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„ der ungeschwächten Macht derBritischen Herrschaft th tlich über- » zeugt worden, ]a mit Zurücklassung unserer Gefangenen, nur die:
ihn ausgesandt, einigermaßen schmälern.
diens, der großen Entfernung der Regierungsstße der Nachbar-
der Globe mm an, der Staats-Einnahmen zu 2,500,000 nefiscbm
Pfd. St., die für den
wahrscheinlich gut unterrichteten Que
China zu Sir sprechen treu bleiben will, baldigst befreien muß.
schWUnden isi.“
Sir Robert Peel hat eine Kommission zusammenberufen, welche fich mit Verschönerungsplänen für London beschäftigen soll.
Der Lord-Mayor steht an der Spiße.
Die neuesten Berichte aus Lissabon vom 21. November
melden, daß die Regierung am Tage zuvor einen Wahi-Sieg in der Hauptstadt davongetragen habe, und daß auch in Estremadura die Wahlen zu ihren Gunsten ausgefallen seyen. Der öffentliche Kredit fing auch an, fich zu befesiigen, und die Kapitalisten kauf- ten die neuen Sehaßkammerscheine. Die Tarif-Frage zwischen Portugal und England war noch nicht weiter vorgerückt. Der Prinz von Zoinvilie hatte, widrigen Windes halber, seine Reise nach Brasilien noch nicht antreten können.
Das Paketschiff „Patrick Henry“ hat neuere Nachrichten aus New-York überbracht, die bis zum 7. November reichen, indeß wenig von Bedeukun enthalten, außer dem Gerücht von einer nahe bevorstehenden abinets-Veränderung. Auch wird wieder- holt, daß Herr Webster, der jehige Staats-Secretair, zum Ge- sandten in Paris bestimmt sey. Als Kandidaten für das Staats- Sekretariat werden die .Herren Cushing, Spencer und Upshur genannt. Die Britische Ratification des durch Lord Ashburton mit den Vereinigten Staaten abgesohloisenen Traktats war in New:York angekommen und mit Freudensbezeugungen aufgenom- men worden. Ferner heißt es, daß der Präsdent entschlossen wäre, die von Mexiko bedrohte Unabhängigkeit der Republik Texas nöthi- genfalls mit Gewalt aufrecht zu erhalten, zu welchem Zwecke die in Westindien skationirte Escadre verstärkt und vor San Juan de Ulloa konzentrirt Werden solle. Diese Nachrichten giebt indeß nur" der New York Herald, ein nicht immer sehr glaubwürdi- ges Blatt. Laut Berichten aus Campeche vom 14. Oktober war in Yucatan Alles ruhig, doch erwartete man stündlich einen Angriff der Mexikaner. Die Einwohner der ZnselCarmen hatten sich für die Wiedervereinigung mit Mexiko erklärt, Es hieß wie- der, daß Santana in Person kommandiren werde; 700 Mexikaner waren zu Champtoon, zwölf Leguas von Campeche, gelandet und be'f_estidgten sich dort. Yucatan hatte 1300 Mann gegen sie ab- ge an t.
Es soll nächstens eine direkte Dampfschifffahrt von Sou- thampton nach Konstantinopel in Gang gebracht werden.
2 London, 29. Nov. Die eben hier erschienene Procla: mation des General-Gouverneurs von Indien, worin er die Zu- rückziehung der Britischen Truppen von Afghanistan, nebst den ihn hierzu vermögenden Gründen angiebt, hat hier außerordent- liches Aufsehen erregt, und muß es in der ganzen Welt. Es ist eine der freimäthigsien Staatssohriften, die man in neueren Zeiten gesehen, und ist zu entschieden in ihrem Tone, um als die bloß persönliche Ansicht des Lord Ellenborough und nicht vielmehr als die Anficht des Kabinettes betrachtet werden zu können. Als solche enthält ste zuvdrdersk eine entschiedene Mißbilligung des ganzen Unternehmens gegen Kabul, und zweitens einen aufs deutlichste ausgesprochenen Entschluß, die Gränzen unserer Indi- schen Bessungen nicht weiter ausdehnen und überhaupt mit allen Nachbarn in Frieden leben zu wollen. Meiner Meinung naoh spricht dies Dokument ziemlich all emein die Gesinnung der Bri- tischen Ration aus. Wenn auch iele, bei unserer nothwendigen Unwissenheit der wahren Verhältnisse und geblendet durch den fiegrei- chen Zug nach Kabul und Kandahar, den Krieg anfangs gebilligt hatten, so haben die mancherlei Lehren, die wir seitdem darüber erhalten, worunter die Versicherung, daß wir diesem Unternehmen großentheils auch die Einkommen-Steuer zu verdanken haben, un: sere Ueberzeugung sehr verändert. So macht- uns auch die Hoff- nung, bald wieder diese unbeliebteSteuer los zu werden, Allesehr friedfertig, so sehr es auch der Eigenliebe kißeln mag, wenn man, wie vorige Woche, die ToWer-Kanonen ihrFreudeufeuer brummen hort. Die Whigs werden demnach ihre Sache nur noch ärger machen, wenn sie Lord Ellenborough's Entschließung zu tadeln suchen; nur wenn es sich bestätigen sollte, daß derselbe wirklich den Rückzug befohlen hatte, ehe die Afghanen gezüchti t und von
ses kann seinen Ruhm und die Popularität der Verwaltung, die , Indessen was auch sein Wunsth seyn mag, wird es ihm bei der großen Ausdehnung Zn-
_ staaten von dem (einigen, und der daraus entstehenden Schwie- rigk-eix, die vielen politischexi Agenten, die er immer halten muß, giehortg zu beaufsichtigen, hochst schWer werden, in jenen Regionen e nen allgemeinen Frieden zu erhalten. Und wären auch die Agen- Iklil'noioh- so weise_ und redlich, und hätten sie und viele andere
itair- und Civil:Beamten nicht ein so unmittelbares Interesse
am Kr egsskande, so ist es doch nicht leichter, mit Staaten, welche oft keine andere Regel kennen als Gewalt, und denen daher jede Nachqiékaing'stkeerrthchYTche gilt, infdeci' LängeFrieden zu erhalten. . n man an de Wirkun re e . =
chen die Maßigun geJen Afghanistan nach so giägnzenéetii nSietxeeili und noch mehr die em thigung des Mittelreichs emacht hat und es unbedingt wagen, sowohldas Britische als das ndische Héer so wie auch die Marine zu vermindern. Für die Indischen Finatizen wird dieses besonders wichtig seyn, besonders wenn noch dabei wie Lord Ellenborough hofft, die Mittel fich ergeben die Verbes: serungen im Innern des Landes vorzunehmen, wotiach man sd [ange vergebens gestrebt hatte. Denn derMan el an guten Land- siraßen und sonstigen Verbindungsmitteln war isher ein „Haupt; grund, warum der dortige Ackerbau und Handels-Verkehr nicht viel thäkiger geworden. Ein langer Friede würde, bei dem in
Großbritanien herrschenden Wunsch, in Indien uns von Amerika
unabhängig zu machen, hierin Wunder bewirken. Man glaubt,
daß die Regierung unsere Armee um 10,000 Mann "?Windkkn werde; doch wird versichert, Pottinger sey beauftragt. ehe er un-
wie Sir Robert Peel das Dex :e Krieg wahrscheinlich noch erforderlichen Kosten zu 1,200,000 Pfd. Se. angegeben habe, und fährt dann fort: „Der Minister schlug die Jahres-Einnahme aus der Einkommens-Steuer zu 3,771,000 Pfd. St, an, was jedoch nach allgemeinem Geständ- niß weit unter dem wirklichen Ertralgle ist, und wir erfahren aus en, daß jenem Anschlage noch
eine Million hinzugefügt werden muß. Nimmt man indessen den Ertrag auch nur zu 4 Millionen an, so ergiebt sich doch, die von zahlenden 4? Millionen hinzugerechnet, eine Summe
von 8 M ionen, welche das Deffzit weit übersteigt, wegen dessen . Peel der Nation eine Steuer auferlegen zu müssen be- klagee, von deren gehäsfiger Lask er fie je k, wenn er seinem Ver- Die Nation möge fich jedoch bereit halten, ihre Pfiicht zu thun, damit Sir R. Peel nicht durch ihre vorausgesehte Gleichgültigkeit ermuntert werde, jene Maßregel fortbestehen zu lassen, nachdem die Nothwen- digkeit, welche er bei ihrer Einführung zum Vorwande nahm, ver-
prinzen wird eine erhöhte Apanage (230,000 Fl.) und für die El-
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zu besuchen und dem dortigen Herrscher einen Vertrag abzundthi- gen, wenn auch nicht, um unsere Kauffahrer freizulassm, doch unserm Seeleuten, die auf seine Küsten verschla en würden, eine menschliche .Behandlung zu versichern. as indessen ganz zuverlässt ist, daß die kleineren Fahr enge, besonders die Dampfschiffe, vor Frer- Rückkehr, der ganzen andelswelt den Liebesdiensi erweisen werden, die Malayischen Seeräuber zu un- terdrücken, welche sogar dicht bei Singapore Raubnester haben sollen. Einige Dampfschiffe sollen sogar in dem ndischm Meer bleiben, und beständig dieses gefährliche Gesindel bewachen, wel- ches bei dem lebhaften Verkehr mit China, welcher sich vorberei- tet, unerläßlich ist. Dennoch sieht zu erwarten, daß bis gegen Ende Mai der größte Theil der Chinesischen Expedition wieder in England seyn wird. „ n der Heimath ereignet fich ]e t wenig; aber es bereitet sich fein; und Großes vor. Das abrikwesen, welches schon früher, wenn auch sehr langsam, sich wieder zu heben angefangen hatte, hat durch die Nachrichten von ndien und China einen Anstoß erhalten, welcher alimälig eine R ckehr zur früheren Thä- tigkeit erwarten läßt, wenn auch mitGefahr, daß abermals zu viel erzeu t wird, und dann eine gefährliche Rückwirkung eintreten dürfte. nter den Gutsherren gewinnt inzwischen die Ueberzeugung immer mehr Boden, daß die Britische Aristokratie ihren Reich- rhum einzig und allein der Thätigkeit des Kaufmanns und des Fabrikanten zu verdanken habe, und mitHandel und Gewerbe selbst zu Grunde gehen müsse. Die Morning Post kämpft freilich noch dagegen an; aber die Times hat gestern sogar ein Schreiben von Manchester in diesem Sinne aufgenommen, worin der Ver- fasser, der sich „Konservator“ unterzeichnet, drohe, daß die Kon- servativen von Lancashire in Masse zur League übergehen würden, wenn sich nicht bald Hoffnung zeige, daß Peel die Getreide:Skala aufgeben würde. Die Times sollte sich an die Spike _dieser kon- servativen BeWegung gegen das Korngeseß stellen, um jenes Uebel zu vermeiden; denn wirklich hätten bereits mehrere Konservative zu dem Leaguefond von 50,000 Pfd. St. subskribirt. Auch in Schottland bereiten fich Wunderdinge vor. Die Konferenz der Geistlichkeit, Welche eben stattgefunden, hat eine Reihe von Beschlüssen bekannt gemacht, des wesentlichen Inhalts, daß Wenn die geseßgebende Gewalt nicht in kurzer Frist, die Kirche vor der Einmischung der zeitlichen Gewalt in die Einsehung oder Abseßung der Geistlichen Einhalt thue, Alle (354 an der Zahl) fich vom Staat trennen und ihren Pfründen entsagen würden! Dieser Anspruch der Kirche auf gänzliche Befreiung von der Staatsgewalt in rein geistlichen AnÉeiegenheitc-n, zeichnet sich als befriedigend vor den pfäffischen estrebungen des Mittelal: ters aus. Denn während fie für sich selbs? das Recht behauptet, nach Gewissen handeln zu dürfen, gesteht fie zu- gleich dem Staate dasselbe Recht zu, und ist daher Weit entfernt, demselben mit Bann und Interdikt zu drohen, wenn derselbe es in seiner Verantwortlichkeit vor Gott für Recht erkennen sollte, die Ertheilung der Pfründen an Bedingungen zu knüpfen, welche die Kirche nach ihrer Ueberzeugung nicht annehmen u dürfen meint. Ich Weiß nicht in diesem Augenblick, wie viele fründen die Schottische Kirche hat; aber die obige Zahl ist gewiß bei mei- tem mehr als die Hälfte der angestellten Pfarrer. Auf jeden Fall ist es keine alltägliche Erscheinung, 354- Männer aus Gewissens- gründen bereit zu sehen, _allen zeitlichen Gütern zu entsagen.
Belgien.
Brüffel, 29. Nov."-ZDie-Nepräsentanten-Kammer hat heute mit Ausnahme einer" Stimme 'einsiimmig den Geseß-Entwurf an- genommen, welcher den mit*Spanien geschlossenen Handeis-Ver- trag sanktionirt. -
Deutsche Bundesstaaten.
München, 29. Nov. (Bayer. Bl.) In der heutigen Sißung der Kammer der Abgeordneten überreichte und motivirre der Herr Minister des Innern einen Geseßes-Entwurf über die Gask- und Schenkwirthschaften in der Pfalz, welcher zum Zweck hat, die den sittlichen Zustand in jener Provinz gefährdende Menge solcher Wirthschaften theils zu mindern, theils wenigstens ihrer weiteren Vermehrung Sohranken zu sehen. Darauf sehte der erste Secretair seinen Vortrag über die von Mitgliedern der Kam: mer eingegangenen Entlaffungs:Gesuche fort, und zwar wird die erbetene Entlassung aus Gesundheits-Rückffchten gewährt den Abgeordneten Pfarrer Mayer aus Edenkoben , Buchhändler Enke aus Erlangen, Bürgermeister Hoffmann zu Blieskaskel und Hammerbesißer Herrsohmann zu PlankenhaMMer; der Abgeordnete Zohan" Lang aus Landau erhält dage en nur einen sechswöchentlichen Urlaub, und der Abgeordnete De an Böckh von hier wird unverzüglich einberufen. Nachdem die Kammer darauf noch die Anträge des ersten Secretairs wegen des Druckes der Protokolle, wegen der Untersiüßung der Redacteure von Zeitungen und deren etWaiger Vertreter, Behuss der schnelleren Veröffent- lichung der Verhandlungen u. s. w. genehmigt hatte, übergab der erste Präfidcnt dem zweiten das Präsidium, um alsbald in seiner Eigenschaft als Finanz-Minister einen Geseh-Entwurf einzubringen, betreffend die Erwerbung des Wohnhauses und der Sammlungen Göche's zu Weimar auf Kosten des Deutschen Bundes als eines Deutschen National-Denkmals.
Folgende Herren sind zu Regierungs-Commiffairen für die Dauer des Landtags ernannt. Ministerium des Aeußern: Mi- nisierial:Räthe von Bezold und von Fink; der Justiz: Ministerial- Rath Lehner; des Innern: Miniserial-Räthe von Mayr, von Ze- nerti, von Volß; der Finanzen: Ministerial-Räthe Kleinschrod und Wanner; des Krieges: General-Major von Kunz und Ober- Kriegs-Commiffair Habel.
Die in der zweiten Kammer vorgelesene Nachweisung der Staats-Rechnungen für die leßten ZZahre ergiebt eine Ersparniß von 17 Millionen Gulden. Für Se. König!. Hoheit den Kron-
senbahn eine jährliche Budgets-Pofition von 1,200,000 Fi. be- antragt.
„Kaffel, 80. Nov. (Kass. Ztg.) Versammlun der Stande. _ Zu der gestern, am 29. November, Nachm trags, unter dem Vorsitze des Vorstandes des bleibenden |ändischen Aus- schUssks, Herrn Schwarzenberg, gehaltenen vorbereitenden Sihung, welchcr 86 vorläufig für legitimirt erachtete Mitglieder beiwohnten, wurde zur Wahl der zu dem Amte eines Präsidenten und Vice- Pkäsidenken höchsten Ortes vorzuschlagenden Mit lieder geschritten, MLM die Herren Obergerichts-Direktor von ' aumbach, Ober- Burgermeister Eberhard, ObersBürgermeister Regierun s-Rath Arno'd- OberIei'iQHtS-Anwald Schwarzenberg und Stade: ecrerair Wippermann traf.
Hamburg 2. Dez. Die Bürgerschaft ist den gestern er- wahnten vom Éenate gemachten neun verschiedenen Anträgen
sere Expedition die Chinesischen Gewässer verlassen läßt, Japan
sämmtlich beigetreten.
Italien.
Ancona, 19. Nov. Am 14ten d. traf die Prinzessin von Oldenburg hier ein und reiste bereits am 15cm auf dem Dampf: boot „Otto“ ab. Während ihrer kurzen Anwesenheit erhielt die Prinzessin den Besuch Ihrer Kaiserl. Hoheiten des !)“on und der HerzoJin von Leuchtenberg, welchen die Prinzessin einen ngen: blick vor hrer Abfahrt erwiederte.
* Spanien.
Paris, 29. Nov. Telegraphische Depeschen aus Spanien:
[. Perpignan, 26. Nov. Olot und die Umgegend haben die Junta anerkannt.
1. Barcelona, 24. Nov. Das Bombardement, welches heute um Mittag anfangen sollte, ist suspendirt worden; dieZunta war in Unterhandlun mit von Halen, der die gefangenen Regi- menter reklamirte. Bie Franzosen und andere Fremden waren an Bord Französischer Schiffe. Die Konsuln aller Mächte hatten protesiirt (wohl gegen das Bombardement); die Konsuln von Frankreich und England waren noch am Lande; die übrigen befan: den sich an Bord des „Meleager“.
lll. Barcelona, 25. Nov. Die Stadt i noch immer von “dem Bombardement bedroht. Die National- arde willigt ein, daß die gefangenen Truppen iich zu van Haien begeben, &edoch ohne Waffen, nach dem Buchstaben der Capituiation. Die rem: den sind noch immer an Bord der Französischen Schiffe. Cami)“- don erkennt die Junta an. Das Unternehmen des Terradas in Lampourdan [| verunglückt. Zu Saragossa, in ganz Arragonien, VchiZi und Andalusien war es, nach den letzten Berichten, no ru g.
Madrid, 23. Nov. Man erwartet heute hier mehrereRe- gimenter, die bei der ersten Nachricht von den Ereignissen in Bar- celona von der Portugiesischen Grän e zurückberufen wurden.
Es heißt, Herr Olozaga und me rere Deputirte der Coaiition Mixen, so lange die Unruhen dauern, einen permanentm „klub
en.
0 Paris, 29. Nov. Wir erhalten heute Briefe aus Ma- drid und Barcelona. Die ersteren gehen bis zum 22sim [. M. Die leßteren sind um einen Ta frischer. Am Vorabend der Ab- reise des Regenten, melden die erichte aus Madrid, versammelte sich das Conseil der Minister, um zwei wicht!“ e FMI"! definitiv zu entscheiden. Die erste Frage betraf das ombardement von Barcelona. Van Halen erklärte in seinen Depeschen, daß “' es nicht auf sich nehmen wolle, ohne dazu besonders. von der Regie- rung ermächtigt zu Werden, das Bombardement von Barcelona zu beginnen. Es sey dies ein gefährlicher Schritt, der höchstens dazu dienen werde, die Gemächer der Catalonier gegen die Re- gierung noch mehr zu erbittern. Nach längerer Bera- thung entschied das Kabinet unter dem Vorfiße Espartero's, daß van Halen ermächtigt werden soll, ohne Zb erung und ohne Gnade die Stadt Barcelona zu bombar iren, da- mit, wenn der Regent daselbst angekommen wäre. die Er- stürmung und Bezwingung der Stadt sogleich betrieben werden könnte. Der Courier, Welcher dem General-Capikain diese Ordre überbringen soll, ist in der Nacht vom 20sken auf den Aiken ab- gereift und wird somit erst in der Nacht vom 23sten auf den 24ßen *an den Ort seiner Bestimmung angekommen seyn. So erklärt
fich, wie nach der telegraphischen Depesche, welche der Messager von gestern Abends veröffentlichte, das Bombardement von Barce- lona erst am 24sken um Mittag anfangen sollte. Auf das Ein- schreiten sämmtlicher Europäischer Konsuln hat indessen van Haien die Eröffnung des Kanonenfeuers gegen die Stadt provisor1sch aufgeschoben, weil unter Anderem der Französische Konsul ihm „vorstellte, daß es unmöglich wäre, 3000 und mehr Französische Unterthanen, die gewöhnlich in Barcelona refidiren, in so kurzer Zeit am Bord der Französischen Schiffe in Sicherheit zu brin en, bevor die Stadt bombardirt werde. Im Vorbeigehen gesagt, md,
. laut Berichten aus Barcelona, die Eingeborenen daselbst weit we-
niger als die refidirenden Fremden über das zu be innende Bom- bardement der Stadt in Aliarm verseßt worden. in Korrespon- dent von Barcelona vers7chert, daß die echten Spanier so wenig das Bombardement befürchten, daß, als die Stadt Cadiz: von der Französischen Flotte bombardirt wurde, die Weiber von Cadix ganz lustig durch die Straßen wandelten, und ein Schimpfiied sangen, worin die Franzosen als lärmende Fanfarones ve'rs ortet wur- den. Gewiß ist es, daß Espartero darauf rechnet, da bei seiner Ankunft vor Barcelona van Halen die Feindseligkeiten so weitge- trieben haben Werde, daß er selbst mit leichter Mühe die Stadt werde bezwingen können.
Der zweite Punkt, wovon ich oben sprach, die Auflösung der Cor- tes, woran, wie Sie aus dem Bericht der parlamentarischen Verhand- lung in der Sitzung vom 22|en ersehen können, Niemand mehr in Madrid zweifelt. Daß eine solche Maßregel einen hefti; gen Widerstand bei den Cortes finden würde, war gleich vor- auszusehen. Um indessen den Lärm der Volks-Repräseneanten zu beschwichtigen, wurde Herr Olozaga in seiner Eigenschaft als Prä- sident der Deputirten:Kammer eingeladen, sich in die Mitte des Con- seils zu begeben. Dort wurden ihm die Gründe vorgelegt, Welche die Auflösung der Cortes unerläßlich machen. Der Regent er- suchte ihn, die Verlegenheit der Regierung nicht durch den Wider- stand der Kammn' noch mehr zu erschweren. Herr Olo aga ver- sprach, seinen Einfluß auf die Kammer zu Gunsten der egierung zu verwenden, und als in der Sißung vom 22sten die Deputirten Motta und Las Navas die Minister über die beabsichtigte Auf- lösung der Cortes, die fie eine ungerechte Maß:?“ und eine Ver- leßung der Constitution nannten, zur Rede sie'en wollten, ver- wehrte ihnen Herr OlozaJa das Wort, und unterdruckte auf diese Art den Sturm, Welchen ie Catalonischen Deputirten im Einver- ständniß mit mehreren Gliedern der Coalition an jenem Tage zu erke en beabsichtigten. Der Minister des Innern verlas dann das De rec der VertaYng der Cortes, Welchem Dekrete, wie man glaubt, in einigen agen die definitive Auflösung des Parlaments folgen wird.
ck Paris, 29. Nov. Wir erhalten an Weg die Mittheilung einer Prociamation, wel edie Central:Zunta von Barcelona am 22|en [. M. erlassen hat, und wovon das Spanische Original in unseren Händen fich befindet. Die Pro- clamÉtioni [“p“-LZ“; leth:
pan er. „s ;- ey engen der lückliclen Erei ni evom15ten [. M. gewesen. Eine heilige Pflicht bgat uns,in die ar'ise Nothwen- digkeit versetzt die Waffen ge en eine ungerechte unterdrückende Re- ierung zu ke ren. Wir bewe nen die vielen Opfer, welche in die- Zem Kampfe unterlagen , und möchte der Himmel zu eben, daß ße
ie einzigen wären womit die edle an wir die Initiative ergriffen, d muthige Revo ation, wovon
len uns, allen Söhnen des
außerordentlichem
beschlossen würde. Wir beei- Vaterlandes den allgemein ver-
breiteten Irrtbum, daß die Central - Junta von Barcelona
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ZU “eo?"ÉTZrvasere-Z Va rlandet brachte. Von jedem wvinzial- oder Partei- ntereß'e befreit, und nur nach unserer aufricht gen Ueber. ugu ban elnd, haben wir uns zur Aufgabe gemacht, den Unmutb
Zeller Metelen in einen gemeinsamen Zorn, ge en jenen Mann, der durch die Macht der Waffen sich zu unserem iktator aufwarf, und ns mit der Kette des Bittermutbes umstrickt hält, zu vereinen, Die
;: nsultative unta ist aus Männern gebildet worden, welche durch io Kenntni e und soziale Steaunä besonders hervorragen, es is! dies kr: Bürgschaft, die wir zu Gun en dem Prinzip der Einigkeit und ;n Bruderliebe, die für die Nation so nothwendig snd, darbieten. er iebt nicht einen Spanier, welcher nicht Klambt, daß eineReform
Ez ge enwärtigen Zuiiände nothwendig un unerläßlich isi, Wir di? gngdieselve nicht von einem Tyrannen erivartcn, der wc- d rstGewandtheit noch Fähigkeiten dazu besitzt, sondern von der Vor- der nehmt und dem Mathe, welchen die Nation in fich selbfj ver- ti“? Wir appeaireu daher an Euren Aussprnch, alle Ihr Bürger- Mli en Freunde und Brüder, und überhaupt an sämmtliche Spa- i r * dénen die Waffen um Schuhe und Anfrechtbaltung der Ge-
n e“anvertraut worden md. Kann es eine„n heiligeren Beweg rund seesheu als den, die Waffen zur Vektbcidtgung unserer Re te zu Ir reißen? Seyd Ihr nicht der vielen Lasien müde, die Ihr über- diIs mit der Aufopferun Eurer eigenxn Söhne, die dazu dienen, eine ungerechte und wiZkürliche Ne terung aufrecht zu erhalten, entrichtet? Bedarf es mehr Beweise nscrer Unterdruckung, als das traurige Loos von Tausend Familien, und die fortwährende Gefghr, worin Eure persönliäke Sicherheit chwebt? Seht cFhr man die Armuth und das C end aller Volks lassen, die Entbidßung unse- rer Armee den Untergang der inländischen cvndujiisie und die vielen Opfer wdzu eine neue Staats-Anlethe (we che in den Händen der Agiote/urs bleiben wird) die Nation vorbereiten soll. Unsere Leiden snd zu sprechend, als daß man sie hier aufzuzählen braucht. Ver- einigen wir uns daher in einem gemeinsamen, eben so ehrenvollen als nützlichen Unternehmen, und lassen wir uns nicht durch leeres
Ge chwä§ irre ühren. Heften wir den Blick auf das trattriFsintledä
nel darbietct und wenn wir den gcme jF?r?tcildesveikziiieicZZYt[)J-iiden werden„ werden wir mit Recht die Lorbeern
unseren Sieges und dieFrüchte unseres Patriotismus pfiückcn können,“
© Madrid, 22. Nov. In der ver angenen Nacht traf aus dem Haupt-Quartier des Generals van alen ein Ordonnaen - Offizier ein, der die 90 Meilen in 40 Stunden zu Pferde zuru : gelegt hatte. Er überbrachte queich Depeschen des Französischen und des Englischen Konsuls in arcelona an die Gesandtschaften beider Mächte. Der Englische Konsul weidet seinem Gesandten, daß einige Truppen am 19ten den Monjmch noch beseßt hielten, und daß er von Seiten der in Barcelona eingesetztex Volks- Zunta veranlaßt wurde, fich naeh dem Monjuich zu verfugen, um den dortigen Befehlshaber aufzufordern, das Bombardement der Stadt einzustellen.
Die Regierung hat die eingegangenen Depeschen nicht ver- dffentliaht und zeigt in der Gaceta von heute nur an, daß der General:Capicain van Halen sich am 18ten mit seinen Truppen in San Felicu de Llobregat, zwei Meilen von Barcelona befapd, und die Besatzung des Monjuich mit Lebensmitteln versehen ließ. Der Gaceta zufolge, hat sich der Aufstand in Catalonien nicht weiter ausgedehnt. Die Provinziai-Deputation von Lerida rich- tete am 17ten an den Regenten eine Adresse, in Welcher sie ihm die Treue der Provinz zuschert, und den Aufstand von Barce- lona mißbilligk. Die Provinzial-Deputation von-Tai'ragona schickte am 18ten zwei ihrer Mitglieder an den General van Halen ab, um ihm ihren Beistand anzubieten.
Bis zum 19ten war weder in Saragossa noch in Valencia die Ruhe gestört worden.
Die drei Bataillone Provinzial-Milizen von Neu-Casiilien, welche bereits aufgelöst waren, smd schleunigst wieder zu den Waffen gerufen worden.
Die heutige Sißung des Kongresses der Deputirken war von kurzer Dauer, aber ziemlich geräuschvoll. Der Graf de las Navas
und der Deputirte Lopez behaupteten nämlich, ein großer Theil *“ des Kongresses mißbillige die Entfernung des Regenten von der , -- Hauptüadt und hätte diese Mißbilligung in der vorgeskrigen Siz- "Z'
zung zu erkennen geben wollen, wäre aber durch denPrästdenten,
dert worden, Imken für eine unkluge und unpolitische Maßregel.
einen solchen chritt könnten die Deputirten nicht billigen. Volks-Tribkme gab ihren Beifall zu erkennen, und als endiim- die Ordnung wiederhergeskellt war, verlas der Marine-Ministex?
ein von dem Regenten gestern unterzeichnetes Dekret, kraft desse_.Z
die Sißungen der Cortes für jeßt suSpendirt wurden. *, Ein Theil der Deputirten soll im höchsten Grade unzufriede
mit dem Benehmen des Präsidenten, Herrn Olozaga, seyn. «ZZZ Man versichert, die Coalition versammle sich diesen Aden"
um ein Manifest an die Nation zu richten. - ier in Madrid ist für cht alles ruhig, und Niemand We" „
sich [3 e Vorfälle von Catalonien genügend zu erklären.
Griechenland.
. Athen, 12. Nov. (21. Z.) Sir E. Lyons so wie der Fran- zossche Gesandte haben dem Grieohischen Ministerium der aus: wärtigen Angelegen eiten Noten überreiaht, worin sie über die Höhe der Zoll-Ans ße im Königreich siarke Beschwerden führen undzugleioh erkläi'en,edaß ein fernerer Verkehr mit Griechenland beinahe, Unmöglich wuerde, wenn von der Griechischen Regierung nicht eine da[dige Abhulfe geschafft werde. Es ist in Folge dieser Remonftrationen eine Kommission ernannt worden, und man hofft, daß binnen kurzem die Kundmachung eines neuen Zoll-Tarifs statt: finden werde.
Der Admiral La Sasse will in Salamis die Ankunft seines Nachfdlgers im Kommando der Levantinischen Station abwarten. Als die Französiche Flotte Beirut verließ, hatten die Gräuel im Libanon und Antilibanoneden höchsten Punkt erreicht, und man YUM“ sehr, ob die Turken der Verwirrung Meifter werden
unten. *
Serbien.
Belgrad, 21. Nov. (A. 5.) Heute langte RifaatPascha, der neuernannte Türkische Gesandte am Wiener Hofe, mit dem Dampfboot „Ar o“ in Semlin an. Sogleioh beJaben fich der hitsge Pascha, iamil, nebst dem Serbischen Mnister Ahram Petronikwitch und dem bekannten Wutsitsch nach Semlin, um ihn zu ewi kommnm. Nach dreistündigem Aufenthalte daselbst kehrten die Herren zurück und das Dampfboot fuhr mit Rifaat Pascha, be leitet von Kanonensalven, stromaufwärts weiter. So wie die „z rgo“ vor Semlin angelegt hatte, kam, bevor noch die Obemkw buten aus Bei rad in Semlin eintrafen , der noch im- mer in Semlin ich au altende f ühere Serbische Fürst Michael mit Gefolge zu ifaat Pascha au 8 Boot und suchte in den An-
5,_,-*7aft* machten, verlor der einen Mißbrauoh vom Reglement gemacht habe, daran verhiu-Y Der Deputirte Lopez erklärte die Abreise des Re:; Er fügte"! inzu, die RYerung beabsichtige die Auflösung der Cortes, YE,
e: -
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m m mch erreich bestimmten Gesandten zu lesen, ob noch
krgend eine Mun für ihn sey? Rifaat Pascha uckte die Achseln und TJ“: egene Schuld habe ihm dies Schi sal berei- tet. Der F , kaum die Thränen zurückhaltend, zog sich hoff- nungslos urück.
Der roßherrliebe Berat für die Fürstenwürde des Alexander Karageorgiewitsch lautet:
„Der Schöpfer der ffchtbaren und unsichtbaren Din e, unerforschlichc große Gott, nach seiner ewigen Macht und LHewalt, bat Mich gewürdigt, in seiner Gerechtigkeit Mich mit anderen gro- ßen Potentaten gieichzusiellen , und hat diese hohe Würde mit herr- lichen Gaben begleitet, mit welchen xh nur Gutes auf dieser Welt schaffen soll, wie auch andere Gewa ttge an Meiner bobcn Pforte Schutz und Zuflucht finden. ür alles dies (age Isch demütbigen Dank dem Allmächtigenl Es i Meine Schuldtgkcit, Sorge zu tra- Jen für die Ruhe und Unverlevlichkeit aller der Unterthanen,
ie Mein Reich umfaßt. Daher habe Ich, damit jede Ge- walt.und jedes Unrecht beseitigt werde und nur die Gerech- tigkeit walten möge , überau Regierungen eingesevt. nnter Anderem hatte Ich auch der Serbischen Mir untertbänigen Nation, damit sie in voller Zufriedenheit lebe, einst den Michael Obrenowitscb Zum Fürsicn bxfieur. Da er sich aber erlaubte, gcgen Meinen Willen und gegen die dgr Natiowverliehenen Rechte und Ge- scße zu handeln, so habe Ich Mtch genöthtgt gesehen, 1 n der fürst- lichen Würde zu entseven. Die Aelteiien und Vornehm en des Lan- dcs , wie auch die ganze übrige Nation vom kleinsten bis 2Zum größ- ten haben fich aus„den Notabilitätcn des christlichen olkes dcn Alexander Karageorgtewitsch zum Fürsien auserlescn (dem Ich wün- sche, das; diele Wurde ibm siets und für immer verbleibe) ; se ha- ben erklärt, aß er im Stande.,“cy, Land und Volk zu regie- ren und haben gebeten, daß er ihr Fürst werde. In Folge dessen habe Ich dem obbelobten Fürsien, auf daß er fich Meinem ge- setzlichen Willen unterwerfe, das Volk durch gute Yerwaliung in voller Zufriedenheit erhalte, die Treue gegen Mein Kaiser- rei bewahre, in allem kraft der Vewrdnungen und Weisungen der zwe die inneren Angelegenheiten Serbiens, regelnden Fermanx regiere, eZen Meinen Willen nicht handle und die dem Lande erthetlte Vcr- Ya'ung Justaw) nicht verlcize, dem Foxtscbreiten der Nation nicht Hindernisse in den Weg lege, sondern mct allen Kräften in allen An- ?elcgeyheitey Gerechtigkeit übe, so daß er niemals entsetzt werden olle, en Kaiserlicher Gnade den 3. Ranmfnn 1258 die Fürstenwürde verliehen und ihm dicscn wohlverdienten und wohlwonenden Berat ausgefol t, indem Ich weiter befehle, dqß der Serbische Fürst das Fürßent uni gerecht und die Angelegenheiten des Landes pünktlich und getreulich verwaltc. Der volle Senai, so wie auch die an- deren Ober-Bcamten und das ganke Serbische Volk, soll ihn, der von Meinem Kaiserreich ernannt_ , dafür erkennen, und um ane Angelegenheiten, welche dem urüen zukommen, befragen, seinen Worten folgsam seyn, und allen 11 der Verfassung be ründeten An- ordnungen und Befehlen, Welche ei“ ertheilen wird, Fo ge leisten und se erfiillen. Der vielbelobte Fürsi, in Unterwürä keit verbleébcnd- möge in wahrer Treue verharrcnd immer mehr so :ck) betragen, daß es Mir wohl efällig sey; und wegen dessen, was das Land bedürfen sollte, md e tch der hohe Furs? nur az: Meine hohe Pforte wenden. So bande nd, soll Niemayd six!) in die Angelegenheiten seiner fürst- lichen Würde mengen. Du:? weisst und diesem glaubst. Anfang des Ramasan 1258 (5. Okt. 1842)“
Ostindien.
Bombay, 15. Okt. In einem außerordentlichen Blatt der Regierungs-Zeitung isi in Bezug auf die Siege in Afghani: stan noch folgende (evi? in den Londoner Zeitungen vom 28. No- vember mitgetheilte) wichtige Proclamation des General:Gouver- neurs auf Befehl publizirt worden:
P r o c iaLm-a t izoÖn. Geheimes Departement.
Simia (Hauptquartier des General- . „Gouverneursx 1. Okt. 1842.
Die Indische Regierung lteß tbfke Armee übez' den Indus gehen,
um aus Afghanistan einen Häuptling Zu vertreibetz, der für einen . _Feind dex Britischen Interessen galt, an um auf seinen Thron einen “ouveram wiedereinzusetzen, der als ein Freund dieseantereffen und ls beliebt “bei seinen früheren Unterthünkn dgrgesicllt wurde. ' Der fur einen Feind gehaltene Häuptlmgywurde gefan en ge- ommen und der als volksbclicbt geschilderte Souverain an seinen hron xvicderetngeseizt; nach Ereignissqn aber, welche seine Treue »egen die Regierung, durch welche er wuderhergeiieUtwurde, zweifel- er durch die Hand eines Meuchelmdrders den bron, den er nur unter Empörun en behauptet hatte, und vor wie ach seinem Tode dauerte die Anax ie immer fort. .
Un lücköfälie, an Umfang mit nichts zu vergletchen, außer mit 'den Fc lern, aus welchen se entsprangen, und_ mit dem Vcrrath, durch dcn_ fie vollbracht wurdcn, snd in einem etnzt en kurzen Feld- zuge auf jeglichem Schauplatz vorhergegangenewMi gcscliicks gcrächt ; worden, und wiederholte_ Siege im Felde, so wie die Einnahme der Städte und Citadellen Gtö'pi uxid Kabul, haben den Britischen Waffen dcn Rizf der„Unuberwindlechkeit wiederge eben,
Die Britische Armee, welche im Bei?!) von Afghaniüan isi, wird nun an dcn Sutledsch*) zurückgc ogcn werden,
Der General-Gouverneur w xd es den Afghanen selbst überlassen, inmitten der Anarchie, welche die Folge ihrer Verbrechen ist, eine Regier'ung zu errichten.
Einem widcrürcbenden Volke eincn Souverain nufzudringcn, würde xben so unvereinbar mit der Politik wie mit den Gi'undsaizen der Britischen Ne ierung seytz , es würde die Waffen und Hülfs- queUen jenes Vol es zur Verfugyng des ersten bcücn Eindringlings siclicn ,und die Last aufbürden, cmxn Souvcrain aufrecht zu erhalten, ohne eme Aussicht, von seiner Allianz einen Nutzen zu ziehen.
Der Gctzcral-Gotxverneur wird gern jedwede von den Afghanen selbst SUkZLbL'ßk'Ie Nthcrung anxrkenncn, wenn dieselbe den Wunsch und die; ähtgkeit zu abcn scheinen sollte, freundschaftlichc Verhält- nisse mtt den ben_achbartcn Staaten zu unterhaltcn.
Zufrieden xntt den Gränzen, welche die Natur dem Gebiet der Tndischen Regierung angewiesen zu haben scheint, wird dieselbe alle : rx Ansirengungen auf die Begrundung und Erhaltung aligemeinen Frtcchns- auf die, Beschuizung “dcr Souveraine und Häuptlinge ihrer Verbundeten und auf die Wohlfahrt und Prosperität ihrer eigenen getreny HikteFtthietDvcßanden. d d » d
„ _te 1“: c es cn ab iin er „xn us, die Gebir s (T e und die wclden Yolksßämmc Afghanistans werden zwischen dcYÉrKiickyn Armee und_cenem aus danWestcn herannahenden Feinde, wcnnüber- haupt an einen solchen Feind zu denken isi, und nicht mehr zwischen der Armee und ihren Zufuhren dte Scheidewand machen.
Die ungeheuren Ausgahen, welche für den Unterhalt einer be- deutcnden Streitmacht, in einer Falschen militairischen Steauna, fern 3131: ZK)“ jZiegrednxtn nYénkÉnllnd'idreY eigenen Hülfsquellcn, eriordcr-
. , e ) ger je e erbc erun s- a r - sien ;dOeß Landiesi itmdAdes VHM! verzögern!s g M ß egel zu Gun
te vere n g e rmee n ands und Indiens, dur i re Au-Zrü- stung, Manns uchi, Tapferket und durch dicOiffzierervolz devxen ffe kommandirt w rd, jeder Streitmacht überlegen, die ihr in Asen ent- gegengesicllt werden kann, wird in unangreifbarer Stärke auf ihrem
*) Der Sutledsch, der aus dem Himala a kömmt und e Mittun, im Gebiet von Bawalpur, sich in den lHmvus erqicßt, blilx det die nordwestliche Gränze zwischen Oßindien und dem Pendschab, dessen Beherrscher bekanntlich icht mit der Indischen Re ierunq ver- bündet sind- und welches das Haupt-Corps der Briti chen Armee in Athaniftan bei seiner Rückkehr passren wird. Der Sammel- plav er Britischen Truppen am Sutledsch pacgt Firozpur zu seyn.
Anmerk. d. Red.
der
eigenen Grund und Boden jeden und das herrliche Reich, welches sie erobert hat, immewar in Sicherheit und Ehre bewahren.
Der General-Gouvemeur kann, indem er auf o fteimlt : Wei c den benachbarten Staaten die friedliche und kon ewative P - Lk cketiner Regierung verkündet, keine Mißdeutung seiner Beweggründe
r en.
Af banisian und China haben leichzeiti eseben, welche Streit- kräfte Kt seiner Verfügung stehen, Zub mit Je chem Erfolg dieselben verwendet werden können.
Aufrichti dem Frieden er eben, um der Woblthaten nile", die derselbe dem olke ewährt, ! der Gcneral-Gouverneur entsFlosen- den rieden zu erha ten, und wird er die ganze Macht derB tis ! Reg erung aufbieten, um jedweden Staat, der denselben zu bre en geneigt seyn mdchte, im Zaume zu halten.
Auf Befehl des General-Gouverncurs von Indien
' T. H.. Maddock- Secretair der Indischen Regierung beim General-Gouvernenr.“
China.
Hong Kong, 10. Sept. Aus den offi iellen Depeschen des General-Lieutenants Gough ist noch einiges zNähere über die Vorbereittemgen zu einem Angriff auf Nanking mitzutheilm. Ei Fit'idhhieruber von dem Ober-Befehlshaber der Landungs-Truppen
er tet:
„Xn Tschinkiangfu blieb General Schoeddewit dem 55ßen In- fanterie-Negiment und einigxn anderen Infanterte-Detaschements als Garnison zyrück, wiewohl die Stadt selbst wegen der Masse der halb- verweßen Leichen tznbewohnbar war, und die Flotte setzte am 29. Juli ihre von der Britischen Regierung entworfene, von dem General- Gouverneur von Oüindiext eifrig in Schutz genommene, von Sir HUZh (Hough und Sir William Parker aber schon vor Eintreffen der In ructtonen unternommene Bewe ung, den Jangtsykmng hinauf, weiter fort, nachdem, um ferneres lutvergicßen zu vermeiden, eine, jedoch vergebiiche, Aufforderung zur Uebergabe an den Vice-König der beiden Ktang-Provinzen, Niukthn, abgesandt worden war, welche, weenn ffe a„ngenommen worden wäre, die Md lichkeit gewährt haben wurde,_ mu dcn La,ndtrupven Suhtschu_und an tschan anzugreifen und met einem Theile der Flotte den Pethp zu blo iren und den Han- delsverkehr im Golf von Pelschelt zu behindern.“
„Die erücn Schiffe der Flotte langten am 5ten, dcr Resi erst am 9. August vor Nanking an, und es begannen nun die Vorberei- tungen um Angriffe auf die Stadt, welche den Friedens-Abschluß herbeigexübrt haben. Die Zahl der Einwohner dieser Stadt wird auf eine Million angeschlagen, die Zahl der darin beffndlichen Trup- pen soll 6000Tatarcn und 9000 ChinefisckicSoldaten betragen, außer der sehr zahlreichen aus den Einwohnern selbst gebildeten Miliz, Die Stadt hat 20 Englische Meilen im Umfange und war deshalb, trotz ihrer zwi chen 28 und 70 Fuß hohen Mauern und der Kanäle, Vorßcidte, S mpfe und Seen, welche die Annäherun an vielen Punkten erschweren, leicht zu nehmen, indem man die elbe nur an verschiedenen Punkten zugleich zu bedrohen und dadurch einer Kon- zentrirung der großen Truppenmacht, welche die Garnison bildete, vorzubeugen brauchte.“ „
„General (Hough hatte 4500_zuverläifige Soidaten unter seinem Befehle, welche zur Erreichung seiner,?!bffcbt genugen konnten, indeß beschloß er, im Verein mit dem Admiral Parxer, um der Wiederho- lung der Gräuclsccncn von Tschavu und Tschenkiangfu vor ubeugen, zuvor durch eine bloße Demoniiration, die Chinesen wo m glich zur Nachgiebigkeit zu vermögen, während mdcß zugleich alle Vorkehrun- gen getroffen wurden, um nbtbigenfaUs durch Beschießung der Mauern von Seiten der größten Schiffe der Flotte und Erfturmupg der Werke von Seiten der Landtrupven Herr der Skadi zu werden. Dtebeabschtigte Demonstration wurde im Verein mit dieser Maßnahme zu einem direkten Angriffe, dadurch bewerksielligt, daß die Brt ade Saltoun nebsiArtiUerie und Sappeure auchschifft wurde und 17 am 11. Au- Zusi und den folgenden Tagen in einem fünf Englische Meilen von
er Stadt entfernten Dorfe festschte, von wo aus sie zugleich, im Fall einer entschcidendcn Bewegung von der Sceseite her, die die Brigade Barticydnternchmxn sollte, den Haupt-Angriff kräftig hät- ten untcrsiüßen können. Diese Maßnahmen hatten den gewünschten Erfolg, denn schon am 17. August erhielt General (Hough von„Sir Henry Pottingcr die Nachricht,„daß Friedens-Unterbandlungen emge- leikxßt seyZn und die Feindseligkeiten daher vorläufig eingeücllt werdcn m ten/
Der Erfolg dieser Unterhandlungen nach zwölftägiger Dauer ist bekannt.
Inland.
Bonn , 29. Nov. Gestern hat Dahlmann vor 400 Zuhö- rern seine V0rlesungen eröffnet. Rheinische Blätter theilen seine Rede mit, der wir die schlagendften Stellen entneLmen:
„ „Man erzählt von einem alten Weisen, wie er den G ttern täg- lich dankte, daß er als Hellxne und als Athener geboren sey. cvch danke dem Himmel, daß „ich ein Deutscher geboren, und daß er me ne Zukunft mit dem Preußischen Staate verbunden hat. M g
leicht manche ormcn vergänglich, _mehr Gründung, als Durchbildung und mag das 1chere„Gelecse für vieles Nothwendige noch funden seyn. Für die Schule so vieler Thczten und Leiden iß ni" ts zu schwer, Die Hand, die über Alles entscheidend waltet, geh rteiner Brust an , in dcr Hochhcrzigkeix sxhiägt. Dieses Glaubens lebe ich und daran halte ich. Wohl weiß ich, daß ich einen Boden hier be- txcte,„wclchem von allen Zcrwürfniffen Deutschlands, politischen und erchltchen4 die Spur nicht fremd geblieben. Hier geziemt es sch, dee Gemeinsamkeit festzuhalten , welche alle Guten auf Deut- schen] Boden zusammenhält. Keine der Schranken , welche an incnichltcher Kurzsichtigkeit haften, hinderte Niebuhr, fich hier
der glänzendsten Erfol e zu freuen. Wie weit enternt bin ich von einem so boch3chendcn Manne! Allein ich dxrf es sa-
gen, die inn_ere Bewegung treibt, mich eben so wohl als die Verehrung: die Freundschaft, die mich mit ihm verband, wurde nie auf die Dauer gcüdrt, oft verjüngt durch die Erfahrung, daß unsere Wege iich in einem ganz verschiedenen Flußbctte vereinigten. Meh- rere Ueberzxugungen find, an denen ich hafte, während Niebubr dieselben Dinge mehr nach der Schwierigkeit ihrer Volibringunq maß. Niebuhr, neus dem Dunkel der Zeiten, die er erforschte, heil hervorgegangen, uberblicl'te mit gleicher Ferri keit und Frische die Staatslagen. Keiner trug mehr weifel in Jeincr Brust an dem gesammten Gange, an dem_Forts )ritte des Menschcngcschlechts im Ganzen und Großen, als dieser Mann. Aus diesem Glauben, der mir von,?“xxtgend auf zur Scitiiiand, entnahm ich den Muth, in der schwacrigen Bahn der Politik lchrend und in einer Weise auf- zutretcn , welche von den bisher angefangenen sich wesentlich unter- schseildet) Folgendes iii die Art und Weise, wie ich die Dinge an e e.-
„Vor Allem ist der unreife EntbamSmus abzuthun. Die Staatssachen werden von uns entweder versehen oder mit zerstö- render Begeisterun? aufgefaßt. Es scheint fast, der Deutsche wolle eber alies Andere angsam ergründen, nur die Lehre vom Staate nicht. So ügt es fich, daß zu denen , welche um Staate nicht kommen wo ten, der Staat mit aller Macht ge ommen iii. Die Deutschen habe): siegreich die Waffen Je en den äußeren Feind ge- führt. c'ém kFriedenswerk'e blieben fie e:] der Mittelmäßigkeit kek“!- Ueber die letenden c"deen der Zukunft ist noch immer Streit. -- Kein Wunder. - Wies Deutschland in der Gcschichkt der Europäi- schen Staaten vermißt wurde , so gehörte auch die Wissenschafk WU Staate zu der weni ii glücklichen, bis sc durch den Untergang des Deutschen Reichcs hren bißorischen Gehalt verlor“ WMS MW“- lufti eTheorieen ; es wurde, wenn ich mich so ausdr ck_en dar, Staat mit 9dem Staate gctricben; mit schwerfcklliger Einseitigkeit entwe-
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