1842 / 351 p. 2 (Allgemeine Preußische Staats-Zeitung) scan diff

52 London, 13. Dez. So eben ist das Quarterly Re- view, mit einem donnernden Artikel gegen die Anti:corn-law:ieague erschienen. Es wird derselben nicht nur um siraffälligen Verbre- chen gemacht, daß sie fich als gegliederte esellschaft gebildet, Gel: der sammelt, Agenten umhersendet und Schriften verbreitet, um ein besehendes Gesch uYustoßen; sondern auch alle Vorwürfe, daß sie die geflissentliche eranlasserin des neuiichen Arbeiter-Auf- standes gewesen, systematisch wiederholt, Erstere Anficbt werden nur wenige Briten mit dem Kritiker theilen. Die Verfassung gestattet jedem Einzelnen für sei;, so wie mehreren Einzelnen als eine Gesammtheit, fich gegen jedes Gesch mündlich und'scbriftiich auszusprechen. Und es ist nun schon so lange Brauch, da wo es eine große Anstrengung gilt, um die Abschaffung irgend einer be- stehenden Ordnung zu erlangen, durch die Stiftung von Vereinen und Nebenvereinen, die Halcun von Versammlungen, heftigen Reden und Schriften die ation aufzuregen, um recht viele Bittschriften und Unterzeichnungen zu erhalten, daß eine Regierung es nicht leicht würde wagen dürfen, ei- nem besonderen Bestreben dieser Art mit der Streu e des Geseses entgegen utreten, Auf diese Weise wurde die A : schaffung des Sklavenéandels, und später der Sklaverei in unseren Kolonieen, erlangt, die Abschaffung der Geseke gegen die protestan- tischen Sektirer, wie die Emancipation der Katholiken, und in der neuesten Zeit die Reform:Bill. Auf diesem Wege streben nieht nur die Chartisten zur Erlangung ihrer Reform, sondern auch der protestantische Verein, welcher die Katholiken aufs neue vom Bürgerrechte ausschließen möchte.

Bei Allem [(es oder läuft vici Tadelnömerthes unter, welches die wärmsien Freunde einer Sache oft am meisien bedauern. Machte man es aber der Regierung zur Pflicht, alle solche_Be- Wegungen zu überwachen, jedes gesprochene Wort zu wägen, jeden gedruckten Buchstaben zu prüfen und einem Prozesse zu unterwer- fen, so würde der freie Sinn, der diese Nation auszeichnet uiid sie zu so vielen großen Dingen fähig gemacht hat, bald verschwm- den. Die Unzufriedenheit würde fich in engere Kreise verkriechen, und statt der stürmischen, manchmal so bedrohlich aussehenden, aber den Unwillen verrauchen lassenden Meetings hätten wir ge- heime Verschwörungen und ernstliche Umwälzungs-Versuche. Es wäre möglich, wenn die Regierung (wie nach allen Indizien sehr zu vermuthen sieht) wirklich die Absicht haben sollte, dem Parla- mente -- dessen Wiederversammlung nun entschieden auf den 2. Februar festgeseht isk _ eine weitere Ermaßigung der Korn : Skala, ' wo nicht gar eine feste Abgabe, evorzu- schlagen, daß fie damit anfinge, auf ein Gesetz fur die Unterdrückung der League anzutragen. Wellington und Peel thaken dasselbe in Bezug auf den katholischen Verein, ehe fie aiif die Emancipation eingehen wollten, obgleich sie im voraus geWtß seyn konnten, daß jener Verein sich bei der gewissen Aussicht, Alles, was er gesucht, sogleich zu erlangen, bon selbst auslösen würde und es auch that, ehe jener Vorschlag noch zum Gieseß erhoben wordcn war. Auch stimmten damals nicht nur alle Toriees, die es mit der Regieruug hielten, sondern auch aile Liberalen fur jenes Unterdrückungs:Geseß. Da aber bei einem ähnlichen Vor- schlage zur Unterdrückung der League der Beistand der Whigs sehr zweifelhaft ist und ein Abfall von Tories, wenn Peel mit seinen Reformen weiter geht, fast gewiß, so dürfte er sich doch wohl noch sehr besinnen, ehe er damit aufzutreten wagt. Die Drohung aber, daß der General-Prokurator an fie geschickt wer- den solle, ist nur ein bkntnm kulmau, womit man hier und da einen abzuschrecken hoffte, welcher bereit war, zu den 50,000 Pfd. St. bei urragen.

Mit die er Erhebung geht es aber schnell von statten; selbst die Schotten, weiche doch sonst auf ihr Geld Achr zu geben wisset), bleiben dabei nicht zurück; und man hat so eben Anstalten zu er- ner großen Versammlung in Glasgow getroffen, wozu man auch Cobden eingeladen hat, welche die Bewegung noch heftiger machen soll. Auch nehmrn die Symptome der SinneöWeränderung un- ter den Gutsherren oder doch der Ergebung in ein Unvermeid- liches, deren ich in meinem leßten Schreiben erwähnte, immer mehr zu, und sogar die Morning Posk bekennt es. In ihrem Unmuth sagt fie denselben, daß fie - wenn sie denn durchaus dem Schuß hoherZölie entsagen wollten - auch ihrem politischen Einfluß bei den Pächtern entsagen und denselben Pacht- briefe für 21 Jahre geben müßten. Dasselbe sagt ihnen aber auch der Morning Herald, welcher sich mit der Idee einer erleichteteren Einfuhr ausgesöhne hat, in guter Laune.

Die Ultra's in der Schotkischen Kirche, welche unter der Lei- tung des sonst so klugen ])r. Chalmers steht, hat die Denkschrift, womit sie die Regierung um Hülfe in ihrer Noth angegangen, bekannt gemachk. Sie gesteht darin, daß die Mehrheit der Kir- chen-Versammlung entschieden gegen die Ansprüche des Staates sey, während die Minderzahl bereitwilliger sey, den bürgerlichen Be- hörden als der Kirchen-Versammlung zu gehorchen, und einige solches wirklich gethan hätten. Bisher habe fich diese enthalten, die Widerspenstigen zu strafen, Die Zeit sey aber gekommm, wo solches nicht länger verschoben werden könnte. Damit aber ein soleher ungZziemener Kampf vermieden werde, solle der Staat seine Ansprache zurucknehmen, oder sie müßten sich von der Ver: bindung mit demselben iossagen. Der erthum dieser Männer schrank zu seyn, was an so manchen anderen Orten und in allen Zeite_n der erthum_ gemesen, daß fie das fichtbare kirchliche Institut mit allen seinen in Zeit und Raum unvermeidlichen Feh- lern und Gebrechxn mit der heiligen unsichtbaren Gemeinde verwechseln, und fur jene fordern, was nur dieser gebührt und "„U“ diese besißep kann. Es ist dasselbe Spiel, welches auch Pie Paieyiten "Uk dem Worte „Kirche“ treiben. Man versichert ""“"-e"“ Pe“ sw,?ntschloffetz, wie er diesen in England keinen Vorschub geben ward, auch )en-en Hildebrandisten in Schottland nicht nacthgeben, was denn die Sache bald zur Krise bringen

muß. Belgien.

Brüssel, 13.Dez. Die Repräsentanten-Kammer at e er

das Budget der, auswärtigen Angelegenheiten, im B?cragge stLooki: 1,055,500,Fr. mit 57 Stimmen gegen 1 Stimme angenommen. Sie schrttt hierauf zur Diskussion des Marine-Budgets* diese wurde bald beendigt; die Kammer nahm die Artikel mit ;inigen Amendements an., seßte aber das Weite Votum über das Ganze dieses Budgets bis heute aus. Die Kammer votirte am Schlusse FW enßstichitg denfiéherseß-Enerf, welcher den Zinsfuß der Cau- ionen er euerp | igen m ouanen- und Acciea

5 auf 4 pCt. herabseht. ss chen von

Schweden und Norwegen. Stockholm, 10. Dez. (Alt. M.) Professor Geijer, Wel- cher „mit der UnterÉuchung der in den geheimnißvolien Kisten ent- haltenen Papiere ustav's lll. beauftragt war, hat diese jeht been- det, und eine Schwedische Zeitschrift enthält den Bericht des Pro- fessors darüber, woraus folgendes zu erfahren interessant eyn dürfte: Geijer theilt die Gustavsrhen Papiere in drei Kla en;

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Briefe, eigenhändi e Aufsähe des Königs (historischen, politischen oder ästhetischen Inhalts), ei entliche Staatsschriftm oder acta ublica, Unter den Briefen nden fich eine Menge von und an itglieder der Königlichen Familie, die verschiedenes über die da- maligen Verhältniss“: aufklären. Auf :inem Päckchen, das eine Sammlung Briefe erzogs Kari, späteren Königs Kari Kill. von 1767-1775 en ält, hat Gustav 111. die Worte geschrieben: „ces lettres font ("01 eie ['intimité, ui reguoit eam! oon; et cke ]a conüance reciyroqne.“ Zn er Sammlung ßnden fich mehrere Briefe von Friedrich dem Großen, Katharina der Zwei- ten, Ludwi )(U. und Ludwi LA., Prinz Heinrich von Preußen, fast von a en berühmten M nnern der damaligen Zeit, besonders allen Französischen von Choiseul bis Vergmnes - von Voltaire bis Marmontel.

Für die Schwedische Geschichte enthalten diese Papiere die Neuigkeit, daß die Thron-Entsagung Königs Adolph Friedrich 1768, wodurch der Reichstag zusammenzutreten genöthigt ward, mit einem weit tiefer gehenden Plan des Kronprin en Gustav, wegen einer Veränderung in der Regierungsform, in erbindung stand. Der Plan zu diesem Vorhaben, wie der Grundriß der neuen Staatsform, war von dem Prinzen schon zu Papier ge: bracht, der König und die Königin wollten aber auf keine Weise in seine Ausführung einwiliigen; beÉonders die Königin, in lebhaf- ter Erinnerung der traurigen olgen ihrer Zntriguen im Jahr 1755 widersehte sich demselben. Zu der zweiten Klasse dieser Papiere sind besonders bemerkenswerth: „blémoirez (ia (3. l). R. ! e 8 écrits [mr lui méme, commeucés en 1765 lorsqu'i] était agé (Le 19 3115" -- worin eine Menge interessanter und unerwarteter historischer Aufklärungen über die Staats:Umwä1zung von 1772 und über die beiden vor- hergehenden Regierungen enthalten smd; und „Mémoires pour seryir ;) i'lxizeoire (Le la maison (18 7353, écrils [):-r ua (16 865 ])esceuciantz", welche Geijer nicht nur wegen der darin ent- wickelten historischen Kenntnisse, sondern auch wegen des bewun- dernswürdig früh entwickelten Schriftsteller-Taientes lobt. - Aus der dritten Klasse dieser Papiere dürfte „der eigenhändige Entwurf des Königs zu der Regierungsform von 1772 und sein Entwurf zum Reichstags-Reglement von 1778“, besonders zu er- wähnen seyn; außerdem finden fich eine Menge diplomatischer Noten und Znsiructionen, da, wie bekannt, der König dem De- partement des Auswärtigen selbst vorstand.

Dänemark.

Kopenha en, 13. Dez, ZütländischeStände-Bersammlung. In der 46sien e**ilzung der Wiborgischen Stände-Versammiung am 7. Dezember fand die Schluß-Berathung in Betreff der stän- dischen Ausschüsse statt, welche eine bedeutende Diskussion herbeiführte; indessen ward am Schlusse der Abstimmung über die verschiedenen von der Versammlung gesellten Amendements, das vom Apotheker Dahlerup, welches die Abrathung der Ein- führung siändischer Ausschüsse empfahl, mir 42 Stimmen gegen 9 abgewiesen. Der Kommissarius bemerkte unter Anderen hinfichtlich der vom ersten Secretair der Versammlung ausge- sprochenen Meinung, daß es unnüß seyn würde, die Ausschüsse zu widerrathen, weil deren Einführung des Königs absoluterWille

sey, so wie denn auch er (der Kommissarius) geäußert, daß, da die Roeskiider Versammlung die mitgetheilte Idee mit lebendigem In- teresse aufgefaßt und die Holsteinische sie auch wenigstens nicht abgerathen habe, der Köni keine Veranlassung finden “werde, fie aufzugeben: „er habe'fidh“ an :-'diese Weise nur in der Voraus-

seßung geäußert, daß die Zütiä *disahen Stände steh eher den Ross- kilder anschließen, ais gemeinschaftliche Sache mit der in der Hol- steinischen geäußerten und wahrscheinlich auch in der Schleswig- schen zu erwartenden Meinung machen würden, er finde es übri ens aber nieht unwahrscheinlioh, daß, wenn fich bei den Zutländischen Ständen keine Stimmung zu Gunsten der Sache zeige, der König sie noch auf fich beruhen lassen werde, da er natürlicherweise einsehen müsse, daß die heilsame Wirkung der Znsiituté'on- von dem Vertrauen abhängen müsse, womit sie aufgenommen werde. Unter den Abgeordneten äußerte der Kanz- leirath Funder, seine Erwartung hinsichtlich der Aufnahme der Institution, Welche dieselbe im Lande finden werde, sey nicht ge- rechtfertigt worden, und die Ausschüsse würden von Vielen in der Provinz mit mißtrauischen Blicken betrachtet; er sehe vollkommen ein, daß es allein auf das Volk ankomme, ob die Institution ein Edelstein oder, wie sick) ein anderer Abgeordneter ausgedrückt habe, ein Glasfiuß werden würde. Auch der Kostenpunkt ward in der Versammlung erörtert.

Deutsche Bundesstaaten.

Niünchen, 13. Dez. (Bayer. Bl.) [Fünfte öffentliche Sißung der Kammer der Abgeordneten.] Es erstattete der Re- ferent des zWeiten Ausschusses, Freiherr von Rotenhan, Vortrag über den Geseß-Entwurf, „die ErWerbung des Wohnhauses und der Sammlungen Göthe's in Weimar“ betreffend. Nachdem wir den Vortrag des Königl. Finanz:?kikinisiers in der Sißung vom 2,Dezember schon ausführlich gegeben haben, lassen wir hier eben so auch die von Sr. Excellenz zugefü ten Motive folgen.

„Von mchrercn Mit liedern des eutschen Bundes, namentlich Oesterreich und rrtißetx i der Wunsck) iu Anre ung ekommens, daß auf dcane e retwilitger Uebereinkunft von cutschands Furften und freien «tädtcn das Wohnhaus des verewigten großen Dtchters Göthe in Weimar, sammt den darin befindlichen Sammlungen, vor. dessen Erben angekauft, und_ für ewige Zeitxn zum Deutschen Natio- nal-Eigenthum untcr„mdglcchsier Begurxfitgungbes nußbrtngenden Gebrauchs möchte bestimmt werden, damit nicht tn Folge des außer- dem bevorstehenden Verkau s die Wohnstätte eines der eminente en Geister des Deutschen Vol es eine ihre Gestalt verändernde,_fie v el- [richt herabwürdigendc Bestimmung erhalten möchte, oder die kostba- ren Sammlungen, welche, d„te Neigung und die Arbeit Gd- tbe's ver egenwärtigend, geweffermaßen als eines seiner Werke ku betra ten iind , der Zersplitterung oder der Uebertragung u das Ausland preisge eben werden. Zur Erreicbun dieses Zweckes, dem Deutschen aterlande ein theures Anden en und werthvolie Sammlungen zu erhalten, und der gesammten Nation einen neuen Beweis des Antheils zu liefern, welchen die Deutschen Rc „ie- rungen an der Verherrlichung des Deutßhen Namens durch dte tte- rarischen Bestrebungen hochbegabter Ge sier nehmen, - ifi eine aus mehreren BundestaZs-Gesandten bestehende besondere Kommission ge- bildet worden, um ber die Modalitäten, unter welchen der Plan, das Haus und die Sammlun en des versiorbenen J. W. von thhe anzu-

auécn und für ewige Ze ten zum Deutschen National-Eigenthum zu best mmen, allenfalls realisrt werden könnte, vorbereitende Berathun- gen zu pflegen _und über das Ergebniß Ytachtliche Acußerung zu geben. Se, Majeftät der König haben in erücküchtigun des ge- meinnützigen und erhabenen Zweckes an diesen yr eit no blos vorbereitenden Verhandlun en durch Unerhört) ehren Bundes- tTJFcsandten zwar einstweilen _ ntbeil nehmen , jedoch hierbei aus- d lich erklären lassen, daß die Beitragsleistung Bayerns welche eventuell aux 10,000 Fl. berechnet'worden iii) nur an verfa angs- FHR ““F“ e :sYbCFiLKZerZé'ZZXUbYMO=JUZ“ bselbsi [Rita, . . er a en na erm mun kr- bdch ihres Staatsrathes und mit degm Beirathe nnd der Znsiitgnmung

Ihrer Lieben und Getreuen, der Stände des Reichs, Allergnädigsi Lu genehmigen gerubt, daß, insofern die von mehreren Mitgliedern cs Bundes beabfichtigten nnterbandlun en x_ur Erwerbung des Wohnhauses und der Sammlungen Gn ck an Weimar in der Eigenschaft eines gemeinschaftlichen und bleibenden Deutschen National-Denkmals a dem gewünschten iele führen sollten, der ur Erwerbung, altnng uud Beau sichtigung dieses gemein- xchaftlichm Deutschen NationaleDenkmals erforderliche Bedarf mit der auf Bayern treffenden Nate, unter Vorbehalt einsiiger nä- herer Nachweisung, aus der Staats :- Kasse bestritten werde.“ Der Vortrag des Ausschuß - Referenten lautet: „Gdtbe bin- terließ seinen Erben das Haus [u Weimar, in welchem xr so viele Jahre gelebt, in dem sein Genius die großen Werke beinahe alle eschasfen, mit denen er tief in die getßige Gestaltung Heines Jabr- ßunderts einge kiffen hat, Werke, die seinen Namen an erblich ma- chen. Dieses Saus trägt in seinen behaglichen Räumen, wie in allen seinen Einrichtun en, von einfachen edlen Geschmacks, das Gepräge des_Geifies, der arin gebildet und geherrscht hat, Es ist noch an- Yßullt von allen kunst- und wissenschaftlichen Sammiuxtgen, die the um fich u schaffen und zu ordnen wußte, die mit seinem dich- terischen und, w sscnjchaftlichen eben so innig verwebt waren, Auch die Manuskripte semer Werke Enden sich wohl eordnet dort aufbe- wahrt. Ein letzter Wunsch des Versiorbenen war es, seine Sammlun- en, wo mdglich Fanz, und zwar in Weimarerhalten werden möchten. Zehn Liahre lang ba en die Erben des ?roßen Deutschen Mannes diesem Wunsche gemäß Alles unberührt ge affen. Geißvolle Freunde, die im Leben dem Dichter nahe geüanden, “haben jene Räume und jene Scheibe wie Reliquien gepackt und bewahrt. Länger scheinen die Er- ben aber nicht ein wertbvo es Vermögen obne Frucht liegen lassen zu können, und sieben im Be rtff, jenes aus sowohl, als die Sammlungen, zu veräußern. s war H3 bef rchten, daß diese kost- baren Erinnerunen sich bald in alle eltgegenden xerftreuen und der Deutschen Ziation vielleicht nur Bruchstücke übrig bleiben würden. Da entsiaxrd in bochherTigcn Deutschen Fürßen der Gedanke, es möchte dieser Nachlaß G tbe's von Bundeswegen ange- kauft und als ein gemeinschaftltches und bleibcxtdes National-Denk- mal erhalten werden. Er wurde, von Oeüerrrtch und Preußen aus- gehend, bei dem Bundestagkiu Frankfurt angeregt, insbesondere auch von St“. Majestät unserem du 9 lebhaft vertreten , und fand an e- meine Beisiimmung, Der dermalige Standpunkt der Sache ist ol- gender.“ (Fortsetzung folgt.)

Oesterreich.

Wien, 10. Dez. (A. Z.) Es sind erst zwei Monate ver- stossen, seit man zum wirklichen Bau der Staats-Eisetxbah- nen geschritten, und diese zwei Monate waren so ungünstig als möglich. Dennoch liegen die erfreulichsen Resultate vor.. Die Unternehmung des Unterbaues vonOlmüh bis Bdhmisch-Trieebau, in einer Länge von 112, Meilen, und gegen Triest, von Murzzu- schlag bis Neudorf, in einer Länge von 15 Meilen. ist vertrags- mäßßg sicher gestellt; und es smd schon jebt die Erdbauten von Olm Z bis Hohenstadt _ eine Länge von «Meilen -- und auf der Gra er Seite in einer Länge von 5 Meilen, mithin im Gau- zen ein rdbau von 11“; Deutschen oder 52-3- Englischen Meilen, in diesen wenigen Wochen beendigt worden. Zudem konnte it) der späten Jahreszeit, in der begonnen wurde, den fremden Arbeitern der Entschluß nicht leicht werden, bei herannahendem Winter ihre Heimath zu Verlassen, um vielleicht auf nur ganz kurze Zeit in der Ferne Beschäftigung zu finden. Daher waren _auf der Böhmischen Bahn nur zwischene 5000- 8000 Indivi- duen täglich be chäftigt, aiif der Sudbahn nbch beedrutend weniger. Das k nftige Frühjahr wird daher erst die Moglichkeit gewähren, mit voller Kraft an das Werk zu gehen. aneß wird der Winter darum nicht mäßig zugebracht und solche Arbeiten, die mit der Jahreszeit verträglich smd, wie z. B. Feisensprengun- gen u. s. w., ununterbrochen fortgeseßt. Alle Eisenbahn-Besiand- theils für den im Jahre 1848 vorzunehmenden Oberbau find im anande vollkommen gedeckt, und die Werke, die dergleichen Liefe- rungen übernommen haben, im vollsten Betrieb. Ein gleiches gilt für die erforderlichen Hölzer; ihre Lieferung ist gesichert. Die Magazine, Lagerplähe sind bestimmt und die ndthigen Beamten und Gehüifen zm; Uebernahme ernannt. Auch das Grund: und Einlösungs-Geschaft, welches auf feste Grundlagen bafirt wurde, um sowohl die angemessenen Entschädigungen den Befißern zu sichern, als den Etaatsschaß vor überspannten Forderungen zu schühen, hat seinen ungestörten Fortgang.

Außer diesen nächsten Verfügungen wurde dasjenige in ge- naue Erwägung gezogen, was den Fortgang des Baues in den folgenden Jahren bedingt. Die Studien über die Modalitäten, unter welchen die Uebersieigung des Simmering-Berges möZlich und zweckmäßig ist, werden fortgeseßt. Die Untersuchungen uber die ungeheuer schwierige Trace von Neudorf nach Ciliy und von hier nach Triest smd beinahe vollendet. Die Detail-Projekte über die bereits definitiv bestimmte Doppelhahn von Brünn durch das Zitrawathal bis Böhmisch-Triebau liegen zur Entscheidung vor. Die Detail-Projekte von Böhmisch-Triebau uber Kobin nach Prag sind in der Arbeit begrißen und mit der Königl. Sächsischen Re- gierung die Convention ereits abgeschlossen, der zufolge die Bau- ten beider Regierungen im Elbthale zusammenskoßen wrrden, da sich auch die Sächsische Regierung zum Bau einer Eisenbahn von Dresden bis an die Oesterreichische Gränze Verbindlich macht. Hiemit ist die Verbindung des Adriatischen Meeres mit der Nord-

*see durch die ganze Länge der Oesterreichischen Provinzen als

vollendet zu betrachten ! Spanien.

Paris, 13. Dez. Die Regierung hat nachstehende telegra- phische Depesche erhalten:

Perpignan, 9. Dez. Gestern waren die Läden in Barce- lona geschlossen. Es smd, in Ermangelung der Chefs, 200 Miliz- Soldaten verhaftet und mehrere bereits erschossen worden. Der General-Capitain van Halen hat die Zeit für die Ablieferung der Waffen um sechs Stunden verlängert. Die unbewohnten äuser sollen erbrochen werden, um sich zu versichern, daß keine affen darin verborgen smd. Das Britische Linienschiff „Formidabie“ hat, von dem Dampfboote „C klop“ ins Schlepptau genommen, in ;Bégieitung einer Englischen regatte den Hafen von Barcelona vor a en. _

Barcelona, 6. Dez. Der politische Chef, Don Juan Gu- tierrez, hat an die Bewohner Cataloniens eine Proclamation er- lassen, worin er se auf die traurigen Folgen der Znsurrection aufmerksam macht und se auffordert, sich fernerhin ruhig zu ver- halten und den geseßlichen Behörden Gehorsam zu leisten.

Pkadrid, 6. Dez. Die Provinzial-Bataillone von Guada- lajara und Segovia, so wie mehrere Linien-Regimenter, smd hier eingerückt, um die mit Espartero ausgerückten Truppen zu er- sehen. Es herrscht hier die vollkommenste Ruhe, und auch die Nachrichten aus den Provinzen lauten in dieser Be iehung be- friedigend; überall haben die aufgelösten Milizen die affen wie- der ergriffen, um die Sicherheit des Landes zu befördern.

ck Paris "13. Dez. Aus der estern na dem Impac- c-ial mitgetheiléen Schilderung der Öirkungenchdes Bombarde-

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mts von Barcelona t ur Genüge hervor daß die hiefigen Ladnerskch rok «Ösen erlauben, wenn ievon dieser Stadt spreehen, ob Ke durch die Bomben des Forts Monjuich zu Grunde gerichtet wäre. Wenn der durch-das euer dieses Forts angerichtet? Schaden 'glücklicberweise nicbt se „r edeutend gmesen, so is! das allerdi s ch_werlich das Verdien der Bela erer, aber auf der anderm eite isl doch auch kein rechtmäßig“ rund vor- handen, dieselben für eine Verwüstun?O verqntwvrtlach zu machen, die nicht wiekuob stattgefunden hat. ie hiesigen Blätter, welche fich diesmal saft einstimmig gegen Espartero und den General van Halen erklären, haben in jedem Betrachte Unrecht, in ihren thatsächiichen Behauptungen über die Wahrheit hinauszugehen, dem; sie diskreditiren dadurch den sehr gerechten Tadel, der sich gegen verschiedene Handlungen einer zu großen oder einer mißver- siandemn Strenge der siegreichen Regierunßsgewalt erheben läßt. Se r begründet ist zum Beispiel der Unwille d er die Aussehung einer Pr mie für die Denunciation, über die Androhung der Todes- [irafe gegen Jeden, der einen schuldi en Milieair- oder Civii-Be- amten verbirgt, und über die Andro ung derseiben Strafe gegen die zu den bezeichneten Kate orieen gehörigen Theiinehmer an dem Aufruhre, die fich nicht sei [k freiwillig vor das für fie niederge- seßte KriegSgericht stellen. Durch diese und ä nliche Vorschriften wird das Menschlichkeits- und das Moralgef hl zu tief beleidigt, als daß se sich durch die politischen Nothwendigkeiten des Augen- blicks entschuldigen lassen sollten, und man kann es allerdings nur natürlich finden, wenn sich die Spanische Regierung durch solche Maßregeln manche frühere Theilnahme entfremdet.

Es läßt sich mit Gewißheit voraussehen, daß die Schwierig- keiten der parlamentarischen Lage des Ministeriums Rodil-Almo- dovar durch das Verfahren gegen Barcelona unendlich werden gesteigert werden. Die Erklärung der Catalonischm Hauptstadt in Belagerungszuskand, die bekanntlich auch im vorigen Jahre, nach der Dämpfung des durch die Sicherheits-Zunta geleiteten Aufstandes, erfolgt war, hat die Regierung wahrend der lehren Sesfion der Cortes in eine Reihe von Verlegenheiten verwickelt, welche einen großen Antheil an dem endlichen Sturze des Mini: skeriums Gonzalez-Aionso gehabt haben, Dieses Ministerium ver- suchte niemals die Geseßmäßi keit jener Maßregel zu vertheidigen, sondern es erkannte an, daß lch dieselbe nur als eine durch die Verhältnisse unvermeidlich gemachte Ueberschreitung der verfassungs- mßßigxn Gewalten der Regierung vertheidigen lasse. Diese Frage wird 1th von neuem der Mittelpunkt eines parlamentarischen Kgmpfes werden, bei welehem die Regierung alle Wahrscheinlich= ketten gegen fich hat.

Dem Telegraphen von Perpignan zufolge haben bereits einige Hinrichtungen in Barcelona stattgefunden. So sehr es u be- fürchten isi, daß sich diese Nachricht bestätigen werde, so steßtdoch nicht anzunehmen, daß die Rache des Gesehes, in Ermangelung der Häupter des Aufruhrs, ihre Opfer unter dem Troß der Theil- nehmer an demselben ausgewählt habe; wenn man in dieser Sache Vermythungen äußern darf, so kommt man gewiß der Wahr- scheinlichkeit am 'näohsken, wenn man annimmt, daß die Hinrich- tungen, von denen der Telegraph spricht, eini e von den Militairs getroffen, die sich der Empörung angeschlo en haben, und die gleichwohl [eicbtfinni genug gewesen find, das Einrücken der Re- gierungs-Truppen a zuwarten.

Um die für die Geschichte der leßten Tage des Barceloneser Aufruhrs besonders wichtigen Dokumente, so weit sie nicht schon in Französischen Blättern enthalten find, zu vervollständigen, lasse irh hier ein Schreiben der dritten Junta folgen, welche bios dazu emgeseßt war, im Namen der Stadt mit dem General-Capitain zu unterhandein, und welcher von Haien die Bedingun en der Regierung schriftlich mitgetheilt hatte, damit sie diese! en der Einwohnersohaft zur Prufung und Abstimmung vor- lege. „Die Stunde ist herangekommen“, schreibt die Junta am 2ten um 4 Uhr, „wo wir die schließliche Antwort der Offiziere der National-Garde und der ViertelöAlkalden (alcaicleo (16 barrin) hät- ten erhalten sollen; aber die Unglück verkündende Sturmglocke hat die Stadt in wilde Aufregung verseßt und die beabsichtigte Versammlung verhindert. denn die Mehrzahl der “Offiziere der Nationai-Garde und der Alcalden hat fich versteckt. So hat denn aueh die Mittheilung Ew. Excellenz nicht vorgelesen werden kön- nen. Drei Alcalden und ein Bataillons-Chef find *die Einzigen, welche sich einÉesieUt haben. Die Junta hat bereits aufgehört zu exiftiren, und arcelona ist in voller Anarchie. Die Unterzeichneten wissen nicht, ob fie in ein paar Minuten noch leben Werden.“ Folgen die Unterschriften des Don Juan de Safont und zweier anderer Mitglieder der aufgelösten Junta. Barcelona blieb in Folge des Auseinandergehens dieser Junta bis zum 4ten, wo die ?FUZ und lehre Zunca erwählt wurde, ohne alle anerkannte Be- or e.“

G Madrid 6. Dez. Heute wurde die allgemeine Neu- gierde durch den Inhalt folgender von dem Kriegs: Minister an den Minister der auswärtigen Angelegenheiten gerichtete Depesche gestillt, die in der Gaceta veröffentlicht wird:

„Excellenz! Der Regent des Reichs hat sich auch heute hie befunden, ohne daß etwas vorgefallen wäre; dieses melde i Ew. Excellenz zu Ihrer Benachrichtigung und damit Sie das Entsprechende verfügen. Haupt-Quartier des Regenten in . Sarriä, den 2. Dezember 1842. Der Marquis von Rodil.“

Diejenigen Personen, welche überzeugt waren, daß die Anwe- senheit des Regenten vor Barcelona hinreichen werde, um die Rebellen entweder zur sofortigen Uebergabe zu bewegen oder den ferneren Zögerungen des Generals van Halen ein Ende zu machen, bekeynen fich nun in ihren Erwartungen getäuscht, da der Regent bereits vier Tage im Angesicht der Stadt verweilte, ohne daß, wie der Bericht des Kriegs-Ministers sagt, etwas vorgefalien wäre.

Die am 80sten eingeseßte Junta, Welche offenbar bereit war, der schleuniJsken Unterwerfung der Stadt den Weg zu bahnen, hatte die Kuhnheit, dem General van Halen an demselben Tage foFende Bedingungen derselben vorzulegen. Ueber alles Vorge- fa ene sollte ein Sohleier geworfen werden, die National-Miliz in derselben Stellung bleiben wie am 14ten v. M. und die Regierung sollte die Offiziere und Soldaten der Armee, welche zu jenen Vor- fällen beigetragen hätten, fo nachfichtig wie möglich behandeln. Da van Halen hierauf nicht einging, so bestanden die Abgeord- netén der „“Santa darauf: 1) die Stadt Barcelona und deren Einwohner ollten für die von den Feinden ihrer Wohlfahrt an- gesiifteten Vorfälle nicht bestraft werden, und 2) die National- Milizen, Welche ihre Waffen vor dem 14cm v. M. erhalten hat- ten, sollten sie behalten, während die Provinzial:Deputation und das Ayuntamiento') die bewaffneten Bürger den Vorschriften ??MW organisiren würden. Der General van Halen trug diese rechen Zumuthungen dem Regenten vor und erklärte dann, auf dklssm Befehls den Abgeordneten der Junta, daß auf der Stelle ? seit Okto er 1840 der Rational-Miliz eingehändigten Waffen

Wurde.

* _ . n “"Les-UM“ bemerke, daß das Ayuntamiento von den Rebellen selbst

(1). Korr.)

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in dem Fort Amazonas niedergelegt werden müßten; daß die vor- käglichften Annifter und Chest des Xufßandes den Gesetzen gemä

eskraft werden würden; daß die UMhner von Barcelona, in- dem fie fich der Regierung unterwürfen, auf deren Nachsicht und auf die strengste Manoszucht der Truppen rechnen könnten; und daß man fiel) in keine andere Erörterung einlassen werde und die entscheidende Antwort binnen 24 Stunden (also am ersten) er- warte.

Am 1sien Mor ens versammelte die Junta die Bataillons- Chefs der National: iliz und die Aikaldm- berathscbla te über das Ultimatum van Halen's und fertigte aufs neue_ eine ommis- fion an i n ab, an deren Spi e fiel; der wegen seiner Tugenden verehrte isthof stellte. Da a er van Falco und Rodi] auf die vorgelegten Bedingungen bestanden, so ke rte die Kommisfion nach der Stadt zurück, und die unta forderte die Chefs der National- Miii und die Aikalden au , zu erklären, ob fie sich den Befehlen der egierung unterwürfen. Im entgegengeseßten Falle werde sich die Junta für aufgelöst betra tm.

Obgleich nun die von van aim gegebene Frist aufs neue ablief, und die Regierung nun bereits [eit drei Ta en unter den Augen des Regenten selbst mit Rebellen unter andelt uend die übermüthigen Forderungen derselben mit Langmuth „angehort hatte, forderte jener General am Morgen des ?ten die Stadt abermals zur unbedingten Uebergabe auf und erhielt von der Ex- Junta folgende Antwort:

„Zu dieser Stunde, zwei Uhr Nachmittags, sollten wir die definitive Antwort der BataiUons-Chefs der Miliz und der Al: kalden erfahren. Die unheilsvolle Sturmglocke hat die Stadt in Schrecken geseht und die Versammlung verhindert, indem die mei- sten Bataillons-Chefs und Alkalden entflohen smd Und es noch weniger lich war, Ew. Excellenz Depesche vorzulesen.“

„Vier Stimmberechtigte, nämlich dt'xi Alkalden und ein Da- taonns-Chef, find die einzigen, die fich tm voraus versammelten. Die Zunta besteht nicht mehr, und Barcelona ist der Anarchie Preis gegeben. Die Unterzeichneten wissen nicht, ob sie noch nach zwei Minuten leben werden. Um ?Uhr Nachmittags, den 2. De- zember 1842, -- Juan de Safonr. Antonio Giberga. Laureano Figuerola.“ -

Am Morgen des ?ten zeigte der von den Rebellen eingesetzte Gouverneur der Citadelle der Junta an, daß seine Mannschaft davonliefe, er daher den ihm anvertrauten Piah nicht halten könne und den Befehl niederle e, „um stch in seine Wohnung zurückzu- ziehen.“ Zu gleicher Zeit verlangte das Bataillon National- Miliz, welches seit fieben Tagen das FortAkarazanas beseßt hielt, abgelöst zu werden.

Ueber die Unthätigkeit der Truppen vor Barcelona brauche ich weiter nichts hinzuzufügen, als was heute die amtlicheGaceta sagt: „Was würde man von einer Regierung sagen, die anstatt eine aufrührerische Stadt mit den Waffen zu unterwerfen, un- thätig und mit verschränkten Aermen darauf wartet, daß der Auf- stand in sich selbst ersticke? Fur das Uebel, das fich unterdessen ereignete, würde die ReZierung, die mean mit Recht wegen ihrer Unthätigkeit und Schw che radeln konnte, verantwortlich seyn. Wozu nüxzen die Waffen, welche das Grundgeseß zur Verfügung des Oberhauptes des Staates stellt, wenn er fie nicht gebrauchen soll, um die, welehe sich gegen die Staats-Verfassung auflehnen, zu unterwerfen?“ u. s. w.

Bis diesen Abend sind keine weiteren Nachrichten von Bar-

celona eingegangen. _ „, Griechenland.

Athen, 29, Nov. (A. Z.) Die im Sraaes-Haushait noth- wendig gewordenen Reformen und Verbesserungen hatten vor eini- gen Tagen in der Leitung des Finanz-Miniskeriums einen Wechsel des Persdnais herbeiZeföhrt. Zum neuen Finanz-Minister hatte Se. Mazesiät der önig den Herrn Silivergos ernannt, eine Wahl, die alle Parteien befriedigte, da Herr Silivergos als ein Mann bekannt ist, der die nökhigen Kenntnisse und Erfahrun en befihk, einem Departement wie das der Finanzen vorzustehen. ei- der hat jedoch diese Ernennung und die damit verbundene Aufre- gung einen so nachtheiligen Eindruck auf seine Geisteskräfte geäu- ßert, daß er nach Verlauf weniger Tage Spuren von Geistesver- wirrung gegeben, Natürlich konnte man nicht zögern, ihn aus einer Stellung zu entfernen, Welche unausgeseßte Thätigkeit und Besonyenheit in Anspruch nahm. Es wurden einstweilen die er- forderlichen Maßregeln getroffen, wenn gleich über die definitive Wahl eines neuen Departements;Chefs noch nichts versauter.

Serbien.

Von der SerbischenGränze, Z.Dez. (D euts cheBl.) Die neuen Unruhen in Serbien sollen durch die Verhaftung der Urheber bereits wieder beigelegtseyn. Wie ich höre, fand nament- lich im Kryschewqßer Bezirk ein Umwälzungs-Versuch statt, dessen Anstifter ein Regterungos-Zogling war, der in Wien skudirt hatte. Auf heute find sämmtnche Flüchtlinge in Semlin zu einer großen Versammlung eingeiaden, bei welcher auch der Russische General- KonsulWaischepko sioh einfinden wird. Man ist äußerst gespannt auf die Mittheilung, welehe Herr Watschenko zu machen haben

dürfte. Moldau und Wallachei.

Bucharest, 25. Nov. (A. Z.) Die außerordentliche Ge- neral-Versammlung, die binnen kurzem fich versammeln wird, um die Wahi eines Hospodars vorzunehmen, ist nach dem für die Wallache: bestehenden organischen Reglement nur aus 190 Mit- gliedern zusammengesth und zwar aus 50 Bojaren ersten Ran- ges, aus 77 Bojaren zWeiten und dritten Ranges, aus 36 De- putirten der Distrikte und 27 Deputirten der Städte und Han- dels-Corporationen. Die erste Ordnung der Bojaren besteht aus ZKlgs'sen und zwar: die erste aus den vier Groß-Banen der Wai: lachei. Diese find die Herren Baliano, G. Philippesko, M. Ghika und Konff. Ghika. Zur zweiten Klasse gehören die Groß- Dworniks, deren es sechs giebt: M. Cornesko, Th. Wakaresko, Alexander Philippesko (Vulpi genannt), Alex. Ghika, Pana Co- stesko und Galesko. Die zahlreichsie ist die dritte, nämlich die der Groß-Logotheten. Dahin gehören: 3. Wakaresko, N. Phi- lippxsko, Suzzo, Bibesko, Scyr Bey :c. Zur passiven Wahl- Fähigkeit eines Hospodars wird erfordert, daß man zu einer die- ser drei Klassen der Großbojaren gehöre, ein geborener Wailach oder Ngchkomme eines naturalifirten Wailachen sey, daß man den Adel seiner Vorfahren wenigstens bis zum zweiten Grade der auf- steigenden Lime (bis zu dem Großvater) auszuweisen vermbge und das vierzigste Jahr zuruckgelegt habe. Unter den 50 Bojaren des ersten Ran es bestßen 37 die vom organischen Statut zur Hospodaren-W rde verlangten Eigenschaften. Von diesen bestimmt die ordentliche Versammlung 7 zur Kandidatur des Hospodariats, und des». außerordentliche wählt barem einen aus diesen Kandidaten, welcher zur Erlangung seiner Wurde noch der Bestätigung der Pforte und der Schuhmacht bedarf. Die 7 Kandidaten find we- gen Abwesenheit einer großen Zahl von Mitgliedern der ordentli-

chen General-Versammlung noch nicht bestimmt, wohl aber sollen sie bei dem Sekretariat der Versammlun angemerkt seyn, und zwar in der Person der Herren G. Li esko, G. Philippesko, Sugo, Styr Bey, Kons. Ghika, Baliano und J. Wakaresko.

Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.

() New-York, 22. Nov. Ich habe bisher das Resultat der lehren Wahlen in seinen Beziehungen zur Verwaltung und zu dem all xmeinen Wohle der Landes besprochen; schwieri er ist es, seinen tnfiuß auf die Gestaltung der Zukunft gewisser eson- ders hervorragenden politischen anividualitäten Lu bestimmen. Ich komme hier nothwendig noch einmal auf die n chsie Präsidenten- wahl zurück. Eine Thatsache, die von der Amerikanischen Presse meines Erachtens viel zu wenig beachtet worden ist, ist der auf halboffizielle Weise in der Union angekündigte Entschluß des Herrn Tyler selbst, bei der künftigen Präsidentenwahl als Kandi- dat aufzutreten, Im ersten Augenblick könnte diese Thatsache Ver- wunderung erregen, wenn man fie mit den neuerlichen Erklärun- gen der Herren Webster und Cushing zusammenhält: allein man muß wohl berücksichtigen, daß jene Herren von der Ver angenheit und nicht Von der Gegenwart gesprochen haben. Die andidaten auf whiggiskischer Seite find also die Herren Clay und General Scott, auf demokratischer ist ihre Zahl größer, es find die Her: ren van Buren, Calhoun, Buchanan, Oberst Johnson und Gene- ral Cass, dessen Rückkehr aus Paris man entgegensteht. Zu die- sen alien kommt nun noch die Kandidatur des Herren Tyler. Die Kandidaten der Whigs müssen nach der vorliegenden Manifesta- tion des Nationalwillens die Hoffnung aufgeben: das ist allein sicher, fur sie isi der Ostracismus entschieden. Aber wer wird aus der Niederlage des Herrn Clay und seiner Doktrinen den Vor- theil ziehen? Das ist die Frage, die eben wegen der großen Zahl der Aspiranten, welche den Sieg zu ihren Gunsten wenden möch- ten, schwierig zu beantworten isk.

Die beiden bedeutendsten Kandidaten der Locofoco-Partei smd unstreitig die Herren Calhoun und van Buren, die beide aber fast gleich große Schwierigkeiten zu überwinden haben werden. Herr vatej Buren, der Mann des Nordens, hat die Jndifferenz des Sudens gegen fich und die Fehler seiner Vergangenheit, wodurch die Neubekebrten der Partei Tyler ab ehalten werden, sich mit ck91 zu verbünden, den sie so lange bei mpft haben; ihre Aposkaste wurde in allzu greliem Lichte erscheinen und daher ihnen allzu schwer fallen. Auch hat Herr van Buren einmal seine Zeit durchgemacht, und das will in einem Lande, wo es Grundsaß ist, daß Zeder an die Reihe kommen soll, schon etwas bedeuten; dann ist Herr van Buren eben eine gefallene Größe, und dieses Be- wußtseyn wirkt gleich einem niederschlagenden Mittel auf die öf- fentliche Meinung, die fich nicht mehr für ihn zu enthusiasmiren vermag. Herr Calhoun auf der anderen Seite hat allerdings den Vorzug der Neuheit, so wie den Ruf eines großen Redner-Taients fur“ sich, Weswegen er auch der Demoskhenes des Südens der Union genannt wird; er hat ferner nicht bios den demokratisshen Süden, sondern auch Ohio für fich, dessen jetziger Gouverneur und seine Anhänger einen großen Theil der politischen Grund- säße von Süd: Carolina theilen; endlich hat er auch in dem Locofoco : Kandidaten für den Posten eines Gou- verneurs von New-York einen warmen Vertheidiger seiner Sache. Allein seine bis zum Fanatismus gehende Anhanglichkeit an die Interessen der südlichen Staaten und an das Prinzip der unver- äußerlichen Souverainetät der einzelnen Staaten, haben ihm auch

den Namen des großen Nuliifikator, des Catilina des Südens, zu- gezogen.

Zwischen Herrn Calhoun und den Männern des Nor- dens im Allgemeinen herrscht eine furchtbare Käite und Entfrem- dung: zwtsohen ihm temd den Abolitionisken aber liegt ein wahrer Abgrund, desen Ausfuliung nicht abzusehen ist. Das ist also die Lage der Locofoco-Partei zwischen ihren beiden Chefs. Mit dem einen entfremdet sie fich den Norden, mit dem anderen den Sü- den:emic beiden aber läuft sie roße Gefahren. Um diese zu be- schworen, bleiben ihr nur zwei uswege: entweder muß se die in erster Linie stehenden Kandidaten beseitigen und die des zweiten Ranges an ihre Stelle treten lassen; oder fie muß den Mann im Besiße der Gewalt erhalten, in dessen Hände fie jest gelegt isi. Erstere Combinarion ist fast unmöglich, weiifie mitdemGrundsaße der Wahl des Wurdtgsken fich nicht verträgt, derdieeinzigelogischeBafis der Repräsentativ-Regierung bildet, dann Weil die vereinigten Einflüsse _der beiden geopferten Chefs gegen den an ihre Stelie gesehten und ihnen also vorgezogenen Kandidaten sich koalifiren würden. Wenn es schon schwer ist, die Wahl des Herrn Calhoun gegen die Op- position des Herrn van Buren durchzuseßen, so wäre es jedoch noch weit schwieriger, den General Cass oder den Obersten John- son troß der Opposeition der Herren van Buren und Calhoun zu wählen. Das Zuruckcretetx dieser Lehteren wäre viel leichter für eme schon bestehende als fur eine erst zu schaffende Macht zu er- langen, denne der Ehrgeiz hat zu allen Zeiten den Blick mehr vor- wärts als ruckwärts gewendet, die Zukunft mehr gefürchtet als die VergZaOngenheit. k i ck 5

ie demo rats e Partei k nnte sich also am lei te en um Herrn Tyler schaaren. Kein anderer Kandidat wirdch wThl auf einr sichere Majorität rechnen können, ihm könnte da- gegen Emskimmxgkeit zu Theil werden. Er würde an die reine, entschiedxne Locofoco-Partei ais Bundesgenossen die neuerlich von der Whig-Partei losgetrennten Männer anreihen, die eine Art Tiersparti bilden, deren Stimmen aber für die äußersten Kandi- daten wohl verloren seyn könnten. Herr Tyler vertritt eine in allen Ländern ehreUWerZhe Part'ei, der auch alle ehrenmrthen Männer sich anschließen wiirden, namlich die Partei der Versöhnung, der Vermittluug, Kein Amerikanischer Staatsmann noch hat sich in gleich schwieriger Lage befunden und wohl wenige würden eben so viel Mäßigung und Muth wie er entwickelt haben. Einen Augen- bl1ck von Allen aufgegeben, verzweifelte er doch nicht an der Sache des Rechtes, das fur ihn war, und endlich steht er seine Beharr- lichkeit mix Erfolg gekrönt und die Mehrheit der Nation sich wie- der auf seine 'Seite schlagen. Wenn die Demokraten ihr verlore- nes Uebergewuht wieder erlangt haben, so haben sie dies allein Herrn Tyler zu danken. Denn er allein hielt ihre Grundsäße aufrechdund verschaffte durch seine Mäßigung der Sache den Sieg, die durch Uebertreibung gefährdet war. Es ist sehr zwei- felhaft, ob das Land zwischen Andrew Jackson und Henry Clay in gleicher Weise sich au8gesprochen hätte, wie es jehr zwischen Henry Clay und Herrn Tyler gethan hat. Durch Beibehaltung desselben _auf dem Prafidentenposken würden daher die Demokra- xen ugleich eine Pflicht der Dankbarkeit gegen ihn erfüllen und im nteresse ihrer Grundsähe und Ueberzeugungen handeln.