Königreich Preußen.
Se. Majestät der König haben Allergnädigft geruht: dem Kaufmann Emil Halbarih und 51111 Wagen- Tabrikanten Ernst Kühlst ein zu Berlm das Pradtkat Röntg-
icher Hoflieferanten zu verleihen.
Abgereist: dcr General-Direktor der indirekten Steuern Wirkliche Geheime Ober- Finanz-Rath Hasselbach nach
Misdroy ' ' Geheime Ober-Regierungs=Rath 1)r.Keller “nach Wangen d.
Bekanntmachung.
Dur das auf Grund der Allerhöéhsten _quinetßordre vom 30. [pril 1830 erlassene Reskript des Kömgl1chen Mun: fteriums der geistlichen 2c. Angelegenheiten vom 5. M01 des- selben Jahres ist den evangelifchen Glaubenßgenoffen, welche an einem Orte ihren Wohnftß nehmen, _wo mehrere der Union bei etretene Kirchengemeinden _s1ch befinden, das Recht ver iehen worden, die Gememde, welcher sie angehören wollen, zu wählen. Dieses Recht findet_ n_ach Maßgabe der angefühxten Verordnung, m Folge des Ye1tr1tts der evangelischen Kirchengemeinden in _Berim zur Umon_ und unter Beziehun der all emeinen_Besttmwungen _an die de- sonderen Ver (“1 tnisse dieZer Gememden, hterselbst 111 der We1se Anwendung, aß dte den von auswärts zr: 1ehende_n Personen ;uste ende Wahl getroffen werden kann zw11che11, e1nerse1ts der detr enden, mit einem örtlich abgegrenzten K1rchspre12gel ver- Yhenen Gemeinde und anderersetts der Dom- oder der
arochialkirche. _ _ _
Da die AuSübung diefes Wahlrechts b1sher a11_ eme Frist nicht gebunden gewesen ist, so hat fich das Bedürfmß ergeben, den aus einer oft lange verschobenen Feststexlung der Ge- meindeangehöri keit erwachsenden Uebelständen f_1_1r d1e ukunft vorzubeugen. 11 Folge der auf Grund _Allerhochsten _rlaffes vom 6. September 11.3. von dem Herrn Mitztster der ge1st11chen 2c. Angelegenheiten im Einverständmffe m1t_ dem E_vangelrschen Ober-K1rchenrath uns ertheilten Ermächtigung Wird demnach hierdurch olgendes bestimmt: _ _ _
1) A e von auswärts nachBerl1txz1ehende11 evangel1schen GlaubeUSgenossen haben ohne Rückßcht auf 1er _besonderes Konfessionsverhältniß die Wahl, s1ch entweder der1emgen Lokal- parochie, innerhalb deren sie ihre Wohnung nehmen, oder der Ge: meinde der Domkirche resp. der_ Parochmlkirche ayzuschlreßen, deren Mitglieder an keinen best1mmten Wohnort 111 der Stadt gebunden sind und daher durch die Veränderun _der W;) : nuciéßlinnerhalb der Stadt die Gemeinde und 1rche m t we e n.
2) Diese Wa [ muß jedoch binnen Jahresfrist vgn _der Niederlassung in erlin ab gerechnet, dur eme ausdruckl1che Erklärung bei dem Kirchen-Ministerium und dem Vorstande * der gewählten Kirche zu erkennen gegeben werden. «MM
3) Wird diese Wahl in der beze1ch11eten Frist n1ckt_ aris-
eüdt, so werden solche evangelische Emwohner als pfl1ch_t1ge lieder derjenigen Lokalparochie, mnerhald deren fte 1hre Wohnung genommen haben, an esehen _und hehandelt, und gehen bei jeder Veränderung der eßteren 111 d1e1enige Parochie Flls Mitgsxieder über, in welcher d1e neugewählte Wohnung e egen 1 .
. Berlin den 21. November 1859.
König'iches Konsistorium der Promnz Brandenburg. C. von Voß.
Vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch von Neuem eröffnet. Berlin, den 2. Juli 1878. Königliches Konsistoriran der[ Provinz Brandenburg. ege .
--..)-
YicßtamtsicheS. Deutsch es Neick.
Preußen. Berlin, 9. Juli. Die Kaiserliche Familte feiert heute den 21. (Hebnrtstag des Erbgroßherzogs von Baden.
Ihre Majestät die Kaiserin: Königin empfing den Besuch der (Yrmzessrn Luise Margarethe und geleitete Höchstdteselbe zu r. Ma1estät dem Kaiser und König.
_ S_e. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprmz nahm_ estern im Neuen Palais bei Potsdam den Vortrag des Wtr lichen Geheimen Raths von Wilmowski enxgegewund begab Sich mit Ihrer Kaiserlichen und Kdntgltchen Hoheit der Kronprinzessin um 13/4 Uhr Nachw.;ttags von der Station Wildpark nach Berlin , wo
öchstderselbe den diesseitigen Botschafter in St. Petersburg, eneral von Schweiniß, empfing,
_ Das Gerichtskostengeseß ist unterm 18. Juni, die Gebührenordnung für Gerickztsvollzieher am 24. Juni, die Gebührenordnun für engen und - Sachverständige am 30. 31111111; ??» worden.
_ _„Die Königliche Akademie der Wissenschaften h1elt am 4; Juli ihre öffentliche Sißung zur Feier des Le1bn1z1schen Geburtstages.
_ An SteÜe des erkrankten Sekretars Hrn. Auwers, wel, _„r den Vorstß führen ,solXte, übernahm denselben Hr. Cy ms. »Er eröffnete; d1_e SFung mit einer Ansprache, in ;pe cher er der _verhameßvo „en Ereignisse (gedachte, welche
(ux, der leßteß öffentl1 en Si ung “(1116 Gemüther erschüttert : de_n, und d1e dankbare Freu e der Akademie über die fort-
r'e1xende Genesung Sr. Majestät des Kaisers und Kögxigs (111650176. . „
_ „ 23111"qu trug, __ r,_.d1_1_Bo1s-Ne mond die von Hrn. Auwers Für „d1e egenw' ,_1ge,_Stßyn veréaßteFeftrede vor, in welcher
efü rt azur e, w1e._au . dem „Gebiete der Astronomie die * „iHmzens, _durck) Zusauimenxaffen der Ergebni e zahl- rei er in Raum und Zeit auSeman er gelegener (Mors _ ungen dre sonst_ unübersehbar anschweüende u_nd aus 5 angel an
Wechselw1rkung unfruchtbar ble1bende WissensYast übersehbar UNd frucbthar zu machen, schon der Verwirkli ung theilhaftig geworden sind.
Demnächst hielt Hr. Conze als neu erwähltes Mitglied
211161 “ öchst vollzogen *
che Akademie seine Antrittsrede, welche Hr. Curtius er- w' rte.
Hr. Waiß erstattete Bericht über den Fortgang der 11101111- 1116th (Jermanüw 1113001163.
Dann beriéiete Hr. du Vois-Reymond über die Preis- fragen der p yfi alisch1nathematischen Klasse. Aus den Mitteln der Steiner-vaftung hatte dse Akademre am Leibnißtage 1876 Flgende Preisfrage geftellt: „Umdte-Geometer zu ein ehenden
ntersuchungen über die Throne der höhern alxkc aischen Raumkurven zu veranla en, hat dte Akademie hesch offen, zur Konkurrenz um den im r 1878 fälligen Steinerschen Preis jede Arbeit zuzulassen, welche irgend eine auf die genannte Theorie fich bcziehende Fra e _von wesentlicher Bedeutung voll- ständig erledigt.“ Diese retsfrage ist ohne Beantwortung eblieben; *die Akademie hält 25 aber für angemessen, die; elbe unverändert zu erneuern. Die ausschließende Frist für die Einsendun der Bewerbungsschristen, welche in de*1tscher, lateiniß r und französischer Sprache verfaßt sein können, ist er 1. März 1880. Jede Bewerbungs- schrift ist mit einem Motto zu versehen, und dieses auf dem Aeußern des versiegelten Zettels, welcher den Namen des Verfassers enthält, zu wiederholen. Die Ertheilung des Prei: ses von 1800 «15 erfolgt in der öffentlichen Sißung am Leibniz: tage im Juli 1880. Den Statuten der Steinerschen Stiftung gemäß hat ferner die Akademie den diesjährigen Preis derselben, um den | kein Bewerber gefunden, dem Hrn. Theodor Neyo, ordent icher Professor an der Universität zu Straßburg, für seine auSgezeichnetcn Arbeiten auf dem Gebiete der reinen Geometrie zuerkannt. _
Schon in der Leibnizsisung 1872 hatte die Akademie einen Preis von 100 Dukaten für eine neue eingehende chemische Untersuchung der stickstoff altigen Bestandtheile des Weizenmehls und des Roggenme ls, sowre der _Ver: änderung geboten, welche der Weizenkleder erfährt, wenn er in Gegenwart von Roggenmehl der Ein- wirkung des Wassers aUSgesY wird. Auf diese Preisfrage war der Akademie am 1. 613 1875 eine Beantwortung zugegangen, welche am Leibniztage desselben Jahres zur Be: antwortung kam. Die eingesandte Preisschrift war eine flei- ßige Arbeit, der man alsbald ansah, daß der Verfasser mit Ernst und Liebe an die von ihm gewählte Aufgabe heran: getreten war. Daß indessen die damals erzielten Resultate den von der Akademie gcsteÜten Anforderungen nur ein- xeitig und unvollkommen entsprachen, erkannée der Ver: asser selbst 111 dem der Abhandlung beiliegendcn Begleitschrei- ben mit aufr1chtiger Besche1denheit an. Er glaubte aber, die vorhandenen Mängel beseitigen und die fühlbaren Lücken aus: füllen zu können, wenn ihm eine längere Frist bewilligt würde, und bat deshalb die Akademie, falls keine andere preiswerthe Arbeit eingelaufen sei, die Frage erneuern zu wollen. Die Akademie trug um so wemger Bedenken, dem Wunsche des Bewerbers zu entsprechen, als sie die Schwierigkeiten der Aufgabe nicht unterschäßte und ihr das bereits Geleistete als Bürgschaft erschien, daß s1ch der Verfasser auf dem rechten Wege befinde, dessen weitere Verfolgung ihn mit großer Wahrscheinlichkeit um Ziele zu führen verspreche. Indem die Akademie unter erdoppelung des Preises die PreiSaufgabe erneuerte, Yk sie nicht unterlassen, daraufhinzuweisen, daß es zumal die eschränkung_ auf qualitative Versuche gewesen ist, welche den Verxasser ]ener Arbeit an der befriedigenden Lösung der Angabe gehindert hat, da bei der Unter- suchung so ähnücher Substanzen, 'wie sie im Weizen: U_nd Nogéenmehl vorkommey, welche 1111) überdies nicht krystalListrt erha ten lassen, entschewende Erfolge nur auf quantitativem Wege erwartet werden können. In diesem Jahre ist nun wiederum der Akademie rechtzeitig eine Beantwortung der Vre1§aufgabe eingesendet worden, welche, wie sich als- bald bei dem_ Einblick ergiebt und wie außerdem durch ein Begle1tsckreiben des iihrigens ungenannten Ver: faffers _ bestätigt wird, eine neue Bearbeitung des vor dre1 Jahren eingesendeten Aufsaßes ist. Die neue Ve- antwortung führt das Motto: „1011165 163 1116116165 11111111111- 1101'(16§ 611611111668 (11766 (16 1'11761'6t6 (16 11613716 611121'0 1800 81- 2000 1001111856111: (16 1'61111110111611116, (16 12161116 011311qu0 61 (16 11101116 03.1"1)0111(]110. 068 11018 136111165 801113 1168 (11131111166161116111: 81161? 61111 (16 1,8116 1116111616 (]116 1'011 1101111311 611 6111311111161 1'011J1116 [)61" 16 (16601111161116111 (16 1110001110115 1761165168 (1'0116111166 013 611166. 8611612611061Z61'.“ Die Akademie ist nicht in der LWL, der neuen Bearbeitung den Preis zuzuerkennen. Der Ver- fasser hat die Andeutungen, welche die Akademie, die Lösung der Arrfgabe betreffend, gemacht, nicht hinreichend beherzi t. Au? 1th noch sind mit wenigen Artsnahmen die VersuZe qua 1tat1v, und die Angaben entde ren daher der Schärfe und Sicherheit, welche eine vollendete rbeit bezeichnen. Der Ver: fasser hat aber mit so großem Eifer an seiner Unter- suchung gearbeitet und es_s1nd namentlich erade über das eigenthümliche Verhalten emer Mifchu11g von eizen: und von Roggenmehl ge en daS Waffer _ dessen Erforschung die Preisaufgabe be onders betopte _ so viele Und eingehende Versuche mitgetheilt, daß dre Akademie, obwohl sie die Ar- beit als eine preiswürdi 6 nicht anerkennen kann, mithin auch von der Krönung erselben ausdrücklich Abstand neh- men muß, gleichwohl beschlossen hat, dem Verfasser der- Flben die aUSgefeßte Geldsumme zuzubilligen, einerseits als
11erkennung des bereits Gele1steten, andererseits um ihn auf- zumuntern, die Untersuchung unter Mitberückfichtigungder zaßrlreiche1y1nzwischen angestellten Forschungen. 311 einem be 1ed1genden Abschluß zu führen. Der Zettel mit dem Motto: „1011163 188 1116116168 31611111111011165 ZW.“, welcher den Namen des Verfassers der in Rede stehenden Ab- Zandlung enthält, wird nach den Statuten uneröffnet auf- ewahrt, und, wenn es der MYffer verlangt, später eröffnet und der Name auf geeignetem ege bekannt gemacht, im an: dem FalXe aber dem Verfasser.. _auf Verlangen uneröffnet zurückgefteüt, oder, wenn dtese Zurückstellung nicht mittlerweile verlangt worden ist, in der nä sten Leibnizstßung öffentlich verbrannt. Der Anpruch des erfassers an die Éuerkannt ewesene Summe 1 aber erloschen, wenn er die röffnung eines Zettels nicht bis zum leßten März 1879 verlangt hat.
Am Leibniztage des Jahres 1875 hat die Akademie, unter Hinzufügung der nöthiYn Erläuterun en, fol ende Preis rage gestellt: „In wel en erbmdun en nder 1 der Kak im Blute der _Säu et iere und der ögel? Und rme geschieht der chemische Niederk1ch ag feiner Salze in die Gewebe, namentlich in die Knochen ?“ Es wird verlangt, das; diese Fra-
en durch experimentelle Untersuchungen an wachsenden hieren beantwortet werden , wobei insbesondere der chemische Zustand des Blutes und der Knoche11 bei lang- dauernder ütterung mit PhoSphor und (getrennt davon) mit pflanzensauren Salzen genauer festzusteÜen ist. _ Auf diese
Freisfrage ist der Akademie keine Antwort ugeZangen. Die _ademie erneuert fi_e daher _unter den el en edmgungen. Die ausschließende Fnst für Einsendung r Preisarbeiten ist der 1, März des Jahres 1881. Jede Bewerbungsschrift ist mtt einem Motto zu versehen und dieses auf dem Aeußern des versiegelten Zettels, welcher den Namen des Verfassers enthält, _zu wiederholen. Die Ertheilung des Preises von 100 5121318 111ten geschieht in der öffentlichen Sißung am Leibniz- age .
Hr. Curtius verkündete die von der philosophisch-histori: schen Klasse gestellte Preisfrage: „Es sind die sämmtlichen bei Schri tstellern und auf_Jnschr1fxen erhaltenen Zeu nisse über das ollwesen der römts en Kaiserzeit usammenzu ellen und danach die einzelnen Zolllinien und -ollgebiete, ferner die Verwaltungsnormen des Zollwesens, insonderheit die Kom: peten der einzelnen ZoUbeamtenklassen und das Verhältniß der Zoüpächter zu den Kaiserlichen Kontrolebehörden nach Mög ichkeit klarzulegen.“ _ _ _
Die Kommission der vhilosoph1schch1stor1schen Klasse für die Charlottenstiftung für Philolog1e stellt folgende Aufgabe: „Uebersichtliche DarleJung der Punkte, in denen sich die Kom: position des Chorlie es der älteren aLtnchen Tragödie bei Aesch los von der der jüngeren bei Sophokles und Euripides unter cheidet.“
Endlich wird über die Boppstiftung bekannt gemacht, daß die derselben zur Verfügung stehenden Mittel in gleichen Raten zu 900 „16 an den Hrn. M. L. Schröder "111 Dorpat und Hrn. 131. H. Zimmer, Privatdozenten in Berlin, vertheilt worden sind. _ _ __ _
Die näheren Mtttheilungen erfokgen im Monatsbericht der Königlichen Akademie.
_ Der General der Infanterie, Fre'herr 11011 Loén, von der Armee und Präses der General=Ordens=Kom1nission, Und der General-Lieutenant von VoigtS-Nheß, Dirrktdr des Allgemeinen Kriegs-Departements, sind von Urlaub hierher zurückgekehrt.
_ Der kommandkrende General des 111. Armee-Corps, General der Infanterie von Groß: gen. von Schwarzhdff, hat sich zu den Schießijbungen der 3. Feld-ArtiÜerie-Brigade nach Jüterbog begeben.
_ Briefsendungen 2c. für S. M. S. „Preußen“ sind vom 11. d. M. ab nach Colberg, vom 17. d. M. ab nach Stolpmünde und vom 24. d. M. ab bis auf Weiteres nach Zoppot bei Danzig zu dirigiren.
Bayern. München, 8. Juli. (W. T. B.) Die Kammer der Reichsräthe m_1hm Leute den Gesetzentwurf über den Verwaltungs-(HemchtS of nach dem Anfrage des Ausschusses an. Vor dem Begmn der Verathung gedachte der Präsident in einer Ansprache der Attentate auf Se. Majestät den Kaiser, wobei s1ch die Mitglieder des Hauses zum Zeichen des Dankes und der Theilnahme für die Er: rettung des Kaiser?- von den Pläßen erhoben.
Sachsen. Dresden, 83116. Bei der Zweiten Kam: mer ist ein Königliches Dekret vom 6. Juli eingegangen, welches den Schluß der Sißungen in beiden Kammern der Ständeverfammlung auf den 18. Juli festseßt.
Sachsen = Weimar- Eisenach. Weimar, 8. Juli. W. T. B.) Zur Theilnahme an _dem Regierungs- ubiläum des Großherzogs waren der König und rinz einrick) der Niederlande bereits gestern 31er eingetroffen; heute ittag erfolgte die AnkuriftSr.Königli en Hoheit des Prinzen Carl von Preußen, und im Laufe des Nachmittags werden noch der König von Sachsen, der Herzog von Sachsen: Altenburg und die Fürsten von Neuß erwartet. Die Kaiser von Rußland Und Oesterreich, die Könige von Bayern und Belgien und der Großherzog von Baden haben zur Ueber: Mittelung ihrer Glückwünjche Spezialgesandte hierher entsendet. Auch sind bereits mehrere 111il1tärische Deputationen, sowie zahlreiche Deputatiouen aus dem Lande zur Beglückwünschung deéZ Großherzoglichen Paares hier eingetroffen.
Neuß j. L. (Hera, 5. Juli. (Ger. Ztg.) 52 hiesige irmen, darunter die bedeutendsten Großindustriellen und Gewerbtreibenden der verschiedensten Beruszweige, haben an ihre Arbeiter eine Erklärung dahin gerichtet, daß sie von 1th ab in ihren Fabriken und Werkstätten Niemand beschäf- tigen, der _f)ernerhin BYiehungen zur sozialdemokratische11 Partei unter ält, deren ersammlungen besucht und deren Presse unterstüßt, und diejenigen entlassen werden, welche sich diesen Bestimmungen nicht tigen. Bei Nichteinhaltuug dieses Abkommens haben sich die etreffenden verpflichtet eine er- lebliche Konventionalstrafe zu Gunsten des hiesigen éreiwilligen rmenvereiné, zu zahlen.
Elfasz-Lothringen. S t raß b 11 r g ,_8. Juli. (W. T. B.) Die Session des Landesansschrtsws ist heute Vor- mittag 11 Uhr vom Ober-Präsidenten eröffnet worden. In der Eröffnung-Zrede wurde die Theilung der dies- jährigen Session motwirt und die Einbringung der bereits bekannten Vorlagen angekündigt. Der Alters- Präsident (Hoguel geda te in _ )einer Erwiderung vor AÜem des Attentats auf e. Majestät den Kai er. „Seit unserer leßten usammenkunft“, so äußerte sich er- selbe, „sind zwei verab cheuungswürdige Attentate gegen die Person Sr. Majestät deY Kmsers gerichtetwyrdetz, undwie ganz Elsaß-LofhritiFen "11111 der BezeugunZ seiner tiefsten Ent- rüstung nicht zurü gehalten hat, so wi auch der Landes- ausschuß die gebotene Gelegenxeit nicht vorübergehen lassen, ohne Sr. Majestät gegenüber eine Gefühle, welche m keiner Weise von denen des Landes si unterscheiden, zum Ausdruck zu bringen.“ _ Bei der Vorna me der Bureauwahlen wurde Schlumberger zum Präsidentezi,.Zor_n von Bulack) zum ersten und Adam zum zweiten V1ze-Präs1denten gewählt.
Niederlande. Haag, 2. Juli. (Leip . Zt .) Die mit der leßten Post aus den niederländ11ch=of1t1ndischen Besißungen hergelangten Briefe _und Journale aus Batavia, vom 20. Mai, enthalten Bernhte von der West- küste Sumatras über eine Exped1tion gegen Bakara, zu welcher ein niederläizdisches Truppencorps hatte entfetzdet werden müssen, um d1e_1mlden Bataks für Grausan1_ke1ten und Räubereien, welche s1e wrder mehrere der niederländ1schen Souveränetät unterworfene Stämme verübt hatten, zu zücht1gen. Das Unternehmen wurde ebenso rasch wie energisch in Aus- fiihrun gebracht. Die Expedißionstru pen drangen in den ersten agen des Ma1, alle Hmderni 6 auf ihrem beschwer-
lichen Matsche überwindend,
in die xeindlichext Gauen von Bakara ein, s lugen in_mehreren Ge echten die Vataks, welche fich hartnä ig vertbetdigten und große Verluste an Todten und Verwundeten erlitten, und erstö-rten vtele (hrer Kampongs. Die Niederländer hatten 1 erseits n_ur_ e11_11ge wenige Todte und Verwundeten. _ Dem Kolon1en=_M1n1_fter1um smd von dem General-Gouverneur von N1ederland1sch: Ostindien folgende telegraphische Meldungen, vom 29. Juni, zugegangen: „Während der Gouverneur _von Atchin mit Truppen nach Gedung abgegangen war, grrffen zahlreiche feindliche Schaaren in Lepong und den 17. Mukun an; fte besYten die Pässe von _Glttarunn, Vc- “radun und lan kaUan, beraubten die Bevolkerung und keschoffen m'. ere Verschanzungen. Am 23. _ Juni ke rte der Gouverneur mit zwei Bataillonen ?nfanterte und m1t Artillerie nach Gedung zurück. Starke Ko onrien wurden aus Kotta Radja abgeschickt, um unsere Posten 111 den 17. Mukim zu verproviantiren. Sie forc1rten den_ Paß von Be- radun, und es wurden dabei auf unserer Seite 4 Soldaten getödtet und 4 Offiziere und 45 Soldatcri verwundet. Der Feind verschanzte sich in dem Gebirge. Die Bevöxkerung der 11. Mukim hat sich geflüchtet. Von ava smd zwe1Batailwne zur Verstärkung nach Atchin abgeschi t worden, und ein drittes wird ihnen alsbald nachfolgen.“
Großbritannien und Irland. London, 8. I;.lé. (W. T. B.) In der heutigen Unterhaussißungerklärte auf eine bezügliche Anfrage des Marquis v on Hart1n_gto_n der Staatssekretär des Innern, Croß: J111H111011ch auf den Umstand, daß Rußland einen Theil des asratischen Gebietes des Sultans behalten würde, gmgen d1e Königin und der Sultan am 4. Juni eine Konvention folgenden Inhalts ein: Falls Rußland Batum, Ardahan 11110 Kar?» oder einen dieser Plätze erhält, _und falls Rußlaxid 1rgendw1e in Zukunft versuchen sollte, Besrß von einem we1teren Theile des asiatischen Gebiets des Sultans zu erZreifen, als durch den definitiven Friedenßvertrag festgeseßt ist, so verpflichtet sich England, dem Sultan in der Vertheidigung _semeH Ge- bietes beizustehen, Der Sultan verpflichtet sich seinerse1ts, d1e Be- setzung Cyp er n 6 durch England zu gestatten. 3711116 Rußland ]e der Pforte das durch den ]üngsten Krieg in ?lsien erworbene Gebiet zurückéxiebt, so solle die Konvention amhören _und Eng: (land die "**nse Cypern wieder räumen.__Da d1e_Ved11_1gungen, fuhr CroY fort, auf denen die Konventwn bas1rt, ]eßt em- getretcn seien, so habe die Pforte einen Firman erlassen, d1_1_rch welchen England zur soforti en Beseßung von nyern erwach- “11 t wird. England werde ofort von Cypern Bes1ß ergre1fen; BZolseler) sei die Verwaltung der Insel übertragen worden. “Die bezüglichen Schriftstücke (1. unten) würden dem ar: Lamente heute vorgelegt werden. (Beifaü a1_1f Se1ten_ der 011- “servativen.) _ Der Marquis von Hart1ngtor1 r1chtete _d1e weitere Anfrage an die Regierung, ob d1e Konventzon dem Kongresse mitgetheilt worden sei. Croß ersuchte, d1ese Frage morgen zu wiederholen. Gladstone erklärte sodann, aus den Mittheilungen des Staatssekretärs Cros; gehe nicht klar hervor, ob der Sultan die Souveränetät über die Insel auf England übextrage. Croß erwiderte, arxs dem vorzulegenden Schriftstücke sei die Sachlage genau ersrchtlicl). _ Der U11ter=Staatsfekretär Bourke erklärte_a11f eine Anfrage des Deputirten Hayter, die di lom_at1sck_)e Korrespondenz in Betreff Kretas werde emnächst 1111t- getheilt werden. Der engkische Konsul in Kanea habe beruht- lich angezeigt, daß jeßt dort Ruhe herrsche; wth aber arten in 3121111111 Unruhen stattgefunden, und sei des (11 em Kriegss iff dorthin abgegangen. Zn Mytilene wür en keme Unruhen befürchtet.
Das aus ging darauf zur weiteren Berathung de_r Rinderpe tbill Über. Torrens sprach srch JLJLXL d1e “Vornahme der Spezialdebatte überhaupt (zus, wahrend 'Jbbetson vorschlug, daß, was die VeHminung über das Abschlachten von ankommendem ieh m den "Landungshäfen anbetreffe, dem Geheimen Nat? hierin in Bezug auf das aus Spanien, Portugal, Dänemar und Schweden: Norwegen ankommende Vieh diskretionäre Gewalt verliehen sein 1061), wenn genügend nachgewiesen werde, daß diese Län- der seuchenfrei se1en, und wenn ferner dargethan werde, daß durch die (Heseße der gedachten Länder die Einschleppung der Seuche verhindert werde. Harrington sprach srch bedauernd darüber aus, daß die Regiernng für die zweite Lesung der Bill zu der Bestimmung iiber das Abschlachten des Viehs in den Landungshäfen weitere Zugeständnisse nicbt angekündigt habe, empfahl indeß gleichwo , auf die Spezialberathung "der Bil] einzugehen. Das HauS beschloß demgemäß ohne be- sondere Abstimmung Und vertagte sich darauf.
_ 9. Juli. (W. T. B.) Die dem Parlamente noch im Laufe der gestrigen Sißung mitgetheilte di lom atische „Korrespondenz enthält eine vom 30. Mai d. F datirte De- pesrhe Lord Salisbury anden Botschafter Layard, worm es heißt: es sei evident, daß Rußland von den Be: st1mn1ungen des Vertrages von San Stefano in Bezug auf Vatum und die Festungen nördlich "vom Araxes nicht abgehen mo_lle. (Hs sei unmöglich, daß England diesen Vereinbarungen FMHgültt zusehe, selbst wenn England der Ueberzeugung ein
oÜte, da Barum, Ardahan und Kurs nicht zu sol en unkten werden würden, von denen Emiffäre ihren Aus-
gang nähmen, denen dann vaasionSheere nachfolgen
„würden.--, 1111161.“ «11116114 UmstäUd-en- -w1'1rde--«der--« Besiß - dieFer
Vläße durch Nußlqnd einen roßen Einfluß auf die Zerstückelung der_astatischen Türei austiben. Das einzige “M1ttel, der Sxaknlität der türkischen Herrschaft in Asien eine “reelle_S1cherl)e1tzu verschaffen, würde sein, wenn eine hin: langl1ch _tarke Macht es übernehme, jeden Angriff Rußlands a11_f tm: 1s_che§ Geb1e_t mit den Waffen" zu verhindern. Die Nghe englischer Offizwre u_nd, wenn nöthig englischer Truppen wurde das ee1gnetste S1cherheitsmittel 1ein, und die Insel Cypern eri1cheme als der geeignetste Ort zur Er- re1chung dieses ieles. Die Insel C pern werde auch wetterhin einen T eil des türkischen Nei es bilden und der Ueberschuß der Einnahmen über die Auggaben der Insel an _den Schuß des Sultans abgeliefert werden. Lord Sal1sbur_y ersuche daher Layard, der Pforte die _ bereits Telegraphis gemeldete (s. oben) _ Konvention vorzu- schla en. ayard zeigt dann unter dem 5. Juni d. J. an, daß 1e edachte Konvention zwischen ihm und Safvet ascha adgeschlo en und unterzeichnet worden sei. _ Der „ or-„ ningpost“ zufolge wird Woléeley in einigen Tagen nach Cyperii al_1r_e1sen. Eine Abt eilung indischer Truppen .1v1rd gleichzeitiÉ dahin abgehen. Alle Zeitungen, mit Aus- nahme der , mit) News“, sprechen sich in sehr günstiger
Weise "über die mit der Türkei abgeschloffene Konvention
aus und bezeichnen fie UFS UTM" k", nen Wlitis Schritt, der sehr wohl geei net set, die engl1chen Jntere en in In: dien und _am Suez anal zu schützen. Die „Dai y News“ Frechen s1ch egen die Konvention aus und heben die große
_ercxntwortlich eit hervor, welche England dadurch für die astattsche Türkei übernommen habe.
_ _Frankeich. Pari_s, 7. Juli. Das „Journal of: Exciex“ verö entlicht die Ernennungen des Herrn Place, isherigen Bichofs von Merseille, zum Erzbischof von Ren11es_, und des Herrn Robert, bisherigen Bischofs von Constantine, zum Bischof von Marseille.
__ Türkei. Kragujewaß, 831111. (W.T.B.) Die vom Jursten bei der Eröffngng der Skupschtina verlesene
hrdnrede gedenkt zunächst des zweiten Feldzuges, den Serb1en gYen die Türkei gefüZrt hgbe,_und motivirt denselben durch das estreben, die Unab ängrgkert Serbiens und die Be: fremng seiner Stammesbrüder zu erreichen. Der Fürst spricht der Armee und der Nation für ihre Opferfreudigkett und glän- zenden Waffenerfolge seinen Dank aus und gedenk: alsdann unter Hervorhebung dcr_ hauptsächlichsten Erei nisse des l_eßten Feldzuges, der Entyendung der serbischen Fevollmäck): tigten zu dem Berliner Kongreß, um daselbst die Interessen des Landes zu fördern. Der Fürst glaubt mil uversicht er- waréen zu dürfen, daß der Kongreß die Unabhängigkeit des Landes anerkennen und die Erwe1terung desselben durch jene Gebtetstheile zugeben werde, in welchen die serbischen Stanimesgenossen seit Jahrhunderten nach Vereinigung mit dew Mutterlande Serbien streben. Von dem Wohlwollen der chr1stl1che11 Großmächte und der Gerechtigkeit ihrer Bevoll- mgcht1gten sei zu hoffen, daß auch für die übrigen serbischen Lr'znder, wel e nicht mit Serbien pereinigt werden, be ere Zu- stande gescha en werden, damit die nationale und ge ellschaft- lrrhe _Entwickelung derselben _ gefördert werde. Das unab- hangige und vergrößerte Serb1en Werde im Frieden gekräftigt in den natiirlichsten und angemeffensten Verhältnissen leben. Dqs serbtsche Volk werde sich den Großmächten dankbar er: we1sen und auf dem Gebiete des Kommunikationswesens, des Handels und der Volkswirthschaft neue Kräfte entwickeln. In der Erwqrtung der definitiven Lösung der internationalen Vcrhältmffe geböten die polit1sche Klugheit und die patriotische Pfllcht, _die Arbeiten der Skrtpschtina auf die dringendsten Bedürfmsse zu beschränken. D1e Skupschtina habe das neue Budget festzustellen, die während des Kriegszustande-Z erlasse- nen neuen Geseße zu approbiren, das Jnvalidengeseß zu be- rqthen und wegen der Gebietsvergrößerung in eine Reorga- n1s1rung des stehenden Heeres zu willigen.
Afrika. Egypten. Alexandria, 5. Juli. Reu- ters Bureau.) Das Amtsblatt veröffentlicht eine er- ordnung, welche in Folge des schlechten Nilstandes im vor1gen Jahre die Ausfuhr von Bohnen vom 1. August ab untersagt. Der Fluß steigt noch immer und wird mit der größten Aufmerkyamkeit beobachtet. Briefe aus Khartum melden, daß der Nil während der letzten Tage ein wenig gefallen *lst. _ Die Nachrichten (1116 Unter-C'gypten lauten w1derfprechend. Einigen Bemehten zufolge ist die neue Barrnrwollernte in Folge Wassermangels bereits ernstlich beschcidrgt worden, während andere d1ese Nachricht ebenso be- st1mmt bestre1ten.
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_Die Nr. 27 des „Cenxral-Blatts für das Deutsche Reich“, herausgegeben im Re1chskanzler-Amt, hat folgenden Inhalt: Allgemeine VerWlthgssachen: Ausweisung von Ausländern aus dem Rewthebtet. _ _Munz- und Bankwesen: Ueberficht über die Aus- pragung _von Retchsmunzcn. Goldankäufe der Reichsbank. _ Marine und Sch1ffabrt: Er_theilung eines Flaggenattestes. _ Eisenbahn- wesen: Erö_ffm_1ng elner Haltesteüe bei Manngen. _ Konsulat- rvesen: Ermacbtrgungen zur Vornahme von CivilstandSakten. _ Zoll- und Steuerwesen: Bundeskathßbeschluß, betreffend F-“stsetzung der Normaltara beim Export von Spiritus in Fässern. Aufhebung einer Steuerrezeptur. Befugnißbescbränkung eines Steueramts. Eröff- nung einer Uebergangsstraße Und zweier Uebergangssteuersteüen. Uebersicht u_ber Rübenzuckersteuer, sowie Zuckerein- und Ausfnbr im Mduat Man 1878. _ Postwesen: Posiverbindung mit Konstantinopel. Briefverkcbr mit Peru.
Statistische Nachrichten.
In Duisburg wurden, nach dem Jahresbericht dsr dortigen
F a n d e l 6 k a m m e r , im Jahre 1877 durch die Niederländische Dampf- oot-Rbederei 157345 1; Güter angebracht und versandt, 154,55 1 weniger als im Jahre 1876. Die Boote der Cöln-Düffeldorfer Ge-
sellschaft (511 Schiffe) luden in Duisburg 128850 1 ein und aus, *
161,15 1 mehr als im Vorjahre. Auf den 6 Ladestellen der am Rhein gelegenen Fabriketabliffements wurden 169 129,63 1 an- und abgefahren. Ja den Hafen der Rheinischen Eisenbahngesellschaft zu Duis- burg-Hocbfeld wurden 307 090 “o Kohlen (gegen 1876 _16201) an-, 283 207,23 1: (_8 581,07 1) abgefahren ; außerdem wurden 57 800 1; Eisen- erz und andere Produkte (+ 18 346 b) an- und 340 1; abgefahren. Jm Hochfelder Hafen liefen 2144 Segelschiffe und 145 Dampfboote ein und aus. Im Hafen des Rhein'Rubr-Kanal-Aktienvereins betrug die Kohlenanfuhr 402 561,05 1 (_ 54 698 t), die Abfuhr in 1825 Schiffsladungen 38183810 1; (_ 26 626,15 “( ; an Gütern im freien Verkehr (ohr-e Steinkohlen)1vurde11 im Ja re 1877 225 272,20 1: LTU 564,151) zu Schiffe eingebracht; außerdem gelan ten 7381,70 1
olonialwaaren und dergl. _7381,70 1), dre zu Schifße angekommen waren, zur zollamtlichen *bfertigung. Mit der Eisenbahn kamen an Und NMébenÜs'Du' "603373517“ und per Floß wurden versandt (excl. 122895 1 Bruchsteine von der Ruhr) 27 365,35 1; (+ 20 372,75 1“). Beladen liefen ein von dem Rhein und der Ruhr 1246 Schiffe (_ 254) und 2564 Kies- nachen (_ 232), und nach dem Rhein 2021 Schiffe (_ 154). Der gesammte Schifföverkehr betrug in Anfubr 288 433,90 1; (_ 42 306,45 t), in Abfuhr 410 432,40 1, zusammen 698 866,30 t. Die Ansuhr per Bahn belief fich auf 376 643 35 1 (gegen 417 422,55 1; in 1876), die Abfuhr auf 2250001 (gegen 450000 1 in 1876), zusammen 60164335 1. Das Schlepp-
boot beförderte 1291 Schiffe, 76 mehr als im Jahre 1876. Der“
Waserverkchr Duisburgs beziffert sick) auf 1 212 295,11 1, 691,19 ( wen ger als im Jahre 1876.
_ Die Be irköämter in Baden haben im Jahre 1876, (nach dem stati1tischen Jahrbuéd fur das Grolßberzogthum Baden 111, Jahrgang), 823 970 Geschastsnummern er edigt, 430 082 „46 Sporteln vereinnahmt und 125124_ck4_Geldstrafen angeseßt. Sie stellten im genannten Jahre 4673 Retsepaffe, 619 Paßkarten, 21511 Yeimathscbeme, 10 Reiseauswetse, 5684 Iagdkarten und 3398
ichereikarten aus. Zur Anzeige _wurden 35 942 Polizeiübertretungen Ze racbt (gegen 45160 Angescbuldigxe von denen nur 1326 unerledigt lieben. Die BürgermetheregamFer erledigten 72 476 Feld- frevel-_ und 41477 sonstige olizetanzetgen' sie fteUten 2059 Reise- ausweise und 1600 Fischereikarten aus. Die Amtögericbte er- ledigten 116 017 Forstfrevelsachen.
Die Bez irksräthe erließen 299 Entscheidungen in Ver- waltungörechtssacben und 1993 in Verwaltungsfachen; sie erließen
66“123.111-175-«61"61316“
67 bezirkspoli eilicke Vorschriften, gaben 956 Gutachten u. A. ab und pruften 1143 Abbörbescbeide zu den Gemeinderecbuungeu.
Der Rechnu_ug6abbör_ von 1876 umfaßte 533 Gemxinde- rechnungen aus fruheren Perioden und 1840 am 1. Mai 1876 ver- faZene, 18 bezw. 63 Zebntrecbnungen und 352 bezw. 981 Stifts- re nungen.
Im Großherzogtbum fanden im Jahre 1876 in 287 Gemeinden 387 Brände statt, durch welche 1011 Gebäude beschädigt wurden- A_l§ Entsebadtqung hierfür wurden 1 914 407 „16, außerdem für Mo- bilterz 1619406 .“ dequxt. Durch 54 Waldbrände wurden 21,1118 beschadtgt. _ An frerwtlltgen Feuerwehren waren 303 mit 26 451 YagltiederYZZrYndFs" Die ZabÉ der _?HemeFjdesplrißen betrug 3341,
arun er ' an pri en. ür as euer 5 we en wurden 2014§8 «(ZeraUSgabdQ tz bt "h s
as emein evermögen ( rug am 1. Januar 1876 234 612 716 .“ (gegen 224933580 „44 am 1. Januar 1875), die GememdeFchulden 36 338 481 .“ (gegen 31652362 “ki am 1. Ja- nuar 1875). Von dem Ablösuugskapital der Zehntscbuldentilgung (57 919 965 „FC) waren in 1876 105 405 „44 abgetragen. Den Ge- memden waren 5110015 „46 Ablösungskapitalien von Pfarr- xompexexizen und 561261 .“. an Schulkomretenzen zur Verwaltung uberw1e1en. In der_n Gemeindevoranschlag für 1877 war das umlage- pfltchttgeSteuerkapxtal auf 2019 211 194.86 (gegen 2035814 710.24 111 1875) veranschlagt und die Gemeindesteuern auf 361625 „76 Vor- ausbettrag, 9672354 „14 aUgemeine Umlagen und 347 496 .“ Auf- lagen auf den Burgernuyen.
Kalkst- Wissenschaft und Literatur.
_ Jn_ der Zett vom 15. September 1). J. bés 15. März 1879 113111), wxe w1r_der ,C._ C;_der_Hand.-Kamm.' entnehmen, in Ham- burg d1e zirette der allxahrltch zu vcratistaltenden Konkurrenz- Prufungey vo_n Marine-Chronometern abgehalten werden, zu “welcher jeder _1m Gebiete des thches sowie der Schweiz etablirte Uhrmacher von ihm angefertigte Ykarine-Cbronometer in beliebiger Zahl, unter Beachtung der vorgeschriebenen Bedingungen und Tragung der Transportkosten soWre der VerantWortung, einsenden kann.
_ „Der Handel nach dem Osten“ ist der Titel eines im Selbstverlage des_ Verfassers, Adolf Lipp, Inspektors dor Galizi- schen Cgrl-ththgs-Bahn, erschienenen umfangreichen Buches. Das Werk wird fur a11e Exportartikel ein instruktives Hülfsbuch skin, be- ryckfichxtgt aber m_ erster Lmie den Kohlenexport, der aller- dings (mer großarttgen Ermeiterung fähig ist. Unter „Handel nach dem Osten"“ soll der Handel nach Galazien und der Bukowina, nach (Sud-) Ru l_and und den Donaufürstentbümern Ver- standen Werdetx. iese Gebiete sind denn auch auf das Ein- gebendste nach cker kommerzieÜen Bedeutung hin behandelt. Abge- sehen von den schayenswerthkn Mittheilungen, die der Verfasser für de_e auFemeitien Handelsintereffen macht, hat derselbe ein umfang- reiches tattstiscbes Materia] über Produktion und Konsumtion voir Kohlen und anderen Hetzstoffen in den angezogenen Ländern zusammerrgetragen und_ so f_ür alTe interessirten Kreise ein Maß fur die Entw1cklungsfabigkeit des Kohlenexports „nach dem _ Osten“ _ (schaffen. thnachtt jcbeint der Verfasser aUerdnxgsdas na ere Jntereffe seiner österreichisch-ungar'schen Lands- leute fur _1ene Gebiete 1116 Auge gefa 1 zu haben; aber es erscheint kaum_zwe1felbaft, da? fur unsere_sch_ estscben Grubenbefiyer fich viele Außfuhrtzngen gletch_alls als nußltcb und bei ihrer Beachtung als Jewtnnbrxngend erweisen werden. _ Weiteren Kreisen des Handels- tandes wtrd durch die zahlreichen Adressen von Industriellen. Kaufleuten, Behörden, _Hotels eme dankenswerthe Handhabe für Anknüpfung neuer .__Haydelsbeziehungen dargeboten. _ Besondere Erwähnung Verdienen ubrigens dre gewtffermaßen selbsxandigen Artikel des Fachmannes über Verbesserungen tm Transportweten, und zwar sowohl was die Kosten als was die Schnel11gkett der Beförderung anbetriffl; besonders dürften die_ „Proposittonen“ desselben beachtenSwerth sein.
__ Dre ._.Verloosungsvläne der Europäiécben Lot- terre-Anle1hen,“ vdn Emi1Wende. Berlin 17. Car Heymanns Verlag. kl. 8. Eleg. m _Leinwand. Preis 3 M _ In einem ge- _[cbmackvoll angestatteten Bandchen bietet die vorliegcnde Arbeit eine Zu- a_t_nmenstellung_ alles Wissenswerthen in Bezug auf sämmtliche euro- pqtschen Lottem-„Anleiben. _Sie enthält in Tabellenform ein Ver- zercbniß aUer Pratrjien-Anletben nach Staaten geordnet, einen'Ver- loosungskalender f_ur das Jahr 1878 und die Verloosungspläne al1er aufgeführten Anleihen.
_ Gemerbe und Handel.
_Helsrngfors, 4._ Juli_. Wie wir vernehmen, ist in der beim fänmschen RathhauSgertcht m Borgä. anhängigen Konkurssache der Byraä-K_ervo Etsenbahngesellschaft zum 4. Dexember d. J. e1n Texrnm anberaumt worden, bis zu Welchem aÜe Forde- rungen an dxe gedachte Gesellschaft bei Vermeidung des Ausschluffes angemeldet sein mussen. _Dte deytschen Gläubiger der gedach- ten Gesellschaft Werden, in so rvett 11166 nicht schon geschehen ist, gut thun, fich so bald als möglich einen BevoUmächtigk-Zn zur Ver- tretung ihrer Interessen zu bestellen.
_ _ Die Verwaltung der Großen Berliner Pferde- Etsenbahn wird zum 18. d. Mts eine außerordenjliäxe General: Versammlung einberufen, in welcher über die Aufnahme einer 5% Prioritäts-Anleihe im Betrage von 5000 000 016 Beschluß gefaßr Werden wird. Von dieser Summe sind, wie die „B. Börs.-Ztg." berichtet. drei bis vier Millionen Mark bestimmt, die Mittel für völlige Fertigstellung der Ringbahn, sowie für den Bau der Linien durch die Oranienstraße bis zum Görli er Bahnhof und Vom Haus- vczigtei laß durch die Kronen-, Charlot en-, Anbalt-, Schöne5erger-, L_ußow t1:_aße nach dem Zoologi1chen Garten nebst Fortsetzung durch die Knrfurstenstraße zkm Anschluß an die Charlottenburger Linie (: liefem, wie auch die Vorscbüffe aus dem Betrieb: zu bedecken, mittelzft deren die Linie nach Treptow gebaut worden ist. Der Rest der Anleihe wird reservirt werden, um daraus die Hypothekcnsckyuldm der Geseüschaft zu tilgen.
_ Dem Bericht des Vorstandes der Leipziger Rückver- sicherungs-Aktiengesellschafx entnehmen wir über das Geschäft im Jahre 1877, daß dasselbe mtt emem Gewinn von 25 972 „46 ab- schloß; der aus dem vorigen Jahre übernommene Verlust von 424 371 «116 wurde hirrdurch auf 398 200 «M reduzirt. Bei der Feuerverücberung tritt zr: den aus dem Vorjahre übertra enen Reserven von 17 271 „16 fur sÖWebende Schäden und von 1017 8 „ja für den laufenden Rifiko die Brutto- rämieneinnabme mit 146 685 „44,
so daß die Gesammteinnabme 265-94 __84„_b_1_t_r„c"19__t_._„_D11.(§11-.s11111m1-. * . "“'äüssabe betragt 231808 „16, und ergiebt mithin die Feuerbrancbe einen
Bruttoüberschuß von 33 876 „46 In der Transportbrancbe war aus dem Vorjahre eme Reserve fur (bwebende Schäden von 20688636 und eine Prämienreserve von 70 29 «16 übernommen. Die Prämieneinnabme des Jahres 1877 betrug 359 583 „16, also die Gesammteinnabme in der Transportbranche 636 766 «16 Die (Hesammtanßgabe betrug 609 027 „14, und ergiebt sonack; die Transportbranche einen Brutto- übersckpuß von 27 739 016 Zu diesen Bruttoüberschüffen treten noch 3 360 176 an Zinsen, so daß die Gesammteinnahme fich auf 64975614 beläuft; davon ab: Verwaltungskoften 38 499 „M, Abschreibungen 443 „76, Coursdifferenzen 68 916, zusammen 39004 „16; bleibt Rein- gewinn 25 972 614 * _
_ In der 37. JahreSgesellsebaft, 1877, find von der Sacbsi- schen Rentenversicberungs-Anstalt zu DreSden nach An!- weis ihres Rechenschaftsberickots 568 Personen mtttelst; Baarzablung, tm Eesammtbetrage von 95 864 „M, und zwar durch 168 Volleinlagen mit 50400 «46 und 735 Stückeinlagen ngit 45 464 „75, oder überhaupt 903 Einlagen im Nennwertbe von 270900 „76 versichert worden. Die Stückeinlagen aller bestehenden IahreSgesellsÖasten find in 1877 um 85 971 „ja baare Nachzahlungen und 704 „1- durch Rentengutschriften vermittelte Nachzahlun en,_ überhaupt um. 188 675 „114 gewachsen, und, haben herber 503 ursprüng- liche Stückeinla en zu Vollemlagen fich ergänzt. Der zu Gun ten von 37 75 anspruchsberechtr ten Voll- und Stückeinlagen ange egte Kassenbestand betrug am Ja resschluß 6558 859 .“ Nach Deckung sämmtlicber Jabreßrenten, Verwaltun skoften u. s. w. ist aus den Zinsen dieses Kaffenbestandes ein "Ueber chuß von 591703 .“