1878 / 45 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 21 Feb 1878 18:00:01 GMT) scan diff

_ Ihre Kaiéxrlichen und Königlichen Hoheiten die Kronprin ichen Herrschaften besuchten estern Vormittag mit Ihren Königlichen Hoheiten dem rinzen von Wales und erzog von ConnauFt das Gewerbe- Museum, begaben Si Nachmittags 4 hr zum Gala- Diner in das Königliche Schloß und Abends zur Gala- Oper in das Opernhaus.

_ Gestern Nachmittag 4 Uhr fand zu Ehren der oben neuvermählten Paare ein Galadiner im Weißen aale dcs Königlichen Schlosses statt. , u demselben hatten die Hofstaaten, die militärischen Ge olge und die Gefolge der Allerhöchsten und Höchsten Gäste, der Reichskanzler, die General : Feldmarschälle , die hier anwesenden Ritter des „(“)an Ordens vom Schwarzen Adler, die Chefs Fürst- licher "user, der Vize-Präsidynt des Staats-Ministe- riums, die Genera1e der Infanterie und Kavallerie und die General-Lieutenants, die Staats-Minister und der Minister des Königlichen Hauses, die Präsideritcn des Reichstages und beider Häuser des Landtages, sowie die Wirklichen Geheimen Räthe und andere Exccilenzen vom Civil Einlzdungen erhal- ten. Die Vläße fiir die Hohen nsuvermählten Paare waren gegeniiber Ihren Kaiserlichen und Königlichen Majestäten, so- I? „Ihren Majestäien dem König und der Königin der

e gier.

Am Abend waren die weitcn Räume des Königlichen O rrnhanscs zu der angcsagten Festvorstellung auf allen Päßen gefiillt. Es war nur geladenes Publikum zugegen. Die Königliche Loge war auf beiden Seiten um 18 Pläße erweitert; fiir die Gefolge der Alicrhöchsten imd Höchsten Herrschaften waren Plätze resrrvirt. Die linke Seite des ersten Ranges mit Einschlnß der ersten Pro- sceniumsloge war für die Miniiter, die Generale der Infanterie Und Kavallerie, die Excellenzen-Damen nnd die ihnen imRangc am nächston ßehendenDamen bestimmt, wiih- rend die 1iingeren Damen in der Prosceniumsloge des zweiten Ranges plazirt wareri. Die rechte Seite des ersten Ranges wurde dnrch das diplomatische Corps eingenommcn, die Pro: scenmmsloge zunächsh der Biihnc durch die Botschafter und deren Gcmahlinnen, dre mittlere durch die Fiirstlichksitcn.

Jm Parquet saßen die (Hensral:L.ieutenanth und die ihnen nachfolgenden Nangklaffen, die 'Sskretäre de-Z diplomatischen Corps, die Räthe zweitsr Klasse und die anderen Herren von Rang und Bedeutnng.

Die Mittelloge war für die Mlerhöchsten und öchsten Herrschaften reservirt. Kurz mich 73 Uhr ietraten die Hohen neuvsrmählten Paare die Loge, schriiten, von einem Tusck) dcs Orchßsters empfangen, bis an die Brüstung derselben und verneigten Sick) gsgen die Anwesenden, wrlche fich erhohen hatten, nach aÜen Seiten. Darauf traten die Majestäten in die Loge und gaben den Hohen Neuver- mählten den Ehrenplaß in drr Mitte, so daß rechts von Sr. Königlichen Hohrit dem Erhgroßherzog von Oldenburg Se. Maisstät der Kaiser und König saßcn, Allerhöchstwelche Wiederum Ihre Ma1esiät die Königin der Belgier znr R€chten hatten, und links von Sr. Hoheit dem Erhprinzen

von Sachsen-Meiningen Ihre Majestät die Kaiserin-Königin mit Sr. Majestät dem Könige der Belgier Plaß nahmen. Yi der zweiten Reihe e. Königli „4 .oheit der

saßen von links nach rßchts: K" ' l'ehe axzi e (og von OldenYethk hre om x _ * - §"“ .* ' “?'- liche an Köninge Hoheit der WUNIML tgliche HOZM Ye" „494: von Okdenßyrg, Se. Hoheit chr Herzog vori ach en: eimngxn, Jhre Kaiserliche und Königliche Hohext die Kronprinzessin, '«c. Königliche Hoheit der Prinz von Wales, ZHW Hoheit die Herzogin von Sachsen=Altenhurg Und Se. Königliche Hoheit der Prinz Friedrich Carl, Die: Mitte Zerldr'ittsn Reihe imhm Se. Königliche Hoheit der Prinz ar ein.

Darauf begann die Ouverture zu der Oper „Titus“ von Mozart, welches klassisch:musika[ische Werk Unter Mit- wirkung der dsr Königlichen Oper zu Gebote stehenden heften künstlerischen Kräfte als Festoper aufgeführt wurde. Nach dem ersten Akte wurden die_ Botschastér und Botschafterinnen, die CthS der Mis1ionen mit ihren Gewahlinnen und die Fürsten nnd ürstinnen in den der Kömglichezi Loge zuniichst gelegenen 'onzertsaal geleitet, wo Ihre Mazeftäten Cercle machten.

Um 10 Uhr „verließen Ihre Majestäten und die Hohen Nenvermählten niit allkn Fürstlichkeiten die Oper.

_ Der BundeHrath, die vereinigten Ausschüsse des- selben für Handel und Verkehr und für Rechnungswesen, die vereinigten Ausschüsse fiir Justizwesen und fiir die Ver- fassung, sowie der Ausschuß für RcchmngWLsen hielten heute Sitzungen.

_ Die unter dem 4. Februar d. IH. von dsr Hohen Pforte erlassene und von derselben dem Kaiserlichen Bot- schafter in Konstantinopel mitgetheilte amtliche Bekannt- ma ung iiber die Auf ebung der Blockade der ruf ischen Küste detZ S warzen Meeres lautet in deutscher Ueherfeßung, wie folgt:

„Nachdem in Folge des zwischen der Kaiserlichen Regierung und der Regierung Sr. Majestät des Kaiser?- von Ruß: land abgeschlossenen Waffenstiüstandes die Feindseligksiten sowohl zu Land€ wie zu Wasser eingesteUt worden sind, hat ein Kaiserlicher Jrade fiir die ganze Dauer des Waffen- stillstandes die Aufhebung der durch dis amtliche Bekannt: machung vom 3. Mai 1877 über die russischen Küsten des Schwarzen Meeres verhängten Blockade angeordndt.

DemZemäß erklärt die ottomanische Regierung und giebt kund, da alle auf diese Blockade bezü lichen, dur die vor- erwähnte Bekanntmachung zur KenntniZ der Bethei igten ge- brachten Maßnahmen von heute ab eingesieÜt sind Und daß der Schiffahrt der unier ottornanischer,russischer odcr nsutraler Flagge fahrenden SchFffe zwxschen den Häfen des ottomanischen Reiches und den rufst chen Häfen oder den zur Zeit von den russischen Armeen beseßten Häfen kein Hindernis; bereitet werden wird.“

_ Der Finanz-Minister und der Minister des Innern haben in einem Erlaß vom 2. Januar d. I. die Beschwerde eines Magistrats dariiber, daß. den städtischen Behörden zu . dem aufgestelLten Entwurfs emeß Statutes, welches die Einführung besonderer Kowmynalzuschläge zu der von den Gast:, Schunk: und Sperfewwthen, sowie von dem Kleinhlandel mit geistigen Getränken zu entrichtenden (He- werbe euer in Aussicht nimmt, Seitens der Bezirksregierun die Zustimmung versagt worden sei, fur Unbegründet erklärt.

Denn es sei mit den in §§. 4 und 53 der Städte-Ord- nuny vom 30. Mai 1853, sowie in der hrerzu erlassenen minr-"teriellen Anweisung vom 17. Juli 1854 auf- gestellten Grundsäsen über sie Kommunqlbesteuerung unvereinbar, daß. neben einr, alle beitrzigSpftichti- en Gemeindemitglieder treffendn Gemeinde = Einkommen: teuer, bezw. neben kommunalen Zuschlägen zu den direkten Staatssteuern, welche von allen 'ieuerpflichtigxn Censtten _ mit der selbstverständichcn AUSnaime hmstch111ch der geseß- lich von Kommunalabgaben ganz oder theilweise befreiien Personen _ gleichmäßig zu erhebei seien, einze.ln„e, Kategorien von Gewerbesteuerpftichtigen mit lksonderen' Beitragen zu den allkzemcinen Gemeindebedürfnissen, sei es in orm von _Zu- sch ägen zur staatlichen Gewerbeseuer, sei es 111 Form einer besonderen KommunalGewerbeftUer, belastet werden.

Praktische Rücksichten auf die, Lage dels städtischer) Haus- haltes rechtfertigen eine Abweichmg von den allgemeinen ge: feßlichen Vorschriften ebensowenig, wie der Umstand," daß in §. 74 des preußischen Armenpflex-Geseßes vom 8 Marz 1871 aueZnahmsweise die in §. 27 Tit. 19 Th. 1]. Allg. Landrexhtß he ründete Befugnis; der Gemeindzhehörden zur Erhebung einer beéonderen Abgabe von öffentlichcn Lustharkeiten zu den spe: zieÜen Zwecken der öffentlichen Llrmenpflege aufrecht erhalten worden sei. _ ' _ ' _,

Was die in dem fiinftenBerichte der Petriwnskonmnsnon des Reichstages von 1877 enthaltene Erklärung des Vertre- ters des Reichskanzler-letc-Z anlange, so iei darin die Be: lastung einzelner Gewerbe mit Gßmeindeahgabcn "L.,“. nach Maßgabe der betreffenden Landesgsseßgehung als zulassig be: zeichnet, eine Vorarisscßima, die fiir den Geltungeshereick) der Städteordnung vom 30. Mai 1853 nicht zutrsffe.

_ Der BundcHrathS-BevollmäMigte, Herzoglick) nnhdl: tischt!s Staats-Ministcr von Krosigk ist nach Dessau zuruck: gerei t.

_ Als Aerzte haben sich niedergelassen die Herren

1)r. Krebs in VandLhUrg, 1)r. Marten in Schloppe, Ar?

Dylcwski in Pitschen, Arzt Bakalarski in Constadt, 131: I.

Bergmann und Oher:Stabsarzt a.D. Dr. Dye?» in Hannover,

111: Focke in Cöln, ])r. Kremer in Nippes, 1)1'. 91ichrqth in

Jtommelu, 1)l)r. Bartold, Trompetter, Heß und Levis in mm.

Bayern. Miinchen, 19. Febrimr. Die Abgeord- netenkammer hat heute den Geießentwurß welrher be: stimmt, das; der Militär-Etat der Kammer a111äl)r11ch_ vor- zulegen ist, nach kurzer Debatte mit 141 gegen 1 Stimme angenommen.

Sachsen. Dresden , 20. Februar. Zr) der hdutigen Sißung der Ersten Kammer gßlangte em Königliches Dekret zur Verlesung, durch welches der Land: tag von morgen ab bis auf Weiterck “vertagt und den Kammern anheimgegeben wird, sich damit einverstanden zu erklären, daß die Finanzdrputationeti beider Kanrmxrn und die Gesetz ebungsdeputation dcr chitcn Kammer einige th vor der _ icdereinberufun des Landtagß aus desfaüsiges Er- suchen zur Wiederaufimhi ihrer Arbeiten Wieder zusammcu- treten. Die Kammer trat sod _n nach kurzer Dshatte den von der Zweiten Kammer bezüglich Königlichen Dekrete,die Begehung der durch das Geseß vom. ;: u§ch,.deich, Wen 3prozentigen

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“*NEU* ck , , 1878/79 und Aufnahme er j., 3prozentigen Rentenanleihe he- treffend, gefaßten B€schliiff , «instimmig bsi und erklärte sich zum Schluß mit dem In Zülle des Dekrets, betreffend die Vertagung des Landtags, einverstanden. _ Die Zwsits Kammer beendete gestern die Berathung des die Ein- kommensteuer betreffenden (Heseßeniwurch; dcr- selhe wurde gegen 4 Stimmen angenommen. _ Heute berietl die Kammer d€n (Heseßentwurf, hstrcffend die dire ten Steuern, nach welchem ddr durch direkte Stsusrn zu deckende Staatshedarf durch die Grun dst e n er (4 ,;Z von der Steuereinheit) die Sterter vom Gewerbcheirieh im Umher- ziehen und die Einkommensteuer gedeckt werden soll. Der Entwurf wurde mit 47 gegen 25 Stimmen angenommen. Sodann wnrde beschlossen, bei den von dcr Kammer über das Dekret, die Erbauung zweier Sekundärhahn en betreffend, gefaßten Beschlüssen in (111611 Punkten stehrn zn bleiben. Schließlich trat die Kammer dem von der Ersten Kammer iiber daS Dekret, die Vertagung des Landtags betreffend, ge: faßten Beschlusse einstimmig hei.

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Oesterreich-Ungarn. Prag,20.FehrUar. DaH„Prag. Abhltt.“ schreibt : Aus der Mitte der Bevölkerung werden die Stim- men immer lauter, welche dßm Wunsche nach Beendigung der Aus- gleichswrrren Ausdruck gehen. Neucrlick) hat vorgesternin Reichen- berg eine Versammlung von Industriellen stattgefunden, welche Angesichts des kursirrnden Gerüchtes, daß an Stslle des langersehnten Abschlusses des österreichisch-ungarischen Ausleeichswerkes ein neues Provisorium in der Dauer von ein und einem halben Jahre suhstituirt werden soll, wodurch die Interessen ch Handels und der Industrie nruerdings auf das Empfindlichste gs: schädigt würden, eine Eingabe an die dortige andelskammer beschloß, des Inhalts: „Dieselbe wolle mit n er Energie an maßgebender Stekle dahin wirken, daß der österreichisch:un a- rische Auséleich unter gleichzeitiger Wa rung der Jnteres en von Hande , Gewerbe und Industrie endli ) zu Stande komme.“ Es ist dies nur ein neuer Beleg, wie wenig die Bevölkerung damit einverstcxnden ist, daß wegen verhältnißmäszi unter- geordneter “Differenzen, wie die Kaffee: und Petro eumzoil: frage, der so sehnliYst erwartete Abschluß des Au-ZgleickxZ- werkeS in so ernster eit ungehührlich verzögert wird.

Großbritannien und Irland. London, 21, F6- hruar. (W. T. B.) Das Armeebud et fiir das Finanz- jahr 1878/79 „beträgt 15 595 800 Pfd. «terh, weist demnach gegen das Vorjahr eine Zunahme von 492 100 Psd. Sterk. auf.

_ Aus Calcutta wird dem Reuterschen Bureau unterm 16. d. M. telegraphirt: Die Feindseligkeiten mit den Dicho- wakis sind auf beiden Seiten wieder an genommen wordsn. Gestern griff, eine 250 Mann starke britis eKavallerie=Abthei: lung dßn Feind an, brachte ihm eine totale Niederlage bei und zwang ihn zum Rückzuge. Sechs Dschowakis, darunter einer ihrer Führer, blieben todt auf dem Platze. Die Engländcr, deren Verlust nur sechs Verwundete betrug, machten sechs Gefangene, von denen drei Führer der Dschowakis waren. * _ Aus der C apstadt wird demselben Bureau unterm 29. vorigen Monats Pia Madeira berichtet: Der

Rebellenhäuptling Gongubele wurde am 24. Januar von einer starken Abtheilung Bür er, unter dem Vefe [ von Lemming, angegriffen und mit tarkem Verlust, gef lagen.

n einem lZweiten Gefecht am 26. d.M. wurden die Kaisern wiederum esiegt und zum Rückzugs ezwun en. Jm Pistrikt Gaika ?aben während der verflo enen oche fortwahrend Kämpfe tattgefunden. Die Rebellen harten mcle Jodie und Verwundete, auch wurde eine Menge Vieh weggefuhrt. Die Dürre verursacht großen Noihstand. _ Airs anderer Orielle wird unter demselben Datum gemeldet: Die Nachrichten iiber den Kaffernkrieg lauten unbefriedigend. Die Tam'bukies haben sich empört, und man fürchtet, daß sich auch die Tam- bus er eben werden. Ein heftiges Gefecht fand„ am 26, Jg- nuar ei Stalklipnek-Junktton statt. Die rnghfchen Streit: kräfte kehrten zurück, weil ihnen die Mumtion au3gegangen war.

Frankreich. Paris, 19.Fehruar. „Di? „République franyaise“ schreibt: Die Unterkomm1ssion desWahl: enqueteausschusses, die nach dem Siidwe'sien gxgangen war, befindet sich in diesem Augenblick Wieder in Paris. Sie hai vier Departements: die Clwrente-Jnferieure, Charente, G1: ronde und Dordognß, besucht und sol] jetzt von dem Genergl: aussthuffe angehört werden. In Bwrdsaux, wo sie sich zuerst aufhielt, war der Unterkomrmsmon der'entgegßnkom- mcndste Empfang zu Theil geworden: ,die Prafekttir hatte sich ihr znr Verfiigung gesteth und ihr die „Arbeit dnrch Herbeisthaffung aller nur 1vünsckenswcrtheii Schriftstücke erlrichtert. Dcr Gonsd'armcrir-Oherst, der Genergl-Pro: kurator und seine Suhstituten, die Chefs der verschiedenen Dienstahthriinngen u. s. w. waren _ sämmtlick) nach LUstung eines Eides _ vernommenworden. Von Bordeaux begab sich die Kommission nach La Réole, Lihourne, BazaS und Blays und fand iiberall hci den Bevölkerungen die bxste Aufnahme. Die in der Gironde. gesammeltcn Erhchnngen sind sehr zahl: reich und von höchster Wichtigkcii. In derDordognebcs11chten die Kommissare Ridérac imd Périgueux; in der crsierendieser Städte vcrnahmen sie fünfzig, in der zweiten sechzig Zeiigxn. Die nach dem Norden entsandte 'Unterkomm1ffion stimmt in ihrem ersten Berichte ganz Mit dem" Urtheilß, den dic Kommission für den Südwesten uber die Zweckmäßigkeit und heilsame Wirkrmg der Wahl: cnqucte gcwonnen hat, überein und ist ehcnfalls schon im Besitze hochwichtiger Informationen. _Der Senatsach: schuß fiir das Amnestiegsseß 9511: den Art.1 der Vor: lage verworfcn und wird ihn so redigiren, da[; die Amnestie sich auch auf die vor dem 16. Mai und 513 zum 1. Januar begangenen Prrßvergehen, welche noch nrchi_ diirch die VCL: jährung gedsckt sind, dagegen nicht auf politiiche Verleiimdun: gen gegen Privatpsrsonen erstreckt. DeLgleichen verwirft der SenatSachschuß fiir das Gefeß iiber den Belagerunch:

uftand den ersten Paragraphen des „Art. 1, wclchsr bc:

?iimmt, das; der BelagerungéZzustand nur 1111 Waile ems?- cms: wärtigen Krieges oder eines bewaffneten Anistandes fck" er: klärt werden können. Die Mehrheit des Ausschmses 1110chtL diese Befugnis; auch auf anders Fälle arthedchnt sehdn.

Italien. Rom,20.Fchruar. (W.T.B.)'HeuteMi-tt7ag Um 11 Uhr wnrde die große Loge der 'VÜUkMUftLchBasikka geöffnet. Drr Kardinal-Diakon verkiindigte darauf die Wahl des Kardinal-Z Pecci [Joachim, geb. in Carpinctopani L;““März 1810, Erzbischof von Perugia, zum Kardinal

Umarmr ' "ans“ ":?-**" Oszbmbcx 1059, biähm“ Kardanl: Camcrlengo] zum Vapste unter dem Namen Leo )(111. Dieser zeigte sich um 41 Uhr der vor dem Va: tikan versammeltrn Volksmcngc, wslche ihn mit lebhaften Bsifallszurufen empfing. Der Papst, von dem Kardinals: kollegium umgdhen, ertheilte sodann den Segen. Die Glocksn ailer Kirchen verkündkten die vollzogene Papstwahl. _ Die „FanfUlla“ brrichtet iiber den Hergang bei der Wahl Folgendes: Bei dem heute Vormittag stattgehahten Skru- tinium erhielt Kardinal Pccci 36 Stimmen. Es fehlten ihm daher nur noch 5 Stimmen, um gswällt zu sein. Als das Skrutinium hrendet war, beugte dcr ardinal Franchi und dessen Partei das Knie vor dem Kardinal Pecci. Die An- hänger des Kardinals Ségur folgtcndiesem Beispiels. Leßtercr bsnachrichtiate sodann dcn ncitgewähltcn Papst, daß er ihm eine Million Fratze?) als Petersyfennig überreichen werde, ;vclchen sda?) franzöiische Episkopat dem Papste zu widmen ge- onnen 91.

_ 21. Fehrnar. (W. T. B.) Die auswärtigen Kardinäle treten schon heute ihre Rückreise an. _ Es lerrfcht iiberall die voÜsiänd-igste Ruhe Und Ordnung. _

[S der neus Papst sich gestern dcr versammelten Menge zsigte, war der Beifal] so groß, daß es eines Zeichen?: von ihm hsdurste, nm die Ruhe wieder herzustsllcn.

Türkei. Konstantinopel, 20. Februar. (W. T. B.) Suleiman Pascha ift verhaftet und nach Boulair bei den Dardanellen gebracht worden. Derselbe soll wegen Zufuh- ordination in Konstantinopel vor ein Krienggsricht gestéllt werden. _ Dsr Sultan hat mehrcre Telegramme mit der Königin von England gewechselt. _ Ein dsm Korrespon- dßnten dcr „Daily News“ aus Adrianopel vom 18. 11. zu- gegan ones Telegramm bestätigt, daß Server Pascha seine Demi sion gegehon hat. Der genannte Korrespondent erfährt ferner, daß Savfet Pascha das Ministerium der außwärtigexi Angelegenheiten Übernehmen und Affym Pascha diesen interi- mistisck) vertreten wird.

Rumänien. Bukarest, 21. Februar. (W.T.B.) Jm Senate wurde heute eine nterpellation an die Regie- rung eingebracht über die W echte Eisenbahnverwaltung und iiber die durch den Mangel an Waggons herbeigeführte Schädigung des Handels. Der Minister für die öffentlichsn Arbeiten erklärte, daß er seine Pflicht gethan hahe, gegen Unmögiichkeitcn aber nicht ankämpfen könne. Ein Antrag, welcher die Aufforderung an die Regierung enthielt, die 11111 Rußland abgeschlossene Konvention ihrem Geiste nach zur An- wendung zu bringen, wurde abgelehnt.

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Dänemark. Kopenhagen, 18. Februar. _ Das Folkething beendete vorgestern die zweite Le1ung_ des Etats des Kultus-MinisteriumS. Die sämmtlichen Anträge der Majorität des Vudgetaussthuffes, der gemäßigten Linken, wurden mit mehr oder minder großer Majoritiit an- ?Tenommen. Heute begann die zweite Lexung des Etat? 59,3

rieÉs-Minisreriums. Der Wortührer der Majoritat des ridgetausschusses, Graf Holstein = Ledreborg, be- merkte bezüglich der beantra ten extraordinären Forde- rungen, daß das olket ing keine AUSgahen bewilligen könne, welche einem ertheidigungsplan präjudizwcn wiirden; er wies dann auf die verschiedenen Stadien hm

weiche dixsesr Plan durchlaufen, seitdem General Thomsen Kriegs-Mimsier gewesen, und betonte, daß niemals ein defini- tiver Gesammtplan vorgelegen habe und noch viel weniger ein solcher, der Für das Folkething annehmbar gewesen sei. Auf eine stückweise Durchführung eines früher verworfenen Ver- theidinmgSplanes könne man in diesem Thing nicht eingehen. Der riegS-Minifter sowohl wie der Conseils-Präsi- dent suchten in längerer, rein sachlicher Rede die Bedenken der Majorität zu beseitigen. Letzterer hob namentlich hervor, daß in diesem Jahre nur 430000 Kronen für extraordinäre Aussgaben des Kriegs-Minifteriums gefordert wiirden, während in den leßten 11 Jahren durchschnittlich 1650 000 Kronne dazu bxwilligt worden seien.

Der russisch-türkisthe Krieg.

Konstantinopel, 19. Februar, (W. T. B.) Namyk Pascha hegicbt sich, wie ,die hiesige „A ence Harms“ erfährt, in außerordentlickier Mission nach St. ** etershnrg. Heute sind wichtige Depeschen von SavfstPaschwaus Adria- nopel in dem PalaiH des Sultans emgctrofscn und ist in Folge dessen ein Ministerrath abgehalten werdcn.

_ 20. Februar. (28. T. B.) Die tclographische Verbindung iibcr Keschan, wo sich die Linien nach Otranto Und Gradiska ahzweigen, ist von dcn RUffLU so in Anspruch genonim2n, dasz'mir di? Kabelverbindung iihsr Odessa fiir den Privatvsrkehr offen hliibt.

' Wien, 20. Februar. (W. T. V.) Die gestrige Inter- psllationsverhandlung im Deutschen Reichstage und speziell die Erklärungen des Fürsten ViSmarck werden hier mit Befriedigung aufgenommen. Man schöpft aus der Ver andlung die Zuversicht, daß dis JtilLrLffLU Oesterreich?) jm rient von Dsutschland in voller Bedeutung gewürdigt werden Und man weit entfernt sei, Ocsterreich=11ngaru in ent- schiedener Vertretung derselben entgegen zu wirken.

_ (W. T. B.) Die hiesigen Morgenhlätter he- sprechen die gestern in Berlin, Wien und Pest auf die die orientalische AnZelegenheit betreffenden Inter- pellationen ertheilten ntworten. Das „Frsmdenhlatt“ hctont, daß die österreichische Regierung mit ihrer Antwort, ohne nach irgend 611121? Ssite zu yrovozircn, offen und klar ihren Standpunkt gegeniiber den rns 1ischen Friedensbedingungen gekennzeichnet habe. Die Erklärungen des Fürsten Vis- marck will das Blatt erst würdigen, wenn der Wort: laut derselben vorliegt, indessen hält es die Anschauung fiir berechtigt, daß der Charakter der, deutschen Ver- mittelung, welche Fürst Viswarck in Aiissicht stellt?, durch das Interesse Deutschlanch bedingt ssin werdc, wie dasselbe von Bennigsen charakterisirt wurde. Oesterreich erwarte zur Verwirklichung seines Programms von Niemand Hiilfe; es Zoffi und erwartet nur, „daß Deutschland Oesterreich nicht indern werde, wenn es sem muß, mit dem vollen Gewicht keiner Macht fiir die (Hsliendmachung der österreichischsn Interesseneinzustehen. _ Die „Presse“ kann, ohne in das Meritorische dcr Erklärungen dero Fürsten Vi-chrrck einzu- gehen, die Bemerkung nicht unterdrücken, daß dieselben wenig geeignet seien, die JÜusionen der ungarischen Politiker zu unterstiißen, die ihre Hoffnungen auf eine Mlianz mit England und wenigstens die moralische Unterstüßmr Deiitschlands gsseßt hätten. Auch die „Presse“ findet, da* die Reden des Fürsten Biswarck und Vennigscns sich in der Richtung des politischen Gedankenganch ergänzen. _ Die „Neue Freie Presse“ sagt, aus der ganzen Rede des Fürsten Biswarck gehé deutlich hervor, daß er der FriedeneZ: sache am besten zu diencn glaube, indem er Deutschland nach keiner Seite hin bindet und sich das Amt des „Frisiens: maklcrs“ vorhehält. Unwiderlcglich gehe ferner aus dsr Rede FWF?) Öl:]ß Deutschland Rnßland gegeniiber volikommen freie

an a e.

_ (W. T. B.) Nach einer Msidung dcr „Polit. Korresp.“ aus Konstantinopel vom 19. d. hat der Minister der Auswärtigen Angelegenheiten, Ssrver Pascha, seine Demission gegeben. Der Sultan hat dieselhd angsnom- men. Der Nachfolgßr Servsr Paschas ist noch nicht ernannt. _ Einer Mittheilun derselhdn Korrespondenz ans Belgrad zu: folge bereitet der 5 inister-Präsident Ristic ein M em 9 r a 11 d u m an den Kaiser Alexanddr vor, da Rußland das Paschalik Nisch dem 11211911 Fürsteiithum Bulgarien ciiwerleihen wolle. _ Der Oberst Ljeschjanin ist in besonderer Mission nach Adriattdpel abgegangen, um gegen die bevorstehende Bc- seßung des Paschaliks Risch durch 6000 Mann rnssische Truppen Vorstellungen zu erheben. Schon jrßt werden von den Serben alle Geschütze von Risch nach Alsxinaß gebracht.

Loudon, 20. Februar. (W. T. V.) Das auf Donner: stag angesagte große liberals Arbeitsteeting, in wel: chem eine Kundgebung zu Gunsten der Ncntralitéit Englands stattfinden und in welchem Gladstone sprechen sollte, ist ab- hestellt worden, weil die Lags durch die Abfahrt der eng- lischen Flotte aus der unmittelbaren Nähe Konstantinopels verändert worden sei. _ Baker Pascha erklärt in 611101? Zu: schrift an verschiedene Zeitungen, er habe seine militärische Stellung in der türkischen Armee nicht aufgegeben, sondern sei nur auf Urlaub nach England gegangen.

Bukarest, 19. Februar. (W. T. B.) Im Senat kündigte heute Demeter Ghika an, daß er die Regierung dariiber interpelliren werde, 01) die auf Rumänien bßziig: lichen Friedensbedingungen der Regierung mitgetheilt worden seien, welches Prinzip die Regierung hinsichtlich des Kongresses befolgen werds und welche diplomatischen Vor: kehrungen getroffen worden seien, um die Interesssn des Lan- des zu vertheidigen.

_ 20. Februar. (W. T. B.) In der heutigen Sißnng der Deputirtenkammer erklärte der Minister dss Aus: wärtigen, Cogalniceanu, auf die Interpellation wegen der Waffenstillst-ands- und Friedensbe- dingungen und wegen der Schritte, die die Negierun be- hués Vertretung Rumäniens auf drm Kongresse gethan Jahr, da die Waffenstillstandshedingungen nur zwischen Rußland und der Türkei verhandelt worden seien und daß die Jmedensverhandlungen erst vor 3 Tagen begonnen hätten.

er Minister fügte hinzu: „Wir sind gegen unseren WilTen durch Rußland vertreten worden“, und versicherte, das;, was den Kon reß anbelange, die Regierung ihre Pflicht thun werde. ie Kammer beschloß eine Tagesordnung, worin das Vertrauen zu der Regierung ausZesprockzen und die Regierung Inf elfordert wird, auch fernerhin eine nationale Politik zu er 0 gen.

Asiatischer Kriegsschauplaß. Konstantinopel, 19. Februar. (W. T. B.) Fu Jo'ge des starken Schneefalles, welcher die Straßen unfa r- ar macht, ist die Räumung von Erzerum und Batum verzögert worden.

Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bureau.

Nom, Donnerstag, 21. Februar. Heute früh kündigte Papst Leo 3.111. in der Kon regation die Veröffentlichung emxr Encykltka an die katho ische Welt an, in welcher die Wiederbeseßung deH päpstlichen Stuhles verkündet werden soll. Es wiirde heute beschlossen, daß der Papst für jetzt den Vati- kan mcht verlassen soÜe.

Statistische Nachrichten.

Von der Statistik des hamburgischen Staats, bearbeitet vom statiitischen Bureau der Deputation für direkte Steirern, ist soeben des 7111. Hefts 11. Abtheilung (Hambura, Otto Meißner).er1chienen. Dieselbe enthäkt hauptsächlich die Statistik der Unterrtcht§ansta1ten, bxarbeitet von Hrn. J. C. J. Neßmann. Nach den in diesem Hefte (S. 33 ff, enthaltenen Tabeüen belief sich im Jahre 1876 die Zahl der Srhu en im Staate Hamburg auf 314 und zwar 93 öffcntlicbe und 221 nicht öffrntliche Schulen mit 455 bzw. 969, zizsammen 1424 Klassen und 22 589 bzw. 25 639, zusammen 48 228 Schniern und Schülerinnen. Dazu kamen nach 35 Kinder- garten 11111" 46 Räumen und 1328 Kindern, sowis 18 Wartesrhulen rnit 24 Rahmen und 1358 Kindern. Die Gesammtzahl der An- stalten betragt hirrnach 367 mit 1494 Klaffen und 50 914 Kindrrn.

, Auf die Stadt Hamburg und die Vorstadt St. Pauli entfallen

hiervon 28 öffentliche Schulen mit 259 Klassen und 11 304 Schülern und Schulermneii, 169 nicht öffentliche Schulen mit 795 Klassen und 22017 Schülern und Schülerinnen, 28 Kindergärten mit 36 Raumen' und 1192 Kindern, 7 Warteschulen mit 12 Räumen imd 902 Kindcrn; auf die Vororte 16 öffentliche und 39 nicht (Ferrilichc Schulen mit 95 bezw. 147 Klassen und 5170 hrzw. 2704 Schuler» 5 Kinderaäriexn und 7 Wartescbulen mit 6 bezw. 8 Räu- men und 94 bezw. 362 Kindern, auf das übrige Landgebiet 49 öffent- liche Und 13 nicht öffentliche Schulen mit 101 bezw. 27 Kliffen Und 6115 hZzw. 918 Schülern, 2 Kindergärten und 4 Wartesrhulen mit je 4 Raumen und 42 bezw. 94 Kindern. . Im ersten Quartal 1876 betrug die schulpflichtige Bevölkerung in der Stadt Hamburg und der Vorstadt St. Pauli 12,04 0/0 der Gesammiheviilkerung, es hesurbten die Schulen 12,59 (70, wodurch sich em Verhaltniß der schulpflichtigen zu den schulbesuchenden Kindern von 100: 104,6 ergiebt. In den Vororten steÜt fich dieses Verhält- nis; „auf, 100 ; 67,5, im übrigen Gebiet der Geestlande auf 100: 98,8, im ubrigen Gebiet der Marschlande 100:104,7, in dir Landherr- schaft Bergedorf auf 100: 118,9, in der Landherrschast Riyebitiel auf 100 : 99,8, im ganzen Slaai auf 100 : 96,3.

Voxi dcn 50914 schnlbesucbenden Kindern Waren 4501 unter, 44 488 im und 1868 über dem schulpflichtigen Alter (bei 22 fehlt die Angabe, des Gchurtsjahrs).

Die Zahl dsr Lehrer betrug 199 Vorsteher, 157 Vorstxherinnen, 735 Lehrer und 735 Lehrerinnen; es entfielen auf einen Vorsteher oder Vorsteherin 143 (1872: 103,8) Schüler, auf 1 Lehrer oder LéhrerY 34,6 (1872: 28,9) Schüler, auf 1 Lehrkraft 27,9 (1872: 22,6) Schüler.

Von den 1494K1affenränmen batten 24-11im Raum pro Kind, 271 1_2 km, 418 2_3 km, 293 3_4 km, 168 4-5 km, 91 5_6 km, 47 6_7 ](m, 38 7-8 km, 53 8_1() km, 14 10_12 km, 30 iiber 12 km (bei 47 fehlt die Angabe).

Schulgeld wird in 34 Anstalten (3807 Kinder) nicht erhoben, rückfichtlick) 6 Anstalten (2322 Kinder) fehken die Angaben, in den Übrigen 327 Anstalten (64 785 Kinder) steigt das Schulgeld bis vier- teljährlich über 60 „44 (20 Anstalten mit *738 Kindern); die be- srzchtesten Schulen find diejenigen, welche - 1: bis 6 „ja Schulgeld vierteljährlich erheben; es sind dies 97 Sch ten mit 14487 Kindern. Auf j-xdes zahlende Schulkind entßelen im Durchschnitt 80,45 „44, gegen 56,17 ck14 in 1869 und 61,20 (36. in 1872.

Die Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden beträgt im Gan- zen 42 811,5, was für die Klaffe 28,45 Stunden ergiebt, gegen 32,50 Stunden in 1869 11111) 30,85 in 1872. Seit 1869 haben sich die Unterrichtsstundsn um 0,33 % vermindert, und Mac in Re[iaion um 9,3 0/0 und im Schreiben um 14,6 %, Wogcgen sie in Naturwissen- 7sdchcifxxndum 28,8 0/0 und im Zeichnen um 18,7 % vermehrt wvr-

211 m .

Die erientaße beliefen fich jährlicb auf (14,4 bis 72,7) 50,8 Tage im ?Ourchschniit.

Kunst, Wiffenschaft und Literatur.

, Die „Bxstimmungen und Erkäuterungen zum Mi- l'iicir-Pcnsions-Geseiz vom 27. Juni 1871, betreffend die Pen- swmrazig nnd Versorgung der Militärpersonen des Reichsheeres und der Kaiserlichen Marine, sowie die Bewilligungen für die Hinter- bliebenen solcher Personsn, und zur GeseßsS-Novelie vom 4. April 1874“, welche der (Geheime Rcchriiings-Ratb im Kriegs-Ministerium, L. Neumgnn, unter Benutzung der Akten des Departements für das JiivalidenWesen im Königlich preußischen Kriegs-Ministerium, zusammengestellt hat, find vor Kurzem in zweiter vollständig umgear- berteter 11111) vermehrter Auflage in der Nicolai'scben Verlags-Buchhand- lun „hierielhstxrschienen. Die im Jahre1874 erschienene erste Auflage des Vor legenden Handbuches War nicht mehr geeignet, ihren Zwsck zu erfiiUcn, nachdem im Laufe der Zeit eine Reihe ergänzender Verfü- giingen xmamrt wvrden ist. Hierher gehören insbesondere die kriegs- mmisterßiie Instruktion vom 26. Juni1877, betreffend das Ver- fahren hei Anmeldung und Prüfung der VersorgungSansprüche dienst- uniaizgkicher Mannschaften vom Feldmehel abwärts, sowie die „Dienst- anweisung zur Beurtheilung der Miiitärdienstfähigkeit“ u. s. w. vom 8. April 1877. Bride in das Invaliden-Anerkennungsgeschäft wesentlich eingreifenden Instruktionen, von welchen die erstere nnn Wortlaut abgedruckt beigefügt ist, sind in der Weise fur das Handbuch benußt worden, daß auf die einzelnen Paragraphen derselben bei den hetreffenden Geseßessteüen hingewiesen ist. Eine fast gänzliche Umzestaltung hat ferner die Materie dcr §. 101_108 durch die vom Bundeßratk) unterm 22. Februar 1875 zu diesen Paragraphen erlassenen Aysführungshestimmungen und die zu [ei,zteren wiederum crschienenen tnterpretirenden Verfügungen er- fahren. Der Umfang aller dieser Deklarationen u. s. w. ist so er- heblich geworden, daß die vorliegende neue Auflage ungeachtet der vorgenommenen Entfernung einer großen Anzahl nicht mehr gültiger Erlasse, um mehr als 80 VerfügunZen reicher erscheint, als die frühere. Auch diejer zweiten Auflage ist ebufs leickzterer Orientiruug ein alphahetisches Sachregister und ein chronologisch geordnetes Ver- zeicbmß der aufgenommenen Verfügungen beigegeben wvrden.

_ In E. Schünemanns Verlag in Bremen ist in zweiter ver- besserter Auflage erschienen: „Leitfaden für einen systema- tisch-rationellen Betrieb der Militäc-Gymnastik“, im Anschluß an die offiiiellen Vorschriften vom 6. April 1876, heraus- gegeben von von Rabenau, Prem. Lieutenant und Adjutant irn 1. Hans. Inf. Regt. Nr. 75. Veranlaffung zu dieser zweiten, völirg veränderten Auflage hat das Erscheinen einer neuen offizielien Turn- Instruktion gegeben. Das kleine Schriftchen stellt nach einleitenden Kapiteln über den Einfluß der Gymnastik auf das MuskeUehen, die Grundzüge der Anatomie des menschlichen Körpers und eine kurze Ent- wicklungsgeschichte der Ehmnaftik, eine rationelle, systematifcbeReihen- folge aller militär-gymnastiscben Uebungen auf, und erläutert be- sonders die Punkte, auf die es bei jeder Uehun hauptsächlich an- kommt, wenn sie ihrem Zwecke entsprechen soll, 1). Z. die Muskulatur des Körpers stärken und dadurch die militärische Ausbildung des Mannes erleichtern. Der Verfasser wiil, wie er in dem Vorworte bemerkt, nicht Neues, sondern nur Bekanntes in einer hand- lichen übersichtlichen Form bringen. Er hat in dieser zweiten Auf-

lage, was die Uebungstafeln anbetrifft, persönliche Ansiéxken völlig ausgeschlossen und sich streng an die offiziellen Vorschriften gehalten, vxn denen das Buchlem ein Extrakt sein soll, brauchbar besqnders fur'das Unterpersonal, dem dieselben theils nicht zu, Gebote neben. tbetls nicht ubersicbtlich genug sein dürften. Zur Erläuterung sind dem _Text- 9 Holzschgitt-Jllustrationen eingefugt. Die sorgfältige Arbeit isi alien Militarturnlebrern zu empfehlen,

_ Gewerbe und Handel.

Nach amtlicher) Nachrichten ist die Zollfreiheit vou Gerste und Weizen bei der Einfuhr nach Konstantinopel zum Zwecke desZ dortigen örtlichen Verbrauchs von der Pforte bis zum ]./13. Mai" 1878 verlangert worden. Außerdem ist von der Pforte sowohl fur die aus den türkischen Provinzen als vom Aus- land „nacb x'enxr Hauptstadt eingeführten Cerealien der edachten Art eme Pramre von 5% des Werths fiir die genannte eit be- willigt wvrden.

_ Die Dirßktion des preußixcben Beamten - Vereins versendet 51181) Cirkular folgende. 198 eu für die erste Periode ibree Geschaftsthattakeit, vom 1. Juli 1876 bis 31, Dezember 1877 (Statut §. 35), auf Grund der Bücher (Statut §. 33) aufgesteute Bilanz: Aktiva. thothekari1che Forderungen „44 269 500, or- dergngen aus Darlehen auf Policen “14 36 991,84, rickstän ige Prqwien „M 41,25, Cfxeiien «. 935,75, Wechsel (zum (Garantiefonds gehoria) „M 102150, Zinsen der Hypotheken 2T. bis 31./12. 1877 „74 417620, fur das Jahr 1876 bezahlte Zinsen auf Anthcilscbeine „74 2.585,82, baarex Kassenbestand „14 553,16, Guthaben bei dcr Han- novrrisrhen Bank inkl. Zinsen „44 16 402,78, Utensilien und Gerätb- schaften nach den Axischaffung* kosten unter Absaiz von 100/0 „14 656,50, im Vorgus [*ezahlte RiickverfickxeruxiaSprämien (46 875,63, Sa. „13 435 468,93. PJÜZVU- Garantiefonds „46. 200 000, Schulden „44 28,40, recbnun s- maßige Reserve fur die LebensversiÖerungen 24 74 045,94, Guibaém dxr K*apitalverfichcrunaen „44 9813676, iiber den 31. Dezember 1877 hinaus bezahlte Prämien und Beiiräge «16 18 593, Töchterfonds „44 18,63, Summa „46. 390 822,73. Aktiva «44 435 468,93, Passiva «M 390 822,73, zusammen „14 44 646,20. Davon Zinsen auf Antheil- schemx pro 1876 „44. 2766,33, pro 1877 „M 389659, zusammen «74 666292. Ueherschuß (Gewinn) gleich „74 37 983,28. Nach den siatutartschen Bestimmungen (F. 33) kommen demnach an die auf Todesfall Versicherten (vorbeha 11111) der Genehmigung der General- versammlung [§. 13]) „44. 14 843,06 : ca. 20% der Reserve,

Frankfurt a. M., , 20. Februar. (W. T. B.) In der heute stattgehahten außerordentlichen Gkneralversammlung der Deutschen _Vereinsbank waren 10 638 Aktien vertreten. Es Wurde ein- 111mm1g beschloffen, 5000 Aktien, welche ZMillionen Mark repräsen- tirxn, einzuziehen'und, sobald der Zeitpunkt dazu geeignet erscheint, Wetter?. 5000 Aktien zurückzukaufen und zu vernichten.

_ Die DividenOe der Old_enhurger Versicherungs- gesellschafi fiir das Jahr 1877 ist auf 7“'/0 oder 21 „16. pro Aktie festgesetzt wvrden.

_ Die Vertvaltung der Eisenhahnrvaqeiihauanstalt zu Hamburg beruft eine aizßerordentlichc Generalversammlung, welche über den Antrag des Aufsichtsraths auf Liquidation der Gesellschaft beschließen sol].

Amsierd'am, 20. Februar. (W. T, B.) Die heute von der Niederlandisckyen Handengei-xlkscbaft abgehaltene Kaffee- auktion eröffnete fiir Nr. 1 zu 585 i:. 59, Nr. 2 59,5; 5. 59, Nr, 3 473 5 48 Ct. Nr. 5 bis 10 X_Z Ct. unter der Taxe.

Verkehrs-Anstalten.

Southampton, 19. ehruar. Das Postdampfschiff „Weser“ vom Norddeuts en Lloyd in Bremen, Welches am 9. 1). M13. von New-York abgegangen war, ist heute Wohlbehalten hier angekommen und hat, nach Landung der für Southampton be- stimmten Passagiere, Post und Ladung, 6 Uhr Abends die Reise nach Froemen fortgeseßt. Dic „Weser“ Überhringi 76 Paffagiere und volle

a ung.

Berlin, 21. Februar 1878.

Königlich Pxeußische Lotterie. (Ohne Gewä r.)

Bei der heute fortgeseßten Ziehung der vierten Klasse 157. Königlich Preußischer Klassenlotterie fielen:

1 Gewinn 5 120 000 „44 auf Nr. 45 294.

3 Gewinns 5 15 000 916 auf Nr. 8628. 16 579. 27 027.

4 Gewinne 5 6000 «74 auf Nr. 11 868. 13 833. 49 310. 91 087.

35 Gewinne 5 3000 «14 auf Nr. 548. 4598. 6505. 7937. 8766. 9137. 10 993. 12 916. 15 250, 17 436. 18 095. 22 976. 23 270. 25 312, 26 078. 28 883, 33 382. 38 550. 45 065. 45 101. 48 102. 49 852. 50 749. "50 752. 56 626. 59 478. 60 654. 65 052. 68 262. 69 080. 69 109. 70 216. 76 353. 79 604. 80 954.

41 Gewinne ck 1500 «15 an Nr. 2825. 3590. 6714. 8408. 10 245. 11 504. 11 703. 11 760. 20 311. 24 133. 25 272. 26 224. 28 852. 33 905. 34 888. 37 634. 39 356. 44 787. 46 224. 49 558. 52 622. 59 847. 61 028. 61 929. 64 576. 67 606. 68 786. 68 897. 71 159. 74 401. 76 711. 76 985. 80 826. 80 881. 84 271. 84 902. 86 853. 87 302. 89 769. 93 120. 93216.

72 Gewinne ck 600 «FH auf Nr. 1468. 2208. 2359. 4660, 5277. 6764. 8106. 8558, 9773. 10 157. 13 667. 15 401. 17 160. 17 845. 19 035. 19 353. 19 655. 20 699. 23 092. 26 297. 27 466. 27 505. 27 527. 27 528. 28 000. 31 799. 31 854. 34 380. 35 716. 36 909. 38 083. 38 132. 39 958. 43 127. 43 680. 44 625, 45 522. 47 739. 48 068. 50 678. 54 024. 54 837. 58 841. 59 481. 62 277. 62 382. 63 265. 66 961. 68 941. 72 417. 73 148. 73 174. 73 409. 74 339. 75 544. 77 491. 77 780. 78 634. 79 943. 80 548." 81 016. 81 920. 82 224. 84 903. 86 109. 86 461. 89 549. 90 129. 91 579. 92 877. 93 628. 94 223.

Der durch Beschluß der Stadtveror»Uetenversammlung Berlins vom 10.Jan11ar niedergeseßie Außichuß zur Vorheratbung über die Vorlage des Magistrats, betreffend die Aufnahme einer neuen Stadtanleibe von 35MiÜionenMark, hat jest seinen Be- richt erstattet. Nach demselben lauten die Anträge des Ausschusses fol- gendermaßen: „Die Versammlung erklärt sich einverstanden damit: 1) daß zur Beschaffung der erforderlichen Geldmittel für die Voll- endung der städtischen Wassermerke, für die Fortführung der Kanali- sation in den Radialshitümen 1. bis ?„ für die Erbauung eines mit Schlachthäusern verbundenen Viehhofes, für die Erbauung neuer, dem Verkehr entsprechender Brücken , für den Bau und die Vollendung des städtischen Arbeitshauscs zu Rummels- burg und der stadtischen Jrrenanstaiien zu Duisdorf und zur Vergrößerung des Betriebskonds der Stadtbauptkaffe eine Ohligationen-Anleihe von 35 Miiiionen Mark aufgenommen wird; 2) daß die außzugebenden Anleihescheine mit 44 % jährlich verzinst und die ZinSzahlungstermine auf den 1. Januar und 1. Juli gelegt Werden; 3) daß die Amortisation vom Jahre 1881 ab mit 1% des Nominalbetrages der Anleihe und den ersparten Zinsen er- folgt, die Stadt emeinde aber jederzeit nach dem 1. Januar 1881 berechtigt sein so , den ganzen noch nicht amortisirten Rest der An- leihe, oder einen beliebig großen Theil derselben, zu kündigen und zurückzuzahlen“ Außerdem empfiehlt der Ausschuß, den Magiftrat zu ersuchen: „1) Nach dem Eingange der Ge'nebmigung der Staats- bebörden über die VeranZgabung von 35 Millionen Mark Anleihe die Finanz-DepUation zusammentrxten zu lassen, um über die Wo- dalitäten der Begehung der Anleihe zu beschließen. 2 Der Ver- sammlung in Ausführung ihres Beschlusses vom 4. O ber 1877,

betreffs der Pflasterungöanleibe eine Vorlage zugeben zu laffen.“