1842 / 340 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

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Dieser Tage traf der Wallfischfänger „Offley“ mit einer Thran:Ladung von 1200 Fässern aus der Südsee in den Londo- mr Docks ein. Dies Schiff hat das Unglück gehabt, daß im Monat Mai 16 Personen seiner Bemannung auf den Schah- inseln, wo fie, um Wasser zu holen, in einem Boote gelandet wa- ren, von den Eingeborenen in Folge eines Streites zwischen dem Capitain und einem Häuptlinge, der Ersierem ein Messer siahi,

überfallen und getödtet wurden.

Es sind fünf den Chinesen abgenommene metallene Kanonen

aus dem Arsenal zu Woolwich im Tower eingetroffen. Sie fin

sehr schön gearbeitet, und eine derselben ist ein Achtundsechzig':

pfänden

In der City macht das Verschwinden eines der jüngeren Commis der Londoner Actien-Bank großes Aussehen, der am ZLsken MorFens für diese Bank einen Betrag von nahe an 20,000 Pfd.

ei der Bank von England in Banknoten einkassirt und sich Man weiß bis ]“th nur, daß er im Laufe des Tages 5_600 SoVereigns bei der Bank von England gegen Banknoten einwechselte, hat aber außerdem

St. damit aus dem Staube gemacht hat.

keine Spur von ihm ausfindcn können. Noch an demselben Tag

wurde sein Signalement nach allen Seehäfen geschickt, und meh- rereA enten gingen nach dem Festlande ab, Für seine Ergreifung sind 00 Pfd. St. Belohnung ausgeseßt, und man hofft, des

Diebes in kurzer Zeit habhaft zu werden.

Ein zwischen England und Bolivien abgcschioffeper Handels- und Schifffahrcs-Verrrag is? am Montag amtlich publizirt worden.

Niederlande.

Aus dem Hang, 2. Dez. Der König hat auf einige

Tage eine Reise nach Nord-Brabant angetreten.

Bekanntlich iii der riesenhafte Pian, das Haarlemer Meer trocken zu legen, in Ausführung begriffen. „Das trockene Wetter

dieses Jahres“, schreibt man aus Haarlrm, „hat erlaubt, die Ar- beiten sehr zu fördern. Um das ganze Mrer wird ein Ringgra: den mit Deichen angelegt, in wrichen man dir in jenes münden- den Flüsse und Quellen einlenken und in die See abführen will; diese Ringfahrt soli beinahe fertig geworden seyn, namentlich auf dcrböftlichen Seite, wo das morasiige Land große Schwierigkeiten dar ot.“

Durch den Brand in Surahaya, der im RegierungsWackhaus ausgebrochen, sollen namentlich viele Lrinenwaaren vernichtet wor: den seyn; der ganze Schaden wird auf 1,150000 Fl. geschähe“.

Deutsche Bundesstaaten.

Stuttgart, 2. Dez. (Schwäb. Merk.) Wie wir er- fahren, kaufen unsere Banquiers seit einigen Tagen keine virrpro: zentigen Württembergischen Staatspapiere niehr, da sie unterm 28. Novrmber dem ständischen Ausschuß für die Staatsschulden- VerWalkung das Anrrbieten gemacht haben, derselben die nöthigen Fonds zu vollständiger Reduzirung der noch vier Prozent tragen- den Staatsschuld:Verschri-ibungen auf 3.15 oCt. zu liefern.

Celle, 1. Dez. (Hamb. K.) Se. Majestät der König ist gestern Nachmittag hier eingetroffen und hat die für ihn in Be: reitscizaft geseßten Gemächer des Schloffes bezogen, wo am Abend nur einige distinguirte Personen zu einer kleinen Spiel:Partie versammelt waren, Heute war der Monarch zur Jagd nach Fuhrberg; diesen Abend wird Ball seyn. Morgen findetdieUeber- gabe des neuen Ober:Appellationsgeriobks: Gebäudes siait, und Sonnabend kehrt Se. Majestät nach der Residenz zurück.

Braunschwäg, 2. Dez. (H. K.) Die in diesen Tagen zusamäiengetretene Srände:Versammlung hat ihre Thätigkeit mit der Wahl der Kandidaten zum Präfidium begonnen. Von den drei Gewählten erhielt die iandrsféiriiiiche Bcstätigung der zweite, nämlich der Advokat Steinacker aus Holzminden, lange schon rühmiichsk bekannt durch seine parlamentarischen und schriftstel1e: rischen Bestrebungen für einen zeitgemäßen politischen Fortschritt. Die Wahl eines so allgemein geschäßten ?))?annes hat in allen Kreisen, in denen irgend Interesse für unsere öffentlichen Verhält- nisse besteht, die lcbhafrcsir Freude erregt.

Bremen, 30. Nov, Es hat sich hier eine Actien-Gesell- schaft gebildet, um unter Hannoverscher Flagge Fischerei in der Südsee zu treiben. ])r. C. B. Ulrichs in Vorbur dam, ein un“- weit unserer Stadt beiegener Ort des Königreichs Hannover, sieht an der Spiße dieses Unternehmens, Welchem die Untersiüßung von Seiten der Hannoverschrn Regierung, wie der dortigen Kapitali- sien, nicht fehlen wird,

Auf die dringende Vorstellung der König!. Hannoverschen Re- gierung hat unser Senat bei schmerer Strafe verboten, den Han: noverschen Linnen-Leggen:S-tempel nachzumachen und auf Bremi- schem Gebiet zu benuhen.

Oesterreich. © Wien, 30. Nov. Die oberste FinanzBehörde hat vor kurzim ein wichtiges Geseß über die Art des Benehmens bei Besiß:Ergreifung der in schiffbaren Flüssen und Strömen vorhan- :“ denen Inseln bekannt gemacht. Diese werden im ganzen Umfange

Siebenbürgen) für StagisEigenthum erklärt, und folien als sol- ches behandelt werden; jeder von Privaten dagegen erhobene Ei- ginthums-Anspruch muß daher von diesen rechtskräftig erwiesen Werden. Zur Geltendmachung diesrs der Staaks-Verwaltung zu- sehenden Rechts soll sie von nun an der zur Erwerbung freiste- hender Sachen privatrecheiich erforderlichen Zueignunch-Ilkte nicht bedurfen, within „Weder riner förmlichen Besß:Ergreifurig noch in' der Regel einer Eintragung in öffentliche Hypotheken- Bucher, sondern „sie kann sich auf die unmittelbare einfaehe Befißnahme beschranken. Diese Besißnahme, zu Handen der Staats : Verwaitung, hat durch die Kammern! : Behörden zu erfolgen, da ihnen die unmittelbare Obsorge für das Staats- Eigenchum zusieht, und sind selbe angewiesen worden, die in Besiß genommenen Inseln zu verme en und zu mappiren, auch wo es in einzelnen Fällrn 'den ansi nden angemessen erscheint, durch P-fähle oder auft-sonsk geeignete Art als Staats-Eigrnthum be- zeichnen zu lassen- Einmendungen, die hierbei gegen die Eigen- thums-Erwerbung des Staates vorkommen, smd mit Zu iehung kreisämtlicher Konim1sfionen und unter deren Leitung zu erortern' wo diese durchefreiwilliges Uebereinkommen nieht geschlichtet werZ den, hat die hohere Administrativ-Behörde, auf Grundlage des zuvor einzuholenden fiskalämtiichen Gutachtens zu entscheiden, und die hierdurch fich etwa verleßt 'vermeinenden Privaten auf den Rechtsweg zu verweisen.

«i- Prag, 2. Dez. Nachdem vor einigen Jahren in der Gegend der Kreissiadt Zungbunziau vergebliche Bohrversuche ge- macht wurden, um das unserem Lande, froh seines großen Mine-

xkc-teuer weit verhaßrer ist, als es jene Naturalleiskung war. Fast alien Provinzen sibßt die Erhebung der genannten Steuer auf Widerstand und Schwierigkeiten, die Weit öfter in dem bösen Willen der Bevölkerung als in ihrer Armuth ihren Ursprung ha: .“? Selbst wohlhabende Leute lassen sich lieber auspfänden, als

_ _ . . * reignet es sich, daß die bei solchen Gelegenheiten mit fiskalischem der Oesterreichischen Monarchie (mit Ausnahme von Ungarn und "?"":i-“Yzeschlag belegten Sachen vergebens um den nirdrigsien Preis „» 111 Verkaufe ausgebotrn werden, weil in manchen Ortschaften

***-LT- nd Gegenden die ganze Einwohnerschaft in einem stillschweigenden

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Schlau zu erreichen. Wie der Slavische in früheren Zeiten die Salzsederei in großem Umfange betrieben wurde. den dortigen früheren Bergbau, ha en zugleich au'f den U prung salzhalti er Quellen gexührt, die ein günstiges Re ultat ver ißen. Für un ere anusirie esonders wäre die einheimische Gewinnung des wohlfeilen Koch'salzes in hohem Grade wünschenswerth, da d die vielen chemischen Fabriken, Bieichereien und Glashütten, welche dessen in großen Quantitäten bedürfen, durch den hohen Preis desselben in ihrer Production sehr beschränkt sind.

Schweiz.

_Neuchatel, 29. Nov. Ueber den Aufenthalt Ihrer Königl. Majestäten im Färsienthum Neuchatel ist so eben eine Schrift von 166 Seiten mit den Bildniffm Zhrer Majestäten, so wie mit mehreren anderen Abbildungen, erschienen, die bei dem allgemeinen Interesse, welches die Reise des Königs erregt hat, hier sehr viele e Käufer findet.

Spanien. Paris, 2, Dez. Hier sind folgende telegraphische Depeschen eingegangen:

]. Bayqnne, 1.„Dez. Der Regent ist am 27. November von „Saragossa nach Barcelona abgereist. Die National-Garde hat ihn in einer Adressz- ihrer Ergebenheit und ihrer Sympathieen versichert. "

ll. Barcelona, 28, Nov. Die neue Zunta soll aus Mit- gliedern der konsuitativen Junta zusammengeseht w-rden. Van Halen hat am heutigen Tage einen neuen Aufschub für das Bom- bardement bewilligt. Die Post von Madrid isk ausgeblieben, die Verbindung mit Frankreich ist frei.

111. Barcelona, 29. Nov. Der Gcnerai:Capitain bedroht Barcelona nicht mehr mit einrm Bombardement. Kanonen-Sal- ven vom Fort Monjuich verkündigcn die Ankunft des Regenten im Hauptquartier. Die in der gestrigen Nacht ernannte neue Junta besteht aus dem Bischof und den reichsien und eiuflußreich- sten Eigenthümern oder Fabrikanten. Sie wird von der Majori- tät der Miliz unkersiüßt. Mehrere Mitglieder der alten Zuma haben sich auf Staats-Fahrzeuge geflüchtet.

9:5 Paris, 2.Dez. Die Zusammenseßung der neuen Junta in Barcelona, an deren Spiße der Erzbischof und mehrere der bedeutendsten Kapitalisten der Stadt stehen, beweist zur Genüge, daß man dort nicht mehr daran denke, sich gegen die WaCffen- gemait der Regierung zu vertheidigrn. Die unausbleibiiche api- tulation isi in diesem Augenblicke wahrscheinlich schon abgeschlossen, und es sieht zu hoffen, daß Espartero die Barceloneser ihre Nic- derlage nicht zu sobWer fühlen lassen Werde, denn jede unnöthige Demüthigung würdi- diesem lridenschaftlichen Volke einen neuen Gedanken der früheren oder späteren Rache einfiößen.

Troß des von mehreren Seiten erfolgten Widcrspruchs isi es beinahe gewiß, daß die Madrider Regierung den Beistand der Englischen Kriegsschiffe von Gibraltar, wo nicht angerufen, doch angenommen hat. Ueber die Art der Mitwirkung, Welche man von denselben erwartete, verlautet noch nichts; man weiß nur, daß dieselben nach dem Hafen von Barcelona beordert sind. Viel- leicht war auch diese Maßregei hauptsächlich auf die Einschüchte- rung der Barceloneser berechnet„ wie ja auch der General van Halen durch seine beständigen Drohungen mit einem Bom- bardement, das er keinen Augenbiick ernstlich gemeint zu haben scheint, sehr brträchtiiche Resultate erzielt hat. Das Ope- ratioW-Corpö des Generals van Halen besiehr, obgleich er den Général Zurbano mit 2000 Mann nach Gerona detaschirt hat, aus mehr als 10,000 Mann, zu denen, außer anderen Verstär- kungen, noch zwei Kavalierie- und Wei ananterie-Regimenter stoßen werden, die mit Esparkero von Madrid und aus den be- nachbarten Garnisonen abmarschirt sind. Es ist einleuchtend, daß die Znsurgentcn, obgleioh sie mehr als 30,000 Bewaffnete zählen, eincr solchen Truppenmacht keinen erfolgreichen Widerstand ;_eisien annten, selbst wenn sie in der besten moralischen Verfas- ung w ren.

Zn Valencia ist die Zunft der Schiffslader (gremio cle 105 marcautLZ), über deren lästige Privilegien der Handelsstand schon lange vergebens Beschwcrde führte, aufgelösi worden, es ist ihr aber anheimgesiellt, sich auf einer durch freiwilliges Uebereinkom- men mit dem Handelsstande fesizusehenden Basis von neuem zu konstituiren.

Es ist eine sonderbare Erscheinung, daß das Voik in Spa- „nien sich wenig dankbar zeigt für die Aufhebung des Zehnten, und "“;-aß ihm die an dessen Statt eingeführte Kultus: und Klerus:

daß sie die Kultus: und Klerus-Steuer bezahlen, UNd nicht selten

"l.

' „illig persönlichen Gewinn und Vortheil aufopfert. Dieser Wi- “rwilie gegen die fragliche Abgabe hat seinen Grund zunächst in der Neuheit derselben, Spanien ist mehr als die meisten anderen Lander ein Gewvhnheitsiand. Der Spanische Landmann entrich- tete den Zehnten wie ihn sein Vater und sein Großvater entrichtet hatte, ohne die Last desseiben mehr recht zu fühlen. Seit der Ab- schaffung desZehnten giebt er sich daher auch keine deutliche Rechenschaft von den Vortheilen, welche ihm die Befreiung sei- nes Grundstückes von dieser Lask gewährt. Dagegen be- merkt er sehr wohl, daß ihm der Steuerbote einige Rea- iet_1 mehr abfordert, als er früher zu zahlen pflegte, „es will ihm nicht einleuchten, daß er der Regierung eme Steuer mit einem neuen bisher unbekannten Namen zahlen so“?- Und es fällt ihm nicht bei, den ersparten Zehnten gegen die neue Abgabe in Gegenrechnung zu bringen. Dazu kommtdie sehr un- gleiche und sehr unbillige Vertheilung der Kultus: und Klerus- Steuet'. Obgleich der Gesammt-Beirag derselben ni e sehr bedeutend ist und jedenfalls weit unter dem Wert e des Gesammt-Ertrages des ehemaligen Zehnten bleibt, so wird doch Versichert, daß der Grundbesi er an manchen Orten durch diese Steuer weit schwerer bela et ist, als er es früher durch den Zehnten war. Eine dritte Ursache der Unpopuiaritäe der Kultus- und Klerus-Steuer liegt in dem Umstande, daß der iErtrag derselben allerdixigs häufig zu Zwecken verwendet wird, die hrer eigentlichen Bestimmung fremd sind. Das begreift der

Funde gegen die Kultus- und Klerus-Steuer sieht, dem fie bereit-

ralreichthum8, fehlende Kochsalz zu gewinnen, hat man gegenwär- tig große Hoffnung, das dort verfehlte Ziel nunmehr in der Ge:

gend der wenige Stunden nordwestlich von ier gelegenen Stadt ame dieser Stadt, so weisen auch viele ältere Geschichtsschreiber daraufhin, daß dort

Die in jüngster Zeit an eikellten Untersuchungen über

[Zweck nicht einmal erfüllt, wird dadurch natürlich gesteigert. Diese

und ähnliche Mängel des_Spanischen Steuerwesens werden al- *

em Anschein nach demnächst u einem Versuche der ründlichen Umformung des ganzen Abga e-Sysiems Spaniens füZren.

Serbien.

Nachrichten von der Serbischen Gränze (im Heft. Beob.) vom 25. November zufolge, war der Kaiserlich Russische General- Adjutant, Baron Lieven, in Semlin eingetroffen. Der daselbst verweilende Fürst Michael hatte ihm seine Equipage an den Lan- dungsplaß entgegengeschickt, um ihn in das für ihn bestimmte Ab- steigeqtzartier abzuholen. Unmittelbar nach seiner Ankunft begab sich Fursk Michael zu Baron Lieven.

Syrien.

Ueber die auf einigen Punkten von Syrien in der Mitte des Oktobers ausgebrochenen Unruhen, welche bereits wieder beigelegt zu seyn scheinen, giebt ein Schreiben aus Beirut vom 30, Okto- ber (im Echo de l'Orient vom 11. November) fol ende De- tails: „Die Ruhe, deren sich dieses Land so glücklicherwei eerfreute, iii unvermuthet auf einigen Punkten gestört worden; es siehtjedoch mit Grund zu hoffen, daß diese Vorfälle, so beklagensWi-rther Art fie auch seyn mögen, keine weiteren unangenehmen Folgen haben werden.- Auf den Gebirgen, welche Tripoli beherrschen, zu Bischiara, hat ein Gefecht zwischen den christlichen Gebirgsbewohnern und den Otto- manischen Truppen stattgefunden; die Veraniassung hierzu ist nicht genau ermittelt. - Einige behaupten, die Kollision sey in Folge des Versuchs entstanden, einige meuterische Scheichs aufzu- heben, andere wollen wissen, sie sey ganz einfach durch den Wider- stand der Gebirgsbewohnrr gegen die von der Lokal-Regierun be- schlossenen Entwaffnungs-Maßregeln herbeigeführt morden. em sey, wie da wolle, es iiiBluc vergossen worden, und ein schwa- ches Detaschement Türkischer Truppen, von den Gebirgs:Be- wohnern in den Schluahten, wo diese den Vortheil der Zahl und des Terrains für fich hatten, unversehens angegriffen, hat sich auf Tripoli zurückziehen müssen. Der Gouverneur dieses Pla es, Mehemed Pascha, hat sich sogleich an Ort und Stelle verf gi, und um die Einwohner nicht zu erschrecken, seinen Einzug in Bischiara, bios von wenigen Personen seines Erfolges begleitet, gehalten. Nach einigen Pourparlers hat man sich verständigt. Um neue Koll:- fionen zwischen den Gebirgs - Bewohnern und den gereizten Truppen vorzubeugen, willigte der Pascha ein, die Ruhe von Bischiara vorläufig unter den Schuß seiner IZM"! Einwohner zu stellen. Dies geschah zwischen dem 15. und - , Oktober. Un- gefähr zur nämlichen Zeit hat am anderen Ende des Libanoii, nicht Mit von Chan Affen, auf der Straße nach Damask'em anderes Ereigniß stattgefunden, wofür die Verantwortlichkeiteinigen mächtigen Drusen-Häuptiingen, deren unruhiger Geist im Lande bekannt isi, zur Last fällt. Einige derselben waren verhaftet wor- den. Es waren Mitglieder der Familie Ameakak, von welcher: das Echo de l'Orient schon öfters zu sprechen Gelegenheit hatte. Tags zuvor war Katar : Beyk, _aus der Familie Zombiat, in Folge von Anzeigen, welche diese Mdßregel der Behörde im eigenen Interesse des Landes unerläßlich machte, gleichfal1s festgenommen worden. Die Anhänger der Abu-eNakat und der Zomblat beschlossen, sich zu rächen, und zur Ausfuhrung ihres Vorhabens versammelten sie fich in beträchtlicher Anzahl und fielen unverschens über eine Türkisohe Kavallerie-Abtheiiung her, die harmlos zu Chan Assen lagerte. Die Truppe wichjnicht vom Piaße, und obgleich unvorbereitet angegriffen, leistete sie so tapfe? ren Widerstand, daß fich ein hartnäckiges Gefecht entspann, wobei von briden Seiten einigeMann getödtet wurden. - In der Zwi- schenzeit wurde eine Karavane von Damask von den Drusen an- gegriffen, und ihr einigeSäcke mit Geld abgenommen, Glücklicher- Weise gelang es einem Europäer, der dUrch seinen langen Auf: enthalt in den Gebirgen einen gewissen Einfluß auf die 'Be- wohner derselben ausübt, die Zurückgabe des Geldes mittelst des Versprechens einer Belohnung, zu bewirken. *- Eßad Pascha be- findet sich seit einigen Tagen in Beirut. Der Seriasker (Muska- pha Pascha), welchen er erseht, hat sich gestern auf einem Regie- rungs-Dampfboote nach Konstantinopel eingeschifft. Mehmed Pa- scha ist am Bord eines zweiten Regierun s-Dampfbooces nach Ach abgegangen. _ Mehrere Paschas dcr imgegend haben ihrem neuen Chef ihre Huldigungen dargebracht: man bemi'rkke Reschid Pascha von Acre, Mehrined Pascha von Tripoli und Omer Pascha von Deir-el-Kamar. _ Zzzet Pascha, der unlängst zum Gouver- neur von Paläsiina ernannt worden war, ist vor wenigen Tagen an Bord eines Türkischen Damyfschiffes nach Beirut abgegangen.“

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

::: Paris, 2. Dez. Ich habe in einem meiner [ehren Schreiben die beiderseitigen Chancen der Whigs und der Demo- kraten in den Verein'egten Staaten bei den Wahlen des Staates New-York, welche fur die zukünftige Präsidentenwahl und die ganze zu befolgende Politik des Landes den Ausschlag geben mußten, auseinandergesexk. Die Wahlen von New:York begannen am 8. November, Und die neuesten mit dem Dampfschiff „Caledonia“ über England eingetroffenen Briefe und Zeitungen, Welche bis zum 16. November reichen, bringen das Resultat. Dasselbe besieZt in einem volisiändigen Siege der demokratischen Partei, und der e enso eklatanten Niederlage der Whigs. Alle Umstände, die zu Gunsten dieser obzuwalten schienen und zum Theil nicht ohne Gewicht wa- ren, da sie besonders die materielien Interessen der Gegenwart betrafen, und also, wie die Whigs wenigiiens hofften, auch bri der Masse der Wähler Eingang finden sollten, ja nicht einmal die in Mitte der Locofocos selbsi vorhandenen inneren Spaltungen vermochten der demokratischcn Partei den Sieg zu entrrißen, Nicht blos im Staate New-York, sondert) auch in dem großken Theile der anderen Staaten, find die Whigs volikommi'n geschla- gen worden, und Herr Cia mag nur: unter solchen Umsiänchn die Illusionen von einer Moglichxrit seiner Erwahlung zum Pra- sidenten zu Grabe tragen, es mußten denn ganz außerordentliche unvorhergesehene Umstände eintreten und einen radikalen, und durchgreifenden Wechsel in der Gefinnungs- und Denkweise der Mehrheit des Amerikapischen Volkes herbeiführen. Das jeßt vorliegende Ergebniß ward seinen Einfluß auf den Gang der Amerikanischen Politik bald bemerklich machen, und nament- lich gründet man darauf die Hoffnung, daß der neue Amerikani- sche Tarif, gegen weichen von England, Frankreich, Deutschland, Belgien, ja fast von allen Seiten her so vielfache Klagen schon laut geworden sind, die auch in den Vereinigten Staaten selbst Wiederhall zu finder; nicht verfehlten, in der nächsten Session des Kongresses, die freilich erst im Dezember des nächsten Jahres 1843 usammentritt, Modificationen werde unterworfen werden. aneß Hoffen Manche, es werde schon früher eine außerordentliche Ses- fion nach dem 4. März kommenden Jahres vom Präsidenten be- rufen werden, wobei dann die Sache zur Sprache käme,

Auf demselben Wege erfahrt man auch, daß der General

Bauer, weleher seinen Pfarrer Noth leiden ie t, e r ut, und seine Abneigung gegen die ohnehin verhaßtesIngabeh, Zit ihren

Jackson von einer Verwundung an der Stirn, die er am lehren

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13. Oktober durch stbel? kisxnsiurz seines Wagens erhalten hatte, li wiede ere et .

gänzAchh aus ußa hat man Nachrichten, wonach ein neuer Kon- flikt zwischen dem früheren Englischen Konsul, Jerk" TUknbUU- der jest als Mit lied der gemischten Kommission f e' AbUkthkilUng von Fragen in etreff des Sklavenhandels dort geblieben ilk- aui: der einen und den Spanischen Behörden der Insel auf dk!" an- deren Seite ausgebrochen ist. Ich muß von vorn herein schon bemerken, daß Herr Turnbull, dem der Ruf, tin Abgesandtekr d“: Englischen Gesellschaft der Freunde der Abschaffung der S lave- rei zu seyn, schon vor seinem Erscheinen auf Cuba vorangegangk? war, eben deshalb vorzugsweise ein Gegenßand des Hasses un

der Furcht derPflanzer und Sklaven-Eigentbk-lmer daselbst lik- Am 16. Oktober nun ersehien derselbe im afm von Givara, und verlangte von dem dortigen Spanisoben, ommandanten die unge- säumte Freilassung aller in jenem T'lzeile der_Znsel befindlichen Schwarzen, die Englische Unterthanen eyen. Eine bestmxmte Wei- gerung des Kommandanten war die Antwort, der ihm jedoch be- deutete, er solle sich nach des Gouverneurs Haus. selbst begeben. Dort aber wurde er sogleich verhaftet und Wird seitdem mat einer starken Wache umgeben. Man sagte, er würde mit dem näshsk ankommenden Dampfboote nach Havanna eschicht und dort dem General-Capicain Geronimo Valdes zur Ver gung gestellt werden.

() New-York, 7. Nov. Die ganze Amerikanische Presse und durch sie die öffentliche Meinung sind in Bewegung gesetzt durch eine Schrift, welche mit einem derkleßten Dampfschiffe aus England hierher gelangt ist. Diese Schrift ist eine Nummer des zu London erscheinenden Foreign Quarterly Review und hat aus zWei Gründen so großen Lärm verursacht: einnial, weil sie die Amerikanischen Preß-Zustände, dann aber auch, weil sie das ganze geseiischaftliche Leben und Treiben Ainerika's in einem sehr schlimmen Lichte darstellt; vorzüglich aber, weil man den betref- fenden Aufsaß der Feder des Herrn Charles Dickens zuschreibt, desselben Englisohen Schriftsteliers, der erst vor kurzem unter uns der Gegenstand von zahlreichen und bis ins Uebereriebene gehen- den Ovationen war. Die Journale und Journalisten, welche darin am schlimmsten wegkommen, sind der New-York Herald, del" Courier and Enquirer und ihre Redaktoren und Heraus- geber. Sie werden mir natürlick) erlassen, hier zu wiederholen, was der Englische Libellisi von diesen Blättern und diesen Män- nern sagt: es sind das meistens Dinge, die für Europäische Leser doch nur ein secundaires Interesse haben würden, die übrigens auch anderwärts schon oft besprochen worden sind. Nur folgende Anschuldigungen will ich anführen, welche der Verfaffer jenes Artikels, sey es nun Herr Charles Dickens oder wer immer, der Zimerikanischen Presse überhaupt und dann auoh ihren Lesern zur

a le t.

| „Ö; erregt Grausen“, sagt er, „einen wilden Räuber der Le- gislatur von Arkansas in versammelter Sißung einen Antagonisten niedersioßen zu sehen, der eben so wild ift als er selbst; abrr noch weit größeren Abscheu erregt es, daß civilifirte Räuber ein Ge- werbe daraus machen, ihr Brod damit zu verdienen, den guten Ruf von ehrenwerthen Männern in Washington oder New-York u morden. Mit einem Worte, je ehrenwerther eine Stadt in ' merika isi, desto infamer, entwürdigter und Ekel erregender ha- ben wir dort die Preise gefunden. . . . In keinem Journal hat das Interesse des Lesers den Vorrang vor dem anercsse des Herausgebers. Eine Ankündigung, wie stupid und unschicklich fie auch seyn mag, wird im Falle der Noth stets den Plaß einerTa- gesfrage einnehmen. Ein solches System könnte von Niemanden auch nur versucht Werden, Wenn man nicht natürlich der Sym- pathie Aller sicher wäre. Die Amerikanischen Gefühle find außer- ordentlich erregbar für Alles, was die Tasche berührt, und machen den Leser geneigt, den Herausgeber für einen jener geschickten Leute zu halten, Welche stets ein offenes Auge für den Hauptzweck des Lebens haben, das Geld, das Geld, das Geld, welches das große Ziel und Ende drr Amerikanisohen Existenz bildet. . . . In Amerika“, fügt der Verfasser des Aufsaßes hinzu, „sichert die Ueberführung eines Verbrechers nichts Weniger als seine Züchti- gung, ausgenommen jedoch den Fal], daß er ein Neger wäre. Wer mit dem Dolche oder durch Verleumdung mordet, hat die meisten Aussichten, ungestraft durchzukommen, wenn er ein weißes Gesicht trägt.“

Der Verfasser mustert nun, überall mit einerziemlichen Dosis von Uebertreibungen, alie Scenen von Unordnung, die im Kon- gresse vorgekommen sind, und kömmt am Ende zu dem Schlusse, daß es in den Vereinigten Staaten „weniger Aufklärung, weniger wahre Liberalität, Weniger feine Sitten, geringere Beobachtung der Anstandsregeln in ihren sozialen Verhältnissen, weniger Re- spekt vor den iflichten und Rechten des sozialen chens gehe nach ihren funfzig “zahren der Unabhängigkeit, als zu der Zeit, wv sie eine Britische Kolonie bildeten.“ Ein Journal, welches die an- geführten Stellen mittheilt, fügt, wie sich leicht begreifen läßt, mit besonderer Beziehung auf die Schlußworte, die lakonische Bemer- kun hinzu: of course (natürlich), daß eine solche Sprache hier zu 2ande viel böses Blut verursachen mußte, versteht fich wohl von selbst.“ „Fetirt doch diese abenteUernden Fremden bis zur Kriecherei vor ihnen“, ruft der Courier and Enquirer aus, nun seht ihrs, wie sie euch eure Einfaltspinselei vergelten! Frisch auf, neun- Hurrahs für Dickens!“ Es dürftcn nun wohl alle wiederersiandenen Weisen des alten Grieahenlands und die des modernen Europa in diesem Augenblick hierher kommen, dem Bru- der Zonat an ihre Aufwartung zu machen, er würde ihnen den Rücken ke ren. Dickens und Fanny Eißler haben auf lange Zeit den Ovationen der Amerikanischen Gastfreundschaft ein- Ende ge- macht. Indessen wollen viele Personen in Abrede stellen, daß Dickens der Verfasser des anonymen Aufsaizes sey, durch welchen die Englische Presse sich für das rächen zu wollen scheint, was sie die Mysiification des Friedens-Vertrages nennt.

Herr Webster hat unsere Stadt dieser Tage mit einem Be- suche beehrt und einer Versammlung der Handels-Kammer beige- wohnt, in welcher er in einer ziemlich ausgedehnten Redeabermals den Beweis gab, daß er ohne Rückhalt dem Interesse des Präfi- denten Herrn Tyler zugewendet ist. Fast alle Punkte, die er in seiner früheren Rede zu Boston sowohl in BeÉug auf unsere in- neren Zustände, als rücksichtlich unserer Verh ltnisse zum Aus- lande besprochen hatte, warden auch diesmal berührt, und vor- zugsweise lenkte er die Aufmerksamkeit seines Auditoriums abermals auf die glücklichen Folgen, welcke die endlich Yer- beigefühxte Aus ieichung der so lanZe streitiZ gewesenen Gr nz- frage fur die eiden betheiii ten L nder, fur die Vereinthen Staaten aber vorzu sweise aben müsse. Bei diesem An asie mu erte er denn an die verschiedenen Akte der Amtsführung des Pk sdenten Tyler und den Gang der von demselben befolgten Pölikkk Und schloß mit einer ziemlich warmen Lobrede auf dieselbe. Man seht es aus allen Anzeichen, die Sache des Präsidenten ge- wmnt täglich wehr Anhänger. Mor en werden die Wahlen drs Staates NW-York beginnen, die au? die Gestaltung der Dinge im Kongress: von größtem Einfiusse seyn werden. Von ihrem

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Aus ange Zroßentheils wird der Sieg der Demokraten oder der Wh gs abh n en. Ich behalte mir bor, Ihnen seinerZeit darüber Bericht zu er arten.

Texas.

Galveskon, 4. Nov. Yew-Orleans-Zeitungen.) Es scheint, daß der Krieg mit exiko nun in allem Ernst be on: nen hat. Nach der Einnahme von San Antonio marschirte ald- Well mit 325 Mann nach dem Soiado und lagerte sich 6 Engl. Meilen von der Stadt. Von da sandte er ein kleines Detasche- ment ab, um die Mexikaner zu vertreiben. Gegen 9 Uhr am 15. September griffen sie die Texianer an urid kämpften bis zur Nacht. Der Verlust der Texianer war 1 Getodteter und 10 Ver- wundete, der der Mexikaner 214 Todte und Verwundete, Am 19ten zogen die Mexikaner sich zurück und wurden von den Texia- nern verfolgt, Unter den Befehlen _Caldweli's wurde eine Expe- dition nach dem Rio Grande vorbereitet, um Alles zu zerstören, was dem Feind irgend eine ZuFlucht gewähreti könnte.

General Wool und seine rmee haben ihren Rückzu fort- geseht, und nach den leßten Nachrichten hattexi die Kund chafter ermittelt, daß die Mexikanische Armee, etwa 3000 Mann stark, sich am Presidio des Rio Grande befestige. Der Kundschafter- Trupp hatte 3000 Stück Vieh fortgerhkk- welches die Mexi- kaner bei ihrem Rückzug hatten mit hinwe treiben wollen. Sie folgten dem Train der Armee an 30 Englis eMeilen jenseits des Nueces und fanden Karren, Wagen und Effekten auf dem Wege, vermuthlich zur Erleichterung der Fliicht, zurückgelassen und ver: streut. Die Mexikaner sollen nur cm- oder zWeimal auf dieser Flucht nach dem Presidio gerastet und bivouakirt haben.

Die Bewohner von Texas dürften nach Rache an den Mexi- kanern. Zu Houston haben sich Leute aus allen Klassen erirolliren lassen. Selbst ein Prediger, Herr Hiickins, ist in eme der Compagnieen eingetreten. Zu'Liberty, _HarriS, Zasper und in anderen östlichen Grafschaften ist die Miliz marschfertig.

General Sumerville ist so weit geriesen, daß er zur Armee hat aufbrechen können. Der Termin ihres Abmarsches nach der Gränze ist bis zum 10ten d. M. verschoben worden. Es stehen noch 1000 Mann im Felde, und man glaubt, daß_1500 bis 2000 zur bestimmten Zeit marschfertixx seyn werden. Die Truppen sind vom besten Geiste beseelt und konnen es nicht erwarten, nach Rio Grande aufzubrechen. '

Die Pflanzer und Burger des ganzen Wesiens liefern sehr freizzebig Vorräthe für die Truppen und thun Alles, was in ihren Kraften steht, um die Expedition zu fördern. Die Grafschaften östlich von Trinity sollen erklärt haben, ße Wollten 500 bis 1000 Mann stellen, sobald fie fich überzeuget hatten, daß die Expedition nicht gleich in ihrem Beginn verunglucke. Ein aus Houston vom 1. November datirter Regiments-Befehl beordert die erste u'nd zweite Klasse des dort stehenden Regimentes zum 9cen d.vollstan- dig e uipirt zusammen, um sogleich nach der Gränze abzumarschiren.

Yin Bote hat nach Bexar die Nachricht gebracht, daß Gene- ral Wool 900 Mann Verstärkungrn empfangen habe und die An- kunft der Miliz der östlichen Provinz von Mexiko erwarte. Die Mexikaner zu Bexar waren sehr äbermüthig und erklärten offen, General Wool werde bald zu ihrem Beiftand herbeieilen und i nen ihr Hab und Gut nach „dem Rio Grande schaffen helfen.

hr Vieh haben sie im Grheiszi sebyn 25-30 Englische Meilen nach Westen, in' der Richtu*ng yqéh'dmeRio Grande, getrieben.

Eine Menge Texianischer Familien 'haben sich nach Gonzales gefiüchtet, weil sie besorgten, daß General Wool, sobald er 5 bis 6000 Mann zusammen abe, San Antonio abermals angreifen werde. Diese Furcht m chte aber Wohl grundlos seyn, General Wool befindet sich wahrscheinlich ]“th schon in seiner Helmuth.

Inland.

Düffeldorf, 3. Dez. Se. Königl. Hoheit der Prinz Frie- drich von Preußen ist gestern Abend naeh der Schweiz abgereist.

Köln, 4. Dez. (Domblatt.) In der leßten Sißung des Dombau-Vereins:Vorsiandes nahm der Herr Erzbischofvon Geissel das Wort und erfreute die Versammlung durch die Mittheilung, daß nach einem unter- dem 16ten_v. M. ihm gewordenen Aller- gnädigsien Handschreiben Se. Majeesiät der König Ludwig von Bayern dem Dombau eine neue Hulfe zuzuwenden entschlossen sey. Die von dem Herrn Erzbischof aus diesem Handschreiben verlese- nen Stellen lauten also:

„Des Domes Voilendmig, dereii Sich Mein hochhcrziger Schwa-

er und reund kräftig annimmt, liegt auch Mir am Herzen; es be- iichränkt ici) ntcht auf Wünsche, und beharrlich iii Besinndtheil Meines Wahisprgchs. „Dechharrltcbkeix, roßer Beharrlichkeit be- darf es, damit dieses, tn seiner Art hxrrltchZe Werk vollendet werde.

„Wünsche, von Ihnen benqchrichtrgt Tu werden, sobald ein Fen- fter auf der Südseite des Schtfscs beend gt seyn wird, vorhabend, nach Beseyiing nqch weter Feniier der Auer Maria-Hilfskirche mit Glasmalereien, em olches Fenster für des Kölner Domes Südseite verfertigen zu lassen.“

Der Herr Erzbischof begleitet diese Mittheilung mit dem Zusaße, daß er die vorstehende Allerhöchste Erkundigung dem Herrn Regierun s-Rath, Dombaumeister Zwirner bereits zur Kenntniß gebracht abe, und daß er Herrn Zwirner ersuche, seine desfallsi- gen Aeußerungen Vor dem Vorstande auszusyreohm. _ Herr Zwirner, diesem Ersuchen entgegenkommend, bemerkt der Ver- sammlung, daß in' diesem Augenblicke das Steinwerk zu dreien Fenstern an der Sudseite des Domesvoliendet und aufgestellt sey und daß es ihm zur großen Freude gereichen werde, die zur Ver- glasung n'othigen Maße und Zeixhnungen zur Weiterbeförderung an des Königs von Bayern Maiesiät dem Herrn Erzbischofe un- verzuglich zuzustellen. - Dirsexxneue großartige BeWeis der Alier- hköchsten Theilnahme Gr.Majeskat des Königs Ludwig von Bayern fur die Dombausache, Allerhöchsidessen Wahlspruch von der schön- sten Bedeutung für das vollstandige Gelingen des großen Unter- nehmens erscheint, wird von der Versammlung mit dem wärmsten Danke aufgenommen.

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Die Arbeiter-Klaffen in England und die jüngsten Bewegungen unter ihnen.

Erster Artikel. Der Pauperismus und seine Ursachen.

Im Monat August dieses Jahres brach im Norden von England ein Volks-Aufskand aus, der von den Gränzen Lancashi- re's und Cheshire's seinen Anfang nahm und mit unglaublicher Schnelligkeit fich uber die nahe gelegenen Fabrik-Diskrikte Englands und Schottlands ausbreitete. Das Volk erhob fich plöhlich in drohenden Massen und in weitem Umkreife.

Die Bevölkerung der Grafschaften, welche vorz571ich der Schauplah dieser Unruhen waren, beßeht aus gut be ahten, :- schickten und intelligenten Kunsk-Arbeitern, aus regelm ßig gelo n- ten Ko lengräbern, die aber jeder Art von Wohlleben und mora- Y'cßer ildung entbehren, aus einigen Hunderttausend Fabrik-

:“ eitern, denen ihre Verbindung mit enormen Massen fesien Ka- pitals eine stetige Beschäftigung zusichert, aus vielen anderen in den verxchiedenen Handelszweigen bestellten Arbeitsleuten und end- lich aus einer großen Anzahl Handstuhlweber, die von Jugend auf in drückender Roth und Unzufriedenheit gelebt haben. Seit mehreren Jahren war der Stapelhandel dieser Distrikte in einem Zustande eispielloser Gedrücktheit; die Preise aller Lebensmittel waren seit drei Jahren ungewöhnlich hoch und ungefähr 40-50,000 Arbeiter seit Monaten ohne Beschäftigung, also aller Subs enz- mittel beraubt. Dazu kam, daß sich der bei weitem größte heil dieser Bevölkerung, der sich auf einige Millionen beläuft, in einem Zustande gänzlicher Unwissenheit und Rohheit Endet.

Als im Juli der Handel mit Baumonen- aaren fask gänz- lich daniederlag, machten einige Fabrikbesiher in Ashton, die seit mehreren Monaten unter schweren Verlusten ihre Maschinen hat- ten forearbeiten lassen, vorläufiLcj; bekannt, daß nach Verlauf eines Monats eine Erniedrigung des rbeitslohns eintreten werde. Tro dem, daß nach dieser Zeit sich die Aussichten in dem zum Thel wieder auflebenden Handel günstiger stellten, standen doch die Fa: brikbefiher, welche so lange schon gelitten hatten, von ihrem Vor- haben nicht ab und begannen den herabgeseßten Arbeiteriohn bei ,ich wirklich einzuführen. Die Arbeiter widerseßken fich, verließen ihre Maschinen und beschlossen, daß alle übrigen gleichfalls [kili- stehen sollten. Sie gingen auf Manchester los, wo ihrem unge- fähr 5000 Mann starken Haufen weder eine hinlänglich starke noch gehörig vorbereitete Machtentgegengeskellt Werden konnte, und zwan- gen dorf alle Arbeiter, ob zufrieden mit ihrem Lohn oder nicht, Ye Arbeiten zu Verlassen. In den wenigen Fälien, wo man

idersiand leistete, wurden die Fenster zerschlagen, das Eigenthum auch sonst verleßt und die Maschinen gewaltsam zum Stillstand gebracht. Nicht allein die Fabriken wurden geschlossen, sondern auch alle anderen Gewerke, sogar Maurer und Zimmerleute, ge- zwun en, von der Arbeit abzuftehen und dem Haufen sich an a- schließgen. Die Unruhestifter zogen von da in gesonderten HaUZen nach verschiedenen Orten der Umgegend, wo fie in ähnlicher Weise verfahren, so daß in drei Tagen in einem Umkreise von 30 Mei- len um Manchester jede Arbeit gehemmt war.

Bis jeht hatten die Aufrührer immer erkläre, dgß sie nichts weiter wollten, als was sie „ein gutes Tagelohn fur ein utes Tagewerk“ nannten, oder, mit anderen Worten, denselben .ohn, welehen ste 1840 hatten _ eine ganz vernünftigeForderung, wenn ihre Herren dieselben Preise wie 1840 hätten erhalten können. Nunme r aber übernahmen die Leitung des Aufstandes die Char- tisien-H upter, die überhaupt schon lange die allgemeine Unzufrie- denheit genährt hatten, und beschlossen, der Bewegung einen politischen Charakter zu geben. Sie proklamirten demgemäß ihren „heiligen Feiertag“, ein gänzliches Abstehen von aller Arbeit von Seiten der ganzen arbeitenden Bevölkerung, bis das Geseh- buch des Landes die Charte geworden wäre. Unter ihrer Leitung verbreitete fiel; der Aufstand mit wahrhaft beunruhigender Schnel- ligkeit über Yorkshire, einen Theil von Wales und die Kohlen- Bergwerke in Lancashire, Staffordshire und Shropshire, während gleichzeiti ähnliche Bewegungen bei Glasgow und in anderen Theilen chottlands stattfanden. Nichtwenigerais 400,000 Men- then ohne Arbeit und ohne Nahrung durchzogen in furchtbaren

btheiiungen das Land.

Ein solcher Zustand der Dinge konnte nicht lange währen. Nachdem die Regierung eine Woche lang ruhig dem Unwesen zu- gesehen, erkannte sie am Ende, daß es ein Aufstand war, der ernste Maßregeln erheische, und sie sandte deshalb so viel Truppen, als fie in der Eil mobil machen konnte, nach den aufrührerisohen Di- strikten. Bei der Annäherung der Truppen zerfielen die beiden Parteien unter den Arbeitern, nämlich die, welche die Charte, und die, welche die Erhöhung des Arbeitslohnrs wollte. Jene in be- deutender Anzahl, welche ezwungen ihre Arbeit verlassen und dem Haufen gefolgt waren, keFrten eili zu ihren Werken zurück, die Chartisien Wurden nach einigem lutvergießen zersprengt, viele arretirr, und der Resi Ying nach Hause mit dem Entschluß, nicht zu arbeiten, wenn die öhnung nicht erhöht würde. Nach 14 Ta- gen waren die Fabriken wieder geöffnet, viele Arbeiter bei ihren gewöhnlichen Arbeiten, im Allgemeinen unter den früheren Bedin- gungen, und die Sachen auf dem alten Standpunkt.

Wir fragen uns billi nach den Ursachen dieser Beweegungen. Die Herabsehung des Ar eitslohnes allein kann uns dafur nicht genügen; es muß ein tiefer liegendes Uebel geben, welches die Un- zufriedenheit dieser Volksklaffen nährt und solche Verhältnisse ge- schaffen hat, daß durch eine vorübergehende Stockung im Handel Tausende von Menschen dem Hunger preisgegeben und zu offener Empörung veranlaßt werden. Auch sieht die gegenwärtige Empö- rung nicht isolirt da, sondern sie ist die Fortseßung des 1812 mit dem Kriege gegen die Maschinen zuerst begonnenen und im Laufe dieser 30 Jahre immer von neuem wiederholten Aufstandes der Arbeiterklassen; nur hat keine der früheren BeWegun en eine solche Ausdehnung und solche Organisation wie die egenw rti eerlangt. Das Uebel muß also mit der Zeit FwachZen seyn, aber worin liegts, und welches sind die Ursachen? as Uebel nennen wir kurz Paupearismus, die Wurzel England mit feinen Institutionen, seinemHandel, seiner Industrie. Aus derselben Quelle, der die un- ermeßlichen Schaße entsirömten, welche die Nation zur reichsten und mächtigsten gemacht haben, floß jenes Uebel Pauperismus, das, ein immer tiefer fressender am Ende inkurabler Schaden, sich in den Sclzooß dieser reichsken Nation gebettet hat. Ein großes Exempel fur alle Zeiten, für alle Nationen, die den Weg Eng- lands gxhen! Wir woilen hier nicht freiem Handel und freier Industrie den Krieg erklären, sondern nur die Folgen eines zügel- losen anustrialismus erörtern.

Arbeit ist die erste Bedingung des Bestehens einer Gesell- schaft. Mit den' Fortschritten, welche diese in der Civilisation macht, wachst bei ihr die Summe der Arbeiten, mit diesen wieder das Kapital und der Wohlstand jener. Es kommt nur darauf an, wie den Mitgliedern der Geselischafc die Mittel zur Arbeit, d. i. zum Erwerbe geboten werden, und da zeigt uns die Geschichte der Völker und Staaten im Allgemeinen zwei Extreme, denen die verschiedenen Nationen in ihrer wirthschaftlichen Or ani ation fich zugewa'ndt haben. Auf der einen Seite sehen wir L nder, wo die Thatigkeit durch Geseße und Religion beschränkt, wo die Fähigkeit, zu erwerben und zu erhalten, also nicht volisiändig ent- wickelt wird; hier kann die menschliche Industrie nicht ihren gan- zen SchwunZT erhalten, und die Nichtbenuhung der vorhandenen Kräfte, des apitals der Nation, muß mit unerseßitchen Verlusten für dieselbe verknüpft seyn. Dies Kapital, d. b. jener Th"! des Nationalguts, welcher, wie die Saat im Boden soeim Arbeiter

bewahrt, zur vielfältigen Reproduction von ReichkhUMLM dient,

nimmt ab, statt fich zu mehren ; die Arbeit siockt aus Mangel an