1878 / 138 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 14 Jun 1878 18:00:01 GMT) scan diff

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* , * I?.) In FoYe des _ auf das Leben städtischen

dem Prinzen Heinrich zu deni Galadiner in das Königliche

Heute begab Sich Se. Kaiserliche Ho 't der Kronprinz mittelst Extrazu es nach Potsdam zur IWF? irung des R !- ments der Gar s-du Corps und des 3. rde-Ulanen- e-

giments.

- Gestern Abend 7 Uhr fand zu Ehren der Bevoll- mächtigten zum Kongreß im Weißen Saale des Königlichen Schlosses ein Galadiner att zu welchem die Einladun en an die 5„Krinzen und die Prinzesftnnen des Königlichen U es, die frem en hier weilenden Fürfxlichkeiten, an den eichs- kanzler und die übrigen Bevyllmachttgten zum Kongreß,“ an die landsäsfi en Fürsten, an die Geyerale der Infanterie und Kavallerie, Lie aktiven Staats-Mimster und die den Bevoll- mächtigten beigegebenen Herren ergangen. waren. '

Ihre Kaiserlichen und Köytgl-xch'en Hoheiten der ronprinz und die_Kronprinze*:s1n., Höchstwelche durch die Alte KapeUe in die Paradekammern eintrafen, nah- men vor dem Diner im Rittersaale die Vorstellung der

den Diplomaten entgegen und verweilten alsdann kurze

eit im Kurfürstenzimmer, während die Gesellschaft fich nach dem Weißen Saale begab.

Die Galatafel war an der Fensterseite des Saales auf-

estellt. Zur Re ten Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hoheit kes Kronprinzen aßen J re Kaiserliche und Königliche Hoheit die Kronprinzessin, Ihre ömglichen oheiten der Großherzo von Baden, die Prin essin ?riedrich_ arl, der Prinz Heinri der Niederlande, die ?Zrinzeix m Marte, der Yrinz ZexnnF und Ihre Ho eiten der Erbprinz von Anhalt un der rmz ried- rich von ohenzollern. Links von dem Kronprinzen hatten Ihre P ' Ihre Königli n Hoheiten die Großher ogin von Baden, rinz Carl, der rinz (Friedrich Carl, der rinz August von Württemberg, der rbgroézherzog von Baden, Se. Hoheit der PÜUY Friedrich von Anhalt und Se. Durchlaucht Hein- rich 17111. Prinz Reuß. Gegenüber dem Kron rinzen saß der Reichskanzler Fürst von Bismarck, zu deffen echten und Linken die iibrigen Bevollmächn ten zum Kongresse. ,

Im Laufe des Diners er _ob Sich Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz und brachte folgenden Toast aus:

1.6 eongréa réanj/ä 136x111] & dien 7011111 jnaugurer 868 trayanx on ioma1aui: äsz foenx yon: 10 rétadUazsmenb äs1'1111pereur, 111011 Ldre. .se remeroie 105 Keyrésootants (168 085111868 Knrapéeux (18 votre wa'qne (16 161178 seatimenßs Ixmparbiques el; .16 vs cross pouvoir mieux )* réyouära, qu'en exprimanb (10 148 pati: st 811 110111 (16 51011 anguabs 1361'616 siueére 66811“ (16 701!" 191115 etk0rt5 contouvés par nns evtents qui somit. 16 meinem" gage (18 1:3. paix nuifer8e11e,

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"Nach aufgehobener Tafel nahm die Hohe Gesellschaft den Kaffee in der Bildergalerie ein.

-- Der Reichskanzler hat dem VundeSrath den Entwurf eines Gese es ür Elsaß-Lothringen, betreffend die Unterhaltung und ie erwaltung der öffentlichen höheren Schulen, zur Beschlußfassung vorgelegt.

- Der Ausschuß des Bundesraths für Elsaß- Lothringen trat heute zu einer Sißung zusammen.

Sachsen. Dresden, 13. Juni.“ Die Erste Kammer erledigte heute das Einnahmebudgct, mit AuSnahme der die dire ten Steuern betreffenden Positionen, im Wesent- lichen nach den Beschlüssen der“Zweit-3n Kammer, jedoch unter Ablehnung, des yon der leßteren beschlossenen Antrags, nach welchem die Regierung erwägen soll, ob ni t von nächster Yxanzsperwde an das Chaussee: und Brü engeld aufzu-

en et.

Hessen. Mainz, 12.J1mi. Die„Mainzethg.“schreibt: Anläßlich der Errettung unseres allverehrten greifen eldenkaisers von dem ruchlosen Attentat, wurde am Samstag ormittag in der Synggoge der israelitischen Religionsgesell: sYaft hierselbst 6111 Dankgottesdienst abgeKalten, wozu fi ein' olch zahlreiches Publikum eingefunden atte, daß die Räumlt keiten, förmlich ÜberfülXt waren. Unter vorheriger Abfingung „einiger der Feier entsprechenden Psalmen und des vom Rabbiner Herrn (?r, Lehmann vor etragenen iiblichen Gebets für das ohe Kaiserliche Und Gro herzogliche Fürsten- haus, betrat der enannte die Kanzel und hielt eine einstündige tiefergreixnde Rede; Der Redner hob hervor, daß nach dem AusZpru e des weisen Sirach die Handlung eines Einzelnen woh Übersehen werden und unbeachtet bleiben dürfe, wenn aber em und dieselbe Handlung sich wiederhole, mit der großten Aufmerksamkeit nach deren Grund und Ursprung

efdrscht werden _müffe. Redner erörterte ferner, daß solche eiten, m welcher) dgs Volk über die Fürsten sich zu über- heben „erlaubte, WW die Erfahrung lehrt, immer einen ver- hangnißvollen Auqung genommen haben. „Daß wir uns auf 811161? früher me erreichten Kulturstufe befinden, kann uns keinen Schuß vor dem Untergangs gewähren. Die Ge; schichte lehrt uns, daß im grauen Alterthume schon Völker YUM, welche auf dem Gebiete der Kunst und Wissen- s ft ebenfalls emen bedeutenden Rang eingenommen,

wie in der ersten GeschichtsÉeriode die Egypter und

„_ , . riechen und Römer. Diese Volker sind m der Ku1tur Wieder so gesunken, daß von ihnen heyte Nichts mehr übrig ist, und nur Spuren davon durch mühsame Forschungen und AusZrabungen hie und da noch aizfgejunden werden. _ Wenn man nun glaubte, - daß unsere C1v1l1satwn_ nur fortschreiten könne und wir einen Rückgang derselben me_zu erwarten haben, 5 hat uns vor ungefähr 7 Jahren jene ynmenschliche revolutionäre Rotte, die Kommune von'Paris, vom Gegentheil überzeugt. Wenn auch bei uns herlei verkehrte und verderbliche Ideen überhand 11, mexx wurden, wenn „ruhige Ueberle ung und Besonnenheit :; die Oberhand be ielten, wir wür en, was Gott ver Üten wolle, dem YU en chick al wie die oben genannten ölker aztheimfgüen.' edner s loß mit einem inni n Gebet für die baldigeWiedergenesuq Sr.Majestätdes aisers, auf daß derUakllgeliebxe gm e Monarch noch lange ahre das Scepter saurer: €:“..ge in )ugendli r Frische und tärke zum

„Heil und Wohl seines ganzen Vok .

Sachfey-Altenbnrg. Altenburg 12MJuni. (eLeÖpz. r. a '.e 6 es teten Attentates it unterm 3. d. .stvon den

jsers geri _ , ehörden eme dresse aii Se. Majeßät

YZ KZJrftbeéchlo en Forden's J viele StimmZilaus Feel? r a en an aus pr n, es möge e egen ' MLM werden, die Adreffe mitzuunterschreiben, so hat dir- ? jest mehrere Tage zur Unterschrift an elegen und erd nunmehr mor en, von einer sehr großen "MK von Unter- schriften bede t, an ihren Bestimmungsort abge n.

Schwarzbnrg-Nndolstadt. Rudolstadt, 12. Juni. (L. Ztg.) Von Seiten des Stadtraths ist eine Adresse an e. Majestät den Kaiser abgegangen, m welchem dem Schmerze der Bürger über das nichtswürdige Attentat AUSdruck gegeben wird.

Neuß ü. 8. GreiY, 9. Juni. (Magd. Ztg.) Nach- dem der Landtag in en vorangehenden Sisungen das Fischereiges und das Geseß, betreffend den Unterftüßungs- wohnsih, na eingehenden Debatten erledigt hatte, kam gestern in wei Sißungen die Ober-LandeSgertchtsfrage zum Absöchluß und die Landgerichtsfrage um einen Schritt weiter. Der Landtag hat die Errichtung eines eigenen Land erichts verworfen. Der Landtag ist darauf ge- fchlo sen worden.

Oesterreich-Ungarn. Wien 13. Juni. (W. T. V.) Der AUSJlei Hausschuß des Äbgeordnetenhauses Ft in eutiger ißung nach längerer Debatte die vom Herren-

use beschlossene Fassung des Artikels 40 der Bank atuten mit 21 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Der 21 geordnete Scharschmidt meldete ein Minoritätsvotum an. -(W. T. B.) Die „Polit. Korr.“ meldet aus B ukare st: In Folge des leßten enerßischen Protestes Rumäniens gegen den raisi- chen Vormarsch an er Linie von Pi.esti hat General Drentelen en Rückzug der uffen auf eine Entfernung von 101x111 von den rumäntschen Linien an eordnet. Dagegen hat derselbe die russischen Vorposten von lojesti nach Filipesti bis an den Fluß Prahowa vorrücken lassen, wobei er indeß die Zusiche- rung ertheilte, daß die Russen den Fluß gegen Kimpina nicht überschreiten würden. _

- 14. Juni. (W. T. B.) Die „Pres s e“ tritt der An- schauung entgegen, daß die „ungeklärte SteÜung Oesterreichs“ die Hauptsrhwierigkeit des Kongresses bilde. Allerdings sei vielleicht das österreichische FriedenSprogramm noch nicht offiziell detaillirt; aber auch Seitens anderer Mächte liege noch kein formulirtes Programm vor. Abgesehen von der brennendften

rage, der bulgarischen, welche heute prinzipiell gelöst er- cheine, sei kaum noch eine ernstliche Differenz zu

entdecken, welche die österreichisch-russische Ueber:'

einstimmung auf dem Kongreß zu gefährden ver- möchte.

SchWeiz. Bern, 13. Juni. (W. T. B.) Die a1t- katholische Synode beschloß mit 75 gegen 22 Stimmen, daß das der Eingehung einer Ehe durch einen Geistlichen vom Subdiakon aufwärts entgegenstehende Verbot des kano- nischen Reckfyts in der altkatholischen Gemeinschaft weder ein Hindernis; fir die Ehe von Seiten der Geistlichen, noch auch em Hindernis; für die Seelensorge durch einen verheiratheten Geistlichen bilden solle.

Bel ien. Die liberale „Indép. helge“ schreibt iiber das Wa lergebniß: „Der Erfolg übertrifft a11e Er- wartungen. Jn Gent, Antwerpen, Verviers, Charleroi, Brügge ist der Triumph der Liberalen vollständig. Die kleri- kale Majorität in der [then Kammer betru 12 Stimmen, bei der Erneuerung der Kammer hat sich das erhältniß um- gekehrt: die Liberalen werden eine Majori-tät von 10 Stimmen haben. Das Repräsentantenhaus zählte bei 124Mitglie- dern 68 Klerikale und 56 Liberale; die neue Kammer wird aus 132 Mitgliedern bestehen, von denen 70 der liberalen und 61 der

ultramontanen Partei angehören. Zn Waramme steht noch eine"

Stichwahl bevor, und voraussichtli wird diese den Liberalen zugute kommen. Der Senat, in welchem die Klerikalen 4 Stimmen Majoritiit hatten, zählt nach der Neuwahl 36 Liberale und 30 Klerikale. Trotz großer Aufregung ist der Wahlkampf ohne Störung der Ordnung voriibergegangen. Kusammeprottungen, die in Brüssel vor dem Cercle catholique bends 11attfanden,„wurden leicht zerstreut. _Jn Antwerpen scheint man die Zählung der Stimmen mit eimgem Mißtrauen verfolgt zu haben. Es fielen heftige Scenen dabei vor. In, Brügge fand eine große Demonstration der Liberalen 1ratt.

Gro britanuien und Irland. London, 12. Juni. (E. C.) ie Kön igin gedenkt am Freitag, den 21. Juni, oder am Montag, den 24., von Balmoral zurückzukehren. - Auf einer Versammlung von Deutschen in Edinburgh, unter Vorsiß des Konsuls Robinson, wurde eine Adress e an den Deutschen Kaiser beschlossen, die dem Abscheu gegen die beiden Attentate Worte verleiht. Gleichzeitig wurden für die durch den Untergang des deutschen Panzer- schfifffes betroffenen Wittwen und Waisen Sammlungen ero ne. *

- 13. uni. (W. T. B.) n der heutigen Si mig des Unter auses beantragte * ylands eine eso- lution, dahingehend, da künfti keinerlei Verträge, die' einen Kriegsfa [ invo viren könnten, czbge: chloßen werden sollen, wenn dieselben nicht Wk zhrer

ti zirung dem Parlamente vorgeéegt worden 1eien. Jenkins unternühte den Antrag, Gladstone bekämpfte, den- selben, weil es nicht gerathen erscheine, ein neues konstitutio- nelles Prinzip au ustellen. Der Schahkanzler Nort cote sprach fich mit Ent chiedenheit gegen das in der Refo ution aufgestellte Prinzip aus, durch welches die Prärogativen der Krone ernstlich gefährdet würden, und erklärte, daß der An- trag auch im Hinblick auf den eben erst zusammengetretenen Kon reß durchaus unzeitgemäß erscheine. Der Antrag Ry- lan s wurde ohne weitere Abstimmung abgelehnt.

- 14. Juni. (W. T“. B.) Die auswärtigen Ange- legenheiten werden während der Abwesenheit des Marquis von Salisbury durch den Minister des Innern, Croß, ge- leitet werden.

Frankreich. Paris, 12. Juni. (Fr. C.) Die Wa len

ür 22 durch xwalidirung und 2, durch den Tod erle igte e utirten the sind auf den 7. Juli angeseßt. Paris Fb nimmt an i nen im 6. Arrondi ement Theil, welches

, 111: den Obersten enfert-Rochereau einen Na folger zu wählen

t. - Nunmehr ist definitiv entschieden, die Land- wehr bei der. auf den 20. Juni angeseßten Revue von Lou mps „1111111; vertreten sein Toll. - Der bedeutende gan „im Werthe des Si berS, sagt der inanz- Miniter eon-„Say in einem dem Präsidentewder epUblik erstatéieten Berichte, welchen das „Journal officiel“ veröffent-

licht, und das dadurch erschütterte Verhältniß des Werthes unserer beideix Münzmetalle hat für unsere indischen Kolonien Sehwierigkeiten herbeigeführt, die noch durch die Verschieden-

tt der in ihneanaanaren Münzen vermehrt werden. So

rrscht m_ en nti en fast ausschließlich das französische Geldstück, m der Reunion vorwiegend die Rupie und der spa- nische Quadxupel, m Cochinchina wiederum der spanische Pia: fter. Hr. Leon Say beantra t deshalb die Ernennung einer Komm1sfion,„welche die dur die Umstände gebotenen Ver- änderungen 111 dem Münzsysteme der Kolonien vorzuschleÉYen hätte. Diese Kommission besteht aus den Senatoren [- mon und Deswazes, den Abgeordneten Tirard und Godin, den Bankiers Alfons von Rothschild, 21. André und Girod vom Comptoir d'EScompte, dem Contre-Admiral Duperrs und mehreren Finanzbeamten.

Spanien. Die amtliche Zeitung vom 9. uni veröffent- licht die Dekrete, welche die Annahme der emission des Generals Jovellar und die Ernennung des Generals M ar : tinez Campos zum General-Gouverneur und Ge- n eral-Kapitän der Insel Cuba aussprechen.

Rußland und Polen. St. Peteerurg, 14. Jimi. (W. T. B.) Nach dem heute veröffentlichten, von gestern Vormittag datirten Bulletin hatte Jhre Majestät die Kaiserin die Nacht ruhig verbracht. Der Fieberzustand war nicht bedeutend, aber doch andauernd, der Appetit gerin . Die lokalen Symptome waren in aÜmählicher Besserung, der thhem war tiefer und langsamer geworden; indeß war noch immer eine ziemlich große Schwäche vorhanden. - Der „Regie- rungsbote“ veröffentlicht einen Kaiserlichen Ukas, wonach an StelXe des von seinem Posten zurückgetretenen Justiz- Ministers, Grafen Pahlen, der Wirkliche Geheimrath Nabo- koff zum Iustiz-Minister ernannt worden ist. - Dcr neue türkische Votsck)after„Sck)akir Pascha, ist vor- gestern von dem Kaiser in Zarskoje-Selo in feierlicher Audienz empfangen worden.

Amerika. Washington, 13. Juni. (W. T. B.) Der Präsident hat gestern dem Kon reß eine MittheilunJ zu- gehen lqffen, worin um die Bewill gung des für die A hal- tung emer internationalen Konferenz über die' D o p p e [ wii h r u n g erforderlichen K r e-d it e s nachgesucht wird.. In der Mittheilung heißt es, daß Frankreich, Rußland, Jta- lien, Ungarn, die Niederlande, Griechenland und die Schweiz die Einladung der Vereinigten Staaten angenommen hätten Und sich auf der Konferenz vertreten lassen würden; von Eng- land„ „Deutsck3land, Oesterreich und Belgien sei noch keine- definitive Erklärung erxolgt.

“tatistische Nachrichten.

Nach Mittheilzmg des statistischen Bureaus der Siadt Berlin smd bei , den hiesigen S tandesämtern in der Woche vom 2. Juni bis incl. 8. Juni er. zur Anmeldung gekommen: 191 Ehe- 1chließungen, 808 Lebendgeborene, 41 Todtgeborene und 687 Sterbefälle.

-Dch soebenerschienene Oktober-Dezemberheft 1877 (Nr. 4) der Zeitschrift des Königlich bayerischen statistischen Bu- r ea u s , herausgegeben von dessen Vorstand 131". G e o rg M a y r (Mün- chen, KommisfionSverlag von Ad.Ackermann, vormals E. A. Fleisch-

manns Buchhandlung) enthält folgende Beiträge: Die Geburtshäufigkeit

in Bayern mit besonderer Berücksiwtigunq der geographischen Ver- theilung derselben, von 131“. G. Mayr (mit einem Kartogramm ; die Ernteergebmsse des Jahres 1876 in Bayern von 1)r. G. ayr ;. Beiträge zur bayerischen Medizinalstatistik, insbesondere zur Statistik der Erkrankungei im Jahre 1876, von Dr, G. Mayr. Die leßt- genannten Beiträge, welche aus 346 Qnartseiten Tab.]!en, bestehen, beWeisen, welckxe Sorgfalt in Bayern auf die Medtzinalstattstik "ver- wendet wird. Es ist dies, wie aus der Einleijung zu diesen Beitragen hervorgeht, nicht erst in neuerer Zeit geschehen, vielmehr enthalten schon die statistischen Tabellen für das"Verw91tungsjahr 1809-10 einea besonderen Nachweis über die au sammtlichen Ortcn Bayerns (Geßorbenen auch nach Krankheiten. Unter von Herxnanns Leitung, der amtlichen Statistik Bayerns fanden die „medizmalstatistischen Jxxteresien vorzugsweise in zivei Richtungen eingehende Beachtung, einerseits in den Nachweßsen über die Gestorbenen nach Alter und Geschlecht, (:x-dererseits in der CntWickelung der Todesursachen. Auf von Hermanns Veranlassung wurden in Bayern die Gestorbenen schon von dem Jahre 1835-36 an bis zum Alter von WJabren durchweg nacb

" einzelnen AlterSjahren mit Unterscheidung des Geschlechts narhgewicsen.

Nachweise über die Todesursachen der Gestorbenen finden sich vom Jahre- 1839 bis 1840 ab in den Veröffentlichungen des Königlich bayerischen statistischen Bureaus. Von 1839/40 bis 1850/51 sind hierbei mit Unterscheidun einerseits von Alter und Geschlecht, anderersei1s von Jahreszeit un _Geschlecht 38 Todesursachen ohne scharfe systematische Gliederung aufgeführt. Seit 1851-52 find diese TodeSursachen aus“ 53 erweitert Werden, seit 1867-68 auf 90, gleichzeitig unter syste- matischer Gliederung. Das Material für die Statistik der Todes- ursachen liefert die obligatorische Leichenscbau, die amtlichen Aerzte Zellen das Material aus den von den Leichenbeschaucrn ausgefertigten

odtenscheinen für ihren Bezirk zusammen und die Kreisre ieruugen fertigen daraus für die Regierungsbezirke Zusammen teälun en„ weTche im statistischen Bureau superrevisorisck) festgestellt wer en. Außerdem liefern noch die jährlichen Ermittelungen über die Ergeb- nisse des Ersahgeschäfts und über die hierbei gesammelten Daten der die Dienstuntauglickpkeit bedingenden Krankheiten und die Erhebungen über die Verbrettun der Blindheit, Taubsxummheit, des Blod- und Jrrfinns Material ?ür die Medizinalitatishk. Diese bildet auch noch- den Ge enstand der von dem Staats-Mintsterium des Innern vor- geschrie enen Jahresberichte der amtlichen Aerzte, welch: _vvn dem 111“. me-ä. Carl Friedrich Maéer zu einem .Generalbencvt uber die Sanitätöverwaltung im Königreich Bayern“ verarbeitet werden. Endlich kommen hierbei noch die besond 1211 Berichte in Betracht, welche auf Veranlassung des Stacxts-Miniileriums des Innern über größere Epidemien von Ja mannern veroffentlicht werden, so der Generalbericht über die ho era-Epldeniien im Kö- nigreich Bayern 1873-74 von Dr. zusä- „C- F- Mujxr u„nd Dr. Klinger (München 1877) und die Berichte uber Lokaleptdemren von- Pfeufer Pettenkofer, Hopp, Mühlhauser; Fickentscber; Frank u. 21. Durch diese Organisation find die Vorschlage, welche 'die Kommission zur Vorbereitun einer Reichs - Medi inalstatisttk im, Jahre 1874 gemacht at, für Bayern un esentlitbew bereits aus- geführt. - Aus den Tabellen des Werkes heben wir hervor, das; 1:1 Bayern im Jahre 1876 auf 100 AW Z.?5 ap robirte» Aerzte treffen (im Reich 2,54, in Freußen 2,29, in Sa fen 6,65), auf 10000 Einwohner 3,39 appro trie Aerzte (ini Reich 3,21, in Xreußen 3,09, in Sachsen 3,61), ixi den Stadten mit 5000 und mehr

inwohnern 9,16 (im Reick) 7,49. m Preußen 724, in Sa en 7,56). Auf je 100 (111111 trafen m Bayern 0,80 Apotheken (im eich 0,82) und auf je 10000 Emwobper 41 Betten in Heilanstalten (im Reich 33, in Preußen 30, in Sachsen 29).

_ Nach einem Aufsa in dem neuesten Heft der eit cbri t des Königlich preußischen staYsttjchen Bureaus war der (Frusnd esix in Frankreich Ende 1876 nach Ausweis der Hypothekenbücher m t 192 8931. 692 Fr. Hypothekenfchulden belastet und mit im::- rechnun von 832 090 402 Fk- . welche dem Crédit foncier ge ötjen mit 2 111 028 094 Fk- Es 111 aber berechnet worden, daß 5741931768 Fk- der Hypothekenschulden bereits getilgt und nur

nicht gelöscht waren, so daß sich die wirkliche Belastung auf 14 369096326 Fr. stellte. Deu msfuß im Durchschnitt zu 4,5 U/g angenommen, er b fich für das ahr 1877 em vpotbeken-Ziuseg- betta von 646 335 Fr. (davon 37444338 r. oder 5,8 0/4, fur den (Zrédit foncier) oder 306 MiUionen r. mehr als die Grund- steuer (incl. Zuscb äge 30840224 Fr.). er Reinertraq der frau- zösischen Liegxnsebaften war im Jahre 1877 mit 987 449 559 Fr. an Steuern un Zinsen belastet, da derselbe aber schon 1874 auf jährlich 3 959165000 Fr. geschäyt War, so beanspruchten die Grund- steuern nur 8,61 % und die Hypothekenzinsen 16,33 0/0 des Reinertrags. Wenn man den Angaben von Fachschriftstellern folgt, welche den Werth des Grund und Bodens in Frankreich auf mindestens 100 Miüiarden Fr. vetaxscblagen, so nd „höchstens 14 70/9 des Wertbs verpfändet. Im österreichischen RetchSraths- e iet (obne Dalmatien und Vorarlberg) wurde im Jahre 1875 die &rundscbuld auf 3071 MiÜionen Fl. und ver Werth der Liegen- schaften auf 7721 F1. aefchä*t, was eine hypothekariscbe Belastung von 39,77% ergiebt. Für ra .kreicb ist schon seit dem Jahre 1840 anzunehmen, daß die nicht gelöschten Hypothekenscbulden konstant ca. 20% des GrundWertbs betragen“, daß alsq Werth und Petsch!- dung der Grundstücke seitdem gleichmäßig gestiegen sind._ Die Stet- erung der Schulden ist aber viel weniger durch produktive Anlagen

erbeigeführt worden, als durch eingetragene Restkaufgelder, Gerichts- kosten und Kautionsbypotbeken.

- Nach dem am 1. April aufgenommenen Census bestehen zur Zeit in SYanien 29138 Elementarfchulen, die von 1633 288 Schulern beiderlci Geschlechts, also von 10 0/9 der Ge- sammtbevölkerung, besucht werden. Die erwähnte Anzahl von 29138 Schulen umfaßt aber sowohl die öffentlichen, als die Privat- schulen. Die Zahl jener - der öffentlichen - betrug tm Jahre 1870 bereits 22 711, die der privaten 5406, zusammen 22117, so daß in den leßten acht Jahren 7021 Elementar chulen neu btgzugekommen find. In Betreff des Schulbesuehs ist die obige S_chulerzabl nach der Gesammtbeoölkerungsziffer von 1860 bemessen, insofern sie aber nach dem Zuwachs der gegenwärtigen Bevölkemng berechnet wird, beträgt sie nicht 10, sondern 90/0.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Das 7. Heft der „Annalen der Hydro raphie und marii'men Meteorologie“ bringt eine Erklä rung er in d en Witte- rungsberichten und Aussichten der Seewac_te angewen- d ete n A u sd r 1": ck e, welche den mit der meteorologischen Zeichen- sprache und Ausdrucksweise nicbt vertrauten Leser „dieser Publi- kationen zu einem besseren Verständniffe derselben anleiten soll.

- Am 10. Juni versammelie sich in J e n a die standige D ep 1: - tation des deutschen Juristentages. Es Wurde beschlossen, in diesem Jahre den Iuristentag in J e n (: abzuhalten, und zwar am 29, 30. und 31. August. '

London, 13. Juni. (E. C.) Die Geographische Ge- s e [ls ck (: ft wird am reitag den Bericht des Ausschuffes, der einen Fond zur Erforschung frikas sammelt, berpreckßen. Die Gesellschaft

at b schlonen, zur Erforschung des Landes zwisehen Da;- es- Salaam und dem Nord-Ende des Nyanza-Sees eme kleine Exp edit i o n auszusenden. Dieselbe steht unter Leitung von

Mr. Keith Johnston und wird im Oktober nach Zanzibar aufbrechen. " Paris, 13.Juni. (W.T.B.) Der Senator Henri Martin'-

von der Linken, Verfasser der „Geschicht: Frankreichs“, ist an Steüe TbierS' mit 18 Stimmen zum Mitgliede der Akademie ge- wählt worden; 15 Stimmen hatte Taine erhalten. An Stelle Claude Bernards wurde der Verfasser des „Lebens Jesu“, Ernest Renan, mit 19 Stimmen zum Mitgliede der Akademie gewählt; 15 Stimmen waren auf Wallon gefal'en.

Gewerbe und Handel.

Nach amtlichen Nachrichten ist das Verbot der Ausfuhr von Kleie aus Konstantinopel aufgehoben worden. _

- In der estrigen Generalversammlung der Aktionäre der Deutsch-BelgisJÖen La Plata-Bank wurde den Anträgen der Verwaltung entsprechend die Reduktion des Grundkapitals durch Rückzahlung 0011 16FU/9 beschloffen.

- Ein Telegramm ,der _ „B. Börs.-Ztg.“ aus Amsterdam meldet, daß die Niederländische Regierung 43 Millionen Fl. 40/01ge Séaatsanleihe cmittirt, welckye am 20. Und 21. d. M. in Amsterdam zur Subskription aufgelegt werden soÜen. Der Sub- skriptionScours beträgt 9815. '

- Aus dem Geschäftsbericht der M e ck 1 c n b u r g i 1 ck e 11 Friedrich - ranz - Eiscnbahngesellschaft für 1877 sind ngende Mitt eilungen entnommen: Die VetriebsaUSgaben steüten sich auf 2 114048 afl: com 2 166 683 914 im Jahre vorher. Die Gesammteinnabme belie? swb auf 4454 726 «14, der Ueberschuß auf 2340 677 „74, dazu tritt der aus 1876 übernommene Gewinnvortrag mit 169 882 «34, macht zusammen 2510 559 «M Davon ist gezahlt 1) die an die mecklenburgische Regierung zu zahlende Annuität mit 960000 „ii, 2) die an den Reservefonds abzuführende Quote mit 370000 „;ck, 3) die vertragsmäßige Tantieme mit 23 420 „Fü, 4) als Dividende pro 1877 auf das Aktienkapital von 13 500 000 „js 11 7% 945000 „44 Der Rest wird auf die Betriebstechnung pro 1878 mit 212 139 .“ vorgetragen. _

Landsberg a. W., 14. Juni. (W. T.,B.) Zu dem heuti en Wollmarkt sind 4120 Ctr. angefahren. Der Markt war sehr bele t"; es entwickelte fich ein flottes Geschäft, die Preise steÜten sich 9 „74 höher als auf dem letzten Markt.

Kaiserslautern, 13. Juni. (W. T. B.) Eine von den be- deutendsten Fabrikanten ynd Mitgliedern des Handels- und Gemerbestandes hier abgehaltene Versammlung be- schlo einstimmig, a11e Arbeiter zu entkaffen, die sich offen zur sozia demokranscben Partei bekennen oder die Bestrebungen dieser Partei durch Tbeiluahme an ihren Versammlungen, durch das Halten von sozialdemokrgtisckyen Blättern oder durch Beiträge zu den Kassen derselben unterstutzen.

Verkehrs-Anstalten.

Balximore, 9. Juni. (Per tranSatlantiscben Telegraph.) Das ostdampxscbiff „Berlin“, Kapt. _.Lamcke, vom Norddeutschen loyd in Br.;men, Welches am 2. Mai von Bremen abgegangen

war, ist gestern wohlbehalten hier angekommen.

Southampton , 13. Juni. Das Postdampfscbiff Mosel“,

Ka 1.H.A.F.Neynaber, vo:n NorddeutschenLloyd in Bremen, we ches am 1.Juni von Newaork ab egangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten hter ange ommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, 5Yost und Ladung 6 Uhr Abends die Reise nach Bremen fortgeseht. Die .Mosel“ überbringt 316 Passagiere und voble Ladung.

Berlin, 14. Juni 1878.

Berliner Rennbahn zu Hoppegarten. Sommer- Meeting 1878. DritterTag, Donnerstag, 13.Juni, Nach- mittags 4 Uhr.

Der Besuch der Bahn war wegen der herrschenden trüben Witte- rung nicht so zahlreich als an den beiden vorhergehenden Tagen des Meetings. Dennoch hielt fich das Wetter günstig und schlossen sogbar die Netwerk, welche wiederum mannigfaches Interesse darboten, ei prächtigeK Sonnenschein. Die Rennen, welche ohne Unfall und in größter egelmängcit verliefen, begannen um 4 Uhr mit:

_ 1_. Erstes „ritercum. Klubpreis 3000 .“ ür Ljäbr. in Deutjcblaud und m der österr.-ungar. Monarébie geb. ferde. 150-“ Eins., 80 .“ Reug. Disk. 1000 tn. Dem zweiten Pferde die Hälfte der Einf. Und Reug. Geschl. 28. Mai.-Von den 14 Unter christen, welche 1: diesem Rennen einge augen waren, wurdenZ zxxxü gezogen, imd 6 erde erschienen am fosten. Es siegte naa; einem schönen

Kampfe des Fürsten beulobe-Oebringen F. H. .Antouxlli' v. Flibustier a. d. Reli 15 e 55 kg (Little) mit einer Zalbeu Lan : ,we- gen des Grafen ?. euckel v. Donnersmarck oon. . H. i lock" v. Buccaneer a. . xagesima 55 U(Busbv), Werth des ennens 3720 .“ für ,AnÉonelli', 720.“ für .Picklock.“ Wetten: 22:3. - Um 4 Uhr schloß sich diesem Rennen an: _ „_ 11. [ne Gown-Renuen. Staatspreis 1500 .“ ur 31abr. und ältere inländ. Hengste und Stuten, die noch kein tunen im We tbe von 2000 .“ oder darüber gewonnen haben. „80 «44 _Einsay, 40 .“. ReuZ. Dist. 1600 w. Dem zweiten Pferde die Emsaße und Reug. bis 50 „44, nach Abzug eines einfachen Einsatzes für das dritte Pferd. Geschl. 28. Mai. -14 Nennungen waren zu diesem Rennen erfol t; für 10 Pferde wurde aber Reugeld gezahlt und 4 er- schienen am fosten. Nach einem sehr spannenden und interessanten Rennen siegte mit 2? Längen Vorsprung des Königlichen Haupt-Ge- stuts Gradty 3jähr. b. . .Wegelagerer' v. Vuccaneer_a. d. Vis- counteß, 55 ks (E. Fis Yegen des Grafen Arnim Ixabr. „br. H. .Lauffeuer' v. Rustic a. . ady Beaconsfield, 57 kg (Whiteley). Des Grafen Goltstein 4jähr. br. H. .Counteß Savern“ v. Saver- na_ke a. d. Merrimac, 61& kg (Little) wurde um 8 Längen zuruck dritter und rettete dadurch seinen Einsah, während .Wegelagerer' dqs erste Geld yon 1890.66 hcimtrug und .Laufseuer“ den zweiten Preis von 525125“ erhielt. - Wetten 24:3. - Es folgte diesem Rennen um r: _ 111.,Staatspreis 111. Kl. 3000 .“ Für alle 3jähr. und alteren inländ. Hengste und Stuten, welche noch keinen Staats reis 1. oder 11. Kl, gewonnen haben. 180 ..“- Einf., 90 .“ Reug. ist. 2200 m. Dem zweiten Pferde die Hälfte der Eins. und Reug. Gscvl. 21.Mai.-Von den 7 Pferden, welche zu diesem Rennen ge- nannt waren, erschienen, da für 5 derselben Reugeld gezahlt wurde, nur des Frhrn. v. Launen Zjähr. F. H. ,Vitnö" v. Blue Gowwa. d. _Perfection 54 kg (Whitelcy) und des Frbrn. Ed. v. Oppenheim *LÉihr. F. St. e imentstochjer" v. Mars a. d. Soumise „60; kg „( opp). „Vitus' ?ührte und siegte nacb Gefallen; er erhielt den ersten Preis von 3405 „M und überließ der Stufe das zweite Geld ZT" 405 .,“ - Wetten 65 : 50. - Um 5) Uhr folgte diesem ennen:

17. Verkaufs-Rennen. Gradißer GestütSpreis 1200 ..“ Kür Zjähr. und ältere inländ. Pferde. 60 .“ Eins., ganz Yengeld.

er Sieger ist, wenn gefordert, für 2400 .“ käuflich, fur jede 600 a“- billiger 3 RF erl. Nicht verkäufliche Pferde 76 kg extra. Disk. 1600 111. Der Sieger wird gleich nach dem Rennen öffentlich versteiJert und fällt der etwaige Mehrbetrag der Renn'kaffe zu. Er- reicht ein Gebot den ange7e13ten Kaufpreis, so verbleibt das Pferd dem bisherigen Eigenthümer. Zu nennen und Kaufpreis anzugeben bis 28. Mai. Nachnennungen find bis zum Tage vor dem Rennen Abends 10 Uhr mit doppeltem Eins. resp. doppeltem Reugeld zu- läifig. _Bis zum 28. Mai hatte das Rennen 6 Unterschrtften auf- zuweis en; es wurden jedoch mit doppeltem EinsaÉ noch zwei Pferde nachgemeldet, während von den zuerst gemeldeten ferden drei zuruck- gezogen wurden. Es erschienen sonacb am Pfosten 5Pferde, welche ein sehr schönes Rennen machten, und von denen die beiden nachqenannten Pferde fich als in ihren Leistungen die überlegensten erwiesen. Cs siegte mit zwei Längen Vorsprung des Grafen Berndwrff-Güldcnsteen Zjahr. dbr. H. „Sharper“ v. Savernake a. d. F. Sharp" (1200 „M), „59 kg (F. Arnott) gegen des Lieut. A. Grasbey 3'ahr. _F. H. „“E-turm“ v. (Grimston a. d. Breeze (1200 „M), 59 kg ( . Milne) und brachte seinem Besitzer den Preis Von 1800 ..“ beim, von dem „derselbe jedoch die Summe von 500 „FC: an die Rennkaffe wieder zurückzahlfe, da er den Sieger bei der darauf folgenden Versteigerung für den Preis von 1700 „14 zurückkaufte, Wetten: 7 : 3. - Es schloß fich um 6 Uhr an dieses Rennen an:

17. Trost-Haudicap- Klubpreis 1200 .“. Für Pferde aller Länder, welche 1878 zu Berlin in Flache oder Hinderniß-Rennen

elaufen und nicht gefiegt aden. 80 „46. Einf., 40 .“. „Meng„ durcb

ieg ausgeschlossene Pfer e zahlen ganz Reug. Dtst. 1600 m, Das dritte Pferd rettet den Eins., der Rest der Eins. und Reug. zwischen dem ersten und zweiten Pferde getheilt. Geschl, 28. Mai. - 20 Pferde hatten das Rennen angenommen; drei derselben waren durch Sieg von der Konkurrenz ausgeschloffen, 6 durften nicht daran theilnehmen, weil sie in den vorhergehenden Rennen des Meetings nicht gestartet hatten, und 7 zahlten Reugeld. Nach einem sebr scharfen Kampf"kam des Grafen Bernstorff-Güldensteens Zjähr. F. H. „Flaneur“ v. Savernake a. d. Schalmeye, 48 kx (W. Arnott) mit einer Kopflänge gegen ds Grafen Schlippenbach 3jähr. br. H. „Man“ 1). Blue Eown a. d._Dirtheap,-_531(§ (Wbiteley) als Sieger ein. Des Grafen B. Binski 6jäbr. br. St. .Eilig“ v. King of Diamonds a. d. Estrella erreichte den dritten Pla und rettete seinen Einsatz, während .Flaneur“ den Preis von 175 „js und „Man“ das zweite Geld von 750 “14 heimbrachte. Wetten 27 :5.- Den Söhluß des Tages und des Meetings bildeie um 6.) Uhr:

171. Sonim er - Jagd - Rennen, Staatspreis 1200 „44 .Herren-Reiten. Für 4iä'hr. und ältere inländ. Hengste, und Stut. 100 .“ Eins., halb Reug. Disk. 5000 m, Dem zweiten Pferde bis 600 .“ aus den Eins. und Rang. Geschl. 28. Mai. - Von den 8 Unterschriften, Welche dieses Rennen ge- funden hatte, wurden 6 zurückgezo ert, so daß nur am Start des Frhrn. E. v. Falkenbau en a. F. St. „Nacht- Scbwalbe“ v. King of Diamonds a. d. Evergreenßncl. 2x ]cx; extra) 86.) kx (geritten vom Befißer) und des Lieut. Baron Köniz (3.28 randenb. Husaren-Regt.) a. br. St. „Thea“ v. King of the Vale a. d. Thereée (incl. 1.) kg extra) 85& kg (geritten vom Lieut. von Kramsta vom Garde-Kürasfier-Regk.) erschienen. .NacbtsÖralbe“ war der Konkurrentin entschieden überlegen und “siegte nach Gefallen mit 6 bis 8 Längen. „Nachtschwalbe“ erhieltden Preis von 1800 „M und „Thea“ die Einsätze und Reugelder von 500 „js

Ma dcburg, 12. Juni. (Magd. Ztg.) Die heutige zweite énuptoer ammlung des zWeiten deutschen Lehrertages hat olgende Thesen angenommen: '

1) Die Volksschule bedarf in Bezug auf die zu erziehende Jugend als Stellvertreterin des Elternhauses aucb ferner des Rechtes der körperlichen Züchtigung, da in Folge des Schulzwanges Sebul- kinder auch nach mehrfach fruchtloser Anwendung anderer Straf- mittel, sowie bei frecher Widersehlichkeit und grober Unfittl-ichkeit nur im äußersten Falle ausgeschloffen werden können; cLodann ist ein solcher Ausschluß eine weit härtere Strafe gls körpersi eZücbtigung, ohnfeö tdie Besserung des auSgeschloffenen Kindes unbedingt wirksamer zu r em.

2) Der Staat hat ein hervorragendeYRecht daran, daß der Lehrer als Miterzieher der Jugend, die Ausubung des Züchtigungs- rechtes aus Furcht vor den zur Zeit bestehenden Strafbestimmungen da nicht unterlaffe, wo sorgsame Erwägung und pädagogische Erfah- rung dieselbe fordern. . ,

3) Die kör etliche Züchtigung, sei ,als Ausfluß wahrer erzieh- licher Liebe gerecht und der Individualität wie den Verhältnissen angemessen und erfolge in schicklicber und die Gesundheit nicht ge- [ährdender Weise, so daß der Zweck des Züchtikungsre tes nicht uberschritten wird; die Anwendung der körper ichen üchtigung der Schuljugend wird um so seltener werden können, je erin er die Hindernisse find, Welche der erziehlichen und unterri tli en Thätigkeit des Lehrers und der UeberfüUung der Schulklassen aus Mangel an Lehr- und Lernmitteln, aus unregelmäßigem Schulbesuche und entfittlichendem Einfluffe des Hauses_erwach en, je mehr das Ansehen des Lehrers durch eine seiner Thatigkeit und Bildung ent- sprechende soziale Stellung, durcb Vertrauen und Achtung seiner un- Ziltttelbarierrd und mittelbaren Vorgesehten gefördert und aufrecht er-

a en w .

4)“ 'Die“ "Ver ol ung *solcher Ueberschreitung des Züchtigungs- - „rechtes, „durcb wexck)?" an eblich strafbare Körperverleßungen herbei-

Lefüßrt „seinsoklen, .gefcbe e von Seiten der Staatsanwaltscbaft nur m Unberstandniffe mit der vorgesehten Schulbehörde, welcher

' mitglied Hr. mmericb

mithin die Voruntersuchung zu überweisen ist. Auch ifi das Zeukgmx t_eiues Buirköarztes erforderlich, um eine Körperverleßunz zu on a tren. 5) Da die Lehrer in der Schule hinsichtlich der Er iehung der Kinder (118 die Stellvertreter der Eltern anzusehen sind, ko läßt sich eiue scharfer: Bestrafung der Lehrer bei Ueberschreitunzen des ZüchtigungSrecbtes nicht rechtferti en. 6 Es isi Seitens der Le ter die Verwirklichung die er Be-

schlüsse anzustreben durch Einwirkung auf die öffentliche einung ?ansdie Aenderung der einschläglichxn Paragraphen des Strafgesetz- u .

_ 7) Die Lehrer haben weder das_Bestreben, der körperlichen Zuchtigung Vorschub zu leisten, oder die1elbe zu verallgemeinern, noch eme jhatsachltche Ueberschreitung in Schutz zu nehmen.

Bonn, 13. Jurij. (W. T. B.), Die altkatholiscbe Synode beschloß mit 75 gegen 22 Stimmen, das; das der Ein- gebung einer Ehe durch einen Geistlichen vom Subdiakon auf- wärts entgegenstehende Verbot des kanonischen Rechts in der alt- katboliscben Gemeinschaft weder ein Zindernis; für die Ehe von Seiten der Geistlichen, noch guch ein indxruiZ für die Scelensorge durch einen verheiratheten Geistlichen bilden so e.

Göttingen, 11. Juni., (Wes. Ztg. Heute begannen hier in der Aula der Universität die Verband ungen der 8. Versamm- lung des hansischen Geschichtsvereins.

Die Präsenzliste weist 150 Tbeilnehmer auf aus 32 Städten, darunter Jnusbrnck und Königsberg als die fernst gelegenen. Namens der Universität begrüßte die Versammlung der Prorektor Lose, Namens der Stadt Göttingen der Bürgermeister Merkel. Der Präsident des Vereins, Professor Mantels, ergriff darauf das Wort und wies, indem er für die den Gästen bereitete freundliche Auf- nahme dankte, auf die Bedeutung, welche Göttingen, obwohl _ an Bevölkrungszabl und Umfang den früheren Versammlungs- orten Cöln, Hamburg, Bremen, nicht zu vergleichen, durch die nun schon über ein Jahrhundert bestehende Universität und Akademie für die Wissenschaft habe. Er eröffnete sodann die Verhandlunßcn durch die Mittheilung (bei welcher_ fich die Anwesenden von ikxen Sißen erhoben), daß Se. Majestat der Kaiser kurz vor em ersten schmablichen Attentate diirch Kabinetsschreibcn auch für das neue Jahr dem Verein den bisherigen Zuschuß von“ 3000 „46 be- wiüigt hat. Namens des Vereins wurde Sr. Majestät dem Kaiser folgendes T e l e g r a m m übersandt:

„Der zu Göxtingen 'verjammelte banfische Geschichtsverein Sr. Majestät dem Kaiser Hkll und Segen aus" allen Wegen!"

Zunächst wurde der Jahresbericht vorgelegt. Nach demselben beträgt die Zahl der Mitglieder 492, und 50 deutsche Städte steuern zu dem Vereine bci. Eingehend wird über die Arbeiten des Vereins im verfloffenen Jahre b.rtchtet: der zweite Band der zweiten Ab- 1beilung der Hans arecesse, bearbeitet von 131“. v. d. Ropp, liegt heute fertig vor. Er umfaßt nur 62 Jahre (1436-1443), was fich durch den' Reichthum dcr preußisch-hausischen Vor- lagen aus dieser Zeit erklärt. Im kommendcn Herbste hofft ])r. v. d. Ropp das Königsberger Staatsarchiv für den Zeit- raum bis 1476, das Danziger bis mindestens 1466 zu absolviren. Das Lübecker Urkundenmaterial rst theilweise bis 1466 aufgearbeitet, zu Qsternk.I.so11en die archivalischen Arbeiten in Cöln abge- schlossen und das nach Düsseldorf gebrachte Weseler Stadtarchiv be- nu twerden. Der 2. Band, des Urkundenbuches konnte Wega Ue erfülle des Materials tm vorigen Jahre nicht fertig estellt werden, doch hofft Höhlbaum den Druck demnächst in ??ngriff nehmen zu können. Ueber die' archivalischen Arbeiten ])r. Höh!- baums in Belgien und den Niederlanden wird Näheres berichtet. Sodann heiß“. es: Vr. * Schäfer bat den im [eßten Jahres- berichte aufgesteüten Reisep1an genau eingehalten, bis er nach vierzehntägiaem Aufenthalte m Reval durch Berufung in eine außer- ordentliche Profeffur zu Jena sieh zur schleimigen Rückreise ver- anlaßt sah. So ehrenvoU, auch fur den Verein, diese rasche Beför- derung uxiseres neuen Mitarbeiters war, so störend hätte sie werden müssen, w.nn nicht Profeffor Schafe: sofortBedacbt genommen hätte, für die stetig fortzusehende Vorbereitung der von ihm übernommenen dritten Rezeßabtbeilung' (1477- 1530) Sorge zu tragen. Er konnte während des Winters die ihm von Bremen, Lübeck, WiSMar, Rostock, Stra1suud und Cölii durck) freundliches "Entgegenkommen der Magistrate und Archivare übersandten Rezeffe, Verhandlungen und Schreiben kcpiren oder kollatwniren. In den Osterferien gelang es ihm, die Archive des Rheinlands, Westfalens und Sachsens für den ganzen Zeitraum _zu erledigen' nur in Cöln ward das Material vorläufig bis 1500 absolvirt, Einige sont ge- bliebene Restanten werden sich durch Aktenversendung 0 er in kurzem Aufenthalt ber gelegenxlicher Durchreise beseitigen laffen. Im Herbste „dieses Jahres wrrd Professor Schäfer die unter- brochene baltische Reise wredec aufnehmen und außer Reval und RiJa Preußen, ;pommern und Rostock, im nächftjähri en Zerbste Ho and und Be gien besuchen. Die Osterferien nächten ahres will er in Lübeck, Lüneburg und Bremen arbeiten. So kann zum Winter 1879 die Fertigstellung des ersten Batzdes beginnen. Näheres über die gemachten Reisen und das aufgearbeitete Material enthalten die Spezialberichte. Als neuen Band der banfiscben Geschichts- queÜcn hofft Profeffor Frensdorff „Dortmunder Statuten und Urtheile“ binnen" einem Jahre vorlegen zu können, bisher unbekannte wichtige Beitrage zum Dortmunder Recht, welche fich ihm bei Ecke,]enbeit der für die Uouumenta (Zermsuja-z 1118107109. über- nommenen Bearbeitung der älteren deutschen Stadtrechte ergaben. Auch das Braunschweiger Zo„llbuch wird Archivar Hänsel» mann, der durch andere Arbeiten hingehalten ward, in nicht allzu ferner Zeit zum Druck vorbereitet haben.

Die Rechnana des Vereins weist als Einnahme und Ausgabe 19404 „46. auf. Der in der Ausgabe aufgeführte Saldo von 3729 .“ ist eringer als der vorigjährige und der Kaffenführer Archivar 1)r. Weßrmann aus Lübeck weist in Folge des1en darauf hin, daß der . Verein auf Vermehrung der Einnahmen durcb ordentliche und außer- ordentliche Beiträge Bedacht nehmen müffx, zumal die Aachen-Mün- ebener FeuerverficherungsgeseÜschast de: 1üns Jahre gewährten Zu- "cbu nicht wieder erneuert babe. Um .so wiÜkommener tvar die

it heilung des Geh. Regierungs-Rath Sauppe von hier, daß die Verwaltun der Obex-Amtmann Wedekind-Stiftung zu Lüneburg aus den Uebers üsien die;er der Förderung der historischen, Forschung ge- widmeten Stiftung dem Verein 3000 „M überweise. -

Nachdem noch die Namen einer Reihe neuer Mitglieder._ verlesen und eine soeben veröffentlichte Schrift des Professors Pauli:_ „'1'11-3 1.15811 01" Lngüsbs 1301107“ 1436, Text und metrische Ueberjeßunz von Wilhelm Herhberg und geschichtliche Einleitung von R. Pa4uli, vorgelegt morden, folgten die Vorträge des Tages: Gyninaiml- Direktor Dr. G. Schmidt aus Halberstadt: ,Die Stadt Gottingen ge en Ausgang des Mittelalterß“; Profeffor Frensdorff von hier: us bel ischen Städten und Stadtwahlen“; endlich von Professor Pauli: „Zanfiscbe Analekten aus EnÉland“. Von nawhaften aus- wärtigen Gelehrten nehmen ,“" der erfammlung Theil: Profeffor Waitz und Professor von Weizsäcker.

In der morgigen vorlehten Aufführung der „Räuber“ durch die Meinin er Hoftheatergesellschaft wird das Ehren- Robert den Carl Moor spielen; auch am Sonntag, bei der leßten Gastvorstellung, bleibt die Besevung die- selbe.-Am Montag früh begeben sich die Mitglieder des Meinin er“ Hoftheaxers „zu einem _Gesammtgastspiel nach Frankfurt a. ., -wo bereits fur Donnerstag die erste Vorstellung angeseßt ift.

' - Jm Ostend-Tbeater wird amSonnta . den 16. 1). MW., „,Steffen Langer aus Glogau", von Charlotte ircb-Pxeiffer, zum ersten Male in Scene gehen. In nächster Zeit Werden ann wieder mehrere Novitäten zur Aufführung kommen. *