1878 / 149 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 27 Jun 1878 18:00:01 GMT) scan diff

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I.- ,' ._ung, kleine Zeichnungen und Hand ' n an-

Rtiferngen, emrache n aufzumeffen und zu artiren, vellements' anszuFü en und aufzutragen,

'I“. Ferttgkett 111 dem Gebrauche und der Handhabung exektnycher TelegraphenaYLarate, insbesondere Fähigkeit, dienst- ltche Yepeschen und ele "sche Hülfssignale fe bft ohne Fehler zu ge n.

_ 6) Kenntniß der Instruktion für Zugfü rer nnd der Vor- schrtften Über Führung der Fahrrapporte un Merlenbücher. )(1. StationSauffeher (BahnhoZSaufsehex? und Stations- qsfistenten (B hafs-JYYWW sxftenten):

1) mmdeftens einj nge s fügung tm Stattonsdienst, Behufs Zulu ung 9111 dieser ist erforderlich:

&. körperiche üstigkeit, namentlich normales Hör: und Sehvermögen,

b. allgemeine Vorkenntnisse, als:

1) Fähi keit, deutlich sowie orthographisch Und gram- mati alisch richtig zu schreiben,

2) Rechnen in den 4 Spezies, sowie mit gewöhnlichen und Dezimalbrüchen,

3) Kenntnis; der Geographie, insbesondere Deutschlands und der benachbarten Länder.

2) Fertigkeit im Telegrap iren nnd Kenntnis; der Vor- schriften bei Annahme von rivatdepeschen, sowie der In: struktion über hie Behandlung der Apparate und Leitungen

3) Fähigkert, ein Thema aus dem Stationsdienst schrifk : lich in angemessener Form darzustellen,

4) Kenntniß derjOrganisation der eigenen Bahnverwal- tung und der qllgememen Vorschriften für deren Beamte,

5) Kenntntß des Betriebs-Neglements, der allgemeinen Tarifhestimmun en und des Billet-, Gepäck- und Güter-

edmonsdien teS, „des Bahnpolizei-Reglements und der

S1 nalordnung, sowre her in Bezie ung auf den Stations-, Fa r- und äußeren Betrrebsdienst ber der betreffenden Bahn erlajsenen Reglements Instruktionen und allgemeinen Vor: schrrften, namentltch auch derjenigen für Kreuzungen und Ab- szergungen anf offener Bahn, Venn ung, Rapportirung und ert etlung ergener und fremder agen, Vertrautheit mit den Funkttonen und Obliegenheiten des gesammten Stations-

und ahrpersonals,

6 Kenntnis; der Bestimmungen über die militärische Be- nußung der Eisenbahnen,

7) Fertigkeit in Formirung von Zügen bei regelmäßigem und bei gestörtem Betriebe,

8) allgemeine Kenntnis; der Konstruktion und der im Interesse der Betriebssicherheit nothwendigen Erfordernisse für die Unterhaltung des Oberbaues, der Betriebsmittel, Weichen, Drehscheiben, Schiebebühnen und der für die Unterhaltung und Wiederherstellung des Oberbaues bezw. erstörter Ge- lÄisle)iterforderltchen Geräthschaften, einfa )en Inétrumente und

r e en.

)(11. Stationsvorsteher (StatiottSmeister, Bahnhofs: ' Inspektrren, Vahnhovaerwalter): Klmmdeftens zwenährrger Dienst als Stations:Assistenten

(Nr. , 2) enntniß der für den StationS- und Expeditionsdienst m Betracht kommenden Vorschriften des Kassen: und Rech- nungswesens, ,

3) Kenntmß der Einrichtungen des Verbands: und TariT-

[Ins 7101“ kokryF " 11171 71914 (sloolllth-U NUUZUU : «Hnen, sowie des TÜLFÜLYUMS er Eisenbahn .zur Post: und Telegraphenverwaltung,

4) Kenntnis; der Bestimmungen hinsichtlich der Eisen- bahnen im Geseße über die Kriegsleistungen.

. 11111. Lokomotivführer:

Y körperlrche Rüstigkeit, insbesondere auch normale?- Hör- und e vermögen,

2) enntmß der Gegenstände des Volksunterrichts, ins- besondere Lesen und Schreiben, sowie Rechnen der 4 Spezies, auch mrt gewöhnlnhen und Dezimalbrüchen _ und Fähigkeit, über einen Vorggng- aus dem Dienstkreise eines Lokomotiv- führers eme schmstlnhe Anzeige in angemessener Form zu erstatten,

, 3) allgemeine Kenntnis; der Bearbeitung der verschiedenen berm Maschmenbau zu verwendenden Metalle und Hölzer,

4) allgememe Kenntnis; der einfachen physrkalischen Ge- sehe, naxnentlrch über den Wasserdampf und dessen Wirkungen,

5) 1pezrelle Kenntmß der Lokomotive und ihrer einzelnen Theile, sonne

6) der Behandlung der Lokomotive während der Fahrt Und im kalten Zustande,

7) Kenntni pes Bahnpolizei- und des Betriebs=Negle= ments, der Vorschrtften über den Ranéirdienst der Signal: ordnung und der zur AuBfü rung derse ben an*sé der betreffen- den Bahn erlassenen Instru tion, der Dienstinstruktiynen für Lokymotwführer und Hetzer, für Stationsvorsteher, Zugführer, Werchensteller, Vnhnwärter und Bremser, soweit diese Regle- ments 2c. den T_Orenftkrers des Lokomotivführers betreffen,

8) Kenntmß der zu befahrenden Strecken,

9 mmdestens e1n1ährrge Beschäftigung in einer mechani- schen _ erkftatt und mindestens einjähri e Lehrzeit im Loko- motwhrenst. InBezug auf Techniker we che sich dem höheren Mafchrnenfach „wrdmen, blerbt die Festseßung dieser Zeifräume der Landesregrerung vorbehalten.

Dre sämmtlichen

unter 1. bis )(111.

vqrstehend aufgeführten_Beamten solTen bei ihrem ersten Ein- trrtt tn den Erfenbahndtenst nicht Über 40 Jahre alt sein. AUEna men Ftnd nur 13er besonderer körperlicher oder geistiger Rüfttg eit mrt Genehmrgung der Landesregierung zulässig. Allgemeine Bemerkungen.

5. Ist ,bei einzelnen Bahnen die Benennung einer Be- mntenkaxegorre'eine tzon der-Ynter 1. 5113-1111]. _ als zur Tit nzerstenthetls Übltch _ ;pyrßexehenen abweichende, so ist . 'r dre Anwendung der ngltß axonsvorschriften nicht die Benennun , sondern dre wrrkltche Dienstverxichtung tnaß- gebend. erartige Abwetchungen m der Bezeichnung sind thunxichst zu-permeiden.

* «: Beamte, welchen die unktionen verschiedener Kategorien „zugletck_11bertragen find, aben, auch-rvenn dieses Verhältniß durch dre äußerezVekerchnungknjcht auß edrücktnsr, die Erfor- dermsse Für sämmt iche in threr Per on verenngten Dienste nachzmvetsen. _

13. „Unter Probezeit im Sinnesder obigen Bestimmungen rst dre Zert :_der praktischen „Außhrlbnng und Vorbereitun unter Aufsteht und Leitung emes für den betreffenden Dient

'Auf die OK iere und annschaften der ntilitärischen For- mattonen für "szenbahnzxv e finden die Bestnnmungen unter 1. bis 1111. über ck Bau der Pro “ten keme Anwendung.

0. „Den einzelnen V [tungen leibt _ unbeschadet_ der Vorsckmften über eine v'gängtge Probezeit oder prakttsche BeschäftZgung _ hinstcht der Vahnpolizei-Beamten über- lassen, 111 welcher Form e fich die Ueberzeugung von dem Vorhandensein der vorge 'riebenen Qualifikation verschaffen wol1en; es kann dies je 11 Umständen entweder durch Zeug: nisse, oder durch schriftli und mündliche Prüfungen, oder durch Beobachtung der paktischen Leistungen Seitens eines vorgeseßten Beamten ges hen. Bezüglich der Lokomotiv-

"füerer ist die Ablegung e' r Prüfun vor einem Maschmen- metster und einem technis n Betriebs eamten verbunden mtt Probefahrxen erforderlich. -

1). D e vorstehenden estimmnngen 'treten am 1. Full

18.78 m Kraft. Der Lan Sregierung bleibt es vorbeha ten, ber der Anstellun wie i dem Aufrücken der Beamten mtt Nückstcht anf be ondere erhältnisse von einzelnen Erforder- mssen für jeden einzelnen-Fall DisPensation zu erthetlen.

Berlm, den 12. Jun 1878.

D Reichskanzler. vort Bi6marck.

Y

[ Königreich Preußen.

Se. Majestät der König baben Alleranädigst geruht: den Rektor an der höheren Bürgerschule zu Hofgeismar sIohanneH Wieacker zum Seminar-Direkwr zu ernennen; owre dem praktischen Arzk, 2c. Dr. Ernst Hartmann zu Elbingerode im Kreise Zeüerfeld den Charakter alZ Sanitäts- Rath zu verleihen.

Se.,»anestät der K önig haben AUergnädigst geruht:

dre Wahl des OberKonsiftorial-Rathcs und ersten Hof- und Schloßpredigers, ])1'. 111901. Uhlhorn zu Hannover, zum Abte des Klosters Loccum zu bestätigen und den Konsistorial- Rat _Und General-Superintendenten Küster zu Stade, den Kon,1storial-Rath und Professor Dr. t]1€0]. Ritschl zu Göttingen, sowie den Superintendenten Guden zu Uslar zu 'außerordentlichen geistlichen Mitgliedern des Landes- konsrstoriums zu Hannover zu ernennen.

Berlin, den 26. Juni 1878.

Ihre Köni liche Hoheit die Landgräfin Friedrich Wilheém von Hessen ist am 26. d. M. von Schloß Pauker hier eingetroffen und hat Sich mit Sr, Königlrchen Hoheit dem Prinzen Carl von Preußen nach Schloß Glinike bei Potsdam begeben.

Berlin, den 27. Juni 1878. Se. Königliche Hoheit der Prinz Georg von Sachsen ist, von Pillniß kommend, heute früh hier ein- etroffen, im Königlichen Schlosse abgestiegen und gedenkt Heute Abend dorthin zurückzukehren.

Der Königliche Hof legt heute für Ihre Majestät die Königin von Spanien die Trauer auf drei Wochen an. Die Damen eMetnen in schwarzseidenen Kleidern, und

zwar die erste Wo in schwarzem Kopfpuß mit schwarzen So"ßs„fß„§,xxs unh * 71 Ui;- JWQLE Moxhß 411

W a" a , weißem Kopfpuß miZYvetyéxn Hand chuhen und weißen Fächern, die dritte Woche in Blenden.

Wegen des Anzuges der Herren wird auf die diesfälligen Aüerhöchsten Bestimmungen vom 8. Februar 1862 Bezug ge: nommen.

Berlin, den 27. Juni 1878.

Der, Vize-Ober-Ceremonienmeister: Graf zu Eulenburg.

Ahg'ereist: der Unter-Staatssekretär im Ministerium der ge1stlrchen, Unterrichts: und Medizinal-Angelegenheiten, 1)r. Sydow, nach der Provinz Hannover.

Yiehtamtsich es. Deutsches Reich.

_ Treuszen. „Berlin, 27. Juni. Gestern verabschiedete Srch Se.. Kömglrche oheit der Großherzog von Baden bei den Karserlichen ajestäten vor Semer Abreise nach Karlsruhe, von nw Höchstderselbe hierher zurückkehren wird.

Ihre Ma1eftät die Kaiserin-Königin empfing heute den Besuch Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Georg von Sachsen und gelertete Höchstdenselben zu Sr. Majestät dem Kaiser und König.

_ Se. Kaiserliche nnd Königliche Hoheit der Kronprinz begab Sick) gestern Vormittag mit Ihrer Karserliehen und KöniglichenHoheit der Kronprin- zessin, Höchstwelche gegen 9 Uhr von Potsdam hier einge: troffen war, in das Palais lzu Sr. Majestät dem Kaiser. Um 11 Uhr kehrte Ihre Kaiser iche Hoheit die Kronprinzessin nach Potsdam zurück.

Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz nahm demnächst den Vortrag des Civil=Kabinets enthen, empfing um 2 Uhr den regrerenden Grafen zu Stolberg: oßla, begleitete Abends 8dUhr Se. Königliche Zoheit den Großherzog von Baden bei Ychstdeffen Abreise na dem Anhalter Bahnhofe und begab ch) demnächst na Potsdam, von wo Höchstderselbe heute Mtttag wreder hier er zurückkeyrte.

_ Die vereinigten Ausschüsse des VundeSraths für o[[- und SteUerwesen, für Handel und Verkehr" und für echnnngswesen traten heute zu einer Sißung zusammen.

* „_ Der andelS-Minister hat im Hinblick auf die soz raldemo ratische Agitation den Regierungen u.s.w„ m heren Bezirk fich Gewerbe-, Zeichen:, Baugewerk- und sonstrge Fachschulen befinden, unterm 19. d. M. nachstehende Crrkularperfügung zugehen lassen:

, Inmttten der traurigen Ergebnisse der jüngsten Wochen rst d_éZ„,Erfahr.un? bespnders schmerzlich gewesen, daß unter den Jndwxdnen, rpe e. Wegen verwerflicher, an das Verbrechen vom 2. Zum steh knüpfender Aeußerun en ur Verant- wortung gezogen werden mußten, fich an S üler erer

verantwortlichen Beamten zu verstehen.

oder mrttlerer Lehranstalten befanden. ind älle

dieser Art auch nur vereinzelt Zn die Oeffentlich- keit getreten, so genügt doch ' dre Thatsache, daß fie überhaupt vorgekommen, um dre beauffichtigenden Be- hörden, wie die Direktoren und Lehrer zu ernftester Achtsam- keit aufzufordern. Denn die T tsache zeigt, daß die Zucht- losigkeit, von welcher weite Vol schichten m _Folge der ozial- demokratischen A itation ergriffen worden smd, auch unsere Jugend nicht ig unberührt gelaZen hat.

Angefichts solcher Zeichen der eit werden die Direktoren und Lehrer fich mehr als je an die. erziehende Aufgabe ihres Lehramts und an die alte Wahrheit erinnert fühlen, daß aÜes Wissen und Können, welches die öffentlichen Lehranstalten vermitteln sollen, unserer Jugend und dem Gemeinwe1en nur dann förderlich ist, wenn es auf der Grundlage slkfltck)“ religiöser Gesinnung, der Ehrfurcht vor dem Heiligen und der treuen Liebe zu König und Vaterland beruht.

Ich darf das Vertrauen hegen, daß die Lehrer der unter meiner Aufsicht stehenden Gewerbe:, Ze1chen:, Vaugewerk: und anderen technischen Schulen in dieser Werse ihren Beruf auffassen und demgemäß durch Vorbild und Lehre zu wirken suchen. SolLten, was ich nicht erwarte, einzelne Lehrer e?» an dieser Wirksam- keit fehlen lassen, weil sie selbst der Sozialdemokratie zuneigen, so ist es die flicht des Direktors resp. der Königlichen Ne- gierung, von olchem bedauerlichen Fall nur ohne Verzug Anzeige zu machen. Gegen Schüler, bei welchen der Einüuß sozialistischer Lehren 'in Aeußerungen oder Handlungen hervor- treten sollte, ist mit den strengsten Mitteln der Schuldisziplin einzuschreiten, und wenn hierdurch, sowie durch die Mitwirknng der Familie, eine Besserung nicht zu erwarten steht, so smd sie unnachsichtlich von der Anstalt zu entfernen. Gleiche Rück- sichten sind bei der Aufnahme neuer Schüler zu beachten.

Die Königliche Regierung beauftrage ich, von dem vor:

"stehenden Erlaß den Direktoren der bezeichneten Schulen Ihres

Bezirks Kenntnis; zu geben und im Fal], daß Vorkommnisse der bezeichneten Art eingetreten sind, oder künftig eintreten sollten, mir umgehenden Bericht zu erstatten.

Bei den entsprechenden Maßnahmen sind auch diejenigen durck) Privatpersonen ins Leben gerufenen technischen Schulen nicht außer Acht zu lassen, bezüglich deren die Staatsaufsicht bisher in bestimmter Weise nicht geregelt ist. Die Königliche Regierung wird in der Lage sein, die dieserhalb geeigneten Schritte zu bemessen.“

_ Nach Art. 94 “596 Gesetzes vom 3. Mai 1852 können die Geschworenen, wenn bei ihnen Zweifel über das zu beobachtende Verfahren oder Über den Sinn der an sie ge: stellten Fragen oder über die Faffun der Antwort entstehen, sich darüber vom Vorsißenden Auf lärung erbitten, welche ihnen in Gegenwart der Übrigen Mitglieder des Gerichtshofes S1 ertheilen ist. In Bezug auf dtese Bestimmung hat das

ber-Tribuna den _Saß achgesprockwn, daß die Be: lehrungen, welche der Vornßende den Geschworenen anf deren Antrag im Berathungszimmer zu ertheilen hat, als eine die Beratbung derselben betreffende innere An elegenheit, über: haupt nicht Gegenstand einer Nichtigkeitsbes werde sein könne, rndem der Schuß des Geseße-Z gegen etwaige Machtüber- schreitungen des Vorsißenden in solchen FäÜen lediglich auf derh gebotenen Zuziehung der übrigen Gerichtsmitglreder 5e- ru e.

_ Die in der heutigen Börsn -Veilr.ge abgedrnckte tabellarische Uebersicht dcr Wochenausweise der deltlscbon Lpfxpkbanken vom 15. Irmi schließt miT fol enden summarrschen Daten ab: Es betrug der gesammte Ka enbestand 667 770 000 «75 oder 12835 000 «xz mehr als in der Vorwoche“ 'der Wechselbestand in Höhe von 556 597000 „kö werft eme Abnahme von 7484 000 «15 nach, und die Lombardforderungen . zeigen mit 73 760 000 «16 eine solche von 37 000 «16 Es belref sich ferner der Notenumlauf auf 794 708 000 «(H, d.1._der Vorwoche gegenüber 21 622 000 «. mehr, während dre sonnigen täglich fälligen Verbindlichkeiten rnit 208900000 «16 emen Rückgang um 13 393 000 35 und dre an eme Kündrgnngsfrtft gebundenen Verbindlichkeiten kms? 57 523 000 «14 emen solchen um 795 000 „76 erkennen a en.

_ Als Aerzte haben sich niedergelassen: 1)r.I. Richterin Glaß, ])]31". Langendorf, Unterberger, Schüße und Wodtke in Kömgsberg 1. Pr., Dr„ €“. Braun in Woldenberg, 1)r. Ebert m Altenk1rchen,“1)r. Wu“- emann in Nentershausen, 1)r. Schu- bert in Seckbach.

_ Brieffendungen 2c. für S. M. S. „Hertha“ sind

bis auf Weiteres nach Kiel zu dirigiren.

Hnnnpver, 26. Juni. Der Provinzial-Landtag nahm m semer estrrgen Stßung den Antrag des ständischen VerwaltungeZnuséchuffeH auf Verlegung der Taubstummen- anstalt zu „Ztldezsheßm m das Gebäude des dort aufgehobenen Hebammen- ehrmstrtuts „an, worauf steh eine längere Debatte über den vom Landesdrrekwr von Bennigsen befürworteten „Antrag des provmztalftändischen Verwaltungsansschuffes, das ]eßrge Ständehaus an den Architekten Wallbrecht gegen Ersaß durch Erbauung ernes neuen. Ständehauses abzutreten, entspann. Es „kam jedoch noch mcht zur Abstimmung, welche melmehr, um jede Ueberstürznng zu vermeiden, auf Antrag deß Hrn. von Lenthe 11. verschoben wurde. Am Schluß der Srßung zvurde dre rn Anlaß der Attentate an Se. Majestät den Ka'rser' und König zu richtende Adresse mit allen gegen dreStrmmen drerer rrtterschaftlicher Deputirten geneh- mrg“. Dreselbe lautet: .

.AÜerdurcblauchtigster Großmächtigster Kaiser und König!

' „Allergnädigster Kaiser, König und Herr!

Nur wenige Wochen smd Verfloffen, seit zum weiten Male eine frevelhafte, gegen die gebeiligte Person Ew. Ma'ejztät verübte Misse- thast Ya?) tgesammte deutsche Vaterland in die Zchmerzlichste Trauer ver e a.

Zen aus allen Gauen des Reichs und der preußischen Monarchie kundge ebenen Bezeugungen des Abscheus und der Entrüstun , des tiefen chmerzcs, daß durch die lthe ruchlose That das tbeure LZLeßen Ew. Majestät gefährdet worden war, den heißen Wünschen für Ew. Majestät baldige Wiederbersteüung schließen fich die gegenwärtig zum Landtage versammelten Provinzialstände der Provinz Hannover aus ttefbewegtem Herzen an,

Sie erkennen zugleich die großen Gefahren, welche der gesamm- ten staatlichen und gesellschaftlichen_ Dr_dnung durch die in jenen Freveltbaten vollends aufgedeckte wettgretfende fittliche und reli iöfe Verwilderung droben, von der ein ntcbt geringer, verderblichen ich- tungen bingegebener Theil, der Bevölkerung erfaßt wvrden ist, _ hegen aber die zuverfichtltche Hoffnung, daß es der Weisheit Ew. Majestät, nnterstüßt durch den ems'tcbtigen Patriotwmus aller Deter, welcbe hierm mitzuwirken berufen find, gelingen Werde, das Vater- land vor weiterem Unhetl zu bewahren.

a dem Allmächtigen Gotje, welcher das äußerste Unglück von. Ew. * ajestät abgewandt hat, richten sn aber ihre beißen Wünscko'e

und Gebete, daÉ Er Ew. Majestät eine baldige völlige Genesung verleihen und eine schirmende und scbüßende Hand ferner und immerdar über Ew. Majestät halten e. Ew. Kaiserlichen und Königlichen YYajeftät alleruntertbänigste, tr.ugeborsamste Provinzialstände der Provinz Hannover. Hannover, den 25. Juni 1878.“

Sachsen:Weimar-Eifenach. Eisenach, 23. Juni. Die deutsche evangelische Kirchenkonferenz verhan- delte gestern in zwei Sixungen über die Anträge mehrerer Kirchenregierungen betre end die Einführung eines gemein: samen Buß- und Bettages.

Während der Referent einen Tag in der leßten Woche des Kirchenjahres vorschlug, wurde von dem Korreferenten ein Wochentag in Mitten der Fastenzeit empfohlen. Die weit überwiegende Mehrheit erklärte sick) für den Herbsttermin.

Die größere Schwierigkeit für die Verständigung lag aber darin, daß in Nord: und Mitteldeutschland der Buß: und Bettag ein in die Woche fallendes, von reger Theil- nayme des Volkes und dem Schuß des *GeseYes getragenes Fet ist, während in Süddeutschland ein Sonntag als Bußtag auSgezeickmet wird.

Schließlich vereinigte sich die Konferenz theils einstimmig, Zleils mit wenigen dissentirenden Sttmmen zu folgender Er- arun :

1)gDie Konferenz erkennt das Bedürfnis; der HersteUung eines gemeinsamen Buß- und Bettages für sie deutschen eean elischen Kirchen an. 2) Es bleibt der Erwägunr der einzelnen irchen- regierungen überlassen, ob und inwieweit neben dem nationalen deutschen Buß- und Bettag noch andere Territorial-Bußtage fort- zubesteben haben oder neueinzufübren smd. 3) Die Konferenz bringt für den nalionalen Buß- und Bettag das Ende des Kirchenjahres und zwar den letzten Freitag desselben in Vorschlaa. 4) Es ist Auf- gabe der Kirchenrcgierungem die erforderlichen Schritte zu thun, um die ausdrückliche Anerkennung der staatlichen Faktoren für den nationalen Buß- und Bettag und den gesetzlichen Schuß desselben als eines hohen Festtages zu erwirken. 5) Ein nationaler Buß- und Betrag würde seine voÜe Bedeutung dadurch erhalten, das; er von dem-gesammten deutschen Volke ohne Unterschied der Konfesfion ge- meinschaftlich gefeiert würde. Die Konferenz beauftragt ihr Prä- fidium, im Benehmen mit dem Königlich preußischen Evangelischen Ober-Kirchenrafb die Tbunlicbkeit und Ausführung dieses Gedankens einer näheren Prüfung zu unterziehen und baldmöglichst den in der Konferenz vertretenen Kirchenregierungen von dem Ergebniß seiner desfallfigen Thätigkeit Ykittbeiluna zu machen.

Außerdem wurden noch Mittheilungen gemacht über die in dankenswerther Weise fortschreitenden Arbeiten für die Revision der lutherischen Bibelüberseßun und über das AÜgememe Krrchenblatt, welchem als der um?affendsten Samm- lung der neuesten evangelischen Kirchengeseße in Deutschland eine weitere Verbreitung zu wünschen wäre.

_ 25. Juni. Aus der gestrigenSißung heben wir den von mehreren Regierungen gestellten Antrag hervor, ein ge- meinsame?- Militär-(Hesang- und Gebetbuch vorz-nbereiten. Ein- stimmig erklärte die Konferenz die Gewinnung eines solchen für wünschenswerth und beauftragte eine Kommission von 5 Mitgliedern, unter Zugrundelegung des preußischen Militär: Kirchenbuches und in Berücksichtigung der in andern deut: schen Staaten vorhandenen verwandten Sammlungen ein zur Einführung für den evangelischen Theil der gesammten Armee geeignetes Gesang: und Gebetbuch auszuarbeiten und binnen Jahresfrist dem Präsidium einzuFLenden, damit dasselbe vor dem Zusammentritt der nächsten onferenz den Entwurf den Kirchenregierungen Behufs der Instruktion ihrer Deputirten vorlege.

Auf der TageSordnung stand noch die Verwerthung der Kirchgemeinde: und Synodal- nstitutionen zur Lösung der Aufgaben, welche der evangeli chen Landeskirche Deut1chlands Ygenüber den sozialen Fragen der Gegenwart obliege. Dieser

egenstand gelangte nicht mehr zur Verhandlung. Zur Weiterführung der vorbereitenden Arbeiten über kirchlrche Statistik wurde eine Kommission ernannt. _

Ferner wurde noch über den von der Königlich sächsrschen Kirchenregierung eingebrachten Antrag wegen weiterer Ve- rathung des von der Konferenz im Jahre 1875 unerledigt ge- lasZenen Kapfschen AntrageS, das TrauungSrecht betreffend, au Antrag des Referenten, Geheimen Iustiz-Rathes Vollert, folgende Beschlüsse einstimmig angenommen:

Kclxzurch das Präfidium smd die einzelnen Kirchenregierungen U er 11 en 3 um Mittheilung der seit der früheren Verhandlung über die Kapfschen Anträge (1875) bei ihnen über das kirchliche TrauungSrecht ergangenen Gesetze und Verordnungen,

und um ihre Erklärung darüber, ob sie die Beratbung der Kon- NFF über diesen Gegenstand wünschen oder dagegen Widerspruch er e en“

2) 'auf Grund des so gesammelten Materials ist der nächsten Konferenz Vortrag zu erstatten und dabei vor allem die Frage zu beantworten, ob und inwieweit von der Konferenz nach age der Sache in die Beratbung über den Gegenstand einzutreten sei.

Nachdem solchergestalt sämmtliche Vorlagen erled1gt worden, wurde die Konferenz geschlossen. Die nächste Konferenz wird ordnungsxzemäß im Jahre 1880 zusammentreten.

Sachsen - Coburg-Gotha. Gotha, 25. Juni. Der „Leipz. Ztg.“ wird geschrieben: Auf gestern hatte die sozial- demokratische Partei hier eine Volk5versammlung zur Besprechung der Reichstagswahl aUYeschrieben, worauf der Reictherein an alle reichstreuen ürger die Mahnung er:

When ließ, zu dieser Versammlung sich einzufinden; Dieser ahnung wurde denn auch in so aus*zgiebi er Werse Folge

gelerstet, daß sich die Führer der hiesigen ozialdemokraten veranlaßt sahen, die Etnladung zu der Versfamnxlung zurück- zuziehen, „weil es der Gegenparteigelungen ei, , ste nnmöglrch Fu machen“. Jetzt aber nahm der Reichßverem dtese Ein- adung auf, die Versammlung fand ohne Sozialdemokraten statt und nahm den Antrag an: „Verwahrung dagegen em- ?)?“ en, daß im-HerZogthume Gotha für die bevorste ende

eiZstagswahl ein andidat aufgestelLt werde, der sr zur Partei der Sozialdemokraten bekenne.“ Dre Yer ammlung erklärte sick) dagegen damit einverstanden, _daß tn otha ein schon gebildetes liberales Comité, in Verbmdung mit G_le1 : gesinnten im Lande einen gee1gneten Kandidaten ermrtte e und für de en WaZle téäti sei. Mit einem „Hoch auf den Deutschen ais er i he m“ und mit Absmgung des Liedes ,?eil Dir im Siegerkranz“ ging die aus etwa 700 ersonen ßetehende Versammlung augeinander. Die Nieder a e der Sozraldemokratie in unserem Lande rst durch den Vorfa vom gestrigen Tage konstatirt.

Oesterreich-Ungarn. Wien 26.Inni. (W. («35.23.) Die ,Polit. Korresp.“ veröffentlicht folgende Meldun aus Kon- Éantinopel von heute: Die Pforte hat beschlof en, den aus

dem Schwarzen Meere mit der Bestimmung nach San Stefano anlangenden Truppen oder Munition führenden Schiffen den Emtrttt in den YoSporus zu unters en.

_ 27. Zum. (W. T. B.)_ Naa?) amtlicher Meldun ift Graf Carl Zaluski zum österreichisch = ungarisYn e- sandten nm persischen Hofe ernannt. _ on der „Presse“ wxrd au6geführt, daß durch die nunmehr voÜzogene Um estaltung ,der österreichis en Nationalbank im dua istischen Smne weder ein wirt schaftliches Interesse Oester- reichs zu Gunsten Ungarns verkürzt, noch auch die ökonomische Grundlage der Monarchte in Frage gesteÜt werde. Die Bank set ihrem Wesen ,nur!) die ate, bewährte Nationalbank ge- blieben, obgletch ste nunmehr dualistisch funktionire.

Spanien. Madrid, 26. Juni. (W. T. B.) Die Königin ronSpanien ist heute gestorben. Die Leiche der Köntgm wrrd morgen öffentlich ausgestellt werden. Am Freitag soll dieselbe nach der Königlichen Begräbnißftätte im Escurial überßeführt werden. In der Sitzung der Kammern, welchen das: A [eben der Königin mitgetheilt worden war, ab der Präsident dem allgemeinen Bedauern über den une etz: lichen Verlust, den das Land erlitten habe, Ausdruck. Die Sißungen wurden darauf bis auf Weiteres aufgehoben. In der Stadt Madrid herrscht in Folge des Hinscheidens der Königin große Niedergefchlagenhert.

Mc

Griechenland. Athen, 27. Juni. (W. T. B.) Nach hier vorliegenden Nachrichten aus Kreta haben sich die Türken bei Kanea konzentrirt. Die Verbindungen sind unterbrochen. Die Zahl der von den Türken niedergemeßelten Kretenser ist_ noch nicht festgestellt. Augenblicklick) befindet sich kein Schiff einer fremden Macht in den Gewässern von Kreta.

Schnoeden und Norivegen. (Cöln. Ztg.) Die Session des norwegischen Storthings ist am 22. Juni „ge: schlossen worden. Für die StaatSaUSgaben smd 51120000 Kronen (eine Million weniger als die Regierung beantragt hatte) bewiÜigt worden.

Amerika. New-York, 24. Juni. (Reuters Bureau).

Hier eingegangene amtltche Nachrichten dementiren den ge:-

meldeten Aufstand der Indianer in WiSconsin. Die Panik, welche durch das Gerücht erzeugt wurde, läßt nach. _ Der Geschäftsträger der Vereinigten Staaten m Athen und die zweiten Sekretäre der Legationen in London, Paris und Berlin sind benachrichtigt worden, daß ihre Aemter abgeschafft worden find.

Kunst, Wiffenschaft und Literatur.

In R. v. Deckers Verlag (Marquardtu. Schenck) hierselbst er- schien: „Die Tbeilung der Grundstücke, insbesondere unter Zugrundelegun rechtwinkliger Coordmaten“ , von F. G. (Hauß, Königlich preußischer General-Jnspektor des Katasters._Das raum- lich wenig umfangreiche Werk entsprtcht aufs Beste "seinem aneck, ein Hülfsbuch für Feldmeffer zu sem. De_r durch'frubere Arbeiten in derselben praktisch-wiffensÖaft[ichen Sphare beretts bekannte Ver- fasser legt den Nachdruck auf die Erfahrung, daß" „Rechnen besser fer als konstruiren', d. l). sicherer und in den meisten Fallen schneller zum Ziele führe. SeineMetbode, die in dem Buchtitel bereits Ausdruck fand, die Zu- grundelegung rechtwinkliger Coordinaten „führt bei der Mehrzahl der Tbeilungßaufgaben zu verhältnißmäßig emFachen und übersichtlichen Formeln, die in ihrer Entwickelung auch fur weitere Krerse ein In- tereffe darbieten dürften. Den Geometernlaber, die fich-des Büch- leins bedienen, wird die systematische Ableitung auer Resultate von elementaren Formeln besonders gelegen kommen : einUmstand, der dasselbe auch den Kandidaten der Feldmeßkunst für ihr Studium empfehlens- wertb macht. _ Um den Feldmeffern Rechnungen „an Ort und Stelle“ zu erleichtern, sind der Schrift die in den ewöbnlichen Fällen zur, Anwendung gelangenden Rechentafeln ( ogaritbmen und Ouadratzablen) angehängt worden. ' -

_ Jm Verlage von Carl Flemming m Glogau ist vor Kurzem E. Haupts „Karte des Riesengebirgeß" in dritter Auflage erschienen. Die Vorzüge dieser von den Kupferstechern Professor J. Brose und E. Biedermann Jestockpenen, im Maßstabe von 1 : 150 000 gehaltenen Karte find be annt. Durch die Hmzufügung der böhmischen Seite des Gebirges ist dieselbe noch wertbvokler ge- worden, und bis 'eßt, unseres Wissens, die einzige Karte, welche in einbeitlicéem Maßstabe das ganze Riesengebirge mit den Vorbergen darstellt. J. Kußner hat zu der Karte einen Wegweiser geschrieben, Welcher in gedrängxer Kürze alles Wesentliche enthält, was für Iden Besucher des unt Natur- schönheiten so reich auSLestarteten Rcesen unter den Gebirgen des deutschen Vaterlandes wffenswertb ist. Mit roßer Sachkenntmß wird der Tourist auf den besten Wegen duxZ die genußreichstcn Partien geführt, zunächst in und durch das Hirschberger Thal, ,dann durrb die einzelnen Theile des Gebirges selbst, durch das Rtesen-

ebirge im engeren Sinne, durch das Jser-, das Raben-, das

ober-, Kaybacb-, das Holzrvald- und Waldenburger-, das Eulen- gebirge und das Zobtengebirge. Das gut außgestattete Bßchelcben dürfte somit besonders im Hinblick auf dre bevorstehende Retsesaison bestens zu empfehlen sein.

Gewerbe und Handel.

Berlin, 19. Juni. (D. Hand. B1.) Die Handels kam- mern der Provinz Brandenburg hielten heute hier eine Delegirtenversammlung ab, um die „vom deutschen Handelstage er- betenen Vorschläge von Sachverständrgen für die Reichßenquete über die Lage der Eisen-, Baumwollen- und Leinenindustrie festzu- stellen. Man einigte fich nach eingehender Erörterung der Sachlage da in, für die Eisenindustrie 5, für die Baumwollenindustrie 5 (dar- an er 1 zugleich für die Leinenbranche) und für die Leinenindustrte 4 (Faichverständige (davon 1 speziell für Jutefabrikation) in Vorschlag zu r n en.

WTSmar, 26. Juni. (W.T._B.) Wollmarkt. Die Zu- fubren betrugen 2800 Sfr. Die Waschen „waren gut, besser als in den ver angenen Jahren, das Schurgewtcbt demzufol e geringer. Käufer Jefanden sich ziemlich zahlreich am Platze an wurde 1315 Mittag der größte Theil der Wollen verkauft. Pretse 156-177 „M, einzelne vorzügliche Stämme 183 „s(-

London, 26. Juni. (W. T. B.) In der gestrigen Woll- thktion war Sydney Vließ-Kammwolle wtlliger, Cap-Wolle

amm.

_ Der Rechnungsabschluß der WilbelmXbütte, Aktie n- Gexellschaft für Maschinenbau und „Etsengießerei per 187 /78 weist einen Verlust auf, der nach Zuhulfenabme des Reserve- fonds mit 164 433 „M fich noch auf 139980 „M beläuft. Die Aus-

aben betrugen inSgesammt 307 695 «_ und Werden gedeckt durch 3132 „75 Vortrag aus dem vorigen Gefebaftsjabr, durch 150 .“ ver- fallene Dividendenscbeine, durch 164 433 „74 „Reservefouds uud Yer Rest mit 139980 .“ wird als Verlust-Saldo m da§ neue Geschaftßxabr binübergenommen. In der Bilanz per 31. Marz finden sich unter den Yasfiven, abgesehen von 282 673 „M Amortisattons-Hypotbek, für 4 5280 „44 Kreditoren, denen 298 652 „FC Debitoren, 30 069 „Fk Kaffe und Wechsel, 7323 «74 Kautionen und Effekten und fur 617 785 .“ Vorrätbe gegenüberstehen.

_ Nach dem in der Generalversammlung des Essener, Berg- werksvereins „König Wilhelm“ voraetragenen Berichte der Direktion betrug die Förderung inx Jahre 1877 2531360 Etc. oder 757 570 Ctr. Weniger als im Vorjahre. Die Selbstkosten bezifferten

sicb _auF Scbcnbt ,Neu-Kölu“ auf 23,03 .“ und auf SM“ .Cbrtsttgn Levin“ auf 33,74 .,“ per 100 Ctr., während fich dieVeo- kgufspretfe im Durchschnitt auf 24,50 .“ stellten. Die Gesammb emuabme betrug 587 589 „s bei 635 772 „Ft Ausgbabe, und schließt die Rechnung mit einem Verluste von 48 183 .“ a .

London, 27. Juni. (W. T. B.) Die Bank von England hat heute den Diskont von R auf 3% erhöht.

_ Die Handelskammer des Kreises Bochum bat den nachfolgenden Aufruf an die Arbeitgeber ihres Bezirks veröffentlicht:

„Die unterzeichnete Handelskammer hat mit lebhafter Befrie- anung_davon Akt genommen, daß die Verwaltungen der eke !ndustrrellen Werke des Gelsenkirchener Bezirks und u andere Arbeitgeber der Kreise Bochum beschloffen haben, mit Nachdruck den Ausschreitungen der Sozialdemokratie ent- Zegenzuwirken und denjenigen Arbeitern, welche die Umsturzbefire- ungen durch das Abomement auf fozialdemokratiscbe Blätter, durä den Bxstxcb sozialistischer Vereine und Versammlungen und durch GZldlZertrage noch fernerhin unterstützen, die Dienjtentlaffung an- zu ro en.

Als Hie Vertreter der Gesammtintereffen des Handels und der Industrie in den Kreisen Bochum halten wir es für unsere Pftilkt, dtese Maßnahmen gegen die Sozialdemokratie ausdrücklich zu billigen uud alTe Arbeitgeber unseres Distrikts zur ungesäumten Nachfolge aufzufordern.

Wir find weit entfernt davon, die berechtigten Ideen, welcbe in den sozialistischen Bestrebun en zu finden find, bekämpfen zu wollen. Zahlreiche Männer der Wi1enschaft find seit einer Reihe von Jah- ren tn ernster Forschung damit beschäftigt, das Wahre vom Falscher! in diesen Bestrebungen zu sondern. Die deutsche Wabrheitöliebe wird auch hier, wie bei jeder anderen wiffenschaftlichen Prüfun ihre volle Pflicht thun. Aber die Weltanschauung. welcbe in den Pre organen der sozialdemokratischen Partei und in ihren Versammlungen zu Ta e ' bgt mit solchen wissenschaftlichen Bemühungen nicht die minde te Be- rnhrun ., Die systematische brutale Aufhexzung der Arbeitnehmer gegen “(ne Ar ettgeber, die frivole Verhöhnung jeder Autorität, des Rechtes, des Geseßeé, wie der heiligsten religiösen und sittlichen Gefühle, dre stetige offene oder versteckte Ermuntcrung endlich zum gewaltsamen Umsturz der bestehenden Gesellschaftßordnung find zum emen Theil entschieden straffälliger, zum anderen Theile fo durchaus unfittlicher Natur, daß fie, nachdem ihre frevlen Folgen in zwei rucblosen Attentaten gegen Se Majestät unsern geliebten Kaiser Yu Tdagef getreten sind, unter keinen Umständen länger geduldet wer-

en ur en.

a ihrer Beseitigung reichen aber weder Verschärfungen des Stra gesetzes, noch strenge Verwaltungsmaßregeln aus. De Sozial- demokratie ist durch die bisherige Jndolenz des deutschen Bürger-- thums zu solcher Macht und solchem Uebermutb bcrangeWachsen, da nur eine energische, einheitlich und planmäßig organifirte Selbstbül e aller derer, welche Eigentbum, Familie, Roli ion, Sittlichkeit und alle Güter der Kultur bochbalten, in Vervoaßändigung der Maß- regeln der Staatögewalt Rettung bringen kann.

Zugleich forderr freikich diese Lage der Dinge alle Arbeitgeber in eindringlicbster Weise auf, fick) ihrer Pflichten gegen dtejenigeu Arbeiter, die treu zu ihnen halten und redlich ihre Pfliébt erfüllen, im ganzen Umfang derselben bewußt zu bleiben. Wir zweifeln aber nicht im Mindesten daran, daß jeder Arbeitgeber unseres Bezirks sicb dteser Pflicht schon deshalb willig unterziehen wird, weil ein ein- nzuthiges Zusammenbalten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit eme der Wesentlichsten Vorbcdingungen eines frischen Wiederauf- blühens unserer so schwer darniederliegenden Industrie ist.

Halten wir daher an der Parole fest: gute, in jeder Hin abt menschenwürdige Behandlung der loyal gesinnten Arbeiter und red iche Fürsorge für thre Intereffen, aber unerbittlichen Kampf gegen die

usscbWeifungen der Sozialdemokratie und ihre gewissenlosen Förderer.“

Verkehrs-Aufialten.

Southampton, 26. Juni. Das Postdampffchifjf ,Donau“ vom Norddeutschen Lloyd in Bremm , welches am 15. Juni von New-York abgegangen war, ist gestern wohlbehal- ten bier ang ekommen und hat nach Landun der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladun d e Reis e nach Bremen fortgeseyt. Die „Donau“ überbringt 336 affagiere und volle Ladung.

New - York, 26. Juni. (W T. B.) Der Dampfer „Gellert“ von der _Hamburg-Amerikanischen Dampf- schiffs-Compagnie tst hier eingetroffen.

Berlin, 27. Juni 1878.

Der erste Geschäftsbericht des PreußischenBeamten- Vereins, der die Zeit vom 1.Iuli 1876 bis Ende 1877 betrifft“, giebt über die Organisation, die Thätigkeit und die Finanzen dieses gemeinnüyigen Vereins ausführliche Mittheilungen. Der Verein be- gann seine Geschäftsthätigkeit am 1. Juli 1876 mit einer Lebens- und Kapital-VerücherungßAbtheilung; bis Ende 1877 waren fiir die Lebensversrcherung 1858 Anträge über 6597000 „M, bei der Kapitalverficherung 641 Anträge über 1454 350.36 eingegangen; vort ersteren wurden 1391 Anträge über 4914600 «44, von leßteren 546 Anträge über 1 291 300 „M angenommen. Die erste Gesckyäftsperiode schloß mit einem Bestande von 1380 Policen für 1356 Personen über 4870200 „16 in der LebenSver- fiÖerungs-Abtbeilung .und 574 Poltcen für 472 Personen über 1 261 800 „js- bei der Kapitalverficherung. ür 11 Sterbefälle wur- den 22 400 „ja Verficberungösumme ausgeza lt (Untersterblichkejt 491 Policen mit 31383 „ck). _ Der Rechnungßabschluß des Vereins weist eine Gesammteinnahme von 654 234 „js und AuSgaben inHöhx Von 653 681 „kk nach. Die Bilanz ergiebt Aktiva tm Vetta e von 435 355 und Passwa von 390 832 „46, so daß fi ab- züglich von 40/9 Zmsen der Einzahlungen zum Garantiefonds ein Gewinn von 37 860 „M herausstellt, über welchen, soweit er nicht durcb statutenmäßige Dispofitionen in“ Anspruch genommen wird, die Generalversammlung zu verfügen bat, _ Dre Dtrektion hat seit April 1877 ein VeremSorgan, die „Monatsschrift für deutsche Beamte“ ins Leben gerufen. In einer grö eren Anzahl von Städ- ten wurden als Vertretung des Vereins Lo alanösÖüffe gebildet.

Am 20. Januar 1877 halte fich in Beuthen in Oberschlesien ein „Verein zur Waisenpflege im Kreise Beuthen" ge.- bildet, deffen Vorstand kürzlich den ersten Jahresbericht erstattet hat. Der Verein hat bereits im April v. I. ein gepachtetes Gebäude für seine Zwecke eingerichtet. Im ersten VerivaltunJSjabre sind an ein- maligen und wiederkehrerden Beiträgen 20938 „44 eingegangen, und 41 verwaiste Kinder ohne Unterschied des Glaubens fanden W den Verein eine Heimstätte. Veranßgabt wurden 12 479 .“, so * am 31. März “0, I. ein Kassenbestand von 8459 „M verblieb. Dec Verein wendet fich jetzt an weitere Kreise, um für sein Waismbank, das er „Kaikder Wilhelmsftift“ nennen wil], dtenöthigm be- deutenden Ge mittel durcb Liebeögaben zu beschaffen, und srnd n. A. die Kreis-Kommunal-Kaffe und der Landrats; von Wrttken ia Beuthen O. S. bereit, Geldbeiträge entgegenzunehmen.

Posen, 26. Juni. (W. T. B.) Wie die „Posener Zeitung“ meldet, ist die russische Grenzstadt Wiernözaw fast gänzlich niedergebrannt.

In Krolls Theater übt das Gast piel des ofoßernsäW Hrn. Josef Beck eine große Anziehungskra . Decse be any j - nur noch einige Male auftreten, da andere, Verpflichtun en von hier fortrufen. _ In der nächsten Woche begmnt das astsp des ?kclxixerlichenttßémmeirsän er'sts ekn'd ZLF? rl'chets Jifmperns kfx og unmiearen ap e aerta oo _"

rn. Müller, ebenfaüs aus Wien. Im Au ust gastiven dn

ammetsängerin Frl. Gerl und der Königliche H opemfänxr He.,

B u [F aus Dresden.

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