Bei der am 11. ci]. stattgefundenen Ziehung der pro 1878/79
ösendeu Partial-Obligatioueu des vormals Landgeäflich
be s is eben, durch Vermittelung des Bankhauses A. Reinach in
ukfurt (:./M. negociirteu 50/oigen StaaUanlebens von
[. 150000. _ vom 1. August 1859 sind durch das Loo] zur
den lang auf den 1. August 1878 folgende Nummern bestimmt wor '
Nr“. 3. 11. 22. 42. 56. 63. 99. 122. 135. 136. 165. 167. 168. 192 und 195, 15 Stücks. Fl. 500. oder .“ 857. 14 „3 =ck- 12857.
10 . JU. 252. 255. 256. 292 und 293 je 8. 8. (I. 1). XI., 25 Stück S Fl. UP. oder «FC 171. 43 „l = ck 4285. 75 «Z. : 40 Stück im Werthe vou „Fé- 17142. 85 .-_z.
Die Inhaber dieser Obligationen werden hiervon mit dem Be- merken benachrichtigt, daß sie die Kapitalbeträ e,deren Verzinsung nur bis zum Rückzahlungstermine stattfindet, ei dem genannten Bankbause, bei jeder Königlichen Regierungs- und Be-
irks - Hauytkasse, der Königlichen Staatsschulden-
ilgungskajse in Berlin, der Königlichen Kreiskasse in Jrankfurt (:./M. und der Königlichen Steuerkasse tn
omburg v./d. Höhe gegen Rückgabe der Obligation nebst dem dazu gehörigen Talon erheben können.
„_ Soll die Einlösung von dergleichen Obligationen weder bei dem vorbezeichneten Bankbause, noch bei der Königlichen Regierungs- Hauptkaffe hier, der Königlichen Kreiskasse in Frankfurt a./M. oder der Königlichen Steuerkaffe in Homburg, sondern bei einer der anderen Kassen bewirkt werden, so sind die betreffenden Obli ationen nebst Talons 14 Tage vor dem Verfalltermine bei letzten Ka en einzureichen, von welchen dieselben vor der Auézahlung an den Unterzeichneten zur Prüfung einzusenden find.
Rückständig sind noch aus der Verloosung:
auf den 1. August 1875: Nr. 147. 159. 160. 208 (1. 2473. 2470. 2616. und 2738.;
auf den 1. August 1876: Nr. 2029. 2026. 2029. 2040. 2259. 2949. und 294 ck.“
an den 1. Äugust 1877: Nr. 24, 95. 203 0. 2231). 2510. 2629. 2626. 628. 2761). 2760. 281 b. 2901). und 290 9.
Die Inhaber dieser Obligationen werden wiederholt zu deren Einlösung aufgefordert.
Wiesbaden, den 13. April 1878.
Der Regierungs-Präßdent.
v. Wurmb.
Bekannimachung.
Nach Vorschrift des Geseyes vom 10. April 1872 (Gesetz- Sammlung S. 357) smd bekannt gemacht:
1) Der AÜerhöcbste Erlaß vom 25. März 1878 und der durch denselben genehmigte fünfte Nachtrag zu den Statuien für die ver- einigte landschaftliche Brandkaiie zu Hannovrr durch das Amtsblatt für Hannover Nr. 15 S. 93 bis 96, auSgegeben den 12. April1878.
? Der Allerhöchste Erlaß vom 10. April 1878, betreffend dix
Gene mi ung des zwischen der Calender :(Hrubenhagenscioen und der
O3nabrü schen Landschaft geschlossenen ertrages Wegen Vereinigung
der OStiabrückschen Gebäude-Brandverficherungéanstalt mit der ver-
einigten landschaftlichen Brandkasie zu Hannover, durch das Amis-
Ft"? WZZHannover Nr. 16 S. 106/107, auSgegeben den 20. ri .
Yichtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 30. April. Se. Majestät der Kais er und König besichtigten heute das 1. Bataillon 3. Garde-Ne iments z. F. auf dem Exercirplaße westlich der Tempelhoßer Chaussee, nahmen demnächst im Beisein des Kommandanten militärische Meldungen und daran die Vor: träge der Generale von Stosch und von Albedy entgegen.
_ Ihre Majestät die Kaiserin-Königin wohnte Lestern einer kirchlichen Feier im Augusta-Hofpital bei und esuchte heute die Kaiserin-Augusta-Stistung in Charlottenburg.
_ Der VundeSrath hielt gestern eine Vkenar: fißung unter dem Vorsiß des Präsidenten des Reichskanzler: Amts, Siaats:Ministers Hofmann.
' Nach FestsieUung des ProtokolTs der vorigen Silzung wurden Vorlagen, betreffend: 9. den Entwurf eines Geseßes we en Gewährung einer Ehrenzulage an die Inhaber des Ei ernen Kreuzes von 1870/71, 5. die Wanderlager und Waarenauktionen, 0. die Revision der 131181'1113605063 FSrmanjea den zuständigen Ausschiiffen üderwiesen.
Hierauf foletezi m1t Rücksicht auf die bevorßehenden Be: rathungen d(xs eichstags Besprechungen über ie Geseßent: Würfe, betreffend den Gewerbebetrieb der Maschinisten auf Seedampfxchiffen, und betreffend Zuwiderhandlungen egen die zur Abwe r der Ninderpest erlassenen Vieheinfuhrverßote.
_Ueber einen vom Vorsißenden eingebraähten Antrag, be: tref'end daS Pension-Zverhältniß eines Beamten der Postver- waÖtung, soll in einer späteren Sitzung Beschluß gefaßt wer en.
Sodann wurde über die Wiederbeseßung erledigter Stellen bei Dis iplinarkammern Beschluß Fefaßt.
En lick) wurden zwei Einga en vor elegt und den be: treffenden Ausschüssen überwiesen, nämlich8 eine Eingabe deS Verbandes deutscher Leinen-Jndustrielken, (1. (1. Bielefeld, den 12. April 1878, betreffend die Verhältnisse der deutschen Leinen-Jndustrie, und eme Ein abe des Konrektors Heyse zu Buczkowo, betreffend seine Dru schriften „Die Rechtsvertheidi- gung der Anwaltschaft“ und „Ansichten der Juden“.
_ 11 dem vorstehend erwähnten Antrags hat der Reichs anzler den Bundesrat?) ersucht, sich damit einver- standen zu erklären, daß zum Zweck er Revision der kbar- 1113609063. Esrmanjoa eine aus Apothekern, Chemikern,
harmakologen und in der Praxis bewährten Aerzten und
ltmern bestehende Kommission berufen werde. Die damals von einer Sachverständigen-Kommission festgesteÜte Dharma; 0011069. 'Sermanjaa ist auf Grund der in der Sißung vom 22. M91 1872 erfolgten Verständigung mit dem 1. November 1872 m Wirksamkeit getreten. Seitdem hat der Arzneischaß manche Versicherungen erfa ren, auch sind bei der Anwen- dung der Pharxnawpöe vers iedene Zweifel und Mängel her- vor etreten. Eine Revision des Arzneibuchs von 1872 er- scheint deshalb geboten. *
_ Der Ausschuß des „Bundesraths für Zoli- und Steuerwesen trat heute zu einer Sitzung zusammen.
_ In der heut“. en (36) Sikung des Reichs- taqcs, welcher der äfident des Reichskanzler : Amts, StaatxMinifier Hofmann, und mehrere andere Bevollmäch- tigte zum BundeSrath beiwo nien, theilte der Präfident mit, daß einge angen seien: Der achtragvertrag zu dem Vertrage vom 15. ktober 1869 über den Bau und Betrieb der Gott: hard-Eisenbahn;-der Auslieferun svertrag zwischen dem Deut- schen Reich und Schweden und Wegen" die Gesekßkentwürfe, betreffend die Statistik des auswärtigen aarenve ehrs des deutschen Zollgebietes, betreffend die Abänderung der §§. 30 und 33 der Gewerbcordnung und betreffend die Revifion des Servistarifs und der Klaffeneintheilung. Zierauf Wurde auf Antrag der 711. Abtheilung, in deren
amen der Abg. von Gräveniß referirte, der betreffend die
Wahl des Abg. Eysoldt im 8. Wahlkreise des Königreichs Sachsen am 10. April 1877 gefaßte Beschluß des Hauses für erledigt erklärt.
In der zweiten Berathung des Geseßentwurfs, betreffend den Gewerbebetrieb der Maschinisten auf See: 2dlatnrpfschiffen, stellte der Abg. Dr. Karsten folgende
n rage:
„Der Reichstag wolle beschlieZen:
]. An Stelle des einzigen aragrapben der Regierungßvorlage folgende Paragraphen zu seßen:
. ]. Maschinisten auf Seedampischiffen müssen fich über den Befis der erforderlichen Kenntnisse durch ein Befähigungözeugniß der zuständigen Vertvaltungsbcbörde ausweisen.
Haben dieselben beim Inkrafttreten dieses Gesetzes auf See- dampffcbiffen bereits gefahren, so find sie berechtigt, von der zu- ständigen Verwaltungsbehörde ohne Ablegung einer Prüfung ein Zeu niß zu verlangen, welches fie befähigt, ihren Gewerbebetrieb
-- in cm bisherigen, durch das Zeugniß festzustellenden Umfange auSzuük-en.
Jm Uebrigen finden die Bestimmungen, welche die Gewerbe- ordnung für Seesteuerleute über den erforderlichen Nachweis der Befähigung trifft, auf die Maschinisten Anwendung.
. 2. Die Untersuchung der Seeunfälle durch die Seeämter erstreckt fich nach Maßgabe der Bestimmungen, Welche das Gesetz, betreffend die Untersuchung von Seeunfäüen, Vom 27. Juli 1877 (Reickpsxxesetzblatt S. 549) für Seesteuerleute trifft, auch auf die Verschuldungen der I)iafchinisten.
Auf Antrag des Reichskommissars kann, Wenn fich ergiebt, daß ein deutscher Maschinist den Unfall oder desen Folgen durch den Mangel solcbcr Eigenschaften, welche zur Ausübung icinrs Ge- werbes erforderlich find, verschuldet hat, demselben durch den Spruch des Seeamtes die Befugnis; zur Ausübung seines (Ge- werbes entzogen Werden.
11. Im Falle der Ablehnung des Antrages sub ]. dem Re- JierixngFenttFulrfe als besonderes Alinea hinzuzujügen: „Alinea 2 es ,. 811 .“
Der Präsident des Reichskanzler-Amts, Staats-Minifter Hofmann, bemerkte, er halte diesen Antrag nicht für eine
erbefferung der RegierungSvorlage und bat, denselben abzu- lehnen. Die Regierungßvorlage mit dem Evsntualantrage Karsten wurds angenommen.
„ Bei der darauf folgenden zweiten Berathung, betreffend dre AUSrüstung der deutschsn Kauffahrteischiffe mri Booten, beantragten die Abgg. Rickert und Dr. Wolff- son dre Ueberweisung der Vorlage an eine Kommission von 14 Mitgliedern. (Schluß des Blattes.)
_ Die in der heutigen Börsen-Beiiage abaedruckte tabellarische Uebersicht dcr Wochenausweise der deutschen Zettelbanken vom 15. d. M. schließt mit
fol enden summarischen Datén ab: Es betrug der gssammte KaTenbestand 636 568 000 516 oder der Vorwoche gegenüber
me r 5518 000 (75; der Wechselbestand weist mit 564 340 000 «16 eine Abnahme um 25 075 000 «15 nach, wie auch die Lombardforderungen um 3 576 000 «16 auf 75 649 000 ck16 zurückgegangen sind; es bezifferte sick) ferner der Notenum: [auf auf 791 306 000 «76 oder 19 911 000 «16 weniger als in der Vorwoche; die sonstigen täglich fälligen Verbindlichkeiten haben sich um 3215 000 25 auf 189 403 000 «76 und die an eine Kündigungsfrist gebundenen Verbindlichkeiien um 151 000 615 auf 59 683 000 ck15 ermäßigt.
_ Der Betrieb einer Schankwirthschaft in Stell- vertretung cines Anderen, ohne polizeiliche Genehmigung der Stellvertretung, ist nach einem Erkenntnis; des Ober: Tribunals, vom 10. April d.J., als Beihiilfe zu dem Ver: gehen gegen die §§. 33 und 147, 1 der ReichI-Gewerbeordnung, detre end den Betrieb der Schankwirthschaft ohne polizeiliche Gene migung, zu bestrafen.
_ Die Bevollmächtigten um Bundesrathe: Köni lich bayerischer Oder-Regierunch-Ratß Freiherr von Naesfe dt, Königlich bayerischer Ober:2[ppellati0119gerichtS-Rath Kastner, der Großherzoglich mecklenburg-schwerinsche Ober-Zoüdirekior Oldenburg und der Bürgermeister der freien Hansestadt Bremen, Gildemeister, sind in Berlin angekommen.
_ Der Ar iv-Hülfsarbeiter Dr. 13111]. Irmer ist von „Berlin an das taatSarchiv in Coblenz verseßt worden.
Sachsen. D r esd e n , 29. April. Dem „Dresdner ournal“ zufolge hat der K ö n ig den H er z og v o n a chf en : Alten b u rg bei der gestern in Altenburg statt- gehadten Jubelfeier des Herzoglichen Paares zum C [) ef d es ersten sächsischen Jäger-Bataillons Nr. 12 ernannt.
Anhglt. „Dessau, 27. April. Das (Heseß, be: treffend 016, Bildung von Amtsbezirken und die Ab- änderung emiger Bestimmungen der Gemeinde:, Stadt: und Ddrfordnungen, ist heute ublizirt worden. _Da elbe tritt m1t dem 1. Juli d. J. in rast. Der an die piße der Verwaltung des Amtsbezirks zu stellende Amtsvorsteher Wird von dem Landesherrn auf sechs Jahre ernannt; zum Zweck der Ernennung hat der Kreistag eine Liste der zu Amtsvor- stehern befähigten Amtsangehörigen aufzusteüen und selbige vori Lechs,» sechs Jahren jedeSmal vor Ablanf der Amts- perjw 9 einer Revision zu unterzie en. In denjenigen Amts: bezirken,„wel 9 nur aus einer emeinde oder aus einem Gutßdezirke este en, soll der Gemeinde: oder Gutsvorsteher zuglvetck) Amtsvorteher werden. Ist nach der Erklärung des Kreistages für emxn Amtsbezirk keine zum Amtsvorsteher geeig- nete Person u ermrtteln und auch die zeitweise Wahrnehmung der Awtsverwa tung durch den Vorsteher eines benachbarten Amts: bezirkes ,oder durch den Bürgermeister einer bena barten Stadt mcht zu ermöglichen, so Hat das Staats-Mini terium nach Anhörung des Kreißauss uffes einen kommissarischen Amtsvorsteher zn, hestel1en, welcher, sofern die Verhältniss es Zlestatten, leichzeittg mrt der Verwaltung zweier oder mehrerer
mtsbezir e beaufiragt werden kann. Für die Uebernahme der Verwaltung eines benachbarten Amtsbezirkes durch einen Bürgermeister ist ayßerdem, die Zustimmung der Gemeinde- vertretung erforderlich. Die Funktionen der Amtsvorsteher
entsprechen im Ganzen denjenigen, welche ihnen in Preußen die Kreisvrdnung zugewresen hat.
Neuß j. L. Gera, 27.21pril. (L. Ztg.) Der Land: tag hielt gestern noch eine Abeydfißung, um die dringliche Frage, betreffend die Genehmigung emcr Anleihe ,d er 5 e1mar:Geraer Eisenbahngesellschaft, zu erledigen. Der Landta stimmte mit allen egen drei Stimmen dem An- tra e zu un ertheilte zugleich eine Genehmigung zur Auf: na me einer eventuel] späteren Prioritäts : Anleihe von 2000000 «46, durch welche alle vorhandenen Restbeträge gedeckt Zverden sollen, um so die Gesammtschuld in eine Summe zu
ringen.
Oesterreich=ngarm Wien, 29. April. (W. T. B.) Die Meldungen der hiesigen Abendblätter iiber den angeblich bevorstehenden Einmarsch in VoSnien und m die Herzegowina werden von dem „TelegrapZen-Korrespondenz-Bureau“ als reine Kombiiia: tionen ezeichnet. Defimtives in dieser Beziehung scheine durchaus nicht frstzustehen.
_ (W. T'. B.) Der „Polit. Korresp.“ wird_au5 Kon: siantinopel vom heutigen Tage gemeldet: Die Unter: handlungen in Betreff des gleichzeitigen Rjick'zugs der Engländer und Russen aus der UmgebungKon: stantinopels sind noch keinewagH aufgegebx11._ Die türkischen Mitglieder der Kommission zur Pazifizirung Rumeliens, Samih Pascha und Waffa Effendi, haben ledig- lich den Auftrag er?alten, die russischen Kommissäre mit Rath zu unterstüßen. Russi cherseits fungiren die in Philippopel bcfehli- genden Generale als Kommissäre. _ Eine Londoner Mittheilung der „Polit. Korresp.“ führt aus, daß England es noch immer nicht für ausgeschlossen halte, daß Rußland dem vollen Ernst seiner Haltung Rechnung tragep. werde, entgegengeseßten Falles werde England die Rektifizirung der durch Rußland auf der Balkanhalbinsel wie an der asiatischen Küste des Schwarzen Meeres geschaffenen Verhältniss in die eigene Land nehmen. Jndeß würde England wohl dem eventuellen
intritt einer solchrn Phase einen bedeutungsvollrn Schritt vorangehen lassen. Mit der Möglichkeit einer von England nach London einzuberufenden Konferßnz könne gerechnet werden.
_ 30. April. (W. T. B.) Da?- „Fremdenblatt“ konstatirt, daß an dem unter dem Vorsrße des Kaisers gestern stattgehabten Ministerrathe die gememsamenMinister nicht Theil genommen haben. Demnach habe es sich nicht um auswärtige Fragen, sondern um den ungarischen AuSgleich gehandelt. Ueber den definitiven Abschluß desselben sei eine Vereinbarung wohl noch nicht erzielt, dock) wiirkden die Verhandlungen in der nächsten Woche fortgesrßt wer en.
Niederlande. Haag, 29. April. (W. T. B.) Nack) hier eingelangten Nachrichten hat die Regierung von Venezuela durch Dekret vom 2. d. M. die Häfen vo.n Maracaibo und Coro wieder für den auswärtigen Handel gcöffnet, nachdem die chräsentantenkammer dem diesbezüglichen Veschlusse des Senats beigetreten war.
Großbritannien und Irland. London, 29. April. (W. TB.) Wie das Comité zur Orkganisation einer Armee von Freiwilligen für den 6 tiven Dienst bekannt macht, haben sich bereits gegen 8000 Personen, daruntLr eine große Anzahl friiherer Offiziere, in die Listen eintragen lassen.
_ 30. April, friih. (W. T. B.) Der Staatssekrctär für Indien, Hardy, wohnte grstern der Einweihnng des konservativen Klubs in Bradford bei und hielt eine Rede, in der er hervorhdb, daß dir Regierung sich auf den Stand- punkt der Londoner Deklaration von 1871 auf den Boden der allgemeinen 50115 6653 und derjenigen Bedingungen fteÜe, die ohne Europas Zustimmung nicht verleßt werden dürften. Fur Entsendun einer F [ dite in die türkischen Gewässer behufs Schußcs feiner taatsangehörigen seiEngland b€r6chtigt gewesen. Der Frieden-ZVertrag von SanStefano enthalte nicht Ein einziges die Bürgschaft dcr Dauerhaftigkeit in sick) tragen- daS Moment; aUch die Jnt6r9ff6n der muselmännischen Be: völkerung dürften nicht außer Acht gelassen werden, Und die Griechen bediirften eben so viel Schuß, wie die Slaven. Die von England ergriffenen Maßregeln seien nicht kriege: rischer Natur, sondern bloße Sicherheitsmaßregeln. In Eng- land könne weder eine chauvinisiische Partei, noch ein chartm- nistischeß Ministerium existiren. Das englische Volk könn? nnr um großer Prinzipien wiÜen einen Krieg führen. Es sei der feste Entschluß der Regiernng, die bis jeßt festgehaltenen Prinzipien auck) ferner zu befolgen. , , _ ,
_ 30. April. (W. T. B.) Die Königin beabsichtigt, demnächst eine Besichtigung des vollständig formirten ersten Armee-Corps in Aldershotvorzunehmen. _ Wie der „Advertiser“ erfährt, hätten die Verhandlungrn we en gleichzeitigen Rückzugs der englischen und ru sis sn Streitkräfte wesentliche Fortschriite gemacht, und ho 6 man, daß dieselben zum Ziele führten. Dagegen wird der „Times“ aus St. Petersburg, von gestern, gemeldet, die Verhandlungen seien in den leßten 24 Stunden nicht merklich fortgeschritten. Die direkten VourparlersßZwischen St. Petersburg und London hätten kaum begonnen. ußlcrnd wünsche im Allgemeinen die Ansichten Englands Über eme friedliche Lösung zn ermitteln, es sei indes; nicht bekannt, ob Lord SalisburYNseine streng nRative Haltung aufgeben werde. _ Nach einer eldung des „ euterschen Bureaus“ aus Bombay ist das erste Detachement des Expeditions: Corps adgesegelt. Weitere Regimenter haben Einschiffungs: ordre erhalten. Die Expedition nimmt Provisionen auf fünf Monate mit.
Frankreich. Paris, 27.21pril. Die „République Maiwaise“ schreibt: „Wir können melden, daß der Krregs- inister dem Präsidenten der Republik ein Dekret betreIexid die Stellung der Landwehroffiziere, zur Ünters rift vorgelegt hat. Dieses Dekret wird die Hauptbesttmmungen deszenigen vom 15. Juli 1875 über die der Reserve der aktiven Armee angehörigen Offiziere wiedergeben und hoffent- lich den Willkürmaßregeln ein Ziek, seßen, welche in den leßten Tagen die öffentliche Memung iq „sehr auf- geregt aben. Außerdem wird es dem „Offizier : (8de der Lan wehr jene Dauerhaftigkeit und Festigkeit „verleihen, deren es bedarf, wenn diese zu einer mä_cht1 en N_a= tionalkrast Heranwachsen sou. Dennoch müssen wn? „xmerkkich machen, da nach Art. 45 des Geseßes vom 13. Mar 1875
über die Cadres und die Effektivbestände „der Etat der eserre-
Offiziere, die Art und Weise der Beförderung durch dre Spezialgeseße, betreffend den Etat und das Avancement der OffiTiere, geregelt werden sollen“, und daß nach Akk- 5,8 de e hen Geseses die vorstehenden Bestimmungen „an_ dle O fiztere der Landwehr anwendbar smd“ AULWMJS fü te_ der Gesxßgeber, wohl wissend, daß der Etat der O„fiztere Und die Beförderung in der aktiven Armee zahl- reiche Modifikationen erheischen, und in der leider gerecht: fekt! ten Annahme, daß diese Modifikationen nicht mit der WÜU?chMS_WM. en Schnelligkeit erfolgen werden, dem Art. 45 2111611 Fwe1ten aragrckphen bei, welcher besagt, daß in Ge: wärtrgung der neuen Gesetze über den Etat und das Avancement derOffizlk-W des ste enden Heeres, die Stellen in der Reserve „zeitwetltg durch De rete des Präsidenten der Republtk“ beseßt werden „sollen. Kraft dieses Prinzip?- ist das Dekret vom 15- JUN 1875 Über den Etat der Offiziere der Reserve er: [affen worden 1111?) wird nächstens ein neues in Bezug auf die Landwehrofftziere erscheinen. Wir glauben, auf dre Mangel- haftigkeit solcher Zustände und auf die Nothwendigxeit hm.- weisen zuiollen, baldmöglichst die Entwürfe der Spezialgewße auszuarbeiten und dem Parlament vorzulegen.“
, _ 28. April. Nach einem Berichte des Faulen: MMlsté-xswe Freycinet an den Präsidenten der Republik uber die Arbeiten der RegionalauZschüffe, welche durch Dekret vom 2. und 15. anuar behufs Vollendung der Eisenbahnneße und Was erstraßen und die Ausfüh- rrrng ne_uer Bauten in den französischen Handel?:- häfen_91ngejeßt worden sind, war die Aufgabe zur bestimm- irn Zart ferttg. Am 1. April konnten dem Genercrlrathe fiir drr, Vritcken und Landstraßen die auf die Klassirung der Eisenbghnen bezüglichen Entwürfe vorgelegt werden, und am 1. Mai werde dasselbe mit den Projekten zur Hebung der Fluß: und Seesckxffahrt geschehen. „Es läßt sich schon ]“th voraus- sagezi“, schreibt _der Minister, „daß das Endresultat nur wier- hebltck) yon demxnigen abweichen wird, welches ich in mcmen die xrwähntßn Dekrete begleitenden Berichten als wahrscheinkich bezeichnet hatte. Msines Erachtens wird die Zahl der anzu- legenden Kilometsr Schienenwege den Voranschlag nur um ctwa fiinfhtzndert Und die Kosten für die Verbesserung der Schiffahrt die dafür bestimmte Summe nicht um volle hundert Miüwnen iiherschreiten. Das Land wird im Ganzen sin Opfer 0011 vier MiÜiarden Und zwei- oder dreihundert MiUionen zu bringen haben, die binnen einer klug bemessenen Frist zwischen dem Staai und den großen GeseÜschaften zu vertheilen sind und dem es emerrVrrkehrsapparat zu, verdanken haben wird, mit welchem eSixch jeder anderen Nation gleichsiellen kann.“ _ Die „Armde francaise“ schreibt: „In dem Augenblicke, da diese Zrilen erscheinen, werden die CadrecZ der ersten Ba: WWW und der ersten Batterien der Landwehr sich an Ort und Steile cwgefxnden haben. Es ist das erste Mal, daß mitten im Frieden mehr als hunderttausend Mann, welche das Alter von 30 Jahren überschritten haben, vsrsammelt werden, wn cm ernsten militärischen Uebungen Thril zu neh: men. DW Probe wird cine entscheidende sein und sicherlich den Hoffnungen, welche man an sie knüpft, entsprechen.“
_ Die „Corr. Havas“ meldet: „Die Dsbatten über Militärsachen scheinen bei der bevorstehenden Session der Kammern eine bedeutende Stelle einnehmen zu soilen. ?m Senat wird die Interpellation des Hrn. Scheurer-Kestner ich nicht auf den Fall der beiden Offiziere der Territorial- armee aus Belfort beschränken. Der „Rappel“ behauptet, Fäile dieser Art seien zahlreicher als man glauhe, und die Beispiele, die man im Senat kompetenter Weise anführen wird, wiirden
“ geeignet sein, die öffcntliche Meinung Über die Angelegen
eit hin: länglich zu Erdauen. In der Deputirtenkammer steht die &etition des Majors Labordére in Aussicht. Der Bittsteller will den gesetzgebenden Körprr auf die Gefahren aufmerksam machen, die aus einer Lage entspringen diirften, worin die Militär: person, Offizier oder Soldat, sich zwischen dem passiven (He: Yorsam zur Disziplin und der Beobachtung des Gesetzes ge- ielLt sähe, im Fail? wo diese beiden Bedingungen mit ein: ander im Widerspruch ständen. Er möchte, dqß man genau béstimine, wrlches die Pf1i t des Soldaten ier, falhs Aben- teurer versuchens011temsi der Armes zu ihren strafbaren Unternehmungen zu bedienen.“
_ 29. April. (W. T. B.) In der heutigen Sißung des Senats brachte der Ministerxdes Auswärtigen, Wadding: ton, eine außergewöhnliche Krediiforderung fiir die Ausstellung ein,. _ In der Deputirtenkammer wurde der von einem Mitgliéde gsmachte Vorschlag, betreffend den freien Eintritt in die Aussiellun während der Sonntage, diskutirt. DW Kommrssion schägt in'; Ein: verständniß Mit der Regierung eme Resolution des FUÜUUS vor, daß die Kammer die Regierung auffordern so 9, den «Eintritt in die Außftellung an Sonntagen zu erleichtern. Der Antrag der Kommission wurde angenommen.
Türkei. Konstantinopel, 29. April. (W. T. B.) Der Seraskier hat Offiziere nackxThrazien entsendet, um über die Klage des Großfiirsteii Nikolarts, daß unter den dortigen Aufständischen sich zahlreiche tiirktsche'Soldaten h_e: fänden, eine Enquete zu „veranlassen. _ Said Pascha isi wieder als Palasimarchall installirt worden.
Rußland und Polen. St. Petersburg,'29. April. (W. T. B.) Wie die „Agence russe“ meldet, ist das Be: finden des Reichskanzlers Fürsten qutschakdff em bJse'res, dock) hindern Schwä e und em gichtisches Leiden den sichs: kanzler noch an der Lahrnehmung der Geschäfte.
Amerika. Washington, 29. April. (W. T. B.) Ueber Vorbereitungsmaßregeln Rußlands zur Aus- rüstung von Kreuzern in San Franchcowder gnderen Unionshäfen für den Fall, daß'es zu einßm KUW? m_it „En : land kommen sollte, hat die Regierung Feinerlei offiziel e Mittheilungerhalten._DasReprasentantenhaus hat
die Bill, betreffend die Aufhebung des mit dem gegen-
wärtigen Anleihe:S1ndikaie bestehenden Verxrags zm die Kommission verwiesen. DLS'BZÜ betreffend dW Verhin- derung einer abermaligen Emzteßung vori geseßlichem Papiergeld, wurde mit 177 gegen 35 Stimmen ange- nommen.
Afrika. Egypten. Cairo, 29. April. (W.T.B.) Die Mittel .zur Bezahlung des Matcou 0115 und der Amortifsements der egypttschen Schu d smd zur Ver: fügung gesteÜt.)
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Aus Straßburg wird geschrixbeu: Die Restauration de? altehrwürdigen Münsters macht dix besten Jortschritte. Augen- bltcklicb ist man damit beschäftigt, die unge alte provisorische Die neue Kuppel soll 3 111 böber . der Apsis zu erhöhen. omes endlich soll binnen Kurzem eine neue Orgel
Münsterknxpel abzubrechen. werden; e enso edenkt man das Dach Im Innern des
angebracht werden.
_ Am 9. März 1). I. hielt die historische Kommission dxr Provinz Sachsen zu Halle ihre 4. Sitzung. in welcher über die H e r a u s g a b e verschiedener, die Provin Sachsen betreffender U r k u n d e n b 1": ch e r und anderer Schriftwrr e theils Nachricht ge- geben, theils Beschluß gefaßt wurde.
München, 28. April. Der Professor und Konservator der gnatomischen Anstalt, Or. v. Bischoff, ist aaf sein Ansuchen m den Ruhestand verseßt und ihm in Atxcrkennung seiner aus ezeicb- neten Verdienste der Titel und Rang eines Königlichen Ge eimen Raths verliehen worden.
_ In der AmtSrepofitur zu Mosbach find mebrerx Hand- schriften von Götz von Berlichingen (deffen Wobmiß, Burg Hornberg am Neckar, nicht weit von Moßbach liegt), theils mit der rechten, theils mit der linken Hand geschrieben, aufgefunden worden, Die Schriften werden dem württembergischen General-LandeSarchiv überwiesen werden.
Paris, 27. April. Die französische Akademie hat den großen Zreis Gobcrt für das bestexWerk über franzöfische Ge- schichte rn. R. Chantelauze für seine iweibändige Studie iiber den „Kardinal Reiz und die Huiaffaire“ zuerkannt. _ Die Pariser Jograpbische Gesellschaft hat 'Von dem Präsidenten der
erliner geographischen GeseUschaft xine Einladung zu der feier- lichen Sitzung erhalten, mit Welcher die letztere am 30. d. M. den 50. Jahrestag ihrer Gründung zu begeben gedenkt, und als ihren Vertreter, einen ihrer Vizepräsidenten, den Afrikareisenden Henri Duveyrier nach Berlin abgeordnet.
Getverbe und Handel.
In der am 24. d, M. stattgehabterx Sißung des Vereins für deutsches Kunstgejverbe in Berlin war eine Sammlung emaillirter Gegenstände aus der Fabrik der HH. Ravens 11de Suß- mann-Hellborn aUSJesteÜt und hielt Hr. Röhrich, der technische Let- ter dieser Anstalt, einen Vortrag über die Arbeiten, sowie über die EmaiÜe-Fabrikation im AÜgemeinen. Allen Anzeichen nach„ so führie er aus, müffe die Bereitung der Emaille fast ebenso alt sem, als die des Glases; es gebe Arbeiten dieser Art: aus Indien, China und Ja- pan, welche augenscheinlich von hohem Alter, und dabei'von der vor- trefflichsien technischen Ausführung seien. Einige Stücke dies er Art. sehr schöne Vasen, habe die Sammlung Sr. Königlichen Hoheit dcs Prin- zen Carl aufzuweisen. Der Vortragende berichtete dann über die Einführung dieses Jndustriezrveiges in Berlin durch die Herren Ra- vené und Sußmann-Hellborn, welche die Anregung dazu der Pariser Weltausstellung Vom Jahre 1867 entnahmen, und gab eine Beschrei- bung des EmaiUirrerfaHrens bei den Chinesen und Japanern und andererseits bei den Javanesen. Für die RaVLné'sche Fabrik hat die Regierung ,:„Wei Jammer kommen lassen. von denen der eine in der Versammlung anWesend war. Beide Arbeitrx haben fich nazi) Erklä- rung des Redners als gcichickt und gewandt erwiesen, jedoch nicht aUen von ihnen gehegten ervartungen entsprochen. Es seien einige Geheimnisse der Fabrikation, Welche sie entwéder nicht kennen, oder Uicbt verrathen wollen. Der Redner trug dxnn noch eini- ges über die Bronzefabrikation der Japaner vor und zeigte dabei eine japanische Bronzevase mit eingelegten feinen Sil- berstreifen. Von großer Wichtigkeit bei Bronzearbeiten sei die Er- zeugung einer schönen Farbe, als Ersatz für die natürliche Oxydation, welche sich nur stbr langsam bilde. Mit der Erzeugung dieserPatina haben sich unsere Gießcr viel Mühe gegeben, ohne zu befriedigenden Ergebnissen zu gelangen. Die Japaner Verwenden dazu verschiedene ihrer gewöhnlichen Speisen, indem ste die fertigen Gegenstände eine Zeit lang damit überziehen, z. B. eine Suppe aus Reiskleie, oder ein Gericht aus Bohnen bereitet. Doch möge auch die Mischung der Bronze zu ihren Erfolgen beitragen. Die hierauf folgende Diskussion bewegte sich mehr um Fragen in Betreff der japanischen Lacke, als der EmaiUen und soll in der nächsten Sitzung ein Vortrag spezieÜ über die japanischen Lacke gehalten werden.
_ Aus dem Jahresbericht des Norddeutschen Lloyd in Bremen entnehmen wir folgende Mittheilungen: Aus dem Rechnungs- abschluß geht hervor, das; die gesammten Betriebsüberschüffe im Jahre 1877 betragen haben 1400 964 „46, so das; nach Abzng der PrtoriiäiSzinsen mit 411043 „76 und der Geschäftßunkosten mir 197 259 «M, ein Reingewinn verbleibt Von 792 661 «16 Unter Hinzu- rechnung des aus 1876 auf Gewinn- und Verlustconw vorgetragenen Saldos Von 1949 «;ck, find demnach zur Verfügung 794 610-26 Von dem vorstehenden Ueberschnffe von 794 610 516 Werdrn 793 500 «M zu Abschreibungen auf die Schiffe „Mosel“, „Neckar“, „Oder“, „General Werder“, „Hobenzollern“, „Hobenstaufen“, ,Salier“ und „Habsburg“ verWandt. Der Rest von 1110 „76 ist auf neue Rechnung vorge- tragen. Die PrioritätZschulden find im vergangenen Jahre um den Betrag der außgeloosten und zurückbezablien Serien mit 25 000 Thlr. Gold und 55000 Thlr. Krk. Vermindert. Auf die kontrahirte schroebende Schuld konnten ca. 1200000 «74 abgetragen Werden.
_ In der Generalversammlung der Aktionäre der Berlini- [chen LelZens-VersicherungI-Gesellschaft wurde über das letzte Betrrebsjabr Bericht erstattet: Es gingen im Jahre 1877 2157 Antrage über 12370800 «14 Kapital und 8712 „M Rente ein, 9511 denen 1594 Versicherungen mit 8871 800 „76 Kapital und 8415 „M Rente zum Abschluß gelangten. Es schieden aus 596 Ver- sicherungen mit 3312944 «14 und 1373 «M Rente. Die Kapitals- cmlagen betrugen 81 867 «M; die Prämieneinnabme belief s1ch auf 3 014 384 „46, die Zinseneinnabme auf 1011756 „16 Dem Restwe- fonds Wurden zugeschrieben 1 175 753 „js, und der Ueberschuß stellt |ck auf 737 258 „jk Von dem in diesem Jahre zur Vertheilung gs- lanngen'den Gewinne pro 1873 erhalten die Versicherten 25 0/0 ihrer Pramren und dre Aktionäre 155 „44 pro Aktie.
_ In der Generalversammlung der Berliner Central- straßen-Akttengxsellfchaft wurde der Bericht des Aufsichts- rathes und der Revtfionskommisfion verlesen und erläutert. Hierauf Wurde, da die Dechargirung Seitens der Revisoren verweigert worden war, der Antrag des Aufstchtßratbes, welcher die Wahl einer aus 5 Per- sonen bestehenden Unter uchungskommisfion verlangte, einstimmig an- genommen. Dtxse Kommission soll die Geschäftsführung des Jahres 1877 einer Prufung _unterzieben und in einer neuen Gsneralver- sammlung eventuell die Ertheilung der Decbarge herbeiführen.
München, 28. April. Die „Allg., Ztg.“ schreibt: „Wie wir vernehmen, Wurde die bisherige Einrichtung der Nürnberger KunstgeWerhescbule in Bezu auf ihre praktische Verwertbung fiir das eigentliche Kunst ewerbe e ner Umgestaltung unterzo en und hternaxlx die bestehenden ackungen mit Genehmigung Sr. Majestät des Konigs einer eründli “en Revision unterstellt. Es sieht zu erwarten, daß„in Fo ?e dieser Einrichtung. welche sich auf die neueren Erfanbrungen uber [o che Anstalten, insbe ondere in Wien, stüßi, eine verstgrktx Wechselwirkung zwischen der cbule und dem wirklichen Bedurfmffe der GeWerbe fich ergeben wird.“
_ In der Generalversammlung der Schles ischen Lebens - versicherxnasxAktien-Gesellscbaft in*Breslau wurde aus dem Geschaftsbertcbt u. A. Folgendes mitgetheilt: Es gelangten in 1877 zum Abschluß 780 Kapitalverficberungen auf den Todes all 1311er 2687 400 „M 87 Kapitalverficherungen auf den Lebens all uber 158 600 „76, 6 Rentenverstcherungen eine auf jährliche Rente von 1 813,3 „M Hierdurch war der Bestand angetrachsen auf 2768 Kapitalverficherungen auf den Todesfall über 9095 743 W,
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207 auf den Lebensfall über 411 543 .“ 11131) 20 Rentmv ube- rungen über 36 852 „sé jährliche Rente. Die _Sterbekaffen che- rungen wiesen ultimo 1877 330 Versicherungen uber 163 500.“ auf. Gegen Unfall waren kollektiv: 58232 onen mit 394731448646 und individuell: 1043 Personen mit 1 438 467 .“ versichert, Die Gesammt-Prämieneinnabme betrug 547 676 „44, die Gesammteiu- nahme 1111632 „44, die Gesammtauögabe 1070 821 „M, der Rein- gewinn 40811 .“ Aus diesem wurde an die Aktionäre rin: Divi- dende von 5x 0/0 ihrer Einzahlungen vertbeilt.
Wien, 29. April. (W. T. BZ Die beuti e Generalversamm- lung der Reichenberg-Pardu iyer Ba n genehmigte die ßnanziellen Sanirungöanträ e dex; VerWaltungsrathes. 261 Stimmen protestirten gegen die Legal tät dieses Beschlusses. Die Verwaltung theilte das mit der Regierung getroffene Uebereinkommen mit, welches die Siaaißgaraniie für die alt? Linie mit 982800 Fl., für die Linie Schadowiß-Landeßgrenze mit 252000 Fl. und für die Linie Eisenbrod-Tannwald mit 457 608 l., zusammen mit 709 608 Fl. Silber festsetzt. So lange bei dsr inie Reichenberg-Ridenberg- Etsenbrod-Tannwald die Maximalgrenze nicht erreicht iit, wird die Geldbeschaffung mit 44% berechnet und das so bestimmte Nominal- kapital inclusive der Tilgung mit 5% garantirt. Die übri en Be- stimmungen des Uebereinkommens betreffen die einheitliche ehand- [2131119k Zet: Norerestbabn und der Reize der Pardubitzer Bahn im er e re.
__ Die Generalversammlung der Lemberg-Czernowixz-- Jasiv_-Eisenbahn beschloß, den Maicoupon mit 5 Fl. in Silber einzulöjen und den nach Abzug der Verzinsungen, Amortisationen, Verluste und Abschreibungen übrigbleibenden Gewinn von 137 554 Fl. auf neue Rechnung vorzutragen.
Antwerpen, 29. April. (W. T. B.) In der heutigen Wollauktion wurden 1514 B. Buenos-Ayres-Wollen angeboten, davon 639 B, verkauft, 567 B. Montevideo-Wollen angeboten und 335 B. verkauft. Das Geschäft war ruhiger, Preise unverändert.
Verkehrs-Anftalten.
New-York, 29, April. (W. T. B.) Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Donau“ ist hier eingetroffen.
Berlin, 30. April 1878.
Wie aus Neap el geschrieben wird, gab der Vesuv am 24. d. M., Aßends, wieder lebhafte Zeichen seiner fortdauernden inneren Thätig- keit von fich. Eine Feuersäule entsiieg in kurzen wi chenräumen dym Krater und erleuchtete in bald hellerem, bald la! erem Lichte die,den Berggipfel umlagernden dunkeln Wolken. _ Dem Neaveler „chcolo“ wird unterm 24. d. M. aus Monteleone di Cala: brta telegrapbirt. das; durch Absturz und Verschiebung des soge- nagnten Coppolo-Berges ein großer Theil der Gemeinde ver- schuttet Wurde. Es kamen 30 Personen ums Leben, und man besorgte weiteres Unheil.
Der am Donnerstag, den 2. Mai, Abends 8 Uhr, im Hörsaal Nr. 1 der Königlichen GeWerbe-Akademie, Klosterstraße 36, beginnende Unterrichtskursus in der vereinfachten Stolze'schen Stenographie, wie solche in den Kursen des stenographischxn Bureaus des Abgeordnetenhauses, wie an der Universität amtlich gelehrt wird, soll mit einem Vortrage über das Wesen der'Stolze- schen Stenograpbie eröffnet werden, zu Welchem aUe Diejenigen mi- entgeltlich atriit haben, denen eine ausführliche Auskunft Über die durch 516 tenographische Schrift dem Kenner derselben gebotenen Vortheile, sowie über die Gestaltung der Schrift selbst wünschens- Wertb erscheint.
Für die den Vortrag besuchrnden Damen werden auf vorherige Anmeldung besondere PlätZL reservirt.
Jm Königlichen Opernbause seßte gesteranl.Tagliana ibr Gastspiel in der RoÜe der Rofine in Rosiini'S „Barbier von Sevilla“ fort. Die junge Sängerin hatte in dieser Rolle, welcbe ihrer kü..st[erischcn Individualität besonderx günstig liegt, Gelegen- heit, ihre bedeutenden Vorzüge in noch höherem Grade zur Geltung zu bringen, wie als .Zerline“ im „Fra Diavoko“. Der heut, zarte Timbre der Stimme, ihre sorgfältige manierfteie Schule und Vor- zügliche Anlage für den kolorirten Gesang, wie das amnuthige, na- türliche Spiel kamen ihrer „Rofine' sebr vortheilhaft zu statten. Im zweiten Akte sang Frl. Tagliana als Einkagen die Schattentanz- Arie aus Meyerbeers „Dinorah“ und zum Schluß „Polacca“ aus BeÜini's „Puritanern“ in italienischer Sprache, 'Mit Welchen beiden Nummern die Sängerin lebhaften Beifall erntete. Den Grafen Almaviva sang Hr. Kammersänger ])r. Gunz vom Königlichen Tbeafer in Han- nover als Gast. Der Künstler nimmt unter den deutschen Tenoristen eine hervorragende Stelle ein und sein Graf Almaviva zählt zu Leinen besten Leistungen. Der Weiche, lyrische Klang seines Organs timmt trefflich zu der cantilenenreichen Musik der Rolle. Sein Spiel als feuriger Liebhaber könnte eiwas mehr Lebhaftigkeit und Laune deriragen. Auch Hr. Dr. Gunz trug im zweiten Akt eine Einlagepiece vor: „Nach Sevilla! Spanisches Lied von Deffauer“. Der Vortrag des Liedes war ein sehr gelun ener, von Beifall begleiteter, doch kann die Wahl de elben nicht gerade als eine glückliche bezeichnet Werden. Melodie und Text decken sich nicht und der Rythmus erjch:int für den Inhalt des Ge- dichts gesucht. Die Besetzung der übrigen Rollen war die alte be- währte. Vorzügliche, olst belobte Leistungen in Gesang und Spiel find die der erren Sa omon als „Doktor Bartolo“ und Fricke als .Bafilio.“ uch r. Schmidt in. der Rolle des „Figaro“ verdiente und fand wiederho te Beweise der Anerkennung. E enso trugen Fr. Lammert und Hr. Oberhauser in den kleinen Partien der „Mar- zelline“ und des „Fioriüo“, wie die Königlickox KapeÜe unter Leitung des Hrn. Mufikdirektor Radecke ihren Wesentlréhen Theil zu dem ge- lungenen Ensemble d'ér Aufführung bei.
_ Jm Stadt-Theatewüudet das bereits für mdr en, Mitt- wvcb, angekündigte Benefiz furle. Auguste Floesie. eingetre- tener inderniffe halber erst am onnabend, den 4. Mai, statt. _ Das für heute angezxeßte Repertoire erfährt insofern eine geringe Aenderun , als das uiii iel .Der Diplomat der alten Schule“ in Wegfall ommt und hier ür die beiden einaktigen Stücke „Wer zu- le t la 't“ und „Im Tbeaterbureau“ zur Darstellung gelangen. Oämmt tcbe angezeigten (Haste, Fr. v. Trautmann sowohl als die 5Kerken Mittxlk. Pander und [Fligener sind in den hervorragenderen aktien beschaftigt. „
Im zoologischen Garten sind am Sonntag ein Paar kräftig aussehender Orang-Utangs, xm Paar Wei er Kraniche und ein Affe aus Japan emgetroffxn. Die Herren Wi iam und Gustav Schön- lanck, welcbe dem hiesigen zoologischen Garten schon einige wettb- volle Thiere geschenkt haben, Haben auch dieses Mal das Orang- Utang-Paar und das Paar weißer Kraniche aus Indien dem Garten zum Geschenk gemacht. Der Affe aus Japan ist ein G Fenk des deutschen Konsuls m Cglcutta. Diese Art Affen ist sebr e im und war bis jetzt noch nicht im hiesigen zoologischen Garten vertreten.