lomaei Bemühungen der Regierung, um unsere Handels- Herhält'er mit anderen Ländern zu verbessern, beobachtet hat; daß aber diese Vorschläge in allen ihren Einzeln eiten schon von den Ministern ausgearbeitet seyn sollten, ift unm glich, weil die Resultate schwebender Unterhandlungen noch unbekannt smd. So ist es äußerst wahrscheinlich, daß eine Veränderun derZucke dlle wird vorgeschla en werden, aber eine sol? Ver nderun h ngt sehr von“ dem ??bschluß der Handels-Vertr [Je mit Spanm und Brafilim ab, und die Ankündigung einer Zo :Reduction auf frem- den und Kolonial-Zucker von Seiten der Regierung würde vor der Rückkehr des Herrn Ellis aus Rio Janeiro eine skrafbare Uebereilung seyn. Selbst das Volk scheint sonderbarer: weise u vergessen, daß fiskalische Veränderungen sehr von dem tande der öffentlichen Cinkün te abhängen, und ge- wiß (| das Defizit, welches die Eink nfte des leßten Finanz: Quartals ergeben haben, eine hinreichende Ursache fur die Mini: ster, steh vor Versprechungen oder Eröffnungen dieser Art sehr zu hü- ten.“ Die Morning Post, Welche die Lehren der Gegner des freien Handels am hartnäckigsken vertheidigt, giebt zu verstehen, daß in den Reihen der Tories hierüber Spaltung und Verwir- rung herrsche, und daraus will die Morning Chronicle be- reits auf den scheren Sieg des Prinzips der Handels-Frelheit und der Gegner der Korngeseße schließen. Der Londoner Korrespondent des Scotsman behauptet,
es sey im Lager der Tories eine Spaltung über die Frage aus: '
gebrochen, wer an der Stelle des Her ogs von Wellington die von demselben mit seinem Amtee als Che der Armee nicht verein- bar erachtete Stellung eines Fahrers dcr Tories im Oberhause übernehmen solle. Ein Theil der Partei wolle diese Leitung dem Grafen Aberdeen, Minister der auswärkigen Angelegenheiten, über- tra en, während ein anderer Lord Stanley dazu defignire, der in die em Fall zum Pair ernannt werden würde.
Auch der Toryistésche Morning Herald spricht sich sehr erbittert über die Angriffe der Franzöfischm Presse gegen Espar- tero und England aus: „Man sollte wahrlich meinen“, heißt es in diesem Platte, „die Franzöfische Presse Lahe seit einigen Tagen in Bicétre und in der Salpetriére Mitar eiter rekrutirt, um der Wuth derselben fich gegen England zu bedienen. Die Tollheit und Bösartigkeit dieser Angriffe würden nur verächtlich seyn, wenn fie nicht künftige Gefahr für den Frieden Europa's, eine traurige Gesinnung der öffentlichen Meinung in Frankreich andeute- ten. Für die Sinnlosen der Französischen Presse giebt es nichts zu Kindisches, zu anonsequentes, zu Schmachvolles, zu Verächtliohes, wenn es sich um England handelt, das nun zu Barcelona Alles ge- than haben soll. Es ist die Spiße des Unsmns, behaupten zu wollen, da_ß England die Unruhenin Barcelona hervorgerufen habe, um Espartero Gelegenheit zur Unterzeichnung eines Handels-Vertrages mitEng- land und zur Züchtigung der Catalonischen Fabrikanten zu geben. EnLWeder die Fran osen oder wir müßten, diese Behauptung vor- ausZeseßk, große B sewichte seyn. Einen so teufiischen Plan ent- wer en oder ausfahren, oder aber ihn erfinden, um ihn einer an- deren Nation unterzuschiebcn, eines wie das andere ist so ab- scheulich, daß den Urhebern dieses oder jenes Projekts alle mensch- liche Gestttung abgesprochen werden muß. Die Lehre, welche Espartero der Stadt Barcelona gegeben, war ohneZweifel ßreng, Milde aber unmöglich; der Regent griff zu einem furchtbaren Mittel, das Mittel aber war unvermeidlich; er war dazu gzzwun-
en, Jedenfalls war das Bombardement das bedauernßmurdigste
ittel, Barcelona zum Gehorsam zurückzuführen. Wenn dieses Bombardement aber den Barcelonesen zur Lehre dient, dann wird es die heilsamste Strafe gewesen seyn, die je über diese Stadt verhängt worden.“
Die hiefisgen Blätter onen in der Beförderung des Fran-
zöffschen Kon als in Barcelona, Herrn Lesseps, zum Offizier der Ehren-Legion nur einen Beweis erblicken, daß die Beschuldi un- gen, welche fie gegen denselben erhoben, auch das Franzötsche Kabinet träfen. Der (Globe unter anderen Weist darauf hin, daß jene Beschuldigungen nicht das Resultat eines bloßen Partei: kampfes in den Zeitungen sehen, sondern daß ste der bekannten Proclamation des politischen Chefs von Barcelona, Gutierrez und einem offiziellen Berichte eben dieses Staats-Beamten an den Minister des Innern entnommen, ein Umstand, der die Franzöfisohe Regierung gewiß veranlaßt haben würde, ihrer Gunskbezeugung eine Untersuchun über das Benehmen des Konsuls vorangehen zu lassen, Wenn dersel e zu diesem Benehmen nicht im voraus durch die In- structionen seiner Regierung ermächtigtgewesen wäre. Die Times macht bemerklich, daß die Ernennung des Herrn Lesseps zum Offi- zier der Ehrenlegion in den Zeitpunkt getroffen, in welchem das amtliche Journal der Spanischen Regierung in Madrid, die Ga- ceta, geradezu den Franzöffschen Konsul in Barcelona als den- jenigen bezeichnet, der die Unruhen angestiftet habe, so daß man kaum umhinkönne, anzunehmen, daß eine Art abfichtlicher Feind- seligkeit gegen den Regenten beabfichtigt worden sey, zumal wenn man zugleich berückstchtige, in welchen harten Ausdrücken das Iourna [ d es D éba ts, das Organ der Doctrinairs, die Spanische Regierung angreift, der es Zntriguen und Undankbarkeit vorwerfe. Der Sun ist übrigens der Ansicht, daß sowohl die ministerieUen wie die Oppofitions-Blätter in Frankreich bereits zu der Ueber- zeugung gelangt seyen, in ihren Vorwürfen gegen den Regenten zu weit gegangen zu seyn, und er beruft fich einestheils darauf, daß das Journal des Débats fich neuerdings dahin erklärt, es habe durchaus nichts gegen die von Espartero angewendeten Represfiv:Maßregeln einzuwenden, sondern nur gegen die Strenge nach dem Siege, anderentheils auf die neuesten Artikel des Na- tional und Commerce, von denen jener auf die Kollifionen zwischen rankreich und Spanien hinweist, welche die Beförderung des Franzofisrhen Konsuls veranlassen müsse, dieser die ministeriellen Bläkkek„kadle, daß sl_e die Represfiv-Maßregeln Espartero's zur IälhsIelITtkhJFx YFYerijsZachYn“iWÜhrend ste dieselben Maßre eln , enot en eerun een ranötche tdte angeYZdeLprz's ?iochstZs gleleUigtghätceZ.g I F 5 ss S ?" 9? "Li ? für Kanada i 300-000 Pfd.. ist Von Herrn F. Maudert, ,einetLj Zeittheede vdH? onds-Bbrse, wie es heißt, für RechnUng des Banquierhauses MFbeLlMd (:ck?! CFJMYang-Azl; 108 pCt. übernommen worden. p . o notirt, ' daß s??_e aanen Yarktigebrachtgwerden wirKan bezwetfele indeß, us ana a w rd gemeldet, da der : an einem Herzübel leide und wahrscheß1nlichYetx11Tx§l kéxzkxxerLLY England zurückkehren werde, Herr Baldwin, der neue General- Prokurator von Ober-Kanada, isi zweimal nach einander bei der Wahl zum Parlaments-Mitglied seinem Gegner von der Tor - PartZ unteGrllean. “ll ss ß y. er o e W! ._ wi e-n, da das am 5, anuar Lebende Finanz-Quarkak ein sehr bedeutendes DefiZt in der YYY innahme zeigen, werde.
L LoudoM . Dez. Die Morning Post ist nunfelbst zur Ueberzeugung „ mmen, das jeßiße Getraide-Geseß könne fich nieht halten, oder', wie ße fich ausdr ekt, müsse fort! Sie zwei:
ck- *; !
felt nur noch, ob es mit dem Miniserium auf seinem „Abwa- :“ zum eien Handelssyßem bereits so weit gekommen, schon in näsch- ster esfion den „Fabrikanten“ ein Gesch opfern ku onm, das '? ebm erst [einen getäuschten Anhängern mit vie er Mühe ent- rtssm. Aber fie bekennt, und bekennt es mit tiefer Betrübniß, daß unter diesen Anhängern in mal en Monaten eine Sinnes- Aenderung vorgegangen Ley, welche eel wohl zu einem solchen Todessprung ermunternk nne. Sie wünscht jedoch, er möge nur ein Zeichen geben, wäre es auch nur negativer Art, von dem was er zu thun gedmke; damit die Zweifel beseitigt würden, welche den Getraidehandel gänzlich ins Stocken gebracht.
London _fängt nun auch endlich an, ernstlich an der Bewe- Zung egeen jenes Gesch, und überhaupt gegen alle Abgaben von xbens edurfnissen, Theil zu nehmen; und die Wahlen der Stadt- rathe, welche morgen stattfinden, werden es wahrscheinlich jedem offenbar machen, daß es den Bürgern Ernst um die Sache ist. Londons Einftuß auf die Legislatur ist wohl deswegen so entschei- end, weil es nicht, wie die Pariser z. B., sicb Fleich über als
nd Kopf in jede Bewegung stürzt. Da es in seinen ür erlichen in- ichtungen vielfach zersplittert ist, einige der bedeutend en Theile so- ar ohne ei entliche Munizipalität oder bürgerlichen Verein, mit einer bcrmäßig eschäftigten Bevölkerung versehen smd, so muß eine Frage chon lange und vielfach in und außer dem Parlamente besprochen wor- en seyn, ehe es fich ernstlich damit befaßt. Wenn es aber ein:
al die Ansaxht ergriffen hat, daß irgend etwas im Staate noch thue, bletdt es auch mit einer Zähheit daran hängen, die dem Parlammte keme Ruhe mehr läßt, und dieses bald überzeu en muß, die Anfieht [ey allgemein, sey national geworden. Doch [ ßt dae Hauptstadt, wre d§e Nation überhaupt, mit sich handeln; be- sonders, wenn man nicht zu lange zögert und ihr ernst und freund- lich entgegenkömmt. Deswegen zweifle ich denn auch nicht, daß man sich am Ende doch eine mäßige Abgabe zu Gunsten der Landeskasse wird gefallen lassen; und so weit dieselbe geht, bleibt fie zu leich immer ein Schuh für den Landmann.
In Irland hat fich, wie dort immer geschieht, wenn eine politische Windstille herrscht, der furchtbare Geist der Selbst- hülfe unter den Bauern des wilden Kilkenny aufs neue in mehereren Mordthaten und Mordversuchen angekündigt. Zum Gluck haben die einfiußreichen konservativen Journale in England sowohl als in Irland selbst jetzt kein Interesse, diese Gräuel einer laxn Rechtöpflege oder einem sonst falschen Ver: waltungs:Sys7em zuzuschreiben, wie ste zur Zeit der Whigherr: schaft zu thun pflegten und wie jest die Morning Chro- nicle in Bezug auf die Tories thut. Wir haben demnach jetzt, besonders in der Times, ganz vortreffliche Aufsäße über das grausame und fehlerhafte System, unter welchem die dortigen Güter verpachtet werden, und drängende Aufforderungen an die Besser, zu ihrem eigenen wahren Besen und ihrer und der ihri- gen persönlichen Sicherheit, den Wohlstand, ja die Möglichkeit der Existenz des armen Landvolks mehr zu beachten. Ein Geseß: geber, welcher hier aufzuräumen vermöchte, würde sich einen un- sterblichen Ruhm erwerben, und vieljeicht ist es Peel, welcher mit dem besten Willen so eungewöhnliche Macht verbindet, vorbehalten, die- ser Wohlthäter fur Irland zu werden.
Wahrscheinlich um keinen Zweifel zu hinterlassen, daß es dem Ministerium Ernst um die Erhaltung des sogenannten National- Erziehungs-Systems in Irland sey, find sowohl der Vice-König als desen Gemahlin bei einer HaupthersammlUn des Ausschus- ses und der öffentlichen; Evtlaffung einer Anzahl &chullehrer und Lehrerinnen aus dem unter didfxw ikehen'dtn Seminar zugegen ge- wesen und haben den lebhafteßen :Antheil an den Verhandlungen genommen.. Sowohl der Vertreter der Presbyterier im Aus- schuffe als der Erzbisahof'von Dublin sprachen bei dieser Gele- genheit gewichtige Worte uber die Verunglimpfungen, die alle, Welche die gemeinsame Erziehung unterstützen , besonders aber der Leß- tere, von unduldsamen Eiferern befahren, besonders zur Widerlegung der mit so vieler Beharrlichkeit, selbst von Bischöfen wiederholten Behauptung, daß protestantische Kinder darin am Lesen der Bibel gehindert würden. Inzwischen aber hat die Regierung doch das eben erledigte Stift mit einem Manne (Vr. Daly) beseßt, welcher einer der erklärtesken Gegner dieses Systemes ist, und zwei er- ledigte Kapitularstellen sollen durch eben so entschiedene Gegner ausgefüllt werden. Aber, wenn man weiß, wie lange die Zrlän- dische Geistlichkeit in dieser Richturzg bearbeitet worden ist, so daß Billigung des Systems beinahe fur Keßerei galt und die Re ie- rung in diesem Augenblick noch die Pflicht hat, die hoZen Kirchenämter, so viel an ihr [ée t, vom Puseyismus frei zu halten, so darf man fich oder diesen anscheinenden Widerspruch in ihrem Benehmen kaum wundern. Freilich kömmt noch hinzu, daß die verschiedenen Mitglieder des Ministeriums und die hohen Staats-Beamten, nun auch für die Beförderung ihrer Verwandten, Freunde und Anhänger in der Kirche zu sorgen haben, welche sie wo [ um so dringender an ihre Ansprüche mahnen werden, da das rnennun s-Recht 11 Jahre lang in den Händen der Whigs gewesen ist. s l;"i'irbt doch nicht alle Tage ein Bischof, und es giebt eine weit grö ere Menge To- ries, welche auf diese Würde ein Recht zu haben meinen, als es Fhich'gegeben. Sind doch beinahe alle Geistliche von dieser
artet.
Man hatte fich geschmeichelt, die PusYiten würden fich mit den errungenen Siegen begnügen und der irche gestatten, nach Wiederhersteüung eines großen Theils der älteren Ceremonien steh mit geméxßigtm Ansprüchen u beruhigen. Aber das eben er- schienene Stuck der British ritic, des Haupt-Organs der Partei, zeigt unverholen, daß es ihnen um nichts anderes als die Rückkehr zum mittelalterlichen Papstthum zu thun isk. Hier wird die Lehre von der Erlösung durch den Glauben eine pestartige Keherei gescholten, und als Quelle der echten Kirchenlehre, mit Uebergehung der Bibel sowohl als der 39 Artikel, auf die Väter verwiesen, von Athanafius an bis ins zehnte Jahrhundert.
Belgien.
Brüssel, 21. Dez. Ein Handlungshaus von Antwerpen hat folgendes Schreiben gus Havannah vom 15. November er- halten: „Die Republik Haiti scheint Spanien den Krieg erklären zu wollen; ein Courier hat heute die Nachricht ebracht, daß zwei Spanische Schiffe mit Beschlag beleßt worden md. Alle Kriegs- schiffe, die wir haben, segeln heuteA end nach Port-au-Prince ab.
Schweden und Norivegen.
Stockholm, 16. ZOez. n Bezug auf beunruhigende Gerüchte, daß unser beruhmter erzelius in seinem Laborato- rtum fich schwer beschädigt habe, melden Schwedische Blätter, daß zwar werklich eine Retorte, mit weleher. er beschäftigt gewesen, Yélokk'rta e_1_l_)e;n_ttvasi die chlim_xn1ter; Folgen khätte habendkönnen,
ener onturon avon e ommen un on wieder außer seinem Hause gewesen. sey. 9 W
Dänemark.
Schleswig. 22. Dez. Alt. M.) Nachdem unsere Stände in der lehren Zeit zweimal t glich Slhungm abgehalten, in die Sesfion am geftrigm Tage geschlossen worden Cs läßt sich niche leugnen, daß manche Verhandlungen in der Versammlung bei vie: len Abgeordneten und bei dem hiesgen Publikum, wenn auch nicht Besorgnisse, so doch eine gewisse Unruhe erweckten, und daß man stets auf das Resultat gespannt war. Wenn wir auch das Re: sultat nicht eher mittheilen können, als die Stände:Zeitung dasselbe ausgesprochen, so freut es uns doch, berichten zu können, wie dasselbe der Art ewesen ist, daß es nicht nur sämmtliche Ab- geordnete bis auf 4, ondern auch das hiesZJekFublikum, welches [keks lebhaften Antheil an den politischen e andlungm genom- mm, zufriedengeslellt und beruhigt hat. An dem gestrigen Ab: schieds:Diner des König!. Kommissarius nahmen die 4 (Dänisch redenden) Abgeordneten Lorenzen aus Hadersleben, Lorenzen aus Lillholt, Gerichtsschreiber Jepsen und Po elt nicht Anthell.
Die wichti fte Verhandlung der St nde in der lehren Zeit war ohne Zwei el die Berathung über das von Gr. Majestät dem Könige mittelst Reskripts vom 2. Dezember d. I. von der Ver- sammlung erforderte Bedenken, wie eine wirksameTheilnahme der Dänisch redenden Mitglieder der Versammlung dadurch zu fichern sey, daß ihre Vorträge in einer getreuen Ueberseßung ins Proto- koll der Versammlung aufgenommen werden, work- er die Stände- Zeitung bereits den Comitébericht mitrheilt, mit dem Antrage: eben so dringend als unterthänig. alle gesehlichen Bestimmungen Y; widerrathen, Wodurch den Dänisch redenden Mit liedern der
ersammlung das pofitive Recht gegeben werden solle, teh derDä- nischen Sprache bei denVerhandlungen zu bedienen, so wie das Recht, daß ihre Vorträge in einer getreuen Ueberseßung zuProtokoll gebracht Werden. - Zn diesemeallgemänen Schluß-Antrage stimmen die Mitglieder des Comité uberein' sie haben fich aber, mit Rückficht auf die Modalität in eine Maxorität und Minorität getheilt.
ene (Pastor Lorenzen, Adv. Storm und Landrath Rumohr) laßt auch nach Beendigung der gegenwärtigen Wahlperiode noch Nothfälle zu, wo es Verstatket seyn soll, fich in der Versammlung der Dänischen Sprache zu bedienen; dann müsse es aber ledig- lich der Versammlung überlassen bleiben, olche Nothfälle den Umständen nach zu erledigen. Die Minorit t (Etatsrath Lüders und Zustizrath Fries) spricht dagegen mit Bestimmtheit aus. daß über die gegenwärtige Wahlperiode hinaus der ausschließliche Gebraurh der Deutschen Geschäftssprache auf keinerlei Weise ge- stört oder bedingt seyn dürfe. _ Dieser dringend ablehnende Comitébericht zeichnet fich jedenfalls durch Kraft des Ausdrucks und Stärke der Argumentation aus. „
Die Stände-Zeitung berichtet nachtraglich: „In der vierunddreißigsten Sißung der Schleswigschen Stände vom “26, November, in der 36 Mitglieder gegenwärti waren, erhob fich der Abg.Lorenzen von LiUhole und legte in D nischer Sprache Protest ein gegen die Richtigkeit des Protokolls, weil sein in der gestrigen Sihung gehaltener Dänischer Vortrag nicht in dasselbe aufgenommen sey und er doch das Recht zu haben meine, so oft er wolle, fich der Dänischen Sprache zu bedienen. - Nachdem der Präfidenk diese Worte verdeutscht hatte, beMerkte er, er habe qerade in dieser Angelegenheit das Wort nehmen wollen, als der Abg. des Zten ländl. Wahl-Diskrikts ihm zuvorgekommen sey und wi- dersprach sodann zuerst einer irrigen Behauptun des Abg. Posselt in der vorhergehenden Sißung, der geäußert, er mü e fich das Recht,Dä- nisch zu reden, um so mehr vorbehalten, da dieVersammlung beschlossen habe, daß die Dänische Sprache ganz aus diesem Saale verbannt seyn solle; die Versammlung habe aber vielmehr aUSgesprochen, daß, wenn ja ein Abgeordnetcr der Deutschen Sprache nicht völ- lig mächtig sey, er sich der Dänischen Sprache bedienen könne und hier in jeder Hinsicht angewandt seyn Werde, daß dieser Vor- trag zu Protokoll komme und von der Versammlung seine Be- ruckfichtigungeßnden könne. Sodann auf den Fall des Abg. Lo- ren en v. L. ubergehend, der gestern Dänisch geredet, äußerte der Pr fident, daß, da steh verschiedene Ansichten darüber ausgesprochen, ob derselbe der Deutschen Sprache völlig mächtig sey, er dafür halte, daß es_ dem gedachten Abgeordneten überlassen blei- ben musse, semen Wunsch zu erkennen zu geben, ob er Deutsch oder Dänisch hinfort zu reden gedenke. Sofern die allgemeine Anficht nun hiermit übereinstimme, werde er, der Prästdent, so weit es in seinen Kräften stehe, da- fur sorg'en, daß diese Vorträge in Deutscher Sprache zu Pro- tokoll kamen, ngei musse aber jede Frage von einem Rechte oder Nichtrechte ganzlich aus dem Spiele gelassen werden. Der
unkt des Rechtes sey durch eine Beschwerde zu höherer Ent- cheidung gebracht worden, und bevor diese gegeben, bleibe die Rechtsfrageinzuzpenzo. Der Versammlung liegees aber ob, daYin zu streben, daß im Gange des Geschäfts alle Hindernisse in u- kunft möglichst vermieden würden. Der Präfident hat darauf den Abgeordneten Lorenzen v.L., fich u erklären, ob er ihn richtig Verstanden habe, daß es sein Wuns sey, künftig sich der Dani- schen Sprache zu bedienen, und nachdem der gedachte Abgeordnete diese Frage mit „Ja“ beantwortet hatte, skel1te der Präsident an die Versammlung die Frage: „ ob fie nichts dawider zu erinnern finde, daß es dem Wunsche des Abgeordneten des 3. ländlichen Wahldiskrikts gemäß verhalten werde?“ (Schluß folgt.)
Deutsche Bundesstaaten.
Hof, 15. Dez. (Bayreuther Ztg.) Während auf der Eisenbahnlinie von Kulmbach bis an die Gränze bei Hof im Laufe des abgewichenen Sommers die in ökonomischer und tech- nischer Beziehung zweckmäßigste Linie ermittelt und festgestellt, auch auf dieser die neuen geometrischen Aufnahmen vollendet worden, haben seit mehreren Wochen bei Rohrersreuth, zwischen Himmelkron und Berneck, die Arbeiten selbst begonnen, deren Zweck ist, für den hier nothwendigen Tunnelbau einen Vexsuolxs- sollen zu treiben. Tritt der strenge Winter nieht sehr fruh em, so hofft man noch vor'm Winter mit diesem Bau untertreten und so denselben während der erauhen Jahreszeit ungehindert fortsehen zu können, was um so Wunschenswerther ist, (116 nach bereits er- folgter Abraumung des einen Mundloches Grunstein und derber
Quarz ansteht.
Kaffel, ??.Dez. Nachstehendes ist die Adresse der Stände- Versammlung an Se. Hoheit den Kurprinzen und Mitregenten als Erwiederung auf die- Thron-Rede:
„Durchlauchtigüer Kurprinz und Méércgent! Gnädigüer Kurprinz- Mitregent und Herr!
„Gern und willig snd Ew. Hoheit Getreuen, die Stände des Landes, dem Rufe gefolgt, welcher ste um Hbchftderselben Thron ver- sammelt hat und mit ehrfurchtsvoller Freudtgkeit haben wir die Worte vernommen, welche von unserem eliebten Landesfürsien an uns gerichtet wurden. Daß der ?Zustand es Landes unter Ew. Ho- eit egensreicher Regierung in ortscbreitender Verbesserun begrif- cn ey, konnte dem ndigen und Unbefangencn ni t unbes merkt bleiben, aber s konnte uns auch nichts erwünsch- ter seyn, als solches von erhabener Stelle her bestätigt zu
ren. 11 e und Mi en a en, so sorgfältig und liebevoll in den bxr sie Friüäxateten AnacZ-tu'rch es::sle t, wie es uns verküudi t worden, hren zur Veredlung und Fersch nerung des Lebens, an die weise ksorge- welche der Verbesserung des ganzen Unterrichtswesensöe- widmet wurde, kann nicht ohne segensvo : Früchte bleiben. ie Landwirtbschaft aber und die Gewerbe immer umst'chtlger und zweck- mäßiger betrieben, wirken immer erfolgreicher r den Woblßand des Landes. Sie, diese Oauptqueüen der inneren andes-Woblfahrt, fin- den auch immer mehr ihre rderung in dem großen Deutschen Zoll- Verein, deffen abermali e weiterung uns zur Freude gereicht. „Nicht wcni er er reulich iii uns die gnädi ße Verkündigung, da der Finan : auShalt des Landes sich in zufr edenßeYender Lage b ndet und o auch eine vorübergehende Kriegs efabr emen brson- deren Aufwand erfordert hat, so beruhigt uns do die gnädx sie Ber- st'cherun , daß dem Lande daraus keine neue Laß erwa sen : ,
d r reudi keit etrübt im Hinbli auf dentheil- weise?! katlthi'd 15:1? ethres, Jacingwir schöpfen Troß aus der lan- desväterlichen Tbeilna me und Fürsorge Ew. bzih 91thb UTÖCZeLaLren Fsdchßtbrer Unterthancn ru r n t a un depzifrxu'sienc derg dttliéhen Vorsehung, daß die nachtheli en Folgen _ cincr ungewdbnßch ungünßigen Witterung auch da, wo : nicht be-
reits cméldert wurden in kur er Zeit verschwinden werden. Wir-Zx dürfet? uns dieser Hofféung um zso zuverfichtltchcr hingeben, da der_* ü
riede, wel en Deut e Eintracht und Deutsche Kraft-Entwickelung dFem gesathen DMW Vaterlande gefichert, fortwährend über ** unser Land seine Segnungen verbreitet.
„Ew, Hoheit haben gerubt, uns die Aussicht auf Vorla e_n in *; Beziehung auf das Budget für die nächüe Steuerveriode, auf tscn- ; bahnen, auf Verbcfferun en in der Rechtspflege und auf andere für des Landes Wohl wichtge Gegenstände zu eröffnen. Wir werden uns der Prüfung dieser Vorlagen mit dem Fleiße und mit de; pfiichtmäßiJen GewiffenbaftiJkeit unterziehen, welche die große_ Bc ".;-' deutung so cher Angelegenbe ten erfordert, und es wird unser etfrig sies Bestreben dahin gerichtet seyn, die uns auferlegten Geschckfte ! : so kurzzir Zeit, als thunlicl» sur Vollendung zu bringen. „
„ dge es uns klingen, dem huldvollen Vertrauen zu entsprechen, :* welches uns vom Tl? „ „ der Allmächti c den Arbeiten, u welchen wtr berufen sind, Gedethen schenken ur ufriedenheit„un14eres theuersien Landesfürsten und zum wahren oble unseres geltebten Vaterlandes,
In tiefster Ehrfurcht beharren Ew. '.?ohcit unterthänigft treugehorsgm e Stände-Versammlung.“ (Folgt der Unterschrift.) Kassel, am 17. Dezember 1842.
Spanien.
Barcelona, 15.Dez. Der C on Célitucional vom gestrigen Tage giebt Hoffnung auf das baldige rscheinen einer Amnestie.
Eine große Anzahl der seit dem Einzuge des Grneral-Capi- rains Verhafteten Personen ist wieder in Freiheit geseßk worden; unter diesen befindet sch auch der allgemein geachtete Don Jose ?)kasanee, den eine falsche Denunciation ins Gefängniß gebracht
arte.
e Der Regent hat die Bildung zweier großen Armeecorps im Furskenthum Catalonien befohlen. Der General Serrano soll zum Chef des Generalstabes derselben ernannt werden.
Ein Tagesbefehl vom gestrigen Tage theilt die Namen von 14 erschossenen Individuen mit; 74 Personen sind zu zehnjähriger, 7 zu sechsjähriger, 2 zu zweijähriger Festungs-Strafe verurtheélt und 55 freigesprochen worden.
Durch ein Dekret des Regenten wird den Bewohnern don Barcelona eine Contribution von 12 Millionen Realen (etwa 1 Million Thaler), die in den Militairschah fließen und innerhalb acht Tagen, von dem Tage der Bekanntmachung des Dekrets an
obeit/ wclche ßch_ tts so glänzend als _57 wir vertrauen mit unserem eliebten Lan-
_ sul in Barcelona wird fich jedenfalls nur unter der rone herab zu erkennen gegeben wurde und möge “»
gerechnet, bezahlt werden müssen, auferlegt.
Der Brigadier Moreno de las Penas, Welcher fich gegen- wärtt' in Perpignan befindet, ist zum Tode verurcheilt Morden, Zeil eilt; Oxame auf der Liste der Mitglieder der konsulkativen
unta an .
Zweitausend Mann, wovon die Hälfte aus Soldaten besteht, find damit beschäftigt, die Citadelle wieder aufzubauen.
Zwei constitutionelle Alkaden find verha tet worden, weil ste während der Dauer des Aufstandes ihre unktionen fortgeseßt haben. Die Hausdurchsuchungen scheinen zu schändlichen Exzeffen Veranlassung gegeben zu haben, Die Commissaire, ein Jeder von einem Truppen-Detaschementbe leitet, ließen die Thüren der leeren
Häuser einschlagen, um dasel sk Waffen und KrieFHbedarf zu _; die Englische Regierung, sobald ste von dem drohenden Charakter,
suchen; diese Hauser, und namentlich die Keller dersel en wurden
der Plünderung preisgegeben, und man sah eine Menge betrun- worden war, der diesseitiJen die Anzeige machen, daß Großbritanien
';;bereit wäre, alle seine Hulfsmittel im weitesten Sinne des Worts "zur Verfugung der Königin von Spanien zu stellen, damit der
Feuer Soldaten auf den Straßen herumgzhen. In diesem Augenblick finden in Spanien die Munizipal- wahlen statt. Der politische Chef von Barcelona hat wissen
lassen, daß am 18kc'n d. in der ganzen Provinz zu diesen Wahlen .- *_werde. Zu gleicher Zeit kündigte die Englisohe Regierung die
Werde geschritten werden; von einer ?lusnahme für Barcelona isk
nicht die Rede. Aber die Wähler haben fich entschlossen, unter »; „_ zu wollen, 3 Welche für den Fal], daß der Thron Ihrer Majestät der Königin Isabella ernstlich bedroht werden solite, von beiden Mächten ge- _ meinschaftlich zu ergreifen seyn möchten. - eknüpfte Unterhandlung zu dem beabfichtigten Einverständnis]? ge-
der Herrschaft eines Systems, welches se in Betreff aller ihrer politischen Rechte interdizirr hat, nicht zu votiren. Man will nun wissen, daß der Belagerungszuskand- am 18., dem Tag der [ Munizipalwahlen, aufgehoben werden wird.
Man sagt, der Re ent gehe verkleidet, inkognito in Barce- lona herum, um selbst ü er die Wirkung des Bombardements zu urtheilen. Es strömen fortwährend Truppen nach Catalonien hin und erhalten bei ihrer Ankunft Bestimmungen nach den Gegenden, wv ihre Gegenwart nöthig scheint. Esparkero, unter- ““ on seinem Kriegs-Minisker Rodil, diktirt fortwährend Be-
,- Reiserouten, kombinirt Truppenbewegungen, als gälte es „nen Feldzugsplan.
Die Auswanderungen beginnen wieder; zu Gerona und Fi- gueras flieht man vor der Ankunchurbano's. Diejenigen, welche nicht fliehen wollen, sprechen davon, sich in Banden u bilden, um ihr Leben zu verthcidigen und das Guerillas- andWerk wieder zu beginnen. Man würde in diesen neuen Banden drei entgegengeseßte Parteien, welche die Verfolgung vereinigen wird, figuriren sehen, wenn Espartero mit der nothwendigen Kraft nicht auch eine kluge Mäßigung verbindet. Mehr als ein_beun- ruhigendes S mptom rechtfertigt täglich diese Befürchtungen. Es gab einen ufskand zu Olof, dessen Garnison entwaffnet wurde und u Prats de Llusanes, in einer Gegend, wo die Karlisken drei Fahre hintereinander geherrscht haben. _
u Puigcerda, Hauptstadt der Cerdagne, Welche an das
Franzöfische Departement der Osk-Pyrenäen gränzt, hat das
Ayuntamiento, als der Gouverneur vorschlug, wegen der Ein-
txahmrBarcelona's ein 'l'a ])eum fingen zu lassen, fich dem förm-
ltch waderseht, und fich selbst nicht gefürchtet, ihm u sagen, man ollte lieber wegen der Verwüstung dieser edlen c“tadt ein ])e rokunäiz fingen,
krieg bereits veranla t hat, rufen eine unverkennbare Reaction in der konangkbenden Stimmung gegen die Na „barn jenseits der Pyre- "ä?“ hkwm'. Die Besorgnisse der B se, welche nach Allem, was in den lesten Tagen gesagt worden ist, sehr natürlioh waren,
A.,
haben eine eilfertige Erklärung des Moniteur par! ien herbei- geführt, d ufolge die rcbtetm Symptome eines v [ligen diplo- matischen ruchs zwi ehen Frankreich und Spanien nicht einge- treten sind. Aber die Börse hat fich_ durch diese Verficherun nicht beruhi en lassen, wahrscheinlich weil se der Meinung ist, da das, was b s jest nicht geschehen ist, doch heute oder morgen ge- schehen könne. Um das anhaltende Fallen der Fonds, so viel an ihm is!, mit beschwören zu helfen, übernimmt dasZournal des Débats heute sogar die der Spanischen Regierung günstige Be- richtigung, die aus einem hiefi en Uebersehungs-Büreau hervor- gegangen und in die meisten der “Yaris“ Blätter ohne Prüfung auf: enommene Angabe, der ufolge 85 Personen in Barcelona er- chosen seyn sollen. Der onstitucional von Barcelona, dem diese Zahl entnommen ist, spricht nämlich von den in der besiegten
*Stadt vorgefundenen Ueberläufern, Welche in die Dienste der In-
surrection getretm und die deshalb dezimirt, nicht aber Mann für Mann hingerichtet sind. Das heutige Journal des Dé- bats gesteht ein, daß nur 14 ndividum in Barcelona erschossen worden. Es gereicht diesem latte, dessen erthümer von so schweren Folgen sY können, zum Lobe, daß es fich nicht scheut, auf dem falschen ege umzukehren, den es bei seinen Urtheilen ber die Catalonischen Ereignisse eingeschlagen hatte, und daß es gewissenhaft genug ist, seine eigenen Uebertreibungen, wenn auch
L ein wenig spät, zu berichtigen. Indessen dürfte es _nicht leicht " seyn, die einmal an eregte Besorgniß vor der Erwetterung der
zwischen dem Franzö 1schen und dem Spanischen Kabinet obwal- tenden Spaltung wieder zu beseitigen. Denn es sind nicht nur die Worte der ministeriellen Blätter, sondern leider auch That- sachen, welche die neuen Schwierigkeiten im Verhältnisse zu Spanien herbeigeführthaben, Thatsachen, Welche nicht durch Widerrufe oder sonstige Erklärungen rückgängig qumacht Werden können. Der Konflikt zwischen dem politischen hef und dem Fran öfischen Kon- orausseßung gütlich beilegen lassen, daß die Kabinette von Paris und Madrid beide von einem aufrichtigen Verlangen der Fortdauer ihres bis- heri en Wechsel:Verhältnisses beseelt, und daß fie außerdem gleich- mä ig bereit find, ihrer diplomatischen Eintracht ein Opfer zu bringen. Die Börse glaubt bis jeßx nicht an eine gleichmäßige Bereitwilligkeit dieser Art, und ich furchtet, fie habe Grund, an derselben zu zweifeln. ,
Der Regent befindet fich fortwahrend in Sarriä, wo er durch Unwohlseyn zurückgehalten zu werden scheint. Das schon seit längerer Zeit verbreitete Gerüche von dem Beschlusse der Regie- rung, dem besiegten Barcelona eine Kriegs:Contribtttion aufzulegen, hat jest auch die Sanction des Telegraphen erhalten. Nach all- gemeinen Begriffen von Recht und BiUigkeit dürfte fich ge en eine solche Maßregel, vorausgeseht, daß ste nicht über die Kr fte der Stadt hinausgeht, nicht viel einwendcn lassen; ob fich dieselbe aber vor dem Geseße und vor der Staatsklugheit vertheidigen lasse, mag dahingeste t bleiben. Die durch die Gränzblätter ver- breitete Nachricht von dem Befehle der Regierung, den Obersten Prim, wenn man seiner habhaft Werde, sogleich erschießen zu las- sen, verdient keinen Glauben. Herr Prim ist bekanntlich Kongreß- Mitglied, und ein gegen seine Person gerichteter Gewaltskreich würde die Regierung nicht nur mit den gegenwärtigen, sondern auch mit allen künftigen Cortes,_ Welche eine so schmähliche Ver- lesung ihrer verfassungsmäßigen Privilegien nicht ungestraft lassen könnten, unversöhnljch verfeinden. ,Mehrere hohe Offiziere der Ca- talonischen Armee dagegen, angeklagt,„die„-Eg1pörung begünstigt oder ihr doch nicht die gehörige*-En.ergie-.Unegxgengestel1c zu haben, smd vor ein Kriegsgericht geladen, aber nur einer von ihnen, ein Brigadier, hat ffch gesteUk, die anderen ffnd als Flüchtlinge in Frankreich. Wenn Spanisahe Oppositionsbkäteer verlangen, daß auch der General van Halen Wegen voreiliger Räumung von Barcelona zur Rechenschaft gezogen werde, so vergessen sie wohl abfichtlicl), daß'der General-Capitain die Stadt nicht eher verließ, als bis er in einem mörderischen und nußloscn Straßenkampfe 600 Mann verloren hatte. - Man glaubt, daß Herr Camacho, der gegenwärtige politisahe Chef von Valencia, mit Herrn Gu- tierrez den Plaß tauschen und daß General Ayerbe den General van Halen vom Posten des General-Capitains von Catalonien ablösen Werde.
© Niadrid, 13. Dez, Sicherem Vernehmen naoh, ließ
'den die Ereignisse von Barcelona anzunehmen anfingen, unterrichtet
gegen ihren Thron gerichtete Aufstand schleunigst unterdrückt Absicht an, sich an das Kabinet der Tuilerieen wenden um mit diesem die Maßregeln zu verabreden,
Ob diese in Paris an-
führt habe, wissen wir hier nicht. Indessen dürfte nunmehr, da der Aufstand von Barcelona unterdrückt und dargethan ist, daß die republikanische Fahne nur einigen verblendeten Pöbel um stch vereinigen konnte, jede bewaffnete Mithülfe des Auslandes nicht nur als überfiüsstg, sondern selbst als lästig erscheinen. Der Re- gent hat bei jeder Gelegenheit verkündigt, daß er Kraft genug be- "[Z-?fk [;:m ohne auswärtige Hülfe den Thron Zsabella's 11. sicher zu e en. .
Die hiefigen Blätter begehen daher eine Umvahrheit, wenn se berichten, die vor Barcelona angekommenen Englischen Kriegs- schiffe hätten an dem Bombardement vom Zten Theil genommen. Man bezweifelt selbst, daß ste Schießbedarf für den Monjuich aussöhifften, wie doch fast alle von Barcelona eingehenden Briefe ange en.
Als eben so unbegründet weist fich nunmehr die Behauptung des dortigen Gefe politico aus, daß der Französische Konsul die *-n Bord des „Méleagre“ geflüchtete revolutionaire Junta wieder ns Land geseßt und dadurch die traurige Entwickelung der reignisse herbeigeführt hätte. Sämmtliche Mitglieder der »; unta und mehr als hundert der Haupt : Betheiligten find :-„_reits in Marseille angelangt, und die Personen, welche der
.,. ** onsul am Zten ans Land seßen ließ, waren Franzöfische Matro- "„sen, die den brennenden Gebäuden der Stadt zu Hülfe eilten. Alle Briefe, die man hier von Barcelona erhält, simmen darin
uberein, daß selbst bei der größten Verwirrung keine Verlesung
„* des Privat-Eigenthums begangen wurde. Wenn man während
Ö Paris, 21. Dez. Die bedenklichen Wirkungen, welche der von hier aus ge en die Spanische Regierung erklärte Zeitungs: "J
des Bombardements einige verlassene Häuser erbrach, so geschah es nur, weil die daran stoßenden in Flammen stehenden Gebäude eine solche Maßregel “nothwendig machten. Eben so allgemein wird die Behauptung, es wäre das Geschrei „yiya Cristina“ er- schollen, widerle t. Um so mehr mißbilligt man hier, daß der mehr erwähnte efe politico*“stch in einem an die Einwohner von Barcelona am 5ten gerichteten Aufrufe folgendermaßen ausdrückt:
„.. . „man legte die heuchlerische Larve ad und pflanzte die ersehnte „ahne auf, indem man der Nation mat dem Ausruf „es l_ebe
hrisline“ den Krieg erklärte; ein Name, der ehemals, als ihre Laster und ihre Herrschsucht noch nichr bekannt waren, ein Gegen- stand der Liebe und Achtung war, 1th aber nur Abschzu und Entéeßm einfiößt.“,.. So spricht ein Beamter öffentlich von der Mutter seiner Königin. ,
Der Regent befand fich noch am Neu in Sarria, ohne Bar- celona besucht zu haben. Die Folgen des Bombardements werden dort auf lange Zeit empfunden werden. Dem amtlichm Berichte zufolge, wurden 780 Bomben, 96 Granaten und 138 vierundzwan- zig: und zwölfpfündige Kanonenkugeln auf die Stadt abgefeuert. Zu bedauern ist, daß eine bedeutende Anzahl von Bomben gerade in die mit Verwundeten und Kranken angefülleen Hospitäler fiel, und daß das schöne Audienzgebäude, und mit ahm zugleich die darin niedergelegten Papiere, von denen der Wohlstand zahlloser Fami- lien abhän t, vernichtet wurden.
Herr Arguölles hat seine erlauchte Mündel, die Königin, ver- anlaßt, an den Regenten ein Beglückwünschungs-Schrejbm zu rich- ten, in welchem fie ihm ihre Dankbarkeit für die neuen ihr gelei- steten Dienste ausdrückt. In der That scheint der Ausgang an einem seidenen Faden gehangen zu haben, Der öfter erwähnte Gefe politico selbst hat an einen seiner hiesigen Freunde geschrieben, daß, wenn das Bombardement 24 Stunden län- ger gedauert hätte, fich ganze Catalonien auf die Belqge- rungs-Armee geworfen haben wurde, und daß selbst noch ]eßt nicht Alles ruhig wäre. In Gerona griffen am 4ten, auf die erse Nachricht von dem Anfange des Bombardements, die Einwohner zu den Waffen, läuteten die Sturmglocke und beschlos'en, nach Barcelona aufzubrechen. Als man aber am 5ren die Unterwer- fung dieser Stadt erfuhr, legte man die Waffen nieder. Zn Fi- gueras fanden ähnliche Auftritte statt, die am 6ten erneuert wur- den. Es heißt, Zurbano werde mit einem Truppen-Corps nach jener Gegend abgehen.
Die Chefs der National-Miliz von Saragossa haben an den Regenten eine Beglückwünschungs-Adresse gerichtet, die hier nicht geringes Aufsehen erregt, indem man stch daran erinnert, daß erst vor wenigen Wochen der Infant Don Francisco dortGegenstand ähnlicher Huldigungen war, Es heißt darin unter Anderem: „Die National-Miliz von Saragossa beeilx fich, Ew. Hoheit Wegen des vollständigen Triumphes zu beglückwunschen, den, mehr als die Ge- walt der Waffen, der mächtige Einfluß Eures erlauchten Namens über die Rebeljion von Barcelona davontrug.... Der Aufstand ist vor dem Wiederhall Eurer Stimme unterlegen. . .. Möge aber Ew.Hoheit nicht vergessen, daß eben so vieldaran liegt, die Frucht des Sieges nicht zu verscherzen, als zu siegen 13. s. w. Zm Ge- gensah zu diesen der Person des Regentetz so gunstigen Gesinnun- gen fahren die hiefigen unabhängigen Blatter jederlei Farbe fort, eine Sprache gegen ihn zu richten, die allen Ansfqnd überschreitet und kaum eine Andeutung gestattet, und was das Schlimmste ist, die Geschworenen sprechen alle diese Artikelefrei. Die Gaceta von vorgestern allein zeigt nicht Weniger als funf solcher freisprechen- den Urtheile an, und unter den für unschuldig erklärten Artikeln befindet fich ein Aufruf zur Bildung einer Bundes-Republik.
Zn Sevilla griff am 8ten ein Theil der Rational:Miliz zu den Waffen, um die Entfernung eines Regiments der Besaßung mit Gewalt durchzusehen. Der General-Capitain benahm fich aber mit solcher Entschloffenheit, daß am 9ten Morgen:; die Ruhe vollkommen hergesteljt war.
Es heißt ziemlich aljgemein, der Regent erde demnächst wie- der hier eintreffen, und zwar seinen Rückweg uber Saragoffa und nieht äber Valencia, wie man anfangs behauptete, nehmen. Dt'e Cortes würden steh alsdann aufs neue versammeln, jedoch, falls sie du“ der Regierung nicht übereinstimmen, alsbald aufgelöst Wer en.
Serbien.
Semlja, 12. Dez. (Agr. Zkgx) Am 10.Dez. habsn der hiesige Englische und der Franzosische Konsul dem Fürsten Alexan- der die Aufwartun gemacht, und seit gestern ist in Belgrad wieder die Franzötsche Flag e auf dem Konsulat aufgezogen, welche seit der leßken Umw [zung in Serbien unsichtbar War. Baron Léeven ist am 8. Dez„ ohne beim Fürskcn Alexander g_eWesen zu eseyn, von Belgrad nach Konstantinopel abgereist.
Heute ist Furst Michael nach dem Banat abgereist; man wil! wissen, daß er nicht mehr hierher zurückkehrt.
Türkei.
Konstantinopel, 7. Dez. (Oest. B.) Die Pforte hat, mittelst eines von Seiten des Ministers der auswärtigen Angele- genheiten an die Repräsentanten der fünf Großmächte gerichtetcn offiziellen Schreibens, den Entschluß Seiner Hoheit des Sultans angekündigt, die Verwaltung des Gebirges in Syrien, dem Raths der gedachten Mächte gemäß, einem Maronitischen und einem Drusischen Gouverneur anzuvertrauen. Beide werden den Titel Kaimakam (Skerertreter) führen, von dem Pascha von Saida ernannt werden, und unter deffen Ueberwachung stehen.
Der bisherige Direktor der Türkischen Zeitung und Aufseher der Großherrlichen Buchdruckerei, Nail Bei, ist zum Mitgltede des Reichsraths ernannt, und die Herausgabe der Zeitung in Folge dessen dem Kadiasker (Oberft-Landesrichter) Zzzet Zefa- risade, anvertraut Worden.
Der vormalige Botschafter am Kaiserlich Oesterreichischen Hofe, Akif Efendi, ist am 5. d. M. aus Wien, und der unlängst als Pforten-Commiffair nach Serbien abgegangene Emin Efendi, gestern aus Belgrad hier eingetroffen.
Es hat fich kurzlich unter den Einwohnern von Pera eine Gesellschaft gebildet, Welche, mit Genehmigun der Regierung, unternimmt, die Straßen dieser Vorstadt au Privatkosken zu beleuchten.
Vereinigte Staaten von Nord-Amerika.
New-York, 30. Nov. Die übliche alljährliche Botschaft an den Kongreß soll am 5. Dezember erlassen werden; die Kon- greß:Mitglieder smd schon sämmtlich in Washington angekommen. Man erwartet, daß mehrere wichtige Maßregeln würden vorgelegt werden, z.B. die Abschaffung der Bankerottgeseße, die Abschaffung oder Modification des Tarifs und die Errichtung einer National- Bank; man zweifelt aber an der Annahme derselben, da die poli- tischen Parteien sich das Gegengewicht halten und die eine den Vorschlägen der anderen wahrscheinlich entgegentreten wird.
Aus Mexiko wird berichtet, daß alle Britischen Ofüziere und Matrosen, welche auf dem Mexikanischen Kriegs-Dampfschiffe „Guadalupe“ dienen, von ihrer Regierung Befehl zum Austritt aus dem Mexikanischen Dienst erhalten haben.
Der New-York Herald giebt Santana geradezu SOU“), daß er nach der Diktatur strebe, und fährt zum Beweis? die Er- nennung Bravo's zum interimistisohen Präsidenten und Alaman's zum Minister des Innern und der auswärtigen Angelegenheiten
an; Beide smd als Anhänger des strengen Centralismus bekannt.