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„Fu Nicdcr-Kanada gab es bisher eine Britische und eine Frau-
zdiische Partei, in Ober-Kanada Reformer und den sogenannten Fa- milicn-Kompakt der Ultra-Jriiiokraten. Außerdem aber waren in der oberen Provinz Viele, die nicht den Grundsätzen und Anfichten dcr Reformer anhingcn uiid dennoch der Macht und dem Einfiuffe des Familien-Kompakts widerfirebten. Unter diesen hat, wenn auch nicht immer, so doch _neucrdin s, Sir Allan Mac Nah eine bedeu- tende Rolle gespielt, ja man _qnn ihn als das Haupt derselben be- trachten. Die Macht des Famtlren-Kvmpakts war zum großen Theil schon durch Lord Sydenbam gebrochen worden, denn sein Syßcm machte es no_ibwendt , daß alle Regierungs-Maßregeln von ihm selbß eniworren, ge eitet u_nd überwacht wurden; aber die Ta- lente, die Erfahrung und die hohe Stellung der mit jenem Kollek- tev-Namen bezeichneten Männer aden ihnen natürlich dcssenunge- achtet bedeutcydes Gewicht uiiter ?einer Verwaltun , und bis auf die ncueüchtt bekleideten uc fortwährend die wchtigßcn Aemter in der „yeretnigten Koloniaq Einige Zeit vor der Versammlun des Kanadncben Y_arlaments erfuhr man, daß abermals ein Versu ge- macht werden ioae, den Emßuß dcs Familien-Kompakts xu schwcxchen, und als Mittel dazu wurde eine Vereinigung der Französischen Partei, der Reformer und, der Partei, welche Mac Nav leitete, behufs Durchsetzung eines Mißtrauens-Votums im Parlamente gegen die Regierung oder vielmehr gegen den vollziehenden Rath, in Vor- schlag gebracht. chübt, dcr unangenehmen Lage auszuwächen, in Welche es sich vcrsrizt gesehen haben würde, fans dieses Unternehmen geiungen wäre, und von dem Wunsch geleitet, tn den Augen der NiederrKanndier liberal zu erscheinen, war es dem Kabinet sebr darum zu thun, Vorstehts-Maßrcgeln zu ergreifen, und es schlug daher dem Grncral-Gouverncur vor, den der liberalen Partei ange- hörigen Herren Baldwin und Lafontaine Anträ e wegen Eintritts in den vollziehenden Rath zu machen, Es wurden i neu auch wirklich von dem General-Gouvcrncur die Stellen yon Gencral-Anwalten respektive im weiiiichen(Ober-Kanada) und östltchen ZNiedcr-Kanada) Theil der Kolonie mit Sitz und Stimme im vollzie enden Rath angetragen, weichc von den bisherigen Inhabern, den .Herren Draper und Ogden, weil sie mit der neuen Politik der Regierung sch nicht einverstan- dcn erklären wollten, eräumt worden waren, In dem vom “13. September datirtcn S reiben, in welchem Sir Charles Bagot dicse Anträge machte, erklärte er anz offen, daß es seineAbiicht sey, den Französischen Theil der Bev kerung von Niedcr-Kanada für seme Regierung zu gewinnen, nndmachte zugleich in Betreff der Besetzung mehrerer untcrgeqrdnctcn Posten der Verwaltung der liberalen Par- tri solche Konzessionen, daß an der Ernülichkeir seinerAbffcl)tcn kein Zweifel gehegt werden konnte. Ntchtsdcsiowemger gingen die Her- rcn Baldwin und Lafontaine anfänglich nicht nur auf die ihnen _ c- machtcn Anträge nicht cen, sondern der Ersigcnannte brachte o- gar das vor der Zusammenkunft des Parlaments beschlossene Mißtrauens-Votum in dem Versammlungshausc in Vorschlag/ als Amendemcnt zu der Antworts-Adresse auf die Eröffnungs- che, und veranlaßte dadurch eine längere Debatte, welche da- mit endigte, daß sich das ganze Haus zum Ausschuß konstituirte, zur Untersuchung der vorgeschlagenen Motion. Jm Ausschuß ging es ebenfalls sehr lebhaft her, und dee Stßung endete, ohne daß ein deffnitives Resultat zu Weiqe gebracht worden wqr. Die Furcht vor dem Mißtraucns-Votum chemt indeß die RegierunZ zur Wieder- aufnahme der Unterhandlungen niit den Herren Bai win und La- foiitaine bewogen'zu haben, und diese führte endlich dahin, daß diese beiden Herren die ihnen angebotenen Stellen am 16. September annahmen, wie es „heißt, auf a11Sdrüchliches Verlangen ihrer Partei, worauf denn die U]! Versammlungshause beantragte Mißtrauens- Motion in ein Vertrauens=Votum verwandelt wurde, welches mit 51 gegen 5 Stimmen durcheging.“
Herr Baldwin gilt fur den Haupt:Repräsentanten der Re- former von Ober-Kanada, Herr Lafontaine für den der Französ- schen Partei in Niedcr-Karada, in deren Pläne er während der lehren Znsurreekion so tiefverwick'elt war, daß dieRegierun einen Preis von 500 Pfd. auf seine HabhaftWerdung gesehthatte. och entschiedener als durch diese Ernennungen hat Sir Charles Bagokübrigens seinen Wunsch, die Rieder-Kanadierzu versöhnen, dadurch aUSgesprochrn, daß er die Ernennung eines Herrn Gironard zum General-Proku- rator in Nieder-Kanada gestattet hat, wenn es wahr ist, was derN ew - York CommercialeAdvertiser erzählt, daß dieserHerrGiro- nard einer der Hauptfuhrer der Znsurgenten bei der Vertheidi ung von St. Euskache geWesen ist, dessen Erstürmung so großen en- schen-Verlusi verursachte. Endiich melden die leßten Berichte aus Kanada, die bis Ende September reichern, noch, daß binnen we: nigen Tagen eine Generai-Amnesiie verkundet werden solle. Es ist auch die Rede davon, den Sixz der Kanadischen Regierung von Kingston nach Nkontreal zu verelegen. Die Einschiffung der Gar- den nach England sollte unverzuglich erfolgen.
Dänemark.
Kopenhagen, 17. Okt. (Alt. Merk.) Die Eröffnung der Zütischen Stände-Versammlung hat zu Wiborg am 12ten, nach vorherigem öffentlichen Gottesdienst in der Domkirche, wo Bischof Tage-Mülier eine Rede über Coloss. 3, 17 hielt, siattge: funden. Außer dem Königl. Kommissarius, S1“.Excel1enz den Geheimen Staats:Minister und General:Procureur Oersied und seinem Secretair, Auditeur Dahlsiröm, waren von den 55 Mit- gliedern der Skände-Versammlung 51 zugegen. Nachdem der Königl. Kommiffarius mit einer Rede die Versammlung eröffnet hatte, bei deren Schluß dem Könige von derselben ein Lebehoch gebracht wurde, bemerkte derselbe, daß von den vier Pläßen in der Versammlung, Weiche noch unbeseßk seyen, meh: rere noch beseßt werden dürften, und zwar theils von Sup- pleanten, theils von den Abgeordneten selbst. Hierauf ward auf den Antrag des ältesten Mitglieder; der Versammlung zur Wahl eines Präsidenten geschritten, wozu der Höch|egerichts-Asseffor Bruun mit 48 Stimmen gegen 8, die dem Kammerjunker Lütti- NNZ zugefallkn waren, gewahlt wurde. Demnächst veranlaßte der xrasident die Wahl eines Vice:Präfidenten, die mit 89 Stim- men me den Kammer]un_ker Lüttichau fiel. Zu Secretairrn wur: de," Logatwns-SIKM HWI, mit 37 Stimmen, und ( usiizrath FUOYSÄZYFÉZ YZisrknmen,_ u2nd zu Redacteuren der St nde:Zei-
kl“, Mi * c,"- ' 2 mit 24 Stimmen, gewähltt. 6 Cttmmen, und Professor Larsen, 3" der IWM?" SÖSUUJ trug der Abgeordnete Wulff auf Gegen diesen Antrag, der von
eine Adresse gn Se. Majestät an. mehreren Seiten unterstüßt wurde, machte namentlich der Bischof Schwierigkeit,
ZZIL-MÜUST die diFLrYkendJ Ansichten und die
1 zu vereinigen, ge ten . er Ab eordnete . fich zwar fur eme Adresse aus, erkläJte aber, YZ [::“axaßeispkler Dank-Adresse mi Sinene habe, sondern nur eine Adresse worin die Versamemlutzg die Wupsche und Anfichten der Nation “ausspreche Der Konigliche Kommissar wollte dagegen nicht zugeben daß dj; Petitionene der leßten Versammlung in dem Bescheid de;; Könj 1; keine Beruckschtigunq,gefunden und daß Grund zur Klage in dä- ser Rüchficht sey. ' Eine Adresse hielt er freilich nach der Praxis- die fich gebildet, fur passend, aber nichrfüe-e nothWendjg und „n,; kannte nicht die große Schwierigkeit, sich uber die Fassung einer solchen zur Zufriedenheit auch nur der großen Mehrzahl der Ver: sammlung, die eine neue sey, zu verständigen.
Deutsche Bundesstaaten. Donaueschingen, 12. Okt. Gestern Mittag traf Zhre
2150
ier ein und e te na kur em Au ent alt i re Rei e a e [[ Zber Schaffhxubsm HZ. 3 s h h s n ck I a en
Homburg vor der Höhe, 16-Okt. Se. ochfür li e Durchlaucht der souveraine Landgraf haben den Frei erm ALolth von Holzhausen zu Frankfurt a. M. zu Höchskihrem Wirklichen GeZeimen Rath und Bundektags-Gesandten, unter Beilegung des Pr dikats „Excellenz“, zu ernennen geruht.
*l- Luxemburg, 15. Okt. Schon gestern Abend Wurde auf dem Parade-Plaße vor der Hauptwache, zur Vorfeier des Geburts- Festes Sr. Majestät des Königs von PreUKen- der große Zapfenstreich geschlagen. Heute Morgen verkündete der Donner der Kanonen vom Haupt-Wau und den der Fesiung zunächiklie enden Außenwerken den Anbruch des festlichen Tages, Die Musi des 39sien Infanterie- Regimmts spielte, als nach der Reveille die Hauptwache zum Morgengebet ins Gewehr getreten war, einen Choral. Um halb 10 Uhr begann der Gottesdienst in der Garnison-Kirche, wo- bei das Offizier-Corps der Garnison und Deputationen aller Trup- pentheile zugegen waren. Der Prediger Fixhrer hielt hier eine wahrhaft ergreifende, von patriotischen Gefuhlen durchdrungene Rede. Die darauf folgende Parade der Garnison, wobei, außer mehreren höheren Geistlichen und Professoren des Athe- näums, der Bürgermeister im Geleit von Magistrats-Personen und fast alle Civil:Behörden in Galla-Uniform zugegen waren, fand um 12 Uhr Mittag auf drm Glacis vor dem Neuthor statt und'wurde vom Regiments:Commandeur des 39sien Infanterie- Regiments kommandirt. Den Augenblick, in Welchem vor dem unmittelbaren Beginn der Kamot, während die Truppen das Gewehr präsentirten, Sr. ajestät das Lebehoch gebracht wurde, gab abermals Kanonendonner 1: erkennen, der fich bis zur Been- digung des Defilirens der ruppen foreseßte und sich bei derselben Gelegenheit während des Diners wiederholte, das Se. Durchlaucht der Gouverneur Nachmittag gab und wozu die Civil-Autoritäten, sämmtliche Stabs-Offixiere und ältesten Offiziere der niederen Chargen vom Capitain abw rts geladen waren. Der Rest des Offizier-Corps speiste unter Vorsiß des äitrsien Haupt- manns für fich im Kasino._ Des Abends waren sämmtliche Mi- litair-Gebäude und alle Offizier-Wohnun en der Stadt illuminirt. Die vielen Transparente, welche man ierbci angebracht hatte, gaben, wenn auch weniger prunkvoll, doch um so herzlicher, hier und da auf eine recht sinnige Weise, die Liebe der Soldaten zu König und Vaterland zu erkennen. Jene wurden an diesem Tage besser als gewöhnlich bewirthet, und hatten in ihren Ka- sernen des Abends Tanzmufik.
Diejenigen Offiziere des Bunder-Kontin entes, Weiche fich bishrr hier aufhielten, haben vor einigen Tagen den efehl erhalten,sich nach Diekirch zu begeben, wohin fie sogleichabreisen. Wie es heißt, fiehtman dem baldigen Eintreffen der Konskribirten dort ent egen, worauf die Organisirung beginnen soll, und zwar soll die nfantcrie nach Echternach nur einige Hundert Mann, die Kavallerie 80 Pferde stark“ nach Diekirch zu liegen kommen. Gestern traf der Preußi- sche anenieur:Obersk From, 2ter Bevollmächtigter bei der Mili- tair-Bundes-Kommisston, hier ein, um im Auftrage des hohen Deutschen Bundes die hiesigen Baulichkeiten, Magazine, Aufbe- wahrungsräume und ausgeführten Fortisications-Arbeiten zu befieh- tigcn. Derselbe wird den 18ten Nachmittags wieder abreisen.
Oefierreich.
Juuöbruck, 12.“ Okt. „Gestern Abends trafen hre Kaiser- liche Hoheiten dir Großfüriiin“Marie von Rußland, erzogin von
Leuchtenberg, mit zwei Prinzessinnen Töchter und zahlreichem Ge- folge von Wien kommend hier ein, und seßten heute Vormittags gegen 9 Uhr die Reise nach Italien fort.
Schweiz.
Aarau, 16. Okt. So eben wird hier folgende Publication öffentlich angeschlagen: „Landammann und kleiner Nach des Kan- tons Aargau: Nachdem die Großherzoglich Badische Regierung mit Verordnung vom 29. September des laufenden Jahres, ver- kündet dureh das Staats: und Regierungsbiatt vom Iten d, M., die für Schweizer-Käse, Schweizerischen Obsimosk (Eider) und Schweizerischen Essig bisher bestandenen ermäßigten Zoll:?insäxze vom 15. Oktober d. I. an aufgehoben und an deren Stelle fur die EinftYr der benannten Ge enstände längs der hierseitigen Kanton: ränze die volle tarifm ßige Eingangs-Abgabe eintreten ließ, wodurch die Einfuhr in das Großherzogthum unmöglich e- worden; so haben wir uns im diesseitigen Staats - “ n: teresse zu Gegenmaßregeln veranlaßt gefunden und demzufolge verordnet: I, 1. Die Einfuhr von Badischem Wein, Badischem Bier, Badischem Essig und Badischem Mehl in den Kanton Aar- gau ist vom 15ten d. M. an ßänzlich untersagt. I, 2. Hingegen ist die Durchfuhr dieser vor enannten Gegenstände durch das Aargauische Gebiet in andere Schweizer-Kankone nach den bishe- rigen Tarifsäßen und unter besonders schüßenden Maßnahmen gestattet. I. 3. Als Eintritcs-Stationen smd bezeichnet: die Zoll: Aemter von Kaiserstuhl, Zurzach, Koblenz, Laufenburg, Säckinger- Brücke, Rheinfelden, Aarau und Aarburg. I. 4, Die Finanz- Kommission ist mit der Vollziehung dieserVerordnung beauftragt. Gegeben zu Aarau, den 14, Wein:Monat 1812.“ (Folgen die Unterschriften.)
Italien.
Rom 11. Okt. Se, Heiligkeit der Papst ist heute im besten Wohiseyn von Castel Gandolfo nach dem Quirinus zu: ruckgekehrt.
Spanien.
© Nkadrid, 10. Okt. Heure tritt Zhre Majestät die Kö- nigin Isabella 1]. ihr 13tes Lebensjahr aq , und demnach würde, falls die Civilgeseße des Landes auch auf die Inhaberin der Krone ur Anwendung kämen, die von dem Herrn'Arg-uelles qefuhrie Formundschaft heute ihr Ende nehmen und die Konigm fich frei- wiliig einen Kurator zur Verwaltung ihres Vermögen? wählen dürfen. Insofern die öffentliche Meinun sich durch die Presse ausspricht, ist bisher die Gültigkeit dieses echtssaßes von keiner Seite her an efochten worden, wohl aber die Anwendbarkeit des- selben. Alle lätter sind der Anficht, daß die Königin von heute an in bürgerlicher Hinsicht mündig Werde, und nur ein einziges, das in enger Verbindung mit der Regierung steht, macht dabei, und wohl mit Recht, die Bemerkung, daß der Staat, so wie die Königin selbst, ein zu wesentliches Interesse an der Fortdauer der Vormundschaft hätten, um hier die Anwendung des rivatrechtes eintreten zu lassen. In voriger Woche fand eine an erordentliche Berat schlagung der Minister unter Vorfiß des Regenten selbst statt, zu Wo eher auch die zuleht abgegangenen Minister Gonzalez, Zn- sante U- 1"- w. ugezogen wurden. Es heißt, die Frage we en der Fortdauer der ormundschast habe den Gegenstand dieser erath- schl“ "" ausgemacht, Und sey einstimmig so entschieden worden,
Durchlaucht die Frau Fürstin von Liegniß, von Baden kommend,
wie ie öchsien Interessen der Monarchie es erheischen. Cs lei-
det daher keinen Zweifel, daß Herr Arguölles im Befiße der Vor- mundschaft über die Königin erhalten werden wird, wenn es gleich den Anschein hat, als ob die Regierung gesonnen wäre, diesen Ge enstand obenein in den Cortes zur Sprache zu bringen. In die er Beziehung sa t ein unabhängiges Blatt, der Correspon- sal, Folgendes: „ ir wollen gern ztlrlgeben, daß diese Angelegen- heit in den Cortes erörtert werde, a ein durchaus nicht, damit diese entscheiden, ob es der erlauchten Minderjährigen zustehe, von dem Rechte Gebrauch zu machen, welches das bürgerliche Recht ihr zuerkennt, sondern nur damit ste die Art fesiseßen, in der der Wille Ihrer Majestät über diesen Punkt erhärtet werden könne, und die Vorfichesmaßregeln zur Wahrnehmung der Zn- tereiHn der Krone, die nicht die persönlichen der Königin findeund der erwendung der der Köni in ausgeseßten Dotation verfugen. Aber die Hauptfrage, die der rnennung des Kurators und Been- digung der Vormundsechaft, zu entscheiden, sieht nicht den Cortes, sondern den Gerichishofen zu, und in dieser Hinsicht begreifen wir nicht, Wie uns diejenigen widersprechen wollen, welche das Recht des Aufstandes gegen ein durch die Cortes votirtes und durch die Krone sanctionirtes Geseh für heilig erklärten, weil es nach der Meinung der Znsurgirten einen Artikel des Grundgesetzes umftieß.“
Man hatte sich hier ziemlich allgemein der Hoffnun hingege- ben, daß die Regierung dem heutigen Tage durch'Erlas7ung einer mehr oder minder ausgedehnten Amnestie zu Gunsten der durxh politische Ereignisse in das Ausland getriebenen Spanier eine ho- here Bedeutung beilegen werde. Diese Erwartung ist getäuscht
worden. Es ist nichts weiter als ein Dekret erschienen, kraft des- sen die noch gegenwärtig in Zuchthäusern und Gefängnissen be- findlichen Karlisien in die Amnestie einbegriffen werden, welche die provisorisqhe Regentschaft am 80. November 1840 u Gunsten einer gewassen Anzahl der früheren Vertheidiger des ZIM Carlos
erließ.
Uebrigens smd die hergebrachten Festlichkeiten zur Feier die- ses TagesFämmtiich unterblieben. Während der Regentschaft Marie Christinen's fand am Geburtstage der Königin [iets eine glänzende Cour siatk, welcher auch das diplomatische Corps bei: wohnte. Auch diese hat nicht stattgefunden, wie es heißt, schon deshalb nicht, weil die Königin von keinem weiblichen Hofstaat uingeben i . Der Vormund weigert sich nämlich, eine Hofmeiste- rm Und uberhaupt Hofdamen, wie die herkömmliche Etikette er- fordert, zu ernennen, .
Dagegen wurde vorgestern in der Kapelle des Königlichen Palastes ein Tedeum gesungen, um dem Himmä für die Rettung der Königin und der Infantin aus den Gefahren der Nacht des 7. Oktobers vom vorigen Jahre zu danken. Der Reg?"t begab sich in einem vierspännigen Staatswagen und unter einer Bedeckung von 50 Mann Kavallerie in den Palast, und nahm in der Kapelle den unter einem Thronhimmel stehenden, unter dem Na- men ];1 coriina bekannten Lehnsessel ein, auf den sich, der Sida- nischen Etikette gemäß, nur der regierende König imd 111cht em- mal dessen Gemahlin sehen darf. Nie hat die Konigm Marte Christine als Regentin auf diesen Plaß Anspruch gemacht, Die Königin Isabella befand sich vorgestern bei dieser Gelegenheit in einer Seiten-Tribüne. Die Minister nahmen ihre Siße auf der bisher den diensithuenden Grunden besiimmten Bank. .
Der Infant Don Francisco befindet sich seit dem 5ten mit seiner Familie in Saragossa, wo er, wie es heißt, den Winter zu: bringen wird.
Die „Regierung hat, wie ich höre, den Herrn Carnerero, be- vollmächtigten Minister bei der Schweizerischen Eidgenossenschxfß den man hier erwartete, durch Zusendung eines Theiles seinerruck- ständigen Besoldung in den Stand geseßt, auf seinem dortigen Posten zu verbleiben.
Nachschrift. Diesen Abend erfahre ich, daß die Witkwe des Generals Mina, die bisher Gouvernantin der Königin war, die Grandeza erhalten hat und zur Oder:»Hofmeiskerin Zhrer Ma- jestät ernannt worden isi.
H Paris, 17. Okt. Die schwierige Baumwollen:Frage scheint Spanien für die nächste Session der Cortes schwere par- [amentarische Stürme und vielleicht noch erniiiiche bürgerliche Ge: fahren vorzubereiten. Man weiß, daß die industriellen Interessen der beidenProvinzen Catalonien und Andalusien geradezu entgegen- geseßt sind, daß Catalonien von seinen Fabriken lebt und deshalb dem Systeme der Schußzölie anhängt, während Andalusien ein acker- bauendes Land isi, das namentlich im Auslande den Absatz für seine edlen Weine sucht. Daher denn beständiger Kampf dieser beiden Provinzen um das von Spanien zu befolgende Handelssystem, Die Spanisxhe Regierung scheint der Idee der möglichsten Erwei- terung der Handelsfreiheit zugethan zu seyn, wie dies auch in ei: nem ]eßt eben veröffentlichtenBriefe des bekannten Andalusischen Deputirien, Herrn Sanchez Silva, bestätigt wird. Das genannte Kongreß:Mitglied versichert in dem fraglichen Schreiben, daß die kombinirte Baumwollen- und Wein-Frage, dem Wunsche der Re: gierung gemäß, in der bevorstehenden Session der Cortes im Sirme des Andalusschen Interesses gelöst werden solle. Zn Cataiomen nun bemächtigt man sich sogleich dieses Briefes, um ihn wre ein Lärmsgnal für die Gewerbrreibenden und für alle Pqtrioten des Fürstenthums zu gebrauchen. Die Barceloneser Blatter rufen namentlich die Deputirten der Provinz auf, sich eilig aufihren Posten nach Madrid zu verfügen, um den Andalufischen Machinationen enr- gegenzuarbeiten und um jedenfalls gieich bei Eröffnung der Cortes zugegen zu seyn, damit nicht etwa durch Ueberrumpelung em der Catalonischen anuskrie verderblicher Beschluß durchgese§t Werde. Die Leidenschaftlichkeit, mit welcher man diese Sache atszaßk, und die sich allerdings zur Genüge dadurch erklärt, daß dlesk'lb? eine Lebensfrage für den gan en Wohlstand der Provinz einschließk- wird natürlich von jetzt an is zur Entscheidung der Zoll-Angcle- genheit durch die Legislatur immer steigen.
Der General Zurbano ist am “7ten aus Gerona ausgerückt, um eine Bande zu verfoi en, welche esich eines? jungen Advokaten aus reicher Familie bemä tigt hat, fur den sie 600 Gold:Unzen Lösegeld verlangt.
Inland.
_ _ Greifswald, 16. Okt. Das Geburisfest unseres allvrrehrten Königs ist auch in diesem Jahr auf der hiesigenlini- versität feierlich begangen worden. In der Aula des Universitäts- Gebäudes vor einer sehrzahlreichen Versammlung, die, außer dem akademischen Personal und den Studirenden, aus Mitgliedern der hiesigen höheren Behörden, des OfßzierCorps und vielen gebildeten Einwohnern der Stadt bestand, druckte der Redner des : estes, der Professor Erichson, die gemeinsamen Gesmnungm und Wunsche aus und knüpfte daran die Entwickelung des für diese Rede besonders gewählten Thema's: „Ueber unsere Zeit als ein Zeitalter der Ge- gensäße.“ _ Nach einer, mit Musk erfüllten Zwischenpause wur- den die Urtheile der vier Fakultäten über die eingegangenen dies-
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Englands Anleihe- System und Sir Nobert Peel's
jährigen Preisschriften der Studirenden, so wie auch die für das Nächste Jahr gestellten neuen Preis-Aufgaben bekanntgemacht. Preise wurden zuerkannt: 1) von der theologischen Fakultät dem Theologie Studirenden Theodor Weberaus Berlin, die Hälfte des ordentlichen Preises; 2) von der nsten-Fakultät dem die Rechte Studirenden Otto Rudolph rüger aus NeuZRuppin, der ganze ordentliche Preis (40 Rthlr.); Z) von der medizinischen Fakultät dem Medizin Studirendm Bernhard Damme aus Westphalen, und dem Medi in Studirenden Hermann Backer aus Westphalen, jedem die H lfte des qrdentlichen Preises; 4) von der philosophischen akuleät dem PhiloloJie Stydirenden H. W. Ro tter aus Dresden f r die Lösun der p ilologischen Auf abe, und dein Mathematik Studirenden Friedr. Arndt aus , ommern fur die Lösung der mathematischen, jedem der ordentliche Preis und außerdem noch, wegen der Vorzüglichkeit beider Arbeiten, die Hälfte einer bei einer früheren Gele enheit unverwendet gebliebenen und jeht der philosophischen Fakult t zur Vertheilung zu Gebote stehen- den halben Prämie, im Ganzen 50Rthlr. _ Die ganze Handlung wurde mit einem auf die Melodie: „Heil dir im Siegerkranz“ ge- dichteten und von den Scudirenden ausgeführten_Gesange ge-
schlossen.
Einkommen: Steuer.
“[in: lncomc “l'ax Jet, epitomixeä am] zimxxiiüeä [- William Wieljolgou ]qu1. 110011011: 5111101, [5- cier & Comp. 1842.
1711111110111] Statemant of" 511" Robert keelin 111131101158 ol' (201111110115, 17111137, Marcb 11. “1842. 110110011.
D. A. Benda, Robert Peel's Finanz :Syskem tc. Berlin, 1842. Bei A. Hirschwald.
Zweiter Artikel. (Vergl. Staats - Zeitung Nr. 286.)
Wir haben in unserem ersten Artikel, als eine Folge der bis auf die äußerste Spihe getriebenen Ausbildung des Anieihe-Sysiems, Englands unheilvolle Finanzlage und seines Volkes Elend unter der ungeheuren Last der Steuern gezeigt; wir haben auch schon im Allgemeinen das Mittel angedeutet, von dem es seine Rettung er- wartet, die Einkomnzen-Steuer, und es bleibt uns daher nur noch ubrig, das eigenthumliche Wesen und die Wirkung dieser außer- ordentlichen Maßregel des gegenwärtigen Ministeriums, die doch eme neue Steuer zu den vielen alten noch hinzubringt, näher zu untersuchen.
Jede Regierungs-Maßregel hat ihre unmittelbare Veranlassung. Daß die Emkomwen-Steuer oder irgend eine andere außerordent- liche Maßregel, die W demselben Resultat führt, nothwendig frü- her oder später erscheinen wußte, lag in den Verhältnissen des Lan- des und der eFinanzen begrundet; daß sie aber gerade jeht ins Le- hen trat, dafur haben wir den unmittelbaren Grund in der sieben- ]ahrigen, den schwierigen Verhältniffen nicht gewachsenen Verwal- tung des abgetretenen Whig-Minisieriums zu suchen. Die Whigs behaupten zwar, daß das neue Ministerium von ihnen seine Grundsäße entlehnt habe, aber solche Behauptungen smd grundlos. Es sind allerdings dieselben drei großen Gegenstände, die Korngeseße, der Zoll-Tarif und die Staats-Einnahme, die Sir Robert Peel reformirt, an, denen die Whigs sich versucht haben, aber beider S sieme sind in allen Punkten durchaus ent egenge- seßt. .Die W 195 wußten weder, was zu thun, noch w e es zu thun war. Sie sahen SchwieriZkeitem wo keine existirten, und leg- ten heil: und rathsamen Vorschl gen Gefahr und Vernichtun her- beiführende Grundsäße unter. Ihnen war der Werth gemä igter konservativerMaßregeln fremd; Alles, was ste thaten, erregte auf der einen Seite den größten Enthusiasmus und auf der anderen die bittersien Beschwerden. Zur Rechtferti ung dieser Ansicht mag nur die unpolitische und unzeitige Hera seßuyg des Post- portos, eine Maßregel an fich wohlthätig und fur eine andere Zeit als damals vortheilhafk, die aber dem Staate in jenem Jahre die äußerst nothwendigen 115 Millionen Pfund entzog, und- dann noch der Aufschlag von 5 pCt. auf Zölle und Accise angeführt werden, der statt der erwarteten 1,895,000 Pfd. nur 206,000 Pfd. brachte, also Z pCt. statt 5 pCt., während die Minister und ihre Partei zu gleicher Zeit zwei durchaus entgegengesehte Doktrinen predigten _ die eine, daß die beste Art, um die Einnahme zu sei- gern, den Zoll-Tarif niedriger zu stellen wäre, die andere, daß der Zustand des Landes eine große Minderung der aus den Eingan s- Zöllen fließenden Einnahme erfordere. Ganz anders zeigen ich die Maßregeln des gegenwärtigen Ministeriums Peel; man be- mrrkt durchweg ein unerschütterliohes Fesihalten an einem bestimm- ten SysteMe politischer Grundsähe, Grundsäße, die ihm in seiner eines Ministeriums würdigen Stellung, als parteiloser Schieds- richter über die streikenden Meinungen und Interessen, die Be- wunderung und Achtung und Wohlgesinnten des Landes ge- wonnen haben. Es trat diese Verwaltung unter schlimmen Auspizien an. Denn ihr lag es ob, die Wunden zu heilen, welche die Whigs dem Lande eschlagen, vorAllem das den Ruin des öffentlichen Kredits herbei?ührende Defizit in den Finanzen zu decken. Die Whigs fanden im JZ“ 1836 ein Plus von nahe an 3 Millionen (2,918,673 Pfd. t.) vor, das der Herzog von Wellington bei seinem Austritt gegen Ende des Jahres 1830 hin- terlassen hatte. Dieses Plus verwandelte das Ministerium Mel- bourne durch die doppelte Operation der Ver rößerung der Aus- gaben und Verringerung der Einnahme allm lig in ein Minus, welches von Jahr zu Jahr so anwuchs, daß es im lehren Jahre seiner Verwaltung die Staatsschuld um die enorme Summe von 7,500,000 Pfd. vermehrt hatte. Für das laufende, mit dem April endende Jahr 1842 betrug das Defizit 2,850,000 Pfd. St. Für das Jahr 1843 2,570,000 Pfd. St., exclusive der Kosten für die “Kriege im Osten, die auf Summen geschäßt Werden, welche das jährliche Defizit, bis auf 4 Millionen steigern.
„Sollen wur“, so sprach Sir Robert Peel im Parlamente am 11. März c., „sollen wir beharren bei dem Systeme, das seit einigen Jahren hier Anwendung fand? Sollen wir in Zeiten des Friedens zu dem erbärmlichen Nothbehelf der Anleihen unsere Zu- fiucht nehmen? Sollen wir wieder das Ausgeben von Schahkam- mer-Scheinen versuchen? zu den Sparbunken uns wenden? Sollen wir zu irgend einem dieser Pläne zurückkehren, die nichts Weniger und nichts mehr sind als neue Vermehrung unserer Schuld?
„Wir haben ein Defizit von 5,00()„000 für wei Jahre zu decken. Giebt es eine Aussicht, auf gewöhnlichem ege den Ver- lust wieder gut zu machen? . . Könnt ihr im voraus eine Möglichkeit ausfindig machen, den Betrag der Ausgaben furs nächste Jahr zu verrin ern? Ich finde nicht heraus, daß solches der Fall seyn kann. sk dies ein geleYentliches zufälliges Defi it, dem ihr auf leichte Weise vorbeugen k nnr? Ist es _ ein De zie
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elegentiiehes. Im Jahre 1838 beim es 1,428,000 Pfd. St.; ?ür 1839 war es 430,000 Pfd. St.; f r 1840 war es 1,457,000 Pfd. St.; 1841 stieg es auf 1,851,000 Pfd. St.; 1842 auf 2334000 de. St, Die Summe des ganzen Defizite in diesen 5 Jahren eträgt 7,500,000 Pfd. St. Dazu füge ich noch das für das Jahr 1843 auf “4570000 Pfd. St. geschähee Defizit, Yee eipebn Gesammt-Ausfall in den Finanzen von 10,070,000 Pfd. . ie t.“ . nter solchen Umständen trat Sir Robert Peel ins Ministe- rium._ Er hatte keine Aussicht auf Ülfe, wenn er bei den ge- wöhnlichen Modificationen der Steuer elegun stehen blieb, denn die Whigs hatten Alles versucht, Steuern er öht und erniedrigt, aber durch beide Proceduren die Sachen verschlimmert. Die all- gemeine Noth war drückender geworden: vermehrte Ausgaben _ wachsende Gedrücktheit des Handels _ verschlimmern Lage der Arbeiterklassen _ Mangel an Arbeit und darum Mangel an Nah- rung _ Unzufriedenheit _ Aufruhr, fask Empörun . Es ist in der That ein großer Geiß, der durch Solche Schwie- rigkeiten einen Weg finden und se beherrschen konnte, ja, der noch dazu dadurch, daß er die Schwierigkeiten beseitigte, dem 5 exrtli- chen Kredit neue Sicherheit gewäZrte und den nationalen ulfs- quellen neue Entwickelungswege er ffnete.
Das vornehmste Ziel, die Basis der ganzexi Operation, be- stand darin, Mittel ausfindig u maehen, um die Einnahme mit der Ausgabe gleichzusiellen. (.rlassung der Steuern konnte es nicht, Vermehrung derselben eben so weni ,Procent-Aufschlag hatte, mit Ausnahme eines einzigen Males 18 0, immer ein ungünstiges Resultat gegeben; alies dies also verbot die gemachte Erfahrung. Was war also zu thun? In dieser Lage fand Sir Robert Peel in seinem esunden Verstande und Mathe, in der Mitwirkung und dem ertrauen seines Kabinets, des Parlaments und des Landes eine Antwort, die sich die Whigs nicht hatten einfallen lassen, die ihn so stärkte, daß er vor der Verantwortlichkeit und der vermeintlichen Unpopularität einer Ei 11 ko m m e n - S t e u e r nicht zu- rückzuschreken braucht. Eine Einkommen-Steuer und vielleicht nichts Anderes konnte En land aus seiner Noth befreien.!
Der Grundsaß einer inkommen:Steuer ist der, daß in unheil- vollen Lagen, wo das EiYenthum in besonderem Grade Jefährdet wird, es recht und natürlah ist, an das Eigenehumedie [nforde- rung zu machen, durch besondereLeiskungen sich zu schuhen. Soiche Lagen sind bisher nur im Kriege vorgekommen, aber eine zehnjäh- rige Whig-Verwalrung hat die Einnahme und den Kredit Englands in eine ernstlichere und dringendere Gefahr verseßt, als es der größte Krieg gethan. Das hinterlassene Defizit ist bedeutender als je- nes, weiches die erste Revolution in Frankreich verursachte; es ist ein Defizit, das die, Welche es veranlaßt, zu decken alle Hoff- nun aufgegeben hatten, das, wenn nicht getilgt, gleich einem KrelZsschaden die innere WirkÖamkeit jeder Gattung von Vermö-
en verzehren würde, Alles igenrhum in England war deshalb n Gefahr; das Land war in einem Kriege _ nichts von Afgha- nistan und China zu sagen _ gegen National-Bankerott begrif- fen, und Sir Robert eel ist dadurch Yinreichend gerechtfertigt, die dem Lande allein briggelqffene Hulfe von unbestreitbarer Wirksamkeit hervorgerufen zu haben.
Aber sein Gesch wird nicht_allein Jerechtferti t, sondern auch gepriesen, und das mit Recht. *Die W ederhersie ung des öffent- lichen Kredits ist allerdings sein erstes und vornehmstes Ziel, aber auch andere große und gefährdeteInteresen berücksichtigt es mit seltener Umsicht. England ist kein acherbauendes, sondern ein fa- bri irendes Land. Die Quelic seiües Rkthhums erwächst ihm ni t so sehr aus dem Boden__als aus,.dem Gewerbfleiß, der un-
und welche den Frieden und die Ordnung der Gesellschaft durch 7, enseitige Gefinnungen der Aufrichtigkeit und Leistungen wirk- icéer Wohxthaten befesiigt.
Wir wollen nunmehr das Gesetz selbst in seiner Eigenthüm- lichkeit näher beleuchten. Es ist einfach in seiner Struktur und eingreifend in alle Verhältnisse.
Die unter der Akte zu erhebenden Abgaben kbnnm unter fünf Rubriken gebracht werden:
]. Erstens ist das jährliche Einkommen oder der Gewinn aus allen Ländereien, Pacht- undErbgutern mit Inbegriff der Zehnten, der eistlichen, gut:;- und lehnsherrlichen Ab aben, des rtrags aus Stein- brücTen, Berg:, H tten :, Gas- und Wasserwerken- Kan len, der Fluß-Schifffahrt, Eisenbahnen, Docks, Wegegeldern und olchen Erträgen, die aus Lände- reien, Pacht: und rbgütern gewonnen werden, mit 7 Pce. für jede 20 Gl). (1 Pfund) zu besteuern. Ländereien, Pacht- und Crbgüter sind nach dem vollen jähr- lichen Ertrage oder Pachtzinse, wenn dieser 7 Jahre hindurch ge- zahlt ist, mit der Steuer u belegen; doch haben die Regierungs- Kommissarien darauf zu Yehen, daß dieser Zins mit dem Werthe der Grundsiücke im Verh ltniß steht.
Zehnten, weiche freiwillig dargebracht werden, Abgaben an Geisliche und Geldzahlungen anstatt solcher Zehnxen werden nach der Durchschnitts-Summe von dreiZahren dem Eigenthumer oder seinem Bevollmächtigten oder seinem Pachter besteuert, da egen wird die Steuer auf Zehnten, welche bedungen oder aus L nde- reien gezogen Werden, oder auf Renten und auf „anderen Geldzah- lungen siatt solcher Zehnten (ausgenommen sind die Entschädigungs- Zahlungen unter der Ablösungs-Akte) tzach dem Betrage des ver- flossenen Jahres gelegt, und zwar den jedesmaligen Inhabern der Ländereien, welche sie von der nächsien Zins- oder Zehntenzahlung abziehen können.
Ber;?werke werden nach dem durchschnittlichen Ertrage der fünf verf ossenen Jahre und, wenn dieser in Mißverhäitniß zu dem etwa gesunkenen Werthe derselben steht, nach dem des leßvergan- genen Jahres, und zwar da, wo die Gruben find oder die Pro- dukte verarbkiket werden, besteuert. Die Berechnung des Ertra- es ist anzustellen, ehe die Produkte, wenn eine Geseüschaft den
ergWerken vorsieht, unter die Theilnehmer verthetit smd, doch kann jedes Mitglied sich auch einzeln besteuern lassen.
Eisen:, Gas:, Salz-, Mann: und Wasserwerke, Steinbrüche, Kanäle, Flußschifffahrt, Eisenbahnen tc. sind nach dem Ertrage des verflossenen Jahres und in derselben Art wie die Bergwerke zu besteuern; und können die Eigenthümer oder Bevollmächtigten den Betrag der auf die Interessen, welche sie an Gläubiger zu zahlen haben, fallenden Steuer in Abzug bringen oder fie auch voll er- le en. 9 Pachter, die nach mündlichem Uebereinkommen der) Pachtzins zahlen, oder solche, die den Zins aufzubringen nicht 1111 Stande find, verfallen, wenn fie die ihnen abgeforderte Declaration schrift- lich abzugeben versäumen oder eine falsche angeben, in eine Strafe von 20 Pfd. und der dreifachen Steuer-Erle ung,
Wo der Steuer-Beleger mit den Anga en und Rechnungen nicht zufrieden esiellt isi, oder wo gar keine beigebracht werden, da soll er nach se nem besten Wissen und Gewissen verfahren. Steuer- frei smd unter dieser Rubrik die Theile der Univerfitäts-Gebäude, welche nicht Wohnungen smd, Hospitäler, öffentliche Schulen, Armen-Anskalten mit inen dazu gehörigen Gründen und zu wis- senschaftlichen Zwecken estimmte Gebäude. Auch die Renten von den Ländereien :c. der Hospitäler, öffentlichen Schulen und Ar-
gemeinen Arbeitsamkeit seiner Bewohner; es isi dort ein Manu- faktur-Syskem zu so riesigen Verhältnissen angewachsen, daß das Land an sich nicht genug produzirt, die mit angewaohsene Be- völkerung zu ernähren, und die Arbeiter-Kiassen werden bei einem Stocken des Handels der Manufaktur-Erzeugniffe dem Hunger preisgegeben, weil die Fabriken dann skill sichen. Neben der Ver- wirrung in den Staats-Finanzen hac sick) nun auch solche Ge- drücktheit des Handels der Manufaktur-Waaren gezeigt. Der Werth der Ausfuhr von Baumwollen-Manufakten betrug im Jahre 1810: 17,000,000 Pfd. St., im Jahre 1841 nur: 16,000,000 Pfd. St. Belgien, Frankreich und Deutschland haben angefan- gen, ihre Häfen den Englischen Fabrikaten zu verschließen; sie ver- rößerten dadurch die unmittelbare Niederlage der Gewerbklassen in England und Verursachten dort in den letzten vier Jahren eine äußerst drückende Steigerung der Armen-Taxen. Keine Regie- rung kann für solche Uebel, die mit dem Volke aufgewachsen smd, verantwortlich gemacht werden; man kann ihnen weder vorbeu- gen, noch sie gründlich heilen; selten nur zeigt fick) die Gelegenheit, wo sie weniger fühlbar gemacht werden konnen. Das Lehrere er- reicht Sir Robert Peel durch sein Finanz-Sysiem. Die Einkom- men-Steuer bringt ihm eine jährliche Einnahme von 4"; Miliio- nen, wodurch er das jährliche Defizit tilgt, den öffentlichen Kre- dit wiederherstellt und in den Stand geseht wird, das roße Ex- periment mit dem Zoll-Tarif vorzunehmen. Die 36 e werden danach ermäßigt, die Zufuhr dadurch bedeutender und die Preise niedriger. Einkommen-Steuer und Tarif hängen genau zusam- men; die erste bildet das Fundament des leßteren, und auch sie Hätte nicht durchgeführt werden können, wenn nicht das Land der eugt worden wäre, daß die Zustände der gewerbtreibenden Kia en eine große Modification des Tarifs für rohe Produkte und Lebensbedürfnisse dringend notHWendiY gemacht haben. Das ist das glänzende Verdienst von Sir Ro ert Peel's Politik und die wahre Ursache von der jeßt allgemeinen Billigung und Unter- siü ung, die seine Maßre el von allen Seiten, selbst von seinen poltischen Gegnern, erfä rt, daß sie das Elend der niederen Volksklassen in England zu [geilen unternommen hat und diese fur eine künftige Wohlfahrt vor ereiiet.
Sogar jene Steuer hört nach der Verbesserung des Tarifs auf, irgend drückend zu werden, da die Opfer, welche die Reichen bringen, in der That nicht so groß smd, als der eriZte Betrag der Steuer. Schon beim Beginn der Session sagte ir Robert Frei, und er wiederholte es zuversichtlich in seiner glänzenden
ede am Schluß derselben, daß Personen von mäßigeen Gütern, die einen großen Theil ihres Einkommens auf Bedurfnisse des Lebens verwenden, die Einkommen-Sceuer von 8Pfd.St. 16 Sh. 4Pce. auf jede 100 Pfd. St. vollständig wieder durch die unter dem Einfluzse des neuen Tarifs gesunkenen Preise aller Bedürf- nisses ver tet erhalten.
Ein olches Gesch ist in der That eine Neuheit in den An- nalen der Finanzen; Schulden werden bezahlt und zugleich das Kapital gestei ert, ein augenscheinlicher Bankerott umgangen und durch dasselbe Mittel ein Fonds geschafft zur Milderung des Elends, ziir Belebung der Industrie und der Hoffnung auf zukünf- tiges Gluck. Und das wird nicht etwa durch gewaltsame revo- lutionaire Maßregeln bewirkt, nicht durch Verlesung von In- teressen der einen und unrechte Begünsti ung der anderen artei, sondern durch eine echt konservative Ma regel, welche die b heren
allein für das gegenwärtige Jahr? Es isi's nicht. Dies Defizit hat seit den lehren 7 oder 8 Jahren bestanden. Es ist nicht ein
Stände, die vorzugsweise die Steuer auf sich genommen haben, von der Anschuldigung eigensüchtiger, gehäsfiger Motive reinigt,
menhäuser sind von der Besteuerung ausgenommen.
U. Den Besißern solches unter 1. aufgeführten Eigenthums ist zWeitens noch eine fernere Steuer von ZZ Pce, in England und LZ Pce. in Schottland für je- des Pfund aufzulegen. Ausgenommen von dieser Steuer sind Häuser, die nicht Meiereien oder die keine in irgend einem Getverbe Ertrag gebende Gebäude find, oder alles solches Eigenthum, wie es unter 1. nach den Worten „Pacht- und Erbgüter“ auf eführt isi._ Dagegen haben Pachter oderBesiher vonZehn- ten, die, sey es aus freiem Willen oder bedun en, dargebracht werden, dafur eine Steuer von 2 ce, fürs Pfund zu erlegen.
Tragen Personen auf Befreiun von dieser Steuer in Folge eines geringeren Einkommens als 150 fd.an, so wird der aus den Ländereien ihnen erwachsende Ertrag zur Hälfte der Rente oder des jährlichen Einkommens in England und zu einem Drittel in Schottland angerechnet; das Einkommen aus den Zehnten oder der Entschädigungssumme dafür aber nur auf den vierten Theil des jährlichen Erkrags der Zehnten. “
Auf die u'nter der Zehnten-Ablösungs-Akte ('kiti-e (Zammata- tion-zct) gewahrte Vergutungs: oder Entschädigungssumme wird der achte Theil der Steuer gelegt.
lll. Drittens wird eine Steuer von 7 Pence für das szind auf die Zinsen und Dividenden, die aus öffentltchenFon ds in Großbritanien unerland gezo- gen werden, allen denen auf elegt, Welche nicht ian- land ansässig sind; so auf die Zinsen, welche die Schaßkammer und jedes andere Staats-Amt zahlt, Welche die Kommissarien zur Re- duzirung der IZationalschuld, die Bank von England, dieBank von Irland, die Sudsee-Compagnie, die Ostindische CompaZnie und die Schuldscheine der Kolonieen zahlen. Alle diese Behorden haben den Regierungs-Kommissarien zur Steuer-Belegung Specificatio- nen der von ihnen auszuzahlenden Zinsen mitzutheilen, den Betrag der Steuer aber gleich bei der Auszahlung dieser Zinsen den Em: pfän ern in Abzug zu bringen und ihn der Bank von England auf. onto des General-Einnehmers der Stempel und Steuern zu ubermachen.
Ausgenommen von dieser Steuer find die Ihrer Majestät oder einenx fremden akkreditirten Minister oder den Kommissarien zur Reduzirung der Nationalschuld, oder Wohlthätigkeits:Vereinen, wenn fie unter einer Parlaments-Akte konftituirt sind und die versicherte Summe für ein Individuum nicht über 200 Pfd. be- trägt, oder Sparbanken, dem Britischen Museum und endlich al- len zu mildthätigen und gemeinnüßliehen Zwecken bestimmten Ge- sellschaften gehörenden. Stocks. Eben so sind die in Irland Eigen- thum besaßenden ansasstgen Personen dieser Steuer nicht unter- worfen. Wer da e en aber ein Falsum begeht, verfällt in eine Strafe von 100 Mo.“)
17. Viertens muß eine Abgabe von 7 Pence fürs Pfund von jeder Person, jeder Handels: oder sonsti-
*) Gegen diesen dritten unkt des Gesetzes hat namentlich der gelehrte Lord Brougham geri ert; er erwies es als ein Unrecht alle, auch auswärtigeJnhaber von Stocks zur Einkommen-Steuer cran- zuzieben. _ Ueberbaupt hat Sir Robert Peel von Seiten der aus-
ezeichnetsien Staatsmänner bei seiner erüen Ankündigung des G?- eyes den heftigsten Widersiand erfahren ; er hat 17- 211]: von der Zweckmäßigket desselben überzeu en und über die Rechtsgrundlage
erii belehren müssen. Ein Bewe & daß sein Syriem ein neues iii-