"WAZ“Y «..,-„xv * _, MM4_ .z
cefteüte Beamte wenden und von ihnen „_die Enthüllung der That- s verlangzn, die :?uen bekannt, oder die Mittheilung der gericht- lieben Aktxustucke, dix bnen anvertraut find. Der Richterstand muß naturgemaß bereit sem, Nachforschungen zu unterstüßen, die kein an- deres Zfel haben und haben dürfen, als die reibeit und Aufrichtig- keit der Wablopergtionen zu fiebern und mit ewißbeit alle mit den- selben zusammepbanYnden Akte festzustellcn; aber der zum Zeugnisse auf eforderxechbtxr atvermöge seines Berufeskelbst besondere Pflichten der erschwtegenbert und Zurückhaltung, die er nicht von fick) abschütteln kann. Che er Rede steht, wird er daherseine hierarchischen Vorgeseßten befragen; ,seine Bedenken werden bis zu Ihnen gelangen. Sie wer- den dann m den Ratbschlägen, die Sie ihm geben, nicbt ermangeln, die den Vertretern einer großen politischen Körperschaft, welche fich des ibnen gewordenen Auftrags entledigen, schuldigen Achtung mit den Vorrechten in Einklang zu bringen, die der Justiz nothwendig sind, um das ihr von dem- Geseße anvertraute gesellschaftliche Amt u erfüllen. Daffelbe gilt von der Mittheilung der gerichtlichen *ktenstücke. Ihnen speziell, Herr Generalprokurator, steht nach den Geseßen das Recht zu, sie der Oeffentlichkeit preiszugeben oder geheim zu halten. Sie dürfen die Rückficbten nicht vergesseU, welche bald das öffentliche Interesse, bald die Ehre eines Individuums oder einer Familie, bisweUen auch das Bedürfnis; einer noch nicht beendeten Untersuchung auferlegen. Im Zweifel werden Sie gefälligst an mix!) berichten und mit aufmerkyamer Prüfung und gutkm Glauben wird es uns hoffentlich gelingen, Konflikte bintan zu balkon, die Niemand mehr bedauern würde, als wir selbst. Empfangen Sie u. s. w. I. Dufaure.“
_ 3. Januar. (W. T. V.) Das „Journal officiel“ publi-irt die Ernennung Fourniers zum Botschafter in Konétantinopel. _ Zur anderweiten Deyutirtenwahl in 9 Wahlbezirken, in welcherx die Wa(Zlen sür ungültig er: klärt worden waren, oder in denen die ewählten ihr Mandat niedergklegt hatten, ist der 27, d. anberaumt.
Bordeaux, 2. Januar. (W. T. B.) Bei dem Empfange des Maires von Bordeaux erklärte Ge: neral Rochebouét, die Gerüchte hinsichtlich der Vor- gänge in Limoges seien nicht ernstcr Natur. Die dort ertheilten Befehle seien nur eine Wiederholung der bereits von seinem Vorgänger erlassenen gewesen. Sie seien defen- siver Art gewesen, nicht um anzugreifen, sondern um einem Angriffe zu widerstehen. Der General fügts hinzu, er werde sick) niemals auf Abwege ziehen lassen. „Ich habe nienmch daran gedacht, fuhr er fort, einen Staatssjreick) auaZzuführen, weder für die Bonapartistdn _: Sie wissen, was ich von ihnen denke _ noch für Andere von densn Sie, wie ich, wissen daß sie unmöglich sind. Niemals hat der Marschall oder s/ein Kabinet an einen Staatsstreich gedacht, im Gegen: theil, das Kabinet hat dem Marschall gerathen, 6111 Ministerium aus der paxlamentarischerz Majoxßkät zu bilden.“j__ _ „_ _"
Italien. Rom, 2. Januar. (W. T. BZ Die „Jtalie“ erklärt die Gerüchte, nach denen der König ei dem gestri en NeujahrsempfangekriegerischeWorte gesprochenha en FoÜte, für unbegründet und fügt hinzu, der König habe sich nur darauf beschränkt, von der gegenwärtigen schwiertgen Situation in Europa zu sprechen und Eintracht unter den Vertretern der Nation zu empfehlen. Die „Italie“ hebt weitsr [)eroor, daß anch alle Gerüchte von angeblichen R1": ft ungen, sowie yon kriegerischen Absichten der Re ierung unbegründet seien; ebenso unrichtig sei es, da die Minister Unter- redungen mit Gambetta ehabt hätten über die Allianz: frage und die Haltung, Mche angesichts dEr bevorstehenden Ereignisse einzunehmen wäre. _ Der französische Botschafter, Marquis de Noailles, gab zu Ehren Gambetta's, welcher morgen ckckck) Nizza abreist, ein großes Diner„
Griechenland. Athen. Nach den Informationen, welche der Kriegs:Minist€r auf Interpellation von Ssitc-„n des Deputirten Koronaios über den Stand der Landarmee abge eben hat, wird dieselbe aus 25 326 Mann gebildet. Da: von iFind 764 Offiziere, 110 Fähnriche, 15 532 Infanterie: soldaten und Unteroffiziere, 2736 Jäger, 1793 Artillsristen, 807 Kavakleristen, 1632 Mann Genietruppcn,“ 163 Arsénal: arbeiter, 32 beim Gensd'armerie-Kommando, 1792 FnßGencZ: d'armen, 91 berittene Gensd'armen, 155 supernume äre Unter- offiziere, 112 Mann der ersten Lazareth:Compagnie, 141 der zwe1te-l Lazareth-Cmnpagnie und 56 GarnisonSmusiker. Die Cadres sind nicht komplet; es fehlen noch 2450 Mann dazu. Die Marim'mmmschaften betragen 2790 Mann.
Amerika. N e w : Y () r k, 29. Dszember. (Reuters Bureau.) Die mexikanischen Behörden haben an der Rio Grande-Grenze Bekanntmachungen anschlagen lassen, welche mexikanische Unterthanen warnen, sich nicht an irgend welchen künftigen Ruhsstörungen, die in El Paso versucht w-“rden möchten, zu betheiligen.
_ 2. Januar. (W. T. B.) Die Staatsschuld der Vereinigten Staaten hat im Monat Dezember um 72 000 DolX. abgenommen. Jm Staatsschutze befanden sick) am_31. Dezember 139 518 000 DVU. in (Gold und 5499 000 Dou. in Papiergeld.
Der russisch=türkische Krieg.
London, 2. JanUar. (W. T. B.) In mehreren eng: lischen Städten haben weitere Kundgebnngen für die Erhaltung der Neutralität Englands statt: gefunden. Von der Handslskammer in Bradford wurde eine Resolution zu Gnnsten der Neutralität einstimmig an: genommen. Die Handelskammer in Leeds sprach sich mit allen gegen 3 Stimmen in einer Resolution für die absolute" Neutralität aus. Bei einer Arbeiterversammlung in Rock)- dale hielt der Bischof von Manchester eine Ansprache, in welcher er betonte, daß weder die Vesißer reßsung Konstanti: nopels durch russrsche Truppen, noch die e nung der Bar- danellen britische Interessen gefährde. Sodann s rack) der Bischof die Erwartung aus, daß das englische Volkp sich laut gegen emen Krieg zu Gunsten der Türkei erkkären werde.
_ (W. T. B.) Der Staatssekretär der Kolonien, Carnarvon, empfing eine Deputation von Kauf: leute'n vom Kap, wel e die Befürchtung aussprach, daß zhre Interessen im alle einer weiteren Verwicke- lung tm Ortent vernachläs tgtwerden könnten. Carnarvon erklärte denselben, trotz des Falles von Plewna sehe er keine materielle Aenderung der Situation; die Haltung Englands sex ebensoweni verändert. Obgleich England nicht vorbereitet Lex, die ntereßen der Türken als solche zu unterstüßen, so St_die egierung doch etztschloffen _ wie sie dies von Anfang an ewesen _ [181 der Regelung der orientalischen Fra e thre timme geldend zu machen. Was den Schritt Ong ands bei der russtschen Regierung, betreffe, so habe England käme *Médiation angeboten“ ebensowenig eine Intervention in dem gewöhnlichen Éinne. „Wir haben,
' S0 ia.
'zur'ückgezogen haben. _
fuhr Carnaxvon fort, nur Eröffnungen des, einen Kriegführen- den bxzügltch des Friedens an den' anderen_übergeben. Zeh katzn m der Antwort Rußlands keme Beleidi ung oder e- schuppfun Englands 'sehen; ick) ,?offe aufri ti , daß die russtsche e ierung und das russtche Volk ni t vergessen werden, da die gegenwärtigen Fragen solche sind, deren Regelung nicht den Kriegführenden alLein zusteht. Es handelt s1ch u_m europäische Fragen. Wir, als ein Mitglied der europäischen Familie, aben nicht nur ein Recht, darüber ge: hört zu werden, sondern es ist sogar sehr wichtig, daß wir eine entscheidende Stimme bei der definitiven Regelung der ybwaltenden Fragen haben. Ich glaube, es giebt wenig Per- xoan welche sich des Krimkrieges mit Genugthuung erinnern; 1ch bm gewiß, es _iebt Niemanden in diesem Lande, der so thöricht wäre, eine iederholung desselben zu wünschen.“
_ 3. Januar. (W. T. V.) Die „Morningpoft“ exfährt, daß der gestrige Kabinetsratl) dahin Über: emgekommen sei, die russische Antwort auf das Ver: ntittelunngmerbieten Englands nicht als den Schluß der englischen Aktion zu betrachten. Es - sei beschlossen worden, vor der Uebermittelung der russischen Antwort an die Pforte in St. Petersburg anzufragsn, welche Bedingungen Für einen Waffenstiustand die russischen Commandeure zu orZersTxtinstruirt seien. _Heate findet abermals ein Minister: rat a t. *
Der „Standard“, sowie die liberalsn Morgenblätter sprechen sich sehr befriedigt über die Rede des Staats: Sekretärs Carnarvon aus. Die „Timeskmeint, die: selbe sei dazU angethan, die Beunruhigung und die Auf: rsgung im Lande endgültig zu beschwichtigen. „Times“ glaubt, eine Politik, welche durch solche staatsmä1171ische An:
sichten und Prinzipien geleitet wiirde, wie sie Carnarvon dar: gelegt habe, würde: die einmüthtgc». Unterstüßung des Landes „Daily New s“ spricht sick) im gleichen
fi13den. Die Smne aus.
Europäischer KriegsscHauplaH.
St. Petersburg, 3. Januar. (W. T. B.) Offizielle Telegramme ach Bogot, 31. Dezember: Nach hisr eingegan: genxn Méldungen vom 30. Dezember sind die». Truppen des westlichen Detachements von_ der Front bis Babakonak vorgerückt und befinden sich aus dsm Vormarsch gegen die türkischen Positionßn bei Arabkonak Und Schander: nik, welche Ortschaften der Feind besetzt hält. Am 29. De: zember räumten die Türken Lntikowo, wo die Russen darauf einzogen. _ Das Wdtter ist in den Bergsn sshr UU: günstig; der EicZgang auf der Donan dauert fort; es ist zu erwarten, daß das Eis bald feststehen b[eibt. _ Ueber dic Einnahme von Pirot durch die sorbischen Truppen werden folgende Details gemetdet: Nachder Be: setzung von Babinaglava und dsr Einnahme des Passes St. Nikolai wurde ein starkes Tßtackxment gegen das OS: festigte Lager von Budindol dirigirt, welches Pirot von Norden her deckte. Das Lager bestand aus melreren Reihen von Befestigungen auf beiden Ufsrn dEr NiZsawa, zwischen den Dörfern Stanetschno : Nischar Und Sapot. Da das Lager stark beseßt war und bßinahe unangreifbar von der FrOUt her erschien, wurde entschieden, zuerst Ak=Palanka und dann Pirot anzngreifen. Aw 24. Dezember bsgann dsr Angriff. Die rechte Kolonne griff Ak:Pala11ka an
und nahm dasselbe 851 xDie linke Kolonne eröffnete an“
diesem Tage eine Kanonade gegen Budindol und führte de: monstrativs ngriffe gegen diesen Ort aus, um 016 Auf: merksamkeit des Feindcs abzulenken. Die gesammts Reserve, blieb in Babinaglava. Am 26. Dezember rückte die rechte Kolonne von Ak-Palanka ans gegen Pirot vor. Am 27. DE: zember, Morgens 8 Uhr, griff dieselbe die). linke Flankd der türkischen Position an, bsssßte am Nachmittag gegen 4 Uhr Blata und Belajewa Und verweilte daselbst Während der Nacht. Bei dem erston Schuß, wslcher von dEr rochten Kolmme al): geg€ben wurde, bégann die linke Kolonne den Angriff von der Front her, bßmächtigte sich Staneßkas und stellte dis Fühlung mit der rechten Kolonne her. Am 28. Dezember, [wi Anbrnck) der Morgendämmernng, wurde dEr Kampf anf der ganzßn L_inie wiedsr angenommen. Bereits um 11 Uhr Morgens zog die rechts Kolonne in Pirot Ein, und wurde daselbst von den Einwohnern, an dsren Spiße sich die Geist: lichkeit befand, empfangen. Die linke Kolonne üerwand den lartnäckigen Widerstand der Türken erst, nachdem diese dis ?achricht Erhalten hatten, das; die in ihremRücken befindlichen Befestigungen genmnmen seien. Der Verlust der serbi- schen Truppen beträgt Über 50 Todte nnd gegén 150 Wer- wundete. Die Türken, welche 6 Tabors stark gewesen waren, haben sehr große Verluste Lrlitten. Die ganze Posi- tion war mit Leichen bedéckt. 23 Geschüße fielen in die Hände der Serben. _ 2. d.: Nack) achttägigem anstrengenden Kampfß gegen Frost, Schnee und Sturm und gegen das bergige Terrain hatGeneralGurko denBalkan überschritten und ist mit seinem Corps in die Ebene von Sofia hinabgsftiegen. Am 31. v. M. besetzte der General na einem hartnäckigen Kampfe bei Taschkosen, welchcr bis 6 U)r Absnds dauerte, die be- festigtsn Positionen dieses Ortes mit Ausrmhsne einer Redoute bei einem Wachtpoften. In der Nacht verließen die Türken sämmtliche Positioncn. Am 1. d. früh begannen die Russen die Verfolgung des Feindes und beseßten Arabkonak, Schan- dernik und Dolni Komarzi. Ein Theil der russischen Infan- terie drang in der Richtung auf PLtrikiöi vor, ebendahin auch die Garde-Kavaklerie über Volowo und Tscherkeffkiöi. Den übrigen Theil der ermatteten Mannschaften ließ General Gurko ausruhen und begann sodann den Vormarjch gegen 'Am 1. d. mußte sich das Detache1n€nt von Etro- po m1t dem Detachsment von Tschelopeja unter 052- neral Brock vereinigen, um nach Möglichkeit die Türken von Petrikschewo abzuschneiden. Der Verlust der Russen am 31. v. Mts. betrug 700 Todte Und Vsrwundete. Unter leßteren befindet sich der Commandeur des Volhynischcn Regi- 111e11ts, General Mirkowitsch.
Konstantinopels2.“ a11uar. (W. T. V.) Zkach aus
Sofia hiex einge angenen achrichten ist zwis en Zchtiman und Sofm rUfFische Kavallerie eingetro en und hat den Telegraphen und die Brücke von Jskor zer ört. _ Aus RaSgrad werden kleinere Scharmüßel gemeldet, die am 30. 13.211. betMehemdlar und Mariani tattgefunden haben.- Ein Telegramm des bisherigen Kommandanten von Schurkiöi bestätigt, daß die türkischen Truppen in Fol e des am Freitag stattgehabten Kampfes gegen 20 serbische ?Zataillone und 5000 Bulgaren Scharkiöj geräumt und sich _nach__Sofi_a_ Einem Telegramm des Gouver: neurs von Koffowo zufolge haben sich die Serben der Orte
_ rusfischerseits eim- größere Thätigkeit, man könnte
Kurschumlja, Oskonb und Leskowaß bemächti t. Die Gar- nison von Kurschumlja trat nach einem Kamp e gegen über- legene Kräfte den Rückzug an.
Wien, 2. Januar. (W. T. V.) Der ,Polit. Korresp.“ wixd aus Bukarest vom gestrigen Tage gemeldet: Die Rus s en bejeßten' bereits mehrere von den Türken bestigte Ort: schastxn tn der nächsten Umgebung von Sofia. Sofia selbst nt von den meisten Seiten eingeschlossen.
Varna, 28. Dezember. (Telegr, des W. „Fremden- blatt“.) Dem Vernehmen nach werden die Türken auch nach dym Abzugs der Truppen Suleiman Paschas aus Bulgarien dte Stadt Sulina'an der Donaumündung beseßt halten.
_ Der „R. Mir“ erfährt, daß Osman Pascha _Rjasan. _ _,
Abdul=Dayud und„Mahmed-Nad1l)i Tambon), Mamud-Gunib uxzd Suhnmqn Rmsan zum Aufenthalt angewxessn rmxrden wxrd. Dte bet der Ernnahme. von Plewna zu Kriegedesan: genen gemachten Soldaten werden in verschiedenen Städten des Innern internirt. Seit dem 18. (30.) Dezember soÜen tägltck) 3200 Mann aus Bukarest nach Rußland befördert wsr: den. er der „Golos“ erfährt, wird die_9§ückkehr des Groß: fürsten-Thronfokgers und der Großfürsten Wladimir und Alexei Alexandrowitsch nach St. Pétersburg am 22. oder 23. Dezember (a. St.) erwartet.
_ Vom bulgarischenKrieg61chauplaße wird der „Vol. Korr.“ aus Simuißa vom 26. Dezember berichtet:
„Die Pause, welche nach dem FaUe von Plewua in den Kriegs- overationen eingetreten isx und die durch den Eintritt des schkechten Wetters um einige Tage 1ich verlängert hat, dürfte mindestems noch zehn Tage dauern. Nickytsdestoweniger ist die auf dem Kriegsschau- plaße herrschende Rabe nur eine scheinbare, man könnte sogar sagen, daß die Panse nicht in den Operationen, sondern nur in den Ereig- nissen eingetretén ist. Diesc [etzteren befinden fich im Stadium der Vorbereitung, die Operationen aber, welche zu den Thatsachen führen sollen, sind im voUen Gange. In keinem Absckynitte des Krieges ist fast sagen Hast, an den Tag gelegt jvorden, wie jetzt. Es sieht gerade so aus, als wenn der Krieg von Neuem beginnen würde; nur die Operaxions- basis ist Weitexzxerückt.
Nach Benarabien War es anänien, nach anänien War es die Donau, jeiZt ist Ober-BulgariM dcr Centralpunkt der russischen Offensive oder vielmehr Jnvafion geworden. Erst seit dem FaUe von Plejvna Hat die xnssische Kriegsleitung iHre ursprünglich ms Auge gefaßte natürliche Operationsbasis wieder gewonnen. Vor den mör- derischen, für di? Russen so unHeilvoUen Kämpfen Von Pletvna war das Hauptquartier des Großfürstkn Nikolaus schon in Tirnorva auf- gkscblagen worden. Jetzt erwartet man wiedkr, das; es dorthin ver- [egt wird Es scheint Line ausgemackyte Sache zu sein, daß man nur das Ende dcr verschiedenen vorgenommenen Tr::ppenoerschiebungen «[Wartet, um das „Hauptquartier näkwr an den Balkan zu vsrlegen. „Dieses Mal dürfte die Ver- ngung des Hauptqnartiers gléicbzeitig einen mit starken Truppen- masfen auSZUfübrenden Balkanübergang bedeuten; denn von der Donau bis zum Fuße des Balkans sieht man in einer Front von mindestens 150 Kilometer einkn gewaltigen Aufmarsch sich Voll- ziehen, welcher binnen “acht bis zehn Tagen bcinahe ganz bcendigt sein wird. Der Haaptstoß dürfte aber dock) nicht beim Schipka- oder Trojaupaffe, kondern auf- dem rechten Operationsßügel der rusfi- schen Armee erfolgen. Starke Abtheilnngsn haben nämlich die Direktion auf Vraca und Berkowica genommen und werden_ in einigen Tagen über den Ginzivas; im Sofiathale angelangt ]Sill. Die Aufrollung der türkischen Sfellungen jenseits des Balkan würde also . im westlichen Sofiathale beginnen, so daß die türkixche _Armes in Sofia micht nach Westen, sondern nach Oyten zurückgedrängt werden würde, und die Armee des Generals _Gurko ihre defensiven SteUungen_ nur in dem Augenblicke verla11en mü“te, als die aus dem Ginzipasje vor- dringenden Abtheilungcn die tür ische Armee zwischen zrvei Feuer ge- bracht und diesclbe zam Rückzuge nach Osten 1)de nach Süden ge- zwungen haben würden. Sodann würde dsr Vormarsch über 0611 Balkan dumb den Hankiöi-, Schipka-, Trojanpaß und die anderen weniger wichtigen Pässe vor 1ich gehen und die Verkinigung aUer russischeü Atheilungen in dcr rumelischen Ebene stattfinden. Diessr Operationsplan hat unstreitig UWH? Vortheilc. Einmal ist das Balkamgebirge i_n seiner westlichewAbflacbung viel leichter Pasir- bar; weitkr erspart sich die rusxische Krisgslcitung durcb dtese Unmehnngsopsration die immerhin Um: mit namhaften Opfern mögliche Forcicung des Valkanübergamges durch die Pässe, dcren AUMÜUJZ 0011 den Türken befestigt und bkjvacht sind; schließlich wäre damit rus1isckerseits die Konzentrirung aller noch di pcniblen operationsfähigen türkischen Truppenkörper im rumelischen Becken er- reicht und dadurch auch dießmaßenhafte Konzentrirnng der rusfischen Armee zn einem leßten entxcheidendcn Schlage erleichtert. Es scheint, daf; man nicht mcßr in den am Anfange des Feldzuges emakhten Fehler der Kräftezersplitterung verfaÜen und desrUegen nur atm zum Vormarsche über den mittleren Balkan schreiten will, Wenn man fick) östlich Vor jeder F1ankcndwersion gesichert haben wird. Akle Truppen- benwgungen deuten bis jetzt auf das eben AngZüHrte bin. Der Vor- marsch starker Kolonnen auf Berkovica, die erstärkung der Armee des Generals Gurko durch anderthalb Divifionen, die Konzentration einer großen Centrumsarmee vor den mittleren Balkanpäffen zwischen Tir11owx1,*Gabrowa und Selwi find lauter Opcrafionen, 1velche für die Fabr1chcinlichkeit des Hier in Militärkreisen cirkulirenden Planes Pre 811.
Hier ist seit der Abreise des Kaisers und des Fürsten Karl eine RUHE eingexreten, welche in diesen Tagen nur durch starke Trans- porte türfi1cher Gefangenen und einer ziemlich großen Zahl von Blesfirten und Kranken beider Armekn unterbrochen Worden ist. Lange dürfte diese Ruhe nicht währen, da der: Eisgang der Donau die Kriegsbrüche_auf dex: Insel Boatin fast ganz zerstört hat und dadurck) der größte Therl der Durchzüge an Tru pen, Kriegsmaterial und Proviant wieder m_:f unsere Brücke angewieYen ist. Die Donau ist zwar wieder ganz ersfrei und statt des starken Frostes ist ein Gußrkgen eingetreten, aber yon den Uebelständen, Welche der Frost und denen, die das_Regenwettexr mit sich bringt, müßte dock) der rost der erwünschtere sem, da derjelbe wenigstens die Straßen fahrbar mathtthährend man jetzt wieder in einem meilenweiten Kotbmeere verm .
Die BelagerungSarmee für Rustschuk hat gestern den Vormarsch angetreten; der TranSport der schweren Belagerungsartiuerie dürfte aber durch die BesÖädigun der Petrosanibrücke und wegen der grundlosen Wege auf große chwierigkeiten stoßen.
Der Truppenduxchzug hat wieder zugenommen. Aus der Moldau werdte1tt in den nächsten Tagen 30000 Mann Reservetruppen er- war e ."
Bl t- AUS Varna, 20. Dezember, schretbt man demselbeix at 8: “
„Naxh in biefigen unterrichteten Kreisen Verbreitsten Verfionen scheint die türkische Kriegöleifung in diessxn Augenblicke vor Allem darauf bedacht zu sein, die Verbindung zwr1chen der Armee des Ge- nerals Gurke) und der rusfischen Centrumsarmee zu verhindern und sodann mit der in aller Eile aus dem Festungsviereck herbeigezogenen Armee die aus den Balkanpässen debouchirmden russisckoen Abtheilungen vereinzelt anzugreifen. Durch die Aufstel- lung einer 80000 Mann starken, Armee in 'der Richtun von Eski- Sagra und einer Reservearmee m Hermcxnlt hofft Suleiman Pascha, den Vortheil einer Operation_ auf der mneren Linie benüßend, die relative Ueberlegenheit über die russ'xs en Armeen zu erlangen, Wäh- rend Schakir Pascha und Achmed Exu Pascha, mit der vereinigten
---kürkischerr“"Ar11tce“*W**Soßcr“"W"'von"SchkPkä*"öén“'GéÜékäk"GlsrkÖW " " 7 ""“"
in Schack) halten würden. Ob dieser Plan nicht auf Jllufionen be- ruht, möge allerdings vorerst ununtcrsucht bleiben.
ier herrscht in die em Augenblicke eine fieberhafte Tbätigkejt. Der Laken ist voll von FLriegS- und Transportschiffen, welche tagltcb mit Truppen und Kriegsmaterial abgehen, um anderen _Pchß zu machen, die auch in wenigen Stunden beladen _nach Kowtantrnoxel wieder abfahren. Außerdem haben stgrke Abxbetlungen tbren Ruck- marfcl) nacb Rumelien über die östlichen Paffe des Balkans ange- kreten. Troßdem schäßen kompetente, Fachlelzte die uber "urzxeren afen und den Balkan nacb Rumelren zuruckkebrenden turk1chcn Zappen in runder Zahl auf nicht mehr als 50000 Mann, welche allerdings beinahe ausschließlich gas K'xrrxtrupxxen bestehen. §I'luf de_r Eisenbahn Rustschuk-Varna pasftren xaglxg) mrndestens zwanztg Ml- litärzüge und man erwartet, daß dre Zuge bald nur bis RaSgrad werden verkehren können, da eme Bsoktrung Rustschuks na_ch dem Rückzug: der türkischen Operationöqrmee unausblexblub erschemt. " Nach einem Ausspruche Sulermaax -Paschas--1sk Rust1chukfur 6 Monate verproviantirt und kann eryer Belg eryng erfolg- reich widkrsteben. Ebenso Verhält es sich nxtt Sclr Frta. Wenn auch viel Uebertreibung in diesen “15er Selbstbewußtsein strotzenden Aeußerungen enthalten sein mag, bleibt es doch etxxe Thatsache, daß während der le'ßten Monate anhaltend und mtt großter Anstrengung an der Instandsetzung der [ckckan Donaufestuagen gxzarbettet "wdrde'n ist, so daß man, bei der den türkischen Soldaten eigenen Zahtgkett im Vertheidrgungskriege, fich auf langwwxlge Belagerxngen gefqßt machen kann. Am Wenigsten verthetdtgungsfawg' schemt gzrade Varna zu sein, Welches, als außer dem Bereiche der Operationen, in diésem Kriege etwas vernachlassigt worden rst, während Schumla géradezu in ein unemnehrybares verschanztes Lager verwandelt Wurde. Seit einigen Tagen Mrd a11ch an „den außeren Forts von Varna, welche noch nicht vqllendet smd, mxt aller An- strengung gcarbeitet. Man befürchtet exnen Vorstoß dex rusfischxn Ddbkudfcha-Armee, die man für viel starker Haxt, ass st“: wohl m Wirklichkeit sein max.], Besonders seitdem der Rackzug der tnxkrschen Armee nach Rumelien sich theilweise durch Varna yoUztebx, besorgt man die Möglichkeit eines russtschen Atxgxtffes a1s11ahergerxtckt. Nach den Berichten jedoch, welche die europaxjchen Konsuxats Hter _Hahep, scheinen die Russen vor der Hand nicht en'tFernt an emen Vor]toß_m diLsLk Richtung zu denken, da die russ11che Dobrudschq-Armee Un Verhältnisse zu iHrer Stärke_ mit der Vekagerurzg' von" Stlrstrxa und der Behauptung der Linis T](hernawvda-Medschrdje-Kustendfche voll- auf zu thun Hat.“
Wien, 2. Januar. (W. T. B.), Telegrqmm des „N. W. Tageblattes“ aus Serajewo: Dre [WSULscho Injur- rektion beginnt wieder lebhafter zu werdsn. DLL turk1schen Befestigungen bei Askowißa „und Blatno'smd von Insurgsn- ten angegriffen worden. Dre Nswfs dr1tter Klass? smd em: berufcn worden.
Asiatischer Kriegsschauplaß.
Konstantinopel, 2. Jannax. (W. T. B.) 'JSMail HakkiPaschameldet, daß die russxsche Kavallerw, wclche Soukzcrin (eine Meile von Erzerum entfernt) beselzt hatts, durch türkische Kavallerie von dort vertmeben worden set.
Smyrna, 31. Dezember. (Telegr. des„W. Fremden: Blatt“.) Bis Mitte dieses_Monat_s zahlts dW behufs elner Entseßung Erzerums bei D1arbek1r zu sammengezogene Armee im Ganzen blos „14 000 Mann, dex es noch dazu an Artillerie fast gänzÜck) fehlte. Der,.Krr'egNath sle 1th entscheiden, ob diese ATMEL noch vervoksstanwgt, oder 111 ihrem gegenwartigen Stande hexaffen werden soll. 111 leßte: ren Falle wird sie als Odservat1011scdrps zu dxenen aden.
_ Aus Syra wird der „Datlt) News“ unterm 30. Ult. tels ra kirk:
Vong eiYm Freunde in Erzerum, in welchen ix!) das größte Vertrauen setzen kann, habe ich ein Tekegramzn, datrrt wow Werh- nachtstage, folgenden Inhalts empfaugen: „Dte Russen schlteßen dre Stadt ein. AlLes scheint verloren zu sein und AÜes geht schlecht 111 der türkischen Artnee." Ein weiteres Telegramm „sagt: „Dre Ruffen versuchen Erzerum 719- dem OlthHale unnd Barhurt zu umgehen. Das Wetter ist fibirisck). Wir artvarten tag11ch em Bombardemetzk oder einen Angriff. Dec Großfürst Michael und Genercck Lorxs Melikoff sind, begleitet Von 15 Vataillonen und 12 Bexagerungs- gescbüxzen, von Kars in Dara - Bojan gngekotnmen. Dre, Bguern Werden gezjvungen, die Gebirgspfade zn saubern, „aber ?s erd tbnen ein Tagekohn von 30 Piastßrn gezahlt. (Es berr1cht d1e großte Be- stürzung vor. Der Dragomaq der pers1schen Gesandtschaft satx'dtL einen Parlamentär an dieRus1en, ab2r derselbe Lst noch nicht zuruck- gef.!)rt.“
Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bureau.
Wien, Donnerstag, 3.Ja1mar. Txlßgramme der „Pwffe“ aus Sistowa, 2. d.: Seit gestern und allYDonaubrucken auf das linke Ufer geschafft worden. _ Dessertrrte Tschexkeffen berichten bei dem Corps des Generals (Hurko, dqß bex dem türkischen Corps bei Sofia'Mangel an „LebenStheln Upd Winterkleidern herrschs. Das Corch zählt 27 000 Nedxfs und Baschibozuks, sowie 2000 Tscherkeffen.
Reichstags = Angelegenheiten.
Der Vertreter des Fürstentbums Lippe im Reichstage, Stadt- richter Hau smann zu Horn, ist am 30. v. M. u. J. gestorben.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Jm wissenschaftlickyen Verein in derSing) Akadekmie wird am Sonnabend, Nachmittag um 5 Uhr, der Gehemre Legations- Ratk) Professor Dr. Aegidi den diesjäHrigep Ctzklxxs der „V o'r- lesungen mit einem Vortrage „über das heilige römische Retch tm Mittelalter“ beginnen. . ' ,
_ Cin Telegramm der „Datly NewS" aus Alexandria meldet dre Ankunft des Afrikareisenden Mr. Stanley in Suez, „an Bord des Dampfers „Zambest“. Mr. Stanley hat fich nach Carry begeben und wird dort eine Woche verweilen. , „_
Paris, 31. Dezember. Die Akademre der moralr1chen und politischen Wissenschaften Hat den Freiherrn Alexander 1) Hübner in Wien an Sdtelle destverstorbenen Lord Stauhope zu i rem auswärti en Mitglie ? ernann. », ' ' h _ Das gwissenschaftliche Jahr, schrelbt Henrr de ParvUe im „Journal des Débats“ schließt gut ab. „Vor acht Ta xn kon'nten wir melden, das; es den Herren CaiÜetet und Nasal tctet emem jeden einzeln gelungen war, den Sauerstoff flujstg zu machen_ , und nun theilt unterm 31. Dezember H„r. Catlxetet durch d1e Vermittlung des rn. Dumas der Akademie der Wrssenschaffen M.t- daß ihm dieselbe peration mit dem Strckstoffe zmd sogar Unt dem Wasserstoffs geglückt ist, welcher „leZtere emen augenbxxck- lichen Mißerfolg befürchten lie . Das Erpertment Wurde vorgestern tm Laboratorium der Ecole norma e in (Gegenwart der Herren Boussmgault, Henri Sainte-Claire Deville, Berthelot, Marcart gnd anderen voll-
ogen und lief; im Geiste dieser bervorrqcökcnden Cbemtkeyund Phyfiker Leinen Zweifel zurück: der Stickstoff [ m Form klemer Tropfen und der Wasserstoff in Gestalt eines Nebels gesehen woerden." „So steht es also fest, daß aUe Gase der Regel ehorchen und m flusstgen
-Datum in der Geschichte der Wissenschaft.“
* badkn fünfundzwanzig Grundbeüßer der 11ächsten Umgegend die Ver-
-Zu'stasxd“"g“éseächt“7152de«7:73. ""“Diés“““e ck“tekjt'"“'béi de'üi““Sffckstöff““"“"ZSMÜW*also etwa in"“die' Zeit," welchs-"zwisthen dem 12- und
300 Grad unter "311111 beträgt. Die Kälte und der Luftdxuck yexxint drängen die GaSmolekülen so dicht anemander, das; ste m flusngen Zustand übergehen. Da die Luft “95 Sauxrstoff und Stack- stoff zusammengeseßt ist und em jedes dreser Gas; flusfig emacht werden kann, so crbellt daraus, daß die Luft ?elbst dieser Okeration mit Erfolg unterzogen werden kann. Hr. CaiÜetet hat dies bewiesen, indem er ganz „trockene und von gller Kobkensäure freie Luft nahm und sie in seznem NMUN? flasfia machte. Als er den Hahn öffnete, traufelte dre fo verwandelte Lust heraus, wie eine parfümirte Flüsfigkeit aus emem Vßrdunster. Welzn man das Experiment noWweiter vexfolgt, so, kann dte Flusfigkett m festen Zustand ebracbtéund also die Luft nz Klumpen Verwandelt werden. Die fegste LnftZist gewiß eine der großten Ccoberungewder modernen Chemie und der 31. Dezembér 1877 em denkwurdtges
Gewerbe und Handel, ' In der Gsneralversammlung ,der Renatssance", Aktterx- Gesellschaft für Holz-Archrtektur und Mdbelfabrx- k ation wurde die Liquidation beschlossen. _ „ KW _ Behufs Gründung einer Zuckexfabrxk xn Dtrjchau aux dem Terrain dec ehemaligen Cementfabrtk fordert, der „Magdb. ZtJÉ. zufolge, ein Comiké zur Zeichnung von 450000 «M Aktten auf. s
pflichtung übernommen, vom Jahre 1879 ab: 287 b?“ mit Zuckczr- rüden zu besteÜen. Der Bau sol] in zwer Jahren „fertig gestUZsem. Das Aktienkapitak beträgt 450000 ck m 900 Stuck Aktt'en3500 „FC Die Eirjzahluna soll in Raten von 10% naxh Bedarf erfolgen.
_ Der Einxösungscours für dte Stlber-Coupons der Oesterreichischen Eisenbabn-„Gesellschaften an den deut- sckoen ZaHksteÜen ist seit gestern abermals und zwar von 176 auf 175Z (46. pro 100 Gulden Silber Herabgeseyt werden.,
Paris, 31. Dzzembsr. Der Ftnanz-Mrnxster hgt den Gouverneuren und dem Verwaltungsratb'dss ():r6"(11v f0n016"r er- öffnek, das; er" zwei Finanz-Jnspektoren mxt der Prufung der Buxher, Kassen und Depots dieser Anstakt beauftragt und her :Hnen emen Verickyt [";Ier die aÜgemeinc Lage derselben bestellt hat. _ St. Petersburg, 3. Januar. (W. T. B.) Der „Re 16- rungsbote“ publizict einc Kai1erliche Verordnung, wonqckx as Stammkapitak dsr Odessaer Bank 'von 5 auf 3 Mernen rLduzirt wird. 8000 Aktien werden atnorttßrt.
Vevkehrs-Anstalten.
Triest, Z. Jannar. (W. T. B.) Der Lloydpostdamyfer „Espero“ ist mit der Konstantinopelec Post heute hter cmge- tro en. . ffSontHampfon, 2. Januar. (WUT. B.) , Dec Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Oder“ rst Hler emgetroffen.
New-York, 2.Januar. (W.T.B.) Der'Dampfer „Eng- land“ von der National - Dampfschrffs - Cympagnre (C. Mesfingsche Linie) und der Hamburger Postdampfer „Pommerania“ smd hier eingetroffen,
Berlin, 3. Januar 1878.
Athen, 17. Dezember. Am 13. d. Mts. hatte sxxh znr Feier des Geburtstagés W1nks1manz1s m den'Raumen des Kaiserlichen archäologis en Jnstttuts [)xerselbst e_me großc Anzahl deutscher und griechi cher Kunstfreunde zu emer Fest: sißung zusammengefunden. ' _ - '
Der geistvolle Vortrag, welchen „hex dxejer Gelegsnhett der Sekretär des ?nstituts, Professor Kohler, Uher Hedkunfx und Alter der my Mischen Alter'thufmsr hxelt, wrrd hrer so vielfach besprochen, daß eine M1tthe1lung de): guptgedanken desselben gewiß von allgemeinem Yteressß senx urfte.
In der ganzen gebildetyn elt __ fuhrte Professor Köhler aus _ haben g(eich tm Anfang dre Funds auf dem durch Sage und Geschichte hochberühmten Boden des gqld- reichen Mykene die größte Theilnahme hdrvorgerufen. " Erne Ernüchtsrung, ja Enttäuschung tratnaber em ber dem naheren Bekanntwerden der gefundenßn Schaße. _
VLrgeblicl) suchte man 111 dxescn Schmnckjgchcn und Ge: räthen griechische Fortne11schönhe1t und Anklang? an alt: hellsniftße Sage! und Sitte zu entdscken. Es nJUrden selbst Stimmen laut, welche das hohs Alder der mykemschen Funde überhaupt in Frage steÜen zu _mUssen glaubten. Nack)" den bakd daranfin der Nähe AMW, xn Sparta gemackÜenGraber- funden, wslche mit dén mykemschen so merkwxwdxge Ver: gleichungspunkte bieten„ können sdlche chyfel freckxck)" n'xcht mehr aufkommen. Troßdem ble1bt es 9111? u'yumstoßkche Thatsache, daß die in Mykene gefundeney Alterthumer sowohl in Technik als Sti[ ein dnrckmus ungrtechffchss, barbartsches Ge rä ?. tra en. _ _ „ , „
pPJan Heiß nun zwar, daß (Zeuch dre gltsste grtechtsche Kunst, wie sie WE in den hmnxrrschen Gedrehten geschildert wird, asiatischen barbarischen Etnftüssexx unterworfen war. Doch finden sich in diesen Anfängen uberall schon'Syuren dss später zur volTen Entwickelung kommenden grlech1scherx Knnstcharakters. Das Ueberraschende u'n'd Befremdends bet den mykenischen Alterthümern ist, daß bet thney ausschlxeß: [ich nur der orientalische Charakter vertrxtetx 1st. .
Aus Asien blos importirt, ohne Emwxrkung' von em: heimischen Elementen, kann die, groß? Mnge der 173 Mykene gefundenen Gegenstände auch nxcht sem. Es ware, d1ec3 gegen alle Analogis. Aus welchsr Zett stammen also dwse Funde?
Die Vorstellungen, welche auf den Ornamenten Und Re: liefs der mykenischen Alterthümer eme Darstellung gefunde_n haben, sind größtentheils dem Seeleben entnomme11.'W1r sehen zahlxeich Ruder, Meercswchn, Polypen, F1sche brldlxch na ea mt. '
chgAeaniches tritt uns in der ersten Kunstthmgkett der Inselbewohner des aegäischen'Meeres entgegen. *Bekcznntkch wurden diese erst spät heklemsrrten Inseln ursprunglrch von einem aus Asien eingewanderten Stamme, den Karern, be- völkert. Dies geschaZ ungesähx gegen" das 12. Jahrhundert vor Christi. Unter 1' rem mythxschen Komge Mmos gewannen diese Kurer nicht nur die Seeherrschaft uber den ap en Archipelagos, sondern gründexen auch an den Küstc'n tx1 en von ellas zahlreiche Kolomen. D!? aus der grtechrschen SpraZe nicht erklärbaren Namen Hymettys, Lykabettos und andere erinnern noch an diese uralten Anstedlex. Das Symbok des karischcn Gottes, die Doppelaxt, fmdet ftch auch auf dex m kenischen Schmucksachen abgebtldet. Ferner sttmmen d1e za [reichen Waffenfunde in den Gxabern von M kene duxck): aus mit den Angaben des Thukydzdes (l., 8), we cher beruh- tet daß die Karer ihrs Todten m1t den Wa etx zu bestatten ngten, eine Sitte, die uns“ von, den alten r1echen, ZUB. aus den homerifchen Gesängen ber der Bestattung der xrche des Patroklos nicht bekannt ist., Es hat daher dre größte Wahr cheinlichéeit für sick), daß dte m Myque uz1d Spqrta entde ten Gräber auf karißchen Ursprxmg zgruckzufyhren smd. Das Alter dieser Gräber ürftß nnthm zwrschen d1e Ansxede: lung des karifchen Stammes m Hellas und das homerqche
er Verein für die Geschichte Bexlins bieltamSonu- abend seine [este vorjähriae Arbeitsfißung ab, m_ der nach Erledigung der gewöhnlichen geschäftlichen Angelegenheiten znnachst He. Baumeister Schäfer einen Vortrag über die Gebräuche des M'aurxr- gew e r kes hielt. An zw-ziter Stelle sprach Hr. Lehrer ])k. S che ens uber denKelchunddiePatene,we[chedieNikolal-KirchevcmeZroßen Kurfürsten im Jahre 1662 zum Geschetzk erhalten hat. Em kurz ck über denselben Gegenstand km_ Verem ebaltener Vortra batte lediglich die Abficht, an eine altere Arbext des'Profeffors dler zu erinnern. Hr. Dr. Scheins ging direkt auf eme genaue Beschret- bung der qu. Gegenstände ein und zo daraus Schlüsse quf Be- nutzung, Stiftung und Ursprung derse en. Wtr geben m aller Kürze das böehst wahrscheinliche Resultat. Der Kelch, aus stark vergoldetem Silber, auf welchem die Figuren aufgelötbet find, sta„mmt, wie die Patene, aus der Mitte des 13. Jahrhunderts; berde ruhr-en von demselben Meister ber, obwohl die Patene wegen ihres Zweges nur gravirte Ornamente zeigt. Der Ke[ch entßtext 126 Edelstxme, dic größtentheils noch vorhanden sind, und war fur de_n konsekxtrten Wein bestimmt, Auf beiden Geqenständen kqmmtodte Kreuzrgxxng 3 Mal, Christus 6 Mal, Maria 4 Mal vor;e_1ne xtgentlrche qupofitwn War also bei der AusschmückunJ nicbt beab:1chtrgi.„ Nux dle Patezux mit den 4 Propheten und 4 .lvvsteln, welche dre Uuzssta“; (10Min umgeben, läßt eine naheliegende Deutung zu. Aus dxn, wenn auch oft verwisckyten Inschriften ergiebt fich aber nun, daß die Mark rafeu Johann und Otto 111., die um 1250 reaiextcn4 Kelch u_nd Yaqtene baden hersteüen taffen. Die gedachten Fürsten grundxten dre " loste; Cborin, Zehdenick und Straußberg. Letzteres War der dxr Saktckqrx- sation im Beside von 14 Kelcben und 7 P.Ftenen. Esgst akso ytckzt unwahrscheinli , und auch meHrere Gründe jpre'chen dafur, daß "dteser Kelch nebst Patene aus dem Straußberaer Ktrchcxxtychaiz Herruhrer). Bis 1662 im Befitze der Hohenzollern, werden Ue von dieser Zklf als die gköszten Schätze der Nikolaikirche in boHen Ehrsn gehalten.
Aus Schleswig-Holstein schreibt man d.“): „Nat.-Zta.“: Die Alterthumsforsther unseres Landes baden zuxn Schluß des Jahres eine Ueberraschung erhalten, die kaum Wentger d'leHorscher rm ganzxn Deuschland interesfiren dürfte. Unter den1"Ttte: „Von'vorchrcst- lichen Kultusstätten in unserer Heimat“ laßt_ dsrxGeherme Rats;- 1)r. Michels en in Schleswig eine „antiquarrsche Mittheilung“: ver- breiten, Worin er die Insel Alsen als die langgesucbte, beruhxnfe Nerthus-Jnsel des Tacitus nachzuweisen versucht. _ Der Berrcht des römischen Geschichtsschreibers iN seiner „Germa11m* beschxejbt bekanntlich eine Insel im Ozean mit einem Heiligen Hox'm und'exnxm heiligen See," an den fick) der Dienst won sieben zu e_mer relrgxöjen Einheit verbundenen Völkerstämmen knüpfte. Er sPUÖT. vorx einem Heiligen, von geWeihten Kühen gezogenen ngen, auf dem dte Erd- göttin Nerfbus umbergeführt wurde, läßt die]e dann von Sklaven m eincm geh-simnißvoüen See gebadet nnd die Skkaven von dem See verschlungen Werden. " ,
Man hat früher auf die Insel R11gen"gcratk)en und vrel von einem fogenatmten Hertba-Scs gefabelt; spaxer WoÜte 131". Maack in Kiel den Six; des Nerfhus-Dtenwes im östl1_chen Hokstem, tm soge- nannten Laud Oldenburg entdeckt haben: em Hypothese, dre mehr Anklang gefunden, als fie Verdiente. Wenn Or. M1chel„sen mzn die Insek Alsen in den Vordergrund treten laßt, so gxundet stck) diese Annahme auf eine Reihe höchst beachtenswerther und merk- würdiger Umstände, die wir im Folgenden knrz darznlegen ersuchen onen.
Als Thatsache kann zunächst bezeichzwt Werd2n, daß noch heute auf Alsex ein heiligßr Kain und ein hjetkrger See untéx dem Namen Hellewitk) und HeÜesö er alten find, daß m dem nordwestltch von Norbzxr bekcaenen Rest des Waldes ein großer Oyferaltqr steht" und der rm Volke gebräuchliche Name «Heüod :: Heiliges Eggen, fur dxe Dorf- schaft HeÜewitl) aus" altbeidnische Verbaltmffe hmwetst. Dazu trexen noch mehrfache Umstände, welcbe dre „Annahme "voa emex alxen held- nischen Kultusstätte zu bestätigen scheinen. Wahrmxd namlxcb emex- seits Assen eins auffaand große'ZaHL voz Marxenktrckthx zahlt, dre fich dnrch den früherenNertbusdtenst erklaxen laßen, exmtrren anderer- seits in der Umgegend des SLES „eme Rexhe y1ch1 verwandter Fa- milien, die den gemeinsamen Bemamsn He'lleso fuhren. Merkwur- digerwaise jvicderHolt fich diesc- [eßxerc Erschenzung auch, noch m W193" Kirchspiel des nördlichen Schxeswtg, wv gletcbfaÜs em „Helleso 1,11 der Nähe liegt. Der Verfamer 1ucht dqnn noch rm Anschluß an die Geschichte der Königsgüßr und _Hexrenböfe auf Yflsen, rmt Bezug auf einzelne hier im Mittelaltsr an1as11ge Ildeksfam1lten„z. B. der Hdlcks und deren Wappen, Beziehungen guf den althetdmschcxy Dtenst nachzuwkisen. AbfiÖtsick) [affen wrr der dex ganzen Frage dre Etymologie die [61316 Rolle spiele)» da „dtese [)Ll Ortsnamen m den meisten FäÜen sehr schwierig ist. Wcr gxben zu„ daß Alsen :
eiligthum, Tempelkand sein kann, wem) wir auch eme qnderx Er- Zärung (Elfenland) vorziehen, Am metsten Bedenken nnrd jedoch der Versuch erregen, einen Theil der Namsn der stehen sogenanntxn Nerfbus-Völker mit einigen noch'hcute auf der'Halbmsel _Suydewttt erhaltenen Dorfnamen in Verbindung zu brmgen. Wre vtel nun aber auch im Einzelnen weiterer orschung vorbehalten wexden muß, wie vieles auch auf bloßer Konje_tur „berube'n mag, darubxr kääü unsers Erachtens kein Zweifel sert), daß dre Hypothese Mrcbelsens bei allen Forschern Beachtung verdient; SOÜten Nachgrabungen an Ort und Stelld, die im nächsten“ Sommer_ vvrgenomme'n werden dürften, dieselbe indirekt bestätigen, ]o dürfte dre durch die krtegeUZchen Ereignisse der jüngsten Vergangenhett „bekannte Insel em WaÜfa xts- ort für Alterthumsforscher werden, wre m Deutschland kern zwerfer existirt.
Die seit langem erstrebte Vers chmelzung der1873 gegrundeten „Deutschen Gesellschaft zur, Erfors-„Hßn'g Aequato'rtal- Afrikas“ und der aus der Jnitratwe des Kontgs der Belgier zur internajionalen Erforschung Afrikas, hervor egangenen „Dewts chen afrikanischen Gesellschaft“ rst, na dcr “„Wes. Ztg. , nuy- mehr soweit perfekt geworden„ dgß nur noch dre endgulttge, rem formelle Genehmigung der Mttglteder der Herden Geer1chaften a_us- stebt. Die Bedingungen der Fufion wurden Nach [arzgen schrxst- lichen Verhandlungen zwisckyen den Vyrstcznden der_ betden Gxsell- schaften am vergangenen Sonnabend 19 ezner geuxerysqmey Srßurxg vereinbart, an Welcherauxh viele auSwarttge C0mtt€mrtgl1eder„wze General-Arzt Roth aus Dresden und.Prof. Bruhns aus Leipzig tbeilnahmen. Die Verschmelzung der_betden ("chseÜschaften/ von denen die ältere noch im Befixze eines verhaltmßmaßtg'ansehnlichen. Vaar- vermögens ist und die jüngexe vdr Kurzexn eme Sybventton aus ReichSmitteln erhalten bax, wxrd eme energtsche Betreibung des an- gestrebten Zweckes ermöglichen.
n der vereinfachten Stolze'schen Staerzograpbtewlrd ein tIveiterer Unterrichtskursus in der Korxtgltchen Gewerbe- Akademie, Klosterstraße 36, Hörsaal Nr. 1_, am Mittwoch, den 9. Ja- nuar 1878, Abends 8 Uhr, beginnen und jedesmalMtttwocbs Abends von 8 Uhr ab weitér geführt werden. Dguer des Kursus: 12 Unter: richtsstunden. Beitrag zu den Kosten mtt Einschluß des Lehrbuches- 6 «xa pränumerando.
London, 1. anuar. (A. A. C.) Uebe; dje durnch den an- baltenden KoH[leuben-Arbeiter-Strrke tn Sud-Wales und dem Schwarzen Lande (Black Couytry) herrstbende Notb- lä e laufen noch immer die traurigsten Bert te em. In dex Nack)- bachhaff von Marthyr leidet eine etwa „ 000 Seelen zablerzde Arbeiterbevölkerun so sebr, als ob eine t'batsgchltchexßungecsnotb tm Lande herrschte. anze Familien haben m vtelen FaÜen Fur ihren Lebensunterhalt kein größeres Einkommen als 6 bis ZSchtUin epro WoW. Dem Schulamte ist gemeldet wordexx. daß sebx vtelx _ yder die Schule aus dein Grunde nicHt'besUcbén konnen, werk fie Käß:-
unter einem Druck yon 200, bei dem, affersto'ff von 280'Wmo- sphären und wird durch die Kälte bewirkt, die bet der Operatwn bis
10. Jahrhundert vor Christi Geburt liegt, zu _seßen sein.
Zustande absoluter Nacktheit“ befinden. ,
* *“ “L.“ “ .: .. *; :*“-