Um 11 nahmen Se. Majestät kendeß ckWo des Garde = Corps, meerg, sowiedesGouverneurs und des Komma
„ zu Berlin militäris . ie Vorträ e des Chefs der Adm1ralität, erals der um Stoschg und des General-Adjutanten von Albedy_
Um ZF Uhr Nachmittags empfingen Se. Majestät den
Vorstand der Provin ial- Synode der Provinz Brandenbur ,
bestehend aus dem räses Grafen Arnim -Boißenbur den Mitgliedern Hospredi er Kögel , General von
Superintendent Iacob1, befiser Sack und Graf SolmQGolßen.
„_ Ihre Kaiserlichen und Königlicher) Hoheiten der Kronprin und die Kronprinzessm find, laut Meldung des „ . T. B.“, mit Ihren Kindern gestern yon Windsor in London eingetroffen. hre Kaiserlichxn Hohenen wohnten der gestrigen S1ßung des berhauses be1.
un edern,
In der am Montag unter dem Vorsiße des Staats- Ministers Hofmann abgehaltenen Sißung des Vgndes- raths wurde dem Antrage des Ausschusses für Just1zwe'fen entsprechend der Entwurf eines Gesetzes zur Abwehr sozml- demokratischer Ausschreitungen angenommen. Sodqnn wurden KLRFÜÜÜM zur Vertretung der Vorlage im Re1chstage ge- wa .
_ Der BundeSratl) hat in seiner Sißun vom 13. April
11. J. beschlossen: Auf Seite 270 des amtli xn Waaren: verzeichnisses zum Zolltarif, Zeile 7, 8, smdddie Worte: ,geriffen (geschnittenZ oder angerissen (ungeschn1tten)“ zu Fir "chen, dagegen ist en Anmerkungen zu 1 unter 0, folgende Anmerkung beizufügen: „Als sammetartig werden rohe “ oder geble1chte Gemebe nur dann behandelt, wenn sie, ge- rissen (geschnitten smd, so daß sie auf der Schauseite emen aUSgearbeiteten lor zei en.“ Diese Vorschrift hat vom 1. Juni 11. I. ab in Krat zu treten.
Im weiteren Verlaufe der gestri en (52) Plenar- s1ßung des Reichstages wurde zunächt d'1e dritte Be- ???"?!th des Gesetzentwurfs, betr. die Gewerbegerichte, 1) ge e . Der §. 8 regelt die Zusammensetzung der Gewerbegerichte. Nach den Beschlüssen der zweiten Lesung sollte die Berufung aller Mitglieder dem Magistrat anheimgeaeben werden, der leßtere aber befugt sein, die Wahl der Beisißer den Arbeitern und Arbeitgebern zu überlassen. Der Abg. Dr. Gensel bean: tragte dagegen daß der Vorsißende des Gerichts an den Vorschlag des Magistrats durch die LandeScentralbehör 6 be- rufen, die Beisißer aber vom Ma istrat gewä?lt werden sollten. Der Abg. Dr. Franz sprach 1ch gegen die en Antrag aus und wünschte seinerseits, daß die Berufunß des Vor- ds Zeyökdurch den Magistrat und die Wahl er Beisißer ur „?*Zntexeffents“ erfolge.
Ter * rästdent s NeichSkanzler-Antts, Staats-Minister onZ'Fns FWW Hund ÜYer Regierung ein- Einfluß auf die "ze Gese fürxdie vYZxdé-mcht gestattet werde, so sei das Yon der TFahl - Vikst' endL-ZFFZU Neg1erungen unannehmbar.
„ , “ck14 145-9111. ;ck 1517' Hänge Zs ab, .pkx_dix___65cc,_- «Ztrsch, Dr) *.2 berN MZFVFJZ'DZ. 'ÖÉHZYJ emPfahÜn
Jeichwohl die Ay„aYdméh dFÉZYLMHÜÜ-Zr „„,. „„.-ten Lesung. 0 - ,
er Leßtere schlug ] um ein S eitern de_s „Geseßes“ zu verhüten, den §. 8 noch einmal an dixhKom: mxsston zuruckzu17erwe1sew Das Haus trat diesem Vorschlage bet. und seßte 11113 zur Ber1chtsrstattu11g der Kommission die wetterSe éerathupg dF: VZrlage aus.
() ann gmg 1113 aus zur zweiten Lesun des (He € - entwurfs, be_treff1-;ndd1e Revision desServisXarifs 1smßd der Klassenemxheüung Yer Orte, über. Nach §. 1 der Vor: lag? sollen 1111». Tamfjaße 1n1'A1lgemeine11 11111 3312311136111 exhohtnwerden. _ Dte Koxnm1fs1on schlug vor, die Servis- saYe'fur Gene'rale, Stngofftziere, Hauptleute und Subalfern- offtz1ere, forme fur 1116 höheren MYlitärbeamten unverändert nach der Vorlage zu genehmrgen; d1e Servissäße für Unter- offiz1ere sollen, gegen den früheren Betrag nur um 16§ Prozent, 11.11», der Gememen 11111 50 Pro ent erhöht werden. Die Servi?- saße der Unterbeamten der , ilitärverwaltung soÜen unver- äxtdert ble1ben; ebenso s911 eme Erhöhung der Entschädigung fur PfexdestaUung der D1enstpferde, nicht aber der Offizier- pferdeD9111tZleHen. G
16 gg. raf von Frankenberg und Graf Betlu = Hue beantragten, auch für die Offizierpferde eine Erhöéuxég emtrete'nzu WTM.“ Der Referent Abg. Nieper erklärte, die Komm1ss1o11 ha 9 dw wcsentl1chen Vort eile dieses seit 1872 vexzögertenGeseßes de11 Kommunen 111 t vorenthalten wollen. Su: habe 1600ch 11111 d1e Mehrvergütung für die Kommunen, mét abexr d1eeErhoh1mg der Kompetenzen für die Offiziere, nze che d1e Reg1erxxng§vorlage fordere, als in den Rahmen dteses Gexßes gehor1g betrachtet.
. Der oxnmxffar deS Vuxrdezßrach bemerkte, daß der Serwis- tartf guch [Ur d1eUnteroffiz1ere genau nack) den Anforderungen norm1xt set, welche nach dem QuartierleistungSgeseß jeder Quarhergeber, den verschtehenen Chargen zu gewähren habe.
ES se1 also n1cht,gere, tfert1gt,' daß die Kommission die Er- WYUU des Sermstam s für 1116 Unteroffiziere von 331/3 auf 16 /3 'rozent herabgesßßt habe. Die Regierung habe auch mit _d1eser Erhöhung 91111», Vermehrung des Einkommen?- der verhe1ratheten Unterofstzwre bezweckt, um auf diese Weise die Manquements 1n dem Unteroffizierstande der Armee zu ver- m1ndxrn. D1e Erhöhun um 75 Prozent für die Offiz1erpfexde se1 dur die Verhältniss, namentlich füx Ber11n, . geboten. _Der Wohnungßgeldznschuß ge- nu?e hterfur mcht, z1_1mal d1e_ Offiz1ere auch für AuSrüstung,
u beschlag, und Bed1enung 1hrer Stallpferde sorgen müßten.
uch set kem Grund vorllwnden, ,die Unteroffiziere in diesem Geseye besser zu behqnde 11 als d1e Offiziere. Ebenfalls bitte er ins, von der Regwrnng geforderte Erhöhung für die (He- -schäftSz1mmer zu betmlligen.
, Dey Abg. Grqf yon Frankenbex „führte aus, er vermöge em r1cht1ges Pr1nz1p 1n _dxm Kymm1stonsbeschluß nicht zu er- kennxn; man_ bena tYUlWe d16,0ffiziere gegen die Unter- osfiz1ere. Bet den_ fiztxren se1 ein Nothstand vorhanden; dxeselben könnten m1t der'b1sherigen Entschädigung für Stallung 111cht an'skommen. Er b1tte als , seinen Antra anzunehmen. Abg. ,R1ch„ter (Hagen) syrach „dagegen die Ansi t aus, daß es sul) h1er etgentl1 ,um e_1ne E1nkon1n1enfrage für die Offiziere
ndle und daß 1ese n1cht bet dieéem Geseße, sondern bei der
udgetbxrathung zum Austrag ge racht werden müßte.
im Beisein des komman- Auguft von ndanten che Meldungen thn und hörten spätxr
fantene
uperintendent Hollefreund, Guts-
Die
Lehnt und 9. 1 nebft dem Servistarif nach den Vorschlägen Kommission unverändert angenommen.
In Betreff der Klafseneint ilung (§. 2) war von der Regierung vorxestblagen, zwei rte, Dresden und Bocken- heim, aus der lasse ]. resp. 11. in die Klasse .J.; _ 15 Orte aus Kla e 11., je einen Ort aus den Klassen ]11., 17. und 7. in die la e1.; _ 63 Orte aus den Klassen W117. und 111. in .Kla e 11.; _ 117 Orte aus den Klassen 17. und 7. in Klasse 11. _ und 204 Orte aus Klasse 7. in Klasse 17. zu versehen.
Die Kommission hatte vorgeschlagen, noch zwei Orte _ Erfurt und Linden (Hannover) _ aus der 11. in die 1. Klasse, Fünf Orte aus Klasse 111. in Klasse 11., 240rte aus den Klassen 7. und 7. in Klasse 111., und zwei Orte der 7. Klasse in Klasse 17. zu versehen. Die Kommission schlug ferner folgende Resolution vor:
„Den Reichskanzler zu ersuchen: Diejenigen zur Zeit in der 7. Servisklaffe befindlichen Orje, welche nach den Grvndsäßen der Klasfiffkation in eine höhere Klasse estellt werden können, mit Rückfickot auf die Wohnungögeldzusckyüsße der Beamten enjsprechend zu klasfifiziren.“
Der Abg. Rohland beantragte, die Städte Weißenfels und Zeiß (Regierungsbezirk Merseburg) in die Klasse 11. statt in Klasse 111. zu setzen. Der Abg. Berger wollte die Orte Hattingen und Hörde, Regierungsbezirk Arnsberg, aus der 111. in die 11, und Bochgm aus der 11. in die 1. Klasse ver-
seßt wiLen. Abgg. Gerhardt, Kie-
21'2 nliche Anträge ftelLten die pert u. A.
Der Abg. von Wedel] (Malchow) erklärte, daß er und seine Partei mancherlei Wünsche betreffs der Klassifikation der Städte vorzubringen hätten, daß sie aber in Rücksicht auf die Geschäftslage des Hauses, in welcher eine eingehende Prüfung der Lokalverhältniffe nicht mehr möglich sei, von der Stellung von Spezialanträgen Abstand genommen hätten. Er hoffe aber auch, daß das Haus im Interesse der aUtZgleichenden Gerechti keit d1e von anderer Seite gesteÜten Spezialanträge sämmtliZ) ablehnen werde. Der Referent Abg. 131, Nieper trat der Ansicht des Vorredners bei. Die Kommission habe sich auf einige Veränderungen bei Orten beschränkt, wo die Verhältnisfe ganz klar gewesen seien und die Übrigen Petitionen dem Reichskanzler für die nächste Revision des Sewistarifs zur Erwägung Überwiesen.
Außerdem schreibt die Vorlage vor:
.Militäretabliffemcnts, welche außerhalb des Gemeindebezirks des Garnisonortes liegen, zu dem fie gehören, faUen der Servisklaffe des letzteren zu , sofern der Ort, 111 deffen Bezirk sie bclcgcn sind, nicht selbst Garnisonort ist. Für die zum Zwecke der Artillerie- Schießübunaen zu beschaffenden Quartierseistungen wird, sofern die davon getroffenen Ortschaften nicht einer höheren Klasse angehören, die Entschädigung der 2. Servisklaffe gewährt; für vorübergehende Quartierleistungen, insowkit dieselben die Dauer von 30 Tagen über- steigen, wird eine höhere ServiSentschädigung in der Weise gewährt, da die betreffenden Ortschaften in die nächst Höhere, jcdocb min- detens in die dritte Servisklaffe aufrücken, die Ortschaften der höchsten Servisklaffe aber einen Zuschlag von 20 0/0 erhalten.“
D 'r Abg. Graf von Frankenber woÜte diese leßtere Vorschr1ft mcht m_1r bei den ArtiUerisßchießübungen, sondern auch 1121 Gelegen e1t der militärischen Maßregeln, welche zum ZWLÉYW NYM. YFZ: Yixxdxrpesygxxx?FEWMAQMHUIJKLK- * 666711 eren Bes “mne „des Reichstages, welcher eine dies? IFW hebPeUtwn dem Retchskanzler zur Berücksichtigung über:
1 en a ?.
DLS Dtsknssmn wurde geschlcssen Und sämmtliche Antrag: steller, m1t Aus'yahme des Grafen von Frankenberg, zogen 1hre„Antrage „51111111 Demnächst wurde §. 2 nebst der Klassi- f1kat1ontjder Stadt?, mzt'dem Antrags Frankenberg nach den Vorsch1agen der Kommtssmn angenommen; ebenso die von der Komm1ss1on vorgeschlagenc Resolution.
§. Zfder Reg1er1xng6vorlage bestimmt, daß die Vorschrift dx?) SLVYZSWNfgLsSHLJUOU 1868, nach welcher (1116 fünf ahre 91116 Remnyn des TWS vor enommen werden sol], aufgeFoben w1rd, , Du». Komm11sto11 sch ug vor, diesen Paragraphen ganz zu stretchen. Der Paragraph wurde gestrichen.
Um 31/2 Uhr vertagte s1ch das Haus.
_ In der hentigen (53) Sißung des Rei staqcs welcher am T1sche des B'utzdesraths der Präsident Yes Reichs; kanzler-LYmtxs Staats=M1n1ster ofmann und mehrere andere BevoÜmgchUgte z11m BundeSrat beiwohnten, theilte der Prä- s1dent 11111, daß der Enxwurf eines Geseßes zur Abwehr sozial- demokrattsckzer Ausschre1tungen eingegangen sei. Derselbe hat folgenden Wortlaut:
Wir Wilhelm, von Gottes (Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen ec. *
verordnen im Namen des Reichs 11a r [ t ' Bundeskaths und des, Reichstags, was ?olgetxo 9 er Zust1mmung des §. ]; Druckscbrtftxu „und Vereine, welche die Ziele der Sozial- demokrat1e vexfolgen, k?nnen von dem Bundesratw verboten Werden. Das Verbot 11t offen111ch Hekannt zu machen und dem Reichstag so- ZYstaHtFßth'eZn k'etrsexkkße'lmckyt vZfanÉmeLttist, bei seimem nächsten 11 m1zu e1e11._ as 1 't * wenn der ReiÉHtangieY vxrlangt. e 0 is außer Kraft zu MHM, . . 1e er" reiung von Druckschrifte.1 au 1") entli e Wegen, Str'aßxn, "Plaßen (_)der an anderen öffentlicherx Oßten kkahm? von der Pyltzetbehqrde vorlaufig Verboten werden, wenn die Druck- YétriTFYscbZZlelfv der 1111ch§t. 1 bezZickloZeten YF verfolgen. _ Das Ver- , enn m mner a vier 1) en di D ck ' dem Bundeskatl) auf Grund des §. 1 verbotY wir?). ru Wrist von 'Eine Versammlung kann von der Polizeibehörde verboten odex nacb threm Begmn von dem Vertreter der Polizeibehörde auf- gelö'st werden, w'enn Thatsachen vorlie en, welche die Annahme recht- ZI FU daß dre Versammlung Zieen der im §.1 bezeichneten ' §. 4_. Wer einem nach §. ] oder §.2 erla enen V bf - w1der eme Druckschrift verbreitet, wird mit YefängnißerbTsterJt. Die Beschlagnahme der Druckschrift kann ohne richterliche AnordnuFY74§rfolgen (§. 23 ff. des Gesetzes über die Preffe vom
'
7. Mar
§. 5. Die Betbeiligung an einem nach . 1 verbotenen Vereine oder an emer nqcb. §. 3 verbotxnen Versammbéng wird mit Gefängniß bestraft. _ G1e1che Strafe 1r1fft Denjeni en, welcher s1ch nicht sofort entfernt, sobald dte Auflösung einer Ver ammlung auf Grund des F 3 erfolgt ist. _ Gegen'dte Vorsteher des Vereins, sowie gegen
ix Unternehmer und Letter der Versammlung und gegen Den- Zemgen, „welcher ztz et'ner ' verbotenen Versammlung das Lokal ergtebt, tst auf Gefangmß 111cht unter drei Monaten zu erkennen.
, ., . Dieses Gesc tr11t sofort in Kraft. Dasselbe gilt für den 3e1traum von drei ahren. Urkundlich 2c.
Begründung.
Die Ausbreitung der Sozialdemokratie hat in Deutschland im
dnnokratiscbc Agitation, planmäßig und durch geschulte A itatoren betrieben, üht mehr und mehr ihren verderblichen, Jie G,- mütber verwnrenden Einfluß auf die Massen der Bevölkerung a11s. „Um den [1111|er der bestebenden Verhältnisse und dte _B1ldung pes soz1glts11schen Staates herbeizuführen, ist die Soztaldemokratte uüablassig bemüYt, Unzufriedenheit in den befiß- losen Klassen zu yetbreiten, diesel en gegen die befitzenden Klasen ayfzureizen, dte uberlieferten fittlicben und religiösen Anschauungen, Yre Vaterlandsliebe, pie Pietät und die Achtung vor dem Gcseße, uberhaupt al1e diejenggen Grundlagen zu untergraben, auf welchen der „Staat uan dre Sicherheit der Gesellschaft beruhen. Die StZztgldemokrake droht das Gemeinwohl auf das empfindlichste zu schthgen, indem die durch ihre Agitationen hervorgerufene Beun- ruvbtgung und Störung „des öffentltcben Friedens nicht ohne Rück. wnkung auf dre Entwtckelung der wirtbschaftlichen Verhältviffe bleiben können.
' WiederYolt find die verbündeten Repierungen an den Reichstag m1t Vorsgylagen berapgetxeten, um den Gefahren der Sozialdemokratie dyrch scharfere Strquesttmmungen entgegen zu wirken. Es geschah Yes bet (Gelegenhmt der Vorlage des Gesetzes über die Presse und 111 der Sessnm' 1875/76 durch die Abänderungßvvrschläge zum Straf- gejc buche. D1ese'Vorscbläge haben die Zusttmmung des Reichstags mch" gefunden; d1e Frage aber, ob es nicht besonderer Maßnahmen bedurfe, um den Ausschreitungen und der weiteren Verbreitung der Sozialdexnokratie entgegenzutreken, ist damit nicht erledigt Worden; dteselbe 1st vielmehr fortdauernd eingehend erWOgen und nunmehr auFAnlaß des vor Kurzem gegen das chen Sr. Majestät des Kaisers verubtep Attentats wiederum in den Vordergrund g1trete11.
„_ffDte verbündeten Regierungen glauben diese Frage bejahen zu ma en. “
'Die in Deutschland geltenden gesetzlichen Vorschriften auf den Gehteten der „Presse und des Vereinswesens, auf welchen sich die fqztaldemokraßschen Agitationen vorzugswäse bewegen, reichen, wie dre Erfahrung gezeigt hat, nicht aus, um diesen Agitationen mit Er'folg zu begegnen, Es bedarf kräftiger und schneüer cingreifender Mittel; um den Gefahren vorzubeugen, welche aus der Verbrettung der sozialdemoertischen Lehren dem Gemein- wesen drohen. So fern die AHficbt liegt, Ver- emsx un'x) Vcrsammlungßrecht, sowie das Recht der freien Metnungöaußerung aUgemeinen und dauernden Beschränxungen zu unterwexfen, so erscheint es doch im öffentlichen Interesw geboten, dxm Mtßhrauche, welchen die Anhänger der Sozialdemokratie mit dresxn Frerheiten fortgesetzt treiben, Schranken zu feßen und auf diese We1sc den BestreYungen Raum zu gewähren, welche darauf gerichtet 11111), durch Aufqurung und Belehrung, durcb Stärkung des Sinnes fur Recht und Stttc, wie durch wirthschaftliche Verbeserungen die Wurzeln des Uebels zu beseitigen.
„ Solche Schranken können aber nur durch die Geseßgebung anf- acrtchtet werden und diese muß, da es sich um eine (1112 Bundes- staaten gleichmäßig bedrohende Gefahr handelt, von dem Reiche aus- gehen, dessen Kompetenz dazu nach Art. 4 Ziffer 16 der Reichs- verfassung kciuem Zweifel unterliegt.
Auf diesen Gesichtspunkten beruhen die Bestimmungen des Vor- gelegtxn Gesetzentwurfes.
Nach § 1 soll der Bundesratk) die (Ermächtigung rrhalten, Druck- schriften und Vereine, welch? die Ziele der Sozialdemokratie vcr- folgen, zu verbieten. Die auf Grund dieser Ermächtigung erlassenen Verbote sollen der Kontrole des R21chstages unterliegen, Welcher be- fugt sein soll, die Außerkraftselxung derselben herbeizuführen.
In der Preffe 11111) in dem Vereinswesen liegt der Schwerpunkt dcr sozialistisÖen Agitation.
Eine große Menge viel gelesener Blätter verbreitet die sozial- demokratiscben Lehren tägli in aÜen Theilen Deutschlands und in allen Schichtxn der Bevöl erung. "Hanh in Hand mit de'r Preffc 1.11.1151 111118112Vers§1311111111111§3111116 "W der SWMW“
' " 1 ch „. . , . 1 1 me1e1ve m Deut - 111111) 111 hyhexem Mqße eme einhertkcbe undögeschloffene Organi1fF- t1on,Ölss1§1rFe;1dde1n§m (anere1l1) Lande.
' „(1 erw eß „Fun eskat es würde, sorpeit es fich au ni t- pxr1od1sche „Druckschmften erstrxckt, häufig erst eintreten könnenf, WIN dte Vcrbre1tyng der Dxuckschx1ft vvllendet ist". Dies gilt insbesomdcre v_on Flugsckr1sten 11er Broschuren, welche aufStraßen und an öffent- 11cken Orten yerbrct'tet, werden. Deshalb schlägt der §. 2 des Ent- nmrfes Vor, 1111? Pol1zetbehörde§ für befugt zu erklären, die Verbreitung sozk"al-demok1attscher Druckschrxften, auf öffentlichen Wegen, Straßen, Matzen oder an andern, offentl1chen Orten vorläufig zu verbieten. Cm solches Verbot soll jedoch erlöschen, wenn es nicht innerhalb 15er W9chen von dem BundeSrathe auf Grund des §. 1 be- statngt1 FWH ck
5 u ie 11a §. 1 dem Bundeskathe zu ewäkyrende Ve 11 111 311111 Verbox Von Vexeinen „würde in vielen k,ZFällen von gefriérxge? Wtrkung sem, wenn mehr gletchzcitF den Organen der StaatsgeWalt enze entsprexhende Befugmß 111 3 ezug auf die Versammlungen betgelegt wurde. , Denn, wenn auch Versammlungkn, rvclche von emem Verem Veranstaltet Werden, Von dem Verbot des
so wird doch die Agitation
Yxreins mitgzxtroffsn werden würden, mcht blos 1n solchen Versammlungen betrieben, und die Er- daß, sobald em ialdemokratischer Verein ge-
das
fahrung lehrt, ' so
chloffen w1rd, dre von demselben Fisher betriebene Agitation in erfammlungen fortgesxtzt w1rd, welckze fich nicht immer als Vereins- versammlungen qual1fi51ren1affen. Es bedarf daher der im §. 3 des„Entwurscs yorgesch1agenen Bestimmung, wvnach die Polizei- behorde befugt sem'soll, Versammlungen im Voraus zu verbieten odex nach dem Begmn durch den von ihr entsandten Vertreter auf- zulqsen, sobald'Tthsachen vorliegen, welche die Annahme recht- Wxtegen, daß dte Versammlung die Ziele der Sozialdemokratie vor- Die in den §§. 4 und 5 vorgesckhlagenen Strafbestimmun en sollen d1e Durchführung der nach den §§. 1-3 zu erlassendcn V?x- bote sicherstellen., _
Wenn et1d11ch 1111 §. 6 die Beschränkung der Gültigkeit des Gesetzeß auf emen Zeztraumx von “drei Jahren vorgesehen ist, so be- rubt dtes auf der Ab11'cht, dte Frxiheit der Presse und des Vereins- wesßns auch der Soz1aldemokrat1e gegenüber nicht länger zu be- schranken, als _zur,S“1cherung de6 Staates und des öffentlichen Friedens unumganglrch xothwendig tft, und auf der Hoffnung, daß es 11ach Ablauf von dre: Jahren eines solchen Schutzes nicht mehr bcdurfen tverde.
Da? Haus trat sodann in die dritte Berathung des Ent- wurfs emex Rechthanwaltsordnung. Gleichzeitig wur- de_11 zur Dtskusston gestellt- §. 7 (Lokalisirung der RechtSan- walte) unh, €,. 103 (Beschrä11kungen für die ]"th amtirenden Rechtsanwalte).
H1erz11 hatten die Antrage emgebracht:
Der Reichstag wolle beschließkn:
Datz §. 7 dahin zu ändern:
,D1e Zulassung erfolgt bei einem bestimmten Gerichte. Kammern fur Handelssachen, welche ihren Siß an einem anderen Orte als an dem des Landgerichts haben, 1'1nd im Sinne dieses Gese 's als besondere Gerichte anzusehen“, und tnter §.„ 7 ,als besonderen §. 7a. einzuschalten:
„Der der emem Azntsxzerichte zugelassene Rechtöanwalt kann auf seinen Aptra?,zugle1ch, bei dem Land ericht, in dessen Bezirke das Am_t3ger1cht enxen S?? hat, sowie ci den im Bezirke des Landgertcbts, befindltchen ammern für Handelssachen zugelassen jverdxn. Dte Zulassung mus; erfolgen, wenn sie nach dem über- einst1mmenden Gutachten des Ober-Landeßgericbts und des Vor- Ltearkchs,s?er Anwaltskammer dem Interesse der Rechtspflege för-
rt 1 .“
„Ferner als Konsequenz des Antrags zu 6. 7:
Abgg.1)r.Lasker und Genossen folgénde
Be1 der Abst1mmung wurde der Antrag Frankenberg ab-
drungen, “welche denselben früher unzugänglich waren.
Laufe der leßten Jahre immer größere Dimenfionen an enomm soz1aldemokratischen Lehren Und Tendenzen find in Kreise F?;
Die sozial-
den §. 7 a. der Beschlüsse" zweiter Lesu*n als . 7b., den §. 71). als §. 7a. und den §. 713. als §. 711. zZ bezeiÖZen;
in §„ 103 im Absatz 1 den letzten Sa zu streichen.
„Endlich im §. 103 als Absay 2 einzu chalteon: '
„Dieselben find, sofern fie dte Zulaffqu bez dem Landgericht ihres Wobnstßes beantragen, befugt, ihren btsberlgen Wohnfiy bet-
lt .' . . zubehIane§ 36 Absatz 3 das Allegat 7 o, in 711. zu ber1cht1gen.!
Der räsident des ReichS-Justiz-Amts, Staatssekretär 131. Friedber ,Perklärte im Namen des Bundesmths den §. 7 nach den Bes lüffen zweiter Lesung für unannehmbar; dagegen werde bei Annahme der Anträge Lasker das Zustandekommen des Geseßes gesichert sein. Aus. d1esem Grunde empfahl auch der Abg. 111“. Lasker stine Anträge zur Annahme. Fur" d1e: selben erklärten sich_ auch die Abgg._ Staudy 111111 von H01der. Da egen erklärten 1111) die Abgg. Pfafferotx, K1efer und Wmdt- horét, Letzterer führte aus, daß der Re1chHtag den von dßn Regierungen accsptirten Vernnttxlungsyorsckxlag Lasker fax unannehmbar erklären müsse, wal derselbe 1nkonseque11t fe1. Die Anträge Lasker wurden angenommen. (Schluß deS
Blattes.)
_Die Eintheilung des Ober-Vexwaltun 6gerichts in zwei Senate ist nunmehr, nachdem d1e erforder1chen M11161 durch den StaatshaushalW-Etat 1111“? das Jahr „vom "1. 2113111 1878/79 bewilligt, ein SengtKPraßdent und 13191: Y11tgl1eder neu ernannt worden, auch d1e s911st1gen Vorbere1t1111gen zum Abschluß gelangt sind, zur AU'Sfuhrung gekommßn; “_
Seit dem 13. d. Mts. fmden d1e regel1naß1ge11 _offent- lichen Sitzungen des ersten Senats „unter dem Vorstß Hes Präsidenten des Ober-Verryalxungsxzemchts _Persms am M1tt: woch und Sonnabend, diejemgen des zwe1ten Senats unter dem Vorsiße des ScuatS-Präßdeenten Jebßns (1111 Montag und Donnerstag _ in den biHl)er1ge11 Geschäftsraumen Mauer:
straße Nr. 63/65) _ statt.
_ Die Gesellschaft der Landwirthe Frankreichs wird, ge- legentlich der Aussteklung im Palais de§_ Trocadero emen internationalsn landwirthschajttrchen Koygreß veranstalten. Derselbe wird vom 10. 1116 zum 20.J11n1 statt- finden. Die landwirtlschaftlichen _Veh'ordetz 11111) d1e land: wirthschaftlichen C-Zntra vereine, sonne d1e M1tgl1eder der [111111- wirthschaftlichen Presse sind _spez15311 zu d1es61n Kongresse 9111- geladen worden. Nähsre M111he1l11ngen, forme E111tr1xtskarten zum Kongreß sind durch das Generasekretartaf der Zooiété (188 ÜZl'jUÜWUkZ (10 191811013, 911118, ] KUG „148 kSWÜSl'. zu «Latten. Für, jede offtz1eÜe „Delegatxon eines fremdsn andes ist 1116 Erncnmzng 811166 23132- Präsidenten und eines Sekretärs refermrt, d1e_ so er- nanntkn Herwn bilden mit dem Bureau der GescMchast d'er Landwirthe das Bureau dss Kongresses. Der Kongrßß the1lt sick) in 11 Sectionen, welche Ackerbau, aÜgeme111Z V1ehz11cht, Weinbau, Waldbau, Garten: und Obstbau, Kulturtechmk, landw. Ncbengewerbe, Seiden: und B1€11e11z11cht 11111) landw. Jnsektenkunde, landw. Ges213gebu11g,la11dw. Unterr1cht, Pferde: zucht umfaffcn. DLL Redner können s1ch nach 2321113111211 1l)xer Mütterfprnche oder irgsnd einer anderen bedwnen. DW 111cht in französischer Sprache gehaltenen Revey, werdey m_ d1es_er Sprache resumirt, jede religiöse oder pol1t1sche, Dtsknsswn 1st ausgeschlossen. An diesen angreß werden s1ch,Ves11§he der Aussteünng und landw. Exkursmnen unter sachkund1ger Fuhrung anschließen. Die Verhandlupgcn deJKongxeffeS 1011211 syater ver: öffentlicht werden. ,Das 1th veroffentl1chte vorlauftge Pro- gramm der in den Sectionen zu 'vexhandelnden Fragen 11m- faßt eine Reihe interessanter 111,11- w1cht1gerP11nkte, unter de11e11 wir die Vesprcchnng internationalex Maßregeln gege111d1e Viehseuchen, die Phyüoxerafrage, d1e Aufforstung ach Bor- beugung gegen Uebsrschwemmungen, d1c Vsrxvertlxmg der städtischen Abfallstoffe, die Dampfhodenkultur.d1e Anwsndung 11011 Schienenwegsn 111 der La11d1v1rthschaft, dw, Methoden der ZuckerbLstimmung, die landwirthschgftU-che Stat1st1k, d1e Pacht: frage, hervorleven. Das Prcxstdmm „des Kongresses hat den Miniéter für M 1arxdw1rthschaft11che11 Angylegen: heiten, ])r. Friedenthal spsziell e111geladen, und d1cser,e111e gs.- meinsame Vertretung der gesammten deutschen La11dw1rthschast durch eine Delegation des deutschen Landw1rthschaftßrathes
angeregt.
_ Lehnt die Gläubigsrscbaft 1111, Zahlumzen des Gemein- schuldners kurz vor der KonkurxJ-eröffnung anzufechten, so'kann, nach einem Erkenntnis; des Retehs:Oberhandelsgeyckzts, 1.Se11at, vom 19. März 1878, jeder einzelne Konkuréxglauwger daS AnfechtungSrccht auf seine Kosten ausüben; er han- delt dabei in Vertretung der Gläub1gerschast und kann, daher seine Anfecbtnng 11111 auf solche Argumente stüßsn, 7319 der Gläubigerschaft als solcher znr Verfügung stehen wurden, wenn diese Anfechtung Übté.
_ Dcr General=Lie11te11ant von 5153611161“, (5321111111- Adjutant Sr. Majestät des Kaisers 111111 Kömgs Und M1l1tar- Bevollmächtigter 111 St. Petersburg, 1st von St. Peteerurg hier eingetroffen und im Hotel du Nord abgest1ege11.
_ Der General-Lieutena11t_von Bx'tlow, Jnsyecteur dcr 2. Feld:ArtiÜerie-Znspektion, 1st 11911 [611191 D1cnstre1se zur Musterung des 3. und 17. Feld-Art1l1ertc-Reg1n1e11ts [11erher zurückgekehrt.
_* Der BundcsxathsBevokbnächxigte,_ Geheime , ustiz- Rath Held aus Dresden ist von Berlm Meder abgere1t.§ „.;
Sachfen=Weimar = Eisenach. Weimar, 20. Mai. HW. T. B.) In der heutigen ersten S1ßung des 11118611 zu- ammcngetretenen L a n d t a g S edachte der Landtags-Praßdenk mit warmen Worten der g „Ücklichey Errettung Sr. Majestät d es D eutschen Ka1ser6 bet dem gegen Denselben verübten Attentat. Der Landtag „beschls'oß, den Katser durch den Vorstand deo; Landtags beglückwuns chen zu lassen.
Oesterreich-Ungarn. Wien, _20. Mai. (W. T."B.) Das Herrenhaus beendete heute 1118 Generaldebatte 111161 das Bankstatut und beschloß auf den Antrag Burgs, d1e Enblocanna me aller unbeanstandeten 'Art1ke1, worauf ,das Bankstatut ?einem vollen Inhalte nach 111 wetter und dmtter Lesung genehmigt wurde. Nur betre s dex Dauer des Privilegiums wurde beschlossen, das; dasselbe m1t Envy, 1887 ablaufen sol] statt, wie die Vorlage hest1n11nt „hatte, m1t Ende 1888. Der Finanz-Minister hatte s1ch m1t dteser Aenderung einverstanden erklärt. '
mänische Armee trat auf Anordnung des Fürsten Carl eine Vorwärtsbewegung gegen Osten längs der Karpathen an. Dieselbe nimmt gegenwärtig folgende Stellungen em; Die erste Division steht bei Tirgoveschti,„ die zwcite be1 Pitetschi, die dritte bei Slatina'und d1e merle be1 Crajowzx, die Reservedivision verbleibt m1t den PoütionSgeschüßen m Kalafat. _ Aus Belgrad: Fürst M1lan hat 1118 m der Topola=Affaire zum Tode verurtheilten Personen begnadigt._ Aus Adrianopel: Jm Rhodope-Gebtrge haben neuxrdings Kämpfe stattgefunden. Die Russen sollen im Khaskioe] gegen 200 Mann verloren haben.
Pest, 20. Mai. (W. T. B.) Das „Oberhaus hat die Vorlage, betreffend die Bedcckung des 60'=Mi[[101_16n- Kredites angenommen, nachdem der Min1fter-Präs1dent hTilszah seine im Unterhause abgegebenen Erklärungen wieder: ot atte.
Das Unterhaus hat die Verlängerung des Aus:
SchWeiz. Zürié), 20, Mai. (W. T. B.) _Die „Neqe Zürcher Zeitung“ führt aus, daß das negatwe Ergebnxß der gestrigen Volksabstimmung des Kantons Zürich Über 1318 Gotthardbahn : Subvention lediglich alarmirenden ZeitungSnachrichten zuzuschreiben sei, und tritt für die, Ver: anstaltnng eines nochmaligen Volk-Zentsche1des em.
Großbritannien und Irland. London, 20. Mai. (W. T. B.) In der heutigen Sißung des O'berhausez lenkte Lord Selborne die Aufmerksamken auf d1e Verfassungswidrigkeit, welche s1ch dgdurck) bekunde, daß indische Truppen in FriedenSzUten außyrhalb Indiens ohneZustimmung des Parlaments verwendet würden; der Redner unterstüßte seine Ausführungen durch eran- ziehung mehrerer Beispiele aus_ der Gesch1chte. Der ord- kanzler Cairns trat dsn Ausxührnngen Selborne's eytge- gen und rechtfsrtigke das Verfahren der Reg1erung. S'e1tens der Opposition hoben Lord Bardwel] und'Lord Granv1lle, mdexn sie das Verhalten ihrer Partei vertheid1gten, hervor, daß e111 Tadelsvotum von ihrer Seite nicht beantra „t woxpen se1. Lord Granville gab zu, daß es große Noth alle gabe, _wo die Regierung auf eigene Verantwortung handczln, mUsse, bestritt aber, daß ein derartiger Fakl gegenwarn „yor- liege. Der Premier Lord BeacoanWld vext)e1d1gte das Verfahren der Regierung 111111 schloß seme- Yusßizhru'ngen mit der Erklärnng, daß der Remcrung gege111värt1g 16 L1ppen geschlossen seien, und daß dieselbe ohne Schäy1gung dxs Staats- intereffes gegenwärtig ihre Politiknxcht „v1nd1ztren“ k'on11e. Das einzigx: Ziel der Regierung bei aUen 11)er Schr1tten se1 d1e S1chß- rung der S1g111111gen deZ Friedsns, dte Wahrung 'der Fre1he1t Europas und die Behauptung der gerechten Pqfttwn gewesen, welche England eingenommen habe. 5016 Reg1erung se1tauch gegenwärtig noch bcmüht, diese gxoßen Z1ele zuxefrre1che11. Wenn die Zeit komme, wo die Regwrungghre Poltt1k v1nd1- ziren könne, werde sich 32111011, daß, was d1efelbe gethan habe, geschehen sei in dem Glanben, daß es zumBesten .de-Z Stacztes eschehe. Obschon angegriffen, ' müsse d1e'Neg1erung ]eßt 161112111611, denn wenn sie das mcht thue,_ dürfte das „Staats: interesse 11111? Schaden leiden. (Lauter Be1fall dc'r Reg1erungs: partei.) Der Antrag Selborne's wurde dam1t als erled1gt angesehen. . Das Haus vertagte sich auf-morgen.
Die heutige Unterhaus-SWung war stark_bcs11cht. Der Schatzkanzler Northcoto antwortete auf, cme An- frage Ashley's, d'1e Regiernng habe ihre gyten D1enfte (zuf- gewcmdt, 11111 6111611 Waffsnswllstand zw1schen den Tur- ken und den Jusurgenten auf Kreta herzusteklen. Der- sclbe erwiderte auf eine Anfrags Max Arthems, das 11011 dem e11glifchen Gesandten 111 Chma, Wads, 1111t der chinesischen Regieru ng gEtroffene Abky111111e1zje1v011der englischen ngicrnng 11011) 111cht formell geb_1[11gt; 61111116 "Stxpu: lationsn desselben bedürften auch der Zustnnmnng der be1ge11 Vsrtragsmächte. Auf eins bezügliche 11frage de-Z Deyyt1rt€n Ryland erwidsrts der Schatzkanzle-r, d1e_ Kosten fur 1116 Einbernfung der Reservß bel1efcn s1ch auf 140000 Vfd. Sterl. Der Krieg am Kap koste monatlich 5000 Pfd._Ster_l. für englische Rechnung Und 20 000 Pfd. Sterk. fur 1116 Rechnung der Kolonie. Man brauche für Extra-Ausgzzben monatlich etwa 50 000 Pfd. Stekl. D1eser Bedarf durfte jedoch auf 60 000 Pfd. Sterl. fte1ge11. Dex Marquzs von Harrington Oeantragte untxr dexn Be1fall _der L1be„rale_n seine angekündigte Resolut1o11 111 Betrexf deru1nd1- schen Truppen. Der Antragstßljer hob, bc1 Yegrundung seiner Resolution hervor, daß 911111) auf 111€ Erorterung der konstitutioneUen und der finanzuZÜen Se1te der Frage, be- schränke und davon absehe, auf 1316 Besprxbung der Or1e11t: po[1tik der Negieruug einzugehen, da er Angeszchts der _1111 Gange befindlichen Unterhandlungen der Ncg1erung ke111e Verlegenhsitsn zu bereiten wünsche. Der Staatssekrexar der Kolonien, Hicks Beach,. [Jeantragte da? von 1hm angekündigte Amendement, verthe1d1gte die ReZWru'ng und forderte da?» Haus auf, durch Ablehmmg der Re ol11t1on Har: tingtons seinen PatriotiSnm-Z zn bekunden, 111111 das von 1hm beantragte Amendement mit „größter Ma1omtät ,anzuyehmen, damit die Welt in Zukunft w1ffe, Haß Engl'and 111 Zonen dxr Gefahrstets auf 8111111 allen Weltthecken m 1111) gex1111gtes R91ch zu rechnen habe. Nachdem noch Harcourt fur 1116 Reso1ut1on Hartingtons eingetreten war und Stanhope d1e Regterung vertheidigt hatte, wurde die Debatte auf morgen vertagt.
Blackburn, 20. Mai. (W. T. BZ; Y? ei11em heute von den Strikenden abgehaltenen gro en 'eet,1ng wyrde einstimmi eine Resolution angenommen, worm d1e Arbe1ter, unter AbFehnung der von den Arbettgßbern gemachtey Vor- schlä 9, sich bere1t erklären, eine 5prozet1t1ge Lohnreduktmn an- zune men.
_ Aus Port Said, vom 20. Mai, meldet „W. T. BKL: Dic TranSportschiffe „Madura“, „Hoßpodarl“, „Camara , „Baron Colonfay“ und „Brambletyre“ smd 1n1t 1n111s chen Truppen hier eingetroffen und seßen d1e Re1se nach Malta fort.
Türkei. Konstantinopel, 20.Mai. (W. T. B.) Der russische Botschafter, Fürst „Lobanofx, empfmg gcstexn Deputirte der russischen Kolome. Der urst gab semen Fr1e- denswünschen und Hoffnungen Ausdru . Das Auftxeten des? selben wird von den der Pforte nahestelxenden Kr_c1sen, be1 denen der Fürst zum Theil 111111) auß; fryherer 211 her be- liebt und angesehen ist, als em versö nl1ches ge. ch1ldert. _ Vor dem Palast von Tschera an fqn heute em tumul- tuarischer Auflauf der (“* iichtlmge statt, welche dem
Yketxsopolitan, aus_Anlaß der Errettung des a1 e r s Fürst Mifan, sämmtliche Minister, die Senatoren, die Mi itär- und Civilbehörden und der deutsche Generalkonsul bei.
ute vom eutschen in der Kathedrale celebrirten Tedeum wo nten
Belgrad, 20. Mai. (W. T. B.) Dem
Rußland und Polen. St. Petersburg, 20. Mai.
(W. T. B.) Die „Agence Nusse“ bezeichnet die Nachricht engl1scher Blätter von emem Ultimatum Rußlands an die Pforte wegen Räumung der Festungen als völli
unbegründet. ausgestreuten alarmirenden Gerüchten. die ziabinete Verhandlungen zu einer praktischen Lösung her- beizuführen suchten, müsse man "eden Zwischenfall vermeiden, welcher diese Versuche der Beru igung und Versöhnung ge- fährden könnte, _ Zsche? KNX [(FléZßlich NZ) glxäckltitchex Extreftttunfg Fes . . . . ai ers i e m ein an go es ien attgeun en. gle1ch§prov1sor1um§ genehmtgt. Zahlreiche Mitglieder der deutschen Kolonie wohnten dem-
e
Die „Agence“ warnt vor den absichtlicZ Besonders jest, wo
Jn MoSkau hat gestern in der evange-
lben bei.
_ Aus amtlichen Quellen brin tdas„Iournal de St. Pétersbourg“ ein Tableau der !Zeit dem 2. März bis zum 6. April 1878 in der Mongrchie aufgekommenen Zoll- revenuen. Der Ertrag belief sick) auf 7526 815 R. Metall und 152 727 R. in Pamer, also im Ganzen _ nach dem Tagescours _ auf 10413 281 R. in Staathapieren, eine Summe, die für den entsprechenden Zeitraum des Vor1ahres eine Zunahme von 7975 838 R. aufweist. Bis zum 2. März 1878 hat die Einnahme 3211 750 R.1n Metal] und 45 220 R. Papier betragen, woraus“ hervorgeht, daß die rößere Häkste des am 30. März einkasstrten Betrages LS 446 336 N. Metal] und 118 496 R. Papier) dem Monat März zugerechnet werden muß. Die ersten neun Wochen, des Jahre?: haben durchschnittlich 336000 N. ergeben, die näcysten vier Wochen sind auf 824 000 R. gestiegen, und die leßte Woche hat 1 080 000 N. Metal] und 334 000 R. Papier, mit- hin eine starke Progression ergeben.
SchWeden und NorWegen. Stockholm, 20. Mai. (W. T. BZ Der Reichstag gene?migte heute einstimmig die von er Regierung zur An rechterhaltung der Neutralität geforderte Bewilligung einss Kredit?- von 2 Millionen Kronen,_In der Zweiten Kammer inter- pellirte dcr Abg. Hedin *die Regierung wegen der Ge- rüchte über Unterhandlungen mit der deutschen Regieruyg 111 Betreff der Einfahrt der englischen Flotte 111 1319 Ostsee. Der Minister der Auswärtigen Angele 211: beiten erklärte,_daß alXe diefe Gerüchte u nbegründet eien. Keine Macht habe vorgeschlagen, die Ostsee alZ, wars 0131131111; _zu betrachten. Sollte troß aller riedensauchhten der Kme'g dennoch ausbrechen, so sei die egierung überzextgt, dgß 1116 Neutralität Schwedens auf den gleichen Prinzipwn WU? 1111 Jahre 1854 anerkannt werden würde. Du; von 615111 Inter- pellanten erwähnten Gerüchte stammten wahrsche1nl1ch von dem Kopenhagener Korrespondenten der „„Ball _Mal1 Gazette her,“ dessen Treiben die schwed1sche 'sowuZ d1e dänische Regierung bisher vergeblich entgegengearbe1tet hatten.
Amerika. Washington, 20. Mai., (W.T.B.) Die zur Untersuchung der bei dLr Präs1dentenuw_ahl 111 Florida und Louisiana_vorgekommenen Wahlfal1chun en niedergeseßte Kommission 1st gewählt und besteht aus 7 .U- mokraten Und 4 Republikansrn.
Südamerika. Columbien. Der Kon_greß, 1_velcher 111 Bogota vsrfammelt ist, hat Einstimmxg emen Gejéßvor- schlag angenommen, dcffen Gegenstand _Y1E'Erwe1terung der tclegraphischen Verbmdung 111,1n der Art, daß Bogota dadurch nicht nur mit dem gesam111t€11 Innern der Republik, sondern auch mit Europa, den Vcrß1n1gten Staaten und Centralamerika verbUnden wixd, also 111 Zukunft aÜe diese Länder in direkten Verkshr m1t Deutschland tretsn.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
„Meyers Handlexikon des. allgemeinen Wisseys“, mit technologiscbkn und wissenschaftllcben Abbüdungey .und ytelen Karten der Astronomie, Geographie, Geognofie, Stattsttk und 'Ge- schichte. ZWeite, umgearßeitete und vermehrte, 5Yuflage m 2 Theilen oßchb 240 Lsitexe1ung1e3178? 50 „5. (Le1p51-g, Verlag des Biblio rap “1 en „511 '1 u s, . ' _ _
VFJÜ den letzten Lieferungen 19 „1316 24 [regt Has bandkche Werkcben nunmehr auch in seiner_ Wetten Austage fert1g Vor. Dte- selbe ist 111 der That einc erbeb11ch vermehrte, und zwar erstreckte fich die Vermehrung zunächst naturlrcb auf, den Inhalt, welcher um ca. 6000 neue Artikel bereichert wordxn 1st, dann aber auch auf die mannichfalfigen Beilagen an Karlchen nnd Tgbellen“ r'velcbe einen ebenso eigenartigen als dankeyswertben'Voxzug dteser Mmmtur- Encyklopädie auImachen. Anderersetts haben d1e emzelpen Arttkel mehr- fach eine vollständige, den seit der ersten Auflage e1n_getr_etenen Ver- änderungen entsprechende Umarbeitung erfahren, u11d_ em Ieekrolqg ent- hält die während des Druckes eingetretetzen Todcsfaße, welche 1n'den Biograpblen nachzutragen find. An Verlagenßc. brmgt das Lxxtkon in seiner neuen Form 6 Karten zur phvfikaltschen Gxographte, 12 ebensolche zur Ctbnoaraphie und Stat1sttk, 23 zur 11o1111schen Geo-
rapbie mit alphabetischen Tabeüen z,ur letcbteren'Ouenttrung, 6 (He- ?chichtskarten und 19 Bildertasel,n_1n Holzschmtt und Buntdruck, außerdem aber 22 historische, stat„1st1sche, Munz- 21. Tahellen, Ueber- fichten und Verzeichnisse zur Erganzung des Textes„ dre, w1e schon bemerkt, eine Spezialität des Werkchens find. Em alpbahebsches Register über sämmtliche Artikel erleichtert den Gebrauch sebr wcjentltcb.
Allen Denjenigen, welche dgs größere und entsprechend kostbarere Meyersche Handlexikon s1ch möbt anschaffxn können oder oncn, dürfte auch diese zweite, so schnel1xnothwend1g ewoxdene Auflage des kleineren Werkes willkommen „sem. Dassel e_ mmmt den Ruhm in Anspruch, das erste und einztge Buch zu sem, das_den anzen menschlichen Wiffensstoff der Gegenwart 111 so knapp gedrangter orm, an etwa 2000 Oktavseiten, zusammenfaßt. Dgß troß diefxr Ge- drangtbeit des Stoffs und damit des Druck? dte Schnft bet aller Kleinheit scharf und obne Anstrengung lesbar rst, verd1ent noch beson- ders hervorgehoben zu Werden. ,
Land: und Forstwmhschast. t t'
Nachdem nunmehr die Anmeldungen 'für den in exna tona- lcn Markt für landwirtbscbaftltcbe _ Maschtnen und Gerätbe, welcher vom 13. bis 17. Juni c. zn Hambur _ftaxt- finden wird, geschlossen sind, kann schon jetzt d1e Beheutsam e1t dte- es, nicht nur von deutschen, sondern auch vpn amertkams. n, eng- xiscben, österreichischen, französischer), schwedtsckpetx, norw 1cheny und dänischen Fabrikanten reichlich besch1ckten tuternatwnalen aschnzen- marktes konstatirt werden. Die angemxldeten Maschinen und Geratbe werden einen Raum von 12 603 qm emnebmen, wovon,2900 qm be- deckt und 9703 qm unbedeckt sem werden. Es find allem 46 Dam F- mascbinen und Lokomobilen angemeldet, von dxnen, soweit dies ck jetzt aus den Anmeldungen zu ersehen, 20 wahrend dks Markkes
_ (W. T. B.) Die „Polit. Korresp.“ veröffentlicht fol- gende Meldungen: Aus Bukarest, 19. d.: D1e ganze ru-
Sultan eine Petition überxei en wol11en. Jndeß wurde 11och vor Ankunft der Polizei dte Ruhe w1ederhergestellt.
werden in Betrieb gesetzt werden, um 13 Dreschmascbinen verschie-