffnun die er Versammlung vorberZeZanxeyen Abdruckymier Gesxy-Emwüx ; und ihrer Motive in den le weg-Holßeim chen Anzeigen ifi dem Bedürfnisse der Abgeordneten, im voraus und so zeitig als möglich mit den von ihnen zu bcratbendcn Gesehen bekannt gemacht zu wer- den, theilweise entsprochen. Wir erkennen dme Ew. Majestät huld- reiche Fürsorge mit schuldigem Dank und wuZ?! es, darauf dicHoff, nung Zu gründen, daß künftig eine Öi'iche ursorge nuf sämmtliche Entw rst ersireckt werden wird. - it fkcudtgem Muihc geht die oliicin sche Stände-Versammumg an das von Ew. Königl. Maje- ät ihr Allergnädigsi auferlegte Wert- um so mehr,_ da ihr in dem Königl. Herrn Kommissartus ein Vermittler zii Tbctl „geworden iii, dessen Persönlichkeit und früheres Wirken in ihrer Mitte Liebe rind Zutrauen in unsercrAllerBruü zu erwecken. - Geruhcn Ew. Königl. Majestät die Verficherungen unserer unwandclbarcn Treue Ailcrgnä- digii entgegen unehmen. - Ew. Königl. Maieüät alierunterthäntgsie, treu cborsam cVersammlung derProvmzi-il Stände dcs Herzoglhums Hol cn. Wirst, Präsident. Klenze, Berichtcrsiatter. _ Itzehoe, den 12. Juli 1842.“ . _ Die Holsteinischen Provinzial:Stände haben die Propdfition des Ober: und i.“andesgrrirhts:Advokatrne Böck auf Oeffentlichkeit der Sißungen einem Ausschusse zur Prufung überwiesrn, ]edth eine zweite Proposition desselben wrgrn Trennung der Herzogkhu: mer von dem Königreich in finanzieller sowohl als in miiitairischer Hinsicht mit 26 gegen 17 Stimmen abgelehnt.

Oesterreich.

Teplix, 16, Juli. (A, Z.) Die W'ikiwr des Preußischen Generals der Infanterie, Grafen Bülow von Drnnewiß, an de: ren Genesung von einer Lungenkrankheir zu früh geglaubt wor: den war, ist derselben grsiern dennoch unrerir cn, und ihre Leiche wird morgen im Beiseyn der Preußischen ÉraaksÄRinisirr von Thilr und von Savigny, so wie der amvesendrn Prenßischen Generale, Offiiiere und anderer Staats:?[iigrhöt'igen in einer hie- sigen Kirche einsXWeili-n beigeseßt werden, wobei ein unlängsi an- gekommcner evangelischer Geistlicher zum )l'ngedenken der durch ihre Frömmigkeit und ihren Wohithäkigkritssinn allgemein verehr- ten Frau und ihres berühmten Garten eine kurze Rede zu halten gedenkt. Die Leiche wird alsbald darauf nach den Gutern der Familie Bülow-Dennrwiß bei Königsberg in Preußen abgeführt werden.

Den 18ten d. erwartet man die Ankunft des Herzogs von Bordeaux, für den im Deutschen Hause die Bel:€tage gemiethre isi.

Türkei.

Konstantinopel, 6. Juli. (Ossi. B.) Der Oesterrei- chische Znternuntius, Freiherr von Stürmer, isi am 4. d. TR. von Bruffa zurückgekehrt, ohne daß der Gebrauch der dortigen Bäder auf seine Gesundheit die gehoffte Aiirkung hervorgebracht hätte. Unmittelbar nach seiner Linkunfc wurde der Pfortenbe: amte Emin Efendi in das Intrrnuntiaturshotel abgeschickt, um fich von Seiten des Großwi-sirs und des Psortrnminisieriums nach dem Befinden des Herrn Znternuntius zu erkundigen.

Am Um d. M. isi das Aegyptische Dampfboot „Refchid“ mit Großherrlichrn Truppen von hier nach Syrien abgegangen.

Auf dem kürziich aus Samsun angelangten Damyfboore ist der hiefige katholische Erzbischof I)ixgr. Hillereau von einer nach Klein:)isien unternommenen mrhrw chrntiichen anpcctions=Reise zurkukgekommen. '

Der bekannte Englische Reisende und Schriftstelier Capitain Basil Hall ist im Laufe der hier eingetroffen.

(

Inland.

Königsberg, 21. Juli. (K, Z.) Heute Vormittag fand auf dem Paradepiaße eine große Parade sämmtiirher hirr anme- senden Truppen siatt; Sr.?„ikajrsiät der König wohnten derseibm zu Pferde bei und grruhten Alierhdchsiihre Zufriedenheit mit der Haltung der Truppen auszusprechen. Nachdem Se. Nkajestät die Fronte der Regimenter heruntergeritten waren, ließen Allerhöchst- dieseiben Sick) noch die anwesenden LandwchwOffiziere namentlich vorstellen. Um 12 Uhr fuhren Se. Majestät nach dem Walle zwischen drm Roßgärmrr: und Königs:Tk)ore, um die zur Be: fesiigung bestimmten Punkte zu besichtigen, und darauf nach dem neuen Museum in der Königsstraße, wo Sr. Majestät das Mo: dell zu drm Standbilde, Welches dem Hochseligen Könige errichtet Werden soli, in Augenschein nahmen. Um 3 Uhr war Diner auf dem Köni [. Schlosse, zu Welchem die hohen Civil:Bramtrn, nieh- rere Landsiande und die hier anwesenden StabscOffiziereeingeladen waren, Abends geruhtrn Se. Majrsiät eino Assembler bei dem kommandirendrn Gruerair, Grafen zu Dohna Excelirnz, mitAller- höchjiihrer Gegenwart zu beehren.

Die Reiseroute Sr. Majestät des König:! ist so frs'igeseßt, daß Se. Majestät am LLsti-n bis Heilsberg reisen und dort näch- tigen werden; zum folgendenNachtqum'tier isiHohi-nsiein bestimmt 'rmd am Listen wollen Er. Majestät die Reise bis Thorn sort: eßrn.

Der Herr Finanz-Miniskrr von Bodelschwingh ist gestern mit einigen Wkikgiiedrrn des Voi'strhri':An11es der hiesigen Kcmsmann: schaft in Pillau gewesrn, um die dortigen Hafen:?irbriten zu bese: hen; Sr. Excellcnz kehrte Abends wieder hierher zurück,

Königöberg, 21. Juli. (Elbinger Anz.) Zu den von Er. 9)kajestät dem Könige empfangenrnLandständen gehörte auch der zur Zeit in Königsberg sich anfhaitende Ober:Bi1rgermeisker der Stadt Elbing, Hrrr Haase, drssen Se. Majestät Sich nicht allein erinnerten, sondern an Welchen Sr. Majestät auch die Gnade hatten, in Bezug auf die ?ingrlegrnheiten der Etadt El: bing einige iiberaus huldvolie ?irußrrnngen zurichten. Auch hatte Herr Haase die Ehre, zu der Tags darauf, Donnerstag, von Sr. Akajrsiät befohirnrn großen Mittagsrast! gezogen zu werden. *- Die am Mittwoch Abend von den Bewohnern Königsbrrgs beab- sichtigte Illumination wurde, dem Vernehmen nach wegen des Ablebens des Herzogs von Orleans, abJesagt. Eben so wurde der an diesem Abend von der Stadt K nigsberg im Lokale der Loge zu den drei Kronen veranstaltete Thee, so wie der auf heute Abend festgesexzte Ball bei des kommandirenden Herrn Generals Excellenz kontrcmandirt, und es smdet in Stelle des [etzteren nur eine Affemblee statt.

_ (K. Z.) Nachdem vorgestern Se. Majesi e der König Sich die Stände durch den Staats- Minisier von Schön, weicher als Rittergutsbesher in siändischer Uniform erschienen war, einzeln hatten vorstellen lasen, richteten ?, Majestät folgende Worte an dieselben:

„Meine .Herren! Es freut Mich, daß Sie in so großer Zahl ich hier eingefunden haben; denn es ist Mir Bedürfniß, Ihnen,

Könißöberg, 22. Juli,

rn'Woche, sammt Familie, '

namentlich Alien, welche an dem lehten Landtage Theil nahmen, Mein Anerkenntniß, Meine Dankbarkeit auszusprechen. Eo hqt auf demselben ein so schöner Sinn der Treue und Anhängliehkeit geherrscht, ein so außerordentlich guter Geist sich bewährt - und _ es war dies der ersie Landtag nach einem Regierun s:Wechsei. Dies ist von Bedeutung, und in dieser Beziehung er rischen die Gefinnungen, die der erste Landtag nach Nkeinem Regierungs- Antritt Mir gezeigt hat, Meine Dankbarkeit - denn außerdem wäre es eine Beleidigung, zu danken, bei der Gesinnung der Treue und Anhänglichkrit, welche sich so wie bei uns von Geschlecht zu Geschlecht vererbt hat.“

Für dies so ehrende und öffentlich ausgesprochene Königliche Anerkenntniß, welches zu den schönsien Hoffnungen für die Ent: wickelung unserer siändischen Verhältnisse berechtigt, dankten im Namen der Anwesenden die Herren LandtagS-Marschal1 Graf zu Dohna-Sckiiobitten, von Brande:Rossen und von Farenheid mir herzlichen Worten. - Gestern nahmen Se. Majrsiät auch den Altstädtschen Kirchenbau in Augenschein und geruheten zu bestim- men, daß der Thurm vollsiändig ausgebaut werden sollte. Heute Vormittag besuchten Sr. Viajestät in Begleitung des Staats: Miniftei's vou Schön das geheime “Archiv und verließen nach 12 Uhr unsere Stadt.

Königéberg, 28, Juli. (K. Z.) Bei der Anwesenheit Sr. *Majesiäk drs Königs in Prtrrsburg zur Frier der 251ährigrn Verbindung des Russischrn Kaiserpaars find von demKaisrr von Rußland aus höchsieigrnrr Bewegung sämmtliche in Rußiand be- findliche Preußische Untrrthanen, weiche wegen Zoii:Vergehen ziir Deportation nach Sibirien verurtheilt waren, begnadigt, und es sind wegen ihrrr sofortigen Entlassung die erforderlichen Befehle eriheiit worden.

_ - Tilsit, Li]. Juli. Nachträgiich zu dem grskri en Schreiben (Nr. 2112 der Si. Ztg.) ist noch zu berichten, daß e. Viajesiät der König, nach Besichtigung des von den Rittern des Deutschen Ordens «'rbatiten Und gegenwärtig theilweise als Dienst.- Lokal fiir das Königl. Landgericht wiederhergrsicllten Schlosses in Ragnit, den Baron von Sanden auf Tuffaiiien mit einem kurzen Besuche beehrt und um “liiZ Uhr die Reise von hier nach Königs- berg sortgeseßt haben.

Berlin, L."). Zuli. Dachfirhendrs ist das in der Geseß- Sammlung enthaltene ?lllerhöcbiie Reglement über das Ver: fahren bei den ständischen Wahlen:

„Wir Friedrich Wilhelm, von Goites Gnaden, König von Preußen :c. :c, . verordnen zur Beförderung cines sqlcichmäßiqen Verfahrens bet den ständischen Wahlen, nac!) cingchotcm Gutachten Unserer getreuen Stände sämmtlicher Provinzen, was folgt: J", 1. Die Wahl jedes Landtags-Avöxlelordxleten und jedes Stell- crtreters er ol t in einer besonderen Wa )an ung. " „T. 2. ckBei"! die für die verstbiedenenStände gebildeten Wahl- bezirke oder einzelne Städte mehrere Abgeordnete und Stellvertreter zu wählen haben, so wird, um deren Reibcizfolge unzweifelhaft frü- zustellen, icdc einzclneWablhandlung ausdrucklicb mit die Wahl de_s ersieu, zweiten u. s. w. Abgeordneten, bezichunqswcisr ersten, zwei- ten u. s. w. Stellvertreters, gerichtet. . §,. 3. Ein Stelivertreter, der in dcheihefolgx etncStelie cin- nimmt, welcbe hinter der zur Zeit erledigten sieht, Ui zu der lrßtcrctx wählbar und findet, wenn er für dieselbe gewählt ward und die auf ihn gefallene Wahl annimmt, eine anderweitige Wahl in Beziehung auf die von ihm zuvor eingenommene Stelle natt. 9“. 4. Alis Wahlen erfolgen durch absolute Stimmenmehrheit

in drr Art, daß der Gewählte mehr alö die Hälfte der Stimmen der rrschirnrnrn Wähler, odcr zwar nur die Hälfte, abcr darunter die Stimme drs --- 11-111) drn chensjahrcn _ (iitrjirn Mitgiirch drr Wahl-Vrrsammiung erhalten haben muß. Bründct [lch indeß das älteste Mitglied untcr dcnen, welclie aleicbe Stimmen erhalten

haben, so entscheidet die Stimme des nckchsiäitesicn bei der Entschei- dung tiirbt versdniici) betbriligten Wählers.

5", 5, Jiudrn [ich die Stimmen zwischen Mehreren in dcr Art getbeilt, daß sich Für keinen dcrscibrn eine absolute Mehrheit aus- gesprochen hat, so und diejenigen beiden Personen, wclche die meisten Stimmen erhalten haben, auf eine engere Wahl zu bringen.

„5. 6. Smd die Stimmen zwischen Dreien oder mehreren gleich _qetheiit, so smdet eianorwahl unter ihnen statt, um diejenigen beider; Persone)! zu besitmmen, welche auf die engere Wahl zu brin- gen sind. Erairbt die zweite Abstinmning kein anderes Resultat als die erste, so isi die Wahl nochmals zu wiederholen, und Wenn auch dann noch die Stimmen in derselben Weise gethcilt bleiben, so sind von denen, weiche die gleiche Stimmenzahl erhalten haben, die bej- dcn dcn Lebensjahren nacli Aeitcsien auf die engereWahl zu bringen,

3", 7. Ist zwar für Einen die relative Stimmenmehrheit vor- handen; haben aber nächst ihm mehrere andere cine gleiche Stim: menzahi erhalten, so isi durch eine weitere Vorwahl nach dem im § 6 vorarscizricbenen Verfahren fcüzusielicn, welcher von ihnen mit jenem auf die engere Wahl gebracht werden sol].

§, 8. VciallenVorwahli-n, Weiche nur zu dcmercl' geschehen, nm die beidrn Personen zu ermitteln, Welche auf die engere Wahl zu bringen nyd, cntsxbeidct die relative Etimmemncbrheit.

(S.. _9.„ Die auf „eme engere Wahl grbrachtcnPersoncn haben sich drr; Meisitmmeiis bei derselben zu enthalten.

§.10. Dec Wahisttmmrn werden mittelst verdeckter Stimmzet- trl abgrgkbcn, wobei jederzeitdir brtdcn jüngsten Mitglieder die Stimm- zettel citisaiiiiiiclti, welche sie demnächst gcmcinschafllici) mitdemWahl- Kommtssartus zu eröffnen haben.

§._11. Jm WahlsTcrmin, zn wclchem die Wahlbercciiiig- ten mxndeiicns 14 Tage zuvor cinzuberufen sind, legt der Auvi- Kommtisartus _den_ Anwesenden zuvördcrft die Bescheinigungen über die Jnünyanon dcr Einladungcn vor, und wird , daß dies geschehen, tnx WahlProtokoll, ausdrücklich bcmcrkt. Dem- ncichsi find in diesem Protokoll sämmtliche erschienene Wähler, tmt Angabe des (Linkes, auf wrlckicm die Stimme ruht, beziehungs- weise dcs Wahlbezirks, der Kommune odcr Corporation, Welche von ihnen vertreten Wird, genau aufzuführen. Aus demselben müffen f_rrner dic St_clirn, „in deren Wiedcrbcsctzung die Wahlen erfolgt und, dir Periode, fiir welckie ne stattgefunden, die Art und Weise der Abstimmung, der Gang dcr Wahlhandlungen in Beziehung auf etwanige Anwmdung dcr Vorschriften der „J 4-7 und die Rcsui- tate dcrsclbcn deutlici) hervorgehen. Insbc ondcre ifi zu icßtcrem Zweck in dem rotokoil nicht nur auszudrü en, mit wie viel Stim men dte __bctrc enden Abgeordneten, beziehungswäse Stellvertreter, gewählt imd; sondern es und auch die Namen aller derer, welcbe außer den Gewählten Stimmen erhalten haben, mit Angabe dchahl der lehteren, darin voliüändig zu verzeichnen.

§; 12. Fällt die Wahl auf ein Mitglied des betreffenden siän- dischen V_erbandeö, bei dem die Bedingung des zehnjähriger: Grund- bcsi-ye-F n_echt volliiändig erfüllt wird, so ist jederzeit noch rinezweite sub idiarescbe Wahl für den Fall vorzunehmen, daß die erforderliche Dispensation nicbt ertbeilt werdcn some. '

§. 13. Diese Vorschriften qcitcn nicht nur für die Wahlen von Abgeordneten und Stellvertretern der verschiedenen Stände zu.Pro-- vinzial-Kommunai:Landtag-n und Kreistagen, sondern auch km" die anderen von den Ständen auf denselben zu vollztcbxndkn Wahlen (mit Ausnahme der Landrathö-Wnblen), im leichen km“ die Wahlen der BczirkKWähicr durch die Orts-Wähitr m Standx deraéZat-dxzx meinden. Die Dom-Kapitel ernennen anch künftzg 'ZZscrv-Ftirn neten und Stellvertreter nach den bei ihnen besFMSii'o-imen berech:- Die Wahlen der Oris-Wäbler in den zu Kollek v-

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