Landw. Regis; Nr. 72, diesem als Pr. Lt., Leonhardt, Sec. Lt. von der Landw. Inf. des 1. Bots. Landw. Negro. Nr. 10, als Pr. Lt., Löbe, uptm. von der Landw. Inf. dez Res. Landw. Regdtes. Nr. 38, mit Landw. Armee-Uniform, Bedau, Haupxm. von r Landw. Inf; des 2. Bats. Landw. Regis. Nr. 11, mtt seiner hishn. Uni orm, Schuberth. Hauptm. von der Landwebr-Infanterte yes 2. ats. Landwebr-Regiments Nr. 63, mit der Landw. Armee-Umf., v. Hancke, Pr. Lt. von der Res. des Drag. Regis. Nr. 15, Rinck, Sec. Lt. von der Landw. Inf. des 2. Bats. Landw. Regts. Nr. 16, Walkenbaus, Sec. Lt. von der Landw. Inf. des 1. Vats. Landw. RMS. Nr. 25, Klein, Sec. Lt. von der Landw. Inf. des 1. Bats. Landw. Regis. Nr. 28, Grosse, Sec. Lt. von der Landw. Inf. des 2. Bals. Landw. Regts. Nr. 29, Bar. v.,Rodde, Pr. Lt. von der Res. des Drag. Regis. Nr. 18, als Rtttm. Mit der Landw. Annee-Uniform, Gies, Rödelius, Sec. Lts. von der Landw. Ius. des 1. Bais. Landw. Regts. Nr. 76, Quedefeld, Sec. Lt. von der Landw. Inf. des ]. Bats. Landw. Reqts. Nr. 60, Schwartz e, Sec. Lt. von der Landw. Kav. deffelen BW., Dreher, Pr. Lt. von der Reserve des us. Regis. Nr. 3, Fisting, Pr. Lt. von der Landry. Inf. des es. Landw. Regis. . 35, mit der Landw. Armee-Untform, Lepz, Sec. Lt. vvn der Landw. Inf. deffelben Reats., als Pr. Lt. m1t der Landw. Armee- Uniform, S a lomon- Sec. Lt. von der Landw. Inf. desselben Regis, mit seiner bisherigen Uniform, Buxbhqlz, Pr., Lt. von der Landw. Kav. desselben Regts., mit seiner btshertgen Uniform, Wendorff, Hauptmann von der Landw. Inf. des 2. Bats. Landw. Regts. Nr. 87, mit säner bisher. Unif., v. 1). Hagen, Pr. Lt. von“ der Landw. Inf. des Res. Landw. Bats. Nr. 80,mitder Landw.Armee-Untf., E m a n s, Sec. Lt. von der Landw. Inf. des 2. Vats. Landw. Regts. Nr. 82, Michaelis, Sec. Lt. von der Res. des Inf. Re ts. Nr. 95, anewacker, Sec. Lt. von der Garde-Landw.x§§e1d- tt„ als Pr. t., Sehmis, Sec. Lt. Von der Landw. Feld- rt. des 1. Bars. Landw. Regis. Nr. 11, Schuster, Sec. Lt. „von der Landw. Feld- Art. des 2. Bat. Landw. Regts. Nr. 113, V1schoff. Sec. Lt. von der Landw. Fuß-Art. des 1. Bats. Landn). Regts.'Nr. 5, als Pr. Lt. mit der Landw. Armee-Uniform, Da11chewsk1, Sec. Lt. vozt der Landw. Fuß-Art. desselben Bats, nut der Landw. Armee-Um- form, Adler, Sec, Lt. von der Landw. Fuß-Art. des 1. Bats. Landw. Regts. Nr. 46, mit der Lande Armee-Uniform, Kunze, Sec. Lt. von der de. Fuß-Art. des 2. Bats. Lndw. Regis. Nr. “50, Berndt, Sec. Lt. von der Landw. Fuß-Art. des 2. Bats. Landw. Re ts. Nr. 71, S upper, Sec. Lt. von der Laydw. uß-Art. des 2. ats. Landw. 5 egts. Nr. 95, v. G raeventxz, r. Lt. vom 4. Garde-Gren. Landw. Re t, mit Pens., 'Doerzexjs, Pr. Lt. von der Res, des Garde-Pion. ats., der Abschted bewilllgt. " Beamte der Militär-Vcrwaltung.,Durc1) Allerbochste Verfügung. 3. Mai. Struwe, Zahlmstr. beim Fus. Bat. Inf. Regis. Nr. 55, bei seiner, Verseßung tn den Ruhestand der Charakter als Rechnungs-Ratk) verlxehen. _ Königlich Bayerische Armee.
Ab chiedsbewilligungen. maktiv'enHe'ere.30.Aprjl.
Hartu1s1g, Sec. Lt. des 7. Inf. egts. mtt sch11chtem Abschied entlassen. _ 11. Mai. Frhr. v. Fechxnbacb zu'Larzden'bach, Rittm. & ]a suits f, C., unter Charakterxs. als Maxczr m dte Ka- tegorie der mit der Erlaubniß zum Tragen der Umf. verabschtep. Offize. verßeßé. ? 12O s?ykai; SchkFster, Pr. Lt. a. D., unter dle ur Dis . te en en 1ze. cmgerer . ' ' I In? Sanitäts-Corps. 10. Mai. Majer, Asstst. Arzt 2. Kl. vom 10. Jäger-Bat., auf Rachsuchen zum 2. Feld-Yrt. Regt. verseyt. ])r. Bierling, Assist. Arzt ]. Kl. von) 2. Jager-Bat., zum Stabsarzt im 3. Inf. RM., Dr. .H öhnne, A1fist. Arzt 2. Kl. im 8. Jäger-Bat., zum Assist. Arzt 1. Kl. befordert.
In der Kaiserlichen Marine.
Ernennungen, Beförderungen, Verselzzxngen 2e- Ber1in, 14.Mai. v.Koppy, v. ParvelSz, v. Retche, Holz- bauer, v. Kyckbusck), Kapitän-Ltk, der 2§.„Holzhauer unter Belassung im Marinestabe, zu Korvetten-kKaptxans, Frhr. v. Er- hardt, Frhr. von der Golß, v. Prtttwtxz und Gaffron, Rittmeyer, v. Ehrenkrookkthm 01er v. Esxnbeck, Valette,Mitt1er, 819. zur See, zu Kapttan-Lts., GOZ, La- zarowicz, v. Arend, Wittmer, Mauve, Graf v. Bau- dissin, Mittler, Holzbauer, Paleske, von der Größe„n, Prehn, Ehrlich ]„ Unter-Lts. zur See, zu Lts.'zur' See, befor- dert. Sack, Kapitän-Lt. und kommandirk als Mitglt-xd dex Art. Prüf. Komm., in den Admiralstab, B ebrenz, Lt. zur See, 111 den Marinestab, versetzt.
Yichtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 22. Mai. Se. Majestät d_er Kais er und König nahmen heut)». den Vortrag des Wtrk- lichen Geheimen Na1hs von Wckmowskt entgegen und empfin en den General-Lieutenant J. D. vo'n Bredow, den Wirkli en Geheimen Rath Und außerordentl1chen Gesandten in München, Grafen von Werthßrn, den von Danz1g nach Aachen verseßten Regisrungs-Prästdenten Hoffmann und den Kammerherrn von TysZka. , , " '
In dem gestrigen Bcr1chte 1st anstatt Burgerme1ster zu le en: Banquier Baumann aus Schkeudnz. WEZ
_ JhÉMjestät die Kaistritx-KiZnigin enzpfing vorgestexn in Baden den BesuchSr. Kymgltchen H0he1t' des Großherzogß von Baden nach Semer Ruckkehr aus Berlm.
_ Ihre Kaiserlichen und KöniglichenHoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin nahmen, laut Meldung des „W. T. B.“ aus London, gestery bet dem deutschen Botschafter, Grafen Münster, das Diner em.
[ZLI
_ Die vereinigten Ausschüsse des BundeSraths Tür oll- und Stenerwesen und für Rechnungswcsen, sowie er usschuß für Zul]: und Steueyesen hielten heute Sißungen,
_ Im weiteren Verlanfe der gestrigen (52. ) Si ung des Reichstageß wurde dw dritte Berathung dcr Re ts- anwaltSordnun fortgeseßt.
Jm §. 12 der egierung-Zvorlage war die Vorschrift ent-
lten, daß die Zulaffunß eines Rechtsanwalts dann nicht er- olgen soll, wenn bei em betreffenden GLrichte ein Richter angesteÜt ist, der mit dem seine Zulassung Beantragenden verwandt ist. _ _
Der Abg. Struckmann „beantra te „dle Wtederaufnahme dieser in zweiter Lesung gestr1chenetz est1mmung.
Das Laus nahm den §. 12 mteder auf. Die ü rigen Paragraphen des Geseßes wurden ohne De- batte angenommen, mit AUSUahme der §§. 1048 und 106 a.
Der erstere lautet:
„Durch landesherrliche Verordnung kann die Landes-Iustiz- verwaltung auf einen Zeitraum Von dreiJahren „nach dem Inkraft- treten dieses Geseßes ermächtigt werden, 1? Denxenigen, welche auf Grund dieses Geseßes zur RechtSanwaltscha tzugelassen worden find, 'die Zulassung bei einem anderen Gerichte 1: versa en, wxnn bei dem Gerichte, bei welchem sie zugelassen md, Re tSanaltc zur ordnungsmäßigen Erledigung der Anrvaltsprozeffe ntcht aus- reichend _vorhanden find; 2) den zur Zeit des Inkrafttretens
machen würde; wenn man die alten Anwälte zwin en one, an ihrem.jeßigen Wohnsiße drei Jahre nach dem In rafttreten des Geseßes zu bleiben, so würden , SteÜen die jungen Anwälte niederlassen, ,und du; alxen Rechts- anwalte müßten somit die Kosten der Justtzorgamsatton tragen. Das sei eine unbillige H
Kurlbaum 11. hielt dem gegenüber an der Ansicht der Re: gierung fest, daß sich eine geordnete Rechtspflege ohne eine solche Bestimmung nicht herstellen lasse.; 1n Preußen, besonders in den östlichen Provinzen, würde ftch em Ma1_1gel an 211)- wälten heraussteUen, der 612 Interessen der Justtzpflege scha- digen dürfte.
Annahme des §. 104 a.; der Reichstag, wenn er auch die Besorg: nisse der Regieruy Verantwortung m t Übernehmen.
vorhandenen Nechtßanwälte nicht eintrctfen wexdß, denn die Anwälte seien ja nich! etwa aus das an 1hrem ]eßtZen Wohn- orte zu bildende Amtsgericht beschränkt, sondern hatten auch ein Recht bei dem betreffenden Landger;chte zugelasssn zu wer: den.
' doch klar gesprochen, namentlich weiin vom Re ierungstisch aus
di es Gesc es vorhandenen Rechtéanwälten (§. 103), sowie de'n- jezf en, che die Rechtsanwaltéchaft vor dem bezejclxneten ett- _ pm: aufgegeben haben, sofern die elben auf „Grund du es Ge eßxs noch nicht zugelassen find, die Zulassung het einem Gerichte, m deffen Bezirke fie zuleßt ihren Wobnfiß mcbt hatten, zu yersagen, wenn bei dem Landgerichte dieses Wohnsitzes RechtSanwaltx zur ordnungömäßigen Erledi ung der Anwaltßprozeffe nicbt auSretcbend vorhanden find.* Die andesjustizver'waltun'g hat, bevor ch den Ausspruch erläßt, daß bei einem Gerichte dte'zugelaffenen echts- anwälte nicht auskeicben, das Obqr-Landeßgertcht und den Vor- stand der Antvaltsxammer gutachtltcb zu boten." . Die Akgg. Wmdthorst ,und T'raegex sprachen szck) gegen diesen Paragraphen aus, WSLl er dle fre1e Advokatur 111usor1sch
sich an den beliebten
ärte. Der Kommissar des Bundesraths, Geh. Ober:Znstiz-Nath
Der Abg. 1)r. Laerr empfahl aus diesem Grundß die
nicht theils, könne doch eine derartige Der Abg. „])1'. Wolffson machte noch darauf aufmerksam, daß eine Schädtgung der 1th
Bei der Abstimmung wurde §. 1043 abgelehnt. §. 1063 lautet:
„Durch landesherrlichc Verordnung kann die Landesjustiz- verkraltung auf einen Zeitraum Von drei Fahrer) nach dem In- krafttreten diescs Gesetzes ermächtigt Werden, dtqZukaffqng zur Rechtsanwaltschaft Denjenigen zu versagen, Welche tm Justtzdxenste fick) befinden, sowie Denjenigcn, Welche aus demselben ausgeséhteden find, ohne in einen anderen Zweig des Reichs- oder Staatsdienstes oder in ein besoldetes Gemeindeamt übergegangen oder zur Rechts- anwaltschaft zugelassen worden zu sein.“, _
Dieser Paragraph, gegen den stck) der Abg. Wmdthorst aussprach, wurde ohne weitere Debatte ange'nommen.
Die Kommission hatte folgende Resolution vorgesthlagsn: „den Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstage baldmöglichst einen Geseßentwurf zur einheitlichen Regelung des juristischewPrüfUngs- wesens im Deutschen Reiche vorzulegen.“ . _ ,
Dcr Referent Abg. 01". Wolffson _so1v1e dre Abgg. Wmdt- horst, 1)r. Reichensperger und 131“. Gne1st sm_pfahlext du: 2111: naZme der Resolution. Das Hauéz genehrxngte _dwselbe x_md na m ebenso den Antrag der Kommxsston, dre zu d1ese,znGe1eß- entwurfe vorliegenden Petitionen für «[ckckth zu erklaren, an.
Damit war die dritte Lesung d'er ' echtézanwalts- ordnung erledigt; die Schlußabstmtmung soll erfo1gen, wenn eine neue Zusammenstellung mit den zuleßt genehm1gten Aenderungen gedruckt ist.
Es folgte die dritte Berathung der Entwürfe eines G e- richtskoften-Geseßes, einer Gebührenordnung Für (Herichtsvoll ieZer und einer Gebührenordnung Ur Zeu en und (ZW Lyerständigez „
ie Abgg. ScHw'arz (Württemberg) und Payer exklartez: sich gegen das Gesetz, welches nach preußischem Vorb1lde 516 bisher in Württemberg üblich ewesenen Kostensäße 1111vex: hältnißmäßig und unnöthigerwei?e erhöhe. Sie syrachen dre Hoffmtng aus, daß eine baldige Revision des Geseßes dsn eingeschlagenen Weg verlassen werde. Der Abg. ])1". Mar: quardsen beantragte, wie derselbe dies schon in zweiter Lesung gethan, die drei zur Debatte stehenden Gesetze 61] 6100 anzuz nehmen, ein Antrag, dem das Hach zustimmts. 21119 Hrex Geseße wurden in einer Abstimmung mit großer Majomtät genehmigt.
Es folgte die dritte Berathung des Geseßcntwurfes, be- treffend Erhebungen Über den TaHUkbau, die Tabak- fabrikation und den Tabakhandsl und die Feststeüung cines Nachtrages zum Reich?:hauShaltKEtat pro 1878/79, welcher nach den Beschlüssen zweiter Lesung lautet:
§. 1. „Ueber den Tabakbau, die Tabakfabrikafjon und den Handel mit Tabak und Taöakfabrikaten im Reich sollen unter Zuziebung von Sackyverständigen nach Maßgabe der vom Bundes- rats) festzusteUenden und bekannt zu machenden Bestimmungen Er- hexkxnzlgenxteranstaltet werden, deren Resultat dem Reichstage mit- u et en 1 .“ z §. 2 (§. 10 der Regierungsvorlage): „In den Reichsbaushalts- Etat für das EtatSjahr 1878/79 ist unter Kapitel 18- der ein- maligen Ausgaben als Titel 12 einzusteUen: Kosten der Aufnahme der Erhebungen über den Tabakbau, die Tabakfabrikation und den Tabakhandel 200 000 „M Die Mittel zur Bestreitung dieses Mehrbedarfs find, soweit dieselben nicht durck) Mebrerträge bei den außer den Matrikularbeiträgen zur Reichskaffe fließenden regelmäßigen Einnahmen ihre Deckung finden, durch Beiträge deF xinzelnen Bundesstaaéen nach Maßgabe ihrer Bevölkerung auf- zu rtngen.“
Der Abg. Dr. Reichensperger (Ersfeld) bekämpéte die Vorlage; es handle sich hier nur um eine Mehrbk astuyg, von Ersparnissen sei nirgend die Rede. Es sei noch 'mcht einmal klar, was die Regierung mit den vielen auf diesem Wege erzielten Einna?men machen wol1e.
Dem gegenüber Ührte der Präsident des Reichskanzler: Amts aus, es handle sich hier um zwei u trennende Fragen: um eine Steuerrefqrm: und um eine udgetfrage. etreffs der [eßteren Frags könne der Vorredner aÜjährlick) bei der Vudgetdebatte seine Ansichten über zu machende Ersparnisse geltend machen. Wenn der Vorredner wissen möchte, was mit dem zu erwartendenvielen Geld geschehen 70116, so sei auf diese Fraße bereits genügend geantwortet worden: man wolle die in- dire ten Steuern vermehren, um die Wkten zu vermindern. Das sei
noch inzugefügt worden sei, daß eine nam afte Quote der Grun : und Gebäudesteuer den Kommunen überlassen, und daß namentlich die unteren Stufen der Klassensteuer thunlichst entlastet werden sol1en.
Der Abg. Grumbrecht bemerkte, er halte es nicht für eine gerechte Steuervertheilung, wenn man durch den Tabak allein die Hälfte. sämmtlicher Reichssteuern aufbringen wolle. Eine angemessene Besteuerung des Tabaks, etwa 13 «16 pro Kopf, wolle auch seine Partei, er hä1te aber gewünscht, daß schon heute die Regierung erklärt hätte, sie wolle das TabakSmonopol nicht. Der Abg. Dr. Lucius erklärte, daß seine Partei für die V'orlage stimmen werde, obwohl sie in ihrer jeßigen assung ztemlichx
wirkungslos sein werde. Sie wolle damit do umenttren, daß
fie eine Steuerreform und in welcher Richtung. sie .dieselbe wolle. Die Meinung des Abg. Reichensperger lZet img, daß nur eine Mehrbelastung mit der Steuerreform ezweckt werde, im Gegentheil beabfichttge man eine Entlastung der unbemit: telten Volksklassen. Die Antwort der Regierung auf die Frage, wozu sie das viele Geld haben wolle, sei deutlich gewesen und von der Ma'orität accepttrt worden, welche in zweiter Lesung für die Vor age gestimmt habe. „
Sodann ergriff der Präsident des Neichßkanzler-Amts noch: mals das Wort: der Abg. Grumbrecht habe selbst zu- gegeben, daß der Tabak eine Mehrbelastung von circa 60 Millionen Mark vertrage, und doch habe die Vorlg e der Re- gierungen, welche nur eine Erhöhung von 30 M1 ionen for: dere, vielfach nicht die Billigung des Hquses gefundxn.
Nach dem Schluß der Generaldiskusston bemerkte der Abg. Grumbrecht perfönlick), er habe in der Kommisfton für dle Tabaksteuervorlage gesprochen. , .
In der Spezialdebatte zu §. 1 bemerkte der Abg. Sc1p1o, die vorliegende Gewerbestatistik bedürfe in Bezug auf die Tabak- fabrikation und den Tabakhandel nur geringer Ergänzungen durch diese Enquete, dieselbe werde hauptsächlich auf den Tabakbau, auf die Meinungen der Intereffßnten und cms die Verwendung der Surrogate zu richten ,sem. Das chn der Regierung vorgelegte Tabaksteuergeseß [Ude haup_tsäch11ch an dem Mangel, daß es eine Xrägravatwn des mlandrsckxn Tabakbauss involvire. Er ho ?, daß man auf Grund dcr z_u veranstaltenden Enquete zu einem rationellercn Entwurse kommen werde. §. 1 wurde hierauf genehmigt; “ebenso §._ 2 mit 141 gegen 123 Stimmen und sodann definitw das (352193 im Ganzen.
Ohne Debatte genehmigte das Haus in dritter Verathnng den Auslieferungsvertrag zwischen dem De1xtscheu Reich und Spanien und die Gescßentwürfe, betresténd die Uebernahme. bisher aus Landesfonds gezahlter Pensionen auf dasReick), und bcheffend die' Nevxsion des Servistarifs und der Klas1eneintherlung der Orte.
Darauf wurde die Montag abgebrochene dritte Berathmtg des Geseßentmurfs, betreffend dfe Gewerbe erichte, fort: geseßt. Es handelte sick) bsi dem_z1tr VeratZung stehenden §. 8 ha1tptsächlich um dis Frags, wre dcr Vorftßende dcs Ge: werbegerichtes zu besteUen sei, ob durch Berufung dcr Landes : Ccntralbehörde, wie 016 RegierungSvorlage, oder ob auf Vorschlag des Magistrats durch Ernennung ,der Centralbcl)örd€, wie der Abg.1)r.Genselbeautragte. Nach den Beschlüssen zweiter Lesung, sowie nach dem An: trage des Abg. Dr. Lieber sol1 die Berufung deS Voxftlzcnden durch Wahl des Magistrats oder der GUneindevertretung er: folgen. Da eine Einigung mit der Regierung in dxesom Punkte nicht erfolgte,_„so war behufs eincr Verstäz1d1g1mg mit der Regierung diesé'c Paragraph nochmals an 1312 Kom: mission zur schleunigsten Vsrichterstattung verwiescn__worden.
Der Abg. Rickert als Nefersnt Erklärte, dic Kommis 11011 befür- worte Unter Ablehnung des Antragss Gensel, bei den Bxschlüffen zweiter Lesung stehen zu bleiben. Der Regiernngskomnnffar habe allerdinch betont, die Régierung lege ein entschctdendes G2- wicht auf die Abänderung dieses Beschlusses. Der („)(-„*g, ])r. Genssl bemerkte, daß die Kommission dix „Ablchmmg seines Antrages nur mit einer znfäkligen Maqurtät 50118 gegen 6 Stimmen beschlossen habe. Er wolle "ck für 5611- sclben auf die Montczg von ihm cltend gemachten Grimde berufen und nur ndch anführen, da?; die in demstlbexx getrof- fenen Bestimmungen ganz nach Analogie der für 518 Beru- fung zu den HandLlE-geriMen geltcndexx abgefaßt Wen.“ DZB Abg. von Helldorff bemsrkte, er könne stch „nicbt dersMaxorxtat der Kommission anschlisßsn und ein so w1chtiges (69793 mehr an diesem Punkte scheitern lassen. '
Dsr Präsident des Reich61anzler-An1ts führteyns, dze Kompetenz des Vorsißenden dsr_Gewerbegerichte ssx eins“") weite, daß die Regierung sick) aus dessen Verufuzxg LMLU E.M- fluß wahren müsse. Es handele sich hier Um eme Delegatxon der Justizhoheit dLS Staats und es widerspreche 011811 met- zipien eines gesunden StaatSreckÜS, das; Nest Tust»- hoheit nicht in irgend einer Weise zum Aquxu ge- bracht werden soÜe. Er müsse also seine gestrige _. Er- klärung wiederholen, daß ein Festhalten an deen Beschlussen zweiter Lesnng in diesem Punkte das (Hxseß für dleBUnchZ- regierungen Unannehmbar mache. Es set Übrtgens keme Nene- rung, daß die Regiernng ]LHT das Recht dcr Berufung der Vorst enden der Gcwerbegerichte für stck) in Ansprnck) jxehme, sie bexiße das schon nach der bestcbxxnden Geseßgebnng tn chr Zorm des VestätigungErechts der Ortsstatuten, durch welche dxe
ewerbegerichte eingerichtet werden können. ,
Der Abg. Windthorst erklärte, er könne den Emwand, den die Regierung aus der Jnftizholxit ableite, nicht anerken- nen. Wenn Reichstag und Regiernng zusammen fHstsLHten, wie ein Gericht eingerichtet werden solle , so hätten ste daynt die Justizhoheit des Reiches vollkommen gewahrt. Er1ntte deshalb bei den Beschlüssen zweiter Lesung stehen 311 1316113611. Der Rekerenk AHZÉ Rickert lob hervor, er könne die Anstcht Hes PräJidenten des eichskanz er-Amts nicht theilen, daß schon mr
§. 108 der Gewerbeordnung der Regiequ? das von ihr a
beanspruchte Recht dex Bestätigung gegeben _sei. chdem noch dsr Abg. ])1'. von Cun steh im Smne der Regterung aueI-gesprochen hatte, wurde der txtrag Gensel sowie der Paragraph selbstab- gelehnt. Da somit'eine der Grundbestimmungen des Geseßcs gefallen war, so wurde die weitere Berathung abgebrochen- und nahm daS Haus, dem vom Abg. Dr. Lasker, genxachten Vorbehalt gemäß die Diskussion über den durch 1116 fruheren Beschlüssef beseitigten alten §. 108 der Gewerbeordnung wieder an. ' Die Kommission schlug durch den Referenten Abg. ])1'. R1ckert folgenden §. 1203. vor: ' „ , „Streitigkeiten der selöständigen Gewerbetre1benden unt [hren Arbeitern, die auf den Antritt, die Fprtseßung oder Aufbkbung des Arbsitsverhäktniffes, auf die gegensexiigen Leistungen "aus dem- selben, auf die Ertheilung oder den Inhalt der Arbeitöbuckxer oder Zeugnisse sich beziehen, find, soweit für diese Apgelegenhettßn [ck?“ sonder: Behörden bestehen, bei diesen zur Et1tschetdung zu bringent- Jnsotveit solche besondere Behörden nicht bestehen, erfylg die Entscheidung durch die Gemeindebehörde. Gegen dre 8 Entscheidung steht die Berufung auf den „Rechtsweg htnnen ze " Tagen offen; die vorläufige VoÜstreckung wird durch die Berufutäs nicht aufgehalten. Durch Ortsstatut (§. 142) kön'nen ar) Ste? der gegenwärtig hierfür bestimmten Veb"rden Schtengertchtc "" der Entscheidung bet'caut Werden. Dieselben smd duxcb M G?- meindebehörde unter gleichmäßiger Zuztevung von Arbeitgebern un Arbeitern zu bilden.“ , , 't Das Haus genebm1gte d1esen Zusaßpqrggraphen und 1111 demselben die GewerbeordnungSnyvelle „deftmtw. . „ Nachdem das Hqus noch zwet Berxchte dex RexchSschUWLLW kommifsion für erledtgt erklärt hatte, wurde dxe S1Hung, 011"?
»(Leipz. Ztg.) Gestkrn Abend fand
.fahren der Regierung aus,
daß die Vorlage, betreffend die UebergangSabqabe 0011 C'sfig ur Berathung Felangte, um 511hr vertagt. (Nächste Sißung onnerslag 11 [)x-)
_ Der Minister der geistlichen 2c. Angelegenheiten hat die Ober-Präsidenten durch emen Cirkularerlaß vom 10. 1). M. darauf aufmerksam gemacht, daß Seiten?- eines Provinzial- Museums bet Erwerbung von Alterthümern nicht die- jenigen Grenzengnne gehalten wyrden,'welche demselben statuten: mäßig gesteckt sxren. Hterdurck) sex verhindert woxden, daß Gegen- stände, welche emer andersn Prqmyz angehörtegr, m das zuständige Museum gelangtey. Das M1ßl1che derarttger Uebergriffe sei unverkennbar. DLL wesentlzche Bedeutung der Provinzial: Alterthums-Museen _l1ege m „ihrer Beschränkung auf die Alterthümer des Kretses, dxn ste zu vertreten haben, und in der Fernhaltung fremder, m_1td1esen_1Kr_eis in keiner Beziehung stehender Elemente. JeYemaÜs set 'die-Z vorwiegend der Ge- sichtspunkt, unter, dem dle StaatL-regterung diese Sammlungen förderte, indem st? wünschen müsse, den Provinzen ihre Lokal- alterthümer thunltchst erhalten und damit den Sinn für deren Konservirung und Studxum gefördert zu sehen. Dem wider: spreche es, wenn dux Le1ter solcher Sammlung, sei es durch Ankäufe, sei es durch A11§grabung€n, gegenseitig in fremde Gebiete übergreifen. ES komme hin 11, das; damit eine Steigerung der Preise künstlich herbeigeführt werde, welche, zumal von den _vom Staat dotirten Sammlungen, gewissenhaft zu vermeiden sc1. _ _
Wenn auch anzuerkennen 1ei, das; dre Grenzen der in altcn Zeiten zusmnmengehörigcn und eine selbständige Ent- wickelung bezeichnenden Gebiete nicbt überakl m1t denen der heutigen Provinzsn, Rxgiexungsbezirke oder Kreise zusammen- fallen, und dgß som1t m manchen Fällen ein sachlichecz Interesse für eme Sammlung vorliegen könne, Gegenstände zu erwerben, welche, außerhalb der heutigen Provinz gefunden und entstanden smd, so kömW dies doch nicht als ein häufiger Fal] angesehen werden, und jedenfalls sei zu verlangen, daß dis Leiter der Sammlungen alsdann sowohl mit Ankäufen als insbesondere auch mit AuSgrabungen nicht ohue vorherige gegenseitige Verständigung vorgehen.
_ Der Besitzer eines Grundstücks, welcher geseßlich von der selbständigen Ausiibung der Jagd auf demselben auSge- schlossen ist, sich auch nicht im tl)atsäch1ichen Besitze derselben befindet, braucht, nach einsm Erkenntnis; des Ober-Tribu: nals vom 25. Februar 1878, nur die JagdauSÜbung auf seinem Grundstück Seitens der berechtigten Jäger zu dulden, nicht aber die unbefugte Jagdausübung Unberechtigter. Dcr Grmeesißer ist auch aus eigenem Rechte legitimirt, dis Be- rechtigung der angeblichen Jagdberechtigten zu bemängeln und eine gerichtliche Entscheidnng darübsr zu veranlasscn.
W _ DLL“ am hiesigen A(lerhöchsten Hofe beglaubigte japa- nische Gesandte Siuzo Aoki hat sich im Auftrage seiner Regierung auf kurze Zeit nach Paris begeben. Für die Dauer seiner Abwesenheit ist der Legationssekretär Y os hitan e Sannomiya mit 1391: Wahrnehmnng der gesandtschaftlichen Geschäfte bßaustragt. _ Der Bundesraths-Bevoklmächte Herzoglick) sachsen: meinsingische StaatH-Ministcr von (Hife e ist von Berlin ab- gerei t.
_ Als Aerzte haben sich niedergelassen die Herren 01“. Ed.Hoffma11n in Gumbinnen, 131". Krauspe in Inster- burg, Heyl in Werneuchen, [)1'. Rathmann in Peitz, ])r. Mahlke in Drossen, 131". Schulze in Hannover, Ramdohr in Langenselbold, Unterarzt Pauli in Bockenheim, 1)1'. Oberstadt in Großenlüder und 131“. Scheidmann in Frielendorf.
Sachsen = Weimar- Eisenach. Weimar, 20. Mai. in der SchloßkapelX-s dis feierliche Taufe des neugebornen Prinzen des Erbgroßherzogs in Gegenwart des Großherzoglichen Hofes, der Gesandten von Preußen und Rußland, des Land: tagSvorsmndes, des Offiziercorps, der höheren Staatsbeamten und der hiesigen Gemeindebehörden statt. Der Prinz Erhielt die Namen Bernhard Karl Alexander Hermann Heinrich Wilhelm Oskar Friedrich Franz Peter. Von den Fürstlichen Taufpathen waren der Großherzog Und Prinz Heinrich der Niederlande persönlich anwesend.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 21. Mai. (W. T. „B.) Der „Polit. Korr.“ wird aus Bukarßst vom 21. d. gemeldet, chßk das?, [11 russische Armee-Corps nach Bulgarien ab- ru en 0 .
Großbritannien und Irland. London, 21. Mai. (_W. T. V.) Die amtliche „London Gazette“ macht d1e,Verlobung des Herzogs von Connaught mit der Prin: zefsm Louise Margarethe von Prsußen hekannt. _ Lord Salisbury hat dem Herzog von Westminster 111 einem Schreiben geantwortet, daß er nicht in der Lage sei, die Deputation, die ihm eine Erklärung zu Gunsten des Friedens Überreichen wolle, zu empfangen. _ In der heutigen Unterhaussißung antwortete der Genexal:Staatsprokurator Holker auf eine dies: bezügltche Anfrage Gourley's, es lägen keine Nachrichten vor, welche zu der Vermuthung führsn könnten, daß die angeblich Sertxns dex russ1s en Regierung in Amerika gekauften
chtffe tm Kriegs alle entgegen der Pariser Deklaration als Korsarensrhiffe benußt werden würden. Auch wäre kein Grund zu der Vermuthung, daß Amerika die Bestimmun- gen „hes Washingtoner Vertrages bei Seite seZen würde. Es ware daher unnöthig, die Frage der Verantwortlichkeit der besagten RFierungen m Erwägung zu ziehcn. Bei Fort- seßung Her ebatte 11er die Resolution Harringtons sprach slch Gladstone besonders energisch gegen das Ver- das er als eine Verleßung dxr Geseße und als einen gegen die Volksfreiheiten ge: richteten, Angriff kennzeichnete. Nach längerer Berathung wurde 516 weitexe Debatte auf nächsten “Donnerstag verta t.
„_ 22. Mm. (W. T. B.) Se. Majestät der d'euts e Katser hat -dem Lordmayor von London für die i m
Übermittelten Glückwünsche seinen besten Dank und ie
aufrichthstZn Wünsche für das wachsende Gedeihen der großen und znachttgen Korporation, an deren Spiße er stehe, tele- grgphxsck) aus esprochen. _ Wie der „Standard“ erfährt, Ware ]etzx me r als wahrscheinlich, daß der Kongreß in der ersten Halfte hes Monats Juni zusammentrete. Die „Times“- dggegey bestrextet, daß die englische Regierung geneigt sei, ihre thhertgen Einwendungen gegen die Beschickung des Kon-
greffestfallen zuelassetx. Der erste pofitive Schritt zu Gunsten des Frtedens müsse'sem, daß Rußland darein willige, den Kongreß unter Bedtngungen zu betreten, welche die gemein- samen Jnterxffen sämmtlicher europäischen Mächte bei der Lö- su_nZ der Qnentfrage gestatteten. _ Die Mittelmeerflotte w1r dempachst durch die * Korvette „Laodicea“ und durch das Thurmschxff „(Hlatton“_verstärkt werden. _ Dem „S t a n d a r d“ zufolge wurde das brttische Geschwader in JOM des un- geregeltey „Standes der Angelegenheiten in onstantinopel wahrschemlrck) nach der,. Prinzeninsel überfiedeln,
, _ (A. A. C.) Ueber den Verlaufdes Kaffernkrieges [tegen aus der Kapstgdt folgende bis zum 30. o. M. reichende Nqchrtchten vor: Krelt hält sich, wie man vermuthet, in den Waldern an der Mündung des Flusses Bofhi verborgen. Eme Kolonne hcxt Jbeka verlassen, um sick) den Tembus in Umteutu anzuschließen, zu dem Zwecke, den Feind anzugreifen. Am 23. Aprtl fzmd bei Burnshill ein Gefecht statt, in welchem 34 Kaffern getodtet wurden. Andere Kämpfe sind nicht ge- meldet. Aus TranHvaal sind keine neuen Nachrichten ein: gegangen.
Frankreich. Paris, 22. Mai. (W. T. B.) Der Post: kongxeß hat 5911 PostvertragSentwurf genehmigt. _ Der hxestge russtsche General-Konsul, Coumany, ist nach St. Petersburg berufen worden und gestern Abend von
Paris abgereist. Versailles, 21. Mai. (W. T. B.) In der heu- erklärte auf die Inter-
tigen Sitzung des Senats
pefllatton Dupanloups, betreffend die Jahrhundert- ferer Voltagre's _ wobei derselbe namentlich auf die HexanSgahe emes thches hinwies, welches Achzüge aus den gntckatholtschen Schrtften Voltaire?- enthalte, nnd dem gegsn- ube__r „du», Anwendung des Geseßes verlangte _ der Minister- praj1dent Du'fanre: Der Gedanke der Voltairefeier sei b'ere1t's vor. zwer Jahren aufgetaucht, aber erst neulich [)abe srck) d1e Neguxrurzg Mit der Frage des nationalen Charakters, den man dsr Fe1er_ habe geben woÜen, beschäftigt. In Betreff der gedachten Schrtften habe der Prokurator sich b€züglich einer echUYULUeU ger1ch111cherx Verfolgung verneinend gsäußert. Der thster thx112 d1eGesmnungen Dupanloups, aber man könne n1cht Voltmre vor eine Jury stel18n. Man müsse übrigens anerkennen, Haß Voltaire vielfache Milderungen in der Gesetz- gebung th'bUgeführt habe. Die Werke Voltaire? seien tausend- fach publ1z'1rt„ Und dre Regierung habe nicht gsglaubt, eine nech Publ1kat1on verhimdern zu soUen. Die Interpellation ist dam1t erledigt.
. Türkei. Konstantinopel, 21.Mai. (WT. B.) Mr frühsre Sultan Murad versichert, daß er dem gestrigen Auflause vox dem Palast von Tscheragan _ wobei gegen 25 Persqnen gexodtet und ebenso viele vßrwundet wurden und wobex auch dt? 0611 'PaTctst bewachenden Truppen mehrere Todte hatten _ vollstandtg fremd sei. In Folge einer Haussuchung, welcbe m der W0h_nU1tg dcs bei dem Zusammenstoß getödteten Anführsxs dEr Ansrührer, Ali Suavi Effendi, vorgenomWn wyrde, smd noch 1veitereVerhaftungen vorgenommen worden. Es hexßt, der frühereSultan Murad befinde sich ]“th in einem KiOtZk der zu der Restdenz des Sultans, Yildiz Kiosk, gehöre. _ In olge des gestexn vor dem Palast von Tscheragan statt: geha ten Auflaafs [| der Marine-Minister Ibrahim Pascha abgeseßt und Vesstm Pascha zum Marine-Minister ernannt worden. 'Wer, der Nachfolger des Kr-iegS-Minifters Jzzet Pascha werden Wird, tst noch nicht bekannt. _ Einer Deputation, we_lck)e, vonyetwa 5000 der hier weilenden Flüchtlinge ab- gxyenhet, 661 der Pforte um Unterstüßung 11achsnchte, wurde dte Lerrung der rege[n'äßigen Rationen zugesagt.
Rußland und Polen. St. Vetersvnxg, 22. Mai. (W. T. V.) Wie die „Agence Russe“, so fordert auch das „Journ'al de St. Pétersbourg“ unter Hinweis anf eine Konstantmopeler Depssche der „TimecZ“ seine Lsser auf, vor den pessimistischen Nachrichten aus Konstantinope! auf der Hut zu sem, wo man eine Verständigung Rußlands und England?, verhindeyx wol19. A1?- einen Beweis dafür führt das Blatt die mißglückte Vsrsckxvörung gegen den Sultan an. _ Der „Regierungsanzeiger“ meldet den morgen bevorstehenden Empfang des Schah von Persien im Kaiserlichen Palais. Derselbe publizirt ferner den Wortlaut der von den Deputirten des St. Petersburger Adels an den Deutschen Kaiser gerichteten Glückwunsch- adrefse und den Wortlaut des darauf von Sr. Majestät ergangenen Antwortstelegramms, ingleichen das Dankestelegramm des Großfürsten-Thronfolgers an die KaufmannscHaft in Moskau, welche für die «WM der Gründung einer freiwilligen Flotte 400 000 ubel übersendet 1,0119.
Afrika. Egypten. Kairo, 21. Mai. (W. T. B.) Vier Dampfer mit indischen Truppen, die in Suez angekommen waren, sind heute in den Kanal eingelaufen; ein fünfter muß Quarantaine halten, da an Bord desselben zwei FäÜe von Cholera konstatirt worden sind.
'Die Nr. 20 des „Central-Blatts für das Deutsche Reich“, herauögegeben im Reichskanzler-Amt, hat folgenden analj: Allgemeine Verwaltungsscschen: Auswäsung von Ausländern aus dem Reichsgebiet. Finanztvesen: Bekanntmachung, betreffend die AngaHe von Scbaxzanweisungen im Betrage von 20000000 «M Eisenbahn- Wesen: Eröffnung_der Bahnstrecke Andernach-Niedermendig; _ Auf- hehung der Güterkéation Gevelsberg und Zusammenlegung derselben mxt der Statton Hauch _ Eröffnung der altestellen Arzweiler mxd Mundolsheim; _ keégl. der Bahnstrecke empelburg-Hammcr- stexn. Münz- und Bankwesen: Uebersicht über die Ausprägung von Retcxhsmünzen; _ Goldankäufe der Reichsbank; _ Status der deutschen Notenbanken Ende April 1878; _ Statistik der deutschen Banknoten Ende April 1878. _ Zoll- und Steuerwesen: Bundes- rathsbeschluß, betreffend den Begriff sammetartiger Gewebe; Er- richtung, Aufhebung und Umrvandlun von Steueramtern; _ Nach- wersun der Einnahme an Wechseltempelsteuer im Monat April 1878. zT):)st- und Telegrapbenwesen: Abänderung der Vollzugsbestim- muna U., Ziffer 4 zu Artikel 2 des Eisenbabxx-Postgeseßes vom 20. Dezember 1875. KonsulatWesen: Todeßfal]; Exequatur-Ertheilun- gen; _ Berichtigung.
_Nr.9 des „Archivs für Post undTelc rqphie“,Beiheft zum Amtsblatt der Deutschen Reichs-Post- "und elegraphenverrval- tung hat folgenden Inhalj: Aktenstücke und Aufsäße: Die Zeitungs- preislisten der Reichs-PosYVerwaltun und ihre Bedeutung für die Geschichte des Zeitungswejens. _ tatistik_der _schweizerischen Post- vermaltung für das Jahr 1876. _ Das österreichische Telegraphen- wese_n im Jahre 1876. _ Der Postdienst in Paris während des dcutjch-franzöfiscben Krieges. _ Kleine 'Mittbetlungen: Der neue französtvcbe Posttarif. _ Die Organisatton des franzö schen Post- und Telegraphenwesens. _ GlaSaravirung durcb Ele ricität. _
Telegraphic in der Argentinischen Republik. _ Aluminium-Uebcrzug
Graphit und GaSretortenéoble. _ „ J. Gaetcke. Der zweite Telegrapbm- kurfus fur Fostheamte. _ Lehmann, C., Postsekretär. Verkehrs- karten der_ rovmzen Brandenburg und Schlesien :c. _ Forum] of tba zmencau 131chctrjoal 8001013'. _ Zeitschriften-Ueberscbau-
' _ Nr. 5 des .Minißerial- l_atts für die gesammte annere Verwaltung m den Königlich preu ischen Staatxn' hat folgenden Inhalt: Regulativ für den Éschästs- ga'nq bet dem Oberverwa1tung6gerichte, vom 30. Januar 1878. _ erkular, paß Regglatw zur Ordnung des Geschäftöganges bet den_ KrZKSausschgffen betreffend, vom 2. April 1878. _ Erlaß, dre„Fuhrung emes alphabetischen Verzeichnisses zu dem Ge- burtsx, Hetraxhs-, Ste_rbxreg'ister betreffend, vom 7. März 1878. _ Verfugutng, dre Unzulasßgkext der S_ubrepartition des Beitrags eines GutSbezxrkÖzu dLn Unterhaltungskosten der Standesämter betreffend, vom 9. prtl 1878. _ Erlaß, Bemerkungen aus der Revifion der Staqhe mter hetreffend, Vom 27.April1878. _ Cirkular, das Agfhorcn dex Lteferyn; von Freiexemplaren der ReaiOruxxgs-Amts- blatter qn dre Pystamter betreffend, vom 17, April 1878. _ Cir- kular, dte'Regultrung der etatsmäszigen onds nacb weijäbrigem Durchskbpttt betreffend, vom 21. Mär; 18 8. _ Cirfu arverfügung, dle ?_lblrefer_ung der in Preußen aufkommenden Reichssteuern an Yte Retchs- aurtk'affe betreffend, vom 23. März 1878. _ V'erfygung, dre 5 efugmsse der Polizei zur_Bkseitigung eines verbot- wrdrtgen Zustgndesq 1m Wege der administrativen Exekution betref- fxnd, 199111 25. Marz 1878. _ Cirkularverfügung, die Herausxxabe eines!Erjenbah_n-Verordnungsblatjs betreffend, vom 8. Februar 1878. _ Ctxkular, dre Beförderung der Berichte der Königlichen Eisenbahn- htrekttozjen durch die' Hand der Ober-Präfidenten betreffend, vom 30. Marz 1878. _ Crrkular, die Aufhebung der §§. 89 und 91 der Exchordnung vom 16 Juli 1869 bstreffend, vom 24. April 1878. _ D!? Herausgahe 611166 topographisch-statistischen Handbuches „Das Retckxs-Postgebret“ und Bezug desselken durch die Postanstalten be- txeffend, vom 10. Mar 1878. _ Vorläufige Instruktion Zur Aus- fuhrung de? Ge1'eyes vom 27. Februar 1878, betrkffend Maßregeln gegen die Verbrextung der Reblaas, vom 6. April 1878.
Fr Telegrapbendräbte. _ :teratur des Verkehrswesens:
Stakifxische Nachrichten.
In dem jeßt hxrausgkgebcnen Heft 3 der Monatshefte Ut: Stgnttzk des O_eytschen Reichs für das Jahr 1878 veröffentlicht “6.16 Katserlrche stattrttsche Amt 11. a. Ueberßchten über die Answande- rxzng aus, dem Deutschen Reiche nach Überseeischen Landern tm Jahre 1877. Danach sind im gedachten Jahre Von Bremen 9328 _(1876: 10 972), von Hambnrg 10725 (1876: 12 706), von Stettm _75 (1876: 202) und von Antwerpen 1836 (1876: 4488), zxtsammen_ (1110 2196?- deutsche Auswanderer befördert Worden. Im Jahre 1876 wurden i'm Ganzen 29 626 Personen als angewandert nachgech-sen, so daß zu 1877 ein Weiterer Rück ang der deutschen Ausrvandsrqu nacb uberxeetschen Ländern stattgeéunden hat, welcher noch mehr 1116 Auge faÜx, ryenn „man auf die vorgehenden Jahre zuruckgebt. „_ EZ betxug namlich dre deutsche Auswanderung nach transatlanttjckyén qußen, soweil darüber ziffermäßiqe Nachrichten vorhanden smd, tn den Jahren 1872: 128 243 Pers., 1873: 110 414 Pers., 1874: 47 623 Pers., 1875: 32 262 Pers. Yreses für „ Dxutschland erfreuliche Resultat findet sxtne Erk1arrxng hauptsachbcb m den ungünstigen Aussichten, Welche dre Verhaltmsse derjentgen beiden Staaten, welche den Strom der dLUts'ckYU AUSWanderung Vorzugsweise auf sick) gekkrrkt haben, der Veremrgtep Staxten von Amerika und Brafilien, den Auswanderern hojen. Die LluSWa110crung Deut_scher nach den Vereinigten Staaten tst von 22 767 Pers. 111 1876 aus 18 365 in 1877, die nach Brafilien vo'n 3432 Pcrs. m 1876 auf 1069 in 1877 zurückgegangen. Die Ver- mmderle Auswanderung nach den ersteren i!x*obne?weife1 eine Wir- kung der dase1bst: hexrschenden wirth1chaftlichen Kri 13, während die m negerer Zett m “me Oeffentlichkeit gelangten Nachrichten über die Bedruckupg ,und harte Lage der dortigen Deutschen die AuQvande- rung dabttxms Stocken gebracht haben. Näckpst den beiden vorge- nannten LaUdern" firzd dle überseeischen Reiseziele deutscher Aus- wanderer hauptsachlich folgende aetvesen: Westindien 243 Pers. (1876: 35), die ar,.xentmischen Staaten 87 Pers. (1876: 104), Peru 53 "Pers. _(1876: 34), Chike 70 Pers. (1876: 100), andxre _sudamxrtkamscbc Staaten 79 Pers. (1876: 566), Afwka 750 Pyr). (1876: 54), Australien 1306 Pcrs. (1876: 1226). (YUWMesentltckye Zunahme dex deutschen Ausrvanderung macht sich fur 1877 „nach Afrika bemerklrkh, auch nach Australien ist dieselbe etwas gestxegen.
Nach den Hßrku11ftsländern vertbeilen fick) die über Bremen, Zamburg, „Stettm und AnYWerpen im Jahre 1877 ausgewanderten
Lutschen m folgcnder Welse: Königreich Preußen 14 666 (1876: 20 765) und zWar Provinz Preußen 2203 (1876: 5146), Branden- bura 1554 (1876: 1510), Pommern 2064 (1876: 2984), Posen 1594 (1876: 2626), 'Schlesten 1029 (1876: 1302), Sachsen 31 (1876: 531), Schleswtg-Holstcin mit Lauenburg 1257 (1876: 1 27), Han- nover 2032 (1876: 2413), Westfalen 724 (1876: 658), effen-Naffan 695 (1876: 770), Rheinland _781 (1876: 782), H0 enzollern 23 (1876: 26), Preußen obne nahere Angabe der Provinz 79 (1876: 490); sodann Bayern 1559 (1876: 1858), Köniareich Sachsen 776 (1876: 757), Württemberg 1032 (1876: 1061 , Baden 785 (1876: 843), Heffen 500 „(18763 „53,5 , Mecklenbura- ckWerin und Strelijz 452 (1876: 520), dre Thurtngt chen Staaten 667 (1876: 312), Olden- burg 21 (1876: 325), Braunschtveig 29 (1876: 138), Bremen 258 (1876r277), Hamburg 588 (1876: 563, Ejsaß-Lothringen 108 (1876: 158), dte ubrtgen deutschen Staaten 523 (1876: 256). Die im Ver- laufe der letzten fünf Jahre über die vvrgenannfen 4 Häfen aus- gewanderten Deutschen betrggen zusammen 229 855 Köpfe oder 0,54 0/0 der Bevölkerung des Deu_t!chen Reichs nach der Zählung vom 1 De- zember 1875. _ Der starkste Verlust (1_20/0) findet fich in Pom- mern ynd Mecklenburg-Schwerin, näHstdcm in Posen, Schleswig- Holstem, Mecklenburg-Strelitz und Bremen; es kommen Dann Unt nahezu 1% Verlust: Hamburg und die Provinzen Preußen, Han- nover und Oldeyburg. '_
_ Dte ötterr21chr1che Staatscckulden-Conirolkommissxon bat kürzltch den Auswexs über den Stand der österreichischen Staats_schu1d mit Ende Dezember 1877 veröffentlickyt. Derselbe umfaßt dtc gesammte konsolidtrte Schuld, die nicht gemeinsame schwe- bende Schulkx, die Grundentlastungs- und die konsolidirten Landes- sxbuldey der txn Rexchörathe vertretenen Königreiche und Länder, end- ltch dle gxmetnsame schwcbende Staatsschuld. Davon betrug die nicht rugkzahlbare konso [idirte Schuld Ende De- zember Hortgen Jahres 2401,920 Mill. Fl., hat sich daher im_ zweiten Semester 1877 um 22,935 Mil]. vermehrt. Bet der rückzahlbaren konsolidirten Schuld ist eine _ Vcrminderuxxg von 3,049 Mill. aus ewiesen, in- denz d1esc Schuld (:ck Ende Dezember auf 408,626 Mill. steÜte. Bet der, Gesammt umme der kon olidirten Staatsschuld resultkrt sonachre1ne Zunahme von 19,886 il]. Die schwebende nicht gemetnsgme Schuld betrui; Ende Dezember vorigen Jahres 95,604 M01, bat sicb daher m zweiten Semester 1877 um 1,092 Mju. vermmdert. Die Grundentlastungsschulden betrugen Ende Dezember vorigen Jahres 182,756 Mill., haben fich daher im zweiten Semester 1877 um 3,202 Mill. vermindert. Die gemein- same schWebende Staatsschuld betrug Ende Dezember vorigen Jahres 345,961 Mill., hat fich daher im zweiten Semester1877 um 1,012 Mcll. vermehrt. Die Effekten der einheitlichen Staatsschuld betrugen Ende Dezember vorigen Jahres 1676859 Mill. in Noten, 1057,471 Miu. in klingender Münze und 105,712 YYY" 1th[ Gold mit einem Zinsenerforderniffe von zusammen 115,317
1 . .
_ Nach dem neuesten Staatskaffenausrveise über die ungari- schen Staats-Einnabmen uz1d AuSgaben im ersten Quartal des Jahres 1878 betrugen für dtesen Zeitraum die Gesammt- einnahmen 47 792039 F1, um 600206 F1. mehr als in M