1842 / 307 p. 1 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Ostentation ausfielen, so smd wir doch Alle von den aufrichtigsien Wünschen für das Wohl eines Fürstenpaares beseelt, das seit sei- ner langjährigen Anwesenheit in hiesiger Stadt tausmdfältige Be- weise eines liberalen Wirkens und wohlthätigen Herzens gab. Md e es Ihren Königl. Hoheiten vergönnt seyn, noch recht lange in hnlichem Sinne zu wirken! **

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Die Schottische Kirche und ihre Zerwürfnisse.

kl Ediuburg, 26. Okt. Ich fühle sehr wohl die ei en- thümlichen Schwieri keiten, die mit einem Versuche verknüpft md, Ihnen eine angeme ene und unparteiische Schilderung von den Zwistigkeiten zu geben, welche die Schottische Kirche egenwärtig zerrütten; und indem ich, als bloßer Zuschauer des treites, es unternehme, verlasse ich mich mehr auf meine eigene leidenschafts- lose Ansicht der Ereignisse und Schriften, die täglich zu meiner Kenntniß kommen, als auf die Erfahrung, die ich von diesen Dis- kussionen erlangt habe, die nur in dem einzigen Punkte überein- zukommen scheinen, daß fie eben so unlösbar smd, als sie wahr: scheinlich Unheil stiften werden. Der Gegenstand verdient jedoch alle Aufmerksamkeit. Die Schottische Kirche ist die einzige Znsti: tuiion dieses Landes, Welche als das Vollmerk der Nationalität des Volkes übrig bleibt. Der Tempel des Konvents ist noch das Depositorium jener rauhen Frömmigkeit, die durch einen Ent u- stasmus genährt wird, der die Disziplin eines mrhr formellen i- tus und die Erfindungen einer ceremoniöseren Andacht verachtet. Der schlichte, unbeugsame Sinn des S,chottischen Volkes ver- langt eine solche Form des Gottesdienstes, die sie, kraftdes Unions- Traktats und der Erklärung, die jeder Souverain des Vereinig- ten Königreichs bei seiner Thronbesteigung ablegen muß, beibehiel- ten, als fie dem Schwester-Königreich die ganze exekutive Gewalt und selbst die Appellations-Gerichtsbarkeit über die Verwaltung ihrer Civil-Geseße übertrugen.

Der Streit, welcher jeßt in der Schoktischen Kirche wüthek, ist auch nicht von neuerem Datum. Seine unmittelbare Entste- hung schreibt sich aUerdings von einer neueren Akte der General- Versammlung der Kirche her; aber der wahre Grund ist “ener nie endende Streit zwisehen dem vom Staate verwalteten inil- Geseße und der von den Dienern der Kirche im Namen ihres göttlichen Stifters verlangten geistigen Unabhängigkeit. Weiche Kirche wäre nicht Zeuge eines solchen Kampfes gewesen? In welcher Kirche find nicht Prinzipien vertheidigt worden, die mit einer vollständigen und rediichen Verwaltung der Civil-Zusiiz un- vereinbar waren?

Es möchte gut seyn, hier zu bemerken, daß die Verfassung der Schottischen Kirche die ganze geistliche Gewalt einer Reihe von Repräsentativ-Körperschaften überträgt, die der Mehrzahl nach aus Geistlichen und dem kleineren Theile ua;? aus den ältesten Laien (|37-611161'5) zusammengeseßt sind. Die irchen-Sesston in jedem Kirchspiele besteht aus dem Geistlichen und den Aeltesken des Kirchspiels; das Presbyterium ist eine größere Körperschaft, die aus den Geistlichen und einigen Aeltesten mehrerer Kirchspiele, und die Synode ist eine Provinziai-Körperschaft, welche aus den Repräsentanten mehrerer Presbyterien besteht; die General-Ver- sammlung ist das Parlament der ganzen Kirche, dem ein Kom: missarius im Namen der Krone präfidirt. Die Zahl der Laien- Mitglieder in der General-Versammlung isi durch die Verfassung der Kirche bestimmt.

Die unmittelbare Entstehung des gegenwärtigen Streites ist folgende: Im Jahre 1834 erklärte die Generai-Versammlung durch eine förmliche Akte, „daß es ein Fundamental-GesF der Schottischen Kirche sry, daß keiner Congregation gegeen den illen des Volks ein Pastor aufgedrungen werden durfe“, und es wurde ferner beschlossen, „daß, Wenn bei Beseßung einer vakanten Pfarrstelle die Mehrzahl der männlichen Familien-Häupter, welche Mitglieder der vakanten Congregation und in volier Gemeinschaft mit der Kirche smd, die Person mißbiliigt, die der Patron der genannten Pfarre für dieselbe bestimmt, eine solche Mißbilligung für das Presbyterium als ein hinreichender Grund gelten sol], eine solche Person zu verwerfen, und daß dieselbe demgemäß ver- worfen wird.“

Die Gesehlichkeit, so wie die Schicklichkeit dieser Akte oder Resolution (seitdem die Veto:Akte genannt), wurde sowohl in der General-Versammlung als anderswo sorgfältig erwogen und er- örtert, Viele ausgezeichnete Rechts elehrte nahmen Theil an der Diskussion, und eine große Majorit t derselben war der Meinung, daß die Akteaußer der Kompetenz der General-Versammlung liege, indem sie ein direkter und offenbarer Eingriff in die Rechte der Patrone und der Kandidaten (presentees) sey. Sie werden be- merken, daß die auf solche Weise den Congregationen beigelegte Macht, die Geistlichen zu verwerfen, nicht auf einer angenomme- nen Keherei oder Untüchtigkeit der verworfenen Person, sondern ganz einfach darauf beruht, daß sie der Majorität der Congre a- tion mißfällig ist. Der Vorfall in Auchterarder ereignete ich bald nach der Annahme der Veto-Akte. Herr Robert Young war jenem Kirchspiel durch den Patron, den Gra- fen Kinnoul, vorgeschlagen worden; aber das Presbyterium, worin jenes Kirebspiel liegt, WeiZerte sich, ihn einzuführen oder auch nur seine Fahigkeiten zu prufen, weil nach den Bestimmun- gen der Veto-Akte eine Majorität der Congregation ihre Mißbil- ligung des Kandidaten erklärte, obgleich ste keine Gründe gegen die Person oder die Lehre des Herrn Young angab, Unter diesen Umständen erhobew der Patron und der Kandidat eine Klage ge- gen das Presbyterium, um ihre wahre gegenseitige Stellung durch das Ukkheil des Sesfionsgerichts zu bestimmen und sodann von dem Presbyterium Schaden-Ersah dafür zu verlangen, daß es UbekemgekWMM sey, den Vorgeschlagenen Geiskiiohen von dem ge-

seßl'chm Genuss“ des G?halts, wozu er berechtigt war auszuschlie- ßen. Im Laufe dieses Verfahrens entschieden alle,Gerichtsh'o'fe Schottlands und zuletzt das Oberhaus ais höchstes Appellations- ?HTWÉUYFURZZKITZRYFM- indem es der Veto-Akte der Gene; = or e, ' ' - - des Lszwngezhande“ habe. pflichtwidrig Und gegen die Geseke e vl: und die geisiii en Be “. feindseiig gegenüber. Die Gerichßhöfe beYludixtTtestxath? dehch-IL? byterium durch Befolgung der Akte der GmekÜ-Versammjun“ das Gesch verleßc und chß folglich die General-Versammng nicht berechtigt sey, zu erklaren und zu beschließen was sie in beg Akte vom Jahre 1834 bekannt gemacht habe. Die General-Verl: sammlun behauptete da e en, daß den Civil-Gerjchtz öfm-kein; Jurisdicton über die r fung, die Berufung, die rdinirung und Zulassung von Geißlichen zustehe, sondern daß fie nur nach dem Civii-Recht über die Emolumente der Pfarre u ent- scheiden, durchaus aber nicht das Recht hätten, bei einer Zeyen- Fra : mit einem Presbyterium über einen jener Punkte ein Urt eibabzugeben. Es war somit ein Versuch gemacht, einen Un- terschied fcßzusiellen zwischen dem Gehalt der Pfarre, welches, als weltliches “Ei enthum der Kirche, unleu bar innerhalb der Juris- dictivn der iviigerichte liegt, und dem echte der Einführung in

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die Pfründe, welches ausschließlich von dem Presbyterium in An- spruch genommen wird. Diese UnterscheidUng ist jedoch eine trü- gerische, denn es ist klar, daß ein Geiftlicher, der nicht ein efü rt worden ist, weder dem Gesetze noch seinem Gewissen nach d e e- soldung erheben kann, und es ist weder vernunft emäß, noch über- haupt möglich, daß ein Geistlicher in die PfiiZten seines Amtes eingeführt werde, ohne die Vorth'eile desselben zu genießen.

' Die Gesche, welche die Verhaltnisse der Kirche und der Civil- gerichte in Schottland re uliren, find alt, ja, sie smd in der That gleichzeitig mit den ve chiedenen Veränderun en, die im 16cm und 17ten Jahrhundert in der kirchlichen Ve assung dieses Kö: nigreichs stattfanden; aber fie find in der vorlie enden Frage so wesentlich, daß ich sie hier kurz anführen muß. Durch eine von dem ersten Parlamente unter König Jakob 7]. (1567) ange- nommene Akte wurde erklärt, daß die Prüfun und Zulassun von Geistlichen allein der Kirche zustehe; aber die rnennung dure? das Laien-Patronatsrecht blieb ausschließlich „den gerechten und alten Patronen vorbehalten“, mit der Bedingung jedoch, daß im Falle der von einem Patron Ernannte von den unteren geistlichen Behörden vermorfen würde, eine Berufung 'an die General-Ver- sammlung stattfinden sol1te. Dies Gesch wurde daher die höchste Entscheidung dieser Frage der leßtgenannten„Körperschaft zu über- tragen scheinen. m Jahre 1592 wurde jedoeh diese Akte durch eine andere verdr ngk, welche feftsehre, „daß die Presbyterien, gemäß der Disziplin der Kirche, volle Gewalt haben sollten, zu ernennen und in allen geistlichen Angelegenheiten innerhalb ihres Bezirkszuentscheiden, unter der Bedingung, daß die oben- genannten Presbyterien verpflichtet und gehalten (astrictoä) seyen, jeden von Sr. Majestät oder von Laien-Patronen ernannten qualifizirten Geistlichen anzunehmen und zuzulassen.“ Die Gegner der egenwär- tigen Forderungen der General-Versammlung süßen iFre Argu- mente hauptsächlich auf diese Worte; denn die Akte Zakob's Kl., obgleich unter Karl ll. aufgehoben, wurde nach der Wiederher- stellung der presbyterianischen Kirche unter Wilhelm und Maria im Jahre 1690 erneuert, und durch den Unions-Vertrag vom Jahre 1706 und die Statuten der Regierung der Königin Anna in Betreff der Schottischen Kirche bestätigt. Es wird in der That zu egeben, daß die Statuten von 1690 den Theil des Geseses KZnigs Zakob's sl., welcher das Recht der Laien: atrone schüßte, nicht wiederherstellte, sondern erklärte, daß dersel e später in Er- wägung gezogen werden solle. Die Rechte der Laien-Patrone blieben von jenem Jahre bis zum zehnten Regierungs-Zahre der Königin Anna gänzlich unberucksichtigt; in diesem leßt enannten Jahre nahm das Parlament des damals vereinigten K nigreichs von Großbritanien eine Bill an, welche den Patronen das Recht der Ernennung wiedergab. Die Schottische Kirche protestirte da- mals gegen diese Akte, als eine Verlehun der in dem Unions- Verrrage gegebenen Verheißungen des S uhes; denn die Akte stellte ein Verfahren wieder her, das zur Zeit der Abschließung des Unions-Traktaes keinen Theil des Geseßes oder der Gebräuche der Kirche bildete. Dieser Protest ist jeßc erneuert worden, und in einer feierlichen Erklärung der General-Versammiung vom Mai 1842 findet sich folgende Stelle, die eine dee von dem Ton geben kann, den man angenommen hat: „Die eneral:Versamm- lung verlangt im Namen und zum Besten der Kirche, der Na- tion und des Volkes von, Schottland als ein Recht, daß fie ihre Freiheiten , Verwaltung, Disziplin , Rechte und Pri- vilegien, gemäß dem . besonders für die Vertheidi ung der Freiheiten ihres Volkes erlassenen Gesehe, frei be then und ausüben darf, und daß fie hierin gegen die verfasseungswidrigen und ungesrßlichen Eingriffe des Sesfionshofes geschußt und dem Volk seine chrislichen und constitutionellen Rechte und Freiheiten gefichert Werden; und se erklärt, daß sie in Uebereinstimmung mit dem Worte Gottes, der genehmigten und anerkannten Richt- schnur dieser Kirche und mit den Vorschriften ihres Gewissens keine Geistlichen in die reklamirenden Gemeinden einführen oder die Verwaltung der chriftlichen Kirche, Weiche dem von dem Ses- fionshofe versuchten Zwange unterworfen isi, leiten kann, und daß se, auf die Gefahr hin, die vom Staate verlie enen zeitlichen Güter und Vortheile zu verlieren, fich weigern mu , dies zu thun und unter Gottes Beistand diese Weigerung auch durchführen wird; und sie versichert hiermit, daß alle Entscheidungen von Gerichtshösen und alle Parlaments-Akten, welche der Verwaltung, der Disziplin, den Rechten und Privilegien dieser Kirche zuwider 'ßnud, null und nichtig und ohne alle gesehliche Gultigkeit seyn 0 en.“

Dieser etwas deklamatorischen Sprache, die gegenwärtig in Schottland nur zu gewöhnlich ist, stellt das Geseh den bestimm- ten Inhalt eines Statuts und die zur Aufrechthaltung des Ge- sehrs erforderliche Kraft entgegen. Ich habe hier versucht, die Entstehung des Streites darzustellen, in meinem nächsten Schrei- ben werde ich einige Ereignisse mittheilen, die den Fortgang des- selben bezeichnet haben.

Vom 24. Mai 1840 bis 22. Mai 1841 sind durch das London.,

Posi-Amt versandt worden: 33,405,915 un estempelte

und 24,299,949 ge empelte Briefe. Die Erwartungen von dem Finanz-Ertrage der Row-

land Hinsehen Poft-Reform sind, wie durch technische Gutachten

bereits im voraus nachgewiesen war, änzlich verfehlt worden. Pro 1839 betrug die gesammte rutto-Einnahme der Eng-

lischen Post . ........ . ................ 2,346,278 Pfd-St. die gesammte Ausgabe ..... ........ 686,768 : der Netto-Ertra ..................... HFFM Pfd-St. Pro 1840 Brutto:Einna§me 2,390,763Pfd.St. Ausgabe. 756,999 = Netto-Ertrag ....................... 1,633,764 : Pro 1841 Netto:Einnabme 1,369,604 Pfd.St. AUSgabe. 903,677 : Netto-Crtrag ....................... 465,927 :

Der Ausfall egen die beiden früheren Jahre beträgt mithin circa 1,200,000 P . St., oder 83; Millionen Thaler. ,

Die jehigen gesammten Finanz-Verhältnisse der Englischen Poft-Verwaitung gehen aus folgender Zusammenstellung hervor:

unter dem obigen Netto-Ertrage von.......... 465,927 Pfd,St, smd ................................ . ......... 128,600 = mit begriffen, welche nach Aufhebung alier Porto- Freiheiten für Dienst-Korrespondenz aus ande- ren Staats-Kassen in die Posk-Kasse Fezahlt werden. Der wirkliche Netto : Ertrag eiäuft sich daher nur auf . ...................... 7,327 0.651, ierunter iskzugleich der ganze Netto-Ertrag der ausländischen und ubcrseeischen Korrespondenz mit be riffen, auf den die Hillsche Reform sich nicht erstreckt. Da dieser Weig der Posk-Vertval- tung einen jährlichen Ertrag von 830 bis 850,000 Pfd. St. lie- fert, so kommt der Ertrag der inländischen Posten naeh der Hill- schen Reform auf Null zu stehen.

Bei der überseeischen Korrespondenz eisk kibri ens noch in Be- tracht zu iehen, daß die ganze Ausgabe fur Post chiffe (Pakeeböte) von der Zldmiralität bestritten und nicht aus der'Po =Reveneue entnommen wird. Diese Ausgabe beläuft sich fur Damyfbote (die Segelschiffe angerechnet) auf mindestens 400.000 fd- St. jährlich. Der gesammte Kosten-Aufwand für Pssk-Beförderungen wird daher in England durch die Post-Einnahme nixht gebe“ vielmehr bedarf das Englische Postwesen, statt, Ueberschusse zu * * währen, eines jährlichen Zuschusses_ von 40 bis 50,000 AY. _“ aus den Staats-Einkünfren, wie dies denn guch bereits .! .- bert Peel im Allgemeinen, und ohne auf die obigen Details ein- zugehen, in seiner Rede vom 11. März d. J. anerkannt hüt-

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Zerlinor lkörse. [)en 3. Koyomber 1842.

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Ueber den Er ol der Rowland Hinsehen Poft-ZteYorm in England.

olgende, aus zuverlässigen Quellen geschöpfte*), Zahlen- Verhaltnisse geben einen nicht uninteressanten Ausschluß über den

Erfolg der Rowiand-Hillschen Posk-Reform in England.

Rowland-Hill nahm bei Einführung des Penny-Porto an, daß die Zahl der mit der Post Zu versendenden Brief e fiebenfach fich vermehren müsse, um die is dahin aufgebrachte Retto-Re- venue der Post zu erhalten. Diese Rechnung war unrichtig. Es hätte mindestens einer zehnfachen und nach Lord Lichfield so ar einer zwöiffachen Vermehrung bedurft. Die Vermehrung at bis jest nur das 2Yfache der früheren Briefzahl erreicht. Frü- her wurden 821; Millionen Briefe jährlich in Engiayd mit der Poli versendet, jest sind jährlich 204 bis höchstens 205 Millionen befördert worden. Aus der Zunahme der mit der Post ver- sandten Briefe isk indeß eine gleichmäßige Vermehrung des ge- sammten Englischen Brtex-Verkehrs nicht hervorgegan- gen. Nur eine große Zahl fruher auf gesetzlich erlaubte, oder unerlaubteWeise beförderte Briefe ist durch das Penny:Porko den Privat-Gelegenheitm entzogen worden und dxr Post zugeflossen. Besonders hat aber die Post eine außerordentlich bedeutende Zahl von Briefen auch dadurch gewonnen, daß Preis-Couranee, ge: druckte Cirkularien, Subscrixotions-Lisken :e. nicht mehr wie frü- her durch Privat:Gelegenhe"ten befördert, sondern auf die Post gegeben werden.

Die Anwendung gestempelter Couverts hat den Beifall nicht gefunden, den man fich davon versprach, indem solche kaum bei der Hälfte der Korrespondenz gebraucht worden sind. Die Skstkmpklten Couverts wurden vom 6. Mai 1840 an eingeführt.

*) Remarks on * yayer bx Kosloml 111116 l'".- - on the Kunitz of tko new yootaze arten oments, rau! before the tatiotical Societx of ].onäon. 11/111, 17. 1 1.

Quswörtige Zörssn.

Qmstoräam, 30. Okt. Uioäokl- silk]. Ick. 52-1j- 524,8]„11. 151€-

.zntvrsrpon, 29. okt. Bios]. _. Fou- zo]. 1555.

][ambur , ]. Ros. [Lank-zoüoo 1035. 111151. kun. [0895-

l'arj's, 2 . 01:1. 5D Kuta Qu cout. 118. 55. 32“, keuco ao cook. 79. 90. In]. (10 184] _. 5D Ruy]. au compi, 108. 50. 507, 811111. Reute 2217. l'au- _-

wwn, 29. 01... 51,11... 109. 4x 100'5. ZH, 77. 211, -- |o _. ßavk-zeüon [622- 411]. 1101834 142. äs 1839 1100" -

Üomgltche Schauspiele. .

Freitag, 4. Nov. Im Opernhause: Das Stelldicheiné komische Oper in 1 Akt, von Nicolo Zsouard. „Hierauf: I?? schlechtbewachte Mädchen, pantomimisches Ballet in 2D?! M- M' das hies! e Köni [,Theater ein erichtet von HoJet- ( ?.Fcinny Elßler wrd die Farne der Liigette und zum ch1Uß dre „Ciaco-

i e“ o k: . v ngu at::eXethxrikellung smd nur noch Billets zum dritten Range

. 15 Sgr., zum Parterre Zi 20 Sgr. und zum Amphitheater ä 10Sgr. Zu haben.

Sonna end, 5. Nov. Jm Opernhause: Faust. _

Zm Schauspielhause: [„a prem1i3re reyréxentatmn (16: 1.9.5 mémoirez (111 (11111118, yauäeyille nouveau en 3 actes, imitée (111 roman 112 0]. k'réäéric 8011116, ar 11/101. Ürago et 7611110111]. (Ulle. ])eztrée continuera 528 (ie ut§ par le röle «Fe [3 ()0111-

12552 (12 Corny.)

Aomgsstadttsches Theater.

Freitag, 4. Nov. Muttersegen, oder: Die neue Fanchon. Schauspiel mit Ge ang in 5 Abth., nach dem Französischen des G. Lemoine. Mu ik von Proch.

Sonyabend, 5. Nov. (Italienische Opern : Vorstellung) ] kuriiam.

Verantwortlicher Nedacteur ])r. J. W. Zinkeisen. Gedruckt in der Deckerschen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei.

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. Eisenbahn?" von gleichem Werthe für den Wohlstand der Nation,

Allgemeine

Preußisch Staats-Zeitung,

MH 307.

Berlin, Sonnabend den 5ten November 1842.

Inhalt.

1 ten.

YUYMZYÉYZsLüffe. Sitzung vom “26. Oktober, Die Eisen- bahnen. _ Garantie der Zinsen des Anlage-Kapitals.

Rußland und Polen. St. P etersburg. Fürsiin Golizyn “!*.-

Brandsiitungen. Das ournal des Débats und der

Frankrei . Paris. 11 ais über da Minißerium vom 29. Oktober, - Courrier sta ? Noch ein Wort über die

Vermi chtes. _ Schreiben aus Paris. Partei enung in der Belgischen Zoll-Vere nigungs-Frage.)

Großbritanien und Irland. London, Veränderung in der Consiitution von Neufundland. _ Gegengeschenke an den Imam von Muskat. - Der Herzog von Richmond und seine Pächter. - Der Getraidehande! nach dem neuen Korn esc . - Unzulän?1ichkeit des jetzigen Schutzes der Dampfkessel au Kr er-Dampfsch ifm,- DenkmunÖe auf den Themse-Tunnel. _ Verm schtes.

Niederlan e. Aus dem Haaig.

Belgien. Schreiben aus Brü sel. (Verlauf und Resultate der jüngsten Gcmeinde-Wahlen.) .

Deutsche Bundesstaaten. Munchen. Aus Hoben!chwangau.- Karlsruhe. Aargau's Represalien. - Vaterländ sche Hefte. _ Hevxl's Werke. - Darmsiadt. - Meiningen. Jüdische Schuler in chri|lichen Schulen.

Oeskxkkkitb- Triest. Die biefige Börse sucht Verbindungen mit O|t_ndien anzuknüpfen.

Serbien. Von der Serbischen Gränze, Greuelthaten der neuen Regierung. _ Das Bexat der Pforte noch nicht angelan t. „Ya Plata-Staaten. Ruckkchr des Admiral Massen de C crval. -

Nachrichten aus Buenos-Ayres. -. „land. Beriin, Berichtigende Erläuterung zu dem gestern ““..-gebenen Artikel aus der Posener Zeitung.

Die Eisenbahn von der Oder nach Preußen.

Wissenschaft, Kunst und Literatur. Don Juan. _ Hohenschwangan.

Königliche Oper.

Zimtliche nachrichten.

Kronik des Tages.

Se. Majestät der König haben Allergnädigsk geruht: _ Dim Kommerzien-Rath Joel Wolf Meyer zu Berlin den Titel emes Geheimen Kommerzien-Raths zu verleihen; und

* Die Wahl des bisherigen Landesxi-Ailiesken, Kammerherrn und

|

......m...». * - Zeitraum von Weihnachten 1841 bis dahin 1844 zu

Staaten in dieser inficht auf «- eilt. “*Die"! &ckme gsf

Heute wird das 23ske Stück der Ge eß-Sammlun ausgege- ben, welches in der Zeitungs-Ausgabe- xpedition, pandauer-

Straße Nr. 20, zu 6 Sgr. das *Exemplar Druckpapier, auch einzeln abzulassen ist, und enthält: die Allerhöohsken Kabinets- Ordres unter Nr. 2304. betreffend den Zoll-Tarif für die Jahre 1843, 1844 und 1845, nebst dem Zoll-Tarife selbst; und » 2305. die für einige Waaren-Artikel eintretende Erhöhung der Eingangs-Zollsäße betreffend. Sämmtlirh vom 18. Oktober d. J. Berlin, den 5, November 1842. Debits:Comtoir der Geseh-Sammlung.

Htändische Ausschüsse.

Sißung vom 26, Oktober *). Die Eisenbahnen. _ Garantie derZinsen des Anlage-Kapitals.

Die heeute fortgeseßte Berathung über die Frage:

ob es fur nothwendig und zweckmäßig zu erachten, daß der

Staat die Ausfuhrung tines umfassenden Eisenbahn-Sysiems

durch Uebernahmeeeiner Garantie für die Zinsen des Anlage-

Kapitals herbeizufuhren suche? gab dem vorsißenden Finanz-Minisker Veranlassung, zu erläutern, daß die Zinsen-Garantie nicht das einzige Mittel sey, um die Eisenbahn-Unternehmungen zu fördern und zu unterstüßen. Es werde vielmehr durch Aufsuohung der vortheilhaftesten Linien und durch Uebernahme der ersten geometrischen Vorarbeiten auf Staats- kosten, _ duroh unentgeltliche Ueberiassung des erforderlichen Staats-Eigenthums _ durch Betheilung an der Actien:Zeichnung aus den Eeld-Jnskituten des Staats, _ und überhaupt auf mehr- fache Weise den Unternehmungen, welche der Aushülfe bedürften, Vorschub gxthan' werden können. Die Staats-Einnahmen wären in einem siebenjährigen Zeitraume um mehr als 515Mil1ionen jährlich gestiegen, und es lasse sich nicht nur auf die Stabilität dieses Zuwachses, sondern auch auf eine weitere Steigerung der Ein- nahmen rechnen, so lange unter den Segnungen des Friedens der innere Verkehr an Lebendigkeit gewinne. Von dem wesentlichsien Einfiusse hierauf sey aber die Vermehrung und Verbesserung der Communications-Mittel, daher jede Verwendung zu Gunsten der

als für die damit Hand in Hand gehenden Finanz-Ver äitni e des Staats. Daß aber dadurch irgend eine Verlegenheithherbyi- geführt werden sollte, siehe um so Weniger zu befürchten, als selbst das für diesen Zweck 311 besiimmende Limitum von jährlich 2Mil- lionen Rthlr., anfänglich nur zum kleinsten Theile in Anspruch gxnommen, höchsi wahrscheinlicb aber niemals ganzerforderlich seyn durfte, um die Anlage der fur,.nothwendig erkannten Eisenbah- nen nach Bedürfniß zu befördern.

Im Laufe der hiernächst eröffneten Diskussion über die obige Frage erhob fich nur eine Stimme egen jede Verwendung aus Staatsmitteln zu dem vorliegenden 'wecke überhaupt, mehrere

*) Vergl. die zu dem in der geßrigen Nummer der Staats-

Zeitun ge ebenen ' _ hörende Zuerkung, Berichte uber die Sitzung vom 25'Okkobkk se-

]edoch ge en die unbedingte Bejahung der gesiellten Frage, theils wegen [ res nothwendigen Zusammen anges mit dem für den äußersten Fall als erforderlich angek ndigten Vorbehalte eines Rückgriffs auf den in Aussicht gestellten Salzskeuer-Erlaß, theils wegen des großen Umfanges, welcher dem Eisenbahn-Syskem bei der Beantwortung der vorangegangenen Frage gegeben worden. Entge net wurde hierauf, daß jede der gestellten Propositionen für sich a ein zu erledigen esey, und die 1th vorliegende unbedenklich angenommen werden konne, wenn es auch in der Absicht liegen sollte: die darauf folgende aYulehnen; _ dann aber, daß die Nothwendigkeit der Eisenbahn: erbindUngen nicht nur rückfichtlich der den Mittelpunkt der Monarchie berührenden Haupt-Diago- nalen, sondern auch rückfichtlich der wichtigsten Linien von einer Provinz zur anderen, und zum Anschlusse an die Bahnen der Nachbarstaaten bereits von der Versammlung anerkannt worden sey.

Von anderer Seite war man zwar mit dem Zutritt aus Staatsmitteln einverstanden, erachtete jedoch die eUebernahme der Zins-Garantie für die Anlage-Kapitalien nicht fur das geeignete Mittel zum Zweck, weil zu bezweifeln wäre, daß die Kapitalisten dadurch vermocht Werden würden: ihre Gelder bereitwilliger auf Eisenbahn-Aceien als auf Staats-Pa iere oder Hypotheken anzu- legen. Wenigstens würde dies nur fur solche Bahnstrecken gesche- hen, Welche eine Dividende über den garantirten Zinssaß abzuwer: fen versprächen; minder günstige Linien würden dagegen ungedeckt bleiben und also ein volisiändiges Ney auf diesem Wege nicht zu Stande kommen. Dieser Ansieht wurde jedoch gegenübergesiellt, daß, da bereits zahlreiche Ei enbahn:Unternehmungen ohne aUeGa: rantie ins Leben getreten, ich der wiliige Zufluß der Gelder zur Vollendung des Rehe? mit Zuversicht erwarten lasse, sobald eine Garantie nach Verhaltniß des landüblichen Zinsfußes gegeben Werde. In dieser Beziehung wurde für die östlichen Provinzen der Saß von 4 pCt. ebeantragt, während man andererseits die Garantie von 3 pCt. fur hinreichend crachtete.

Nicht ohne zahlreiche Vertreter blieb die Meinung, daß es am vortheilhaftesten und sichersten seyn werde, wenn der Staat das Eisenbahnwesen ganz in die Hand nähme und die Bahnen für eigene Rechnung erbaue, “Man wies auf die Hülfsmittel hin, die dem Staate durch sein wohlorganisirtes Beamten-Corps zu Gebote standen, _ auf die Einheit und Zuverlässigkeit der Ver- waltung, welche nur auf diesem Wege zu erreichen, _ auf die Amigleichnng zwischen Gewinn und Verlust bei mehr und minder frequenten Bahnen, _ auf die Beispiele, welche benachbarte Doch ward auch gegen

. - ahnen MQ“ Staats angeführt. daß man in dem sieh immer mehr regenden Unternehmungögeiske der Privaten einen Aliiirten finden werde, den man nicht zurück- weeisen dürfe, daß der Staat überhaupt mehr anregen und unter- skußen als sich in Seibsk-Entreprisen einlassen müsse, _ daß Staatsbauten nur durch umfassende Staats-Anleihen zu bewerk- stelligen „seyn würden, _ daß die schon bestehenden ?ictien-Gesell- schaften jedenfalls ein Hinderniß gegen die nachträgliche Ergreifung einer allgemeinen Maßregel darstellen, _ und daß der Zweck der Leitung, Aufficht und Ueberwachung der ganzen Angelegenheit sich sehr wohl erreichen lassen werde, wenn auch der Staat nicht als Selbst-Unternehmer auftrete.

Nachdem noch mehrere Redner sich für die unbedingte An- nahme der vorliegenden Proposition erklärt, und unter Anderem bemeriiich gemacht hatten, welche großen Nachtheile dem Vater- lande erwachsen würden, Wenn die beabsichtigte Verbesserung der Communications-Mittel nur verzögert werde, daß also die Wich- tigkeit des Zweckes ein unbedenkliches Einverständnis? mit den [an- deyvaterlichen Absichten Gr.Majesiät selbst in dem Falle erheischen wurde, daß die dazu ersorderlichen Mittel vom Lande besonders aufgebracht werden mit ten, verkagte der vorsihende Minister die definitive Absiimmung uber die vorliegende Frage bis zur morgen- den Sißung.

Zeitungs -1'iachrichten.

Ausland.

Rußland und Polen.

St. Peteerurg, 29. Okt. (St. P. 3) Vor eini en Tagen [Zarb hier die Aeltesie des berühmten Geschlechts der o- lizyn,_Fursim.Anna Alexandrowm Golizyn, geborene Fürstin von Grusien. Sie war.vermählt mit dem verstorbenen Generai:Lieu- tenant Fürsten Boriß Andrejewitsch Golizyn, Enkel des General- Feldmarschalis Golizyn, des Helden von Leßnoi und Poltawa. Zhr Urgroßvater väterlicher Seite in erader Linie war Czaar Wachtang ?. von Grufien und von mutteriicher Seite der Lieb: ling und Freund Peter's des Großen, Fürst Alexander Menschikoff.

.Die großen Brande von Kasan und Perm haben einen Kaiserlichen Befehl veranlaßt, wonach die Ursachen jeder Feuers- brunst auf dasegenaueste ermittelt und alle Brandstifter den Kriegsgerichten ubergeben Werden sollen.

Frankreich.

Paris, 30. Okt., Das Journal des Débats sagt: „Gestern wqren es zwxi Jahre, daß das Ministerium vom 29. Ok- tob'er die Leitung der offentlichen Angele enheiren übernahm; man Weiß, unter wie ernsten Umständen! eit 1830 hat kein Mini- siermw sich einer so langen Existenz ohne Kriss und ohne innere Zwistigkeiten erfreut. An Schwieri keiten hat es sicherlich dem Kabinette nicht gefehlt. Es hatte A es gewissermaßen neu zu ge- stalten.: In der Kammer, eine Majoritae; in dem Lande, eine Partei der Ordnun , weiche Vertrauen zu sioh selbs? faßte; nach außen hin eine Politik, wenn auch nicht der Allianzen, doch min- destens des Friedens und des gegenseitigen Wohlwollens. Außer: dem hatte kein Kabmee es jemals mit einer zahlreiche:

ren, erbitterteren und talentvolleren Oppofition zu thun. Bei seiner Bildung ward es von den finstersten Prophezeiungen bßgrüßt. Dieses unpopulaire Kabinet, sagte man, würde sich nach einigen Monaten von selbst auflösen, oder unter dem Hasse der Kammern und des Landes fallen. Die Opposition wird hoffent- lich ]exzt freiwiliig eingestehen, daß sie nicht glücklich in Prophe: zeiungen ist, Das Ministerium, welches sie nicht für lebensfähig bieit, ist gerade daszenige, welches am längsten gelebt hat. Es uberstand zwei große Krisen: die der allgemeinen Wahlen, und die des Todes des, Kronprinzen. Es hat seinen Namen an zwei großeGeseße geknupft: an das Geseß über die Forrificationen von Paris, und an das über die Regentschaft; es hat von den Kam- mern das so lange verschobene Votum in Betreff der Eisenbah- nen erlangt, und nachdem es unsere Verbindungen mit Europa auf emen freundschaftlichen Fuß wieder hergestelit hat, läßt es Frankreich im Innern eine Ruhe und eine Sicherheit genießen, die wir seit 12 Jahren nicht gekannt haben. Unter den Ursachen, die dem Kabinette troxz so vieler Feinde eine so lange Dauer ge: sichert haben, stellen wir die vollkommene Eintracht unter seinen Mitgliedern oben an. Die ministeriellen Krisen brechen in den Kammern aus, aber fie bilden sich fast immer im Schooße der Ministerien selbst, Die Opposition weiß dies sehr wohl. Die Er: fahrung hat ihr gelehrt, daß man selten ein Kabinet skürzt, wel: cbrs nicht durch innereZwistigkeiten schon halb und halb aufgelöst ist. Deshalb richten auch erfahrene Taktiker ihre Angriffe auf diesen Punkt. Man reizt den Stolz, der sich niemals hoch genug geskelitglaubt; man schürtEifersuchtan; die Rednerbühne voliendet, was die Zntrigue jbegonnen hat; und es ist mehr als einmal geschehen, daß die Kammer ganz erstaunt darüber war, daß sie, ohne es zu wollen, ein Ministerium gestürzt hatte. Das Kabinec von 29. Oktober hat in dieser Beziehung keine Blöße gegeben. Es ist das einzige Ministerium, Welches zwei Jahre gedauert hat, ohne die kleinsie Verlegenheit in seinem Innern und die mindesie Veränderung in seiner Zusammenseßung erfahren zu haben. Die Anstrengungen der Opposition, um diese glückliche Uebereinstim- mung zu unterbrechen, sind auf eine jämmerliche Weise gescheitert. Die Gegner des Kabinets mußten daher auf der Rednerbuhne vor dem Publikum ihre Angriffe ausführen; und in diesem offenen Kampfe hat das Ministerium an Ansehen gewonnen. Es giebt Leute, welche das Ministerium vom 29. Oktober verabscheuen, die alberne und blinde Vorurtheile gegen dasselbe hegen; aber Niemand wird in Abrede steilen, daß es in dem Kampfe einen großen Charakter und ein großes Talent entwickelt hat. Wir haben Ministerien gesehen, die s1ch eben durch die Dauer ihrer Existenz abnußten: das Ministerium vom 29. Oktober ist selbst in den Augen seiner Gegner jeßt stärker, als es vor zwei Jahren war. Wir sind in: deß weit davon entfernt, zu behaupten, daß alle Schwierigkeiten uberwunden wären; wir überlassen uns keinen kindischen Täu- schungen. Dave Ministerium hat viele Feinde, offene sowohl als geheime. Die offentlichen Angelegenheiten und der bloße Lauf der

Ereignisse führen beständig neeue Verlegenheiren herbei. Große Fragen sind schwi'bend; ste mussen gelöst werden, Endlich isi die

Ruhe selbst eine Klippe. Die öffentlichen Gefahren sammeln alle guten Burger unter eine Fahne. Wenn Sicherheit herrscht, is? man nur, zu sehr geneigt, seinen Launen freies Spiel zu lassen. In der nachsien Session wird sich ein lebhafter Kampf entwickeln, wir smd darauf gefaßt. Der Himmel verhüre, daß wir mit neu- gierigen Blicken die Zukunft durchforschen! Den Prophezeiungen geht es schlecht in unserer Zeit, und wir wollen die Opposition nicht nachahmen, die einem Ministerium, welches seitzweiZahren dauert, eine Existenz von einigen Monaten prophezeite. Wir hegen gute Hoff- nung, weil unsereSache gut isi, und weil das Ministerium bewiesen hat, daß es sich zu vertheidigen weiß. Was aber auch geschehen möge, das Kabinec vom 29. Oktober wird durch seine glänzenden Kämpfe, durch die Schwierigkeiten, Welche es glücklich überwunden hat, durch seine Dauer und durch die Eintracht seiner Mitglieder einen besonderen Plaiz in der Geschichte der Zuli-Revolution einnehmen.“

Der Courrier franzxais läßt sich über dasselbe Thema in seiner haltungslosen Weise, wie folgt, vernehmen: „Das Ministerium war _ bei seinem Entstehen unpopulair. Der Widerweille .und _dte Verachtung, Welche die öffentliche Mei- nung fur ]ene Eunuchen = Regierung hegt, hat sicherlich. seit zwei Jahren nicht abgenommen. Das Ministerium hatte ursprüng- lich nur eine zufäliigeMajorität, die Majorität der Furcht, Wir ha- ben nicht entdeckt, daß es seitdem von Seiten der Kammer eine freundlichem odrr entschiedenere Zustimmung erhalten hätte. Nie- mals hat eine Verwaltung vom Parlamente so bedeutsame Be: Weise des Mißterauens erhalten. Die Annahme des Lefebvreschen Amendements uber das Durchsuchungs-Recht und des Lacrosse: sch'en Amendements über die Beibehaltung unserer See:Srreie: krafte smd die größte Demuthigung, die einer Verwaltung von einer Majoritäe widerfahren kann. Das Ministerium ward un- ter dem Schuße und gleichsam unter der Drohung des Auslandes

eingeseßt. Es hat diesen Ursprung nicht Verleugnek. Es ei te sich in allen seinen Handlungen, Europa gegenüber, schwachz ugnd kriechend. Man hatte ihm in der orientalischen Frage Zu-

geständnisse versprochen, die nicht bewilligt worden smd; Alles, was es verlangte, haben die Mächte verweigert. Dadurch hat es fich aber nicht abhalten lassen, die Convention vom 13. Juli zu unterzTeichnen und dann, von GefäUigi-“eit zu Gefäliigkeit, bis zu chm raktate vom 20. Dezember 1841 hinabzusteigen, Das Mi: nisterium hat die Absicht, den Kammrrn die Lösung aller staats: wirthschaftiichen und kommerziellen Probleme vor uiegen, Ein Zucker:Geseß, Handels-Verträge, und viele andere Wunder, über die man noch ein bescheidenes Schweigen beobachtet, werden aufs Taper gebracht werden, _ wenn die Versammlung Fulchiron es erlaubt. Wir wissen nicht, was aus den5oder6Handels-Verträ gxn Werden wird, die das Ministerium in der Taschezu haben i7ch ruhmt; aber aUe Welt kann sehen, was aus dem ZoU-Vereine geworden isi, seit die vornehmen Industriellen, die unser Minise- rium beherrschen, Miene machen, bösezu werden. Und wan MU? sich noch einer Dauer, die um diesen Preis erkauft wird? Wir beneiden in Wahrheit dem Ministerium eine solche Freude nicht. Es isi wahrlich kein großes Verdienst, wenn man, um den Preis