1842 / 207 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

den Eintritt ins Kabinet. Herr Thiere hat, seitdem er aus dem Ministerium getreten ist, eine auffallende Unbeständigkeit gezeigt. Wenn er wieder ein Portefeuille annehmen will, so muß er wohl bedenken, daß die Deputirten der äußeZZen Linken, wie die der äußersten Rechten, welche durch seine iiwirkung oder durch die seiner Freunde gewählt worden smd, ebm so Wenig für ihn als für Herrn Guizot oder Herrn Molé stimmen werden. Herr Thiers hat sich daher selbst große Hindernisse geschaffen, wenn er etwa die Leitung der Angelegenheiten übernehmen sollte. Ohne die Mitwirkun des Comité's Barrot hätte Paris nicht eine so große Anzahl eputirte der Opposition gewählt, und zwar einer Opposition, die vielleicht jedes dynasiiscbe Ministerium be: kämpfen_ wird. Herr Thiers ist bei dieser Gelegenheit zu sehr feinem Hasse gegen Herrn Guizot gefolgt, und er hat nicht genug die Schwierigkeiten seiner eigenen Stellan berechnet, als er sich blindlings in den der Regierung erklärten ahlkrieg stürzte. Der Constitutionnel, das Organ des Herrn Thiers, hat sich in Betreff der Regentschafts:Frage von seinen Kollegen, demSii-cie und dem Courrier, getrennt. Er ist es auch, welcher die mi: nisterielie Frage stets in Anregung erhält und nicht will, daß Herr Guizot. unter BeFünsiigung des tragischen Ablebens dcs Kron- prinzen, im Amte leide. Er hat auf die vrrsöhniichen Gesinnun: gen, die er vierundzwanzig Stunden lang zu erkennen gegeben, verzichtet und fuhrt heut eincn hrftigrren Krieg als jemals „egen den Minister der auswärtigen Angelegenheiten. Aus dem [lien isi leicht zu ersehen, duß die ganze Opposition eine minisiericiie Krisis herbeizuführen wünscht," ihre anscheinrnde Mäßi ung war nicht von langrr Dauer, und wenn Herr Thirrs sch hginfichriich der RegeUschafrs-Frage von seinen Koiiegrn trennt, so wird er sich ihnen wieder anschließen, um den Sturz drs Herrn Guizot zu versuchen. Die Opposition sagt, wenn sie am Ruder sey, sowerde das Regenkschafts:Gesrh einstimmig angenommcn werden und („[ie SchwieYkeiten wären gehoben. '.)iiii'in hierauf kann man der

artci arroc erwiedern: „Ihr hofft, daß, wenn Ihr an die

telle des gegenwärtigen Ministeriums getreten seyd, die Konser- vativen genau das thun werden, was Ihr nicht thun wolit? daß sie Euch ihre- Kugeln geben werden, wenn Ihr die Gewalt in Händen habt? Daß sie auf diese Weise ihren per: sbnlichen Widerwillen einer Nothwcndigkeit der Gewalt und der Zukunft zum Opfer bringen werden? Aber warum brsiht (“hr nicht selbst die Verleugnung und die Uneigennni'ißigkeit, die :“;hr von Anderen crwartet; warum ebe Ihr nicht das Beispiel? Warum wollt Zhi" nicht eben die Unstimmigkeit beweisen, die Ihr von Anderen verlangen würdet, wenn Ihr am Ruder wäret?“ Dir Konservativen verlangen von der Opposition eine spezielle und momentane Mitwirkung, indem sie xu ihr sagen, daß sie ihre Mei: nun über die ministrrieiie Politik sich vorbehalten könne und daß es iFr freistehe, den Krieg gegen das Kabinet wieder zu beginnen, sobald man der Gefahr, welche der Zukunft der consiitutionelien Monarchir drohe, vorgebeugt habe. Aber das isi es nicht, was die Oppositioii will; sie will nicht eine einzige Gelegenheit zum Sturz des Herrn Guizot verlicrcn, selbst wenn sie dadurch die öffentlichen Angelegenheiten und die wichtigsten Interessen des Landes kompromittiren sollte.

Man diskutirt noch immer darüber, ob man ein abstrak- tes oder nur ein spezielles Geseh für die Regentschaft erlassen soil; beide Benennungen sind gleich unpassend für die Dinge, die man damit bc eichnrn will. Man kann ein mehr oder weniger vollständiges eseß entwerfen, entweder ein Gescß, Welches nur die Ernennung eines Regenten betrifft, oder ein Gesch, weiches ?uf allgemeine Weise für aiie zukünftige Fälle einer Regentschaft

orgt.

i-k Paris, 22. Juli. Man glaubt, daß die Kammer so- gleich nach Beendigung der Traner:Frieriichkritrn zu drnBcrathun: gen über das Rrgentschaftögeseß schl'i'iki'n könne, zu deffen Prü- fung und Begutachtung die zu dirsemZtvccke zu rrnenncnde Kom: mission inzwischen eine hiiircichendc Muße gehabt haben wird. Die sirenggiäubigrn Katholiken nehmen aus den kirchlichen Handlun: gen, die in Bezug auf den Tod des Herzogs von Orleans vorge- nommen Werden, einen neuen Vorwand, die WittWe des Verstor- benen Prinzen wegen ihres Glaubensbekenntnisses anzufeinden. Sie schildern die Lage der Herzogin bald in gehässi en Farben, bald suchcn sie dieselbe in ein verzweifeltes Lieht zu sZHM- Daß die Wiirme drs Thronrrben für die Seele ihrcs Gemahis keine Messen lesen lasen, daß sie kein Weihwasser auf einen Sarg sprengen kann, gilt ihnen für ein unrrmcßiiches Ungluck, aber u- gleich auch für eine Art von Verbrechen. Von dieser Seite 3er würde die Idee, der Herzogin von Orleans die Regentschaft an: zuvertrauen, einen unvers'ohniichen Widerstand finden.

Es isi überhaupt ein merkwürdiges, aber keinesweges wohi- thuendes Schauspiel, zu sehen, wie der Unglücksfall vom 13ten von alien Seiten her zu kirchlichen und politischen Parteizwecken ausgebeutetwird. HörtmanzumBrispiel die Legitimisien, so isi der Tod des Herzogs von Orleans nicht viel weniger als ein unmit- telbarer Eingriff der Vorsehung in den natürlichen Lauf der Dinge, ein Wunder zu Gunsten der altmonarchischen Ideen und der Prätendentschaft des Herzogs von Bordeaux. Die heutige France schildert in einem Aufsaße aus der Feder des bekannten Grafen Marcellus den Herzog von Orleans geradezu als das Opfer einer besonderrn Combination des Himmels, gleichsam als einen neuen Racmeschen Hippolyt auf christlichem Hintergrund?. „Die Pferde, anfcings von görtlicber Wuth getrieben, stehen siili, sobald sie ihre bl“UI? Aufgabe erfulxt haben“, mit solchen und ähnlichen Worten siicht er den ubernaturlichen Charakter des Ereignisses vom “[Zern einleuchtend ZU machen. Man ma gern glauben, daß diese Aus- fassung WMLIÜMS kcdlich, daß sige keine Lüge an der eigenen UkbkröiWIUng ist, daß sie aber eine religiöse Auffassung sey, davon

wird man eine in freien Weitani t ' ' wohl 1. chwerli ck überreden, s ch en aufgewachsene Generation

Großbritanien und Irland.

Paklaments-Vekhandlungen. Unterhaus Si un vou 21,“ JUN“ (Nachtrag.) In der (bereits erwähnten)hRedZ womit Lord Palw'kiion d'? BkschU1digung des Herrn d'Zsraeii, "5 die egenwärttge Noth des Englischen Volkes der fehlerhaften Handeio- olieik des vorigen Kabinets zuzuschreiben sey zu wider- lxgen uckétbe,t?eißt es tuxitedr ßAixdtrem: '

„„; a e erwar e , a as ebrcnwert e , wärtigen Notbfiand den eb_lern unserer KontiulYLigsdengx? ZFI?"-

danke ihm dafur, da dies nicht Lescheben iii und daß vielmehr n Tadel auf denjenigen beschränkt , dem die Leitung der aus- waxxi en Politik res vorigen Kabinets übertragen war, ck wm jede uptun durch eine Gegenbebauptung erwiedern. as ch- nnwe Mit ied hat keinen Beweis irgend einer Art dafür gege- ben, daß die olitik des vorigen Miniüeriums den Landen- nter- esen des Landes enigegen war; ich sage da egen, die olim desselben den kommerzieiien Interessen des andes außerordentlich günßkg gewesen. Ick behaupte, daß es niemals eine Verwaltun eben, die in einem gleichen Zeitraum den kommer enen Gnter: . 3er? des Landes, mehr Aufmerksamkeit und das mit gr eremérfolge,

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gewidznet hätte, als die, welche vom Jahre 1&i1-1841 die Angelc- genbctten desselben "leitete.

„Das ebrrnweribe Mitglied beschuldigt mi , das ich es unter- lasen hätte, gewisse Handcis-Vcrtrcige nbzuschiic cn, „die_wobl hätten abgeschlossexi werden können. Das cbrenwerthe Mit lied betrachtxt offenbar die Zahl der abgeschlqisencn Verträge als aßnb für die Aufmerksamkeit, welche dieRegternug den Handel:; nterc en des Lan- des widmet. _ Weiches is denn derZusiand unserer ande i-Verträge? Es bciicben jest zwischen England und anderen Ländern eiwaZZHan- dels:Veriräge der einen oder der andcrctx Art; dabon wurden 17 vor dem Jahre 1831 und 15 untcr dcm vortgcy Ministerium abgeschlos- Len. In der That, wenn es zins erlaubt iii, einen Theil der Ehre

cs VertraJs mit Portugal tn Aufbruch zu nehmen, desen Abschlie- ßung der tbr cbrenwerthe Herr ("Str Robert Peel) esicrn als das Resultat lange_ schwebender Unterhandlutigen anze gte, die bis zu einem schtffcn unktc von der vorigen chdicrun cfübrt wurden, o muß ch sagen , daß sehr nahe ie kZink" der Handels-Vcrträge Englands cmwcdcr von deni vorigen Kabinct ab- geschloffcn worden oder das Ncsultat der von ihm geführten Unter- handlungen und. Aber das cbrcnwcrthc Mitglied sagt, mehrere Vexträgz scycn nicht zu Stande gekommen, und es sey namentlich uriicrcwcimld, daß der Vertrag mit Frankreich feblgescbla cn, indem wir es abgelehnt,. uns mit Frankreich u vcriiändigcn. ns ehren- wxrtthitglied i_ii falsch unterrichtet. s g_ab niemals einen Augen- blick, wo das vorige Kavinct, untchcrücrnchtiqun aller- Umiiände, cincnbzaizdcls-Vcrtrag mit Frankreich, wcnigßcns e nen solchen, der als hinreichend voi'ihcilbaft für die Interessen des Landes zu betrach- ten gcwcsen wäre, hätte abschließen können. Das chrenwcrtbc Mit- glied bezweifelt das, wa_s ich in Bezug auf die Abneigung der Staats- mäinxxr und der_öffcntiicbm Meinung in Frankreich gc, en dieHan- dcivxxklkckkskn. Englands, und namentlich, was ich im iigemcinem ohne ms Spezieiic einzugehen, über eine Mittheilung ciagt hab» die das vpri c Kabinct vor etwa fünf Jahren erhielt, er s der Graf Mole; Mini! er in Frankreich war. Ick will dem Hause sagen, wcl- cher„Art diesc Mittheilung war iind es ihm überlassen, dcn Geiß, der in Bezug aiif die H„andclö-Poittik Englands darin ausgesprochen war, zu bcurihcilcn. DieRc icrung unterhandelte damals mit Spa: m_rn wchcn cines Traktats un stand “auf dem h_csien Fuße mit Frank- kcxch- 1er am btcügcn Hofe bcfinditchc Franzdfischc Botschafter las mirauf Bcfchi dcs GrafewMol-é eine von diesem Stagismanne gc- schrexbcnchvciche vor, wortn_cs untcrAndci-em hicß,„dieFranzbfiiche Regierung babe abermals ehdrt, daß wir mit Spanien wegen eintes Handels-Bcrtra'ges unter andelicn; cr glaube mit der Offenheit, welche die zwischen beiden Ländern bestehenden freundschaftli- chcn Verhältnis? verlangten, erklären zu müssen, daß Frank- reich glicn seinen Einfluß amvcnden werde, um die Abschlie- ßung jenes Traktats zu „verhindern. Es ist allerdings wahr, daß England nur auf Jieichen Fußmit anderen Ngtioncu gesetzt zu werdcn vcriangrc; abcr i_e Geschicklichkeit, das Kapital und der Un- t'crnchmungschi dcs„Brittschen Handels isi von dcrArt, daß En land, uberall wo es auf einem fremden Markte mit rankrcich odcr rgcnd eincm andcrru_Landc nominell auf gleichem Fu c behandelt wird, in der Wirklichkeit das liebergewicht hat, nndFrankrcich fühlte sei) da- her gxrecbifcrixgt, wenn es seincn ganzen Einfluß aufbot, um in Spanien so wie, Portugal ausgenommen, in jedem anderen andc die Abschlicßung cin'cs soichenTxaktais zu verhindern. Es war dies eine offizielle Mttibciiung und ne geschah auf eine freie, offene, rcdltcbe Weise; cs" gereicht der Französischen Regierung zur Ehre, da? sie diese Gcfinnungen, wenn se dieselben hcgic, aussprncl); aber ck fübkc dies „nur_ais einen Theil dxr Schwierigkeiten an, wel c das vorike Ministerium in dieser Hinnrbt zu bekämpfen batte, raf Molé sk cm Viel zu aufgeklärter Mann, mn sclbsi diese Gcfinnungcn zu be- _qcn; er gab nur der Notbwcndigkeit nach, die er nicht beherrschen k?nnte, und dieser Vorfall “It, weichen Schwierigkeiten man in einzm Lande begegnet, dessen : ierung mit so mächtigen und un- bcucgvarcn Lokal-Fntcrciien zu k mpfen hat. Wenn das Mißlingen jener kommerziellen Unterhandlungen dem vori cn Ministerium zur Last fäiit, wie kommt es denn, das; das c7ciiivartigc Kabinct, wcl- chcs bci sciner Ernennu-ng-die freundschaxti chücn Gcffnnun cn gegen Frankrcici) aussprach, icht, nachdem rs zehn Monat die (5 cwalt in Händen hat, nicht nur keine;: Handels-Traftat mit Frankreich ab- zuscblicßrn vermag, sondern im Gegciiiheil ruhig zusehen muß, das; die dem Britischen Handel so friendsiiigcn Verorditun en crschcincn und ein Traktat zwischen Frankreich und Belgien abgc7chloffm wird,

der die Bciäiiignngcn unseres Handels, welchc dic Verordnunßcn cn *

im Auge batten, noch vermehrt. Man hat grsngt, wir hätten Traktat mit Spanien nick)t abgeschioscn; nicht nur die von mir» angegebenen Gründe, sondern auch dieselben Lokal- und Partei- c?ntercsi'en, die in Betreff der Handels-Vcrbcfferungcn in alien ändern von Einßuß find, herrschten auch in Spanien und verbin- derten die Abschiicßung dcs Traktats. Es ist ein großer Jrrthum, wenn man glaubt, daß der im “Jahre 18:48 mit Oesterreich und in demselben Fahre mit der Turkei ab cschioffcnc Traktat dem

Englischen Handel nicht bedeutende Vortbc le gebracht hättcnx“ „Man hat ferner gesagt, es' sei) einßeblcr des vori en Ministe- riums", daß cs die Bildung des reußt chcn Zoll; ereins gc.- siatict; auch hätte es einen Han rlS-Verirag mit Sud-Dxutsch- land abschiteßcn„solicti. Nun, das wäre ich so gut, wir ein Hai:- dels-Vertrag zwrscbcn der Erde und dem Monde. Dcr Zoll-Vercm

von Nord-Dcutschland bcsieht in Fol endem: Mehrere einzelncStaa= _

ten, dercn Gränzcn sci) berühren, amen überein, alle inneren Zoll- Linien aufzuheben und den äußeren Umfang, x_ur Gränzc des Ganzen zu machen; die Wanken, welclie einmal dteie äußere Gränze über- schritten, sollten, während sie im Innern des Landes von Staat zu Staat gixigcn, kcincn Jog mehr zahlen. Man muß den Preußischen Zoll Verein 9115" zwci Gerichtspunktcn betrachten: Crülich, insofern derselbe alle, inneren Hindernisse, welchc der Durchfuhrung der Wiza- ren durch die zum Verein gehörenden Länder tm Wcäc standen, hen- wcggcräiimt hat und zweitens in BezuBauf d'en Zo :anif, dxn der Verein gegen das Ausland feststellt. ie Bildung des Vereins ist jedoch so Wenig feindselig gegcn _die Interessen Englands oder irgend eine:; anderen Landes, daß ich „vielmehr beßimmt_glaubc, daß die Vereinigung kicincr Siaatctrzu etncxn Ganzen für „Handch- Zivccke für das Ausland in koxnmcrÉieaer Hinsicht eben so vorlhcil- aft tii- als für _die zum Verein ge örcndcn Länder srlbst,“ vorausng cht, daß der Tartf_nicht zu boch isi. Und„warum ist dieser Tarik [o boch? DexVerem hardenPrcußischcn Tarif an cnommext ; warum si diescr Tarif dcm Brittfthen Handel so feindsei ? Weil die Re- ierung die Zölle auf die wichtigen Preußischen Jerabscven konnte. Der Bcibehaliung der hohen Zdiie auf, Bauhoi und Getraide und keinem anderrn Umstande ist es zuzuschreiben, da der hohe Tarif gYen England in dem Preiißnchen Verein_ fortbesieht, und wenn diescr * arif erniedrigt werden könnte, wenn wir den Ver- ein zu bewegen vcrmdchicn, ihn herabzusesen, so würde dieser, iiait ein Hindernis; für den Britischen Handcl zu seyn“, demselben vielmehr förderlich seyn. Daß aber Englgnd de_n Suddeutschcn Staaten hätte vorschlagen sollen, alle Schranken zwischen beiden Ländern hin- wc zuräumen, iii abgeschmackt. Standen uns dicseGescve etwa blos in eutschland im Wege? Wir hatten Unterbandlungen mitSchwe- den aithcknüpfi,. das zwar nicht so groß isi, wie manche andereLiin- der, do ) aber ctncn sehr wichtigen Markt für unsere Woiicn- und viele andere Manufaktur-Waareu darbietet. Schweden war bereit, diele Waaren zu nehmen, allein es sagie: „Wenn wir unsere robt- bit v-Zbile abschaffen und unsere Schutz dlle auf EureWaaren crab- seven, so müßt Ihr dafür den Zoll auÉunser Bauholz erniedr gen.“ Da standen wir vor der verschlossenen här.

„Man hat gesagt, das vorige Ministerium sex in Bezug auf Handels-Verbeisemn en skationair geblieben“ voribm cycn Fortschritte XML: worden, es ab: ni ts gethan. Éerbölt iich dies wirklich

? aden wir ni t eine erbefferun vorigeschlagen? Sie war ebe string, karin er vi tickt, ali die, welZn se tdem von denselben !- kÜ'U- d e ß unserem Antrue wideemten- angxnommen wo . ; aber haben wir nicht eine Herabsetzung der Kölle auf tembe- boli vorgeschlagen? Und welches war das esuliat? un, wie er-

rzeugniffe nicht 4

. Ende 9

liiten eine Niederlage; wir fanden es unmöglich, unseren Vorsaölag durch usevcn. Ich wii! denen keinen Vorwu machen, die sch em Vorsclilage widersehtm und die bei weiterer rwägung fanden, daß es wcckmäßig sey, denselben noch weiter auixudebnen ; aber wenn da- mals eine bedeutende OkkabskkukJ des Zolls auf fremdes Bauholz fiaitgefunden hätte, so würde der anbei, von dem ich spreche mit Schweden, mit Preußen und durch Preußen mit einem großen Ékeiie Deutschlands bedeutend zu enommen haben. Zei) finde daher n cht daß der von dem cbrenwc n Mitg_liede r brewsbuw in Bern

der Fßandels-Polit ! des vori en, Mmiiier ums auc esprochene Tadel irgen wie gegründet iii. Id bm _übeMiigt- ieme r dies aus und das Land untersucht, was as vorige miiierium gethan at, und welche Hinderniffe es ihm unmöglich gemacht baden, mehr zu thun, um so mehr wird man zu dem Schlusse gclan cn, daß das voriße Ministerium seine Pflicht gegen die Nation au redlicbe Weise erfi- t und die bdchßen Interessen des Landes in Bezug auf die Ausdehnung des Handels befd ert bat.“

London, 22. Juli. Die Hoftrauer für den veixorbenm Herzog von Orleans wird sich auf den gewöhnli m eitraum von 14 Tagen beschränken, die Königin aber und rinz Albrecht werden einen Monat trauern.

Unsere Blätter smd fortwährend mix Berichten über die SP

ungen dcr Korngese : Gegner, so wie aber Versammlungen. d e slaber die allgemeine oeh im Lande berathen, beschäftigt. Der: gleichen sind wieder in Liverpool, in Leeds, in Manchester, in Co- ventry gehalten worden, In Liverpool schlug ein Chdrtiii, Ma: carmcy, nächst Abschaffung der Korngrsctze, wieder die bekannten Univcrsaimitrei seiner Kartei, nämlich aiigemeineö Stimmrecht und die Voikscharte als kittel der Noth abzqueifen vor. Ein 1)r. Biackburne fand, daß die gegenwärti e oeh sicb vornexm: lich durch drei Umstände vor aller frxherm auszeichne. n m- [ich erstens durch ihre lange Dauer, zweitens durch ihre Ail- gemeinheit und drittens durch ihre starke Wirkung. ierquf tadelte er mehr oder weniger die während der jetzigen esston des Parlaments genommenen drei großen Maßregeln, nämlich die Einkommen:Stcuer, die neuen Korn esehe und den Tarif. Würde der Handel gänzlich skk19kgkben, me nte er, so würde Ueberproduc- tion eine natürliche Unmogiichkeit Werden, weil dann die Weit dem Kaufmanne offen liegen und eine neue Aera beginnen würde. Auf diese und andere Vorträ e begründet, ward eine Vorsteiiua an die Königin bescbioism, 9die durch den HWY: von Sussex bk!"- reicht werden soll. In der Versammlung zu * ancthtk pkäfidikk? ein bedeutenderManufakturisi, Robert Gardner, cin. onservativer, der aber gleich im Anfange seiner Rede bemerkte, daß man sich nicht zu Pareeizwecken versammelt habe, sondern um eine _Depu- tation an das Kabinet abzusendcn, weiche die Nothwmdigkeit vor- nelien solle, daß vor Prorogation des Parlaments Maßregeln zur Abhülse derNoth genommen würden. Die Ernennung und Absendu-Y von Delegaten aus mehreren Manufakturpläßrn ward denn an

allgemein beschlossen. Zn Manchester hatte eine an die Pariq: mento-Mitgiieder für diesen Ort gerichtete Vorstellung, „daß sie kein Geld bewilligen möchten, bis die auf die Nahrungsmiitei des Volks eiegten Resirictionen aufgehoben wären, bereits 68,043Un: terschi'i ten erhalten. Das Elend war in dortiger Gegend so FW, daß Leute 7 (Englische) Meilen gingen, um bei den Suppen: er: theilungs:Ansialten gespeist zu werden. Auch in Leeds ward eine Deputation ernannt, mciche an das Ministerium und an das Par: iament abgehen soll, und in Coventry beschloß man, sich geradezu an die Königin zu ivrnden, da von dem Parlamente doch keine Hülfe zu hoffen sey. Zn lehreremOrte haben die Chartisien durch einen Anschlag, der mit dem dreimal wiederholten Worte „Hunger- tod“ anfängt, zu einer aligemeinen Versammlung aufgefordert.

lim darzuthun, daß der Nothskand des Landes nicbt so groß

ey, als die Gegner der Korngesehe ihn schiidrreen, fuhrte Sir obcrr Peel in der gestrigen Sitzung des Unterhauscs unter An: erem an, daß gerade während des voriZen ahres von einem aupt:Consumtions:7lrtikel, dem Zucker, 8“, Cn“. mehr als in vorhergehenden Jahre (resp. .“;,998,000 und 3,516,000 Ctr.) onsumirt worden, und daß in den echs ersten Monaten dieses ahres in London allein 140 Brieis e Schiffe mehr ein eiaufm eyen, als in dem ersten halben Jahre 1841. Eben so Zy auch er Liverpooler Hafen jeßt beiebter als im vorigen Jahre. Daß diesen gi-ten Aussichten der neue Tarif und das neue Getraide = sei; zu Hülfe kommen werden, dürfe man mit Fug erwarten, mässi'e sich indrß nicht allzu großeHoffirungm wegen des schleuni en Erfol- eo machen. Was das neueGetraidi-geseß betrifft, so la e sichjcht ?chon erkennen, daß es einem Haupt:Uebel des alten, der großen Yuc- ruation in dem Getraidehandel, und deren verderblicher Einwir ng auf die Gcldkräfte des Landes abheifen, und zugleich eine ver- mehrte Einfuhr herbeiführen werde. Was den neuen Tarif betrifft, so fange derselbe, nach Berichten aus den unmittelbarer bedrückren Distrikten, besonders aus Mancheßer, bereits an, seine vorthcilhaften Wirkungen dadurch u äußern, daß die Kapitalii'n, die man in Erwartung der Fes! eiiung der neuen Zoli-An; sähe mäßig hatte lie en lassen, wieder in den Verkehr kom- men, so daß Ankäuße zur Ausfuhr gemacht werden können. Nach dem Allem dürfe man hoffen, daß die Noth ihre höchste Höhe erreicht habe, und daß bessere Zeilen binnen kurzem eintre- ten werden. Man blicke dabei, und mit Recht, besonders nach den Vereinigten Staaten, wo man ausgedehnteren Absah für Bri- tische Manufakte zu finden hoffe; aber man habe Unrecht, wenn man zugleich von der Versorgung des Britischen Getraidemarkies von den Vereini trn Staaten aus, weiche etwa eine noch größere Frei ebung des etraidehandeis herbeiführen könnte. Großes hoffe. M' ulioch habe in dieser Hinsicht erklärt, daß nicht nur der Ame- rikanische Weizen von l?eringer Qualität sey, sondern daß er auch in New:?)ork selbst so an 40 Sh. per Quarter zu ße en kom- men, und daß überdies in den lehren Jahren der Getrai «Anbau in den Vereini ten Staaten immer weniger eifrig betrieben wor- den sey, so da? man neuerdings beträchtliche Quantitäten Mehl aus Danzig und anderen Europäischen Häfen nach den Vereinig- ten Staaten verschifft habe.

Gestern erklärte Sir Robert Peel im Unkerhauj'k- einer von errn Huti an ekündigien Motion wegen Vorlegung der auf den tader Zoll ezi'i lieben diplomatischen Korre pondmz uvorkom-

mend, daß er diese !Zokumente nicht vorleaen ! nne, da ie Unter- handlun en jekt im Gan e seym und hOÜknkÜÖ rasch werden zu eFracht werden. err Hure machte UU" einige Versuche,

Sir Robert Peel zu einer mündlichen Erklärung Üb?!“ dm Stand der Verhandlungen zu bewegen- *“ “b"" "“s“" dab“ Wk?“- nicht ein einziges Wort [“R" ?“ wollen, so sah sch Hm" HU“ veranlaßt, zu erklären. daß “' “"'" AMW (dm “' schkikß|ich zu- rücknahm) aus dem Grunde emacht habe, weil die jeßige Regie- rung gegen die u rürYliche rklärung Lord'Aberdeen's, in dieser «"ck, ga deu us tm Lord Palmerstons folgen u woklen. einen den ntore en und der Ehre EnYiands nicht m rcchmdm Weg einfrh age. ord Palmerston sey n mlieh zu der Ueberseu g :::;ij daß Hannover dm Stader Zoll nur dem von abgeschioffmen- Traktate von 1691 und dem demselben beige-

* kosten Tarife gemäß erheben dürfe; demzufolge aber komme dem-

selben nur ein unbedeutender Schiffs:3oii und ein Waaren:ZoU von höchstens «'; pCt. dei Werthes zu. (So lautet der Bericht der Chronicle.) Dies sey auch die Ansicht der Eibufer:Staaten und Lord Palmerston habe daher nichts Außerordentliches verlangt. Nichtsdesiowmiger sey die Britische Regierung jetzt geneigt, von jener Basis der Unterhandlungen abzugeben und die Sache zum Gegenstande eines Vergleiches zu machen, der Hannover Kon es- sionen zugestehen soll, auf die es dureh den Traktat von 1691 ei- nen Anspruch erhalten habe.

Die Wirkung des neuen Korn-Gesehes mit seiner veränder: ten Skala erregt bedeutendes Interesse. Die gestern publizirten DurchschnittsMri-ise eigen eine kleine Erhöhung über die von der vorigen Woche, der ingango-Zoii bleibt aber 8 Gb. und nach dem Globe ist es nicht wahrscheinlich, daß er niedri er gehen werde, so daß also der Fan e Vorrat von fremdem orn zu 8 Sh. Zoll an den Mart ommen d rfte. Der Werth dieser Quantität wird zu drei bis vier Millionen Pfd. St. angenom- men. _ Seit vorigem Montag ist nur wenig Englischer, aber desto mehr fremder Weizen angekommen, so daß man lehreren ?ck? ohne Preis:€cniedrigun würde verkaufen können. Die ubrigen Korn aktungen ohne eränderun , außer Hafer, der voll- kommen 1 F?. niedriger isi. _ Die erndte hat an einigen Stellen schon egonnen: sie verspricht gut zu werden.

Deutsche Bundesstaaten.

Leipzig, 26. uli. Der König von Württemberg hat wäh- rend seines hiefigen ufmthalts die verschiedenen Werkstätten und Einrichxungen auf der Leipzi :Dresdener Eisenbahn, den Ba nhof de_r Sachfisch-Bayerischen &isenbahn und andere Sehenswurdig= kßitenisbesuche und ist diesen Morgen um 5 Uhr nach Weimar a gere .

Hannover, 21. Juli. (Hamb. Korr.) Unter den hier angrkominenen Fremden befindet sich dermalen der vormalige Kö: niglich Hannoversche Major und Ritter des Köni lichen Guel- pbm-Ordens, Ernst Wilding, nunmehr Fürst von adoli in Si: eiiien, woseibst er als geseßlicher Nachfolger seines im vorigen Jahre zu Wiesbaden veriiorbenen älteren Bruders, Fürsten von BuceraaRadoii, früher Königlichen Sicilischen außerordentlichen Botschafters zu Paris und uleht Königlichen Sicilischen Gesand: ten am St, Petersbur er ofe, dureh Königliches Dekret, den Siciiischen Gesehen gem ß, anerkannt isi. Der Fürst wird, wie man vernimmt, seine Gemahlin von hier abholen, um die völlige Ueberfiedeiung seiner Familie nach Siciiien vorzubereiten.

Hannover, 25. Juli. (H. Z.) Sr. Köni [. Hoheit drm Kronprinzen harten vorigen Freitag die jungen M dchen der hie- sigen Schulen in großer Zahl, und alle in festlichen weißen Klei- dern, Ylumeen überreicht, um auch ihrerseits in die Freude und die Glückwunsoche des Landes zu seiner Verlobung einzusiimmen. Se. Königl. Hoheit geruhten in freundlicher Erwiederung darauf, sämmtliche Mädchen am gesiri en Sonntage im Garten um NeuenZause zu einem fröhlichen Feste zu vereinigen, und dasizeibe einige eit mit Hbchsiihrer Gegenwart zu beehren.

Ruhe bei Hannover, auf der sogenannten breiten Wiese, haben diesen Morgen ebenfalls die Erdarbeiten der Hannover-Braun: schweiskscbm Eisenbahn begonnen. Noch im Laufe dieser Woche werden eben so die Arbeiten zwischen Lehrte und Peine anfangen, so daß sodann die Bahn an drei verschiedenen Punkten zugleich in Angriff genommen isi.

Braun chmeig, 28. Juli. Die Frequen; derBraunschweigz Har burger isenbahn betrug in dem Halbja re vom “|. Januar bis Suni 1842 128.156 Personen und die Einnahme 27,231 Rthlr. Davon hat der Monat Juni für sich allein ertragen an Frequenz 27,449 Personen und an Einnahme 8085 Rthir.

© Haubnr , 23.3uii. Die Augsburger Allgemeine Zeitung vom 23. uni berichtete aus Hamburg: Der Thurm der dortigen St. Michaelis-Kirche sey seinem Untergangr nahe. Eine kürzlich vorgenommene Besichtigung habe er eben, daß alies an dem Thurm befindliche-Holzwerk wurmsiichig ei), ganze Schef-

sel Holzmrhl seven herausgeführt und die Kirchspiels:Baumeister

wollten nur noch zwei Jahre für den Thurm einstehen. Wahrscheinlich schöpft dieserKorrespondent der Allgemeinen Zeitung seine Nachrichten aus Visionen. Denn er berichtet auch, wir könnten im nördlichen Deutschland einer schlechten Aerndte nicht mehr entgeben. Und doch fällt sie fast überall gut aus. Ferner: Es seyen aber 8000 fremde Bau-Handwerker nach ?amburg gekommen, welche die Wohnungen vertheuerten und in onfiikt mit dem hiesigen Zunftwesm grriethen. Es sind aber nur einmal 10 oder 12 solcher Fremder hier an ekommen, und zwar aus England, die sich sofort wieder einschi irn, als sie er- fuhren, daß man ihrer nicht bedurfe. Und eben so ist e_s mit dem Thurm. Das Wurmmehl existirt nur in der Einbildung des Korrespondenten, Eine zur Beruhigung der Kirchen-Behörde am 6. Juli vorgenommene Untersuchung_hat ergeben, daß der Thurm nicht mehr und nicht minder vom Holzwurm leidet, als alle Ge- bäude von ähnlicher Construction, so daß, nicht der entfernteste An- laß u Besorgnissen vorhanden isi. Wir haben den Bericht der Kircßspieis-Baumeisier Rambaß und von der Heyde selbst gelesen, und können die sonst so achtbare Redaectidn der Augsb. Allg. Zeitung wegen eines so Wenig glaubwurdigen Korrespon- denten nur bedauern.

? Luxemburg, 20.3110. Zn keinemanderen Orte Deutsch: lands dürfte die Nachricht von dem Tode des Herzogs von Orleans einen erfchütternderen Eindruck hervorgebracht haben'als hier,“ wo man noch so ganz in der Erinnerung dieses vortrefflicheii Prinzen lebte, den wir erst vor wenigen Wochen in unserer Mitte sahen. In der schönsten Blüthe der Manneskraft fe|seite er durch An: muth, ritterlichen Anstand, Klarheit des Verstandes und Gedi? en- hcit vielseitiger Kenntnisse gleichmächtig die Herzen wie die ei: ßer. In der Art und Weise, mit der er sich ohne Unterschied des Standes Jedermann zu nähern wußte, lag Weder etwas kalt Herabiassendes, noch jenes Haschen nach Populariii'it. was so schlecht ficht, wo es nicht Wahrheit und innerer Trieb, sondern nur künstlich e“ mungen und gesucht ist. In Allem, was wir von die er wohit uenden Erscheinung der Zeit saheri und hörten, FMO ! die Würde des einsiigen Königs, wie die angeborene ,iebensw rdigkeit des Menschen aus.

Oesterreich. ' Wien, 22. Juli. In dem nahen Korn'euburg find am 17ten d. 51 Privathöu er und 4 städtische Gebaude, so Wie der ""I“ Würm, ein aub der Flammen geworden.

Spanien. Madrid, 16. Juli, Die Session der Cortes ist heut durch Verlesung einer Ordonnanz in beiden Kammern geschlossen worden.

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Die CoalitionscDe utirten haben für die Zeit bis zur Crbff:

nung der nächsten Ses on eine Kommission ernannt, die aus den

erren Cortina, Domenech, Ferro Montaos, Gonzalez Bravo, uente Andres und einigen anderen Mitgliedern besteht.

Der Streit wischen den Herren Gonzalez Und Mariiani ist auf friedliche We se beißeiege worden; der Leßtere geht nach Eng: land. Dagegen haben ie Debattm über den angeblich beabsich- ei tm Handeis-Vertrag zwischen Spanien und England zu einer 1“le bitteren Korrespondenz zwischen dem, Britischen Botschafter, Herrn Aston, und dem ehemaligen Conseils:Präfidenten, Herrn Gonzalez, Anlaß gegeben, die noch fortdauert.

Griechenland.

Athen, 1. Juli. Ueber den Aufschwuyg der Indusirie und des Ackerbaues lauten die Nachrichten sehr gunstig. Fabriken aller Art treten ins Leben und zu verschiedenen Unternehmungen liegen die Projekte vor, zu deren Ausführung es nicht an Geldmitteln fehlen soll. Die Wirkungen der National:Bank smd im höchsien Grade erfreulich. Auch die Deutsche Kolonie zu Herakli beiAthen fängt an, fich zu heben, und scheint einer angenehmen Zukunft entgegensehen zu dürfen. Im Mai d. I. wurde daselbst der Grundstein zu einer Kapelle elegt,-Zn Betreff der Colonisation sind erst vor kurzem wieder Flnträge aus Württemberg und aus der Schweiz an die Regirrung gelangt, und die Sache selbst scheint in Griechenland mehr und mehr Anklang zu finden.

Aegypten,

Die Agenten der Orientalischen Datnpfschifffahrks=GeskUskhafk Briggs und Compagnie haben fich an den Statthalter von Aegyp- ten, Mehmed Ali, gewendet, um einige Erleichterung in Bezug auf den Transit drr ano:Englischen Waaren und der Strinkoh: len-Maga ine zu erlangen. Die Antwort, Weiche Boghos Bei im Namen ehmed Ali's ihnen ertheilte, lautet folgendermaßen:

„Ich habe Ihr verchrtcs Schreibcn erhalten, worin Sie, mir, mit der Hindcutun das; Ge. Hoheit der Vice:K'dnig mich Mit der Regultrung der ver chte,denen Angelegenheiten der Ostindiscbrn Gesell- schaft beauftragt hat, im, Namen dieser Gesellschaftlfolgendc Fragen vorlegen: Ob Se. ohcit geneigt wäre, den Beginn des der Ge- sellschaft bewilligten ranöits ves zur Ankunft der neuen _Dampfbdte zu _vcrschieben? Ob Se.Hoheit dxis vor einigen Jahren tn Schubra crrtchiete steinerne Ma qzixr _zu einer Kohicn-Nccderlagr überlassen vate,_ utxd welcher techms alsdann dafürÉu entrichten wäre? Ob Sie hter_ in der Nähe cs Mahmudie cine tcinkybien-N'ieder- lage :zum Dienste der Dnmpfbbte der Gesellschaft errichten durfen, ivozu Sie das Magazin des Capitexms Morris in_ Vorschlag brin- gen? Ob_man Ihnen, zur VcrmctdunZ irgend einer Contrebande, einen Regierungs-Bramtcn beigeben wo te, der von der Geseilschaft besoldex, gleichzeitig die Kohlen überwachen könnte? Und endlich, ob man die Befehie zur erbefferung der Straße von Su? nachahira gcbext werde, mdcm Sie sich vorbehalten, uns später c nx Zeichnung des m Suez zu erbauenden Hotels vorzule en? Se. Hoheit der Vicc- König, welchem ich eine Uxbcrsehung J r_es Briefes zu überreichen die Ehre hatte, beauftragt uncl), Ihnen, meme Herren, Ihre verschie- denen Fra en folgendermaßen (Zu beantworten: 1) daß der yon der Gesclischa t nachgesachte Aufs ub der Eröffnung des Transns bis zur Ankunft der neuen Dampfbbte in Suez gewährt seyn soll; 2) daß Se. Hoheit der Gesellschaft das |einerne Magazin in Schubra zu einer Kohlen-NiederlaHe gegen einen mit Ihnen Testzuscizendetz Preis bewilltgc ; :)) daß es „xbnen gestattet seyn sou , n Alexandria eine Kohlen - Ntcdcrla e zum Dienste der Damp bbte der Gesellschaft an einem passenden * ric zu bilden, sobald i) mit den Ingenieuren einc vasscnde Steile auf;?efunden haben werde, die sich nicht nur Fur Bewahrung der Koh en der Gesc schaft, sondern auch jeder an-

eren Nation eigne, da “ihnen "Oki" irgazin dcs Capitatns Morris wegen der Nähe der Regierung» tedcrlagen nicht 2Frsiattct werden kann. Ein, ntcht von der Gescllschaft, sondern vom ice-Kdnigc bc»- soldtier Beamter wird an Ort und Stelle die Kontrebandr und gicich- zcitt'? die Kohlen überwachen u. s. w.; 4) sollen die Befehle zur Ver esserung der Straße von Suez nach Kadim aufKosicn dcr chie- rung, und zur chräumun der imWege liegenden Steine und Fr sxn crtbetlt werden; 5) wird d e Regierung, sobald Se. Hoheit den Riß des Hotels „in Sue erhalten, daffelbe auf ihre RechnuYZ erbauen lassen, und je _nach„ en Baukosten soll dann der voxr der cscUschast Zia zahlrnde Miethztns feu esctzt werdcn. (?ck schmctchle „mir, daß d e

_c yvttscb-Oüindische Ge clischafr, dercn Agenten Ste smd, auch bei die er Gele enhect Se. Hoheit bcseelende gute Gerinnung, den Wün- schen der („ cscllschast und der Regierung der Königin möglichsi ent- gegenziikommen, würdigen iverde. Ich habe die Ehre, Ste'zu grüßen.

(gez.) Boghos Ju sui“

Inland.

Köningerg, 25. Juli. (K. Z.) Vorgestern haften fich ierseibsi im General-Landsobaftshause die Rittergutsbesißer des lk:Schaakenschen Kreises versammelt, um die Ergänzungö:Wah- en für dcn achten Provinzial:Landtag abzuhalten. Es wurde err Staats:Minisker von Schön auf Arnau mit 48 Stimmen egen 1 zum Landtags-Abgeordncten und Herr Landschafts:Rath iegfried auf Kirschnehnen durch absolute Stimmen-Mehrhcit um Stellvertreter gewählt.

VreSlau, 14. Juli. (Schles. Kii'chenbl.) Der erwählte Fürstbischof von Breslau, Herr Prälat [)r'. Knauer, isk am 11ten d. M. hier eingetroffen und nach Beendigung der Behufs drs Jnformations-Prozefses nöthigin Verhandlungen heutr Wieder von hier abgereist. Als Zeugen wurden vernommen: Pralae und Domkapétuiar, Herr Neander, und Domherr und Crzpriesicr, Herr [)1'. Her er.

Kottbus, 23. Juli. Der diesjährige Wollmarkk wurde be: reits gestern Vormittag Ycendet, und es waren die Wollen qröß: tenthciis verkauft, bevor sie auf den Pkarkt kamen. Die Käufe wurden mit einem Rückschlage von 1 Rthir. gegen den vorjähri:

gen Preis abgeschlossen.

Das Chinesische Heer.

Die neueste Nummer (Monat Juli) des United Service Magazine enthält über die Chinesische Armee nachstehende in- teressante Details: Die Stärke der Chinesischen Streitkräfte isi sehr verschieden angegeben worden; bald wird sie auf 800,000, bald auf 1,000,000 und dann sogar auf 1.800,000 Mann angege- ben“ die Berichte aber, welche die Russische Mission in Peking daräber ertheit, sind aller Wahrscheinlichkeit nach ewiß die zuver- lässigsten. Nach denselben zerfallt das Heer in v er von einander getrennte Klassen, die aus eben so viel versehiedenen Völkersiäm- men bestehen. Die erste und vornehmste unter diesen Klassen find die Mandschus; sie bilden (ck78 Compagnieen, ede zu 100 Mann, zusammen also eine Streitmacht von 67,800 ann. Die Mon- golen, welche die Mandschus bei ihrem Einfall in China begleite- ten, und sich dann dort festfeßen, machen die zweite Klasse aus,

die “210 Compagnieen oder 21,000 Mann zum Kontingent sieiit. Die dritte Klasse befieht aus jenen Chinesen, die sich mit den Mandschus zur Verfiigung der lehren einYorenm Dynaßie der M*ins vereinigten, und ihnen dann zum siß des Throms bc: hülflich waren; die Trupxen dieser Klasse bilden 270Compagnieen, zusammen 27.000 Mann, und bedienen zugleich die einzige Artil- lerie des Reiches, die auf vierhundert Stücke geschähtwird. Diese drei Klassen belaufen sich also zu ammen auf 115,K00 Mann, größtentheils Reiterei, die in acht tandareen oder Divisionen ein; getheiit isi. Die vierte und lehrt Klasse zählt nur eingeborene Chi- nesen, wird aus der allgemeinen Masse des Volkes rekrutirt und zu dem Dienst in den Garnisonen im Innern des Landes ver: wendet; sie führt den Namen „Truppen der grünen Fahne“ und beläuft sich auf 500,00" Mann. Außer diesen vier Klassen be: steht noch eine Abtheilung irregulären Militairs von ungefähr 125,000 Mann, so daß also das gesammte Chinesische Heer 615,000 Mann regulairer und 125,000 irregulairer Truppen stel: len kann, von denen 175,000 Mann beritten find. Zu dieser Streitmacht muß man aber noch ein ansehnliches Corps leichter Mongolischer Reiterei hinzuzähien, welche sowohl hinsichtlich ihrer Gebräuche, wie der Natur ihres Dienftcs nach viel Aehnliches mit den Russischen Kosacken haben; ihre Anzahl wird ungefähr auf 500,00!) Mann an eschlagen, doch smd siezu großen Schwan; kungen unterworfen, 0 daß sich im,Fal1 der Noth nicht Mit Sicherheit auf ihren Beistand, ähirn laßt.

Die Hauptquartiere des C inrsischen Herres sind Peking und seine Umgebungen,“ die Diskrikte der Mandschus und besonders die Ufrr-(Hegenden des Flusses Amur; so wie auoh die an den Fluß Iii im Westen des Aitai-Gebirges,angränzenden Landsohaf: ten. Der Befehlshaber der Truppen halt sich in lrßigenannrer Gegend auf und ist also Statthalter des Chinesischen Turkistazis. In der Festung Tschalgan garnisonirrn 12,000 Mann, ungefahr 40,000 stehen gewöhnlich in dcr „Nähe von Kanton, und je nach den Umständen werden in dcn anderen Provinzen des Reiches 10 bis 40,00" Mann unterhalten. Zn Jeking allein liegen be; [iändig 40,000 Mann Infanterie und avalierie in Garnison, die in acht Divisionen Mandschus, acht Divifionen Mongolen und acht Divisionen Chinesen eingetheilt sind, und fich von ein: ander durch ihre Fahnen und Uniformen unterscheiden. Jede Di: vifion hat ihr besonderes Zeughaus, Civii:Drparten|ent, Zahlamt und ihre Schule für die Soldatenkinder.

Nach dem Chinesischen Dienst:Reglement ist es jedem Solda- ten gestartet, sich zu verheirathen; ihre männlichen Nachkommen werden vom Tage ihrer Geburt an ins Regiments:Registrr einge: tragen, und sobald dieselben das gehörige Alter erreicht haben, müssen sie die vorhandenen Lücken ausfüllen. Jedes Individuum der ersten, zweiten und dritten Klasse erhältk außer seinen Waffen, seinem Pferde und seiner Ration Reiß, fur seine Familie noch einen monatlichen Sold von 12 bis 17 Shiiiipgen; dafür „muß er sich selbst bekleiden und seine Waffen und feinen Anzug m Ord- nung halten. Die Soldaten der vierten Klasse aber werden mit Stücken Landes abgefunden, die sie selbs! bebauen müssen, uin ihren Unterhalt davon zu bestreiten; nur die Hefe dcs deeisiie: fert die Rekruten zu diefer leZteren Klasse. ?Die Haupt-Waffen: Uebungen der Truppen, sowo [ der Mandschu 8 war drr Chinesin, der Reiterci wie des Fußvoiks, bestehen im Bogenschießen; eine geringere Anzahl übt sich auf das Abfeuern einer „Lirt von (Hr: Wehren ohne Schloß ein, und nur eine kleine Abtheilung beschäf: tigt fich mit dem Laden und Abfeuern der Kanonen. .

Die Bekleidung der Truppen unterscheidet sich nur sehr wenig von der Tracht dcs grmeinen Volks, mit Ausnahme des Kurma oder Ueberrocks, der eine Art von Jacke ist, und mit der Fahne, unter welcher der Soldat dient, von gleicher Farbe seyn nneiß; doch eben die seidenen Stiefel und der Fächer, dense-zurKuh: lung ßrständig bei stch tragen, ihnen eiii sehr verwrichiichtes, 1a lächerlicher; Ansehen; selbst in Kriegeszriren vermaag ein skä ierner Heim, rin wattirter Kittel und ein Bambus:Schiid ihrer effait keinen markiaiischen Anstrich zu verleihen. Die Rcikrr sind brhend

in alien ihren Beweguan:“-, stärzrn kühn zum Angriff herbei _- wcnn kein Feind sei) ihnen entgegensiclit, doch ihren kleinen, schlanken Pferden mit dem kurzen hurtigen Gang gehen alie Ei: genschaftcn eines Skreitroffes ab. Der Sattel ist von höchst Weichen Materiaiien angefertigt und vorn und hinten so hochsir: hend, daß es nicht leicht seyn möchte, einen Reiter aus demselben zu werfen; die Steigbü el sind so kurz, daß ihreKnire mit ihrem Kinn in die engste Beriihrung kommen.

Eine bedeutende Anzahl der Chinesischen Truppen wird zum miiitairischen Dienst an den Flüssen, Kanälen und Landstraßen verwendet, Ungefähr alle fünf (Englische) Meilen bemerkt man ein viereckiges, mit einem Wachthurm und einer Fahne versehenes Gebäude, worin die Soldaten fich aufhalten, die hier alle Oblie- genheiten der Polizei zu rrfüllen und der Regierung die Depeschen zu überbringen haben.

Wissenschaft, Kunst und Bitcratur.

Ausstellung im Atelier des Herrn Professor Numb.

Das Atelier des Herrn Profesor Nauxk) bietet dem hiesigen kunsiltcbcndctx Publikum so eben eme höchst tntereffantc Schau dar, Welche überdies noch eine besondere Bedeutung durch den damit ver- bundenen Zweck gewinnt, das Eintrittsgeld ist nämlich dem Kölner Dom gewidmet. Sechs herrliche Marmorfiamen siiid der Beschnui ng dargeboten, dic Victorten, dercn Brßimmung ifi, die nunmehr volien- dete Walhaüa bei Regensburg Jg zieren. Das hocbgelcgene Gebäude, zu dem eine „imposante Treppr tnanführt, hat bekanntlich die orm cincs Griechischen Tempels, im Innern aber ist der Raum dur ein Tonnengewölbe geschlossen, Die Büüeii der hier durch den Königli- chen Stifter Vercwegten smd hauptsächlich an den beiden Langscitcn angebracht, in sechs Abtheilungexi, auf irdcr Seite drei; jede dieser Abthetiungxn nun erhiilt durcb eme der hier im_ Attelicr versammel- ten Victortcn ihren Mittelpunkt, um welchen die Marmorbilder der Rubmgekrbntcn sicb symmetrisch ordnen. Der Gedanke, nicht blos das_kriegcrisOe Verdienst, sondern jedes Verdienst überhaupt, dur Stegesgdtnnnen zu symbolistren, war gewiß ein sehr

licher, „und demnach hat der Künstler narf) mb lich|cr

cxschtedenhett der Auffassung xürebt. Die „beiden ur die Mitte_ des Saales beiiiminten - tctorien smd „fidend genommen, die vier kibri en siehend; von jenen zeigt die_etne eine lebhafterc Wendun , a s spähe sie im Gcwübl dcr Streikenden umher, wcm fie, als 1 rcm Liebling, den Kranz zuwerfen soge; ihre Hand scheint | zu bewe en. Unter den stehenden sehen wir eine ffnncnd, ernfi-

fa nieder;?e chlagen, als ob ße der Opfer gedachte, welche der Sieg

ckosiet; e ne andere hält den Kran hoch empor und schaut begei-

Krrt zu ihm hinauf; die übrigens:: ruhiger, typischer cnommen

und sieben eben darum der antiken Anschauung mn vie es näher.

Die AusführunJiin Marmor, der, obwohl nur Zweiter Qualität, e

ich doch durcb ne Weiße und durch ein schönes erbes Korn aus- :.ÜMM/ isi, wie nicht besonders gerübmt zu werden brauckszztßelxi nnen meifierbaft, von dem firengßen Fleiß und der ßreisietr zem; digkeit. Ganz besonders hebt fich eine der siedenden ervor,