1878 / 40 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 15 Feb 1878 18:00:01 GMT) scan diff

Prin sm Marie, der Prin Ernst und der Prinz Friedrich von achsen:Meiningen, J re oheiten der Her og, dl'e Her- gin, der Erbprinz und Se.Dur laucht der Prinz riedrich vo11 Ynhalt Se. Zohett der Erbprinz und Ihre Köni liche “Yohett die Erbprin e 111 von Hohenzollern auf dem Anha ter Ba nhY. Sonna end, den 16. Februar, Abends 9 Uhr, Se. Dur : laucht der Prin Moritz von Sachsen=Altenb11rg auf dem Potsdamer Bahn of. , Sonntag, den 17. Febuar, früh 12 Uhr 18 Minuten, Se. oheit der Herzog von Sachsen=Cob11rg und Gotha auf dem nhalter Bahnhof. ' Sonntag, den 17. Februar, früh 6 Uhr 26 Mmuten, Se. Dur laucht der Prinz P ilipp von Sachsen:Coburg und Gotha an dem Dresdner Ba nhof. _ , _ Sonntag, den 17. Februar, früh 71 Uhr, Se. Komgbche Zo???) fder Großherzog von Hessen auf dem Anhalter a n 0. Sonntag, den 17. Februar, AbeUds 9 Uhr, Ihre Hoheiten der ÖLTFUF und die Herzogin von Sachsen-Altenburg auf dxm Anhalter ahnhof. _ Sonntag, den 17. Februar, Abends 10 Uhr 10 Minuten, Ihre Majestäten der König und die Königin der Belgier auf dem Potsdamer Bahnhof.

_ Im weiteren Verlaufs der gestrigen (4.) Sitzung des Deutschen Reichstages siebte bei der Verathung des Antrages der Abgg. Bürgers, 01“. H1rsck) und Ge: nossen, betreffend die Gefangenenarbeit, zu dem: selben der Abg. Frißsche folgendes Amendement:

„Die mit Rückficht auf die Benachtbeiligung des freien Ge_w:rbe- betriebes durch die gewerbliche Gefangencnarbeit erhobenen Be1chwer- den zur Grundlage für die im Strafvollzugßgeseß zu lösende Frage über die Art und Weise dsr Vesrbäftigung der Gefanaxncn dem Reichskanzler zur Berücksichtigung zu überweisen. D1eser Antrag ist durchaus nicht sozialdemokratischen Ursprungs, sondern einfach eine Wiederholung eines Von „der Le111z"iqer Handelskammer gestellten Antrages, die 111 zHrrm Vertcht ausgefrtbrt at, daß man 1) die Gefangenen 111 (11111111 111 ibrcm ebemalmc'n Beruf beschäftigen müsse; 2) daß die Strafanstalten 731116) die ZU- tungen das Pablikum über die 1181 ihnen vertretenen genwrblichcn Arbeitskräfte zu unterrichten hätten; 3) daß die Löhne für di: Straf- anstaltSarbriten so beschaffen sein müßten, da dem freien A1bc1ter keine Konkurrenz gemacht 1vcrde, und 4) 1311; ie Strafanstalten den Truppen nur dann Arbeitskräfte znr Verfüg11x1g steUen dürften, WENN der Militärfiskns die entsprechende Vergütung leiste.“_

Der Abg. ])1'. Zimmermann (Berlin) trat d1essm 21111211116- ment entgegen. Man ssi bisher immer bestrrbt gewesen, diese Uebelstände 311 boseitigcn, ohne daß (“E bis 161,31 gelungcn sei, ein Radikalmittsl zu finden. Die Beschäfngung“, der 036ng- genen mit indnstrisllen Arbeiten sei 1111ersrßlich_; 118 [0116 1111111 Wein den Gefangenen (111 eine regelmäßige Thätigke1t „gewöh- 11911, sondern ihm durch die Ausbildung in 211161: bestimmten Arbeitsbranche zuglrick) dir Möglichkrit einrs späteren xbrlichen Erwerbs gewähren. Die Abgg. 1)1'. GLUsLl und 131. Majunke'cr- kkärten die rage noch nicht für rsis“ genug, um ohne d1e 963111311608 Statistik 11 er den Antrag Frilzsche zu rntscke1de11 B1s d1e- elbe vorhanden sei, müsse man sich mit dem Antrags Bürgers egnügen. Außerdem sprachen zu Gunsten des leßteren die Abgg. 01. Franz und 131. Hirsch.

Der Antrag Bürgers wurde angenommen 1111d dsr Antrag FriHs e abgelehnt. _

uf den Antrag des Abg. Blos beschloß der Reichstag, den Neick1ska11zler aufzufordern, die Aufhebung des grgen den

Ab , Mot bcim Vrr "1101“ KalnmchM-ohl, schwebenden Straß vexYklhkenx zu véranla en. Sodann Übermies der Reichstag die

Re nung der Kasse dEr Ober-Rechnungskammer der Rechnungs- kommission.

Es folgte die Verathung Übsr die Allge1nci11011Nec1): 11111111911 für das Jahr 1873.

Der Abg. Richter (HageU) bemerkte, daß die Reckmnngsn, welche dem Hause sch011 cinmal vorgelsgen hätten, eine Lücke enthielten; es fehle nämlich das Konto iiber die Vcrpfleg1111gs: gelder der Okkupationsarmee 111 Frankreich.

Der Präsident des Reichskanzl€r:A1nts, Staats=Minister Hofmann, entgegnetr, daß rin (Heseßentwurf über die Ersparnisse aus dem Verpfkegungsfonds der Okkupationsarmee dem Bundes: ratl) vor11ege ,und Web bald dem Reichstage vorliegen werds; dgs wsrde eme passende Gelegenheit 16111, 11er die Natur dieses Fonds und die Gründr, wcsbalb bis jetzt keine Rech- nung über dcnselben gelegt worden sei, Auskunft zu geben; er hätte'gewünscht, daß der Vorredner bis zu “111616111 eit: punkt seine Kritik versch0be11 hätte. Jeßt sei auch der « eit- punkt zur Rechnungslegmig gekommen, und er denke, die Irsch- nungen würden drr Ober-Nechn1111gskan11ner schon zuge- gangen sem.

9111611611 Antrag des Abg. Rickert verwies das Haus darauf d1e Vorlage an die Recbmtngskmnmission.

Ohne Debatte wurde der Gesetzentwurf, bctreffend dic Einlösung und Präklusion der von dem vor- maligen Norddeutschen Bunde ausgegebenen Dlakrsléhnskassenscheine, in erster und zweiter Berathung er e 111 .

Den [eßten Ge _SUstÜUd der Tagesordnung bildete ein Geseßemwurf, bctre end das dem Reicbe gehörige, in der Voßstraße in Berlin gelegene Grundstück.

Durch das Gesetz vom 23. Mai 1877 war dsr Reichs- Fanzler ermächtigt worden, das Deckersche Grundstück und das 111 der Voßstraße 4 und 5 belegene Grundstück anzukaufen. Da der Reichstag das Deckersche Grundstück für das Parla- mentsgebäude in Aussicht nahm, so wurde nachträglich in das Gescßxdcr Satz ein efügt, daß die Bestimmung über den Zweck, dem die Gru'ndstü e dauernd dienen sol1en, bis zur Entschei- du11g Über d1e Bausteüe des Parlamentsgebäudes vorbehalten bletben solle. Durch diesen Wortlaut w1rd aber nicht al19i11 das Deckersché', syndern auch das Grundstück in der Voßstraße Yestgelegt. DLS 16131136 Vorlage hat nun den Zweck, diese, wie ie Motive hervorheben, ursprünglich gar nicht beabsichtigte Ausdehnung der Beschränkung wieder aufzuheben. .

, Dex Abg. Reichensperger (Crefeld) bestritt, daß es nicht die Absrcht des Hauses gewesen sei, die Beschränkung auch auf das Grundstück der Voßstraßc auszude nen.

Der Präsident des Reichskanzler: mts, StaatSMinister Hofmann hielt die Behauptung der Motive aufrecht. Die da- malige Aeußerung des Vorredners, auf die derselbe heute Bezug genommen, sei ihm wohl bekannt gewesen, die Reichsregierung habe aber fein größeres Gewicht auf dieselbe legen-zu müssen eglaubt, weil diese Ansicht nicht „im Sinne der Majorität des

uses, sondern als spezieüe Anstcht dcs Vorredners geäußert worden sei. Wenn der letztere glaube, durch Verwerfung der Vorlage eine Beschleunigung der Lösung der Parlaments- gebäudefrage zu erzielen, so irre er s1ch. DieSchwierigkeiten, die

dieser Lösung entgegenstehen, seien derarti_g, daß fie durch den Druck welchen dre Beschränkung der Dtspofittop über das Grundstück in der Voßftraße ausube, sicher nicht gehoben werden könnten.

Die Vorlage wurde hierauf angenommen. Schluß 31 Uhr. Nächste Sisung Sonnabend 11 Uhr.

_ Beschwerden in Post- und Telegraphen- sachen erleiden vielfach dadurch eine erhebliche Verzögcrung in ihrer Erledigun , daß dieselben bei dezn Gencral-Post- meister angebra t werdcn. Letzteres 1st_ ebsnso unr'tchtig, als wenn man einen Prozeß von vornherein bet der dr1tten Instanz anhängig machen wol1te. Beschwerden gegen Post- und Telegraphenanstalten ehören vor die Kaiserltcbe Ober- Poftdlrektion des betre enden Bezirks, für Berlin vor die Kaiserliche Ober-Postdirektion daselbst (()., Königstraße 60). Genügt der von einer Ober-Vostdirektion erthe1lte Bescheid nicht, so hat man sich in Postsachen 1111 das Ka1ser11che General-Postamt, 111 Tclegraphenfachen an das Kmser: liche General-Telegraphenamt zu wenden. Erft11ach- dem diese Vebörden entschieden haben, kommt, wenn es sich um die Ein egung eines weiteren Rekurfxs handelt, 111 dritter Instanz der General-Postmeister, qls €fo 1196 gesanuntcn Post- 1111d Telegraphenwesens des Reiches, 111 Betracht. Ueber dicses Verhältniß als [€er Ver11f11ngs1ns1a11z hinaus hat der General-Postmeister mit derarxigen aewohn: lichen Angelegenheiten des laufenden Dienstes d1rekt durchaus keine Befassung.

_ Dcr VundesrathsBcv011111ächtigte, Präsident dcs Groß: herzoglich hessischen Gesa111mt:Ministeriums Und Minister des Großherzoglichen Hauses und drs Aeußsrn, sowir des Innern, Frrilwrr 11011 Starck, ist hier angekommen.

_ Der General-Lieutsnant von Conrady, C0111111a11de11r dsr 1. Division, hat sick) zum Antritt seiner 11611911 SteÜung nach Königsberg i./Pr. begeben.

Bayern. München, 13. Februar. Die Abgeord- netcnkammer hat heute den Geseßentwrtrf, betreffend d1e Erhöhung der Taxen, nach sechss111nd1ger Verhandlwng gemäß den Ausschußanträgen angenommen. Dannt 111111: direkt auch bereits die Einführung des Malzaufschlages in der Pfalz beschlossen, wenn schon d1ef0r1n_c[16 Abstim- m1111 hierübsr erst morgen bei der Bcrathung des Finanzckgeseßss 311 er olgsn hat. _ Bezüglich der gegen die Simuktans 1111911 in Großkarlbach gerichtetenPetitionhatdcr 111.A1,1ssch11s3 der Kammer der Reichsräthe 1nit_4 gegrn 1 Stimme (Reichsratl) Professor von Pözl) bcfthloswn: daß dem 'dws: fäÜigen Beschluss der Kammer der Abgeordneten beigestimmt werden solle. Jn Betreff des Budget-Poftulats für d1e Königliche Bank in Nürnberg bemerkt der N11ssch11ß: referent der Katnnwr der Neichsräthe, Herr von Nsuffer, in seinem Referat: „daß die Verhältnisse der Bank und deren Filialen in dem Bericht des Finanzansschusesder Kammer dsr Abgeordneten so eingehsnd und treffend gesch1ldert wordcn seien, daß man füglick) dara11f Bezug nehmen könne. Wenn darin Lssagt wird, das; die Wirksamkeit _der, Bank für unsere andwirthftbast, fiir UUsLW Jndustrw, 11'1r unseren Handel seit einer R??? von Jahren eine äußerst wobltbiitige und srsprießliche gewe en sei, so könne, abgesehen davon, daß dieselbe bis zum Jahre 1834 das einzige Bankinstitut des Landes war, um so weniger daran gezweifeltwerden, als viel: eitig der Wunsch [aui'wsurdex die 2111 talt nxögxe durch Zu- ührung großersr Mittrl in den “tand ge 2931 werden, ihre _ Wirksamkeit weiter auszudehnen. Der Vorfall 111 Vambcrg 121 daer in vielfachrr Beziehung ein recht 1eidiger; derselbe werde aber der Sraatsregie: rung sicherlich Anlaß geben, solche Maßnahmßn 311 ergreifen, dnrch welche künftig derlei Vorko1111n11issen vorgebeugt werden könne 111111 den von der Kamnwr der Abgeordnrten gestellten Anträgen Rechnung getragen WSWS.“ Jm Artsschuffe wurdr den Brscblüssen der Abgeordnetcnkannnrr einstimmig zugestimmt, nachdrm der Fi11c1115-Mi11ister 11011 91121191 erklärt hatte, daß zwar an dem Wirkungskreis der Bank nichts ge- ändert, aber künftiger Schaden durch verbLsserte Visitationen und verbesserto Organisation der Filia1c11 bsrhütEt werden 10116. Einleitung zu diesen Verbesserungen sei bercits getroffen, und es strhs deren baldige Beendigung in Aussicht.

Sachsen. Dresden, 14. Februar. Die Zweite Kammer bewiÜigte heute dle Mittel 7,111? Ausführung der Linie Eiba11:Oberoderwiß und der Sckundärbahnen W111au-Kirck1berg und Virna-Berggisßhübel. Eine längsre Debatte e111spa1111 sich über die Frage, ob die Linie Wilkau-Kirck1berg schma1sp11rig, wie die Zchirrung vorschlägt 1111d das Deputationsmitglied Hartwig befürwortete, oder normalspurig, wie dis Majorität der Dcputation beantragte, ausgeführt werden sOÜW. Die Kammer entschied sich gegen 14 Stimmen für den A11trag der Majorität.

Oesterreii'h-Ungarn. Wien,]4.Febr11ar. (W. T. B.) Im Abgeordnetenhause erklärte hrnte bei der 0011- debatte der Handels:Mi11ister, LS sei Pflicht der egis- rung Und dsr Volksvertrstung, cinen definitivrn Zustand zu schaffen. Die gegcn die Vorlage erhobenen Widersprüche ständen im Widerspruch zu einander, die Vorlage halte die goldene Mittelstraße ein Und berücksichtige die reeUen Ver- lältniffe. Der Minister konstatirte, das; bei zahlreichen Öndustriszweigen ein Rücks [ag eingetreten und daß es daher nothwendig sei, Ne ormen zu schaffen. Dieselben könnten nicht blos in Zoüherabseßungen bestehen, es müsse vielmehr Line allgemeine Korrektur vorgenom- men werden. Auch müßten die Stimmen Ungarns gehört werden, endlich sei Rücksicht auf das Ausland zu nehmen. Jrrthümlick) sei es, von einem Tauschhandel mit Ungarn be- zügli _Erhöhung der FinanzzölLe für eine Erhöhnng der Jndu 111636116 zu reden. Oest-rreick) brauche die Fmanzzölle eben so gut, ww Ungarn. Der Tarif trage keineswegs einen so,arg protektionistischen Charakter, wie man es ihm vorwerfe. D1e Regierung habe an ihrem anfänglichen Programme, nämlich an der Aufhebung des englischen Nachtra svertrages festgehalten, s1e wünsche ferner die thunlichste *esthaltung an dem Konventionaltarikk und das Offenhalten der Möglich- keit, günstige Verträge a schließen zu können. Der Vertrag mit “Deutschland sei gescheitert, weil Deutschland augen- blicklich keme dringende Ursache gehabt habe, den Vertrag fertig zu stellen, während Oesterreich wegen des AusKeickxZ an eine bestimmte Frist gebunden gewesen sei. Die egierung

Habe den Vertrag gewollt, wolle ihn noch und hoffe auch auf ein Zustandekommen. Die Regierung habe die Schu oll- Partei nicht um den Preis des Tarifes für den Augglei ge- winnen wollen, sondern vielmekÖr die Abficht gehabt, die n- dustrie zu kräftigen und zu für ern. Die Gegner des Turi es möchten sich wohl überlcgcn, welche Konsequenzén die Ableh: nung desselben nach sich ziehen würde. Schließlich empfahl der Minister, auf bis Spezialdebatte einzugehen.

Schivei . Bern, 13. Februar. (N. Zürch. Ztg.) Der Ständeratß verlangte _heute von dem Bundesrath Bericht und Antrag über die Fejtseßung der Entschädigung an' d1e Kantone, welche Maßrxgeln gegen die Reblaus ergmffen haben, und verwarf nach langer Debatte mit 17 gegen 14 Stimmen das ZürcherJnitiativbegehren, betreffend Einstel1ung des Bezugs der Hälfte der Militärsteuer und Veéug von Geldkontingenten von den Kantonen bis zum Er ein€s neu2n Militärsteuergeseßes, nach dem Antrage der K01n1nissions1nehrheit; die Minderheit wollte 60 Prozent der Geldskala erheben.

Großbritannien und Irland. London, 14. Fe- bruar, (W. T. V.) Der Prinz von Wales Und der Herzog von Connaught reisen hLUtL Abend nach Berlin ab, 11111 daselbst den Vermählungsfeierlichkciten am Königlicbrn Hofe beizuwohnen. _ Der Parlaments=Untcr- Staatssekretär i111Tc-11artc111e11t dcholonien, J a 111 e s L o w t h er, ist nunmehr z111116011€ra1-Sekretär für Irland er: 111111111 worden.

_ 14. Fobrnar, Nachts. (W. T. B.) Im Oberhause lrnkts heut': Lord Cairns die Aufmcrksamkeit an drn „Fra11cc111ia“:Fa11 111111 brachte eine Bill ein, wonach_die Kompetenz dsr Englischen Gerichte auf das offene Mrer und bis zu solch-sr E11tf9r111111g auededrbnt werden fo11, wie sie zur Verthsidigung der Sieborheit des Landes nothwendig erscheint. Alle 11011 Ausländcrn auf ausländischen Schiffen inner: Kalb der tsrritorialen Kompetenz begangenenVLrgehen f 1111611 11ach ritischen Geseßen bestraft wcrd911, wenn dies der M1mster dss Innern für Recht hält. Die territoriale Kmnpetenz soll sic!) bis 311 dem völkerrechtlich fcstgestsllten Punkte erstrecken. Die B111 passirte die erste Lesung, worauf sich das Haus vertagt:.

Frankreich. Paris, 13. Februar. Das „Jonrtml officirl“ veröffentlicht einDekret des Präsidenten der 9191111- blik, demzufolgr die Enquste Über das Kommuni- kationswesen 111111) auf Algerien ausgrdrhnt wsrdcn fo'll und ein siebcnter Regionalansschuß eingsseßt wird, der d1e Frage, wie das algerische Eisenbahnneß 1111 Jntsreffe der Ko- lonisirung am zweckmäßigften erweitert wsrden könne, ein- gehend zu prüfen hat. Es handelt sich darum, die bereits angslrgten oder konzessionirten 1400_1500 ](111 Schienenwege 311 vsrdopprln 111111 11a111111tlic1) ci11€11111111terbroche11e Eisenbahn- verbi11d1111gzwische11drn Grenzen von Tunis und Marokko sinerscits 111111 mittelst Zweigbahnen zwischen den Hafrnstädten 1111d den großen Centrsn andererseits hcrzust 11:11.

_ 15. Februar. (W. T. B.) Der General Aymard 111311111 General-Gonvßrneur 11011 Paris 1111 SteÜe des Generals Ladmirault er11a1111t worden. Leßterer tritt zu- riick, da er das Lebensalter, bis zu welchem ein solches Amt bekleidet werden darf, erreicht hat.

Italien. Rom, 14. Februar. (W. T. B.? Die „Gazzetta ufsiziale“ vsröffentli )t ein D 81161, durch we ches d1e Einberufung desParlaments a11fde117. Märzver- schoben wird. _ Die Feierlichkeiten bei der Be- stattung der Leiche Vins' 111. sind gesternAbend in sehr erhebrnder Weise vor sich gegangen. Nur die eingeladenén Personen hatten Einlaß 111 die Kirche erhalten; vor derselbsn hatte sich eins JWZL Menscbcnmenge a11gesa111111eit, die öffent- liche Ordnung wnrde indc-ß i11 keinsr Weise gestört. _ Dic Kongregation der KardiUéilc hat die Geschäfts- ord1111 ng für das Konklavcz berathcn. Wie verlautet, werden fast 11110 6459111101616 1111 demKonklave Theilnehmen, Die SPLisLU für die im 130111111116 vrrfammelton Kardinäle 1011611 im Vatikan sklbst z11b€reitet werden. _ Die Nachricht, daß Garibaldi sich am nächsten Sonnabend nach Rom be- geben werde, wird von der „Agenzia Stefani“ als 11 nrichtig 112361111101.

San Remo, 14. Februar. (W. T. B.) Der König von Wijrtte111berg ist heute 111111) Stuttgart zurückgersist, die Königin hat sich nach Nizza brgeben.

Türkei. Konstantinopel, 14. Februar. (W. T. B.) In dsr heutigen Siyung der Kammer verlas der Erste Se- kretär des Sultans ein Dekret, in welchem die Auflö- 111 ng der Kannner (1111313611110an wird. Die Kaiserliche Bot: schaft, durch 111-sche das Parlament aufgelöst wird, motivirt diefe Maßregel durch die gégenwärtige Lage der Dinge. Der Sultan spricht d€111 Parlament jeinon Dank für die erwieseUcn Dienste aus und erklärt, er hoffe, daß die neue Kammer bald cinbsrufsn werden könne. _ Aus T1 essalien werden 11191- tere Zusammenstöße mit den A11fstä11d1schen gemeldet.

SchWeden und NorWegen. Stockholm, 12. Je- bruar. Die „Post. och Jur. Tidn.“ bringt in ihrer heutigen Nummer folgends Mittleilung: „Zn Veranlassung einer in vsrschiedenen ausländischen Zeitungen vorkommenden und 11011 schwedischsn Zeitungen wiedergegebenen Notiz sind wir autorisirt worden, mitzutheilen, daß eine Verlobung zwischen Sr. Königlichen Hohsit dem Kronprinzen und einer aus- ländischen Prinzessin weder eingegangen, noch bisher beabsich- tigt gswesen ist.“

Dänemark. Kopenhagen, 12. Februar. (H. C.) Heute nahm die zweite L€s1111g des Budgets pro 1878/79 im Folkething ihren Anfang. Es wurde zunächst der Etat des Ministeriums des Juvern in Verathung gezogen.,

_ 14. Februar. (W. T. V.) Bei der heuttgen _Be- ratbung des Budgets für das Ministerium des Auswärtigey 1111 Folkething rrklärte der Minister des Auswärt1- gen auf cine ihm von dem A11sschuß:Berichterstatter gegebene Veranlassnn , die Hoffnung auf Erhaltung des aÜgemsinen Friedens Zei 11och nicht ausgegeben, die Regierung sei be- müht, Dänenmrk außerhalb der Bkgebcnheiten zu haltxn, es liege im Artgenblicke entschieden nichts vor, was die Friedens- hoffnungen der Regierung abschwächen könnte. Zugleich de'utete der Minister darauf [kin, daß der (bereits tLlegraph1sch signa- lisirte) gestrige Artike der „Berlmgske Tidende“ vorz'der Ne- gierung inspirirt Hi, und desavouirte auf dasBestinimxefte das Gerücht, betre end die Sperrung der Ostses und ähn- liche NachrichWn, „woran iibrigens kein verni'1nft1ger Mensch geglaubt hätte.“ *

Der rusüs-h-türkische Krieg.

Ueber das Passiren der Dardanellen durch die englische Flotte l1egen heute folgende Telegrmnme des W T. B.“ vor:

“Konstantinopel, Mittwoch, 13. Februar, Mittags? (Direkt,) Meldung des hiesigen „Havasscbcn Burcaus“. Die , englische Flotte hat heute Morgen d1e DardancUcn passirt (

und wird heute'Abend bei Konstantinopel eintreffen.

Konstantinopel (ij Odessa), Donncrstag, 14.Fel1ruar. Die englische,?lotte hat die Dardanellen ohne Widerstand passirt 1111d wir heute Abend vor Prinkipos erwartet. Zwei Pa11zersch1ffe s11_1d hej (Hal]ipoli zurückgelaffsn worden, 4 wer: den bet, den Prmzemnseln stationirt werden. Der „Flamingo“ wird steh nach dem Bosporus begeben, 11111 die Verbindung mit dem rngltschen Botschafter Layard aufrecht zu erhalten. Das Lngl1scheKons11lat hat die freie Einfuhr von 3000To1111en Kohlen nachgesucht.

London, Donnerstag, 14. Februar, Mittags. Eine Spezialausgabe der „Times“ enthält 6111 Telegramm aus St. Petersburg von 1111112, worin es heißt, der russischen ngic: rung solle bsrcits die Nachricht von dcr 2111111101 dcr (“1113111113911 Flotte 111 Konstantinopel zngcgangen stin.

London, Donnerstag, 14. Februar, 911111111111111116. Eine Sprziqlausgabe des „Daily Telegraph“ 1111111116111 Trlegramm aus Pera von gestern, wonach die Englisch Flotte gestern Nachnzittag 3 Uhr die Dardanellen pafsirt hätts. Die Pforto 11111111 1111) mit 61116111 einfachen Vrotrst bcgnügt.

London, D011nerstag,14. Februar, Abends. Dor Ad:

miraljtät ist eine Depesche des englischen Konsnls 111 0111111111: Kalrsyi zugegangen, welche bestätigt, daß gestorn 6 Schiffs drr englischen Flotte die Dardanellen passirt [)00611. Der 111111111): Pascha in Cba11ak:Kalcssi erhob gegen die Durchfahrt der Schiffe f0r111el1€11 Protest, that aber keinorlci aktivs Schritte, um dieselbr zu verhindern. Der englischc Admiral hatte Vc: fehl, mit oder 1311118 Erlaubnis; der türkischen Regierung in die Meerenge 811131111111er 1111d dZe zu111Sck11tlze der hinter ihm befindéftchcn gesechtsbereiten Schiffe erfordrrliche11Vorkehrungen 11 tre en. 3 London, Donnerstag, 14. Februar, Abends. Der Ad- miralität ist von dem Admiral Hornby die telegrapbischs Mit: tbcilung zuZegangen, daß das 111131011): Geschwadßr 111 die Dardanellen 011116 Widsrstand der türkischen Forts eingcfahren ist, Indes; hat die Ad111iralität 11er das Eintreffcn des Ge: schwaders vor Konstantinoprl 1100") keine Nachricht erhaltrn.

Lo 1111011, 14. Februar. (W.T.B.)J11 der 110111111011 (5113111113 dcs Obe r 1) a us 6 s erklärts Lord D er b 1) 111 Beantwortung einer Anfrage Lord Stratbedens, 11111“. Rußland babe Wien als Konferenzort b€a11sta11det, er 1111119 diess Schwierigkeit 11er weder für 61116 lang andauernde; noch auch für Eine den Zu: sa111111entritt dcr Konfcrenz verhindrrnde. Lord (Hranvilw richtete wegen des Einlaufens Englischer Schiffe in die Dardanellrn eine Anfrage 1111 die Regierung. Lord Derby erwidrrte, die cingelaufenen Sibiffe seien vor Konktantinopsl _ odcr richtiger _ diesclben (1111811911 1191 den Prinzcninseln, 2 englische Meilen untcrhalb Konstan: tinopels. Dem Admiral sei VOÜS WiÜcnsfreihrit 111111111111, die Schiffe da ÜUkSW zu lassen, wo es ihm am sicbsrsten 111121116, Wegen der 11011 dcr Pforte erhobenen Einwendungen habe die 9191119111111; sick) sofort 11111 der Pforte 111 Konnnunikation ge: Zext 11nd den Botschafter Layard angewiesen, derselben die ab- olute Nothwendigkeit des Einlaufens der Flotte a11sei11a11der 311 seßen. Die Pforte habe hierauf formsllchrotest erhoben, aber keine Schritte zur Vérhinderung dss Einlaufens der Flotte gethan. Das englische Kabinet, obschon bereit, drn Ein: wand der Pforte 311 respektich, habe dennoch geglaubt, daß dic Pforte 111 dieser Angelegenheit nicbt v011stä11dig frri handele. 116er die: Aktion Oesterreichs vermöge rr 110c1) 111ch1s111it

_ Brstimmtbeit zu sagen. Was Rußland anbetréffe, so sei das

Cirknlartelsgramm des Fürsten Gortschakoff bekannt; er habe indcß gestcrn cin wcitrres Telegrmnm erl1alte11,welcbes besage: Das britische Kabinct habe angezeigt, das; es im Be- r1ff stshe, einen Theil der Flotte nach Konstantinopsl zu ?endcu 311111 Schuße der Person und des Eigc111h11ms britischer Unterthanen, deren Sicherhoit nach den dem englischen Ka- binet_ zugegangenen Nachricbtcn gcfäl)rd:t sei. Rußland beabsichtige einen Theil ssiUcr Truppen zeitweilig 111111) Kon: stantinopel genau zu drmselben Zwewke 311 emtscndcn, mit dem ei1izig€11Ut1tersck1ede, daß der Sch11H Rnßlands, wenn 11örhig, auf (1116 Christen ausgedehnt wsrds. Die eng- lische Und die russische Regierung würdsn somit eine Pf11cht der H11111a11111'1't erÜÜM, dir beiden (1011125011111 eigen sei und es könne dieser Akt daher, da er seiner Natur nach ein fried: licher sei, nicht den Charaktrr gegenseitigrr Feindseligkeit 1111: nehmen. Lord Derby fügt: srincr Mittheilnng hinzu, dis Depesche (Hortsckzakoffs sci versöhnlich und nicht 011116 Line gewisse Unterlage, (1116111 9111111116 dock) sagen, das britische Kabinet könne nicht zugeben, daß drr Fab ciner militärischen 581-1213111113 der Stadt Konstantinopsl selbst mit demjenigen der Entsendung von Kriegsschiffen nach Einem Hafen unterhalb der Stadt gleichbedeutend sei. Diese Ansicht habe er auch 1n seiner Antwortde esche ausgedrückt. Auf eine weitere Anfrcxe Dunsay's erlärte Lord Dsrby, nicht die gesammte englis e Flotte, sondern nur ein Theil derselben habe die Dardanellen passirt. _ (W. T. B.) Im Unterhause erklärte auf die 9111: Frage Lord Hartingtons der Schaßksnzler Northcote, ie Pforte habe die Erlaubnis; zur Durchfahrt der eng: l1schen Flotte durch die Dardanellenverweigert, dir englische Regierung habe daraufBefebl gegeben, daß die Flotte in die Dardanellen einlaufen soUe. Der Gouverneur der Bar- dgnsüen habe dagegen protsstirt, er glaube indeß nécht, daß turkischerseits materieüer Widerstand geleistst worden se_i und vermuthe, daß sich die Flotée 19131 in der Nähe von Konstantinopel befinde». Gegen die Ansicht Rußlands, daß durch das Einlaufen der englischen Flotte Rußland zu emer Vescxzung Konstantinopels berschtigt werde, habe das englische Kabinet protestirt und namentlich hervorgehoben, daß, da die Bewegung der englischen Flotte zum Schuße englischer Unterthanen unternommen werde, eine Beseßung Konstan- tnwpels durch die Russen nicht gerechtfertigt erscheine. Auf eine w§1tere Frage Howe's wiederholte Northcote, türkischerseits kei, seinss Wissens, kein materieller Widerstand oder ein Wider- tand geleistet worden, der irgendwie als ein thatsächlichcr an-

abe nur protestirt. _ Bei der zweiten Lesung der 111, betreffend die Kreditforderung von 6Mi111o11en Pfd. Ster1., wies Northcote den der Regierung von Jenkins ge- mxzchten Vorwurf des Mangels an Aufrichtigkeit zurück, Wahrend Gladstone seine Einwendungen gegen eine Allianz

Ysehen werden könne, der Gouvernsur der Dardanellen

. 11111 Oeslxrreich oder einer anderen Macht wikderholte, wenn ' d1ese Allianz die Beschränkung der Freiheit der enropäischen * U1111r1ha11cn der Pforte bezwecken sollte. Gladstone zeigte zu: g121ch an„daß cr morgen die Regierun darüber interpelliren

werde, 11119 Oesterreich feine JutereZen Rußland gegen: chr def1mrt_ habe. Im Laufe der chatte suchte die Opposition 11an1c11tl1ch 111 Erfahruné zu bringen, ob die Regierung eine 1 Besetzung Konstantinoxw s durch die Russen als einen Kriegs- ; fal] ansshe; sie vermochte jedoch darüber KMM Aufschluß zu : erlangen. Dic Kreditbill wurde in zweiter Lesung ohne Ab- stunmnng angenommen.

__ (W. T. B.) Das für heute beabsichtigt gswesene Meettng der konservativen Deputirten 1111Carlton- l'111b wurde abbestellt in Folge einer von der Rrgierung Ungegangcncn Mittheilung, daß es bei der gegsnwärtigen ernsten Lage der Dinge 11icht rathsam sei, die Agitation gegen Lord Derby fortzufeßcn.

_ 15. Fcbrnar. (W. T, B.) Die Note, welche Lord Derby 111 Vstrkff dcr beabsichtigten Beseßung Kon: sta11t1110p11s durck) russische Truppcn 1111 das Vctsrsbnrger Kabmrtu m_er1cbtct hat, ist, wie die „Daily News“ erfahren, 111 g111111ß1gt€111 Tone gehalten. Lord Derby 1011 darin feine Bxfried1g1111g dariiber au-chdrückt habßn, das; Rußland kcine f9111dsclige11 Vlänsyerfolgs 1111d daß dio Vrseßung Konstan- 111101101s durch 111111111)? Truppen den Scbutz der Christen a1ler 921111011611 511111 Zweck habe. Der Unterfcbisd jedoch zwischkn dem Vordrmgen drr Russen und der Bewrgnng dEr englischen Flotte bbstehc darin, daß Rußland bis vor Kurzem ei11€ 101111)- 11che Macht gewcsen sei, während die Flotte eitier befrenndeten Macht ai'tgehörc. Es sei zu bsfürcbten, daß das Vorrücken der R11ssde11 LMS großs Aufregung in Konstautinopel hervorrufc-n wur c,

_ (W. T'B.) Dem „Nenterscben Bureau“ wird aus Konstantinopel gemeldet, Layard habe Lord Derby b611chtLlZ|dQß Kaiscr Alexander dem Sultan telegraphifck) "111131111610 habe„ daß er, fal1s die englische Flotte vor Kon: stantnzopcl crsrl1s111e, die Umgebung Konstantinopels 111 freund: schaftl1c11cr _Absicht und zwar zu demselben Zwecke, wie Eng: land, 111111111111, 311111 Schuße der Christen besetzen werde. _ Es 1011 1111r1cht1g skill, das; der türkische Ministerrath die Ab- reise dss Sultans 111111) Brussa für den Fal] des Ein- 111arsches der Russen in Aussicht genommen hätte. Der Sultan wiirde 111 dirscm FaÜe in Konstantinopel bleiben.

_ (W.'T. V.) Dem „Standard“ zufolge ist das konservativo Mreting im Carlton-Klub definitiv aufge- (1611611. _ Die Regierung hat in Sheffield ein: große Anzahl sxa-hxcrncr Kanonenröhre und eine sehr Erhebliche Quan: t1t11t 11011 erehrlänfen besteÜt. Die Behörden in Malta sind c111gow1cse11, Über einen etwa disponiblrn Raum zur Er- r1ch11111g 11011 Baracken zu bezrichten, da es wünschsnswerth 161, 111 Malta cine Nssrrve von Matrosen zur schlsunigeren Verstär11111g dcr Orientftotte zu stationirrn.

' WWU, 14. Februar. (W. T. B.) DLL) „P0111.Korr.“ Wird aus Konstantinoprl von heute tslegraphirt, gestern habe dort das Gerücht circulirt, der Sultan treffe Vorbe- reißmz en, die Residenz zu verlaZen. _ Ein Thsil der br1t1?che11 Flotte ist vor den rinzen-Jnseln vor Anker gegangen, zwe1 Panzerschiffe sind bei (551111111011 geblieben. _ Aus Bukarest wird dcmselben Blatts gemeldet, daß zwei russische Lager 111 Rumänien gebildet werden sollen, das eme bei Plojesti mit einstweilen30 000 Mann, das andere bsi Roman in der Moldau 1111110 000 Mann._ Anläßlich der von türkischen Banden bei Kardißa in Thessalien und bei Rcthymo inreta verübten Grausamkeiten, wrgen deren die griechische Regisrung, wie gemeldet, bei d€11 Mächten Beschwsrde erhob, ist 111111) einem Tklrgramm der „P01.Korr.“ aus Athen vom 13. d. Seitens der Regierung der Bsschluß gefaßt wordßn, die Armee auf 50 000, die Marine auf 10 000 Mann zu bringen.

Bukarest, 14.Februar. (WTV) Mr Großfürst: Thronfolger 111111 Rußland ist heute hier eingetroffen. Derselbe wurde vom Fürsten und von den Ministern em: 111111111211, stattste der Fürstin einen Besuch ab und reiste so: dann nach Galaß writer.

Brindisi, 14. Februar. (W. T. V.) Der englische Dampfer „Escort“, welcher mit einer Ladung Torpedos 11011 Fiume hier eingetroffen war, ist alsbald weitsr gefahren, wie es heißt, nach Malta.

Europäischer Kriegsschauplaß.

St. Petersburg, 15. “ebruar. (W. T. B.) Offi: ziellrs Telegramm aus drianopel vom 13. d. M., Abends 8 Uhr. Großfürst Nikolaus erhielt heute eine Mel- dung von dem Militär-GouvrrneUr von Sofia Über ein am 25.11.Mts. stattgehabtes erfolgreichrs Gefecht bei Kiistcndil. Der Verlanf deffelben war folgcnder: 91111 24. 11. M. rückte Lin türkisches Detachement, bestehend aus 3 Tabors Infanterie, einem Kavallerie-Regiment und 3 Gescbüßen von Egripalanka her vor und beseßte Küstendil, nachdem es eine Eskadron Charkowscher Ulanen zUrÜckgedrängt hatte. Diese hatten sick) mit einem Verluste von einem Todten und einem Ver- w1111deten nach Radomir zurückzogen. Am nächsten Tage sandte), der Gouverneur von Sofia, General Arnolm, 1 Ba- taillon des anmiloffschen Regiments, 2 Bataillone Leibjäger, 4 Gescbüxze, 1 Batterie der Lei11:05arde-Artillerie-Brigade, die 8. reitende Batterie, 1 Division Charkowscher Ulanen unter dem General Baron Msyendorf nach Radomir. Am 28. 1). M. warfen unsere U1m1en-Ek1aircure die feindlichen Vorposten hinter den Strumafluß zurück, während das Jsmailoffsche Bataillon nach einem 40 Werft langen schwierigen Marsche iiber die Berge den Uebergang Über den Strunmfluß bei Konew beseßte und die Ucberfahrt durch ihre Positionen schüßte. Am 29. d. M. ließ General Mcyendorf das Jsmailoffsckze Bataillon mit 3 Geschüßen und einem Peloton Ulanen dis feindlichen Stel- lungen umgehen, um den Türken den Rückzug von Küstendil nach Egripalanka abzuschneiden. Die übrige Kavallerie wurde auf die Chaussee nach Dubna dirigirt, um die rechte türkische Flanke anzugreifen. Mit den übrigen Truppen beabs1chtigte General Meyendorf die Türken von der Front her anéugreifen, gleichzeitig mit der zur Umgehung entsandten Ko onne. Als indeß von dem Commandeur des Ismailoffschen Batailwns, Flügeladjutanten Krschiwißk? die

eldung eingetroffen war, daß die Umgehung der tür i chen Position erst am Abend beendigt sein könnte und bemerkt worden war, daß die Türken ArtiÜerie fortfuhren, also ihren Rückzug beabsichtigten, ertheilte General Meyendorf den B2- fehl, daß das erste Bataillon der Leibjäger mit der achten rextenden Batterie Küstendil von der Front her und die Dwiswn der Charkowschen Ulanen von der rechtsn

Flanke her angreifen sollte. Die Ulanen führten den

Angriff mit großer Heftigkeit aus und drangen gleichzettj"

mit den Türken in die Stadt ein. Zu derselben Zeit rückt? auch das Bata111on dcs LeZb-Garde-Iäger-Regiments in die Stadt xm und vextr1eb mit dem Bajonett die Türken aus den Hausern. Dtese ergriffen untcr Zurücklassung von 1 Fahne, 1 Standarte, gegen 150 Todten und 100 Gefan- gensn d1e Flucht., Dte Ulanen verfolgten den Feind gegen Egrwalanka, bts ste de11 Befehl erhielten, in Folge der ein- getretenen Dunkelheit die weitere Verfolgung einzustellen. Die Verluste der Russen waren nur gering, dieselben betrugen „1 Ulan todt, 9 Mann verwundet, daruntsr 5 Ulanen, 3 Leib: ]äger und 1 Artillerift.

Asiatischer Kriegsschauplaß.

St. Petersburg, 15. Februar. (W. T. B.) Ein Telsgramyx des „Golos“ aus Kars vom 14. d. meldet, es seien türk11che Bevollmächtigts aus Erzerum bei dem rusfi: schen Cows-Kmnmandanten eingetroffen, 11111 über die Näu: mung Erzerums, welche binnen 7 Tage erfolgen so11te, zu verhandeln. Wie verlautet, würden die Russen Erzerum 11111 17. d. bescßen.

Nr. 3 des „Archivs für Post und Telearaphie, Beißeft 1111111 Amtsblatt der Deutscben Reicbs-Post- und Telcarapbenverwal- 1111111“, hat fblgenden' Inhalt: Aktenstücke und 211111151311: Die Reform der 111_ter1:atlonale11 Telc'grabbentarife. _ Di:“ italieni- srbey Postsbarkaßen. _ Das preußisch: Stromgebiet der Weichsel. _ Kleme M1ttbetlu11gen: Gruppenielepbone. _ Die Einnahmen der Postberwaltnng 'in den Vereinigten Staaten von Amerika. _ D1e im Jahre 1877 innerhalb des Deutschen Reichs neu eröffneten E"1se1111ak)nstreckrn. _ Ueber die Vlrmögens- und Bevölkerungöver- haltmffe der austra11schen Kolonien. _ Zeitschriften-Ueberschau.

Ncichötägs : Angelegenheiten.

' In der Nummer 37 des „Re'1cbs- und Staats-Anzcigers“ vom Dienstqg, den 12. 13.5111, 1st die Konsiituirung der 17. Abtheilung de? Rercbstags durcb em Versehen unseres Berichterstatters unrichtig Mttgethetlt: Stellvertretender Vorfitzendkr ist der Abg. O1“. Harnier und steÜVertretender Schriftführer Or. Pfeiffcr, nicht umgekehrt.

_71. Der Etat für die Reickos-Justizverwaltung weist an Exn'nahmen (Kap. 11) außer 72 «16. Entschädigung für Brenn- ma1ckr1al1e11 von Drenstwohnungsinbabern 53 117 (+ 5672 „M.) vom R21ch§-Oberhandel§gericht auf.

Die fortdauernden AuSgaben (Kap. 65 und 66) belaufen fich auf 806 182 «35. (+ 7965 „M). In Zugang gesteUt sind we en der ermehrten Geschaf1slast 2 Rätbe, 1 Bureaubeamier, 1 Kanz ei- sekretar und 1 Bot:, wogegen durch den Ueber ang des Grundstücks W1lhc1mstraße 75 111 das Eigenthum den ReirZs 22 000 «js Miethe 11. s. w. erspart Werden._

' 711. Der Etat fur das Reicbs-Eisenbabnamt ist in Emnahme (Kap. 12: 2339 ck16.) und AuSgabe (Kap. 67: 272 750.44) unverändert geblieben.

1711]. Ebenso der Etat für das Reickskanz1er-Amtf1“1r Elsaß-Lotbringen (AuSgabe Kap. 68: 171760 516).

171113. Der Etat der Reichsschuld ist neu aufgestellt. Die" AuEgaben sind auf 7201500 «76 (+ 3 301400 „;ck-) festgesexzt. Davon siiid 42 500 914 (+ 37 400 «46. Kap. 69) für die Verwaltuna be- st1mmt, darunter neu 20 000 „M für die Herstellung der Schuld- papiere und 10 000 „;ck zur Verfol ung der Verfertiger und Ver- breitc'r falscher Reickzskaffenscbeine. Zur Verzinsung (Kap. 69 s.) sind 3159000 «M. (+ 1 704000516.) ausgeworfen. Das mit 3 159 000,26; zu verzinsende Schuldkapital der 4prozentigen Reichsanleihe ist pro 1. April 1878 auf * ca. 77 800000 916. angenommen. Außerdem sind 1560000 „14 (+ 1 560000 M:) zur Ver- zinsung der Schuldverschreibnngen der Srbaßanjveisungen aUSgeworfen, Welche zur Deckung der bezüglicben einmaligen AusJaben der Ykarine-, Post- 11. s. w. Verwaltnng ausgegeben werden. 40000 att», bezw. 2400000 914 zur Verzinsung der vorübergehenden Verstärkung des Betriebsfonds der Reichs-Hauptkaffe, bezw. zur Durchführung der Münzreform aufgenommen, sind aus anderen Titeln auf diesen Etat übertragen.

111, Der Efat für den Rechnungshof des Deutschen Reichs (AuEgaben Kap. 70: 452 910 “M) 11111 49044 „(ck erhöht: 111-orden, weil 1 Direktor, 1 borjragendcr Rath, 4 Revisoren u. s. w. 11111 in Ansatz gcbracht find. 35 450 «14 der AuSgaben erstattet Clsaß-Lotbringen unter 171. Kap. 14 der Einnahme des Reichshaus- balts-Etats. 10000 „45 sind, wie im laufenden Etat, als einmqlige AuSgaben für Revision der KriegökostenreÖnungen bestimmt.

)(. Der Etat über den allgemeinen Pensionsfonds Weist in Kap. 13: 10 776 914 (+ 10 776 „M) eigene Cinnaömen auf. Die Auxigaben find: Kap. 71: Verwaltung des Reichsheeres, Preußen 15028 800 «M (_ 96 652 „M), Sachsen 840 280 „14 (+ 23 878 ckckck Würt1emberg 712 520 „;ck (_ 50674 W.), zusammen 16 581 600 ..“ (_ 123 448 94); Kap. 72: Marineverrvaltung 299 880 ck11 (+ 57 408 94); Kap. 73: Civilverwaltuna 221 725 «14 (+ 1137594); Kap. 74: sonstige Pensionen 750600 „46 (_ 162000916); im Ganzen 17 853 205 „M (_ 216 305 «FC).

)(]. Der Etat über den Reirbs-Jnvalidenfonds 15a- lanzirt in Einnahme und AuSgabe mit 32 053 157 «15. (_ 1515 954 ck). Von dru Einnahmen, Kap. 15, sind 24 536 474 „14 (_ 407 526 „zu) Zinsen und 7 516 683 „44 (_ 1 108 428 „M) Kapitalzuschuß. .Der Pensionsstand war Ende Juni 1877 in Folge des Krieges 1870-71 : Preußen 1) 43 517 Invalidenpensionen (10 622051 „M), 2) 2611 (6 254 253 «M) Penfionrn für Ofßziere, Aerzte und Be- amte, 3) 1223 (575 925 916.) Bewrllrgunaen für Hinterblie- bene der Oberklaffen Und 4) 21468 (3090402 9161), deSgl, der Unterklassen. Sachsen 311 1: 2098 : 606 870 „FC, 116 2: 217 = 520092 „44, 116. 3: 49 = 24150 914, 8.11 4: 985 = 145638 „(€ Württemberg 9.11 1: 1055 = 337333 914, 12.11 2: 119 = 373891 „M., 3.11 3: 37 : 18600 „M, 1111 4: 190 = 28566 „4; Bayern 110 1: 7085 = 1 828 719 „44, 311 2: 1073 : 2337 292 „X, 1111 3: 137 =:“- 69472 „46, ac] 4: 1167 := 168 948 „ck _“ Preußen in Folge der Kriege Vor 1870 o.ä 1: 9158 = 1735 011 „44, ac] 2: 712 = 1405 9874-14, 311 3: 257 = 94 140914, 8114: 4390 = 489 1390-45. Sachsen 811 1: 545 = 86082 5161, 811 2: 17 = 34 933 „M, ac] 3: 17 : 10 200 „74, 1111 4: 95 = 11070 “M Württemberg 9.11 1: 189 : 43 056 „M, 1111 2: 1 = 2572 „46, 811 3: 5 = 1675944 Ehemalige schl Iwig-bolsteinischeArmee 116 1: 1304 = 199 868 .“, 3.11 2: 337 :: 257640 „M, 116 3:59 = 22543 „15., ml 4: 79 =: 11126 „Fl, zusammen 1779 : 491 177 „M

Statistische Nachrichten.

Nack) Mittheilung des statistischen Bureaus der Stadt Berlin sind bei den hiesigen Standesämtern in der Woche vom 3. bis incl. 9. Februar er. zur Anmeldung gekommen: 155 Ebe- Zrbäießungen, 83 Lebendgeborene, 35 Todtgeborene, 500 Sterbe- a e.

_ Unter den Aktenstücken des 11. Hannoverjscben Provinzial- Landtages befindet sich eine Nachweisung, über dte Verwwdungm behufs Armenunterftüyung im Beztrk des Landarmen- Verbandes der Provinz Hannover 1111 Jahre 1875, welche: wir folgende Daten entnehmen: Jzi der Provinz, Hannover waren 3545 Armenverbände vorhanden nut 2030117 Emwybnern, die int“ Ganzen 11 167 008,80-74 Staatssteuern, 11:1 Durchscbnttt 5,50.“ eat- richteten. An Armenmitteln wurden im Jahre 1875 aufga-

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