1842 / 249 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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“Y" niairen Ruhen zu ziehen wußten. Viele Arabische Häuptlinge ha:

„'s mee einige Zeit einen usurpirten Ruf beilegte, icht ganz und gar

die Vortheile l?a-falii-n, welche der Uebertritt des Herrn Thiere fur

' ar, aber sie überschäht dieselben keineswe: fie; miitnFchsi-geüTtYß? es der Zukunft und den Thatsachen, den Yserrh des parlamentarisohen Beiftgndes ,und die Glaqbenstreue des Neubekehrren zu bewähren. Die Zuruckhaltun , nut welcher die Konservativen Herrn Thiers in ihrer Mitte an genommen hci: ben, rechcfertigt sich durch dieselben Rucksichten, welche das voi: fichtige Vorfahren der Gegenpgrtci motiviren: Das Mißtraurn gegen die Beständigkeit des Hemi Thicrs ist auf diesci'_Seite eben so groß als auf der anderen die Hoffnung, daß er zu ihr zu: rückkehren könne.

-x- atis, “.'. Sept. Zn Algier ist die Anwesenheit des Generalemgeaud noch einige Zeit nöthig, weshalb sein Besuch in Paris noch verspätet worden ist, Das System der_mobilen Kolonnen dauert in der ganzen Regentschaft sort, exerzirt zwar die jungzn Soldaten und Offiziere meißcrhast zu din beschwerlich: sien Marschen. kostet aber bedcueende Summen nicht nur wegen der TranSporte und Vcrpflegungcn, sondern auch_ deshalbx'wril man Geld braucht, um die von Abd clKader abgrsallencn „Haupt: linge und Stämme in der Treue zu erhalten. Man berechnet, daß seit einem Jahre die außerordentlichen Ausgaben und gehe.!- men Gelder für Algier die der früheren Jahre um vieie Mil: lionen Franken überiiiegen haben. Troß dieser _Gcidverrhciiungen bleibt es, der Ansicht des General Bugeaud zufolge, aber“ immer“ noch nothwendig, die Armee wenigstens 80,000 Akatin siark zu crhaitrn, um auf den verschiedenen Punkten die ug: terworfenen Stämme in Zaum zu halten. Ehe also die Coionisakion eine dauernde Ruhe, ein ergiebiges Resultat und finanziellen Vortheil bieter, werden noch viele Zahrevergehrn, und co müßte in diesen vielen Jahren nothwendig dasseibeystem kon: sequent fortgeseht werden, wenn man nicht genöthige seyn will, immer wieder von vorn anzufangen. Dcr religiöse Fanatismus geht da mit der Habsucht Hand in Hand; es giebt Stämme, die sich bereits mehrmals empört und unterworfen haben und aus die: sen Unterwerfungen, namentlich durck) geschickte Chess, stets peru:

ben fich durch diese Untcrwerfungs-Speculakionen bereits bereichert, und die Französische Armee hat sich selbst seit den le tm Jahren hinlänglich davon überzeugt, daß mehrcreder Offiziere lfi'ikanischen Ursprungs, denen man auch in den Reihen der Französischen Ai“:

abgenu t sind und nie tüchtigeGenerale seyn würden. Unter den FranzöZschen Oder:!)fßzieren in Afrika bleibt GeneralLamoriciöre der ausgezeichnetsie, Changarnierein vortrefflicher Haudegen, Oberst Corte befaßt glänzende Bravour nebst Scharfblick, General Bedeau is? aber unstreitig der fähigste Ober:Offizier, Taktiker und Lokal-Ken: ner zugleich, gebildet und eines höheren Blickes fähig und gerecht gcgen Hohe und Niedere. In Afrika läßt che die ganze Ar: mee dem General Bugeaud Gerechtigkeit widerfahren, und die früheren aus politischen Quellen stammenden Vorurtheile gegen diesen General smd sämmtlich verschwunden.

Großbritanien und Irland. London, 2. Sept. Den neuesten Berichten aus Edinburg

zufolge, war die Königin am 31sien Abends am Granton Pier, der etwa “2 Englische Meilen von Edinburg liegt, angekommen und wollte die Nacht am Bord des „Royal George“ zubringen. Große Feuer auf allen in der Nähe von Edinburg liegenden Berg: höhen verkündeten die Ankunft des Königlichen Geschwaders. '.)lm “Men d. wollte die Königin ihren feierlichen Einzug in Edinburg halten. Sir Robert Peel war schon am 3017en in Edinburg an: gekommen,

Die Berichte aus den Fabrik:Difkrikten lauten noch immer nicht vollkommen befriedigend. Nur an ein eincn Orten sind die Fabriken sämmtlich wieder in Arbeit; in .)kanchcskcr verharrcn noch immer die zahlreiche Klasse der ck;andsiuhl:Weber, so wir die Arbeiter, die in den gröberen Spinnereien beschäftigt warm, und die Färber in Unthätigkeik. Zn Glossop hat der Pöbel noch am vorigen Dienstag einen Angriff auf eine Spinnerei gemacht, deren Eigenthümer, Herr Shepley- slch zur Vertheidigung seinerPerson und seines Eigenthums genöthigt sah. unter den Haufen zu feuern, wodurch mehrere Personen verwundct wurden. Man hat be: merkt, daß während der leßten Woche sehr viel Geld aus den Sparkassen in Lancashire herausgenommen worden ist, und scheint daher nicht ohne Besorgniß zu seyn, daß die Unzufriedenen noch einen [eßten Versuch machen wollen, sich duni) Znsurrcction zu helfen, bevor sie zu der anderen Alternative, der Ruckkehr zur ?tr- beit, reifen.

ie neuen Nachrichten aus Osiindien hatten die Consols an

der heutiJen Börse etwas gedrückt, doch hoben diese fich wieder, als die ?nficht fich verbreitete, daß die Französische Depesche aus Marseille, welche den ersten kurzen Brricht aus Malta über den Zuskand der Dinge in Afghanistan brachte (s. Ostindien), wohl den Nachrichten. eine mehr ais gewöhnlich düstere Farbe gegeben haben mo e, wae das bei fruheren Gelegenheiten wiederholt der Fall geween. Um so begieriger war man auf die uuverweilt zu erwartendeti detailiirten Berichte. Die Oppofitions:Blättcr wol: len die schlimme Lage der Truppen in Afghanistan dem unüber- l'egten Befehle des Generai:Gouverneurs zur Rückkehr derselben uber den Indus zuschreiben, weichem Befehle zwar General Pol- lock den „Gehorsam verweigert haben soll, der aber doch nach der

Ansicht jener Blätter, die Veranlassung geworden ist, Éc-thoih die

Unigelegenheiten so langx in zuzpilmogebliebtn. CineBesiäxi- Un

die er Vermuthung erblickt man in den Worten der Tk;kich'k,5k1-Z

General Pollock 1th die Erlaub ' „_ , Gutdünken zu handeln, "halt'" h-kk, nach eié-mm

Der Sun fürchtet daß die Ex ' ' . pedmon na * werde ergeben und das Land räumen müssen? YFUYLWUFZ beläuft fich saan den Englischen Ansiedlern nur

und ist schon zweimal und o a auf I'“) Many Yk Schößen angegriffen erJexx, onZeriZ'YfFen Zahl tuchti-

erskärkung erhalten, aber bis dahin ka , vchen kant) fie seyn. Dkk MOkUiUZ Chronicle bemenr?t [Y YZF“ Jits'cwed"? .. Capitam Smit mit 100 M ziehung-

ann b i schlage" worden“ ist “" Willkommener Biffenefüédoiit'pYisérlFYZZMT

Eines dieser Blätter hat eine seltsame Emy . besteht in ni ts Geringerem, als daß eine :TZanTenxecjht. Fiese tete Verschw rung unter den Englischen Offizi ver rei:

- in Ostindie bestehe, dieses Reich von England zu trenn cren " Spike zu treten. Diese köstliche und wahFsYYLZÖleZTeßnstTY-M

ursprünglich, wie es scheint, von einem Deut e . auf die Wahrheit der Nachrichten schließen, ii? YnsYig'ijF'Zk" weitverbreitete Verschwörungen im Rusfischen Heere mitgetheilt; werden, wenn ein so lächerlich sinnloser Einfall, wie ein Plan der Englischen Offizier,: in Ostindien, fich vom Mutterlande unabhän- gig zu machen, moglich war und wiederholt werden konnte.“ Es ist in England während der lehren Tage viel Regen ge: fal1en, die Uerndte scheint aber nicht darunter elitten zuÉaben, Die Preise von fremdem Weizen haben sich in olge von pecu-

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lations:?ltikäufcn waeder “.' bis :; Sh. seit Montag ehoben, und cs ist viel umgescht worden. Der sechswöchentliche Zurchschnitts: preis ist auf 00 Ch. “1 P. gefallen und derZol] also auf 12 Sh. 90113901. Nach dem Globe scheint dicKrifiö amGetraidemarkre voruber zu seyn. Die Schwere des diesjährigen Weizens sol] außerordentlich seyn.

Die Direktoren der Bank von England haben vom *1. Sep- tember den Diskonto für die von ihnen zu grwährende Anleihen auf 3x,- pCe, bis zum 20. Oktober bestimmt.

„11 London, 2. Sept. Die Ankunft von Nachrichten aus Indien veranlaßt mich, noch einmal vor meiner Abreise nach Ochotthnd zu schreiben, Diese Nachrichten find keinestvegeo erfreu- ich. Bis zum 22. Juni blieb die Armee des Generals Pollock ntmuthtgt, krank, schlecht genährt und durch eine völlig unerklär- liche Zögerung getäuscht, in Dschel1alabad. Es hieß, Lord Eilen- borough habe den Rückzug befohlen, General Poliock habefich ge: weigert, diesem Befehl zu gehorchen und die?[i*|1ieekon1n:e um aus reiner Unthäiigkeit und Mißmuth wegen der Uneinigkeit der Civil: und Militair:Bchörden. Ich bleibe bei meiner Ansicht, daß das einzige wahrhaft weise und rhrcnvolie Verfahren darin besieht, daß man das Land räumt; ich muß jedoch bemerken, daß diese Ansicht von der größten Autorität in Bezug auf Indische Angelegenheiten, nämlich von Sir Eharles Metcalfe, eifrig bestritten wird. Dieser auksgjezeichnekc Staatesmann, welcher die ganze Expedition als ein rhoi'ichrrs und tollkuhnes Unternehmen betrachtet, hält es jehk für UbidlUk 'thMndig, das Land wieder zu erobern und einen Für: sien, «'itva Dosi Muhamed Chan, auf den Thron von Afghanistan zu setzen, und einen Vertrag mit ihm abzuschließen, den zu hal: ten in seinem Interesse liegt, einen anderen wird ein Af- ghanisoher Prinz sichci'lich nicht halten. So groß diese Autorität und die kothwrndigkcit dci" Ereigniss auch seyn mag, so glaube ich doch, die Rexzierung wird jenen Schauplaiz so trauriger Erin: nrrungen wo nioglich bci crstchricgcnhcit verlassen.

Die Königin isi zum großen Verdruß derjenigen, die brdcu: tenchummen für Plähe gcgcbcn hatten, um das Königliche Ge: schwader ankommen zu sehen, am ***).)i'ittwoch erst um 10 Uhr Abends in Edinburg odcr vielmehr in Granion Pier angekommen. Ihre Majesiät hat indi'ß noch inchr dadurch verloren, daß fie den Eingang in den Firth of Forth nicht gesehen hat, der zu den schönsten Sw:Landschaften der Britischen Inseln gehört. Es schcint jedoch Niemand daran gedacht zu haben, daß eine von zwei Dampfböten bugfirte Königiichr Jacht nicht so schnell fährt, wie ein einzelnes Dampfboot; auch hat der nordische Ocean die Königin ziemlich unfreundlich empfangen.

Der Erzbischof von Canterbury befindet fich etwas besser; bei einem Alter von 77 Jahren isi indeß wenig Hoffnung vorZan- den, daß er sich von einem Anfalie der Asatischcn Cholera v [lig erholen werde. Die Wiederbesrßung des Primats der Englischen Kirche wird natürlich den Ehrgeiz der Geistlichen in großcBewe: gung bringrn.

Die Unruhen in den Manufaktur-Distrikten sind vorüber, aber die große Schwierigkeit isi, die Schuldigen zu beffrafen. Es find keine Beraubungen und sehr wenig Gewaltihätigkeitcn vor e: kommen, und das Englische Gesetz kann die Unterthemen der FZH: nigin dafür nicht strafen, daß sie sich gegen ihre Herren aufge- lehnt und die Arbeit vcheigcrt haben. Die angemeffensie Strafe, Weil die ailgemeinsie, isi wohl das Bewußtseyn ihrer eigenenThor- heit und das Verschwendm! ihrer geringen Mittel.

Dänemark.

Kopenhagen, 31. Aug. Aus einer Schrift drs Capitain von Roeder über die Stärke und Organisation dcr DänischenAr: mee, seit den leßten Veränderungen, ersieht mcm, daß die Stärke der Infanterie im Fricdrn 17,109 und auf dem Kriegsfuß 49,301 Mann, die der Kavallerie resp. 8910 und “10,027 Pkann, die der Ai'tilierie resp. 8409 Mann mit 937 Pferden und 8153 Man mit 111 Stücken Geschüß und die des Öanenieur-Corps resp.“).i)» und 8-17 Mann, daß also die Mannszahl der Armee im Frieden 25,031") Mann und im Kriege 09,109 9.7kann beträgt.

Aus dem „Jahrbuch für die UniverfitätKopenhagens“ ersieht man, daß die Zahl der Lehrer zu Anfang des vorigen Jahres sich auf 8-5 belief, wovon 5 der theologischen, ."; dei" juridischen, 4 der medizinischen und “.'1 der philosophischen Fakultät angehörten, von dcnen indeß im Laufe des Jahres zwei starben, wogegen nur einer wieder eingesexzt ward. Dabei wird bemi'rk't, daß die stattgefun- dene Anstellung von 3 Dozenten in der philosophischen Fakultät sowohl, als die Königliche Resolution vom 17. Dezember Wegen der Vereinigung der chirurgischen Akademie mit der Universität und Erweiterung der medizinischen auf eine bedeutende Vergröße- rung des Lchrcr=Personals hindeute. Die Anzahl drr Studiren: dcn belief sich am 31. Drzember 18-10 auf 11:37, woven 979 äl: tere Studenten waren; am Schlusse des Jahres “1811 waren 1075 Studircnde, worunter 93.3 ältere.

Deutsche Bundesstaaten.

Dreédeu, 4. Scpk. Der Waldbrand an der Sächsisch: Böhmischanränze dauertnoch fort und hat bis jetzt bereits über 500 Acker eingenommen. Obglcich täglich 1000 Mann beschäftigt sind, dem Brande Einhalt zu thun, ist dies noch nicht gelungen, da Frisen und Abgrändc die Arbeit i'rschwei'cn.

Karlßruhe, 3. Scpi. (Oberd. Z-) I" M 9117119?" Sißung dcr Abgeordneten:Kammer kam der Bericht des Abg- Zunghanns iiber die Adresse der ri'sienKanm-er, den Vollzug des ZehnkAblösungNGcseßes betreffend, zur Berathung. Eämmtliche Kommisfions-Anträge, wonach mehrere Absätze det" Adl'kss? abge- lehnt, andere aber wesentlich geändertworden, werden an enommen. Hierauf ward die Diskussion über den Bericht des '.)1 g. Rinde: schwender über die Sandersche Motion auf Pl'kßsl'kihkik “"off"“- Der Regierungs:Koininiffar Eichrodt bemerkt, ein Pkkßgkskß- wie die Kammer es verlange, scheitere an der Bundes-Gcsehgebung- und wie es die Regierung vorlegen könne, nehme es die Kammer nicht ag. _Die Censur-Znstruceion von “18-10 enthalte Alles, was moglich sry, zu geben, und fie bestehe noch immer. Abg. v. Ztzsiein spricht für die Anträge der Kommission, weiche dahin gehen: „die Großherzogl. Regierung mittelst einer Adresse an den Großherzog zu bitten: 1) dahin zu wirken, daß in den. Deutschen Bundesftaaten an die Stelle der Censur so bald, als indglich die in der Bundes-Akte län si verheißene reßfreiheik trete; 2) einstweilen aber gleichbaldige orkehr u trexen, daß in Baden wenigstens die Besprechung innerer n ele enheiten in Druckschriften jeder Art durch die Censur nicht es ränkt oder verhindert werde“, und hebt den ge mwärtigen Zustand der Cen- Yr als einen Fefe losen hervor. 29le. Welker unterstüßt seine Setislilimmun ur Vorlake einer großen An ahl gestrichener Abe Y" A g. Hecker spr cht sub in gleichem inn aus, ebenso feltvaielassermann, welcher jedoch an einem Erfo! e verzwei- » mehr erwartet er, daß namentlich nach dem Échlusse des

Landtags die Presse gegen die jehige Kammer-Majorität zu Felde

ziehen werde, ohne daß dieser gestattet seyn Werde, sich zu verehej: digen. Abg. Akbrdes hebt besonders die gegen die Einunddreißiger dcr vorigen Kannner ergangene Censiir:Znftruction hervor. Abg. Junghanns beschränkt seine Forderungen auf erreichbare Ver: besserungen des gegenwärti en Zuftandes, eine Beschleunigung des Rekurses :(.-, lei'cheere CenÉ-r fur innere Angelegenheiten !(. Abg. Sander will fur innere ngelegenheiten nicht bios leichtere Cen: sur, sondern Preßfrei eit, wenigstens in Flu schriften, wie in Bayem. Uebrigens offt auch er im grgranrtigen Au endlicke keine Bescrung des Preß-Zuskandes. Der Zustand in eutsch- land komthihm vor wie_der des Zauber:Lehrijngv, da er ausrust: „Hilf uns Herr und Metsier, sleh' die Noth isi groß, die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los.“ So scy es in der Zn: dusirie, so in allen Deutschen ZUständen. Abg. Rindeschwen: der findet Alles, was gegen die Cmsur gesa k worden, viel zu gelinde, will aich“, als Berichterstatter, nichts kärkeres vordrin: gen. Die '.)lntrage der Kommission Werden gegen 5 Stimmen angenommcn.

In der heutigen Sitzung ist der Bericht des Abgeordneten Hoffmann iibcr dic Grfch:CntwÜrfe in Betreff der Errichtung eincrEisenbathchu!drn:TilgnngsRaffe und über das Eisenbahn: Anlehi'n an der Tagesordnung. Ucber das erstere Gesch haben fich die Kommission und die chierungö:Kommission in all'in Punkten Vei'cinigt, und die Kammn' nimmt dasselbe ohne Dre; k'ussion an. Bei der Bcrathung über da6zwcite Gosch, demgemaß eine Staatsschuld von 12 "Mill. F1. für die Eiscnbahn:Schuldrn. Tiigungs:Kasse kontrahirt werden soll, wurde zuerst der Antrag der .iédmmission in Erwägung gezogen: daß eine Adresse an dcn Großherzog mit der Bitte um Emittirung von KaffencAnweisungc-i im Belaufr von 2 Mill.Fl. gerichtet werden solle; die Kammerer: klärt sich damit förcinvrrßandcnund biwilligt die “Aufnahme obiger Summe". Die Art. “.', 51 und -1 werden in folgender Fassung ange: nommen: „Das Ansehen ist durch den Verkauf von I),: oder -1proc., auf den Inhaber lautendcn und von Seiten der Gläubi: ger unaufkändbaren Partial:Obligationen zu machen. Der Juha: der von Pa1*tia|:Obiigationen kann dieselben bei dcr Eisenbahn: Sckulden-Tilgungs:Kaise auf seinen Namen einschreiben lassen. Die Zinsen werden halbjährlich bezahlt und können nach Wahl dir Kreditoren bei allen Großhei'zogiichcn Etaato-Kassen odcr in Frankfurt bei dem damit beauftragt werdenden Banqnicr erho: ben werden, Zur aliim'iligen Heimzahlung dcs Anlehcno wird cin Tilgungs:Foiids fesigeseßt, der gleich in! ersicn Jahre wrnigscns ein halbes Proccnr des Kapitals betragen und bis zur vollständi- gen Heimzahlung jährlich mit 0 pCt. seines Betrages anwachicn muß. In den ersien zehn Jahren darf dieser TilgungS-FVUW nicht höher als auf *] pCt. mit dem girichenZuwachse bestimmt werden,

“Der Tilgungo:Fonds wird zur Rückzahlung einer entsprechenden,

durch das Loos zu bks7iniuiki7dcn Anzahl der aus egcdxnen Pai“: tiai:Obligationen im Rominalbecrage verwendet. . ?achUblarxf der ersten thn Jahre kann ein größerer Theil oder das ganze 9030: hm von Seiten der Eisenbahn:Schu|drn:Tilgnngscieajsr aufgeiim: digt werden; im ersten Falle sind die zur Riickziihliliigkommenden Partial: Obligationen wie bei Verwi'nedung defs Tilguugs : Fondo durch das Loos zu bestimmen.“ Die ubrigen .)irtikel werdeii m_te geringen Abänderungen genehmigt und das ganze (HMH mit .-0 gegen 9 Stimmen an «*nommcn. Dao Bildgkk dk!" Eiskiibühn; SchUlden:Ti|gungs:KaZse fiir 17212 mid für 11413 wird mat drm Beisaße bei dem Bau :Aiifivandr, „nach dcm fur die Eisenbahn genehmigten Budget“, angenommcn.

Oesterreich.

VZicu, ;;, Sept. (L. A. Z,) Gestern gegen Abend vrrsct ird cr oberste Kanzlcr der vereinigten Hof:.Ka-qiri, Graf von Mit- trowoi'y. Ei" hatte seine Laufbahn als Staatsdienrr schon vor „72 Jahren brgonncn, die jedoch durch sciiianuseritt wicdrrciiiige Zeit unterbrochen war.

Türkei.

Das Journal dee Smyrna vom 9. August enthält unter der Anfscht'ift: Die Turkisch:Persische Frage einen langen Aufsah, worin es heißt: _ _

„Unscrcn Lesern isi dic__Strci1frag-J bekannt, die gegenwärtig zwi schen der Türkei und Perncn obwaltct: n'c wiiicn, das: die Benim- mung drr Gränze von Kurdistan, kibri“ dic scir einigen Jahren iwr sihen bcidcnxändern gestritten wird, dchoi'wand rincö Anfang:: von Fetndscligkcitcn von Seiten der Perser geworden ist; daß, in Foigc kräftiger Repressalien, wclche dcr Pascha Voi! Bagdad ausubtc, cine Pci'iischc Stadt, Muharnia, qcyiündcrt worden ist; d'aß-Dll'_S(1)il(]1 Mohanndehan dafür emernugehi-ung verlangt, die in einer Vli'l zu übcrti'icbrncn Gcld-Entschiidignug brüchi, und daß, nachdem durch alle dicse nxnsiändc dic Vcrbtnduiigxn zwischen brich Natiqncn nn tcrbr_oci)cn sind, die in der Türke“: iich aufhaltcndcn Perser sich unter Rufiischcn Schuh gciicllt habcn. . _

„“dics iii gan; einfach dwgcgcmvärttgc Stand der Frage, die, ohne gerade von _kapitalcr Wichtigkcit xu ici)", ni tsdeüowemgcr eine so ernfihafte Seite darbietct, daß, dir S_iiitcin ich “MF" findet, cincr billigen Ldsurtg dcrsrlben, die m icmcn Abnehtcn icgt, seine volle Aufmerksamkeit zu ividmcn. _

„Wenn dicPlündcruug vonMnharma ohncGrund und mis ret- ncm Muihwillcn üaiigxfunden hätte, so würde die Frage leicht zu lösen seyn; sie würde uc!) auf Abschätzung undBcrgrrtnnJ dcs ver ursachtcn Schadens beschränken; aber 02 Verivtckclt iich urch cine zweiteFra e, nämlich dcn_An_griff von Seiten der Perser. Durchdac- sen Angri ist der Türkct ctn Unrecht gcschrbcn; ste_hat dcnizutolge auch ein Recht auf cineSchadloshaltiinéi, iind wcizn 10", bei gerechter Abwehr des Angriffs, in den chrcim ten zu weit gegangcn isi, so muß eine, gegenseitige Abrechnung siattfindcn, und dies kann nur mittclst cincr genauen Untersuchung des Thatbcüazidcs geschchcm welche allein die Mittel an die Hand eben wird, eine den Rechts- ansprüche" beider Mächte angemessene ntfchctdnng zu fällen.

„Man ficht, daß in dem vorliegenden Falle nicht blosrine Gräni- Bcrich1i„iings:Frage, sondern auch noch em Faktum, das aus* dicser" Frage sc bsi entstanden ist, obwaliet. Nun aber begreifen wir tuchk/ wie man die eine ohtie die andere entscheiden kann. Die untergeord; nete Frage, wclchx dic Entschädtgung iii, 1dscn, ohne Eck) Mik dsl Hauptfrngc, nämlich'dcr Gränz Berichtigung, zu beschäftigen, 0di dicse schlichten und die gndcrc vcrtaicn, würde“, unserer Mccnkmnglk- folgt, ein höchst weckwidrtges Ver ahrcn seyn; auch find dkllkl ;!" gele enheiten nicßt von der Art, daß man fie über Hals und Kopf been i en kann. Dies hat der Sultan vollkommen eingesehen, und er wi deshalb keinen Entschluß affen, bis er nicht uber Alles, wav mit den von uns angcdcutxten ragen in Verbikkdung skkbk/ durä) sorgfältigeErwägung hinreichend aufgeklärt isi; em wrisesgmd voi“.- sichnges Verfahren, welches aukemeine Billigung nden ward. _

„So gemäßi t sich der Su tan benimmt, so ie denscbaftlich zeigt sich Moham1ned-*baw und die Europäische Diplomatie iii kaum im Stande, seine Ungeduld im Zaum Zu halten. Er laubt odrr üclit Keb an, in glauben, daß die Plün erun yon Mu arma, die, wre wir bereits erwähnten, nur eine Repre alte war, ihm das Recht auf eine ntschädigung lebt, die nach dem Maßüabe scinerGeldgier bemeffen ; und da w !* überzeu t snd, daß diese Entschädigung, wenn se bm gewährt wird , in ]geinen Seckel fallen wird, anüatt die Einwohner von Mubarma fur den erlittenen Vcrluü schadlos zu halten, so darf man sich nicht wundern, wenn er eine so über- triebene Summe Fordert und deren Bezahlung mit so vieler Hart- näckigkeit und Ha betreibt, Und in seiner Ungeduld vergißt er-

daß bci den ersien eindseli keiten dic Per er von den Türkichen Truppen in cinerWKse emp angen worden nd, die ihn wohl [:scr- 1kk'gkn solitc, daß von allen Mitteln, welche die Streitfrage u den können, das Loos der Waffen vas schlimmsie für ibnüsäyxt wnr el; Er bst, so sa t man, überhaupt Lua am Kriege und r e“:; o “* ins Feld rtiken wollte“ außer dem Wunsche, die En ck gung, die ““ begehrt, mit Gewalt zu erzwin en, möchte er auch c nie Scharte auswcßen und hofft ohne Zweifel gl ckUcher zu se n, als m abre 1848 bei dcr BelagerunZ von Herat, die er ua dreimonat chen

li erwei c auf ugeben enbtbi „twurdx. NnürngelinÉeiiltMniFiiie eits téut, tjvas der ugenb ick gebietet, er

//' , wei da das be e Mittel, die Turbulenz des Schachs im Zaumc in Leinen? isi, einenimposanke Steaung egen i " 5“ nehmen. Trup- pen smd nach den südlichen Gränzen cs Re'chs beordert werdeii; sic üehcn unter den Befehlen Saadatlab Pascha s und Sabri Pascha _s, die Beide rohen von Talent, von Muth und von Ergebenbeit fur die Intere en des Thrones und des Landes abgelegt haben.

ndcm man sich ernii zum Kriege rüsiet, erwirkt man oft, daß der Frede nicht geübrt wird. Wenn man dem Feinde zeigt, daß alle Vorsichts-M-ißrcgcln gietroff'cn smd, um einen ungerechten An- griff urückzuschlagcn nnd bn fur seine Verwegenbeit u züchtigcn, vcrmindert man beträchtlich dic Wechselfälle des 211190 s, oder be- wirkt sogar, daß er nie ausg_eführt wird.... Wir wissen, welchen Haß die Perser gegen die ankcn bcgcn; es ist ein Haß deskIn- tcreffes und der Religion; des Interesses, wegen der von den Turkcn gcgen Persien gemachten Eroberungen; der Religion, dura) dqs Schisma, welches in den ersten Zeiten des Islams entstanden [|

nnd die Moslims in zwei Seiten gethcilt hat, in die des Omar, des Erben Mahomcds, und in die des 210- Schwic-

qcrsohns des Propheten. Dieses Schisma, ivclchcs im Jahre 1.500 durch die Predigten dcs Scixcickys Eidar, cines Abrdminlings Alt'H, sich erweiterte, fügte Pcrsicn_cinen unersetzliche" Schaden zu; die Wut!) dcr Schiiten odcr Disjidcntcu war 10 groß, daß cin Perser.- Nduig vor der Schlacht, um seine Soldaxcn gegen die Truppen des “Sultans iu bcgcisicrn- sagte, der Tod Etnqs Türkcn sci) dem Pro- yhctcn angcnchmcr als der von Hundert Chrisieii. Dcr gegenwärtige Schach hat, wie scichorf-ihrcn, dj_csc unvertti bare W111!) cgcn dic Tiirkischr Nation geerbt, die so wcit geht, da cr, cmtge „cit_nach scincr Thronbcstcigmig, dcm Pascha von Acavvtcn, Mrhmcd Alt, sa: cn lies:, wenn er nach Konstantinopel marschircn wolle, so sicllc er ihm scinx Truppen zur Verfügung. _ . '

„Wie aufgcrciit er aber ami) scon, Wie sehr sich seine feindselige (*icü'nnunq cgcn die Türkei gcüeigcrt haben mag, so glauben wir doch, daß Iiybaimncd-Chan reine Interessen zu gut oci'iichi, um krixcricugt zu mm, „das; er nicht blindlings die Sachen weiter treiben wird. Denn er weiß so gut, als wir, daß die hohe Pforte dic erfor- derlichen Maßrcgcln ergriffcn hat, um ihm ndibigcnfalls eine jener Lcciioncn zu geben, die man sobald nicht vergißt. Er wird lieber nvivartcii, und sehr wohl daran thun, bi»; durch das. Einschreiten dcr Eurodiiiichcn Diplomatie, das nicht lange aiisblcibxn kann, seine Streitigkeitcii mit der Türkei eine den Aniprüchcn beider Thrile ent: Wrechcndc Lbsung erhalten.“

Konstantinopel, 17. Aug. (A- Z.) Zn Foige neucr Jnßructionen, welche Sir Stratford Canning aus London erhal- ten, hatte dieser am 100711 und 15101 v. mit dem Rciö:Esfcndi .ii'oiifi'rcnzen, deren Resultate einen nahen Schluß der “*Maroniti- schon Händel voraussehen lassen. Die Pforte zeigt sich minder sii)wirrig in dicserAngclegenheik, da sie die Ueberzeugung gewonnen, daß ein weiteres Zögern die Lage der Dinge in den Syriscven Gebir- gen nur verschlimmern könnte. Es wurde daher von Seiten des Türkischen (YoUVertieiiiciits dem Großbritanischen Botschafter und den übrigen Repräsentanten drr Großmächte zur Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung im Libanon ein Projekt vorgelegt, weiches dcn neuen '.)inforderun en der Mächte fast buchstäblick) entspricht. zyiernaöh folien die ai'ontern in der Person Emins, eines Sohnes Beschirs, einen neuen Emir erhalten, dessen TNacht sich auf die Provinz Kesruan und die übrigen von Christen bewohn- ten .ii'antrnc deo Libandns ausdehnen sol], für die übrigen, von "Dl'usk11,eJ)kUklia[iö und anderen Sekten brwohntcn Distrikte hin: gigcn wurde die Pforte eincn nmsrimännischcn Chef cinscßen, dem ohne «[ie Abhängigkeit von dem maronitischen Emir und ohne alle Verbindung, mit demselben die Verwaltung des nicht chrisi: [i(hi'n Landrs iibertragen würde. Dieses Projekt der Pforte schcint bci den Europäischen Gesandten eine günstige Aufnahme zu finden, und allgemein l'etra-Ihtet man nun die Angelegenheit fiir dcsinitiv erledigt, wi'nn (24006 die Pforte nicht neue Ab: iprimgc versucht und in der Betiimmung der Verhältniffe, in die der neue Emir der Pforte gegenüber zu treten hat, nicht neue Schwierigkeiten sich erheben. Die gewaltthätige Politik, welche die Osmanen im Libanon und Antilibanon befolgt haben, hat ihnen daher den Vortheil der Unterjochung der Drusen ver- sihafft, wclche nun, wenn sic s1ch mit Gewalt drm Beschlusse wi: dcrscßcn, unter die unmittelbare Administration der Pforte treten; sir hat zugleich eine Wiedervereinigung aller Gebirgsbe- wohncr fiir die Folge, wenn nicht unmöglich gemacht, doch bedeu- tend erschwi'rt. *).)iaroniten und Drusen werden fortan eine ver- schiedene Verfiiii'img, eine getrennte Verwaltung, getheilte “*in: tcreffrn haben, Alles, was an ihre ehemalige Verbindung erinnxert wird zerstört, alle Kcimr dcr Eifersucht, der Feindschaft und de' „Hasso erhalten dagegen von nun an ihre ungestörteEntwickclun und 11111“ von der Pforte wird es abhängen, die Einen durch di Anderen zu bekämpfen und im Zaum zu halten. ,

Ostindien.

Violin, 20. Aug. Der „Great Livci'povl“, welcher heute Abend um .“, Uhr mit Depeschen aus Ostindien hier angekommen ist, bringt Berichte aus Bombay, aus Dschellalabad und aus dem Lager des Grneral Poljock, Die ersteren sind vom 19. Zuli,_ die leßkeren vom 22. Juni datirk. Krankheiten, über: mäßige Oyiße, Mangel an Lebensmitteln und die Simuhns wur: den der Armee zum Vcrderben. Die Unzufriedenheit über die Unehätigk'cik, in welcher das Hier gelassen wurde, war sehr groß. Akbar Chan hatte sich des Bala Hiffar, der Citadellc von Kabul, so wie der_ dort zurückgebliebencn Schäxze bemächtige, nachdem sich Föetih Dichöng, der dritte Sohn Schach Sudscha's, dort eine Zeit lang behauptet hattr. Der General-Gouverncur hatte dcm General Poliock Volimacht ertheilt, nach eigenem Gutdünken zu handeln und Kabul anzugreifen, sobald cs ihm thunlich scheine. General Pollock befand fich am “."-'. Zuni noch in Dschellalabad, traf aber Vorbereitungen gegen Kabul anzurückcn, wvran ihn bis- her zum Theil die Hiße, zum Theil Mangel an Lastthicren ver- hindert hatte. Von einem Rückzuge der Englischen Truppen isi

nicht mehr die Rede. Unter den Seiko hatten sich Symptome der Unzufriedenheit gezeigt. Die Nachrichten aus Kandahar sind vom 11. Juni, aber ohne Interesse. Die Englischen Gefangenen sind von den Athanen noch nicht losgegcbcn, werden jedoch in Erwarth des ose eldes fortwährend gut behandelt.

. n *hina hat ich nichts von Wichtichit ereignet. Einem Gerucht zufolge, wäre der Kaiser in die Tartarei entsohcn, um dein erwarteten Angriff der En länder auf Peking zu entgehen. Die Vorbereitungen zum Angri e auf Tschapuh waren vollendet,

aber das Britis e eer ver ielt 1 um äti u d [ vollkom: men enemuthigtchzu?eyn. h sch h g n schen

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London, 2. Sept, Abende. (B. H.), Aus den detaillirtm Nachrichten über die Verhältnisse in Afghanistanckgehe hervor, daß Lord Ellenborough wirklich dem General Polio den Befehl zur Rückkehr ertheilt und, als dieser die Nicxtbefolgung desselben mit der ungünstigen Jahreszeit und dem Mangel an Transportmitteln entschuldigte, denselben dahin modifizirt hat, daß der Rück ug bis zur kälteren Jahreszeit ausgeseht werden, und daß der eneral mittlertveile, um den Afghanen Respekt ein Ufiößm, die Forts wischen Dschellalabad und Dschu dulluk zersi rm laYn solle. Es scheint, als ob es sogar in der Ab icht des General : ouverneurs liege, die gefangenen Briten ihrem Schicksale zu überlassen, falls sich bis um Herbste kein Mittel findet, sie zu befreien. Siesollen jeht größtentheils in Kabul versammelt seyn. In Folge der Zu- siructionen Lord Ellenborough's schickte General Pollock den ri- gadier Monteieh mit drei Regimentern ?nfantcrie und einem Kavallerie : Re imme zur Zerftdqu der , ores ab, die derselbe aber alle verla en fand. 2116 die rigade am “17. Juni in dem Dorfe Ali Boghan bivouakirte, fanden die Soldaten Ueberbleibsel von Uniformen der Soldaten des vernichteten 44sien Regiments vor, was sie so erbitterte, daß sie den Ort zerstorten. Dic; Bri- gade siand am 21. Juni in Pert Bolak. Nachaihrer Ruckkehr nach Dscheilalabad soll eine andere Brigade anorucken, uin, wo möglich, einige gefangene Soldaten in Bughanan zu befreien.

Bombay, 19. Juli. Unter den mannichfaltigen Gerüchten, Welche über die Lage der Dinge in Afghanistan in Umlauf smd, befindet sich auch die Angabe, Akba1*:€h«1n, erzürnt, weil Capitain Mackenzie, den er zur Unterhandlun über die AiiSldsung der Ge: fangenen nach Dscheliaiabad geschi 1 hatte, unverrichteter Sache zurucklchrte, habe diesen dergrftalt beleidigt, daß er ein Pistol ge: zogen und den Afghanenhäuptlinz nicdergeschoffrn hätte, worauf er dann selbst sogleich ebenfalls niedergemacht wordcnsey. Jeden- falls smd die Gefangenen tiefer ins Land hineingebracht worden, und schon spricht sich die Ueberzcugung aus, daß man sie nicht Werde befreien können, ohne Dofi:Mohammed wieder auf den Thron von Kabul ku soßen. Cinsiweiim hat der General: Gouverneur Befehl erthe lt, an der Gränze des Pcndschab eine Reserve-Armee zusammenzuziehcn.

General Nott hat am 29. Mai bei Kandahar wieder einen Angriff der Eingebornen zurückZeschlagen und ihnen eine bedeu- tende Niederlage beigebracht.

Zn Buchara sollen Oberst Stoddark und Capitain Conolly sogleich ins Gefängniß ebracht und all ihr Eigenthum konfiszirt worden seyn, als die 9 achricht von dem Unfalle der Engländer bci Kabul dahin gelangte.

Im Hafen von Bombay smd binnen kurzer Zcit mehrere Schiffe verbrannt, und man xweifele nicht, daß fie abfichtlich an- gezündet worden seven, obwohl es bisher trotz aller Bemühungcn und troß des Ausbietens bedeutender Belohnungen noch nicht ge: lungen war, den Thäeern auf die Spur zu kommrn. Als Ver: anlassung zu solchen Miffethatcn bezeichnet man die Gewohnheit, den eingeborenen Vkatrosen vor Be_ inn der Fahrt ihrenLohn im voraus zu zahl-“n, so daß fie durch crbrennung des Schiffs der Gegenleistung überhoben werden.

Kalkutta, 4. Juli. (N. H. Z.) Es bestätigt sich voll- kommen, daß der Rückzug der Engländer aus Afghanistan be- schloffen ist. Eine Folge dieser Befehle war die vollständigste Un: thätigkeit im Lager von DscheUalabad, wo bis zum Abgange der lehren Nachrichten auch nicht das Gcringü! vorgefallen war. Eben diese Unthätigkeit zWang die Truppen zu Kandahar und Kelat:i: Gildschi, ihren beabsichtigten Marsch nach Kabul aufzuschieben; diese beiden Festungen Wurden von zahlreichen, mehreren “1000 Mann [iarki'n „Haufen unter Sefter Dscböng, dcm Sohne Schach Sud- scha's, angegriffen, doch waren alle diese Angriffe (21. “Mai) er: folglos, indem die Afghanen 0 Fahnen, 60 Sturmieitern und eine große Anzahl Todte verloren. Oberst Wymer ist zum Entsaße von Kelat:i-Gildschi abmarschirt.

Die im Jahre 1838 errichtcten Regimentcr, betir'eit „die Ar: mee Sr. Majestät Schach Sudscha's“ sind auseinandergrlaufen; die eingeborenen Offiziere und Soldaten sind der regulairen Eng- lischen Armee einverleibt worden. Als sie angeworben wurden, waren sie das elendesie Gesindel, und in der dreijährigen Dienst: zeit haben sie sich durch eine vorzügliche Fertigkeit im Laufen aus-

ezeichnet. Der GeneralWouvermur, Lord Ellenborough, hat aus “Zillahabad durch einen General:Befchl vom 6. Juni die Bildung einer Reserve-Armee angeordnet, beüehend aus 4 Trupp reitender Artillerie, 3 leichten Feid:Batterieen, 4 Compagnieen Bataillons: Artillerie, “.'- Compagnieen Sappeurs und Mineurs, 7 Regimentern avallerie und *11 Regimentern Infanterie.

Ein großer Sturm, welcher in Kalkutta am 2. Juni losbrach, obte vier Tage lang, und den gamen folgenden Monat haben esiändige Regengäffe Bengalin im eigentlichen Sinne des Worts überschWemmt. Die anigo:?[er11dte ist vernichtet; aus allen Thei- len der Provinz laufen die betrubendsken Nachrichten über den Stand der anigofelder ein: ganze Faktoreien haben kein Blatt behalten; in Tii'hue sind nur 4 bis 5 Faktoreii'n, welche etwas einärndten werden. Andere Orte, z. B. Kischnaghor, theilWeise

- auch Dschessore, wo die Pfianze noch nicht so weit gediehcn war,

haben weniger gelitten.

Der Aufruhr in Bundelkund gewinnt eine drohendere Ge: sialt. Am 10. Juni griffen 8000 Znsurgenten die Englischen Truppen an, doch wurden sie mitVerlust zurückgeschlagem Nahe bei Keitah haben 2000 Znsurgenten einen Ort angegriffen und verbrannt. Die Umgegend von Humirpor ist grdßtentheils in den Händen der Boudeli's.

China.

Ykacao, 10. Mai. Commodore Kearney, von der Ameri- kanischen Fregatte „Constellation“, ist am 12. April noch Wampoa hinaufgcsegelt, um sich mit den Chinesischen Behörden über mehrere seinen Landsleuten zugefügte Bi'leeidigungen zu besprechen.

Um die Wahrheit der Geruchte von dem Wiederaufbau der

Festungowcrke in der Bdcca Tigris zu untersuchen, waren die Britischen Kriegsschiffe „Herald“ und „Cruizer“ den Fluß hinauf- gesegelt, wo ste_fandcn, daß diese Gerüchte ganz grundlos seyen. [3th Anwesenheit in der Bocca erregte nicht das geringste Auf- i' en. Es heißt, daß die Chinesen Hong-Kong anzugreifen edenken. Der Arisgangs-Zoll auf Thee ist so erhöht worden,gdaß un: efähr 6 Miliionen “Dollars im letzten Jahr mehr be ahle worden nd, sodaß die Chinescn fich von den Engländern hre Ranzion onÉvTeY7ch2eJotinnZen habe?, Chi

e n a ateen de * nesen am 5. A ril ver iedene Versuche gemaeht, die Englischen_Schiffe durch Eranderséu zer: stören, was_]edoch nicht gelaW waewohl mehrere Schiffe Schaden litten und einzelne Englische atrosen, die zufällig auf Börm und in der Nähe waren, verwundet wurden.

Ningpo ward als eine Todtmstadt geschildert und die Eng:

liinder werden es wahrscheinlich nächstens räumen, um nach Nan: king zu marschiren.

Sir H. Pottinger ist noch immer in HongKong, wo er aus Verstärkungen wartet, um seinen Zqugegm Peking anzutreten. !

Es ist wieder ein Chinesisches enftück an ekommen, eine

Kaiserliche Proclamation, in welcher es unter

nderem g?kijt: „Voriges Jahr hat die autsgesandte Armee sechs Ta e und ächte hinter einander mit den Engländern in Ting-hai ek mpfe und un: Jählige barbarische Banditen in der Schlacht get dtet,

Was die brigen Truppen betrifft, welche aus anderen Provinzen kommen, so müssen die Offiziere fähig seyn, sie einzuübm und ihren Muth anzufeuern. Aber warum laufen sie weg, ehe sie tzur Schlacht kommen? Die rebellischen Barbaren find weder star noch tapfer; warum sollen sie dcnn nicht ausgerottet werden? Es sollen Be- lohnungen und Strafen gerechtvertheilt Werden. Zu diesem Zwecke habe ich 50 große Pfaufcdern, 50 blaue Pfausedern, 80 Daumen- ringe. 40 Rohrfedern, 90 kleine Messer, 75 Tabacksbeutel und Flin- tensteine, 60 Knöpfe vom 6tcn Range und 80 Knöpfe vom 7ten Range ins Lager geschickt.“

Unter den neuesten offiziellen Verfügungen der Chinesischen Behörden befindet sich quel) folgendes Kaiserlich“ Straf:€dikr:

„Früher gab Yib:PlbtaoU (Gouverncnrder Provinz Folien) in einem ausführlichen Berichte die Umstände _beim _Vcrluiie von Emoy an. Da ich aber argwobnte, daß1scm Bericht nicht wahr sey, und da ich ihn nicht fortwährend iii ciner Audienz lassen konnte, sendete ick) Twankwa ab, um cine_gchctme Nachforschim anzusiellen. 3th ist mit Zuverläsügkcit crmrttclr worden, und die' ,erichte siimmenmit einander überein und wcichen„m Betreff der Verstärkungen tn Emoy nnd der Scetruppen nur wenig ab. Also, der erwähnte Goyverneur hat die Angelegenheiten von Emot) über cin halbes Jahrgelettet, und doch ersclieincg die Engländer kaum, so ist auch gleich Emoy verloren, und er zieht nch augenblicklich nach Tunggan und «chin kcu_n uruck, um dies Ö." bewahren. Er dumin und schwach, ohne ähtg eit; er kann den zolgcn seincs Verbrechens nicht cntgxhcn. Wäre Emoy nurwieder gcnommen worden, so sollte unsere Gnade die strenge Strafe seines Ver- brechens erlaffcn, er würde aber um drei Stufen zu de radiren seyn und seinen Knopf und scinen Rang verlieren, jedoch im mte bleibrn- denn Scham könnte ihn vielleicht zu AnsiretxgunÉen errc cn, umcwte- der Ruf in erlangen, „worauf ihm dan_n seine hren w eder wurden verliehen werdcn. Allem tch sehe aus einem anderen [einer Berichte, daß er ankündigt, dic En [älchr hätten ihren Angriff nicht wieder erneuert. Dies ist nichts a :: cities Geschwäh und lxcrc Redxrei. Es ist nicht ein Wort wahr daran. Er hätt; jetzt berichten wussen, in wclcier Weise er scincn Plan zum An rtff und ziir Verttlgung dcr Engkiscben Stellungen entworfen habe, a etnxrhat keinen Entwurf aus- findig gemacht. Schändlick), schändlich smd seine unzusammeann- genden Univahrhcitcn; dicsxs Bcnchmxn beweist wahrlich, daß er keine Gunsi verdient und für keen Amt geeignet ist. Ich befehle deshalb, daß Yih-Pihtaou sofort aus dem Staatsdienst entlassen werde. Ack- tct dies. 121e Monat, ;;!e Tag.“ (1:4. Januar 1,842.) .

Ein nachträglicher Bericht von dem Prufungs:Kollegium lautet:

„Fm 8tcn Monate dicses Jahres lasen wir ebrfurcht8vo11 fol- gendes Edikt: „,-Diejexiigcn, wclche un ewdbnlicbes Talent und außerordentliche äbigketten besaßen und fir den Dienst gegen den Feind brauchbar ind, erhalten Erlaubniß, sich in die Lager zu bege- ben und als Freiwillige einzutreten. Die mehr oder minder Brauch- barcn werdcn nachsichtig auchnommcn werden.““ . Emporblickcnd, ersehen wir die besondere Absichtdes Kaisers, 'weder diejenigen, welche sich in Geschicklichkeit bcrvortbun, noch dicicnigen, deren Fähigkei- ten mangelhaft find, zurückzuweisrn. Demgemäß kgm vor einiger Zeit Jemand, Namens Tschangmng, aus_ der Provinz Schantung gebürtig, in unser Amts-Lokal und [hegteMelttawKartcn vor, die wir bereits chrfurchtsvou zur Ansicht des Kaisers cmporgcschickt haben. Fer- iierhatLinxwanghxum, gebürtig aus der Provinz Ganway, der sich Rang erkauft, eine Abbildung verschiedener Jrecgsltüen vorgelegt, um die Barbaren zur Ruhe zu brmgen und ne ziir Unterwer ung _zu bewe- gen. Auch dies konnten wir Ew. Kaiserlichen Mair ät nicht vor- enthalten. Anein wir bcsor en, weiin dicser Befehl den Beamten und dcmVolke bekannt und ni t gchörtg geprüft oder verüandcn wird, so werden sic denken, das; alicihre Eingaben angenommen werden müssen- und sich ge enseitig nachahmend, werden sie in ihrxn Kriegsliüen alles Maß übers reiten und durch dieMcxnnichfalti keitihrer Vorsicllun en in Verwirrung bringen. Und ivenn keine Untexs )eidung ßattändet, w rd Yoße Belästigung entstehen *aus-„dcn zahlreichen Angahen, und diese

orgänge wcrden höchst unztemltch seyn. _ Ihre Minister haben 17ch

zusammen brraxhen und bcschloffen/ wenn irgend _etxte von diesen Vor- stellungen, die thncn zukommen, Wirklich für die Kriegssachen von Be- deutung ifi, dicse gebührend zu melden und chrfurchtsvou die Kaiser- liche EntscheiduuzZ zu erwarten. Oder wen,n i_rgextd ein Plan zur Bewachung dcr_ knie, auf _Treue und Aufrichtigkeit begründet, 1: unserer Kenntnis; gebracht ward, oncn wer den Urhebern Befehl cbcn, ihn selbst an Ort und Stelle mitzutbctlen. So werden ta- entvollc Männer cine guteA_yfmunterung erhalten und dem allmä- ligen Zunehmen mäßiger, itnnloscr und_ unbegründeter Angaben vor ebcugt werdcn. Decs__nnd uns_crc cmfältigcn, unbedeutenden An ichtcn, die wir, mJTgZen ne vexnüpsttg seyn odcr nicht, ebFurchtß vou berichten. Der * illc dcs Kaner; isi eingetroffen. Er i zu den Akten genommen. Ute Monat, 130 Tag.“ (25. Dezember 1841.)

Inland.

Benrath, 3, Sept. (Düsseld. Z.) Heute Mikka gegen halb „[ eUhi' trafen Ihre Majestätm der König und die dnigin, aus Duffeldorf kommcnd, auf Schloß Benrath ein. Nachdem eine Anzahl Herren von hier und aus der Umgegend die Ehre hatten, vorgestellt zu werden, begann das großeDiner, zu Welchem gegen viertchaldhundertEinladungen befohlen worden waren. Die Wkehrzahl bestand außer den höchsten und hohen Gästen, aus Herren vom Militair, den hier anwesenden Vorständen der Civil: Behörden und yielen aengesehenen Privaten. Den Ober:Bürger: meisierii der Stadte Dusseldorf, Elberfeld und Barmen war eben: falls die Ehre der Einladung zu Theil geworden; das Diner dauerte gegen zwei Stunden. Um 5 Uhr derließen die König: [ichen Herrschaften das' Schloß, nachdem Allerhöchstdieselben vor: her besondxrs dein Burgermeister Leven Allerhöchstihre vollkom- mene Zufriedenheit mit dem Aufenthalte in Benrath, so wie mit den getroffenen Andrdii'ungen der Ortsbehörde, zu erkennen ge eben hatten. Zhre Mujesiaten der König und die Königin begr ßeen bei der Abfahrt nach Köln in huldvolier Herablassun die ]ubelnde Bevölkerung und nahmen die Segenswünsche derselßen mit sich.

Köln, 8. Sept. (Rhein. Z.) Der ernste und erxabene Moment, in welchem durch die großartige Feier am bevorske enden Morgen das Zeugniß der Deutschen Eintracht vor den Au en der Gegenwart und zur Erinnerung spätester Zukunft fich o en- baren soll, hat schon seit Tagen und Wochen die ihm angemesse- nen Vorbereitungen veranlaßt. Heute nun, als am Vor- abende der neuen Grundsteinlegun zum Fort- und Aus- bau unseres Domes tritt die Th tigkeit und Sorgfalt fü!“ die würdige Ausführung des großartigen Festes schon 94"! bestimmt und klar hervor, nicht blos in den äußeren Zurüsiungen, sondern ganz vorzüglich in der fkkUUSm B'- wegung und Aufregung unserer Bürger, 1" dem vo: Stunde zu Stande anwachsenden Besuche der" Fremdändau

den näheren Umgebungen, so wie aus den entfernte “' L ““"“

Der Mittelpunkt der ganzen Bewegung, der Gegen and der Ge:

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