1878 / 104 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 03 May 1878 18:00:01 GMT) scan diff

konte „auf Streitigkeiten der Vorsiände der unter_ öffent- licher Verwaltung _ftehenden Betriebsanla e_n mri den in der leßteren beschäftigten Arbeitern“, _ te Regixrxxng, im Falle auch das Haus diese Streichung bilitgen sollte, die Ausschließung der öffentlichen _ Betriebs- anlagen von der Zuständigkeit der Gewerbegerxchte zwgr prinzipiell nicht herbeiführen könne, daß sie abex da, wo em farbliches Bedürfniß dafür vorliege, von den Bestimmungen des §. 3, welche in Verbindung mit dem_.Be_stät1gungsrechxe der höheren Verwaltungsbehörde die c"iigltchkeit dazg gewahrten, Gebrauch machen werde. Den Äb . Bürgers mies er dgrauf hin, daß die Gewerbegericbte haupt ächl1ch den Zweck hqtten, daß Sachverständige das Urtheil fällen sollen. WennFu dtßsem Zwecke die Gemeinde die Errichtung eines Gewer_eger1chts für einen bestimmten Gcwcrbzweig beschließe, so sei für den Geseßgeber kein Grund vorhanden, diesem Beschlnffe hmdexnd in den Weg zu treten. Einen solchen Beschluß fasse eme Kommune nur im Interesse dsr Allgemeinbe1t; die Gesammt: gemeinde müßte also die Kosten, welche die Audführung ver- ursachi, tragen. Gehe man von dieser Präsumtton ab, dann dürfe man die Kosten der Gemerbegerichte iiberhaupt mcht den Gemeinden, sondern nur den Gewerbtreibeizden auflegen; _

Der: Abg. Dr. Franz bemerkte, daß m der Kommission der Bimdeskommiffar die vom Redner gesteÜte Frage [)an verneint und sich erst heute dexi Vorbshalt _anaeeignet habe, welcher aus der Mitte der Kommission für die Strdichung des §. 21 Alinea 2 geltend gemacht sei, wonach dye Regierung aus sachlichen Gründen sicb vorbehalte, von der durch §. 3 1le ge: währten Machtbcfugniß Gebrauch zu machen. Er erachte_ tesen Vorbehalt für ungerechtfertigt und mit dem (Heistedes GLsGÖLS in Widerspruch stehend; er kündige deshalb für die dÜttL Le- sung ein diesbezügliehes Amendcment an. '

Derselbe Kommissar des Bundesraths entgegnete, (daß er_ seine vom Vorredner citirte Erklärung in_ der Kommission bet der Diskussion des §. 3 abgegeben habe 111 der Vorausseßung, daß §. 21,2 aufrecht erhalten werden w_ü_rd_e. Nach der Streichung desselben habe er heute eine modifizirte Erklarung abgsben müssen. _

Der Abg. von Kleist-Reßow hob hervor, daß die Vésorg: nisse des Abg. [):-. Franz übertrieben seien. _Nach der Fqssuxig "dcs §. 3 sei es der Regierung ganz- unmöglich, wenn sie sich nicht in offenbaren Widerspruch mit dem (Geiste des Geseßes setzen wolle, ihre in §. 21, 2 gestrichene Besttiitinung_gleichsam durch eine Hinterthür im §. 3 durch Jnterpretaiwnskünsie wieder hineinzubringen. §. 3 mache eine fachliche Sch81: dung, wähxend der gestrichenen §. 21, 2 der Regierungsvor- lage nach persönlichen Momenten Uuterschiede_n hab?. _Dcr Abg. Stumm wies darauf hin, daß man mcht prinzipiell alle Staatsbetriebe unter die Kompeten der Gewerbsgerichte steÜen dürfe. Ein Theil der öffentli en Betriebsanlagen, z. B. militärische Etablissements zur Fabrikation von Krieg?- material, Staatsdruckereien und dergl., bei denen es sich manchmal um die Bswahrung von Staatedeheimniffen handele, könnten nach ihrer Bestimmung wie nack) ihrer inneren Einrichtung wesentlich verschieden sein und ohne schwere Unzuträglichkeiten nicht wohl unter ein vornehmlich aus Gewerbetreibenden gebildetes Gericht gesteÜt werden. Chikanös werde die Regierung ihre Exemtions- befugniß nicbt handhaben. Der Abg. Dr. Hirsch erklärte, d? “Nach der Auffaffiing seiner Partei §. 3 keine Handhabe die e, irgend einen Staatsbetrieb von der Zuständigkeit der Gewerbe- gericbte aUSztisch1ießew Nachdsm der ReferentAbg. ])x'. (Hensel die Vorgän e in der Kommission bei dieser Debatte dargesteÜt, führte der bg. 1)r. Lasker aus, daß die Regierung in keinem Falle durch Mißbrauch ihrer AufsichtSrechte das durchseßen dürfe, was sie auf gescßlichem Wege nicht habe erlangsnkönnen.

Der Präsident des Reich-Zkanzler-Amis Staats:Minister Hofmann bemerkte hierauf, es handle sick) um dis Frage, welche Befugnis; §. 3 gebe, wenn §. 21, 2 gestrichen würde. Nehme das Hand den Vorschlag der Kommission auf Strei- chung des 6. 21, 2 an, dann würde dis Regierung nicht 50113. 1138 handexn, wenn sie die öLfentlichen Betriebe als solche? von der uständigkeit der Gewer Egerichte durch Anwendung ihrer

AufsichtHrcchte ausschließen würde. Das schlisße (1er nicht aus, daß von der Befugniß deS §. 3 Gebrauch gemacht werde, wenn die Art des öffentlichen Bstricbes Anlaß dazu gebe. Es sei ein großer Unterschied zwischen §. 3 und §. 21, 2. Bei der Streichung deH letzteren würden 3. B. die fidkalischen Verg- werke zur Kompetenz der Géwerbegerichte gehören.

DerAbg.1)1-.Franz sprach den Wunsch aus, daß die Regie- rung bis zur dritten Lesung diejenigen Staatsbetriebe auf- zähle, welche nach ihrer Ansicht die Kriterien für die Aus-

scheidung besäßen. Der Abg. von HeÜdorff erklärte, er gebe zu, daß der Kommissionsbericht zu Mißderständniffen Anlaß gebsn könne. Es gebe Fälle, wo die Aus1cheidung der Staats- betriebe geboten sei. Die Erklärung dEH Ministers Hofmann .gebe aber voUftändige Garantie gegen etwaigen Mißbrauch. „Der Referent Abg. Dr. (Hensel veitheidigte den Kommissions- bericht. Nach einer Bemerkung des Abg. Bürgers, daß er „gemeinsame Gewerbegerichte für (1112 (Hewxsrbetreidsnde desselben Gemeindebezirks wünsche, wurde hierauf §. 3 angenommen.

§. 4 wurde oßne Debatte erledigt. Ebenso §. 5, der die Kosten der Gewer egerichte den Gemeinden auferlegt. §. 6 handelt von der Einrichtung der Gewerbegerichte.

Der Abg. 1)1'. Fran bezeichnste es als einen Mangel dieses Paragraphen, da derselbe nicht auch einen SteÜver- treter des Vorsißenden des Gewerbegerickzts bestimme und nur von einem Vorsitzenden und vier Beisißern rede.

Der Kommissar des BundeSraths bsmerkte, daß dann Dieser Stellvertreter des Vorsißenden regelmäßig an den Sißungen theilnehmen müßte, was nicht die Absicht sei.

Der Paragraph wurde unverändert genehmigt.

§. .? bestimmt, daß Mitglieder eines Gewerbegerichtes nur sÉche_Dautsche sein können, welche das dreißigste Lebensjahr

„vollendet haben für sich oder ihre Familien Urmenunter- MYmg cms öfféntlichen Mitteln in den leßten drei Jahren 715 t empfangen haben und in dem Bezirk des Gerichts seit mindestens ei Jahren wohnen oder des äftigt sind. Das Amt der eifißer ist ein Ehrenamt, wel es nur aus den- "selben Gründen abgelehnt werden kann, welche zur Ablehnung eines unbeso-ldeten Gemeindeamts berechtigen. Die Beistßer erhaiten Vergütung der Neiéekosten. Außxrdem kann ihnen eine für Arbeitgeber und Ar eitnehmer gle1che Vergütung für Zeitversäumniß thebilligt werden. _

Der : Abg. . ranz beantragte die _Worte: ,oder ihre Familien“ zu treichen und statt: „111 _den eßten drei Ja ren“ zu seßen: „in den leßten JWLL JaYen.“

Der bg. Frißsche und Gen. beantragten, den ara-

graphen folgendermaßen & fa en:

„Zum Mögliche des ewer egerichts sollen nur solche Deutsche

]

berufen. wecden, welcbe has 25. Lebensjahr vollendet haben, für fick) eine fortlaufende Ujkrftüßung aus öffentlichen Mitxeln in dem le ten Taße Ut empfangen haben und in dem Vezxrk des Gewer egeri ts seit Hindestens einem Jahre wohnen oder beschäf- tigt sind. Die Beéfißer erhalten eine für Arbeitgeber und Ar- beiter gleiche Vergütung der Reisekosten und Zeitversäumnißk

Der Abg. Grumbrecht beantragte, d_en Schlußpassus des _§_. "Thi? betreffend die Vergütung für die Versäumniß, zu

re: 11.

Der Abg. Dr. Hirsch wollte die Gewährung freien Unter: richts nicht als Armenunterftüßung betrachtet wissen. __ Der Abg. Dr. Lasker beantragte, daß auch die1enigen als Beisitzer zugelassen werden sollten, wclche die empfangene Arxnen- untsrstüßung erstattet hätten. Der Abg. von Heüdoxff führte aus, er halte das Alter von 30 Jahren bei den Beistßern der Gewerbegerichte für absolut nothwendig", da nur em solches Alter die erforderliche Bildung des Charakters garanttre.

enoffen, :yüffe unbedingt ausge- schlossen werden, da bei ?olchen Perwnen von Selbständig- keit nicht die Rede sein könne. DLT Abg. Hasenclever be- zeichnete den Begriff „Armenunterstüßnng“ als sehr dehnbar. Das Alter von 25 Jahren genüge, da nur Fachbüdung vor- ausgesetzt werde. .

Der Kommiffar des BundeSraths sprack) für Ablehnung des Amendementsérißsche, da von den Mitgliedern der Ge: werdegxrichte vor (lem Charakterreife verlangt werde, diese abcr bei 25jährigen Personen nicht immsr zu finden sei. Aixch die Vcisißer der Schöffengerichtc müßten 30 thre alt sem. Den Zusatz der Kommission, daß an die Bsinßer eine für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleiche Entschädigung gewährt werden müsse, bitte er zu streichen.

Der Abg. 131“. Franz wollte die? Familiemmterstüßung ausg€schloffen und die Folgen der Arnwnunterstüßung nur aF 2 Jahre außgedehnt Wissen. Der Abg. Dr. Hirsch schloß sl diesen Ausführnn en an und betonte noch, daß unbedingt fest: geseßt werden mii 6, daß unentgeltliche Gewährung von Schul= unterricht nicht als Armenunterstüßung au-Jgslcgt werden dürfe. Der Abg. Rickert verwies auf das Bundesgesetz und die preußischen Gesetze über die Armenunterstüßung, welche den unentgeltlichen Schulunterricht als Armenunterstsißung nicht mit aufführen. Das Amendement Hirsch sei demnach über- fsüsftg. Den Zusaß „oder ihre Familien“ dürfe man nicht streichelt, da an dem, was die Familie bekomme, ja naeh der Mann als Vertreter der Familie mit partizipire. Der Abg. Grumbrecht erklärke sich für Wiederherstellung der Regierungs- vorlage, da sich die als Beisitzer der deerbegsrichte fun: girenden Arbeitgeber bedanken würden, wengi man ihnen den gleichen Tagelohn gewähre, wis den Arbeitern. Dies sei ein sozialdemokratisches Prin ip, das man nicht acceptiren könne. Das Alter von 30 JaZren müsse beibehalten werden, da nur das Alter objektiv urtheile. Der Abg. Dr. Lasker be: merk'ce, wenn daS Gesetz einen MandatSzwang aus: spreche, müsse man die Gezwungenen auch entschädigen. Die gleiche Entschädigung sei nicht sozialdemokratisck), da auch dis Mitglieder des preußixchen Abgeordnetenhauses gleicheEntschä- digung erhielten, eben 0 die Zeugen vor Gericht. Betreffs der Armemtnterftüßun müsse der Grundsa? festgelalten werden, daß dieselbe keiner ei Einfluß ausüben önne, alls der Unter- stüßte das EmpfatWene zurückerstatte.

In der Abs an'xpurde zunächst der Antrag Fritzsche mit großer Majorßätx'abgel'ehnt; sodann Wurde auch der erste Antrag Franz,. die Worte: „oder ihrs Familisn“ zu streichen, abgelehnt. Die Abstimmung Über den zweiten Antrag Franz blieb bei Probe und GMSUPWÜS zweifelhaft; die Abstimmung durch Auszählung des HaUsLS ergab die Besclzlxxßunfähigkeit desselben. ES hatten nämlich 99 Mitglieder für und 95 Mit- glieder gsgen den Antrag Franz, im Ganzen also 194 Mit: glieder gestimmt. Ksin Mitglied hatte sich der Abstimmung FUTYÜEU. Die Berathung wurde deshalb um 33/4 Uhr abge-

W M.

_ In der heutigen (39) Sißung des 919] (1)?- taacH,_ welcher am Tische des BundesrathH der Vräjidßnt des Reichskanzler: Amts, Staats : Minister Hofmann, und mehrere andere Bevollmächtigte zum Bundesrath beiwohnten, theilte der Präfident mit, daß die Kommission zur Vorbe- rathung des (Heseßentwurfs, betreffend die A11S1xüstung der deutschen Kauffahxtheischiffe mit Booten gewählt sei und sick)_ wie fd_lgt konstitmrt habe: Abgg. Dr. Karsten (Vorsißxnder), ZRH Nzeper (Stellvertreter), von Reden imd ])r. Dohrn (Schrift: 1“: rer .

Die gestdrn wegen Beschlußunfähigkeit chZ Hause?: nicht beendete Abstimmung über_ den §. 7 des Gdssßentwurfs, be- trßffend dre Gewerbeger1ckt*, wurde: zunächst fortgefeßt. Die zu dem §. 7 vorlie endan Anträge wurden bis auf die Anträge der Abgg. ])r. asker und Frißsche abgelshnt.

§. 8 lautet nack) dEr Regierungsvorlage:

Die Berufung der Mitglieder erfolgt auf mindestens ein Jahr und auf [)öchstxns fünf Jahre.

Die_Beru1ung erfolgt durch Wahl des Magistrats, wo ein solcher mcbt vorhanden ist, oder wv das Statut oder die Anord- nung _der Landes-Centralßehörde dies bestimmt, durch Wahl der Gemeindevertretung, in KommunaWerbänden durch Wahl der Ver- tretung des Verbandes. Di? Wahl kann in allen FäUen der Ver- tretung eines Kommunalverbandes übertragen Werden. _

Die Wahl_der Beifißer kann den Arbeitgebern und Arbeitern zu gleichen Theilen übertragen Werden. Die zur Wahl bérufenen Arbeitgeber U_nd Arbeiter müssen voÜjährig und seit mindestens ZwsLcZHFbxeY'm dem Bezirke des Geiverbegcrichts wohnhaft oder

e (: rg em.

Die Wahlen unterliegen der Prüfung ,durch die höhere Ver- waltungsbehisrde. Dieselbe'bat Wahlen, Welche gegen das Gesetz oder egen die auf Grund des Gesetzes erlassenen Wahlvorschriften versto e_n, fm: ung_ültig zu erklären. Die Wahl des Vorsisenden bedarf ihrer Bestatigung.

Sind Wahlen überhaupt nicht zu Stande gekommen oder wiederholt ftir i_mgültig erklärt, so ist die höhere VerWaltungs- behörde befugt, _dtx ZULitalieder zu ernennen.“

Die _Kommtsswn 1chlä t folgende Fassung vor:

„Die Berufung der Mitglieder er olgt auf mindestens ein Jabx und auf böchstens drei Jahre. Eine „wiederholte Ernennung ist nicht außgeschlossen.

Die_Berufung erfolt durch Wahl des Magistrats, wo ein solcher nicht vorhanden “it oder wo das Statut oder die Anord- nung der Laudes-Centralbebörde dies bestimmt, durch -Wahl der Gememdevertretuna, in Kommunalverdänden durch Wahl der Ver- tretung des Verbandes. Die Wahl kann in allen Fällen der Ver- tretung eines Kommunalverbandes übertra en werden.

Die Wahl der Veisißer kann den Ar eit ebern und Arbeitern zu éleichen Theilen unter möglichster Berück ichtigung der haupt- säch ichen GeWerbzweige und Fabrikbetriebe übertragen werden. Die zur Wahl berufenen Arbeitgeber und Arbeiter _müffen vou- jäbrig und seit mindestens einem Jahre in dem Bezirke de.“; Ge- Werbe ericbts wohnhaft oder beschäftigt sein.

Zit Wahlen unterliegen der Prufung durch die höhere Ver-

Wer Armenunterstüßung

waltungsbcbörde. Dieselbe bat Wahlen, welche egen das Geseß oder egen die auf Grund Y_Gefeses erlaffenen ablvorschriften verfto en, für ungült' zu erklaren.

Sind Wahlen 11 erbauvt_ nicht zu Stand: gekommen oder wiederholt für ungültig erklart, so ist, soweit Arbeitgeber und Arbeiter wahlberechtigt smd, zunächst die Gemeindevertcetung be- fugt, die Wahl vorzunehmen. Jm Uebrigen werden in den be- zeichneten Fällen die durch die Wahlen zu berufenden Mitglieder von der höheren VerwaltungsbebördJ ernannt.“ _

Hierzu lagen eine Anzahl Antrage vor, und zwar zunächst von den Abgg. Ackermann und von HeÜdorff iolgende:

.Der ReichsthF wolle bejchlicßen: _ _ _

Jm §. 8: a. bsaxz 1 statt der Worte: „aus höchstens drei Jahre" in Gemäßbeit der Vorlage, die Worte: .an höchstens fünf Jahre" zu setzen;

1). Abfaxz 3 nach den Worten: „Die Wahl der Beifißer kann“ die Worte: „den zur Vertretung des GeWerbestandes berufenen Organen oder auch“ einiuschalten;

0. in demselbcn Akzsaiz nach der Vorlage statt der Worte; „seit mindestens einem Jahre“ 311 setzen: „seit mindestens zwet Jahren“; _ _

(1. dem Adia154 nach der Vorlage die Worte anzufugen: „Die Wahl des Vorsißenden bedarf ihrer Bestätigung.“

und: „Der Reichstag Wollx beschließen:

Zu §. 8. Im ersten Abiaß des §. 8 die Worte: „Eine wiederholte Ernennung ist nicht ausgeschlossen“ zu streichen. EventueU statt des Wortes „Ernennung“ zu setzen: .Berufung“."

ferner von dem Abg. ])1'. Franz:

.Der Vorfißcnde wird Von der Gemeindevcrtretuna, in Kom- munalverbänden von der Vertrctun des Verbandes gewählt.

Die Beisitzer werden zu gleichen Theilen von den Arbeit- Lebern und Arbeitern in getrennten Wablkörpern gewählt. Wahl-

erechtigt sind alle vonährigenArbeitgeber und Arbeiter, Welche seit

mindestens einem Jahre im Bezirke des Gerichts wohnhaft oder

bescbßftigt smd. Die _Abstimmung geschieht direkt und gebend.“ Hierzu lag vor 6111 Eventualantrag des: Abg. 1)r. Hirsch:

„Der Reichstag Wolle beschließen:.

§. 8 AbsaZ 2 _ für den Fall der Ablehnung des Abänderungs- antrages 131“. ranz und Genossen, Nr. 117 der Drucksachen _ wie folgt, zu xaffenr'

Ferner beantragte der Abg. Grumbrecht:

„3. Den dritten Absatz zu sireichen und deshalb eine besondere Abstimmung darüber; _

b. im FaÜe der Streichung des dxitien Alysaizes statt des fünftcn _AbsaYes des §. 8 der Beschlüs1e der Kommission den fünften Absatz der Vorlage anzurZ-bmen.“

Die Abgg. Stumm und Dieffendack) beantragten:

„Der Reichstag wvl1e beschließen: _

In §. 8 in Absatz 3 Zeile 4 statt: „einem Jahre“ zu setzen: „zwei Jahren“; _ __ _

in Absaß 4-am Schkuffe folgenden Swix» hinzuzufugen: „Dre Wahl dxs Vorsitzenden bedarf ibrcr Bestattgwn “.'

Endlich lag ein Antrag des Abg. FMH? ? vor:

„An Steile des zweitendiid dritten Absaxxes in §. 8 zu setzen:

Die Wahl des Vorfißenden erfolgt durcb die Gemeinde- Zertzetung, in Kornmunalrerbänden durch dic Vcriretung des Ver- an es.

Die Beisitzer Werden zur Hiilfte don den_21xbcitgebcrn, zur Hälfte von den Arbeitern gewählt und zivar die Arbeitgeber von den Arbeitgebern, die Arbeiter VOLL den Arbeitern. _ _

An der Wahl können 5118 Gewerbetreibende _mit gleichem Rechte Theilnehmsn, Welche volijährig und seit mindsstens drei Monaten in dem Bezirk des Gewerbegcrickyts Wohnhaft oder be- schäftigt find. _ _ _

Die Wahl ist unmittelbar, die Abstimmung gaeim.

Dem vierten Absatz dieses Paragraphen aanfugen: und un- kerzüalich Neurvahlen anzuoxdnen. _

Den fünften Absatz dcsnxlben Paragraphen zu ftre (den.

In §. 10, 311381811 Absatz dritte Zeile, hinter dem Worte „sind“ einzuschalten: „von dem Gewerdegkrtcht“ und Zeile fünf und sechs den Salz „dic Vcruriheiiung wrrd diirch den Vorsitzenden außgcsprochen“, z: streichen. __ _

Zn .11 erste Zeiie Hinter dem Worte" „Beistßer“ einzufügen: ,der Rei)enfolge nach“. _ _

Ju §. 13 Min. 5 Zeile 4 die Worte „der öffentltckpen Od- nuna oder“ zu streichen.“ _ __ _

Nachdem der Referent den Kdnnnis1w11svdrschlag im Gegensatz zu den verschiedenen Amendxments ziir Annahme? empfohlen, begründetkn die Antragsteikcr ihre Antrage. (Schluß

des Blattes.)

_ DieJnfinuation von Erkenntnissen preußischer Gerichte kann, na einem Erkeimtniß des Oder-Tribunals, vom 4. April d. . gleichwie an die prenßischsn Unterthanen am!) an die Untsrt anen der übrigen dsutschen Bundesstaaten direkt diirch die Post mit den üblichsn Vshändigungsscheincn erfolgen.

_ S. M. gedeckts Korvette „Ga ell_e“, 18 Geschüße, Kommdt. Kort). Kapt. Graf von Ha e,_ ist, tdlegraphischer Nachricht zufokge, am 2. d. Mts. Nachmtttags _m nymout eingetroffen und beabsichtigt _am 5. d. Mts. die NLlsL na ) Wilhelmé-haven fortzuseßen. An Bord Alles wohl. _

Briefsendungen 2c. für S. M. S._ „Gazelle“ smd vom 2. d. Mts. ab nach Wilhelmshaven zn dirigiren.

Sachsen:Altenburg. Alt e n b u r ? , 1. Mai. (L. Ztg.) L_[us Anlaß der projektirten käuflichen 116be assung der (H ö (3 11113 = G era e r Eis e n b a h 11 an den Königlich sächsischen Eisenbahn- fiskus ist heute der Lan dtag hier zusamnwngetreten.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 2. Mai. (28. T. B.) Gutem Vernehmen nach findet morgen ein gemmnsamer Ministerrat!) statt, in welchem die AiisgLeichsvexl)_a11d- lungen zwischen dem ungarischen und dem österreichischen Ministerium zum Abschluß kommen dürften. _ _

W. B.) Die direkten und indirekten Steuern ergaben nach einer Meldung der „Polit. Korresp.“ im 1. Quartale dieses Jahres ein un) 1 120 000 Fl. höheres Reinerträgniß als in der gleichen Periode des Vorjahres. _ Ein Telegramm der „Polit. Korresp.“ aus Athen vor) heute meldet: Jn Kardißa trafen die britischen Konsuln Merlm und Blunt ein und erklärten den thessaltschex1 Jnsur enten- Chefs, England lege ein großes Gewxcht _darau , durch seine Vermittelung die Jnsurrektion beschw1cht1gt zu s6h611; das englische Kabinet sei entschlossen, für Griechenland einzu- treten. In Folge dessen sei ein friedlt es Arrangement wahr cheinlick). Dagegen lauten _die Na r_i tet_1 aus Kreta, wo die KÜMPÉL fortdauern, noch_1mmer riegertsck).

_ (W. . B.) Die „Pol1t.Korresp.“ läßt fick) durch ihren St. Petersburger “Korrespondenten vom 28. o. M. berichten, es habe an diesem Tage Vormittags unter dem Vorsitz des Kaisers ein großer Mitzisterrath stattge- funden,“ in welchem wichtige Entscheidungen getroffen worden seien. Unmittelbar darauf seien Depeschixn n_ach Wien und London expedirt worden und gelte es als ziemlich sicher, daß die gefaßten Beschlüsse höchst versöhnlichxs

__

und beschwichttinder Natur seien. Die Redaktion der ,Polit. Korresp,“ emerkt hierzu: „In der That hören wir, daß das St. Petersburger Kabinet neuerlich die Initiative zur Einleitung von Verhandlungen mit dem Londoner Kabinete in der Kongreßfrageergriffsn habe, welche aux weiter reichenden Zugeständnissen als die bisherigen beruhen dürften.“

_ (W. T. B.) Wie das „N. W. Tagebl.“ (Abend: ausgabe) wissen will, ließen auFentische Berichte keinen Zweifel darüber, daß eine russische rmee bei Bukarest und an der siebenbürgisckwn Grenze zusammengezogen würde. Wie das „Tageblatt“ meint, ergäbe sich hleraixs für die österreichische Regierung trotz ihrer freundlichen Beziehungen zu dem St. Petersburger Kabinet die Notbwendigkcit, militärische Vor: fichteZmaßregeln zu ergreifen. Gutem Vernehmen nach wiirde deeZhalb die AufsteÜung einer österreichischen Armee in Sieben- bürgen in ernste ErwägunZ gezogen.

_ (W. T. B? Aus anstantinopel geht der „Polit. Korresp.“ die Me dung zu, die Verhandlungen der Pforte mit dem General Totleben wegen der Räumung von Batum, Schumla und Varna dauerten rdsultatlos fort, Safvet Pascha erkläre, daß auch von russischer Seite der Ver: trag von San Stefan noicht vollständig ersÜÜt werde. Des: ungeachtet habe die Pforte die Vrigad€-Geiiera[e O8man Pascha und Nehad Pascha nack) Vatum gesendet, der Zweck ihrer Mission sei indes; nicht klar. Als Kommissarien fiir die neue gemischte Delimitirungskommission ssien dic Generals Saad Eddin Und Sadik Pascha nack) Skutari MtsEUst worden. General Totleben habe did Verhandlungen wegen gleich- zeitigen Rückzuges der beiderseitigen Streitkräfte mit dem englischdn Flottcnkommando wieder 6111g6[61t6t.

_ 3. Mai. (W. T. B.) Der „Presse“ wird durch der: läßliche Informationen bestätigt, daß die Pourparlers zwischen London _UUd St. Petersburg wieder be- Zonnen hätten. _Die Vsrhandlungen beträfen sowohl den

ongrefz, wie die militärische Demarkation Konstantinopels; wis verlautet, habe Rußland ansehnliche Zugeständnisse ge- macht. _ Aus Ra gus a cht dem Blatts dic Meldung zu, ein österreichisch2r Konsu ar:Kawaß sei in Antwari von den Montenegrinern mißhandelt und dann von Spizzanoten über dis dstsrreichische Grenze gejagt worden. Der Statthalier Rodick) habe sofort vom Fürsten von Monte: negro die Bestrafung der Sckwldigen verlangt.

Niederlande, Haag, 2. Mai. (W. T. B.) Die Zweite Kammer hat heute zu der Vermählung des Prinzen Heinrich der Nidderlande mit der Prin: zessin Marie von Prenßen einstimmig ihre Zu: stimmung ertheilt.

Großbritannien und Irland. London, 3. Mai. (W. T. B.) Auf einsm zu Preston gestern stattgshadten Meeting hielt dLrMinister (Troß einsRede, in derer die am Mittwoch 11109111 konservativen Klub abgegebendn Erklärungen imWescntlichen wiederholte. Der Minister betonte hierbei die Pflicht, das; 5112 Mittel der Diplomatie erschöpft wsrden müß- ten, bevor man auf den KrieZ rekurrire, und wies mit Nach: druck auf das internationale europäische Recht, sowie darauf hin, daß die bestehenden Vcrträge nicht nach dem Gu1dünken einer einzigen Macht zerrissen werden dürften. Der Mi: nistcr hob dann weiter den Unterschied hervor, der zwi: schen den Vorsichtsmaßregelti Englands Und krisgcri: schen Drohungen liege und schloß mit einer Bekräftigung des Wunsches Englands fiir die Aitfrechthalt1mg dss Friedens. _ Der „Times“ wird aiisSt.P6tersbitrg, v m 2.Mai, gemdldkt, das Geriicht, Rußland béadsichtige ein Ulti: matnm an die Pforte zu richtcn wegen der schleunigen Räumung Schumlas und Varna?» fei unbegründet. So lange eine berechtigts Aussicht auf eine friedliche Lösung vor- handen wäre, dürftc Rußland nichts zur Beschleunigung der Krisis thun. _ Aus Bukarest wird demselben Blatts, vom 2. d. M., berichtet, die Russen besteUten 80 Bahnziige znr Nück'befördcrung dsr Truppen in die Hdimath. _ Dem „Nsuterschen Bureau“ wird aus Kalkutta, vom gestrigcn Tage, mitgetheilt: Der politische Agent Englands zu Bhamo in Birmah sowie zwei Sipuhis sind durch Sipuhi-Truppen ermordet worden. Die Mörder sind verhaftet. Das Motiv dsr That ist undckannt, dock) glaubt man, daß es der Politik fern liege.

Canada. (A. A. C.) AUS Ottawa wird Unterm 29. v. M. gemeldet: Das Parlament der Union wird am nächsten Freitag, den 3. Mai, prorogirt werden. _ Aus- Montreal wird unterm 30. v. M. anf tdlegrciphisckmeege berichtst: „Als die Mitglieder dss Oran gisten-Vcreins „Young Britans“ Und deren Freunde gestern von einem Kon: ?ßrt zurückkchrteix, WUrden sie von mehreren hundert katho- 1schen Unionisten angegriffen. Es wurden über 100 Schüsse ewechselt und ein Katholik gctödtet, während mehrere andere ersonen Verwundungen davontrngen. Der Vorfall hat hier große Aufregung verursacht.“

Frankreich. Paris, 3. Mai. (W. T. V.) Der Post- ko n greß hat gestern unter dem Vorfiße des (Hencral-DirsktoH der Posten, Cochery, sSiUL Arbeiten begonnen. _ Die Prin- zessin _von Wale_s und dieKronprinzessin von Däne- mark smd Heute hier eingetroffen.

_Versailles, 2. Mai.-- (W. T. B.) In der De: pu__tirtenkam1nßr erklärte heute der Präsident Grévy bei (Froffnung der Sißunq, er glaube nur den einstimmigen Ge: fu_hle_n der Kammer Worte zu leihen, wenn er der hohen Be: friedi img und tt_efen Bewe ung Ausdruck gebe, die er bei der Eros n_ungs_Teter de_r usstellung empfunden habe.

rankreich ha e nach seinen Unglücksfällen in seinem Wohl- ta_nde die Macht und das Mittel gefunden, zu einer solchen Fetsr emzuladen. (Al]feitiger BeifalX.) '

_ _ Türkei. Konstantinqpel, 2. Mai. (WTB) In einigen Di rikten des . Vilajets Skutari (Albanien) hat die Bevöl erung einen Protest gegen die Annexion durch Montenegro vorbereitet, der an die Mächte abge- sendet worden soll. _ In Thrazien haben neuerlich Zu- _1ammenstöße der Russen und Bulgaren mit den Viuselmännern in_ttgefunden. _ Großfürst Nikolaus hat vor seiner Ab- re_1fe Telegramme an die Fürsten von Rumänien, Ser- bien _und Montenegro geri tet, worin er denselben für dte Mitwnkunsé ihrer Truppen ankt. _ Ein Theil der in San Stefano _ ehenden russischen Truppen ge tdem Ver: nehmen nach m nä_chster WoYe auf die Befetigungen von_ Tschataldja zurü . “n der Richtung von Bulair _h_a_ben die Russen Vertärkungen entsendet. _ Der Mmstons-General Schakir Pascha ist zum tür- kischen Botschafter in_ St. Peterleurg, Fürst Labanof f Zum russischen Botschafter in Konstantinopel ernakmt worden. em

Ersteren wurde Suleiman Bey als Botschafts-Rath bei c eben. _ Die Russen_ haben Pravadi, zwischen SchumZag und Varna, de_seßt; m Varna befinden sich etwa noch 20 tür- kithe Bataillone, _edensoviel diirften fich auch noch in S (1) u m la de_nnden. Heute )und im Seraskicrat Behufs O r g a n i s irt: n g e1ner_VerthexdigungeZarmee ein Ministerrath staft.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 2. Mai. (W. T. B.) Das amtliche Blatt veröffentlicht eine von der_Stadx Moskau aus Aiilaß des 60. Geburtstages des Kaisersdn Se. Maxstät gerichtete Glückwunsch- adrcsse. ___Dux „Agence rufse“ schreibt, die Nachrichten lautetixn verhaltmßmäßig besser. Die Ponrparlers durch die Vernnttelxmg Deutschlands dauerten fort, Dieselben hätten sowohl die gleichzeitig?, Räumung der Umgebung Konstanti- nodels 311111 Gegenstande, als auch, soweit sie mit Oesterreich gefyhxt wurden, die das Letztere betreffenden Fragen. Das Prinzip des MeinungZathausches zwischcn London und S_t_. Peterézbnrg über solche Fragen, welche England intcr: (*sUrth, set__z1tgestandcn. _ as gichtisckx Leidsn des Reichs: kgnzlers Fursten Gortschakoff hat nachgelassen. DLL? Fürst leidet zwar noch an Schwäche, befindet sich aber im Allge- meinen desser. Bulletins über seinen Gcsnndheitszuftand werden ::icht mehr a11§gegeben.

_Anxerika, _Washington, 30.21pril. (REUters Bureau.) Es 1st cm (10111116, bestehend aus Bankiers und Kanflcuton, welche K_ongrcßmrtglieder sind, gebildet worden, um den 2111: ?_chlxß Lines Handelsvertrages mit Frankreich zu or ern.

Nr. 24 des Amtsblatts der Deutschen Reichs-Post- u_nd Telegraphcyverrvaltung hat folgenden Inhalt: Ver- fugung; vom 27. April 1878: Behandlung lose aufgefundener Packet- aufscbristen.

_ Nr. 9 des „Armee - Verordnungsdlattcs“ hat fol- gxnden _analt: Begründung der (Generalstabssiiftnng. _ Errichtung einer dritten Arbeiter-Abtheilung. _ Aufiösvng der Festungdgefäwg- nisse zu _Coblenz, Erfnrt und Stettin und dadurch bedingte Aende- rurzqen m der Vertheilung_ des_ Auffichispersonals und der Ueber- weisung der: zu Festungsgösanantßstrafe vcrurthxilten Maunschasten. __ _24ekl__etdung§-Kompetcnzen der zur Probedienstleistung bei den Cimlbehoxden ohne_ (Éeha[t_kommandirten Unteroffiziere. _ Ver- legung Zinzelner Königlich ]ächfisshkk Truppentbcile. _ Ergänzung bzw. Abänderung der Nachweisung der SteÜen, welchc znr Ertheilung 1301) Urlaub an Beamte der MilitärverWaltung berechtigt find. _ FriedeiiS-Verpfiequngs-Etats für 1878/79. _ Zahlnng und Liqxiidi- rimg der PfexdZ-Eiitsciyädignngsgelder der Lieutenants in Adjutanten- stellcn. _ Einziehung Ic. von Noten der vormaligen Preußischen Bani“. _ Verxkkhnung der Ausdaben für die Festungsgefängniffe und Axdetter-Ybihwlungen. _ Meldungen der (Hariiison-Baubeamten biz! itiilitartschen Befehlshabern 2c. _ Abschlußnummer f1_1r _ _1877 im Aushebungs - Bezirk GreviSMühlen. _ Liqindirung und Vcrrcckznyng der Kosten für die Reisen und Mar1__chc zu_den_topograpbi_1chen Vermessungen. _ Berechnung dsr Vergutmig fu_r die von den Kavalierie-Truppentheile.! beiMärscben 2c. benutzten Krumperpferde und der ihnen eigentbümlick) gehörigen Wagen zu Vorspannleistungen. _ Bekanntmachung der Lebens- vcrsichcrungs-Anstalt für die Armee und Marine.

_Nr. 8 des „Marine-Verordnungs-B[attes“ Hat fol- genden Inhalt: Abänderung der J. 47 und 48 des Organisations- Reglcmxnts _für di: Werft-Diviwnen. _ Verrechnung der Kosten de_r Mußenbander. _ Erläuterung zu dem Bestimmungen iiber die Emretcdung von Beschwerden. _ Konservirung der Vorräthe an Unteroffizier-Abzeirizen für Jacken u21d an Miißenbändern. _ Vc- iiennung der Gemeinen der Matrosen-Artiüerie-Abtbdilungcn. _ Yiufruf Und Einziehung der von der vormaligen Preußisthcn Baiik ausgxgcbcnen Einbundert-Marknoten. _ Bekanntmachung dcr Lebens- Versicheruugs-Anstait für die Armee und Ykarine. _ Dis- lokation einer Cécadron und Verlegung von Landwehr- BaiaiUons-Stabsquarii-ércn. _ Eine Verordnung der engli- schen Admxralität iibkr den Austausth von Besuchen zwi- schen Sceoffizieren und (Hoiiverneuren, Vizc-Gouverncurcn und VerwaltungSvorständen von Kolonien. _ Zusalzbcstimmungen zum §. 137 und zur Beilage 7 ch Marine-Gekd-VerpfsegungsReglements fiir dyn Frieden. _ Revifion der Artilieric-Ausrüstung an Bord S. Ni. Schiffe vor der Außerdiensistcliang. _ Vervollständiglmg der Meldung Über die von den Kasjen-Kommisfionen S. M. Schiffe und Fahrzeuge gezogenen Wechsel, _ Sammlung von Beobachtungsdatén über kompensirte Kompasse. __ Gewährung der Volien Kommando- zulagx an Stelle der halben K*oxnmandozulage. _ Gewährung der Dienstalfer- und SeefahrtSzuiagen an Zahlweister-Applikanßn und Torpcdcrunteroffiziere. _ Personal-Verändexuxigen. _ Benachrichti- gungen.

_ Nr. 80 der Jahrbücher für die Deutsch Armee und Marine hat folgenden Juhaif: )(. Das Potsdainkr „crste Bataillon Garde“ 1740_1752. Von Ernst Graf Lippe. _ )(1. Criimsrungen an den Donau - Feldzug von 1853_1854 nacb neuxren russischen Queiisn. Ein Vortrag, gibalten in der militäriswenGi'scUsckyaft von A. von Drygalski, Premier-Lieutcnant a.D. (Sch[11ß)._ )(11.F.stnng und Feld-Armee. Bemerkungen zu dem gleichnamigen Aufsatze im zweiken Beihefte dks Militär - Wochenblattes (1878). Von einsm Jugenieur-Offizicr. _ )(111, Die strateßisckye Beddutung des heutigen Paris bei einem Kriege gegen Deutschland. (Mit einer Skizze.) _ 1117. Aus Riichels Nachla . Ein Beitrag zur (Geschichic seiner Zeit. _ )(7. Umschau in der I iilitär-Liicratur, _ )(171. Verzeikhniß der bedeutexidsrdn Aufsätze aus anderen militärischen Zcitkchriftsn (15. März bis 15. April 1878).

Statistische Nachrichten.

Nach Mittheilung des statistischen_Bureaus der Stadt Berlin sind bei den hiesigen Standesamtern in der Woche vom 21. April bis incl. 27. April cr. zur Anmeldung gekommen: _3i3 Eheschließungen, 769 Lebendgeborene, 47 Todtgeborcde, 570 Stxrbefaile.

_ Das statistische Werk, Welches das_ städtijche_ statisti1che_Bu- reau von Berlin, seit einigen Jahren der Direktor Richard Bockh, alljährlich veröffentlicht, hat in dem _soeben erschixneizen Jahrgangs 1878 (Berlin, Leonhard Simion) den Titel: „Statrstts ches Jab r_- buch der Stadt Berlin" angenommen, ohne den Gegenstand sei- nes Inhalts zu ändern. Der vorliegende Band beschaftigt fich mtt den statistixchen Verhältnissen Berlins vdrzugsweise tm Jahre 1876, und zunächt mit der Bevölkerung, dre sich für das Ende des g_e- nannten Jahres auf 995 470 Einwohner stellt?, gegen 964 240 m 1875. Eheschließungen kamen im Jahre 1876 12 093 vor, 1). k). 24,7 pr? Mikle der Bevölkerung beiratheten, wvgegen im Jahre 1875 bei 14 529 Eben 30,6 pro Mille der Bevölkerung Ehen schlossen. Ob- wohl die Zahl der Eben hiernach zurückgegangen war, stand sie _doch noch immer uber den Ziffern von 1872 (inkl. 1865: 25,3 pro Mille). Unter den Eben waren 10 510 oder 86,9 pro Milie Eben der gleichen Konsesfion, 1583 Miséceben. Nack) dem Geburtsort waren unter den Heiratbenden nur 2445 geborne Berliner bzw. 3052 Ber- linerinnen, d. l). 20,22 bzw. 25,48 % de_r Heirathenden; nur_ 10,47 0/9 der Ehen wurden zwischen Berlniern und Berlinerinnen geschlossen. Durck) Tod wurden im Jahre 1876 5007, durcb Erkenntnis; 390 Eben gelöst, egen 5272 bzw. 539 m 1875. Im Jahre 1876 wurden 23 849 Kna en und 22 417 Madchen. zu- sammen 46 266 Kinder (47,30 pro Mille der Bevölkerung) geboren,

KNM. 22 665 Knabxn und_21074 Mädchen, zusammen 43 739 Kinder (46,15 pro Mille) m 1875. Unter den geborenen Waren 5989 (6,12 pro Maile der Bevölkerung) uneheliche, KLM" 5841 (6,15 pro Mille) tt_n Vorjahre. Jn_dcm Staditbeil Friedrichstadt Wurden in 1876 nur 29,4 pro Mill e, 1' der Luijenstadt jeniciké dagegen 62,3 pro Mille Kinder geboxen. Von den (Geborenen waren 37,4 Oro Miille tod!- aehoren, unxcr _den unehelich Geborenen dagegen 52,6 pro Mille. Dtc_ Sterblichkeit stand im Jahre 1876 hinter derjenigen des Vorxahrs zuruck. Es starben in 1876 (inkl. der Todtgeborncn) 16 666 m., 14246 w., zusammen 30 912 (31.61 pro Mille), gegyn ]- 865 m., 1521] w., zusammen 33 076 (34,90 pro Mille) in 1875. Nach fUnfjäbrigen Beobachtungen in den Jahren 1872_76 starben _1n_den Monaien Juni bis August durchschnittlich 110,5, m de:1_ubrigen _9_ Monaten nur 75,7 Personen täglich. Die ßköixte Sterblubken trifft auf den Juli, die geringste aufden November. In den Jahren 1875 und 1876 waren 47,9 pro Mille ro! Geskorbenen Kinder unter 1 Jahr; es starben im Jahre 1876 325,93 pro Mille der Gebornen im ersten L_ebenßxahre, 61,21 Pro Mille im zweitcn. Von den unehelich Ge- borncn itdrben im ersten Leb.:16jabre pro Mikie498,72, von den ehelichen 302,35Z im zweiten 37,37 bezw. 64,96. Unter den Verstorbenen waan im Jahre 1876 173, im Jahre 1875 293 Selbstmörder. Die Zuzuge (121943 Pkrsonen) bildeten im Jahre 1876 12,42 0/0 der Be- volkerimg (gegen 14,07 0/0 in 1875), die Forrzüge (93 867 Pers.) 9,57 9/0 de_r Bevolkexuna. Unter_den AtlziLbLnkM waren 10502 männl. Arbeiter, 15 459 weibliche Dienftboien, 8137 Kleinbändler, 7176 Bauhand- werkdr, 4304 Metallxrbeiier; unicr de:“; Fortziehcnden Waren 8800 Ardeitex, 7135 Weibliche Dienstboien, 6627 Bauhanerker, 6766 Kiembandler, 4649 Mctallarbeitxx. Uch! Wohnungßweibsel ivarcn 'm: dlm ytädtifibc'n Einwvhxicr-Melde-Ilm! im Jahre 1876 552 364 An- Und 497623 Abmeldungen einzcgangen, daddn 108268 bzw. 8903] alicin im Oktober. '

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Am 11. und 12._Juni d. I. wird die 8. Versami-nlung dc§3175n111chcn Ge1chichtsvereins in Göttingex. séxttfindcn. Axis derselben wnden Hr. Gymnai'ialdirekwr 1)r, Gst. Schmidt über „dis Stadt Gottingen JTJM Ausxicmg des Mittelalters“ und Hr. S_taatéarckpwar strmann über den „Aufstand in Liibeck bis zur Ruckkebr des altexi Raths (1408-1416)“, sprecdcn, fcrnsc Hr. Prof. Dr. Pauix bansxiche Analecten aus England, sowie Hr. Prof. 1)“. Frensdorff Notizen aus bclgischcn Städten und Stadtrcchtcn

miitheileu. Land- und Forstwirthsckxaft.

_ _ 21115 Stade, 28. April, schreibk man dem „Hamb. COM“: “_Oie Udon hm _und wied__cr_ laut gcwvrdeiien Befürébtungen, daf; die im Marz und in dcr Halfte ch April d. J. gefaÜencn Nachtfröste der durch_ die milde Ybruarwitferuna bercits séxrk angeregten Vegetaxidn erkcßlichc5 achtheile bereitet haben diirften, haben sich nicht bestatigt. Die Rapsfelder, sowie anch der Rdzgep. auf schwerem und kompaktem Marsch- -und leichtem und schlecht gkdüngtem (chst- bdden baden all_erdingx etivas gelitten, aber diese Eindrücke sind durch dj_e um die Mittedicsss Monats cingetrctciic fruck3tb-3'cs Frühlings- imtterung fast dollnändia _wieder verwischt, und Wenn die seit etwa 8 Tagxn h_errxcbenden Oitwindc, welcbe, so Wohltbätig dieselben auch ftir die Niederungen smd, die hohe Geest nicht lange cr- traaen kann, nur nicht zu lange nicht anhalten und uns keine ver- derblichxn Nachtfröste bringen, so dürfen unsere Lamdleute wohl mit Rech em (311ka Jahr erwarten. Der Stand der Wintkrsaaten be- friedigt aUg-mein doliständig, Und die Raps- und Riibsenfelder haben von den nachkheiligen Einflüssen der Nachtfröste VoÜständig cr- Yolt. _Auch der Stand des Roggens darf im Allgemeinen als cin ck_ricdtgcmder bezeichnet Werdcn. Der Weizen ist natürlich noch Wetter z_1iriick, berechtigt aber durch seinen dichten Séaiid und durch sein ae1undcs nnd kräfti cs Aussebcn zu den besten Hoffnunaen. Die Kleefelder haben si bei dem milden Winter außerordenjlich gut gehalten und bieten namentlich auf dem wärmeren Geestbodcn schon jelzt einen so seltenen Futterreichthum, daf; sie unter Um- ständen schon geschnitten werden köniten. Ebenso bai fich auck) der Graswuchs bei den warmen und fruchtbarexi Friihlingsiagen derartig geboben, daß manckyc Grundbesitzer schon vor Ostern, also etwa 4 Wochen vor der herkömmlichen Zeit _ ihr Vieh auf die Wkidc schicken kdiinten. Die Frühjahrsbestellung auf der Gcest konnte fxiih- zeiéig in Angriff genommen und zuleßt auch rasch gcfördert Werdcn. Zu den Marschen konnte die Bestellung der Syxiiwérfelder erst später aufgenommen werden, da die feuchte und bindige Beschaffen- heit dcs Erdreichs Line Zeitlang jsde Arbeit unmöglich 11156318. Da- her ist man denn auch bier nock) ziemlich im Rückstande und Hat bei der jeHigen Krocknen Witterung dollauf zu thun. Besonders erfreulich scheinen sich in diesem Jahre die Obstausfickyten gestalten zu wolTen.

_ Der „Anhalt. Staats-Anz.“ schreibt UUtLr dem 30. April: Die Witterunxx war in [6151er Zeit für das Gedeihen der Wintersaaten wic fiir die Bestellung der Sommsrung außer- ordentlich giinstig. Die Landleutc Jeden 1ich den größten Erwiir- tungen hiii. Selbst in den minder begünstigten Distriktun ist die Vegetation wie sonst nicht_ Anfangs Jani vorgeséhritten.

_ Nach dem so:ben erschienenen Katalog fiir die vic'rtc Mastv i (*H- Ausstkllung in Berlin (8., 9. Mai) Werden sich a;: dcrseldcn 197 Aussteller betheiligen, Ulid zivar axis folgenden deutschen Staaten: Herzogthum Anhalt'4, Herzogthmn Braunschweig 1,- Groß- herzogtbum Mecklen burg-Scbwerin 14, Groxihcrzogtbum Mcck - lenburg-Strelixz 6, Großherzoéthum Oldenburg 2, Könin reich Preußen: Provinz Brandenmrg 53, Pwviuz Hannover 1, Provinz Oiipchßen 3, Provinz Pommern 37, Provinz Posen 24,

rovinz Sachsen 15, Pxovinz Schlcficn 13, Provinz SÖleßwig-Hol- kein 2, Provinz Westpreußen 16, Königreich Sachsen 3, .Hexzog- tbum Sachsen-Altenburg 2, Großherzogthum Sachsen- Wsimar ]. Der Katalog zählt 936 Nummern: 453 Stiick Rind- vieh, 230 Stiick Schafviel) und 253 Stück Schweine.

GeWerbe und Handel.

Die .Leipz. th.“ veröffentlicht folgenden ersten, vom 2. Mai daiirtcn Bericht von der Messe. Nach dem höchst uncrquickliäpcn Verlauf der jüngsten Frankfurt a. M._Lcder-Mesie _hegt-x man Bc- fürchtungen für den Ausfall der Zcipziqxr Meise. Wenn n_::n Wn letzterer auch kein geradezii günstiges Remliat zu berichten ist, so war doch eine große Anzahl, allerdings meist nur inländischer Käufer am Markt, wonach der Meßverkebr, trotz der trübcn_Stim- mung zu Aufaiig der Messe, sich zum Schluß recht lebhaft gestaltete. Die Preise drückten fick) besonders in gerinaen Qualitäten in fühlbarcr Weise für die Fabrikanten, während reelle Ger- bungen und solide Sortimente gute Preise erzielten. Auxerikanische Ledersor1e11 sind sehr vernachlässigt; die Neigung der deut1chen Kdn- sumenten Wendet fick) mehr und mehr wieder zum deut1chen Fabrikat. _ Leider sind die Pieise für das Leder-Nobmaterial außer Vex- hältnis; tbeuer gegen die Garlederprgisc. Die Zu_fubren waren in ziemlich allen Ledergattungcn schr mäßige und anPWÖM n..r dcm vorhandenen Bedarf. _ _

_ Dem Geschäftsbericht des Berliner Spediteur-Ber- eins für 1877 enknebmcn wir folgende Daten: Der Bruitoertrag im vergangcnen Jahre belief ficb auf 494 735 «M, wodgn entfakien auf Gewinn-Vortcag pro 1877 1722 „;ck, auf_ Spediridüs-Eonto 325 003 „M, auf Abroll-Conto 158 0194-14, auf Agto- und Provmdns- Conto 1862 „M, auf Zinsen-Conto 5851 „M und a_uf Grundstucks- ertrag-Conto 2278 ckck Die Handlungßunkosten beztffxrten sich auf 57 654 „;(-., dic Salaire und Löhne auf 187 689 «M Die gxsammten Außgaken erreichten den Betrag von 373 162-151 Es vcrblexbtsonacb ein Reingewinn von 121573 «74, der sich Wie folgt yertbeilxt 60/9 Dividende 87 012 „M, Reservrfonds_ 18236 „js, TantiémZ fur den Aufsichtsrat!) 9118 „M, Tantiéme fur die Verwaltung 69-8 «Fk und Gewinn-Vortrag pro 1878 229 «FC .

_ Nach dem in der Generaloersamrxilizng dexAranergscbZ :: Berg bauges ellscbaft verlesencn Gcicdaftsbertckot betta; die For- derung im Jahre 1877 auf Schacht Prosper ]. 5699 407 Ctr. gcgen 5593 526 Etc.; auf Schacht Prosper U. 1235 140 Ctr. gegen 1 088 801 (xtr. im Vorjahre. Die Selbstkosten betrugen auf Schacht 1.