1842 / 206 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

Zukunft Fesseln anzulegen? Unter der" Herrschaft der Thatsache, unm- der gegenwärtigen Rothwendigkeit, eine unabweisbare Frage zu lösen, werdcn gutrGescße entworfen. Wir haben die politische Philosophie_zu sehr gemißbraucht; beschränken wir uns darauf, mit fxster „Hand die Angelegenheiten unseres Landes zu leiten, Es wurde allerdings bequem seyn, im voraus ein Gesch zu haben, welchrs man alien Ereignissen, allen Unglücksfällen, allen den Sfehlagen entgegensetzen könnte, durch welche die Vorsehung die Volker erprobt. Mit einer so vollkommenen Gesesgebung würde man jener täglichen Klugheit, welche das Genie der Staatsmän- ner und der Ruhm der civilisirten Völker isi, nicht mehr bedi'm fr". Man wurde frci seyn ohne Muth! Die Institutionen wür: den alies und der Mensch nichts seyn: das ist unmd [ich! Wenn das (dieses,. welches, wir jest machen werden, in 50 ahren nicht mehr gut isi,_so wird man ein anderes erlasßen. Es gem“; t, daß es ge anarttg gut ist. Welches Alter soll f r die Großjäßrigkeit dcs . omgs feffgcseßt werden? Wem soll die Regentschaft über- tragen “werden, seiner Mutter, oder den Prin cn, seinen Onkeln? Entscheiden wir diese Frakgm für uns, und k: erlassen wir es der Zukunft, die ihrigen zu losen!“

Dic Presse, die, wie gesagt, die cntgegengeseßte Ansicht ver: '

tritt, schlicßt heute einen Artikel Über dicsen Gegenstand mit fol: gcndey Wortxn ab: „Will man wissen, was jones System her: vorbringezi wurde, welches verlangt, daß die RegentschaftNFrage mtr vorlaufig gelöst und nichts Aligemeines, für alieZukunftGel- tcndcs in sich cnthaikrn soli, so lese man die Geschichte aller Re- grntschaften, die das alte Frankreich erschüttert haben. Der Man- grl jedes fcxiyiehrnden Prinzips, jedes gewissen Rechtcs, sowohlfür dirjsnigrn, wrlche die Regentschaft verliehen, als für diejenigen, denen sie verliehen wurde, öffnete allen Ansprüchen, allcn Bewer- bungen, aller Unordnung Thür und Thor. Wenn man ein sol: ches Wrsen in dem neuen Frankreich restaurircn will, so hat man Recht, zu Verlangen, daß dirRegentschaft nur eine Frage der That- sache nnd der Gelegenheit sry. Wenn man aber im Gegentheil die Wirksamkeit und die Stabilität des monarchischrn Prinzips, welchc bci Minderjährigkeitrn immer mehr oder wcnigrr gefährdet ist, sichern, wenn man das constitutionelie Frankreich vor den Un- ordnungen bewahren wil], die die alte Monarchie aufregten, so muß man sich beeilen, feste, unveränderliche, von Zeit und Men- schen unabhängige Regeln festzustelien.“

Fast alir hiesigen Journale machrn auf den Widerspruch in den beiden (grsiern mitgetheilten) Artikeln des Constitutionne]! aufmerksam, und fordern dieses Blatt zu einer Erklärung auf.

Der erste Adjutant des Königs der Niederlande, General ?epveu, ist hier eingetroffen, um dem Könige der Franzosen ein eigeghändiges Kondolenz:Schrciben des Königs der Niederlande zu ubrrrrichen.

Es heißt, daß Herr Sauzet in der künftigen Session nicht der Kandidat des Minisieriums für die Präsidentschaft der De- puiirtenKammcr seyn werde. Dem Vernehmen nach wünscht das Ministerium, daß Herr von Lamartine diesen hohen und ehren: voUcn Posten einnehmen möge.

_ An der_ eutigen Börse gingen die Course um eine Kleinig- keit in die 3; he. Die Gerüchte von einer Ministerial-Verände- rung waren verstummt.

© Paris, 21. Juli. Das Journal des Däbats, der Constitutionnel und der Moniteur parisien versicherten gestern einstimmig, daß der Graf von Paris am nächsten Dienstag vom König selbst den Kaminern vorgefteUt werden würde. Die nämliche Nachricht hgtte ich Ihnen schon früher mitgetheilt. Die Presse widerspricht ihr heute auf das bestimmtesie, und das Journal des Débats erklärt, es habe fich gestrrn hierin geirrt. Daß ein Journal, wie die Débats, welches mit dem Hof in näherer Berührung sieht, indem alle Artikel, welche uber den Tod des Herzogs von Orleans darin erscheinen, aus der Feder des Herrn CuviUier-Fleury, des Secretairs drs Her: zogs von Aumaie, fließen, nicht aufs Grradewohl melden koxmte, daß der Graf von Paris drr Kammer:Erbffnun beiwohrzen werde, ist nicht schWer zu errathen. Man mu? daher fur die heutige BerichtigunÉ des Journal des Débats emen anderen Grund suchen. icherem Vernehmen nach, Zak das Kabinet gestern dem König die Vorstellung emacht, es w re eine von den Ministern nicht zu verantwortende chuld, wenn sie zugeben wollten, daß der König und dessen präsumtiver Nachfol- ger sich der Gefahr eines möglichen Attentats unter den Obwal- tepde'n Umständen aussrßrn sollte. Das Kabinet erkannte wohl, W|? ubertrieben eine solche Furchtwäre, nichtsdeswweniger behaup-

tctr es, die Pflicht gebiete ihm, auch auf die schlimmsten Fälle zu z egentschafts : Frage beschäftigt. ;_ on ist der Sturz des Herrn Guizot, selbst Wenn dadurch ernste x' „erwirkeiungen in der Erörterung des RegentschaftöOeseßW ent- ; ehen sollten.

verzichtete auf sein Vorhaben, den Grafen von Paris dm Kam- . *serechnungcn scheinen uns wenig genau zu seyn, und namentlich

denken und seine Vorfichts=Maßrcgeln darnach u nehmen. Der Marschall eSoulf, wird hinzugeseht, hätte dem „Hönig geradezu ge- sagt,. er wurde lieber auf der Stelle sein Portefeuille niederlegen, ais eme so schwere Verantwortlichkeit auf sich nehmen. Ludwig Phi: ltpp, sagt man, gab endlich den Vorstellungen der Minisier nach und

mern vorzustellen. Dies geschah gestern Abend:! in Neuilly, wo:

hin sieh die Minister nach gepflogener Berathung unter einander *? begaben. Heute erschien dann die obenrrwähnte Berichtigung im

Zourtial des Débats.

Dir Zournale des Herrn Thiere übertreiben in diesem Augcnbl-cke die Wichtigkcit und den Einfluß des Herrn Thiers, den ße als den Mann (]c [a ziiualimj 911751th darskel: len mochten. Wenn es Jemanden giebt, dem Ludwig Philipp un- ter drn obwaltenden Umständen nicht die Leitung der Geschäfte

„"rajorikät auf folgende Weise finden könne. *7 -ie Dotation, für die Zählung, egen dir an'omptabilitätm und ; die Kapazitäten gesiimmt haben, 3

- die Dotation, aber für die Zählung, gegen die anompcabilitätrn

aus den Provinzen noch nicht angekommen smd. Die Pairs wa: ren von ihrem Präsidenten, Baron Pasquier, und dem Groß: Referendar, Oerzo von Decazes, ,angeführt. Die Deputikkm hin- gegen traten ohne xräfidmtcn in den Thron-Saal und deftlirten gleich den Mitgliedern der Pairs-Kammer vor dem König mit einer ummm Verbeugung vorüber. Nach ihnen wurden die dtenftt uenden Offiziere der Wachtposten in den Tuilerieen, sowohl von den Linientruppen, wie" von der Nationalgarde, eingeerrt, kaan der Staatsrath, das Conseil des öffentlichen Unrerri ts, die Akademie der Künste und Wissenschaften, die Vorstände cin corps 1105 ponts“ ot (:bausséez, die Gerichtshöfk “UU“ drei Instan- zen, das Handels-Tribunal und die Handels:Kammer von Paris sdlgten. Darauf kamen die zwöl Maires von Paris mit den Präfekten des Departements dela eine an ihrer Spihe, der Ge: neralsiab der Nationalgarde, das Offizier:Corps der dreizehn Le- gionen der Nationalgarde von Paris und die Offiziere der Gar- nison von Paris und Versailles. Es versteht sich von selbst, daß alles bei dieser Aufwartung in tiefster Trauer erschien, man trug nicht nur Flor um den Arm, sondern die Degenkuppel und die Goldquasicn der dreieckigen Hüte waren mit Flor umhüllt. Endlich erschien ge en vier Uhr das diplomatischeCorps, ebenfalls in Trauer. Graf Z(ppony, welcher als Doyen an der Epiße des: selben siand, trug die schwarze Ungarische Trauer:!!niform, mit blau angelaufener Säbelscheide, und schwarzem Kalpak. Die ihn begleitenden Secretaire, Graf Rudolph Appony und Graf Esel“: hxizy, trugen eine ähnliche UngarischeTrauer:!iniform. Während der Aufwarmng dcs diplomatischen Corps umgaben dic Pkinistcr den Thron des Königs. Diese Aufwartung ging, wie die vorher: gehenden, ganz stumm vor. Während ich die en Brief schließe, verlaffen eben die fremden Gesandten das K nigliche Residenz: Sch|oß. Der König wird in einer halben Stunde nach Neuilly zurückfahren.

U- Paris, 21. Juli. Der durch den Tod des Herzogs von Orleans für einige Tage suspendirte Portefeuille:Krieg bricht in neue Flammen aus. Die constitutionelle Opposition hat sich von ihrem ersten Schrrcken über das verhängnißvolle Ercigniß vom 13trn einigermaßen wieder erholt, und mit ihrer Geistes egenwart isi auch das Bewußtseyn ihres ewigen großen Zieles: Wkurz des Ministeriums, zurückgekehrt. Dennoch ist mit aUerPartei:Sophi: stik die Thatsache nicht hinwcgzuleuanen, daß die neue Kammer die Elemente einer, wenn auch nicht sehr großen, doch genü-

endcn Majorität für die minisierielle Politik enthält, einer

ajorität, welche in dem Unglücksfalle vom 13cm die stärkste Veranlassung zur einigen Gesinnung und zum einigen Handeln finden wird.

Die Presse isi noch immer kläglich arm an eigenen Ideen und eigenen Wünschen über die Regentschafrs=Sache. Es hat fast den Anschein, als wolle fie die amtliche Mittheilung des Regie- rungs:Planes abwarten, ehe fit mit ei enen Ansichten hervortrete. Die meisten Preß:Organe bescYäftigen [?ck bis jetzt nur mit präkudi: ziellen Fragen, und wenn sie uber den Hauptgegenstand selbst e nige Worte fallen lassen, so smd diese gewöhnlich so sehr auf Schrau- ben gestellt, daß sie zu keiner großen Konsequenz verpflichten.

Die Wirkung der Trauer:Botschaft vom 13ten isi in de_n Provinzen nicht geringer gewesen als in Paris selbst. Die Sprache der Journale und die zahlreichen Beileids:Adressen, welche lich an den König eingehen, smd unzweideutige Zeichen eines leb aften und tiefen Interesses, das um so wahrer ist, je stärkere e oisiische Mitbeweggründe es hat. Man spricht mit vie: [em Unw [im von dem Beschluffe drs StWt-Raths Von Toulouse, Welcher den Antrag deszMaire. auf Abfqffung einer schriftlichen Thrilnahms:Bezeugung ,an den König als ungcsrßmäßig ablehnrn zu müssen geglaubt hat. (Vrrgl.„ÉZ_taats:Ztg. vongesicrn.) (Hemiß ist es, daß der grseßliche Sinn drrToulouser Stadk-Brhörde nicht das allein bestimmende Motiv dieser Weigerung gewesen isi, aber eben so wenig ist es zu bestreiten, daß dieselbe sich bei ihrer Be: schlußnahmr auf ein ausdrückliches Verbot des Geseßes berufen konnte.

*** Paris, 21. Juli. Man fängt bereits an, die Frage über die Präsidentschaft der Depukirtrn-Kammcr aufzuregen. Der Name des Herrn von Lamarrine wird aufs neue genannt; sein Mitbewerber wird Herr Sauzet seyn. Die Opposition wird ihre Kräfte versuchen und auch ihren Kandidaten haben, der kein an: derer seyn kann, als Herr Barrot. Dic Journale der verschiede:

», en Parteien mögen immerhin Versöhnung, Einigkeit und utcs „(inverständniß predigen, man steht dennoch, daß bei dem [lien ministerielle Frage ste Wesentlich und vielleicht mehr als die

Der hdchsie Zweck der Opposi-

Man hat zahlreiche Berechnungen angestelit, um die respek- “ve Stärke der Parteien in der Kammcr festzustellen; allein diese

at die Oppofition die Biegsamkrit der Ziffern auf eine sonder- are Weise gemißbraucht, um ihr Kontin ent für die'KamZner esizusehcn. Wir unsererseits glauben, da man die mtmsierich Drputirte, die fur nd “189; Dcpuxirtr, die nichtfär

und die Kapazitäten stimmten, 42; neuerwählteDrputirte, dievon

anvertraucn mag, so ist es sicherlich Herr Thiers. Allem Anschein .den Konservativen etragen und untersiüht worden, und anerkannt

"“Th- ift “ÖW Thiers mehr, als jemals von dem Eintritt ins Kabi: 710?“ kaernt, denn er hat ]eßt den [ohren haltbaren Stühpunkcver: "“ “" er ““ dem Herzog von Orleans zu haben glaubte, um

seinen durch die roben Mjß ' , , griffe der Verwalrun vom ]. Mär : verlorenen EMW aus die Kammer einigermaßen Lieder zu gewinz: '-

'."n' Er wird fich- wiewir h'oren, ni keinmal um die r' i e

in ,der Deputirten:Kay1mer bewXben, vielleicht aés aTLxrkhtks-chßx: germgze Anzahl W" SUMME", die er dafür gewinnen könnte möchte dem Lande dle Ohnmqcht der PMM- an deren Spiße “er sieht zu sehr aufdecken. Briefe aus Macon melden, daß Hm- von La; nzartin? der vor einem Jahre seinen Freunden zu [jeh als Kan- didat fur die Präsidentschaft der Kammer auftrat, dieswmal daran? besteht, die unabhangige Stellung eines einfachen Deputirten u bewahren, und die ihm neuerdings an ebotene Kandidatur aus ze- sxhlagen habe. Dagegen bemuht fich raf von Salvandy umgsZ eifriger, die Wahl der Kammer auf ihn zu lenken.

Die angezeigte Kondolenz-Cour in den Tuilerieen hat diesen Morgen um elf Uhr aFefan en. Der König war eine halbe Stunde früher aus Neui yda elbsk angekommen. bn [„ leiteten die Herzoge von Nemours, Aumale und Montpen ier. ie „jed- nigin und die übrigen Prin essmnen sind nicht nach Paris gekom- mm. Auf der Estrade des T roms sie;)md empfing der „König um's! die Minister, die Marschälle und Adm rale und die beiden „Kammern, Die Pairs hatten sich in großer MenJZe eingefunden. Von den Depucirten war beiläufig der dritte Thel anw-send, da die übrigen

] zu dieser Partei ge ören, 41; gesammte Majorität “272, Da die Kammer aus 459 Depueirten besteht, die Majorität aber 272 "Mitglieder beträgt, so bleiben für alle vereinigten Oppofitions: 'Diüancen, mit Einschluß von 12 zweifelhaften Dcputirten, die eben

* gut dem Ministerium als der Linken angehören könnten, 187 Mitglieder. Der Unterschied wischen der Oppofition und der Majorität beträgt daher 85 timmen. Diese Angaben scheinen uns weniger angreifbar, als die, welche bisher in den verschiede: nenQournalen der Hauptstadt mitgetheilt worden smd. Jene Majoritäc kann fich allerdings zum Nachtheil drs Ministeriums modifiziren; allein es ist nicht weniger wahr, daß fie in diesem Augenblicke so existirt.

Von allen minisierielien Journalen isi jeht die Presse das einzige, Welches den Entwurf eines Fundamental-Gese es über die Regentschaft vertheidigt. Die allgemeine Meigun Zak fich für ein provisorisches Gesch ausgesprochen, d. h. fur t n Gesc , das nur den Bedürfniffen des Augenblicks entspricht. Man f rchtet fich vor den Verwickelungen eines organischen Gesetzes, und das Ministerium scheint eine allgemeine und vollständige Lösung des

roblems vermeiden zu wollen. Diese Lösung, sagt es, würde zu “[ Zeit hinwegnehmen und zu eftigen Diskussionen Anlaß ge-

ben, was man bei dem gegenw rtigen Zustande der Dinge um'

jeden Preis vermeiden muß. Nach Aussa e der am besten un- terrichteten Personen ist kein Zweifel mehr arüber, daß der Her-

W von Nemours zum Regenten ernannt werden und die Herze: ,

gi'ndvon Orleans die Vormundschaft über ihre Kinder behalten w r .

Die Vorbereitungen zu der Beisehung dcs Herzo s von Or: leans werden mit großer Pracht ausZeführt. In die em Augen- blicke wird die Kirche Notre-Dame f r die öffentliche Ausstellung der sterblichen licberreste und die Leichenfeier des Kronprinzen de: korirt. Ze glänzender man diese Ceremonie macht, um so trau: riger und schmerzlicher wird sie seyn. Einem Kodizill seines Te- staments zufolge, wollte der Herzo von Orleans, im Fall eines frühzeiti en Todes, auf die einfach eWeise beerdigt werden; nach langen erathungen hat man es jedoch für angemessen gefunden, von diesern Theile des Testaments abzuweichen.

Großbritanien und Irland.

Parlaments-Verhandlungen. Unter aus. Sihung vom 19. Juli. (Nachtrag.) Der bei der Er rterung des Ar: mengesehrs von Herrn Fielden gestellte Antrag, daß die Bill nicht Weiter berathen werden solle, bevor nicht durch eine vo_n dem Unterhause mittelst Abhörung von Tagelöhnern und ihren .Herren betverksieliigte Untersuchung dargethan worden sey, daß das neue Armrngeseh wirklich dazu bei etragen habe, den Arbeitslohn zu er: hbhen, die Zufriedenheit der rbeiter zu Vermehren und die Zahl der Verbrechen zu vermindern, wurde, als es nach den (bereits

esiern mitgetheilten) Debatten zur Absiimmung kam, verworfen. ?)?achdem die vier ersten Klauseln, welche die Zusammensetzung und die Befugniffe dcr ArmstuKommisfion betreffen, angenommen und die 88skr Klausel, welche von den Kosten für die Aufgreifung dcr

*Landsireicher handelt, verworfen worden war, beantragte Herr

Darby noch einen Zusaß-Artikei, wonach diejenigen Orte, Welche besondere Armen-Geseße hätten, von der Kontrolle der Armen: Kommissarien befreit werden sollten, wenn nicht zwei Drittel der Aufseher (Zlmrrsunz) für diese Kontrolle stimmten. Der Antrag wurde verworfen. Das Haus verwandelte sich sodann in den Ausschuß über die Süd-Ausiraiische Bil], die nach einiger Oppo- sition von Seiten des Herrn Hume angenommen wurde.

Unterhaus. Sitzung vom 21. Juli. Sir Thomas Duncombe beantragte eine Adresse an die Königin, um Ihre Majestät zu bitten, das Parlament frühzeiti einzuberufen, falls die Lage des Volks sich nicht eändert ha en solite. Nashdkm mehrere Mitglieder über diesen egen and gesprochen und unin- Anderen Herr d'ZSraeli dcn gegenw rtigcn Nothftaydcais eme

olge der schlechten Politik dargestellt hatte, nahm Sir James

iraham das Wort und erklärte, daß die Unruhen m Stafford: shirt mit der aligemeinen Noth nichts zu thun hättrn, [!Jdem'sle durch einen Streit über den Unterschied destäg!1chm.'krbcits: iohns Von 4 Sh. und 4x Sh. entstanden _seyen. Str Robcrt Peel widersehte fich dem Antrage des Herrn Tuncombr aus constitutionelien Gründen, weil derselbe ein Eingriff in die Prä- rogative der Krone sry, auch fuhrte er aus deri Opposnonß: Blättern einige Stellen an, die den erfreulichen Beweis lieferten, daß der Handel sich wieder vrrbrssere. Sodanen hielt Lord Palmerston eine lange Rede (auf die wir noch iuruckkom: men werden), deren größter Theil eine Vertheidigung seiner'Han: dels:Politik gegen die Beschuldi ungen des errn d'Zoraen mt- hielt. Er prophezeite, daß die 'eZierung a es unter Verschluß befindliche Getraide noch vor dem kovember zollfrei hcrauolassen werde, und obgleich Lord Stanley meinte, daß diese Vorhersagung nicht in Erfüliung gehen dürfte, so fuhr er dennoch fort, darsz, als auf etwas ganz Unzweifelhaftes, hinzuweisen. Bei drr .)lb: stimmung ergaben fich 147 Stimmen gegen und 91 Stammen für Herrn Duncombe's Antrag, so daß derselbe mit einer Majo: rität von 56 Stimmen verworfen wurde.

London, 22. Juli. Am Dienstag empfing Sir Robert Peel in seiner Amtswohnung eine zahlreiche Deputation, die ihm eine Denkschrift überreichte, worin auf den nachthciligen Einfluß aufmerksam gemacht wurde, den der Sch1cichandel mit Opium auf die Handels: und Fabrik-Znteressen ausüben müsse.

Gestern bot die Themse bei Blackwall einen sehr belebten Anblick dar, indem wohl an 80,1“)0Personxn theils auf den Ufern, theils auf Fahrzeugen fich befanden, um die schöne nach Ostindien bestimmte Fregatte „tim („)-meu“ vom Stapel laufen zu, schr". Zur Linken des Schiffes war eine unegeheure Platform fur einc Anzahl ausgewählter Zuschauer [UW „fur die Musiker des 73. Rc: giments errichtet. Auf dem Schiffe „selbst befanden fich an 500 Personen beiderlei Geschlechts. Die Crremonie der Taufe des Schiffes wurde von Miß Stopford, Tochter des Admirals Stopford, jeßiqen Gouverneurs dcs Gremwich:Hospitals, voll: zogen. Die „Quorum ist 210 Fuß lang, 40 Fuß brcit; ste hat drei Vrrdeckc, jedes von 7 Fuß Höhe, ist für 52 Kanonen gc: bohrt und ganz wie ein Linienschiff gebaut; ihre Tragkraft isi 1400 Tonnen.

2 London, 22- “kuli. Die Verhältnisse scheinen fich mit edem Tage mehr dem Ende zu nähern, das ste unvermeidlich ehmen müssen, nämlich der Auflösung der Tory:Partei, und der

ildung eines neuen Vkinifferiums unter Peel und 'Russell's Ge: ammtleicung. Tie Bigotten, welche sich dem Beitra : zur Er: altung dcs Seminariumszu Maynooth widerseßen, w ren allein och zu zähmen; aber im Verein mit den aufgebrachterrGuts: erren bilden sie ein bedeutendes Element xum Abfalle. Die Ago: älle gegen die Geistlichkeit eines ganzen Volkes, und die Person: lichkeiten, welche die ganze Debatte begleiteten, sind eine Schmach der Nation. Erfreulich war aber die ächte Liberalität des Lord Eliot, welcher als Zrländischer Secretair hierbei zugleich als Ver- treter der Regierung an esehen Werden muß, womit er die Ver- diensie der katholischen kZriesirr um die Erhaltung. der Ordnuyg unter den Landleuten anerkannte. Die armen erandischen Pl"?- ster. die, ohne Besoldung, gänzlich für ihre Existenz vo," ck“?" Pfarrkindern abhängen, bringen, wenn sie sich ernskl'ch ÖM Vorurtheilen oder Leidenschaften der Bauern entgkgkjnßklk'n- oft größere Opfer als die Welt erfährt. Aber es. KL auch eben diese Abhängi keit, welche die höheren Klassen der „Uhr!!- schen abhält, ihre öhne diesemStande zu WWW?" und Tie Prie- [ier grdßrentheils aus dem Bauernßandk hl'WYSLLM [ßt imd solche deswegen an bei den geringen M““ "“ em Semina- rium zu Gebote ste en, nicht sehr gelehrt oder gebildrt süd. Es ist deswegen höchst wünschenswert!» daß der'Staat vtel mehr fur das Institut thue, und zwar durch eine Stiftung, damit den all: jährlichen unziemlichm Debatten darüber eme Ende gemachewerde„ Peel scheint, nach all seinem Thun zu s ließen, auf dem Wege, einen solchen Vor lag zu wagen und w i'd? [hn- troh des Ge- chreis der Ultra- roteskatxkkn- durchskßem Aber die Spaltung zwischen diesen ynd ihm wurde auch unheilbar werden.

Die Bl! fur die freie Zulassung auswärtigen Getraides zum ahlm und um als Mehl oder Zwieback wieder ausgeführt zu erden, hat die Gutsherren aufs neue aufgere t. Man versichert,

ne bedeutende Anzahl derseelben habe eine Fersammlung Ick“!- n und beschloffen, zwar furs erste keine Oppofition gegen ihn

“schall-Lieutenant und Vice:Gouverneur der

u bilden, ihn aber auch auf keine Weise zu untersiöhen, oder durch hren Beifall zu ermuntern. Auch bemerkte man gestern Nacht, wo Peel sein System gegen die Angriffe der Oppofition zu ver- theidigen hatte und dabei eine vortreffliche Rede hielt, eine Kälte unter seinen eyn sollenden Anhängern, welche einen solchen Ent- schluß an uk ndigm schien. Zeder parlamentarische Redner er- wartet n mlich von Zeit zu Zeit ein ermunterndes Hört! drt! von den Seinigen; aber Peel hat es besonders in einer Art, wenn er im Begriff isi, etwas recht Schlagendes vor- zudringen, fich ge en seine Partei hinzuwendm und se gr: wissermaßen zum pplaus aufzufordern, der dann auch me auszubleiben pflegte. Gestern Abend blieb derselbe faskaäanÄ) aus, und er muß wohl daran erkannthaben, daß, wie die imes erklärt, „die Täuschung über seine vermeinten Grundsähe für im- mer dakin isi.“

Ue erhaupt scheint dieses Journal es sich ]eßt zum Gesch zu machen, diese Täuschung baldmöglichst zu zersirxurn. An) Montag gab es einen langen Aufsa , worinrs das ]ehtgßMimstr-rium ganz und ar mit den Wh gs identifizirxe; gestern einen anderen, worin es eel's und Graham's Redet) uber das Armenwescn zer- gliedert und Beide als der Armuth Hohn sprechend brandmarkt; und heute hat es einen spottendon Aufsah über das, was es Herrn Glndsione's „neues Licht“ in Bezug auf die oben enannte Maßregel nennt. Es lacht uber dessen Angabe, daß die '?)rovian: tirung der Schiffe mit dem Erzeugniß fremder Länder dem Bri- tischen Gutsbefiher nicht schaden folien und will nicht einse- hen, warum man nur Briten, die zur See ehen, wohlfeiles Brod önnen wolle, und nicht auch denen, wel e zu Hause blie- ben. s schließt aber mit der auffallenden Brmerkung: es habe es vorausgesagt, sobald Peel anfinge, an dem Getraide-Geseß et: was zu ändern, so müsse jeder neue Schritt ihn der gänzlichen Zolifreihrit desselben entgegenführen! Ich erinnere michzwar nicht, diese Prophezeiung in der Times gelesen zu haben; aber ob es fie gemacht habe oder nicht, so mird doch diese Behauptung, eben jeßt und in diesem Tone gemacht, wie eine Bombe unter die Grundbesitzer fallen.

Duncombc's Vorschlag ist verworfen; aber diesen Abend wird die Lage des Landes wieder unter einer anderen Form vor das Unterhaus gebracht und damit die Bewiljigung der Subsidien aufs neue verschoben werden. Auch hat Peel gestern Abend aber: mals seine BcreitwiUigkeit zu erkennen egebrn, das Getraide:Ge- seh weiter zu verändern, wenn die VerFältnisse sich nicht bessern.

Niederlande.

Aus dem Haag, “."-'. Juli. Se. Majestät der König Wilhelm Friedrich, Graf von Raffau, ist gestern von hier nach Sohlcsien abgereist,

Die Herzogin Max in Bayern ist esirrn mit ihren drci Kindern im Bade von Scheveningen ange ommen.

Belgien.

Brüssel, 22. ani. Bei Gelegenheit des eilftrn Jahres: tages seiner Huldigung hat der König eine große Anzahl von OffZirrrn um einen (Brad befördert. Dao Verzeichniß dieser Besordcrungcn befindet sich im heutigen TNoniteur Belge.

Deutsche Bundesstaaten.

nx Dreöden, 24. Juli. Endlich ist nach lankxem Hoffen eine Rr rnperiode eingetreten und die Elbe einige Zo! gewachsen. Glückli erweise lauteten die Nachrichten aus dem Gebirge bisher ziemlich befriedigend, so daß mehr einzelne Striche des Niederlan: des von der ausdorrenden Hike gelitten haben. Das Prager Dampfschiff „Bohemia“, welches bei seinem mäßigen Tiefgange vor den unsrigen Manches voraus hat, verrichtet je t mit den DKP!“ zWischeen Magdeburg und Hamburg. Der heut ge Elbstand isi ubrigens fur die Schifffahrt um so trostloser, als die bisherige Seichtigkeie fich vielleicht bald. in so hohen Wasserstand verwan- deln kann (auch hier berühren sich die Extreme nicht selten), daß nicht „nur Ueberschwemmungen eintreten, sondern auch wenigstens fur die ngpfschifffahrt neuer Stillstand.

In einer der lehren Nummern der in Leipzig erscheinenden

Sächsisch?" Blätter befindet sich eine Kritik des Entwurfs _

einer Krin1inal:Prozeß-Ordnung für das Königreich Sachsen, wel: chen die Staats-Regierung den am 7. uni zusammengetretenen, von den lehren Kammern zur Beguta tung desselben ernannten Deputationen vorgelegthatte, und welchen, wie verlautet, wenigstens die Deputation der zweiten'Kammer einstimmig abgelehnt haben soll, indem sie fich fur Pkundlichkeit und Oeffentlichkeit des Kri: minal:Verfahrcns erklärt:“. Die obengenannte Kritik ist vorzüglich von Zntereffe, weil fir vonerinem der Koryphäen unserer zwciten Kammer herrührt. Es durfte dies ir. unserem Lande der erste Fall sein, daß ein Entwurf, der noch nicht an die Kammern ge- langt isi, von einem Kan1mer:Mit liede selbst einer öffentlichen Beurtheilung, wie es hier gescheFen, unterworfen wird. -

Uebrigens bereitet die Regierun; noch mehrere andere Rechts-

Entwürfe vor, worunter vorzügl ck die neuen Hypotheken:, Kon- kurs: und Wechsel:Ordnungen hervorzuheben smd. Wegen der beiden ersirrrn hat das Zustiz:Minisierium einen ihm beigegebenen 2spchationö-Rath nach Wien und Prag geschickt, um das Oester-

l'richische Hypotheken: und Gantwesen, das von Praktikern wie,

Theoretikern ganz besonders gcrühmt “wird, an Ort und Stelle kennen zu lernen und die neuen Entwurfs darnach auszuarbeiten. Bei der neuen Wechsel-Ordnung wird der vom Geheime Rath ])r. Eincrt veröffentlichte Entwurf zur Grundlage dienen.

Der bisherige Direktor der Leipzig:?Oresdcner Eisenbahn, Herr Harkort, ist abermals zu dieser Function erwählt worden. - Ein hier privatifirender staatsökonomischer Schriftsteller, l)1*. Ritter, hat dem Hamburger Senat einen'Finanzplan zur Wiederauf- bauung der Stadt mit Docks :c. ubermacht, der auf Krcirung eines unverzinslichen Papiergeldes von “20 Millionen Mark Bro. hinausiäufr, dafür die Garantie des Bundcs verlanY, und aller: dings i.1sofern eine Beherzigung verdient, als die ealifirbarkeit der Sache vorausgeseht, der schwerbedrängten Stadt eine jährliche Zinszahlung von vielleicht 1 Million Mark Bro. erspart wurde. Abu" wir zweifeln an der Möglichkeit der Ausführung.

Hannover, 23. Juli. Zhre König!,Hoheit die Frau Her: zogin von Deßau traf gestern Mittag nach 1 Uhr, in Begleitung des Erbprinzen und der Prinzessnnen Töchter, in hiefiger Rest: denz ein, und fehlen, nachdem sie Sr. Kdni [. Hoheit dem Krozi- prinzen einen Besuch ab estattet, um 4Uhr kachmittags die Reise nach Norderney weiter ort.

_ -- Frankfurt a. M., 23.3uli. Ein in auswärtigen Blättern ver reitetes Gerücht, die Bundes-Versammlung werde schon lebt Ferien antreten, ist falsch. Die ewbhnlichen Sihun: 9?" der hohen Versammlung finden regelmääqig statt und werden

„auch bis „um Herbske andauern.

Am en d. M. begeht der Kaiserl. Oe erreichische Feldmar- undes-Fesiung, Herr

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Graf von NemLeiningen-Weskerburg Eriaucht, sein 51 !jähriges Diens: Jubiläum, das auf die festlichse Weise von, dem Kaisers. Oeser: reichischen und dem Kdni [. Preußischen Ofszter-Corps in Mainz gefeiert Werden wird. en Glanzpunkt des dreitägigen Festes wird ein brillantes Feuerwerk bilden. .

Nachdem der erste Schrecken, welcheti der n|chk genug zu be: klagende Tod des Herzogs von Orlea_ns m der Börsenwelt ver: breitete, vorüber war und die Pariser Börse einen Wiederauf- schwung der Rente zeigte, befestigten sich auch hier wieder die Fonds einigermaßen. An den lebterxn Tagen trat aber ein neues

inken der Französischen Rente em, das seinen nachtheiligen Impuls auf den hies: en Plah nicht verfehlte. Doch würde dieser weniger fühlbar ewe en seyn, wenn mehr der prccaire Geldfiand die Speculaeion 0 sehr niederhielte. Aus diesem Grunde findet auch im Wechselhandel keine Bewegung statt und man konnte in der ganzen Woche alle Devisen nurzu sehr niedrigen Preisenanbringen, Heutctraf unerwartet eine höhere Notiruyg von Paris ein und die Stim- mung der Börse war etwas gunstiger. Die meisten Gattungen gingen höher, doch ist kaum zu erwarten, daß vor dem Ultimo der Börsen:Umsah hier einen nachhaltigen Umschwung nehmen kann. Die Taunus:Eisenbahn-Artien waren in den lehren Tagen auch wenig gesucht, heute aber auf I78-YF1. gestiegetz, da dad Haus von Rothschild noch gestern Abend starke Einkatzfe darm ausführen ließ. Die Frequenz der Taunus:Eisenbahn isi tn diesem Monat so stark, daß täglich uber 2000 Fi. eingehen. UnsereGast: häuser smd jeßt auch starker mie Fremden beseßt.

Itaiien.

Venedig, 15. Juli. (Schw. M.) In Mantua hat das kräftige Einschreiten der Behörde gegen die dort siattgrhabtrn Exzesse zu Herstelluné] der Ordnung geführt, do:!) berichtrn Briefe von dort, daß die &rhi ung der Gemächer unter der christlichen Bevölkerung durch die “*trenge, mit welcher die Untersuchung ge: gen die Ruhestörer geführt wird, neue Nahrun gewinne. Man ließe sich, so scheint es, die Beschränkung der xzessc erne gefal- len, wenn nur nicht nachgefragt würde, wer an dem egangenen vorzugswäse Theil genommen. Viele Landleute aus der Umge- end Manrua's, welche bei der Zerstörung von Landhäusern der Juden thätig waren, find ebenfalls festgenommrn worden und Wer: den der unausbleiblichen Strafe so wenig entgehen, als wie die Haupt:Tumultuantcn in der Stadt. Die jüdischc Bevölkerung darf des kräftigstcn Schuhes der Behörden sich Überall Versichert halten, und daraus, daß die begangenen großen Frevel nicht unbe- straft bleiben, werden hoffentlich viele, die außerdem zur Wieder- holung drs Skandals geneigt seyn dürften, eine gute Lehre ge: schöpft haben. Gloishwohl scheuen fich einige [reiche Familien, die im ersten Schrecken zu uns gekommen sind, noch heute, nach Mantua zurückzukehren.

Spanien.

Wiadrid, 14.Juli. Man trifftAnsialten, die beiden Söhne des Don Francisco de Paula mit einiger Feicrlichkeit- zu empfan- gen. Der General:Capitain und der politische Chef reisen ihnen morgen bis Guadarrama entgegen.

Die Schriftseßer, welche sich bisher weigerten, zu arbeiten, find im Begriff, sich mit den Journalisten zu versiändigen, so daß die Blätter, welche deshalb nicht gedruckt werden können, wohl bald wieder erscheinen werden.

Man spricht von einem beabsichtigten Duell zwischen den Herren ZNarliani und Gonzalez in Folge der leßten parlamenta- rischen Debatten. Der General Seoane wird der Sekundantdcs Herrn Gonzalez seyn, den des Herrn Nkariiani kennt man noch nicht.

Der Senat hat in der heutigen Sißung das Budget ange: nommen. Der AntraL drs Marquis von Zalirs, die, bekanntlich in Folge der OktoberQreigniffe gestrichene Dotation der Königin Christine wiederherzustellcn, verworfen.

© Viadrid, 18. Juli. Die geßrige Sißung des Kongres- ses gab zu weiteren Aufschlüffrn uber die geheime Geschichte des verunglückten Englisch:Spanischen Handels:Ver- trages Veranlassung. Der Ex:?Ninisicr Gonzalez unternahm es, dir von Marliani aufgestellten Behauptungen zu widerlegen.

Herr Gonzalez ging von dem Sah aus, daß ein unkluger Freund rfährlichrr wäre als ein offener Feind, eine Anspielung, deren Zinn in die Augen fällt. Dann erklärte er die Person, welche im Senate Gegenstände, die streng geheim bleiben sollten, veröffentliche habe (Marliani), für eine chrlose, deren wahrer

Wurde mit 40 gegen 17 Stimmen

Zweck gewesen wäre, einen fremden Gesandten mit einem Spa:

nischen Minister zu überwerfrn. Herr Marliani dürfe sich am

wenigsten rühmen, ein geschickter Diplomat zu seyn, denn die ein: ; ige Misston, die ihm jemals übertragen gewesen, die nach Berlin

nd Wien in Begleitung des Herrn Zea Bermudez, habe einen

hr übeln AUSg-mg für ihn genommen. Herr Gonzalez räumte

L cnn ein, mehrere Vertrauliche Besprechungen mit dem Englischen

_, esandtr-Z gehabt, und demselben erklärt zu haben, daß es ihn

,' enen wurde, wenn dereinst ein für beide Länder vortheilhaster

„D“

*; ande!s:Vertrag

- er, „mit zu o

u Stande käme. „Obgleich man mir aber“, nglischrm Eifer zuredete, die Unterhandlung zu ,-*_J ffnen, wies ich dies bestimmt bis zu dem Zeitpunkte zurück, wo Geseß wegen der Baumwollenzeuge angenommen seyn würde. mich zu unterrichten, gab ich zu, daß Marliani ein vertrau: [; es Gutachten über den von dem En [ischen Gesandten mitge- „32, [tkm Handels:Vertrag ausarbeirr. Dieser Vertrag aber wurde dem Gesandten nicht mir, sondern dem Herrn Marliani über- "Z en. Es wurde sßgar darauf bestanden, daß er nicht einmal Kenntniß des Mmisier-Rathes käme; folglich mußte der Ge- -«-te selbst das Geschäft nicht als ein amtliches, sondern als ein

',«st vertrauliches betrachten. Keine einzige der vom Gesandten

* achtenMittheilungen war mit einer Unterschrift versehen, und

wurde wir ausdrücklich bedeutet, keines der Papiere in der B*** (:ck-Kanzlei aufzubewahren, indem sie nurzu meiner Privatno- tiz-x-ienen sollten. Herrn Marliani ertheilte ich keinerlei Art von Erächtigung; denn der untersteBeamte der Staats:Kanzlei flöße mi ehr „utrauen ein, als er. Herr Marliani arbeitete mit Ei- fer, “aber fur die Interessen Englands, und eben deshalb konnte ich seinen Arbeiten mein Zutrauen nicht schenken. Der Entwurf des Traktates, so wie die ArbeitMarliani's wurde diesem urück- gegeben, und um zu berveisen, daß er selbst das ganze Gesch ft als ein rein konfidentielies betrachtete, lese ich folgenden von ihm an mich unter dem 10. April gerichteten Brief vor.“ In diesem Schreiben zeigt Marliani Herrn Gonzalez an, der Englische Ge- sandte wünsche, Herr GonzalesB möchte den Traktat und das Gutachtm so lange in seiner rivatwohnung behalten, bis aus dem konfidentiellen Geschäfte ein formelles und amtliches geworden seyn würde. Darauf erklärte Herr Sanchez Silva, der vor: gestern eine lange Zusammenkunft mit dem Englischen Gesand- ten hatte, dieser behaupte, im Widerspruch mit 2Zerrn Gonzalez, diesem förmliche und wiederholte Anträge auf Lchlieiung des Handels-Vererages gemacht zu haben. Endlich eschwerte sich

Herr Estrada (Se(rrtair der revolutionairen Junta von Viadrid vom September 17340, und nunmehr Beamter der StaatkKanzln), daß Herr Marliani fich erlaubt habe, einen Beamten des Staats- Minisieriums als bloßen Abschreiber zu gebrauchen, ' Damit hat die Suche hier für jetzt ein Ende. Der_Engi-sche Gesandte hat nämlich Marliani bedeutet, den Senat mat keiriem weiteren Gezänke zu behelligen. Wer in dieser merkwürdigen Unterhandlung am meistenGeschick1ichkeit an meag gele t hgbex mdgen Sachverständige entscheiden. Hier macht man arliam den Vorwurf, als Senator der Spanischen Nation eine zweideu- tige Rolle gespielt zu haben, indem er, und zwar in den_ Schleier des Geheimnisses gehüllt, sich dazu bergab, die kommerziellen Zn: teressen einer fremden Macht gegen die seines Vaterlandes zu vertheidigen. Wijk gleichem Rechte darf man aber wohl fragen, wie es der Minister Gonzalez mit [einer eigenen Ueberzeugung vereinigen konnte, wenn er zugab, dat; Marijani in eine Ange: legenheit so zarter Natur seine Hände mischte. Herr Gonzalez bc: obachtete dagegen das Stillschweigen, das ihm zur Pflicht gemacht war, während Marliani durch bloße Eitelkeit vermoche wurde, den Schleier Vor den Augen der erstaunten Nation hinwegzuziehen und fich srlbsi wie den Ex:?)iinisier in seiner" ganzenBl'oße darzustellen, und dadurch den Fortgang dieser oder die Anknüpfung einer prucn Unterhandlung auf das äußersie zu rrschwrren, Der neue J,)?imskei“ der auswärtigen Angelegenheiten, GrafAlmodovar, hat bereits _eo- klärt, daß er, nach dem übrln Ausgange der besprochenen, srmr Hände nicht zur Anknüpfung ciner ncuen bieten, und daß er br! seinem diplomatischen Verkehr alie mündlichen Erörterungen so viel wie möglich vermeiden wrrdr. Der diplomatische Ruf des Englischen Gesandten, Herrn Aston, isi Übrigens zu fest begriindet, ais daß zu befürchten wärr, seine Regierung könne das M'ißiingen dcs Grfchäftes i hm zur Lasilegen. Niemand wird wvhl den Ausflgchtcn des Herrn Gonzalez mehr Gewicht beilegen wollen, als den feierlichen, dem Englischen Unkerhause rrrhrillen Zusicherungen Sir Robert Peel's. Diese aber bcruhren offenbar auf den amtlichen Mikkhki; lungen des Herrn Arion, die wiederum aus der Vorausseßunghcr- vorgingen, daß der Spanische Minister die Anträge in dem Sinne, wie jener ste ihm vorlegte, aufgefaßt und angenommen habe. Obige ausführliche Darsirliung der Art und Weise, in Wel; cher die bisherigen Minister des Spanischen Regenten politische Geschäfte der ;artcsien Natur betreiben, dürfte vielieicht um so weniger überflüssig seyn, da wir erfahren, daß gerade cht die Spanische Diplomatie ihre Bemühungen auch naoh einer anderen, Ihnen näher liegenden Seite hin ausdehnt. Der Graf Almoro: var erklärte vorgestern im Senat, er hoffe, dir Vkächte, welche noch immer zögerten, die Spanische Regierung anzuerkennen, wiirden mm: Mehr ihr Unrecht einsehen, und er habe die diplomatischen Agenten Spaniens ermächtigt, die desfallfigen Vorschläge entgegenzuneh: men, ohne jedoch der National:Würde im gcringiie11_eiwas zu vergeben. Noch deutlicher drückte fick) gestern der Ex:Mmisicr des Innern, Herr anante, aus. Er sagte im Senate FoZekizdes: „Seit einiger Zcit hat die Regierung von Seiten der achte, wclche unsere Königin nicht anerkannt haben, wenn auch mehr offizielle, doch außcramtliche (axiraoi'iiciach„Erklarungm erhalitcn, die wohlonender lauten als je. (? ?) Dcr Ykmisier der auswärtigen Angrlegenheiten muß zwar eine gewiffe Zuruckhaltung brobachtrn; ici) aber darf sagen,daß seit dem Anfange des Bürgerkrieges nie so gute Verhältnisse zwischen uns und dchächren, welche unscrrKönigin nicht anerkannt haben, besiandcn, als seit kurzrrZrit.“ (?) (Zirwiß müßte es der Spanischen chirrung zu einer Zeit, wo sie die dipl»: matischen Verhältnisse mit Frankreich grwissermaßcn abgebrochrn,

"den Argwohn rcge gemacht zu haben,

die mit England in einige Verwirrung gebracht und gegen Por- tugal eine herausfordernde Steliunzz angenommen hat, daran gelegen seyn, sich den großen Pkarhken drs Nordens nähern zu können. Der Senator Lasaüa verlangte vorgrsirt'n von der Regierung grradrzu, fir folie eine Armee nach Portugal schicken und das Banner Zsabelia's 11. auf dem Palaste von Lis: sabon aufpflanzen. „Wie“ find Giganten im Verhältniß zu jenen Pygmäen, den Portugiesen!“ rief er voll Srlkkskgefähl aus. Von Salamanca, Zamora, Valiadolid, rücken fortwährend Truppcn mit Artillerie an die Portugiesische (ziränzr.

Die in den hiesigen Druckereien beschäftigten Selzer smd dem aniockenden Beispiel anderer Patrioten gefolgt und haben fich „pronunciirt.“ Sir erklärten vor fünf Tagen, ohne eine brträcht: liche Erhöhung ihres Arbeitslohnes nicht Weiter arbeiten zu wollen, und beraniaßten dadurck), daß die Meisten und bedeutendsten Zei: tungen bis auf Weiteres nicht erschrinrn können. Nur ein repu: blikanisches Blatt, das die Partei der Selzer nimmt; ein religiö: ses Journal, das den Gehalt erhöht hat, der Castellano und die amtliche Gaceta erscheinen noch vollständig. Der Gefe politico hat den Sehern erklärt, sie hätten Wilkommen Recht, so viel Lohn zu verlangen, wie ihnen gut dünke.

Türkei. Konstantinopel, 6. Juli. (A. Z.) Es ist schon berichtet

"worden, daß Frankreich, nachdem rs während der ganzen Dauer

dcr-Syrischrn „Wirren sich passiv vcrhalkrn, in der [rßtrrcn Zeil demrnigrn Prachten brikrat, Welche der J.)?cinung waren, daß ur Rettung des _Libanons entscheidende J.)?aßrcgrln, rnrr ische

rmonsirationrn in den Syrischcn Gewässern nothwendig even. Dies und der Umstand, daß die Nkarinc der Franzosen jene der Engländer nn Mittelmeer an Pkacht übersteigt, scheint in London ' ' daß hier irgcnd rin Hintergedanke tm Spiele sey, und daß Frankreich den l.? en: wartigen_?[ugcnb[ick als geeignet betrachten könnte, für fruher v“ern1eintlich erlittene Unbilden Grnugthunng zu nehmrn. Dom: iiach schrank man Alles vermeiden zu onen, was im Orient zu irgxnd einer wie immer gearteten Kollision Veranlassung geben kontite. Die Bereitwilligkcit der Franzosen und vielieicht ihre ehrlichste“ Absicht wird verkannt, und England scheint in dicscm Augenblick ehr Erscheinen in der Reihe seiner Freunde fast ban; ger zu machen, als wenn es dieselben als Feinde gegenüber hätte. Gewiß em beda_urrliches Verhältniß, doch vielleicht eine nothwrn: dige Folge des in den lehren Jahren in den internationalen Ver: hßltmjseq von Fratikreich beobachteten Verfahrens. Leider dürften die Eyrtschen Christen ein Opfer dieser Verhältnisse werden.

, Vorgesiern sind an die drei Regimenter Anatolischer Miliz, die auf dem W'eg nach Adrianopel waren, eiligst Befehle nachqe: frndet wvrden, ihren Marsch nach Scutari zu richten. Die Nakh: richteq, die vom Pascha dieser Stadt hier eingegangen sind, ha: ben die Pforte in Unruhe verseßt. Die Kühnheir der Montene- griner, welche im tiefen Frieden einen Einfall in jenes Paschalik

emacht, und fast vor den Augen des Pascha's ein Türkisches

ampfboot auf dem See von Skodra angegriffen und enommen

Yben, ohne daß die unzulänglichen Streitkräfte der T rken dem

eginne dieser wilden Gebirgs:Bewohner hätten Einhalt i_hun können, haben die Pforte Vermocht, ernfie Maßregeln geg?" d'ksks

Unwesen zu ergreifen. Nebst den drei erwähnten Régimenkkm_ haben Albanefische Truppen, die im ckckck“? "0" Janina ""d M*

Mona r kantonniren, denBefehl e altm, sch Sk," Monkkmgko zu wetkdien, so daß wir in „kürze neue Scrum in jenen Gegenden