Resto. Nr. 89, Sie _ß, Pr. Lt. vom Landw. Train des Res. Laydw. Bat!. Nr. 33, als ittm. mit seiner bisher. Uniform, Schmidt, Sec. Lt. vom Landw. Train desselben Vals„ Wolff, Pr. Lt. vom Landw. Train des 1. Bals. Landw. Regis. Nr. 10, Caxsar, Sec. Lt. von der Landw. des Eisenb. Regts„ der Abschied hewilligt.
Gestorben: 16. ebruar. Vr. Schultz, Martne-Staszrzt.
Beamte der ilitär-Verwaltung. Durch Verfugung des Kriegs-Ministeriums. 9. März. Ngumann, Roßarzt vom Kür. Regt. Nr. 3, unter aleicbzert. Vexießung zum Ulan. Regt. Nr. 7, zum Ober-Roßarzt befördert. Ltndstaedt, Ober-Roßarzt vom Kür. Regt. Nr. 4, zum Feld-Art. Regt. Nr. 7, Baugr-
arten, Ober-Roßarzt vom Drag. Regt. Nr. 7, zum Kur. egt. Nr. 4 Schaeßer, Obcr-Roßarzt vom Ulan. Regt. Nr. 7, zum Drag. Regt. Nr. 7, verseßt. Königliä) Baveristhe Armee.
Ernennungen, Beförderungen und Verseyunaen. Jm aktiven Heere. 12. März. Meß, Sec. Lt. vom 2. Uian. Re t., zum 3. Inf. Regt. auf Rachsuchen verse t. _ 13. Marz. v. LHrovper, Oberst und Commandeur des .Jager-B_ats., als Regis. Commandeur zum 8. Inf. Regt., Popp, Oberst-Lteut. und Bals. Commandeur vom 7. Inf. Regt., in dieser Eigenschaft zum 5. Jäger-Bat. versetzt. _
Abschiedsbewilligungen. Jm (i_kttven Heer e. 6. März. Windis cb, Pr. Lt. des 2. Mon. Bats., auf _Nach- suchen mit Pension und der Erlaubniß zum Tragen der_Umfo_r1_n, sowie mit der Verleihung des Anspruclzs auf Anstellung im Milit. Verw. Dienste verabschiedet, _ 13. Marz. Graf v. I_oner-Tet- tenweiß, Oberst und Commdr. de_Z 8. Inf. RWW- mrt Pens. und der Erlaubnis; des Tragens der Umf. verczbschtedet.
m Beurlaubtenstande. 5. Marz. Horn, Sec. Lt. des
8. ZZ. Rgts., mit sch1ichtem Abschied entlaffen.
Yichtamtlick) es. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 21. März. Se. Majcixät der Kaiser und König nahmen gestern vdr dem Diner den Vortrag des Reichskanzlers Fürsten 0011 BiZinarck entgegen.
Heute Vormittag ließen Se. Ma1estät Sich, nach_ Ent- gegennahme militärischer Meldungen, von dem Kr1egé3-M1mster und dem General von Albedyll Vortrag halten. _
Mittags um 1 U r empfingen Allerhöchstd1eselbew Se. Majestät den König un Se. Königliche Hoheit den Prinzen Georg von Sachsen auf dem Anhalter Bahnhofe und nahmen demnächst die Besuche der hier eingetroffenen Fürstlichen Herr- schaften entgegen.
_ Jhre Majestät die Kaiserin-Königin besuchte estern mit Sr. Majestät dem Kaiser und Kömg Se. König- iche Hoheit den Prinzen Friedrich Carl zu Seinem Geburts-
tage. Später war Ihre Majestät im Augusta-Hospital an- we end.
s Heute empfing Allerhöchstdieselbe Se. questät den König von Sachsen bei Seiner Ankunft im Königlicher Schloße, worauf alle bereits eingetroffenen Gäste des Kaiserlichen Ho es im Palais zum Besuch erschienen. _ “ _
Das Diner findet im Königlichen Schlosse bei Sr. Ma-
jestät dem König von Sachsen statt.
_ Ihre Kaiserlichen und Königlichen Öoheitdn
der Kronprinz und die Kronprinzessin begabezi Sick)
estern friih 73/4 Uhr zum Empfan e der Großherzoglich ba- ischen Herrschaften nach dem Anha thr Bahnhof. _
Ge en Mittag nahm Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz militäri che Me1dungen entge en. .
Die hier eingetroffenen HFürstlichrt) Herrschakten statteten im Laufe des Tages den Kronprinzlichen Herr chasten Jhre Besuche ab. _ _ _
Ge en 1 Uhr machten Jhre Kaiserlichen OhSltM _Sr. Königli en Hoheit dem Prinzen Friedrich Car zu _Semem Geburtstage einen Gratulationsbesuck) nnd begaben Stck) um 5 Uhr zum Diner zu hren Majestäten.
Se. Kaiserliche Ho eit begleitete Abends die Hohen Fürst: lichen Verwandten in die Königlichen Theater und begab Sick) demnächst zum Thee zu Ihren Majestäten.
_ Der Bundrsrath hielt am 20. d. Mt-Z. eine Plenar- sißung. Den Vorsiß führte der Präsident des, Reichskanzler- Amts, Staats-Minister Hofmann.
Nach FestsieUung des Protokole der )(11. Sißung und Erledigung einiger anderen geschäftlichen Angelegenheiten wurden Vorlagen, betreffend 3. die zu Berlin am 14. No- vember 1877 unterzrichnete Handelskonvention mit Rumänien, 5. den Entwurf einer Verordnung über das Berniungs= verfahren beim Reichs-Ober-HandelsizeriM in Patenlsachen, (3. den Entwurf emrs _Geseßes weJen statistischer Erhebungen über die Tabakfabrikatwnu.s.w., en zuständigen Ausschüssen überwiesen.
Ausschußberichte wurden erstattet über 3. den Entwurf eines Geseßes über den Verkehr mit NahrUUZL-mitteln, Genuß- mitteln 2c. Der Geseßentwurf_wurde mit einigen Abände- rungen genehmigt; 1). eine Meinungsverschiedenheit Über das Eigenthumßrecht an einem Wiesengrundstück bei Bastion Röder der Festung Posen. Das betr. Grundstück wurde als Eigen- thum des Reichs anerkannt. _
Hierauf wurden Komniiffamen zur Berathung von Vor- lagen im Reichstage ernannt._
Endlich WUrden einige Eingaben vorgelegt und den be- treffenden Ausschüssen überwiesen, nämlich: &. eine Eingabe der Braunschweigischeir Aktiengesellschaft fiir Jute: und Flachs- industrie und der N emischen Jutespinnerei und Weberei (J. (1. Braunschweig und euel den 10. März d. J., betreffend die Erhebung einer „statistischen Gebühr“ auf Säcke, welche vom Auslande eingehen, b. eine Eingabe des Verbandes deutscher C oko- ladefabrikanten (]. (1. Stuttgart, den 17. ebruar d. J., betre end die Veronung von Cacao und Ca_cao abrikaten, «. eine Ein- gabe des Fabrikanten A. Breßel hterselbsi, betreffend die Ein- räumung einrr Verkaufsstelle auf dem Marktplaße zu Leipzig wäLrend der dortigen Meffe, (1. eine Eingabe der Anilin- far en-Fabrikanten Bayer & Co. zu Barmen und Elberfeld vom 21. Februar 1878, betreffend ZoÜsteiheit für Aeßnatron.
Die von der Redaktion der „Deutschen Bauzertung“ Über- ;andten Exemplare von Eingaben und Petitiorxen über Er- orschun von Baudenkmalen, sowie einer Denkjchrift über die Banden mäler im Deutschen Reich sind unter die Bevoll- mächtigten zum VundeSrath vertheilt worden.
_ In der heutigen (24) Sißung des Herren; haus e s, welcher der Justiz=Mimster 1)r. Leonhardt, sowre mehrere Regierungs-Kommiffarien beiwohnten, und welche der Prasident Herzo von Ratibor nm 111 U r eröffnete, trat das Haus zunä st in die einmalige S lußberathUng
über den Geseßentwurf, betreffend die Feststellung eines Nachtra s zumStaatshaushaltSetat für das Jahr vom 1. ??pril 1878/79. Auf Antrag des Referenten Grafen von der Schulenburg-Angern wurde das Geseß ohne_ Debatte nach den Beschlüssen des Abgeordnetxnhayses gepehmrgt.
Der zweite Gegenstand war die einmalige Schluß- berathung über den Geseßentwurf, betreffend die Reguli- run des standesherr ichen R_echtszustandes des Für lichen Hauses zu Bentheim-Tecklenburg be- züglich der Grafschaft Rheda und der Grafschaft Zo h e n- Lim bu r 9. Nachdem der Referent Dr. Dernburg und der
egierungs-Kommiffar Landrath von Goßler die unveräxiderte Annahme der Beschlüsse des Abgeordnetenhauses empsohlen hatten, beschloß das Haus demgemäß. _ _
Dritter Gegenstand war die einmalige Schluß: berathung iiber den Gefeßentwurf, betreffend die Regu- [irung des standesherrlichen RechtSziistandes deH Fürstltchrn Hauses u Sayn-Wittgenstein-Berleburg bezüglich der Graischaft Wittgenstein-Berleburg uiid _der Zerrschaft Hombur an der Mark. Auch bei diesem
eseßentwurf wurde an? Antrag des Referenten 01“. Bernburg ohne Debatte der Beichlnß des Abgeordnetenhauses an- genommen. _ _ _
ES folgte der mündliche Bericht der Justizkom mrs s 1011 über den Entwurf eines Ausführung:";gefeßxs zum deutschen Gerichtßverfassungsgeseße, desen Be- rathung bei Schluß des Blattes ihren Anfang nahm.
_ Im weiteren Verlaufe der gestrigen (70) Sitzung des Hauses der Abgeordneten wurde die_ zweite Be- rathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Fertigstellung- der Berliner Stadtbahn für Staatsrechnung, fort: geseßt. Zu §. 1 bat der Abg. Berger den Handels-Minister, eine ErklärUng dahin zu geben, daß, wenn dermaleinst der Güterverkehr werde eingerichtet werden, lediglich die': Riick- sichten des öffentlichen Interesses, nicht die Konkurrenzintereffen der Staatsbahnen entscheidend sein sollten. _
Der Handels-Minister ])r. Achenbach antwortetr hierauf, er könne sick) darauf beschränken, die an ihn gerichtete Frage unbedingt zii bejahen. Es sei die Absicht des HandcleZ-Mini- steriums, absolut die Riicksichten der Bikligkeit und Gleichheit eintreten zu lassen, soweit es die Einrichtung drr Stadtbahn gestalte. Das ZandelFMinisti-„rium werde sich in der That nur von den iicksichten des öffentlichen Interesses [Siren lassen können und nicht seine Privatiniereffen in den Vorder- grund zu ftel1en vermögen.
§. 1 wurde darauf angenommen. Zum §. 2 hat die Kommission den Zusatz beantragt, daß die Staatsregierung verpflichtet sein solle, über den Erlös aus dem Verkan von Grundstücken dem Landtag alljährlich Bericht zu erstatten. Der Referent Abg. ])1'. Virchow motivirte diesen Zusas damit, daß der Landtag stets wissen müsse, wie der Erlös aus den zu verkaufenden Grundstücken verwendet werde. Eine Verminderung der Grsammtsumme habe nicht eintreten können, weil sich der in rage kommende Ertrag nicht habe iibersehen lassen, Sothen iich später Nachtheile.herausstellen, fo liege eZ immer noch in der Hand der Volksvertretung, eine Aenderung eintreten zu lassen.
Das Haus genehmigte den §. 2 mit dem Antrags der Kommission und ohne Debatte die folgenden §§. 3_5.
Es folgte die Berathung der von der Kommission vor: geschlagenen Nesolgztion:
“' „Jn Erwägung, daß in drm Verfahren der StaatSreziiernng gegenüber der Deutschen EisenbabiibauYeseÜsÖast eine Rcchtsvrr- letzung nicht nachgewiesen ist, daß die Grundsäize, nach welchrn der Vertrag mit den Privatgesellschafien abgeschlossen ist, auf das Ver- hältniß der Deutschen Eisenbahnbaugeseüsckyast tiichtanwcnddarsixid, daß bis jeixt annehmbare Vorschläxie zu einem Vergleiche von der Deutschen Éisetibahnbaugesellsckzaft nicht gemacht worden sind, über die Petition der DcUtschen Eiscnbahnbaugeseüschast zur Tages- ordnung üderzugeben.“
Für dieselbe schlug der Abg. Stengel folgende Fassimg vor:
„Durch den Beschluß des Hauses iiber den Gesetzentwurf, be- treffend die Stadtbahn, die K_Yetiiion der Deutschen Eisenbahnbau- geseüsckyast für erledigt zu er lären,“
Nachdem der Antragsteller seinen Antrag begriindet hatte, traten für denselben die Abgg. von Benda und Graf Limburg- S_tir_1_m) ein, worauf dersrlbe angenommcn wurde. (Schluß 2 )r.
_ In der heutigen (71.) Sißnng des Hauses dcr Abgeordneten, welche.“ der Ha11del§-Minister [)r. Achen- bach und mehrere NegierungH-Kommiffarien beiwohnten, theiltc der Präsident zuniichst den Eingang eines Gesetzentwurfs, betr. die Frstsieüung emr-Z Nachtrag:? zum Staatshaushalts-Etat für 1878/79, mit. Das Haris _genehmigte daranf nach kurzer Generaldebaitr, an der sich die Abgg. Berger und ])r. Langerhans, sowre der Handel&Minißrr 1)r_ Achenbach be- Yeiligten, den Geseßentwurf, betreffend ie FertigsieUung der
erliner Stadteisenbahn fiir StaatNechnung. _ Ohne Debatte wurde der Antrag des Abg. Vork, welcher autet:
„Das Haus der Abgeordneten Wolle beschließen: Dis König- liche StaatSreqierung zu ersuchen, durcb BereitsteÜung eines an- gemessenen Kapitals aus Staatsmitieln den Geistlichen dxr don Heffen-Darmstth durch FriedenSvertrag vom 3/12. Sepiember 1866 an die Krone Preußen abgek-xtenen GebietELbeile die Anf- nahme in eine geistliche Wittwenkaffe zu ermöglichen. Die Motive dieses Antrages sind aus Nr. 224 Seite 11 der Drucksachen zu entnehmen;“ _ _
gemäß dem folgenden Antrags der Budgetkommisswn:
„Das Haus d r Abgeordneten woile beschließen: mit Rücksicht auf die Erklärung des Kommiffarius der Königliäoen Staats- regierung über den Antrag der Abgg. Bork und.Genoffen zur Tagesordnung überzugeben ;“ _ _
erledigt. Ebenso folgxnde Berichte derselben Kommrsfion:
„Das Haus der Abgeordneten one beschließen: die Petition des Magistrats und der Handelskammer ztx Breslau, betr. den Bau eines Breslauer Oderhafens, der Königlichen StaaLSregie- tung mit dem Ersuchen zu überweisen, mit der Stadtrommunc Breslau in weitere Verhandlung zu treten über die baldige. unter Betheiligung des Staates vorzunehmende Herstellung eines ._Hafens in Breslau und demnächst dem Landtage darüber eine Vor- age zu machen.“
_ _ .Das aus der Abgeordneten wolle beschließen: über die Pe- tition der inschäizungskommisfion für die Klaffensteuer in der Stadi Bockoum zur Tageßordnung überzugehen.“ _ _
_ Bis Schluß des Blattes wurden dqtin noch einige andere Petitionen, nach dem Antrags der Petitionskommifston durch Annahme folgender Anträ e erledigt:
„Das Haus der Abgeor rieten wvlle beschließen: In Erwägung, dgß die thentin gegen den ablehnenden Bescheid der Regierung dte Entscheidung des Finanz-Ministers bisher noch nicht angerufen 1)th in Erwägung, daß nach, einer aÜg_emeinen Verfügung des Ftnanz-Mmifters vom Jahre 1863 die Reg stungen angxwiejen find,
Gesuche wie das vorlieg nde einer wohlwollenden Beurtheilung zu unterziehen; in Erwä ung also, daß hiernach der Petentin die Aussicht nicbt verschlo en ist, bei dem Finanz-Minister eine ihrem Gesuche enlsprechend: Entscheidung zu erlangen, über die P:tition der Wittwe Siemffen in Neu-Brandenburg wegen Yblung einer Wittwenpenfion während des Karenzjahres, zur ageSordnung überzugehen.“
.Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: über die Petition der Steuerexekutoren in den Provinzen Westfalen und Rheinland, Roebl und Genossen, ihnen ein Einkommen von 1500 „44 zu arantiren und ihre Pension darnack) zu bemeffen event. ihnen obnungSgeldzuschuß zu bewilligen, zur TageSordnung überquhen. “
„ as Haus der Abgeordneten wolle beschließen, die Petition des Pastors Dieckmann zu Langenhorn um Bewiiligung und Nach- zahlung einer in Aussicht gestellten GehaltSMlage aus Staats- fotixs der Königlichen Staatsregierung zur Erwägung zu über- tret en.“
_ Die in der heritigen Börsen-Beiiage almedruckte tabellarische Uebersicht dcr Wockxenausweise der deutschen Zeitelbanken vom 7. d. Mis. schließt mit fol- genden summarischen Daten ab: Es betrug der gesammte Kassenbestand 662 698000 „76; d. i. der Vorwoche gegeniiber weniger 13 980 000 „76, der Wechselbestand m Höhe von 565 870 000 „76 läßt eine Zunahme von 938000 «76 erkennen, wiihrend die Lombardforderungen mit 76 030 000 4/14 um 2522 000976 vermindert erscheinen; der Notenumlauf im B2- trage von 792 407000-76zeigt einen Rückgang v_on 10 429 000 «46, und die sonstigen täglich fälXigen Verbmdlichkeiten mit 207 842 000 «;ck zeigen einen solchrn in Höhe von 7 092 000 „16, während die an eine Kündigungsfrist gebundenen Verbind- lichkertrn mit 58 165 000 «76 cin Wachsthnm um 71 000 M konstatiren.
_ In einer Untersuchung wider zwci Materialwaaren:
ändler, welche ohne besondere polizeiliche Genehmigung den "[einhandcl mit Spiritus zu technischen Zwecken betrie- ben _ sie hatten Weinspiritus an mehrere Tischlermeister znr Auflösung von Tischlerpolitur verkauft _, hat das Ober- Tribunal durck) Erkenntniß vom 1. März d. J. dcnRechth- saß ausgesprochen, daß auch der Kleinhandrl mit (rohem) SpiritueZ zu tschnischcn Zwecken edeo der besonderen polizei- lichen Genehmigung bedarf, wie der Kleinhandel mit spiri- tnösen Getränken.
_ Se. Durchlaucht Hsinrick) )(111. Prinz Reuß, Oberst _und Commandeur des Königs-Husaren=Rrgimcnt§ (1. Rhein.) Nr. 7, ist von Bonn hier eingetroffen.
Bayern. München, 19. März. Urber die Ergebnisse bei dem Vollzug der §§. 2311. ff. des Reichsstrafgcseß: burda?) im Königreich Bayern während der Jahre 1872 bis 1877 wird vom Justiz:Ministerium eins stati: stische Uebersicht veröffentlicht. Nack) derselben sind in diesen scchH Jahren von den StrafanstaltSUcrwaltu11gen 1807 Anträge auf Bewilligung der vorläufigen Entlassung der Sträflinge gesteilt und von diesen durch das Instiz:Ministe: rimn 1599 genehmigt und 208 abgelehnt worden; ein Wider: ruf der BewiÜigimg zur vorläufigen Entlassung ist nur in 59 FälTen erfolgt. _ Nachträglich theilt die „Allg. Ztg.“ mit, daß noch vor der VertagUng des Landtages »der Brichwordc- Airsschitß der Kammer der ReichSräthe den Reichsrath von Nrumayr, Präsidenten des obersten Gerichtshofes, zum Re- ferenten über die gegen die Münchener Simrtltan: schulen gerichteten Befchwcrden gewählt hat.
Sachsen = Weimar = Eisenach. Weimar, 19. März. (Lripz. Ztg.) Drr Landtag wird am nächsten Frriiag noch: mals v ertagt Und voraussichtlich auf Ends Mai 311 Liner kltrzkn Session wicdcr einberufen werdsn. Bis dahin hofft die Groß: herzogliche chicrung in den Stand geseßt zu sein, demselben iiber die Verhandlmigcn wegen Errichtung eines gemein- ichaftlichen Landgerichts zu Gera und iiber die pro- jektirte Sekundärdahn im Eisenacher Oberlande anderwsitr Vorlagen zu machen.
Sachsen-Coburg-Gotha. Coburg, 17, März. (Magd Ztg.) Der dem Spezial-Üandtage vorliegende Gesetzent- wurf iiber Erhebung einer Konimunalabgabe vom Bier ist durch den mit dem 1. April d. J. in Wegfall kommenden Vrausteuerzuschlag veranlaßt. Die neue Kommunalabgabe soll 65 „3 von je einem Hektoliter Bier betragen u'nd von den Stadtkassen erhobsn, auf drm Lande aber zu einem Bezirks- fondS für Schul: Und Wegebauzwccke verwendet werdrn.
Anhalt. Dessau, 19. März. (Mgd. Ztg.) In der Landtagssißung am 21. März 1). I. wurde der Antrag angenommen, die Staatsx'egierung zu ersnchen, baldigst eine eingehende Revision des Ergättzungssteuergeseßes zu veranlassen, namentlich vergleichende Untersuchungen iiber die Resultate anstellsn zu lassen, zudenen disVertheiiung der Steusr im Einzelnen fiihrt. Es wurde nämlich behauptet, der Grundbesiß sri im Verhältniß zum Gewerbe-Einkommen zu niedrig zur Steuer herangezogen, und der ursprüngliche Prozentsaß passe nicht mehr. Die Ermittelungen haben nun ergeben, daß die Grundbesitzer noch jeßt von ihrem Einkommen aus dcm Griindbesiße im Durchschnitte eine vcrhältnißmäßig höhere Steuer zahlen, als von dem iibrigen Einkommen entrichtet wird, obgleich nach der Veranlagung für das vorige Jahr nicht mehr 45 Proz., wie ursprünglich in Aussicht genommen war, sondern nur 28,61 Proz. der gesammten Ergänzungssteuer vom Grundbesiß aufgebracht werden. Die bei Gelrgenheit'“ jener Untersuchungen ange- stellten vergleichenden Berechnungen haben .ergeben, daß ein- zelne Bestimmungen des geltenden Steuergeseßes theilS mangel- Zast und' unbestimmt in der _Faffung, theils hart und un-
illig in ihren Konsequenzen er cheinen und es ist, um diesen Unzuträglichkeiten u begegnen, ein NachtragSgesetz beim Landtage eingebra t worden. Sehr tief eingreifend sind in- desLen die vorgeschlagenen Abänderungrn nicht, und dieselben ha en auch bereits bis auf eine Abweichung die Zustimmnng des Landtags in zweiter Lesung gefunden. Die Annahme fiir die dritte Lesung ist ebenfalls gesichert.
Neuß. Greiz, 20. März. (Leipz. Ztg.) Die regierende Fürstin wurde heute von einem Prinzen entbunden,
Oesterreich-Ungarn. Wien, 20. März. (W. T._B.) In der heutigen Sißung der österreichischen Delegatiqn wurde die Kreditvorlage von 60 Millionen berathen. Die beiden Berichterstatter iiber die Bewilligun resp. über die Ablehnung der Vorlage, begründeten ihre nträge. Danach sprachen mehrere Redner sowohl ür wie gegen die Annahme der Vorlage. Morgen findet die ortseßung der Debatte statt.
_ (W. T. B.) Die „Polit. Korresp.“ veröffentlicht 7 gende Meldungen: Aus Athen vom heutigen_Tage: Die kéeteniische Nationalversammltxng hat beichloffen, zur Vertretung ihrer Interessen 4 Dclegtrxe zum_ Kongresse nach Berlin u senden. Diesel_be_ hat_ eme Regierung unter dem Titel „ rovisorische Admtmftrqtion“ xmgeseßt. _ Aus Bukarest: Die Russen beabsichtigten, m der Nähe des BahnhofeeZ von Galaß ein _Spital z_u erbauezi und eine Telegraphenlinie iiber rumämsch-beffargdisches Gebiet zu fiihren. Die Munizipalität von Galaß und die rumänische Regierung haben hiergegen Einsprache erhoben.
SchWeiz. Bern, 20. März. (N.Ziirch.Ztg.) Der Bun- d'esrath bringt den eidgenössischen Ständen die Unter- zeichnung des Vertrages, betreffenddie Nachsubvention fiir die Gotthardbahn, zur Kenntmß. In seinem Schreiben bemerkt der Bundechath glcichzeitig: Srit dem Erlasse unseres Kreisschreibens vom 19. Januar smd uns lediglich Riick- äußerungen der Kantone _Sckwffhausew Und Thurgau zugegangen, dagegen ftrht 111ch_t nur Sextens der großen Mehrzahl der Bcthetligten ]ede Antwort noch aus, sondern es scheint guck), nach den Berichten der öffent- lichen Blätter zu schließen, an mehreren Orten die gaxize Angelegenheit so behandclt zu wcrden, als ob es vöÜig gleich-
iiltig wäre, ob die Erledigung ein paar Monate friihrr oder päter erfolge. Wir halten es fiir unsere Pflicht, Sie daran zu erinnern, daß dem in der That durchaus nicht so ist, daß vielmehr eine möglichst beförderliche Abklärung der Sachlage in Betreff der Anfdringung der NachtragZ=S115ve11tion durch die Verhaltnisse dringend geboten ist. Jnsdrsondere liegt es auf der Hand, daß, wenn die Junisession der BundeÉ-versamm- lung den Gegenstand _nichi zum Austrag bringen kann, ohne Zweifel daS ganze Bauwhr 1878 für die Gotthard:Unternehmung, mit AUEtiahme des Tunnels, verloren grht; ebenso aber ist es einleuchtend, daß wir dcr Bundesversammlung die Ratifikation des von uns unterzeickmctcn, Eingangs erwiihnten Staatswer- trages nur dann empfehlrn können, wenn jene Subvenxions- frage vorher eine Lösung gefunden hai, welche den Anforde- rungen unsrres erwiiLUtcn Kreisschreibens vom 19. Janugr entspricht. Soll aber irie Lösung vor dem Anfang Juni in allen Kantonen (also auch in denen, wo vielleicht ein Volks- entscheid erforderlick) ist), hrrbeigefiihrt werden, so ist es keinem Zwsifel unterworfrn, daß die ganze Frage mit einer gewissen Dringlichkeit behandelt werden muß,_und wir möchten Sie daher sehr angelegentiick) bitten, JhrcrsettS in dieser Richiimg nichts zu versäumen und ]edenfails dafür Sorge zu tragen, das; spätestens auf die Mitt? des Monats Mai die dcfini- tive Erklärung Jhrrs Kantons in unsere Hand gelange._ Der Handelsvertrag zwischen Frankreich und der Schweiz ist bis 1. Januar 1879 vorbehalt os verlängert worden.
W
Großbritannien und Irland. London, 20. März. (W. T. B.) Im Unterhausr zsigto heilte dsr Deputirte Williams an, daß er morgsn eine Anfrage dariiber an die Regisrung richten werde, welche oiaglische KriegSscbifse sich bei den Dardanellen nnd im Marmarameere de- fänden, ob es wahr sei, daß dieselben die Dardanellen unter Protsst von Seiten drr Pforte passirt hätten Und waéZ das Verbleiben diescr Schiffe im Marmarameere brzwcckr, da sick) doch die Pforte im Frieden befinde?_Der englische Botschafter in St. Petrrsburg, L 0 rd L oftu «Z , hat am 18. Februar eine N o t e der russis chen Regierung erhalten, in welcher mitgetheilt wird, daß ein von dem Hauptquartier eingegangenes “Tele- gramm die Nachricht bestätige, daß drsi Aerzte Und ein Korrespondrnt englischer Nationalitiit als Kriegs: gefangene behandelt wordrn i_eien, obgleich Gcnrral Gurko den Befehi ertheilt hatte, sie ireizulassen. Dieselben seien Ungliicklichrr Weiss auch durch Unteroffiziere ungebiihrlick) be- handelt worden. Der Oberstkommaiidirende bedmiere auf das Lsdlmfteste dieses Vorkommniß und habe unverzüglich die Untersiichung der Angelegenheit und die strengs Be- strafung der Schuldigcn angrdrdnet.
_ 21. März. (W. T. B.) Die „Times“ hebt in drr von ihr veröffentlichten Analyse des offiziellen Textes deH russisch-tiirkischen Frieden?,vertrages, der im Weseutlichen der bereits bekannten Version entspricht, besonders hervor, daß Montenegro einen Gebietszitwachs erhalte, der zweimal so groß sei, als ihn die Montenegriner auf der Basis deS „06 p0§§€(i€t1§“ beanspruchen könntßn und daß dieser Gedietszuwaehs hauptsächlich in nordöstlicher Richtung er- folge. Ferner werde Serbien im Süden, in der Richtung von Novibazar und Pristina, beträchtlich vergrößrrt. Die bulga- rische Grenze laufe weiter westlich, als früher angrgeden wor- den, wcrde durch den Strumafluß gebildet und zirhe sich näher an Salonichi und bis auf nur wenige Meilen Entfernung von dieser Stadt heran. Bezüglich Bulgariens mache Nuß- land das Zugeständriiß, daß ein Jahr nach Einführung der neuen Regierung in Bulgarien Delegirte der Pforte und der europäischen Mächte daran theilnehmen können. Endlich ent- halte der Vertrag die Schlußbestimmung, daß nach Aus: wechslung drr Ratifikationen Zeit und Ort für den formellen Friedensschluß vereinbask, die§ räliminarien aber bereits nach der Ratifikation für beide Theile bindend sein soilen.
_ (E. C.) Einer bei dem Auswärtigen Amte ein: gegangenen Benachrichtigung zufolge, ist (8 e l e l e, K ö n i g v o n D a omey, völlig außer Stande, den Rest der ihm von England bei ufhebung der über seine Küste verhängten Vlokade auf: gegebenen Strafleistung (Lieferung von Palmöl) abzutragen. _ Mr. Alexander C. Sheriff, der seit 1865 die Stadt Worcester in liberalem Sinne im Unterhause ver- treten hat, ist gestorben. Für Mid-Somerset ist Mr. William Stephen Gore-Langton (konservativ) in das Unterhausz gewählt worden. Ein Gegenbewerber war nicht aufgetreten. _ Der liberale; Wahlverein von Greenwich be- inOß, eine Abordnung mr_t der BLUE an Gladstone zu
icken, daß diesrr von seinem Entschluß, bei den nächsten Wahlen fiir die genannte Stadt nicht mehr als Bewerber auf- zUtreten, Abstand nehmen möge.
Spanien. Madrid, 18. März. _(Ag. av.) Zn Er- widerung auf eine bezügliche Interpellation er lärte_der Mi- nister-Präsident Canovas del Castillo, die Friedens- bedingungen in Cuba seien sehr ehrenwerth und hätten die Zustimmung des Ministerraths erhalten.
Türkei. Konstantinopel, 20. März. (W.T.B.) Re- ierungsseiti wird die dem Flottenkoxnmandanten Hobgrt 5 qscka zuge chriebene Absickxt, gegrn die von den Aufstan- dijcéen bewohnten Ortscha ten mit Fe_uer und Schwert vor- zuge en, als gänzlich unbegründet bezeichnet: Hobart Pascha habe Befehl erhalten, durch gütliche Ueberredung auf die Auf- ständischen einzuwirken und nur dann Gewalt anzuwenden,
wenn die Güte erfolJlos sei. ES heißt, mit _drn Führern der Aufständischen seien ereits Ver andlungen_emgele1tet. _
_ (W. T. B.) Die tür ische Regierung_ at ihre Botschafter und Gesandten angewxesen, die Nachri 1, daß die Gouverneure von Janina, Prevesa i_md Art_a den Befehl erhalten hätten, die in den Gefängnissen inhafrirten Verbrecher freizulaffen und gegen die Aufständischen in den griechischen Provinzen zu verwenden, katchgor1sch fiir unbegründet zu erklären, _ _ _
_ (W. T. V.) Die russischen Schiffe smd von Bujukdere abgegangen und haben bei San Stefano Anker geworfen. _ Nachdem Safvet Pascha es abgelehnt hat, zum Kongresse zu gehen, glaubt man, daß Vefik Pascha oder Musurus Pascha die Pforte auf demselben vertreten wer- den. _ Saadullah Bey wird auf seinen Posten nach Berlin zurückkehren.
_ (W. T. V.) Die Ankunft O9man Paschas sieht für nächsten Montag bevor; derselbe wird in Be: gleitung Reouf Paschas zurückkehren und soll mit großen Ehren empfangen werden. _ Suleiman Pascha befindet sick) im Seraskierate fortdauernd in Haft, seine Aburtheilung diirfte erst in vierzehn Ta en erfolgen. _ Der italienische Gesandte Corti ist nach om berufen worden und beabsich- tigt,_ noch heute die Reise dahin anzutreten. _ Von den Ru_1sen werden, nachdem die Einschiffung der Truppen in Biijukdere von der Pforte nicht gestattet worden ist, die zur Einschiffung der Truppen in San Stefano erforder- lichen Vorbereitungen getroffen.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 21. März. (W. T. B.) Der russisch-türkische Friedensvertrag isi h€_1lt6 veröffentlicht worden. Derselbe führt den Titel „FrredenSpräliminarien“. In dem Vertrage, welcher 29 Artikel enthält und deffenVestimmungen im Großen und Ganzen der _von der „Cölnischen Zeitung“ am 7. d. M. gebrachten Version Entsprechen, wird unter Anderem bestimmt: Monte- negro erhiilt Ga ko, Bihov, Roshai, Niksic, Spitz, „Pod- gorißa und Zablia. Die Schiffahrt auf der Bojana wird durch eitw europäische Kommission geregelt werden. BLS zum Abschluß des Vertrages, durch welchen die B2- zirhungrn zwischen Serbien und der Pforte festgestellt werden sollcn, wsrden die Serben in der Türkei nach dem internationalen Rechte behandélt werden. Die Serben werden dasjcnige Gebiet räumen, welches bei der Türkei ver: bleibt. Rumänien wird seine Rechte auf Kriegskoften: entf iidigUng grltend machen, die zwischen Rumänien und der Tür ri festzustellen ist. Bulgarien wird ein autonomes Tributärfiirstenthum mit einer christlichen Regierung Und einer nationalen Miliz bilden. Im Falle einer Vakanz des Thronrs wird der neue Fürst von Vu garien nach den in dem Vertrage niiher angegebenen Bestimmungen gewählt wsrden. Die türkische, gri€chiiche und walachische Bevölkerung sol! an den Wahlen theilnchmen. Ein organisches Reglement wird den chhten derselben Rechnung tragen. Die Pforfe wird Über daS KriegeL-material in den Donaufestnngen Schumla imd Varnaverfiigen. Die russischenOkkupatimistrnppen untrrhalten ihre Verbindung mit Rußland iiber Rumänien, Varna und Bourgas. Nach den Durchschnittseinnahmen B u l g a = riens wird der Tribut desselben berechnet werden. Die Muhamsdaner behalten ihr Eigenthum, selbst wenn sie Bulgarien verlassen. Einzuießende Kommissionen soilen iiber die Fragen bezüglich des Eigenthums entschei- den. Nach Ablauf von 2 Jahren so1l das bis dahin nicht reklamirte Eigenthum verkauft und der ErlöS des- selhen zum Besten der Wittwen und Waisen der im Kriege Gebliebenen verwendet werden. Die in der Türkei sich aufhaltenden Bulgaren sind den oswaniseben Gesetzrn untixrworfeti. Die Pforte verpflichtet sick) zur Feststeüung der türk1sch:persiscken Grenze. Die von der Türkei an Ruß- land abzutretenden Gebietstheile sollen einen Werth von 1100 Millionen Rubel repräsentiren. Außerdem hat die Türkri an Rußland 300 Millionen Nubrl haar zu entrichten. Das Nähere iiber den ZahlungL-modns dieirr Summe s011 später vereinbart werden. Die Ein- wohner der an Rußland abzutretenden Grbietstheile sollen ihre Güter verkanfen und das Land verlaffsn können. Die russische Bolschaft in Konstantinopel und die russischen Konsulate in der Türkei haben den Schuß iiber die rUssisckzen Pilger und Mönche und deren Eigenthum in der Türkei au-Zzuüben. Die Dardanellen sollen sowohl im Faüe eines Krieges wie im Frieden den Handelsfadr: engen der neutralen Mächie geöffnet bleiben. Die Pforte Zoll fortan im Schwarzen Meere keine fiktive Blokade an- ordnen dürfen. Die russischen Truppen haben die von ihnen in Asien beseßten Gebietstheile innerLZalb 6 Monaten, von dem Tags des definitiven Friedsnsab chluffes an ge: rechnet, zu räumen. Die beiderseitigen Kommissare werden die Auswechselung der Gefangenen in Odessa und Scbaftopol regeln. Die Pforte wird die Unterhaltungskosien für die Gefangenen zahlen, und zwar in 18 Theilzahlungen innerhalb 6 Jahren. Ueber den_Ort und den Zeitpimkt des Abschlusses des definitiven Friedens wird man sich später einigen.
Schweden und NorWegen. Christiania, 18. März. (H, C.) Das Storthing nahm heute die Negierun s: vorla ge, betreffend die Kontrahirung einer oder mehrerer n : leihen zu 4 oder 41 Proz. in Höhe von 31 Mill. Kronen zu Eisenbahnbauteu, an und bevollmächti te die Regierung, eventueü einstweilig eins Anleihe_von 10 illionen zu kon: trahiren; es soll ]edock) die Zustimmung Seitens des Stor: things da n erforderlich sein. Die leßtere von dem Führer der Oppoiition, J. Sverdrup, _veranlaßte Bestimmung findet allseitigen Widerspruch. Das hiesige „Morgenblad“ sagt, diese Bestimmung bezwecke auf Umwegen die Aufnahme einer pro: visorischen Anleihe unmöglich zu machen.
Dänemark. Kopenhagen, 18._März. (Hamb. Corr.) Jm Landsthing begann _gestern die erste Lesung des Budgets pro 1878/79. Die DiSkusfion wurde von dem Conseils-Präsidenten Estrup eröffnet, der erklärte, daß das Ministerium das Bud et, wre es vom Folkethmg festgesteüt worden sei, für brauch ar halte, da xs das Nothwerzdigste zur Führung des Staatshaushaltes im.. nächsten Finanz: 1ahre bewiÜige. A(lerdin S ist das Budget in einzelnen Punkten nicht so, wie die egierung an und für sich gewünscht hätte, aber __„diefe Punkte seien nicht derart, daß die Re- gierung sick) veranlaßt fü le, Aenderungsanträge SU stellen. Hiermit sei jedoch nicht ge agt, daß die Regierixng irh solchen Anträgen widerseßen werde, _ falls das Landsthmg sie _stelLen würde, um so weniger, als 1a selbstverständlick) dw Regierung
die Gleichberechtigung des Landsthings h'nfichtlicki des Budgets dem Folkething ge eniiber vollständig anerkenne. Seitens der Majorität des ndsthings wurde indessen erklärt, daß das Landsthing im Hinblick auf die ganze Situation das Budget unverändert wie es vom Folkethmg gekommen sei, annehmen werde, ovgieich dieses nicht ohne große Resignation geschehe. _ Das Folkething trat gestern in die Berat ung des vom AbZ). Tramp eingebrachten Geseßentwurfes, etreffend die zo [freie Einfuhr von Salz zur Sod-„ifabrikatton, ein. Der Antra steller wies, unter Zustimmung des Finan = Ministers, daran? hin, daß es unbillig sei, wenn die Rohsto e der Soda zollpflichtig, die Soda selbst aber zollfrei sei. _ Das Justiz-Ministerium hat unterm 16. d. M. verfügt, daß die zur Verhinderung der Einschleppung der asiatischen Cholera auf dem Seewege geltenden Bestimmungen vom 1. Mai 1868 bis auf Weiteres auch auf den exanthematischen Typhus Anwendung finden iol1en.
Nr. 14 des „Amtsblatts der Deu1scheii Reichs-Post- und Telegravbrnverwaltung" hat folgenden Inhalt: Ver- füzurigen vom 15. März 1878: Einziehung der Preußischen Kaffen- anweisungcn. _ Anrechnung der Gebühren bei Rücksendungen im Post- auftragSverkebr.
_ _ Nr. 3 des .Ministerial-Blatts für die gesammte iiinere Verwaltung in den Königlich preußischem Staaten“ hat folgenden Inhalt: Cirkular, Erstattung von An- zeigen über eintretende Erledigung eines Mandats für den Deutschen Reichstag betreffend, vom 5. Febrnar 1878. _ Erlaß, die Anwen- dIMJ der Berichtsform im schriftlichen Verkehr der Unterbehörden der Regierungen mit den General-Kommissionen betreffend, vom 27.Ja- nuar 1878. _ Cirkular vom 17. Juni 1874, dis Errichtung gewerb- licher urid Fortbildungsschulea betreffend. _ Cirkular, die Anstel- lungsfähigkeit geprüfter Lehrerinnen aus Preußen im Herzogthum Anhalt und umgekehrt betreffend, vom 19. Januar 1878. _ Cir- kular, die Zulässigkeit der Ansteüung in Hamburg geprüfter Lehre- rinnen in Preußen und umgekehrt der in ernßen geprüften Lehre- rinnen in Hamburg betrcffcnd, vom 20. Februir: 1878. _ Bsscbeid, die Verpflichtung approbirter Thierärzte zur Einholung der polizei- lichen Erlaubniß für die Funktionen eines FlkisÖbeschiuers betreffend, vom 16. Januar 1878. _ Bescheid, die Unzulässigkeit der Belastung einzelner Kategorien von Gemerbestkuerpflicbtigrn mit besonderen Bei- trägen zu den aÜgemeinen (Hemeindebedürfniffen betrefferid, vom 2. Ja- nuar 1878. _ Erlaß, die Wählbarkeit der an Gymnaiial-Vorsckpulen angestellten Lehrer zu Stadtverordneten betreffend, vom 17. Januar 1878. _ Cirkular, Auslieferung von Verbrechern nach Italien betreffend, vom 15.Januar1878, _ Cirkular, die Bedingungen, unter Welchen Dienst- aufwands-Entscixädigungen für Ober-Wachtmeistxr und Gensd'armen gewahrt odér eingkzogen werden, betreffend, “vom 1. Dezember 1877. _ Erlaß, die Beding..ngen für eingeschriebene Hülfskaffen betref- fend, rorr_1_4_. ebruar 1878. _ Bestimmungen über die Aufnahme ix_i die_ _mtittcirärzilichen Bildungsanstalten zu Berlin. _ Nachrichten fur diejrnigen Freiwilligen, Welche in die Unßrdfffziersihulen zu Pots- dam, Jultch, Biebrich, Weißenfels und Ettlinxxn eingest-xklt zu wer- den Wunschen, vom 3. Dezember 1875. _ Nachrichten für diejeniaen jungen Leute, welche in die Unterofßzier-Vorschulc zu Weilburg ein- zutreten wünschen, vom 15. Juli 1877. „.
Statistische Nachrichten.
Nqch der „Zeitschrift für Erwerbe und Volkswirthschaft“ waren in Oberschlesien im Jahre 1877 107 Kohlenaruben im Brtriebe, darunter nur 13 weniger als 12 Monate hindurch. Gefördert wurden 162021044 Str., gegen 168 610 544 Str. in 1876. Nax!) der Sortirung bestand die Förderung aus 50 889 668 Ctr. Stackkohlen, 16 094 436 Ctr. Würfelkoblen, 8989 642 Ctr. Nuß- kohlen, 316 319 Sfr. Erbsen-, 61 873 636 Ctr. Steinkohlen, 14 792 853 Sfr. Staub-, Gras: und Grieskohlen, 1 774 290 Ctr. Förderkoblen und 138 701 Etc. Schieferkoblen, darsieüend einen Gejammtwertl) von 34 997 528 «FC» Außer Betrieb oder Förderung waren 46 Gruben. De Zahl der Dampfmaschineri zur Förderung beirug 160 mit 7491 Pferdekr., zur Wafferbaltun§165 mit 18 761 Pferdekr, zu andern Zwecken 119 mit 1949 Pferdekr. n Arbeitern übrr „16 Jahre wurden 28 854 männ- 1iche_und 2017 weibliche, unter 16 Jahre alt 94 männliche und 3 weibliche beschäftigi. Die stärkste Förderung hatten die Gruben König in Königshütte mit 19 273 027 Ctr. (gegen 19 276 894 Ctr. in 1876) und Königin Luise in Zaborze mit 19780813 Ctr. (gegen 19 935 620 Str. in 1876). Erstere zahlte im Jabre1877 2062 008146, leßtere 2024190 «74 Lohn aus.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
München, 18. März. Die Akademie der Wissen- schaften wird am Donnerstag, den 28. März, zur Feier ihres 119. Stiftimgstagcs eine öffentliche Sitzung halten. Der Vorstand, Stiftsprobst Reichsrat!) 1)r. voxiDöUinger, wird zur Ekiileitung dem verstorbenen Präfidenten der Liiiaboner Akademie und auswärtigem Mitgliede der historischen Klaffe, Alexandre Herculano de Carvalho, eine Gedächtnißrede widmen. Nach Ehrenerwähnung der anderen jüngst verstorbenen Mitglieder durch den Kldffexisekretär wird alsdann dcr vanafial-Pxofeffor Or.A. Spengel, außerdrdentliches Mitglied der philosophisch -pbi[_ologischen Klaffe, „ULM die [ateinische Komödie“ einen Vortrag halten.
Paris, 19.März. Dichkademie der_WissensÖaften dat gestern den Direktor der Sternwarte von Toulouse, Hrn. Tisse- rand, mit 32 von 55 Stimmen an Steile des Hrn. Leverrier zu ihrem Mitgliede ernannt; von den übrigen Stimmen entfielen 21 auf den Astronomen Wolf und 2 auf Hrn. Tiffandier, der übrigens gar nicht als Kandidat aufgetreten war; __ _
_ Von dem „Parlamentariichen Handbuch fur den Preußischen Landtag“, welches von Fr. Korikamyf bxrarzs- gegeben wird, ist im Verlage von Fr. Kortlampf bierielbW kur5_l1ch die vierte Auflage, Angabe für die 11111. Legtxlaturperwde des Preußischen Landtages, erschienen. Diese vorliegende Aus- gabe hat sich, wie der Herausgeber in einem Vorwvrte be- merkt, bis nach Schluß der ersten Session dadurch verzogert, daß die bald nach den Wahlen erbetenen biograpbixchen Mittheilungen sehr langsam und spärlich eingesandt wvrden seien. Dre Redaktion habe daher erst in der leßten Hälfte des Febrizar geschlossen werden können. In der äußeren Anordnung sowie bezugl_tch des Inhalts find auf Grund mehrfach geäußerter Wünsche verxckotcdxne Aenderungen eingetreten. Das ormat ist dadurch :::)dltcher geworden, daß in din Außga € davon abgesehen worden ist, andere Ge eße als den ortlaut der preußischen VerFaffung wiederzuge en, doch ist die „Geschäfts - Ordnung“ fizr das _aus der Abgeordneten beibehalten Worden. Bet _den_ wgrapbwt ist eine Aenderung dahin eingetreten, daß dte___Mtk ltedscbaft voii g:- seßgcbenden Körperschaften des Reichs oder Prei: ens, das Summ- verbältniß der Parteien bei den Wahlen, soweit dem rau eber hierüber Nachrichten von den Abgeordneten zugegangen md, e nfo deren eigene Parteistellung vdraw gestellt smd. Demyäcbft folgen die eigentlich biographischen Mittheilungen, von denen diejenigen der Abgeordneten, welcbe either dem Hause noch nicht oder nur erst kurze Zeit durch Nachwahl angehören, i;: lateinischer Schrift Wi smd. Eine anerkennenswertbe Zugabe bilden die statistischen - sichten, als da find _eine Gru pirung der Parteien des Abgeordneten- hauses nach den etnzelnen andestbeilen und eine Uebersi t der Mitglieder nach Berufsklaffen, Stand und Glaubeasbckenutai