2407 Beilage zur Aligemeinen- Preußischen Staats-Zeitung. .;11' 349.
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- ei s- 0 re 1848-45. Aus der geskiegenm und noch immer zuuehmenden Einfu r tra ten , o aben dle Vereins-Re ierun en wohl billigerweise
Der Zoll Ber 11 Tarif für die I * “UÜÜUUMM Eisens M und für schläßk sich eine Benachtheiliguxg Anchand Yhußenhmüffm, auf Verändegrungeß in der Besteuerung
(Schluß. Vcrsl- das ÖMWUUN) der inländischen Eisenhütten "“ck "icht folgern; eine solche cKFW“ des fremden Eisens einz ehen, welche Für die Eisen verarbeitenden
2, Eisen. rung würde "Uk dann zuxreifen, wenn jener Einfuhr wirkli eme Gewerbe um so nachtheilger werden k unten, als schon der jeßige
Verminderung der inländischen Eisen-Production gegenüberstände. Zonsaß des gewöhnlichen eschmiedetm Eisens von 1 Rthlr. und
In gleicher Art- wie hinsichtlich d“ baumwollenen Gams, 'Es läßt sch aber vielmehr anne men, daß die ankerordentliche Zu: mehr noch der Sah von IgRthlr. pro Ctr. für faxonnirtesS mie:
besteht auch in Betreff des Eisens "" Widerstreit der Interessen nahme des Cisenverbrauchs wä rend der lehten 10 bis 20 Jahre deeisen als verbältnißmäßig bedeutend anerkannt werden mu .
mehrerer vereinsländischen Industriezweige, nämlich einerseits des in leichem Maße, wie die Einfuhr fremden Eisens, so auch die Während demnach in dem neuen Zoll-Tarife das Ro eisen
Eisenhütten-Betriebs und andererseits derxenigen Gewerbe, welche in! ndische Eisen-Production gesteigert haben müsse. In welchem beim Eingange zollfrei und der Zollsaß des ewdhnlichen geschmie-
Roh: und Seschmi'd't's Eisen ""““ verarbeiten, während für ungleich höheren Grade ge en sons! das Eisen gegenwartig Anwendung deten Eisens unverändert geblieben ist, sind ei dem Artikel „Eisen“ jenen ein wirksamer Schuh gegen die Konkurrenz des Auslandes in Anspruch genommen wird, begehren diese die möglichst- Erleich-
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unvermeidlich verbundenen Unbequemlichkeiten, Weiteng und Ko en für den Fabrikanten dürften in ihrer Gesammtheit von so! em Belange seyn, daß es in vielen Fällen-zumal, wenn die Versendun en, wie häufig vorkommt, nur in kleinen Posten beste- hen _ ni e verlohnen würde, sich denselben zu unterziehen, um zum Genusse einer Ausfuhr-Vergütung zu elangen, deren Betrag, namentlich bei den gemischten Waaren, ?me Weirengen und Kosten kaum aufwiegen möchte. Die Abficht, durch eine usfuhr- Ver ütung die Belastung der Baumwoüen-Manufaktur mit einem erhdZten Ein angs-Zolle vom Garn wieder auszugleichen, würde sonach vielfa unerreicht bleiben und diese Zoll=Erhöhung den wichtigen Uhse? nach dem Auslande durch Erschwerung und Ge- fährdung der onkurrenz auf fremden Märkten empfindlich trekken.
Wenn nun hiernach eine höhere Besieuerung des baumwollenen Garns schon um deswillen äußerst bedenklich seyn würde, weil solche mit den Interessen der Baumonen-Manufaktur in der
1101-1100!“ [kör- ben 16. [)"-1111110! 1842-
1'r. 00“!- 11mt. | 0-11.
an baumwollenen und aus Baumwolle und Leinen gemischten Stuhl- und Strumpfwaaren. 1838 ...... 88,001 Ctr. 1839 ...... 100,766 " 1840 ...... 97,768 „ 1841 ...... 87,013Yn zusammen ...... 873,548 Crr. oder in rundem Durchschnitte jährlich .......
an gezwirntem :c. und gefärbtem Garn.
20,043 Cn". 26,153 " 22,3 71 " 20,173 " «40 (K*.
Roucka. Yetis". :;
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sndet, ergiebt fich ohnetie eres Eindringen in die verschiedenen Lebens-
nur fo! “"d“ Uk BMK)“ Un l'esp- Vervollskändi un dienende verhältnisse schon auf den ersten flüchtigen Blick. Abgesehen von 9 3 9 9 g g
Abänderungen eingetreten.
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115,600 Cet".
1001
Was nun die Gründe betrifft, welche die Vereins:Regierun- gen bestimmt haben dürften, die begehrte Erhöhung des Eingangs: Zolles vom fremden Garn nicht eintreten zu lassen, so ist wohl mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß diese Maßregel mit den Interessen der nach Vorstehendem so wichtigen Baumwollen- Manufaktur unvereinbar erachtet worden seyn musse.
Die inländischen Spinnereien haben, wie oben gezeigt wor- den, u dem jährlichen Garnbedarfe der Baumwollen-Manufaktur von 561,700 Cet“. nur 194,000. Str., also nicht viel über ein Drittheil des Gesammrbedarss geliefert, und der Grund dieser Erscheinung liegt weniger im Preise, ais darin, daß die Mehrzahl der inländi- schen Spinnereien, nach dem Urtheiie Sachverständiger, zur Zeit noch nicht auf der Stufe technischer Fertigkeit sieht, um ein Fa- brikat zu erzeugen, Welches dem auslandisahen, insbesondere dem Englisrhen Gespinnsie, rückstchtlich der Feinheix, Gleichheit, Glätte und Festigkeit des Fadens gleich käme. Wurde nun der Ein- gangs:ZoU auf fremdes Garn um ? Rthlr. erhöht, so wären zWri Fälle denkbar: entweder gelänge es den inländischen Spinnern, ihrem Fabrikat die von ihnen bei höherem Zollschuhe zugesicherte Vollkommenheit zu geben und dadurch das Englische Garn vom inländischen Markte zu verdrängen, oder es träte keine wesentliche Verbesserung des inländischen Gams ein, und die Weber :c. im ZoU-Vereine wären sonach enöchigt, den größten Theil ihres Garnbedarfs auch ferner aus ngland zu beziehen. Zm ersteren
Falle würden die inländischen Spinner natürlich den Preis ihres Fabrikat:; in der Art reguliren, daß sie dem Preise des Englischen Gams den Betrag der Beziehungskoften und den Eingangs-Zolj von 4 Rthlr. pro Centner hinzurechneten, und ihre jehige LaZe
würde fich dadurch wesentlich Verbessern; in dem Westen Fa e hätten die inländischen Spinner von der ZoU-Erhöhung nicht den mindesten Vortheil. Was dagegen die inländischen Weber :c. he: trifft, so würde denselben in dem einen, wie in dem anderen Falle bzw Material zu ihrer Fabrication um 2Rehlr. pro Centner ver- t enert.
Es fragt fich nun, ob die inländische Baumwollen-Manufak- tur eine solche Vertheuerung ihres Materials ohne Rachtheil würde tragen können, und dirse Frage seheint, auch selbst dann, wenn der Betrag der ZoU-Erhöhung auf die in das Ausland ab- zuseßenden Fabrikate in der Form eines Rückzol1s, wie vorge- schlagen worden, erstattet werden sollte, aus folgenden Gründen verneint werden zu müssen.
Was zuvörderst den Absaß im anande betrifft, so würden die Manufakturisten die Vertheuerung ihrer Fabrikate um 2 Rthlr. pro Ctr. weder durch eine verhältnißmäßige Erhöhung des Preises, noch durch eine Herabseßung des Arbeitslohns aus ugleichen ver- mögen, denn, obwvhl ein Preis-Aus'sohkag von 2 thlr. für den Centner baumwolienerWaare, auf die einzelne Elke berechnet, nur ein sehr geringes Objekt isi, so würde derselbe doch bei dem V r- kaufe im Großen nieht ausführbar seyn, weil bei Bestimmung des Preises der inländischen baumwolienen Waaren der Preis der Englischen Fabrikate stets mehr oder weniger maßgebend ist und eine Erhöhung des ersteren daher eine vermehrte Konkurrenz der Eng- lischen Waaren, ungeachtet des auf denselben ruhenden, allerdings nicht unbedeutenden Eingangs-Zolls, zur Fol ehaben würde. Wäre es aber auch möglich, eine etwanige Vert euerung des Fabrikats auf den Preis desselben zu schlagen, so würde eine solche Preis- sieigerung die Consumtion vermindern und demnach in dem einen wie in dem anderen Falle der Baumwollen:Manufakrur ein Nach- theil erwachsen. Der Arbeitslohn aber ist gegenwärtig schon so herabgedrückt, daß eine weitere Ermäßigung deffelben nicht füglich stattfinden und am Wenigsten gewünscht werden kann.
Hinsichtlich der zur Sicherung des Absaßes nach dem Aus- lande in Vorschlag gebrachten Bewilligung eines Rückzolls erge- ben sich, sowohl was das Prinzip dieser Maßregel, als deren prak- tische Ausführbarkeit und Wirksamkeit anlangt, mancherlei kaum zu beseitigende Bedenken. Zuvördersk is zu ben1erken, daß, da eine Unterscheidung der aUSgrhenden Waaren, je nachdem dieselben ausländisches oder im anande gesponnenes Garn enthalten, nicht möglich ist, die Ausfuhr:Vergütung mithin für alle Waaren ohne Unterschied gewährt Werden müßte und die Staatskasse sonach in den Fall kame, da zu zahlen, wo sie nichts empfangen hat, bei dem Votschlage nicht lediglich von einem Rückzolle, sondern auch von einer dem öffentlichen Einkommen zur Lask fallenden Ausfuhr- Prämie die Rede seyn würde.
Sodann liegt die Frage sehr nahe: wie es mit den aus Baunnvolie und anderen Materialien gemischten Waaren rück- sichtlich der Ausfuhr-Vergütung zu halten seyn würde? Sollten dergleichen Fabrikate von dem Benefiz achgeschloffen bleiben, so würde solches deren Abesah nach dem Auslande geradehin unmö : lich machen; soklte dafur die nämliche Vergärung, wie für rem baumwollene Waaren gewährt Werden, so würde die Staatskasse Opfer zu bringen haben; daß es unausführbar sey, die Menge des in der Waare ?_"khaltenen Baumonen-Göespinnsies u ermit- teln UeUd danach m_ jedem einzelnen Faile den Betrag der lusfuhr-
Vergutung zu bestimmen, liegt auf der Hand; es würde demnach kaum ein Mbekes Mittel übrig bleiben, als die Vergütung für gemischte Waaren nach „einem geringeren, etwa auf die Hälfte des vollen Saßes zu normtrenden Durchschnittssaße leisten zu lassen WPL“! ]Édoch 3". bemerken ist- nicht nur, daß die auf diese Weise willkurnch akb'kk'kke Vergütung der Menge des in einer Waare enthaltenen Baumwollen-Gespinnstes schwerlich jemals ganz enau entsprechen und daher fast ohne Ausnahme entweder der Fabri- kant nicht vollständigeEntschädigung erhalten oder die Staat “ zu viel zahlen, wurde, sondern auch, daß damit der Speculatjon der Weg gezeigt wäre, schwer ins Gewicht fallende Artikel mit wenigen baumwollenen Fäden zu fabriziren.
Soll endlich , bei“ der Gewährung einer “210st k-Vergütun nicht den gröbsten Unterschleifen Thür und Thor geßffnee werden' so ist es einleuchtend, daß eine gegen Mißbrauch ichernde Kon; trolle würde stattfinden und die Zahlung der Berg tUng nicbt al- lein von dem Nachweise der durch mancherleiFörmlichkeiten genau zu konstatirenden wirklichen Ausfuhr der Waaren, sondern auch von einer vorgängigen speziellen, die vollständi e Auspackung der Waaren bedingenden "Untersuchung würde abh ngig gemacht wer-
den müssen. Die mit diesen nothwendigen KontroÜe-Maßregein
That unvereinbar erscheint, so lassen fich auch außerdem den von den Spinnereibefißern zu Gunsten ihres Antrags geltendugemach- ten Argumenten noch mancherlei Ge engründe entgegenste en. Waslkuvördersi den von den pinnern in Anspruch genom- menen Zo schuß betrifft, so wird zu erwägen seyn, daß der Twist keine zum Verbrauche geeignete fertige Waare, sondern nur ein Material zur weiteren Verarbeitung ist und in diesem Betracht der Zollsaß von 2 Rthlr. pro Ctr. sehon verhältnißmäßig hoch genannt werden kann. Sodann möchte daran zu erinnern seyn, daß die Spinnereien in der Schweiz] bis auf die neueste Zeit, wo auch fie unter den obwaltenden ung nskigen Konjunkturen zu [ei- den haben mögen, ohne allen Schuhzoll bestanden und sich sogar zu einer hohen Stufe technischer Vollkommenheit heraufgeschwun- gen haben; ferner, daß die Klagen _über Verfall des Gewerbes und bevorstehenden Untergang, welche die vereinsländischen Spinner jeßt vernehmen lassen, von denselben schon früher zu wiederholten Malen geführt worden find, leichwohl aber und ungeachtet der besiimmten Ablehnung einer ErZöhung des Zollsatzes von ? Rthlr. die Zahl der Spinnereien im ZoU-Vereine fich unter dem angeb- lich zu geringen Schulze dieses ZoUsahes, theils durch neue und durch Erweiterung der bestehenden Anlagen, theils durch Uebersic- delungen aus dem benachbarten Auslande,ansehnlich vermehrt hat. Den natürlichen Vortheilen der Englischen Spinner läßt sich die wohlfeile Wafferkraftund der geringere Arbeitslohn in Deutsch-
aber ist nicht durch Schu zolle, sondern durch Nacheiferung, Thä- tigkeit und Ausdauer un chädlich zu machen. Wenn in der lehteren Zeit die Preise des baumwollenm Gams ansehnlich herunterÉegangen sind, so isi dies nicht lediglich der in England über das edurfniß hinaus gesteigerten Fabrica- tion, sondern zum Theil auch dem den Spinnern günsiigen Um- siande zuzuschreiben, daß ein allmäliges Sinken der Preise, und zwar in noch höherem Maße, auch bei der rohen Baumwvlle stattgefunden hat. Die Angabe, daß in England die Einfuhr-Ab abe auf rohe Baumwolle aufgehoben sey, beruht auf einem thats chlichen er- thum, da auch nach dem neuen Englischen ZoU:Tarif jene Abgabe, 2 Shill. 11 Pce. pro Cm, wie früher, zu entrichten isi. Was die mit diexem Tarif eingetretenen ZoU-Ermäßigungen auf ver- schiedene Le ensbedürfniLe anlangt, so kann erst die Erfahrung lehren, ob dadurch eine erabse ung des Arbeitslohns in England werde herbeigeführt werden. . ollte dies aber wirklieh der Fall seyn, so ist nicht zu „übersehen, daß die Rückwirkung davon auf die Deutsche Industrie fich,-nicht blos bei, der Baumwollenspinnerei, sondern bei allen konkurrii'ende .. ewerthWei en, und namentlich also auch bei der Baumwolle'n- ufakZUr, füZlbar machen würde. Daß die schon erwähnte & ermäßige Garn-Erzeuguné in on-
England eine den vereinsländischen Spinnern nachtheilige junktur herbeigeführt habe, mag" nicht ganz in Abrede gestelit wer- den; allein einestheils ist billigerweise nicht zu verlangen, daß die Regierungen ]ede vereinzelte Handels-Bewegun im Auslande der- gestalt berucksichtigen sollen, um danach soglei ihren Zoll-Tarif abzuändern, anderentheils hat jene Konjunktur ohne allen Zweifel die Englischen Spinnereien selbst in viel höherem Grade nachtheilig berührt, als die vereinsländischen, und es läßt sich daher um so sicherer erwarten, daß sie nur vorübergehend seyn werde, indem die Englischen Spinnereien durch ihr eigenes Interesse bald genö- thigt werden dürften, ihren Betrieb auf das richtige, einen Gewinn in Aussicht skeliende Maß zu beschränken.
Was endlich die von den Spinnern als ein beachtungswerthes Resultat der eventuellen Erfüllung ihrer Tarif-Anträ :* bezeichnete Unabhängigkeit der Baumwollen :Manufaktur vom uslande be- triffx, so läßt fich in der That nicht ermeffen, wie eine solche Un- abhangigkeit für einen Industriezweig sollte ewonnen werden können, 1velcher Fabrikate liefert, in denen die [11111111 materia, hier die rohe Baumwolle, ein unter allen Umständen nur vom Aus- lande zu beziehender Stoff isi.
Wenn nun der Prin ipal-Antrag der vereinsländischen Baum- wollen-Spinner auf Erhohung des Eingangs-Zoljes von dem ge- wöhnlichen baumwollenen Garn _ vermuthlich in Erwägung der vorstehend mitgetheilten Verhältnisse und Betrachtungen - uner- füllt geblieben ist, so "hat doch der weitere Antrag derselben, das in Zetteln eingehende Garn mit einem höheren Zolisaße zu belegen, wenn auch nicht in dem begehrten, doch in genügendem “Maße Berücksichtigung gefunden.
Bisher wurde- von dem in Zetteln, gcschlichtet oder unge: schlichtet, eingehenden Garne, in Ermangelung eines anderen darauf anzuwendenden Tarifsa es, nur der nämliche Eingangszoll, wie von dem ungezeetelten arne,erhoben. Da aber das vom Spinn- siuhl kommende Garn durch das Spulen, Zetteln und Schlichten eine weitere Fabricationsstufe durchläuft und somit einen höheren Werth erhält, so war anzuerkennen, daß hier im Zou-Tarif eine Lücke vorhanden sey, deren Ausfüllung zu Gunsten der Spinnerei- Besther gerechtfertigt erscheine, wenn gleich durch höhere Besteue- rung des gezettelten, resp. geschlichteten Gams der Handmeberei dieses Material vertheuert Werde. Mit Rücksicht darauf, daß jene Werths-Erhohun im Durchschnitte etwa 50 pCt. betragen mag, ist beginnt!) der ingangszoll für das zu Zetteln angelegte Garn, es moge zugleich geschlichtet seyn oder nicht, auf 3 Rthlr. pro Centner festgeseßt worden.
(Sohluß in der Beilage.)
Meteorologische Beobachtungen.
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“710", 11. 0". 13.11.1190"- 1613. 111.1. 110 18:19 1072.
Lomgltche Schauspiele.
Sonnabend, 17. Dez. Jm Schauspielhause: Zum ersten- male wiederholt: Camoens, dramati ches Gedicht in 1 Akt, von F. Halm. Hierauf: Vor hundert ahren. Sittengemälde 'in 4 Akten, von E. Raupach.
Sonata , 18. Dez. Jm Opernhause: Zum erstenmale: Linda von CFamouni, Oper in 8 Abth. mit Tanz, aus dem Jta- lienischen des G. Rossa von H. Proch. Musk von Donizetti.
j Jm Schauspielhause: Onkel Brand. Hierauf: Der Mili: ta l'-
tft"?!-
Uomgsstadttschrs Theater.
Sonnabend, 17. Dez. (Italienische Opern : VorstellunF.) ][ Zarbiere (li Zeinöa. ()yera [1111121 in 2 11111. Musica 01 171305110 110531111.
Sonntag, 18. Dez. Vorstellun der Kaiserlich Russischen Fantomimisten Herren Gebrüder Le mann, in 8 Abtheilungen.
rse Abtheilung: Lucifer und der Küper. Komische Pantomime
in 1 Akt, Hierin: nilemnmle Z- 11-013, ausgeführt durch Herrn und Mad. Gabrie und Dlle. von Brakenfic. Zweite Abtheilung.- Zntermezzo's, ausgeführt durch die Herren Whittoyne und Maurice, Artisten vom Drurylane-Theater zu London. Dritte Abtheilung: Pierot's Luftreise. Pantomime in 2 Akten, von C. Lehmann. Vorher: Das war ich!
Montag, 19. Dez. (Italienische Opern-VorsieUung. crexia 130x313. (Signora Assandri: Lucrezia Borgia. Zoja: Majseo Orsmi.)
Oeffentliche Ausfuhrungen.
Sonnabend, 17. Dex, Abends 7 Uhr, im Saale der Sing- Aka'demie: Konzert von heodor Döhler, Pianist Sr, KH. des Herzogs von Lucca. Der Konzertgeber wird folgende eigene Compositionen vortragen: 1) Fantasie überThrma's aus„Wilhelm Tell“; ?) Nocturno, Etüde, Ballade und TriUer-Etüde; 3) Caprice über Thema's aus der „Belagerun von Korinth“; 4) Tarentelie. Dlle. Hedwig Schulze und HerrB tticher, welche in dem Konzert mitwirken, werden ein Duett, eine Cavatine aus Halevy's„Kdnigin von Cypern“ und Lieder von Truhn und Kücken singen. Nume- rirte Billers 21 1x Rthlr. und Billers zu anderen Sißpläßen Zi 1 Rthlr. smd in den Musikhandlungen von Schlesinger und Trautwein und Abends an der Kasse zu haben.
Marktpreise vom Ectrarde. Berlin , den 15. Dezember 1842. Zu Lande: Wei en 2 Rthlr. 5 S r., nach 1 Rthlr. 26 Sgr. 11 f.; Roggen 1 Rt lr. 21 S 1.3 P ., auch 1 Rtblr. 20 S r.; ro e Geriie 1 Rthlr. 8 Sgr. 9 f., au 1 Rthlr. 7- Sgr. 6 f,; ?leine Gerste 1 Rthlr. 13 SL:“. 2 Pf., au 1 Rthlr. 4 Sgr.; Hafer 1 Rthlr. 5 S r., auch 1 Nthlr. 1 Sqr. 3 Pf.; Linsen 4 Ntblr. Eingegangen md 161 Wispel 12 ScheFel. Zu Wasser: Weizen (weißer) 2 Rtblr. 16 Sar. 3 Pf. , auch 2Rthlr, 5Sg_r. und 2Rtblr.; Ro gen 1 Rthlr. 22 Sgr. 6Pf., auch 1 Nthlr. 21 Sat“. 3 Pf. ; Hafer 1 tblr. ZSgr. 9Pf., auch 1 Rthlr. 1 Sgr. 3 Pf. ; Erbsen 2Rtblr. 5Sgr. Eingegangen sind 1115 2811110. Mittwoch, den 14. Dezember 1842,
Das Schock Stroh 9 Rthlr. 25 Sgr. , auch 9 Rtblr. .Der Centner Heu 1 Rthlr. 10 Sgr., auch 1 Rtblr. 2 Sgr, 6 Pf.
Kartoffel - reise. Dcr Scheffel 28 Sgr. 9 Pf., an 22 S r, 6 Pf.
Branntwein-Prei e. Die Preise von Kartoffel-Spiritus waren am 101en 191-9111)!» am 13trn 20-20;- Ntblr. und am 15. Dezember 1). O7. 201-2 5 Rthlr. frei insH au s geliefert pro 200Quartx- 54 pCt. oder 10,800 pCt. nacb Trams. Korn-Sviritus: ohne Geschäft.
Berlin, den 15. Dezember 1842.
Die Aeltesien der Kaufmannschaft von Berlin,
An die Leser.
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Verantwortlicher Redaeteur Dr. I. W, Zinkeisen.
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Gedruckt" in der Deckerschen Geheimen Ober-Hofbuchdruekexek- Beclage
m besseren e ndniß wird hinsichtlich der bisher! en Be- steuerung der bei der vorliegenden Erörterung in Berra t kom- menden Gattungen fremden Eisens die Bemerkung vorangeschickt,
terunF für den Be a?,stines Materials. 11
daß
3. Ro ei en von eher zollfrei eingelassen worden ist,
b. bei dhemsgeschmkedeten Eisen aber, “e nach der Qualität desselben„1 zwei verschiedene ZoUsähe zur nwendung kommen, welche f r 1); Fiacheisen über "7 Zoll Stärke,Quadrateisen über, 33 Zoll
im Quadrat und Rund- oder vielkantiges Eisen uber ? Zoll im Durchmesser 1 Rthlr. pro Centner, „dagegen für 2) dergleichen Eisen von geringerer Stärke bis zu jenen Dimensionen einschließlich, desgleichen fur alles fagonnirte Eisen in Stäben 3 Rehn“. pro Centner betragen. , „
Die inländischen Eisenhutten-Besißer glauben, daß durch die zunehmende Einfuhr und die niedriéen Freise des Englischen und Belgischen Roh: und Stabeisens i re xisienz bedrdhe und der Völlige Untergang der vereinsländischen Eisenproduction nur da- durch abzuwenden se , daß das fremde Roheisen beinx Emgange besteuert werde; wo ei fie jedoch, da mehrere unter ihnen den; sklbsk Zetvonnene Roheisen weiter zu Gußwaaren oder geschmie- detem isen verarbeiten, für unerläßlich halten, daß glei zeitig mit der Besteuerung des fremden Roheisens auch eine Erh hung des jehigen Zollsahes von 1 Rthlr. für das gröbere Stabeisen statt- finde. Demgemäß isi von ihnen beantragt worden, das fremde Roheisen mit einem Eingangszoll von 15 oder doch mindestens 10 Sgr. pro Cenkner ?)? belegen und den Zollsaß von 1 Rthlr. für Stabeisen auf 11 thlr. zu erhöhen, und es wird zur Be- gründung dieser Anträge Folgendes angeführt.
„Die Einfuhr vom Au6lande in den Zoll-Verein habe be- tragen: an Roheisen an Stabeisen
im Jahre 1836 95,876 Ctr. ..... 172,399 Ctr.
» » 1837 ..... 153,821 » ..... 156,25? » 1838 ..... 277,058 » ..... 375155 „ 1839 ..... 301,451 » ..... 337,451 » 1840 ..... 590,074 » ..... 433,934 „ 1841 ..... 986,373 „ ..... 550,091 „
Und es sey mithin in diesem sechsjährigen Zeitraume die Einfuhr des Roheisens auf das Zehnfache und die des Stabeisens auf mehr als das Dreifache gesiieäqen. Wegen seines wohlfeileren Preises finde das fremde Eisen berall willige Abnehmer und ver- dränge, jelänger, desto niehr, das inländische Eisen, obwohl dasselbe von besserer Qualität sey, als namentlich das Englische, vom Markte. Eine Abwehr der fremden Konkurrenz durch weitere Ermäßigung der Preise für das inländische Eisen sey nieht thunlich, weil das Englische Eisen für einen geringeren Preis nach Deutschland ge- liefert werden könne, als hier die bloßeErzeugung des Eisens koste; dies habe seinen Grund nicht etwa in einem Mangel an Industrie bei dem inländischen Hüttenbetriebe, sondernlediglich in den natür- lichen Vorzügen der ausländischen Eisen-Production, namentlich in England, wo man Erze und Steinkohlen, beide in vorzüglicher Qualität und zu billigen Preisen, nahe beisammen finde, und wo daher der Hüttenbetrieb, durch den vorhandenen Kapital-Reich- thum und wohlfeile Communicationsmittelunterstüßk, fich zu einem großartigen Standpunkte aufzuschwingen vermocht habe.“
„Deshalb lasse sich auch nicht behaupten, daß die gegenwär- tige Bedrängniß des inländischen Eisenhütten:Gewerbes eine vor- übergehende Konjunktur sey, vielmehr müsse es für erwiesen an- genommen werden, daß sich dasselbe gegen das Ausland in einem nachhaltig ungünstigen Verhältnisse befinde, und daß, Wenn hier- unter nichkAbhülfe durch angemessenen Zollschuß eintrete, dies den
änzlichen Verfall der inländischen Eisen-Production unfehlbar zur , olge haben werde.“
„Die in Anspruch lgenommene höhere Besteuerung des frem- den Eisens gehe nicht uber den Zweck der bloßen Erhaltung des inländischen Eisenhütten-Betriebes hinaus; die dadurch veranlaßte Steigerung der Eisenpreise könne jedenfalls nur ganz geringfüZig seyn und werde daher den Gewerben, welche des Eisens als 9) a terial bedürfen, so wie den einzelnen Konsumenten, kaum fühlbar werden, und sey um so Weniger in Betracht zu ziehen,“ als es sich hier darum handele, eine der wichtigsten vaterländischen anufirieen zu erhalten, eine anu rie, welche ein unentbehrliches Erzeugniß, und zwar ganz aus inlandischen Rohstoffen, liefere, und deren Un- tergang nicht nur viele Tausende fleißiger Arbeiter ihres Ermerbes berauben und den Verlust bedeutender Kapitalien herbeiführen, sondern auch die ZoU-Vereinssiaaken rückfichtlich ihres Eisenbedarfs gänzlich vom Auslande abhängig machen würde.“
Die Wichtigkeit der inländischen Eisen-Production wird von keiner Seite verkannt Werden mögen, und wenn die Gefahr vor- handen wäre, dieselbe einzubüßen, so würde es eine dringende Pflicht der Regierungen seyn, Alles aufzubieten, um einen solchen Verlust ab UWenden. Allein, wenn das Mittel hierzu in dem Zoll-Tarif gexunden werden soll, ist die größte Vorsicht erforderlich; der Be- trieb der das Eisen Weiter verarbeitenden Gewerbe: der Frisch- hämmer und Puddlingswerke, der Gießereien und Maschinen-Fa- briken, der Blech: und Drathfabriken, der Waffen: und Sensen- schmiede, so wie der zahlreichen Eisenwaaren:Fabrikanten, ist nicht minder wichtig; auch in diesen Gewerben sind, im Vertrauen auf die Stabilität des _Zoli-Tarifs, große Kapitalien angelegt, sie be- schäftigen mehr Hände, als die Eisenhütten, und die Existenz ganzer GeYnden ist von der Fortdauer ihres Betriebes abhängig; alle diese ewerbe sind mit dem Bezuge ihres Materials zum Theil auf das Ausland angewiesen, weil die inländischen Eisen- hutten' den Bedarf quantitativ zu befriedigen gar nicht im Stande smd; ]ede höhere Besteuerung dieses Materials würde daher nicht nur die gedachten Gewerbe sehr empündlich “berühren, sondern könnte sogar deren ferneres Beste en gefährden. Eine solche Maß- regel erfordert demnach die sor f [tigste Prüfung, und wenn die Eisenhütten-Befißer über No stand und nahe Gefahr des Erlie- gens klagen, so wird eszunächsk darauFankommen, zu untersuchen, :?chttmd wiefern diese Klagen für begrundet zu erachten sind oder
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dem großen Eisenbedarf für das Maschinenwesen, welches in den leßten Dezennien eine so bedeutende „Ausdehnung gewonnen hat, und für die Eisenbahnen, finde; man ]eht in der Architektur eiserne Dächer, Treppen, Säulen, Thurm, Fensterrahmen, Brücken, Ge- länder, Gitter :c., auf den Gewässern eiserne Schiffe, in den Ge- werben die verschiedenartigsken Werkzeuge von Eisen und selbst in den Haushaltungen eine Men e eiserner GeZenffände, theils zum praktisohen Gebrauche, theils cBrodukte der unsi und des Luxus, In der Landwirthschaft ist der Eisen-Verbrauch auf eine überra- schende Weise gestiegen; während Ackerwagen mit beschla enen Rä- dern sonst in manchen Gegenden Deutschlands eine eltenheit waren, bilden sie jeht die Regel; der Gebrauch eiserner Achsen nicht blos an Kutsch- und Frachtwagen, sondern auch bei dem ge: wöhnlichen Wirthschafts-Fuhrwerk verwehrt fich _von Jahr zu Jahr, und an allen Acker-Gerathsehaften hat das Eisen mehr oder weniger das Holz verdrängt und erseß_t_.
Die Annahme, daß eine solche Oteigerueng des Verbrauchs auch auf die inländische Eisen-Produckton gut!!?ig gewirkt haben müsse, findet denn auch wirklich volle Bestätigung. Zn Preußen wurden an Roheisen im Jahre 1824 nicht mehr als 716,000 Cn“. erzeugt, wogegen, nach den wahrscheinlich noch hinter der Wirk- lichkeit zurückbleibenden Angaben der Hytten, im Jahre 1841 die Gewinnung 2,167,000 Ctr. betrug; allem in den sechs Jahren von 1836 bis 1841 ist hier die Roheisen-Production um etwa 30 pCt. und die Stabeisen:Fadrication um etwa 60 pCt. gestiegen,
Uebrigens ist hier erläuternd und berichtigend zu bemerken, daß unter den oben als vom Auslande eingeführt angegebenen Mengen Stabeisen auch die dem nämlichen Tarifsahe angehören- den Eisenbahnschienen begriffen smd, wodurch fich denn auch die bedzutende Zunahme der Einfuhr vom Jahre 1888 ab hinreirhend erkl rt.
Was sodann die Preise und die Productionskosien des inlän- dischen und des Englischen Eisens betrifft, so ist vorab zu bemeer- kes, daß eine Vergleichung beider zu keinem richtigen Schlusse fuh- ren kann, denn das Englische mit Steinkohlen bereitete Roheisen sieht dem inländischen, fast ausschließlich mit Holzkohlen erzeugten Roheisen an Qualität bedeutend nach und ist ein Material von weit geringerem Werthe als das leßtere. Deshalb ist aus dem minderen Betrage der Productionskosien des Englischen Eisens auch keinesweges zu folgern, daß es den inländischen Eisenhütten unmöglich wäre, fernerhin zu konkurriren; vielmehr berechtigt die bisherige Erfahrung zu der Hoffnung, daß es dem besseren und werthvolleren Holzkohlen:Roheisen an einem scheren Absajze zu an- gemessenen Preisen auch in der Folge nieht fehlen werde. Als
Erstens ist das sogenannte Luppen-Eisen, nämlich gefrischtes Eisen in der Gestalt von Luppen oder Kuchen, Welches bisher, in ErmangelunZ eines entsprechenden Tarifsaßes, meistens dem Roh- eisen gleich ehandelt worden seyn mag, der Taris-Position zu dem ZoUsYe von 1 Rthlr. eingereiht worden. :
odann fand sich in dem jest noch gultigen Tarife eine Linke in Beziehung auf solche geschmiedete oder Fewalzte Gegenstände, welche nach dem Schmieden unter den Sta eisen-Hämmern oder nach beendigter Walz-Arbeit noch einer ztveiten Bearbeitung durch Ueberschmieden unterlegen haben, Jeichmohk aber noch eine rohe, unvollendete Waare sind, wie z. . vorgeschmiedete Achsen für Eisenbahnwagen, Kurbeln für Lokomotive u. d [„ indem eines- theils diese Gegenstände nicht zu den (fertigen) Éqisenwaaren gehö- ren und daher unter die Position 6 0. 2 des Tarifs um so weni- ger klassfizirt Werden können, als die Anwendung des Zollsaßes von 6 Rthlr. eine Beiasiung von 60-100 pCt. des Werthes in fich schließen würde und anderentheils die dermalige Fassun des Tarifs auch nicht ihre Subsumtion unter den Zollsaß vonZ thlr. gestattet. Da dieser leßtere Zollsaß derjenige ist, mit welchem die in Rede stehenden Gegenstände nur höchstens belegt werden kön- nen, so is: die betreffende Tarif-Posttion (6 c.) demgemäß vervoll- siändigt worden.
3. Leinengarn,
Von einigen Seiten ist in gleicher Art und aus ähnlichen Gründen, wie zu Gunsten der inländischen Baumwollen-Spinnerei bei dem baumwollenen Garn, so auch zu Gunsten der inländischen Flachs-Spinnerei eine höhere Besteuerung des fremden leinenen Garns beantragt worden.
Der gegenwärtige Eingangs:Zoll von leinenen Gespinnsien beträgt 3. von rohem Garn 5 Sgr., b. von gebleichtem oder ge- färbtem Garn 1 Rthlr. und c- von Zwirn LRthlr. pro Centner, und die vorgedachten Anträge waren dahin gerichtet, zunächst den Zollsaß zu 3. von 5 Sgr. auf 2 Rthlr. und in entsprechendem Verhältnisse auch die Zollsäße zu b. und e. zu erhöhen, zugleich aber, damit die inländische Leinen-Manufaktur durch diese Maß- t'egel nicht gefährdet werde, eine Erhöhung des Eingangs-Zolles von fremden Leinenwaaren eintreten zu lassene.
Zur Begründung dieser Anträge isi angefuhrt worden: „Nach- dem die Maschinenspinnerei in neuerer Zeit auch „bei dem Flachs und Hanf in Anwendung gekommene sey und sich vorausse en lasse, daß dieselbe Wegen ihres vorzuglichereneF9brtxats allmaltg dir-Handspinnerei verdrängen werde, so liege hierin eme dringende
Belag dafür mag dienen, daß der Preis des Siegener Roheisens (welches auf der sogenannten EisenMesse in Lüdenscheid verkauft wird, wo die Preise genau notirc werden) im Jahre 1835 171,“ Rthlr. pro 1000 Pfund betrug, in den c'ahren 1837 und 1838 auf 2215 Rthlr. stieg und dann bis zum Jahre 1840 wieder auf 202 Rthlr. herunterxzing, auf we1chem Standpunkte derselbe, We- nigstens bis zum Fruhjahr d. J., sich erhalten hat.
Wohl mögen diejenigen, Weiche, durch den ansehnlichen Ge- winn der Eisen-Production während der letzten sechs Jahre ver- lockt, Hütten- und Hammerwerke an Orten angelegt haben, die ihrer Lage und den sonsiigen Verhältnissen nach dazu weniger geeig: net find, bei dem Betriebe solcher Werke ihre Rechnung vielleicht nicht mehr in dem früheren Maße finden; darauf wird indeffen bei Erörterung der Frage im AUgemeinen nicht Rücksicht genom- men werden können.
Daß, in Fol e eines eingetretenen Mißverhältniffes zwischen Production und edarf, ein bedeutendes Heruntergehen der Eng- lischen Eisenpreise stattgefunden hat, ist keine neue Erscheinung. Die hohen Preise in den Jahren 1824 und 1825 veranlaßten in England eine große Steigerung der Production; dadurch wurde der Markt überführt, und es trat ein allmäliges Sinken der Preise ein, welche in dem Zeitraume von 1829 bis 1833 niedriger als jeßt und noch im Jahre 1835 mindestens eben so niedrig wie ge- genwärtig standen. Damals hegten die inländischen Eisen:Produ: zenten ebenfalls Besorgnisse für ihre Existenz, Welche jedoch durch die Folgezeit so Wenig gerechtfertigt wurden, daß gerade die näch- sten Jahre die Periode der stärksten inländischen Eisen-Produckion und der höchsien Eisenpreise bilden. Auch in den leßtverfioffenen Jahren ist die EisemErzeugung in England wieder unverhältniß- mäßig gesieigert worden, und da inzwisrhen dort Wegen Beendi- gung der meisten Eisenbahn:2[nlagen eine Abnahme des Verbrauchs eingetreten ist und die ungünstigen Handels:Konjunkturen in Ame- rika den Absaß dahin ebenfalls vermindert haben, so mögen die Eisen-Produzenten wohl genöthigt gewesen seyn, ihre übergroßen Vorräthe zu den niedrigsten, vielleicht die Productionskosten nicht einmal deckenden Preisen loszuschlagen. Dieses Mißverhältniß wird ohne Zweifel eben so, wie nach der Periode von 1829 bis 1835, durch Wiederherstellung des Gleichgewichts zwischen Pro: duction und Bedarf beseitigt werden, wir daraus abÉunehmen isi, daß chon seit Ende des vorigen Jahres unter den nglischen Ei: scnhutten:Befixzern steh Associationen zu dem Ztvecke gebildet ha- ben, den Betrieb ihrer Hochöfen verh ltnißmäßig zu beschränken.
Uebrigens ist in Beziehung auf die Eisen-Production in Preu- ßen zu bemerken, daß erst in neuerer Zeit in Ober-Schlefien An- laZen zum Schmelzen desiEisens mitSteinkohlen entstanden find, w hrend in der RheimProvinz und in Westphalen, ungeachtet der günstigsten Gelegenheit, eben jeßt erst die ersten Versuche dieser Art gemacht Werden und eine solche Zögerung fich nur dadurch erklären läßt, daß der Hütten-Betrieb nach älterer Art bisher noch lohnend genug gewesen isi, um den Reiz zu wesentlichen Verände- rungen fern zu halten. e
Aus dem Vorgesagten durfte fich zur Genüge ergeben, daß die Anträ e der inländischen Eisenhütten-Besißer auf neuen und erhöhten ollschuß nicht sowohl aus einem wirklich schon vorhan- denen Bedürfnisse, als vielmehr aus der Besorgniß einer künftigen Schmälerung ihres bisherigen Gewinne:; oder aus dem Wunsche, diesen Gewinn noch zu erhöhen, entsprungen find, und da fich zur Zeit noch gar nicht auch nur mit einiger Sicherheit beurtheilen läßt, ob der gegenwärtige Zustand ein dauernder bleiben werde
Aufforderung zur Ergreifung von Maßre ein, um dem Zoll-Vereine auch in Zukunft die Bereitung des in! ndischen Garnbedarfs zu erhalten, zu welchem Ende es darauf ankomme, nicht nur das Fortbestehen der bereits im Vereine vorhandenen Fiachsspinnereien zu sichern, sondern auch zur Anlegung neuer derartiger Etabliffe: ments zu ermuntern; dieser Zweck werde fich jedoch nur erreichen lassen, wenn der ausländischen Konkurrenz, Welche (wie bei der Baumwolienspinnerei) den Vorzug technischer Uebet'legenheit und bedeutender Kapitalien habe, durch angemessene Besteuerung des fremden leinenen Garns rechtzeitig entgegengewirkt werde; hierzu sey um so mehr Veranlassung vorhanden, als sich voraussehen lasse, daß, in Folge der kürzlich in Frankreick) getroffenen prohibi- tiven Maßregeln gegen fremde leinene Gespinnste und Gemebe, der ZoU-Verein nicht nur seinen bisherigen Absaß dahin verlieren, sondern nunmehr auch mit den vom dortigen Markte ausgeschlos- senen Englischen Lcinen:Fabrikaten werde 15berschwemmt werden; einer solchen Konkurrenz Werde die vereinslandische Maschinenspin- nerei erliegen und dadurch die einheimische LeinemManufaktur in eine ihr Bestehen gefährdende Abhängigkeit vom Auslande gerathen.“ Daß die Maschinen- Flachsspinnerei im Zoll :Vereine eine immer größere Ausdehnung gewinnen und sich fest begründen möge, ist allerdings wünschenswerth, denn da das Maschinengarn durch die bei dem Handgespinnsie nicht zu errrichende Gleichför- migkeit und Reinheit des Fadens nicht allein die Arbeit des We: bens abkürzt und erleichtert, sondern auch vorzüglichere Gewebe liefert, so wird dasselbe mehr und mehr zu einem unentbehrlichen Bedürfnisse für die inländische Leinen-Manufaktur, welche ohne Anwendung dieses besseren Materials Gefahr laufrn würde, ihren bedeutenden Absaß nach dem Auslande zu verlieren und selbst auf dem inländischen Markte ihre Erzeugnisse durch fremde Verdrängt zu sehen. Zur Zeit aber wird im Zoll-Vereine das Maschinengarn noch nicht in einer dem Bedarfe genügendenMenge fabrizirt, und es würde fich daher nicht rechtfertigen, der Leinen:Manufaktur den Bezug eines anerkannt unentbehrlichen Materials vom Aus- lande durch Besteuerung zu vertheuern. Auch ist zu berücksichti- gen, daß in Mehreren Theilen des Zoll:Vereins die Weber auch fremdes Handgespinnsk beziehen und desselben zur Zeit nicht ent: behren können. Das vorgeschlagene Auskunftsmittel, gleichzeitig den Eingangs-Zokl auf fremde Leinengewebe zu erhöhen, würde nur aUenfaUs für den Absaß im anande, obwohl zum Nachtheile der Konsumrnten, den beabsichtigten Zweck erfülien, für den so wichtigen Ausfuhrhandel aber, welcher aliein bei derLeinwand ein jährliches Quantum von etwa 90,000 Ctr. mit einem Werthe von mehr als 10 Millionen Thalern zum Gegenstande hat, der Natur der Sache nach, ohne Wirkung seyn, und es würde mithin die inländische Leinen-Manufaktur in die Gefahr kommen, auf den frenkreden Märkten die ausländische Konkurrenz nicht mehr bestehen zu onnen.
Auf der anderen Seite läßt fich auch für die inländischeMa- schinen-Spinnerei das Bedürfniß eines Schu§es durch hohe Ein: gangS-Z'olle nicht wohl anerkennen. Die Deutschen Flachsspinner stehen vor den Englischen dadurch in erheblichem Vorrhoike, daß sie den zu verarbeitenden Rohstoff im eigenen Lande in der the und zu beliebiger Auswahl haben, während die Englisshkn Spin- ner denselben aus der Ferne, zum großen Theil aus Deutschland selbs, beziehen müssen; zu der für die Englischen Spinnerei?" hi“? aus entspringenden Vertheuerung des roh?n Materials “"e“" b“ dem Absaß von Garn in die ZoU-Vereinsßaakkkx noch die Kosten der Versendung und der Eingan s-Zoll von ') Sgr. pro CU".
oder nur als eine vorübergehende ungünstige Konjunktur zu be-
Erwägt man nun noch, daß der *einenwaaren-Fabrikant im Al!-