1878 / 177 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 30 Jul 1878 18:00:01 GMT) scan diff

trag: der Landtag wolle der Geseßesvorlage „für “seine Zustimmun versagen, vielmehr an Klürftliche HF:

erung s Ersuchen richten, vor em er| mit den ungen der Nachbar|aaxen behu Errichtung eines emeinsamen Landgerichts zuglmh _für un er Land unter Möglikkst günstigen Bedingungen mit einer bxsonderen Han- detskammer und unter Umständen „etwa_ zugietch auch einer detachirten Strafkammer in Gretz, m nahere Verhand- lungen zu treten und über deren Ergebmffe später so- dann zugleich dem Landtage nähere Vorlage machen zu wollen , mit 6 gegen 5 Stimme:) angenommen. Nach erfolgter Erklärung vom Regierun stisch, daß von der Fürst- lichen LandeSregierung dem Bes uffe nt t Folge „g eben werden könne, wurde über „den vpm bg. Justiz- ath Weidinger gestellten Antrag, die Regierungsvorlage pura zm: zunehmen, abgeßimmt. Derselbe wurde mit 6 gegen 5St1m= men abgelehnt. Der Regierungs-Präfident aber the1lte darauf mit, daß er in der nächsten Sißung, wel e ayf Mon- tag anberaumt wurde, dem Hause eine landes errl1che Er- öffnung zu machen habe.

Oesterreich-Ungam. Wien, 29. uli. (W. T. B.) Ueber das Einrücken der österreichi chen Truppen in BoSnien wird der „Presse“ gemeldet: Der Uebergang der österreichischen Okkupationstruppen über die Save be-

ann heute Morgen nach 6 Uhr, in Gegenwart des Komman- irenden, FZM. Baron Philip ovich, und des General- stabes. Zuerst wurde das 27. Jägerbataillon überges ifft. Die Errichtung einer Brücke begann um 71/2 Uhr. anwi chen kam von der boSUifchen Seite ein türkischer Ma'or mit Civil- beamten, um dem Kommandirenden der österreichiéohen Truppen ein Schriftstück Zu überreichen. Als die Anna me des Dokuments verweigert wur e, wollten die Türken da elbe auf den Erd- boden niederlegen, nahmen es aber schließlich doch wieder mit zurück. Nachdem um 9 Uhr der Bau der Brücke vollendet war, ging die ganze Avantgarde, bestehend aus „Infanterie, einer Schwadron usaren und GebirgsartiUerie, hinüber. Die Militärmusik spie te drüben die österreich1sche Volkshymne, und unter dem Jubel der Soldaten wurde auf dem bos- nischen Ufer die österreichische Flagge feierli aufgehißt. Die anwesenden türkischen Soldaten, etwa 30 ann, stellten sich vor dem Wachthause auf, das von österreichischen Jägern beseßt wurde. ,

_ 30. Juli. (W. T. B.) Die amtliche Zeitun ver- öffentlicht eine Kaiserliche Verordnung vom 25. . M., durch welche gestattet wird,daß zum Zweck der Okkupation BoSniens und der Herzegowina außnahmsweise für die Dauer des unabweisli en Bedürfnisses die berittenen Schüßen der dalmatinis en Landwehr außerhalb des österreichischen Gebietes verwendet und dem Befehlshaber der Okkupationstruppetx untersteüt werden können.

Tepliß, 29. Juli. (W. T. V.) ür Sonnabend ist die 'Ankunft des Königs von Sach en angesagt, Se. Mlzixstät wird im Neuen Bade in Schönau Wohnung ne men.

Brod, 29. Juli. (W. T. V.) Bei Gradiska hat Jute friih ebenfalls dßr Uebergang der österrei?ifchen

ruppen iiber die Save in feierlicher Weis Fatt- gefunden. Die türkische Festungsbesaßung zog sich zurü .

Großbritannien und Irland. London, 29. Inli- (W. T. B.) In der heutigen Sißung des Oberh auses lenkte Lord Stratheden die Aufmerksamkeit deS' Hauses a1lf die Kongrcxßprotokolle Und die englisch=tür: fische Konve'ntion. Lord Granville crklärte: er halte es bei der Majorität,„ijb€r die die Regierung verfüge, fiir voÜstiindig, nqudS, eme gegen die Regierung gerichtete Re: sdlution eixizubrmgen, sprach aber den heftigsten Tadel über 516 persönlichen Angriffe aus, die der Premier in seiner am Sonnabend gehaltenen Rede gegen Gladstone gerichtet habe. Eczrl .*8 e a c 0 n s f i el 0 rechtfertigte f eine bezüglichen Aeußerungen mit wem Hinweis quf die unachgeseßten Angriffe welche von Gladstone gegen 1116 Regierung und namentlicß gegen die engl1schchtürk1sche „Konvention erhoben würden, und forderte die Oppdsition quf, emen_formellen Antrag gegen die Regierung ein- zubringen, sich abrr nicht auf kleinliche Kritisirungen des Verhal- tens der Regierung zu beschränken. Der Marqms von Salis- b 11 ry machte geYtend, daß die Regierung,indem sie ihre. Politik klar voraußgesqgt, ihre Verantwortlichkeit verringert habe; auch ei) agire die ]th übernommene Garantie England zu Thaten, m 1 zu Worten. DerLelbe äußerte ferner: es liege, wie er glaixbe kem Grund zu er Besorgniß vor, daß die Dauer der russiscöen Okkupation verlängert werden könne, weil in dieser Beziehung auch Oesterreich sehr we entlich intere sirt sei, und wetl das feierliche Versprechen Nu lands, betre S der Aus- führung des Vertrages, vorliege. Damit schloß die Sißung.

Jm Unterhau_se brachte der Marquis von Harting- ton unter dem Beifall der Liberalen seine in der Sitzung vom 19. d. M. angekündigte Resolution ein und führte aus,; die Forderungen Rußlands ssien im verflossenen Juni glemger ewesen, als das, was der Berliner Vertrag ihm ge- wahrt ha e._ Weshalb habe die Regierung die Türkei nicht damals bestimmt„ Rußlands orderungen anzunehmen? Har- tmgton sprach „sich sodann ehr s arf über das Verhalten Englands Griechenland Fegenü er aus und wies die Behaixpxung des Earls eaconsfield zuriick, daß die Opposition *aus Parteizwecken die Griechen aufreize. Die slavischen Yölker seien he „er weggekommen, weil sie sic? auf Rußland stußten; kunftig m würden auch die Griechen ieber Rußland als:.England fo gßn. Auf dem Kongresse habe die Regierung emfach das gebilligt„ was die Opposition unauf- hörlich befürwortet habe. Hartington gin sodann auf die engliFÖ-türkische Konvetntion ein un erklärte dieselbe für eme Verlesung der internationalen Verpflichtungen. Welches englische Interesse werde durch diese Konvention ge- s „üßt? ;Der Weg nach Jndten gehe nicht durch Klem- men, die Route nach Indien liege in Persien. Eng- lands Ruf in Indien ei durch seine unnöthige Macht- entfaltun ür unwichtige wecke nicht gehoben worden. Earl Beacons el habe, um nur auf das Gemüth der indischen Bepölkerung emen Eipdruck zu machen, übersehen daß die Bürgschaften nicht emig bindend seien. Er brüste sich damit, Ryßland_ zugerufen zurxaben: bis Hierher und 'nicht weiter. Dre Regierung müsse e t noch bewei en, daß eine zwingende Nothwerxdtgkeit für den Abschluß der englisch - türkischen Konvxntioq bestanden habe. England habe durch dieselbe einen Konflikt m1t Rußland um 100 Jahre bes leunigt; zu seinem

genähert und sich um eben so viel von seinen militäris n und mariximen nellen entfernt; das sei sicher ich eine unwetse Politik. die am Sonnabend betre Gladstone's Vemerkuv. endes Earls Beaconsfie 5 ange , so seien die elben eine Be eidißung für die_ Königin, den imen Ratßx, s Unterhaus un das Land. Er frage, welcbe ra eite ie durcsh jene Konvention, übernommene Garantie be? Wenn ie gegen einen direkten Angriff Rußlands gerichtet sei, könne fie nur aufrecht e_rhaltexi werden, wenn England sich in der auswäxti en Pollttk mit der Türkei verbinde. artington schloß m1t er Erklärung: er habe die Resolution eantragt, um dem Lazide den Charakter und die Tragweite der eingegangenen Verpftichtungxn und der Gefahren zu zeigen, damit es noch von 8111er Pyfitwn zurück- treten könne, welche daS'Jntereffe und dt? Pflicht Englands nicht erheischc. «- Plunkett beantra te hierauf sein bekann- tes Amendement und vertheidi te ie Regierung und den Earl BeaconSfield. Im weiteren Ver auf der Debatte tratauch der Unter-Staatssekretär Bourke für die Regierung ein imd hob namentlich hervor daß über England niemals günstiger als Zegenwärtig, in Éuropa geurtheilt worden sei, und daß Eng- and niemals einen größeren Einfluß als auf dem Berliner Kongresse besessen habe. Bourke kanx dabei auf die Kon- greßdevatten zurück und wies darauf hm, daß der Vertrag von Berlin den Vertrag von San Stefani) im Interesse der Türkei und Englands sehr wesentlich modifizirtthabe. Endlich betonte Bourke die hohe Anerkennung, welche die Bemühungen des Grafen Schuwaloff uGunsten des Friedens verdienten. Die Debatte wurde hieran? auf morgen vertagt.

_ 30. Juli. (W. T. V.) Das Auswärtige Amt publizirt weitere auf die englisch-türkische Konvention bezügli e Depeschen, in denen unter Anderem mitgetheilt erd; ie Pforte hätte den Wunsch geäußert, es e siipu- lirt werden, daß die enßlische Regierung von der Tür ei nicht eine Kompensation für ie etwa von der Erfteren aufgeführten öffentlt en Bauten und vorgenommenen Verbesserungen for- dern so te, falls Cypern ernst an die Türkei zurück egeben werden würde. Die englische Regierung habe sich im Frinzipe htermit einverstanden erklärt.

_ Aus Larnaca auf Cypern wird dem Neutersckzen Bureau unternx 25. d. M. gemeldet: Die TransPortschiffe mit den britischen Truppen an Bord kommen in rascher Reihenfolge an; elf sind bereits hier. Die Landung geht stets rasch von Statten; die Truppen werden provisorisch in wei Lagern untergebracht, von denen eines sich in Pascha Tchiéchik, etw04Meileti von Larnaca und das andere in dem circa eine Me1le von dieser Stadt entfernten Toimbuli befindet. Der Gouverneur Sir Garnet WolHelsy kehrte gestern aus Fgmagasta zurück und begab sich eute an Bord der „Sala- mzs“ n_ach Limassal. Der Ort, in welchemer definitiv residiren Wird, 1st noch nicht festgestelLt. Oberst-Lieutenant Maquar), Commandxur _ dor Genietruppen, reist morgen ab, um 512 Jnfe[_ zu inspiziren, die besten Positionen für die Truppen- quarttere zu wählen, Landstraßen abzustecken u. s. w.

, Frankreich. Paris, 27. Juli. (Fr. C.) Ungefähr mit deni nächsten ahreswechsel wird die Erneuerung eines Drtttheils, des.. enats durch Wahl zusammenfailen. Wie die legitumftischn, bonapartistischen „und orleanistischen Organ? gle1ch_zeitiganze1gen, „"hat sich im Hinblick auf dies e Wahl schon 1031 em konservatives Centralcomitéz gebildet, bestehend aus zwölf Setzatoren und sechs Deputirten, die in gleichem Zahlenwerhältmsse den verschiedenen Gruppen der Rechten an- gehören._ _ Die Schießexperimente, welch? gegen- wärtig im Lager von Chalons unter der Leitung des

der französischen Armee dorthin gefiihrt, so außer dem Kriegs- thfter den Marschal] Canrobert, den Grneral Chanzy, den Herzog v0n„21umale, die Generäle von Fontan es, von Berghes, voti Ouvrier, Sempé 11.91. _ 131. Lau scdat, republi- kanischer Deputirter des Allier-Dcpartements, ist heute früh nach kurzer Kraxtkheit zu Moulins gestorben.

, _ 28., Jul1. Das „Journal officiel“ schreibt einen intertiarionalen Kongreß fiir den Schuß des künstlerischen Eigenthums aus, welcher vom 18. bis 21. September auf dem Trocadero abgehalten werden soll.

, Griechenland. Athen, 29. Juli. _ (Polit. Korr.) Die Regierung verlangt, im Hinblick auf die Ausschrei- tizngen der türkischen Soldaten in den Grenzpro- vrnzen, die sofortige Einseßung einer griechié'ch-tiirkisMn K01n1111ss10n._ Bezüglich der Grenzrektifi ation ver- lautet,: Griechenland verzichte nicht auf die Einschließung Janmas in das abzutretende Gebiet.

Türkei. Konstantinopel, 29. Juli. (Pol. Corr.) Dem Vernehmen nach hat der Sultan gestern die Ratifi- kation des Berliner Vertrages voüzogen. In den am 26. und 27. d. M. stattgehabten Ministerberathungen wurden neue Instruktionen für Karatheodori Pascha erwogen-iznd festgeseßt. Dieselben diirften ihm gestern zuge- ggn en sem. Bezü lich der griechischen Frage beabsichtigt die 911551», demnächL ein Memorandum an die Mächte zu richttxn, in welchem das dem Berliner Kongresse von dem Minister Delijannis vorgetragene Exposé beantwortet und wrderlegt werden folk Für gestern war die Räumung Varnas Seitens der Türken in_ Aussicht genommen. Ueber de? Yollzug der Räumung sind noch keine Meldungen ein- ge ro en.

Belgrad, 29. Juli. (Pol. Corr.) Die Session der Skupschtma ist vorgestern durch den Fürsten ge: schlossen worden. Zuvor hatte d1e Skupschtina die Serbien betreffendezi Artikel des Berliner Vertrages angenommen “XW zugleich die Regierung aufgefordert, auf möglichstbaldige

azizliche Abschaffung der Kapitulationen hinzuwirken.

ze Skupschtma stimmte ferner dexn Antrage der Regierung bei, den die Stellung der Juden in Serbien beschränkenden V9rfassung5artikel aufzuheben, ,und ertheilte ihre Gene - m1gung . zum Bax: der Eisenbahnen Belgrad-Nis Sa10n1ch1 und Belgrad-Nisch:Konstantinopel, welche innerha b drxier Jahre zu vollenden sind. Der Handelsvertrag mit Oest'erreich wurde genehmi t und die ustimmung zu der Regulirung des eisernen T ores erthei t.

' Apterika. Philadelphia, 26. Juli. (Times) Die Ne1terei des Oberten For yth, im Bunde mit einer An a [ b'efreundeter' Umatillas, s MZ vor einigen Ta en die fem - lichen Indianer 111 ihrem ager, tödtete 17 Krieger, nahm 20 Frauen und Kinder gefangen Und erbeutete 65 Stück

-

eigenen Nachtheile habe sich England Ru [and 1000 Meilen

Vieh. 'Die UmatilXas hatten vorher den Häuptling Egan und 13 Krieger getödtet, sowie 250 Rinder erbeutet. -

General Douai stattfinden, haben der Reihe nach die Spißen '

Nr. 15 des Central - Blatts der Abgaben-, Ge- werbe- uud Handelsnesexgebuug und Verwaltung in den Königlich Yuußkscben Staa eu hat ?ckng Inhalt: Anzeige der in der eseßsammlung und im Reichlgese blatte erschienen Ge- s e und Verordnungen. _ 1. Allgemeine WltungSgegenstände: A "nderung der Formulare zu den KautionöempfanaUcbeineu uud Aushändigung der leyteren, sowie der Zinsscheiue. _ Veränderungen 111 dem Stande und m den Befugnissen der Zoll- und Steuerstellen. _ 111. Indirekte S_teuern: Auslegung des §. 47 des Eisenbabu-Zoll- regulativs. _ Statistik: Nachweis der für das Jahr 1877/78 an die Reichshauptkaffe abzuliefernden Zölle und Verbrauchssieuern. _

ölle. _ Rübenzuckersteuer. _ Salzsteuer. _ Tabaksteuer. _ rxnntweinsteuer. _ Brausteuer. _ Verßleicbung mit dem Vor- jakßre. _ Nachweisung der, Kredite. _ A rechnung mit Oesterreich un Luxembur Cmnabme an Wechselstempelmarken und

Blanke“. _ 711." Pxsonalnachrichten.

Reichötags :Angelegenheiten.

Nach, §. 27 des Wablreglements Vom 28. Mai 1870 werden die Er „ebnissx derWablen am vierten Ta e nach dem Wahltermine amt 1111 ermittelt und verkündet. Nach blauf dieser Frist werden wir die Namen der heute gewählten Abgeordneten zum Reichstage be- kannt machen.

Landtags = Angelegenheiten.

Der Justizraih Frits ck in Haus (1.S., Mitglied des Hauses de'r Abgeordneten fur den 4. Merseburger Wahlkreis (Saalkreis mit der Stadt Halle), ist in der Nacht zum 26. d. M. gestorben.

Statistifche Nachrichten.

Statistik der preußischen Schwurgerichte und der von detzselben erkannten Strafen und Frei- spr'eckxungcn (ur die, ngre 1876 und 1877, angefertigt im Königlichen I11st1z-M1n1sterium (Schluß. S. Nr. 176 d. Bl.). Im Jahre 1876,wurden 3, 1877 11 Verbrechen in contumaoiam ent. schieden., Pte Zahl der Schuldbekenntnifse betrug 1876 2324, 1877 2560, wie in der, Regel etwa der 5. Theil der zur Anklage gesteÜten Yerbrxchen. Bet „gewiffen Verhrechen sind die Schuldbekenntniffe uberrxiletgend zahlreich (z. B. betm Betrug), bei einigen Kategorien nur e en.

Die Geschworenen haben . . . 1875. 1876. 1877. überhaupt . . . . . . . . . . . 13374 13710 16204 definitiveAuZsprücheabgegeben, wobei bei 2378 2028 2576 mildernde Umstände angenommen smd, * ,

undbei 2250 2494 2918 die Frage nach mildernden Umständen der-

nemt ist.

Von den die Hauptthat betreffenden

Aussprüchen lauteten auf schuldig nach der Anklage . . . . . . 6416 6693 7849

. eines anderen Verbrechens . . . 253 264 315 Vergehens . . . . . , 424 484 6.08 nichtsch111dig ." . . . . ., . . . . 1634 1747 1938

Die Aussprache auf schuldig nach der Anklage bildeten in den Jahren 1876 und 1877 etwa 3/4, dre auf nicbtscbuldig etwa 1.1- Zämmtlicher Wahrsprucbe, was" dem Verhältniß früherer Jahre ent- pricbt. Die me1sten' Wahcsprucbe auf nichtschuldig kamen in beiden Jahre:) bei dem Memeid, „den Brandstiftungen und denk Bakkerutt vor, die Wenigsten beim Diebstahl und Betrug. In etwa der Hälfte der gestellten Fragen wurde die Annahme mildernder Umstände be- jaht. Bei den Verbrechen gxgen die Sittlichkeit, dem Kindesmorde, dem Raabe und der Brandstiftun 1, macht fich seit dem Jahre 1871, seit Geltung des neuen Strafrechts, eine Zunahme der Frage für mildernde Umstände recht deutlich bemerkbar; seitdem ist auch die Bejahung der mxlderndetx Umstände beim Kindeßmorde erheblich zahlreicher geworden als die Verneinung.

Was die Altersklassen der Angeklagten anbetrifft, so bildeten von der Gesammthett diejenigen im Alter von

1873 1874 1875 1876 1877 unter 18 Jahren . . . . 1,5 1,7 1,8 1,6 1,7 0/0 von 18-24 JaYren . . . 23 22,8 21,8 21,8 21,2 von 24-40 Ja ren , . . 49 47,8 49,4 49,3 50 von 40-60 Jahren . . . 23,6 24,6 23,8 24 24 von 60 Jahren'und darübxr 2,8 3,1 3,2 3,3 3,1

Die Statistik der einzelnen Verbrechen läßt erkennen, daß das jugendliche Alter (18-24 Jahr) hauptsächlich bei den Verbrechen des

KindeSmords (1875 52,8, 1876 45,6, 1877 37,7 9/0 der Angekla ten), des Raubes, der KHrperverleßung, gegen die Sittlichkeit, des €„!krodt- schkaas, Mords, Diebstahls, der UrkundenfälsÖUUI, Brandstiftung, des Betrugs und bei Agttsvexbreéhen betbeili t ist. Die leiste dieser Kategorien, wclche Hier in artihmetischer Neiße aufgeführt sind, um- faßt noch 14,1 bezw., 11,8 und 13,3 0/9 jugendlicher Verbrecher. Nach dem Religionsbekenntniß kam ein Angeklagter auf: 1875 1876 1877 Evangelische . . . . . 4241 4029 3503 Katholiken . . . . . 3416 3081 2952 Juden . . . . . . . 2359 2517 2192 Mannlichen Geschlechts waren . . . . . . 85,7 85,4 87,1% Weiblichen Geschlechts 14,3 14,6 12,9 % Verbeiratbet von den männlichen Angeklagten 47 47,3 47,8 % unverheirathet . . . . 53 52,7 52,2 011 Von weiblichen Angeklag- ten verheiratbet . . . 46 42,9 49,4% unverheirathet . . . . 54 57,1 500 0/0 kl tNach den Berufßarten waren von den männlkben Ange- ag en 1874 1875 1876 1877 Arbeitsleute, Tagelöhner u. dgl. . . . 50 47,2 47,1 45,4 0/o Gesellen, Gewerbs- und Handlungs- gebülfen. . ._ . . . . . . . . , 157 18,7 20,5 . Diensiboten, Knechte u. dgl. . . . . 8,8 8,1 8. . . Selbständige Handwerker. . . . . . 8 8,3 9, 10 . F1delsreudte-FK6äYHLr ?. dglÉ .ßh. dl . 6,2 7,1 7, 7,3 .. us- un 0 ri efi er, ro än er, BRenttnerAu. ts. wÉ'sZl'Ö 'L'h . . d 4.4 4. 4,3 . eam e, erze, ei 1 e, erer un sonstige Gebildet: . . . . . . . 4, 4.7 4, 4,6 Unbekannt . . . . . . . . . . .' 0,5 0,5 0,2 0,5 . thTsaZzerhältnilßt d(eßr JugeklrtßxeFagFr Einwohner- 0 e 1 wie 9 : s a ' r . s W * , "' "11.71 1111 1.171 Provinz reußen auf . . . . 1 Einwohner . Yraudenburg auf . . . * 2909 2970 2374 Pommern auf . . . . .- 5684 5063 4329 Posen auf . . . . „“. 2828 2690 2502 Schlesxen auf _ . 3086 2828 2715 Sachsen auf ' " ';. . 5764 4619 3650 Schleswig-Holstejn a),- . “. 0927 6448 6244: e (1 en 111 r Hohenzollern auf 4 . . . 4377 4744: 3723 Leffen-Naffau au Ost h- ' . 8047 6859 5133 5 ein rovin e, k em auh“ p, z_ Z. . . . 4657 3561 3500

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i edotb zu berückficbtigen, daß in den Provinzen Schleßwig- „Übeeiiu f?chnmover und Hefsen-Naffau die Zahl der Schwurgenchtß- achen (ich niedriger stellt, als in den alten Provinzen, _wetl, wenn der Angeklagte in der Hauptverhandlung gestandig ist, die Sache auf Antrag der Ober-Staatßanwaltschaft an die Strafkammer ab egeben werden kann. Dagegen erhalten dle Schwurgeriäpte in der Rßemprovinz einen Zuwachs durch Aburtelung von Verbreéibekt un' IZZrlgc-bny welcbe andenvarts zur Kompetenz der ericht abt ei ungen z en. G Die meisten Angeklagten kamen „1876 auf die Schwur- eeidtsbezirke Memel (1 auf 1555 -E1.1w.), Graudepz (1739), Beuthen (1841), Elberfeld (1923), Posen (1931), Berlin, Stadt- gericht (1965), Oppeln (1966); 1877: Berlm, Stadtgericht (1544), Memel (1555), Frankfurt a. M. (1747), Posen (1756), Beuthxn 1764), Ortelsburg (1921). Die wenigsten Anklagen'waren 1876 m Dillenburg (1 auf 21 202 Einw.),Rinteln.(18 580), L1mburg (16165), Siegen (13 343), Hanau (13338), Neuwied, Marburg, Schleswig, Rotenburg, OSnabrück, Flensburg, Stralsund, T_orgap, Aurich, Mun- ster, Perleberg (8520); 1877: Schleswtg ?(14 920), Limburg (13678), Rinteln, Dillenburg, Siegen, Fulda, uricb (11170), Raßehurg, Hebre, Arnsberg, Warburg, Trier (7274), Flensburg, SUarbrucken, ZechingenÉOserabLückÉStadei) YYY) Rothenburg, Naumburg (:./S., au, tra un , tar ar ( . Toran der ganzen AkkoncKrchie kamen auf 1 Angeklaaien 1877 3285 Einwohner, 1876 3630, 1875 3880, 1874 3763, 1873 425], 1872 4455, 1871 5594, 1870 3953, . 1869 3123, 1868 2802, 1867 2828, 1866 3201, 1865 3429, 1864 3377, 1863 3412, 1862 3247, 1861 3099, 1860 3355, 1859 3414, 1858 3442, 1857 2746, 1856 1971. Die Resultate der Untersuchung waren: Von den Ange- klagten wurden 1876 82,5%, 1877 83 '/0 verurtberlt, 17,3 bezw. 16,870 freigesprochen. 0,2 bezw. 0,20/0111 Folge Wegfalls des Sirafantrags nxtt Strafe verschont. an den V1rurtbeilten wurden tm Jahre 1815 61 (1 von 85), 1876 62 (1 von 94), 1877 58 (1 von 112) mit Todes- strafe belegt; 2734 bezw. 3046 und 3392 mit Zuchthausstrafe; 2389 bezw. 2725 und 3053 mitGefängnißstrafe; 3 bezw. 3 und 2 m1t Geldbuße; 1 bezw. 2 mit Festungsbaft; 3 bezw. 5 und 2 M11 Haft. Die wenig- sten Freisprechuugm (3,6 _bezw. 2,9 und 39/0) der Angeklagten Yamen bei dem Betrage, die meisten (41,1 bezw. 20,9 und 16,4%) bei dem Aufruhr vor. Die weni sten Fretsvreckyungen erfolgte)! tmIahre 1876 im Departemcni Fran furt a. M. (9,4 (')/0), dxe meisten 1m Departe- ment Ehrenbreitstein (35,7 0/9); 1877 die wenigsten im Departement Naumburg (7 0/0), die meisten im Departement Greifswald (34 „%). An Nichtigkeitsbeschwerden wurden bei dem Ober-Trrbu-

' l t: nal emgeeg 1875 1876 1877

3. von den Angeklagten . . . . . 170 147 158 d. von drr Staatsanwaltschaft . . . 24 26 27 Von denselben wurden verrvorfen: _ 11113. . . . . . . . . . . . . 158 121 140 oder 93 "* 92 % aäb............. 9 9 10oder 37 35 37%

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Jena, 26. Juii. Gestern verstarb Hier der ordentliche Pro- fessor der Botanik, Or. Laugethal. _ Professor Dr. E. Rohde hat einen Ruf nach Tübingen (thalten und angenommen.

Land- und Forstwirthsthaft.

Ueber die Ernteaußsichten dieses Jahres ,in 'Rußland schreibt der „St. Petersburger Herold“: Wir Yönnen m diesem Jahre in Bezug auf unsere Erntehoffnungen' ko nsiat1ren, daß troß Frub- jabrskälte und Dürre der Mai fast tm sganzen Reiche 501571 W051- tbätig auf die Vegetation wirkte und ert gegen Ende ungunsttger wurde. Man begann auf; verschiedenen Kreisen des Dongebietes, der Gouvernements Ssaraiow, Taurien und Jekatermofflaw über Hiße und Dürre zu klagen, qus Ssamara, Astracban, Norvgorod, St. Petersburg, Wilna uber anhalteuden Regen; mit Junianfang begannen Wärme und Hagelwetter aufzutreten, welche in einzelnen Kreisen der Gouvernemxnts TWer, Orel, Moskau, Kaluga, Jekaterinofflaw viek Korn yern1chteie11.* Heuschrecken am Kuban, Zieselmäuse im Süden (Don, Jekatermofffsaw, PoltaWa), (Getreidekäfer (111118011113) in Cberffon, in den Kreisen Odessa und Kischinew besonders arg; im Donlande, in,Jekaterino„sslaw, Poltawa, Charkow (1161113), Weizenmade (061311118) 111" der Nai")? Taganrogs, Rübeukäfcr (010111115) im Kijewschen , Mauss im SsaratowscHen stimmen viele der schönsten Hoffnungen tief brrunter. Und do'cb wird, wo nicht noch unerwartetes Unglürk über den Landwirik) heretnbrtébt, die Ernte im Ganzen eine gute sein., "

Aus dem Odeffaschen nicbt 0111111 schaÜen Klagen uber großen Arbeitermangel und sehr hohe Preise; am Asowscben Meere tausrhte ein Extrem mit dem andern; nach anhaltender, langer Durre regnet es schon fast 3 Wochen', noch am 6. d. M., 1eß1 in der Ernte War ein Plaßreaen zwischen - osiow a. D. und Tagaiiro.1, des ["eicben in Odessa und Nikolaew am 28. Juni, resp. 2. Jult. ,Dazy auften sich in diesemIahre in wahrhaft erschrcckxnder Weise die Feuer- schäden und übersteigen bedeutend ihr ohnehin so arges Maximum früherer Jahre. '

Diejenigen Gegenden, welche von oben genannten Geißeln un- serer wirthscbafilichen Verhältnisse betroffen wurden, Find tief zu be- dauern* die früheren Jahre ließen in „den seltensten Fallezi dem Land- wirth foviel nach, daß ihm Yin glücklicher Kampf nut diesen Wider- wärtigkeiten noch möglich Ware. _

GeWerbe und Handel.

Der Geheime RegierunFs - Raik) Foyrnier, Vorsißender des Direktoriums der Ver in-Anhaltisxhen Eric_nYahn- Ges ells chaft, feiert am 1. August sein funfundzwanztgxahrtges Jubiläum als Präsident des Vereins deutscherEisenbabn- Verwaltungen. Am gleichen Tage begm_nt ' in Hamburg unter- dem Präsidium des Hrn. Fournier die diesjahrtge Generalver- sammlung des genannten Vereins. , _DemGeschäftsbericbtderUnfallvers1cherung6genossew s chaft in Chemniß sind folgende Mittheilungen entnommen: Ende 1877, am Schluffe des 6. Geschäftsjahres der Genossenschaft, waren bei derselben versichert 1341 Etablissements gegen 1272 Eta- blissements im Vorjahre, 25 963 441 „M Löhne gegen 23 939 254 „74 Löhne im Vorjahre. Die Yrämieneingänge beliefen sich 1877 auf 274181 „75. auf Grund der nträge, 22 956 .“ an Grund der Abrech- nun en,;usammen 297 137 «gegen 293 677.161m orjabrs.Haftpf11cht- verskcherunaen existirten noch in 116 Etaßliffements mit 3 187 713.714 Löhnen. Der Prozentsa der Nachzablungen guf Grund der Abrech- nungen Helief sich 187 auf circa 810/11 (circa 33% weniger als

1876). Zinsen zLud erzielt Wurden 17 733 „zz, wovon nacb 5proz.--

Verzinsung von eserve und Rücklage 5517 „;ck als Ueberschuß zur JabrcSrecbnung kommen, gegen 4397 “Fi im Vorjahre. Dxe Ver- waltungskoften haben fich im Jahre 1876 a„uf 34 219 „;ck, also, wie im VorZabre, auf noch nicht 12% der Pramien belaufen." An Un- fällen z hlte die Genossenschaft 2075, „dgrunter 25 Todesfalle, sowie 84 stbwcre Verleßungen. Die Entschadtgungen betrugen einschließ- lich der gebildeten Jahresrücklage gn 10 005 «. und emscblie - [ich 34 300 „74 Taxation der eingescha ten Fälle 199 891 „71; geyen 210 786 „M im Vorjahre. Die Lei ung der Genossenschaft eit der im August 1871 erfolgten Be ründung betru für Unlälle derAr- beiter 994 424 „74 Die Ia regreZnung pro 187 weist e nen Ueber- schuß von 314029161 aus. us diesem Ueberschuß können mit Yivt- dende berückfichii t Werden: Schädenklaffe 1. m1t 80 979, „74 Pramie zu 220/0 Dividen e mit 17 515 „76, SchädenklaffeZl. mit 64 339 „76 Prämie zu 14% Dividende mit 9007 «71, „Schadenkrasse 111. mit 68244 «ck Prämie zu 60/0 Dividende m1t 4095 «74, zusammen 30 617 „14, während die Staffeln 117. _und U., sowte diejenigen Etablissements, deren Prämien durch Schaden aufgingen, obne Divi- dende bleiben Werken.,

»

_ der 411 erordeutlicbm Geueralversammlyng der Neuen SommeYelder Luchfabrik, vormalß Schmidt &Co., vom 27. d. M., in welcher das gesammte Aktienkapital verirrten wm: wurde die Liquidation der Gesellschaft beschloffen.

Erfurt, 29. Juli. (W. T. B.) Saatenmqut. Der Be- such war rege. Für Oel aat herrschte unter dem Eindruck der "nie- drigen Oelpreise matte timmunßj Raxs 288-294 „;(. RuiZöl auf nabe Lieferung 64.) bez., pr. ugixst-Oeptember 64 “M. Rub- kSuYZn 15_15x „kü Getreide matt, Preise nachgebend. _ Wetter: on.

_ Der Stuttgarter Buchhandel hät nach BMJ Jahres- bericht der Handels- und Gewerbekammer zu Stuttgart, im J1Hre 1877 gegen das Vorjahr wiederum einen Aufschwung genommen, Derselbe versandte mit der Eisenbahn im Jahre 1873: 2053110 119, 1874: 2144500 112, 1875: 2130255 kx, 1876: 2173707 kg, 1877: 2520 996 kg. Dieser Mebrproduktwn von 347 289 11 „mag allerdings der Absaß nicht ganz €utsprochen haben, da fat jeder Bücherkäufer, selbst Gelehrte von Fach,„fich hei dem Ankaizf von Büchern auf das unumgänglich Nothwendtge be1chranken. Die,?)y- nahme in den Vcrsendungen im Jahre „1877 verthetlt fich auf Lervzkg mit 281307 kg, Wien 57190 kg, die Schwei _ 8659 kg, Elsaß- Lotbringen 133 113. In der Ausstattung der ueber 1st Stuttgart nach dem Leipziger literarischen Jahresbericht auen anderen'deutschen Städten vorangegangen. Ebenso find die _Xylographte, die Photo- gkanie und der Photographiedruck vorYschntten, '

In das Jahr 1877 fällt noch die rundunß emes ,Styttgarter' VerlegerVereiUS“, welcher fich am 20. Dezem c't koxistttuzrtx und welcher analog mHt den schon bestehenden eretnxn txt Leipzig 11111) Berlin den Zweck verfolgt: „Ordnung und Punkxlichxext 1111 Bereich seiner Mitglieder aufrecht zu erhalten, resp. berbexzufubren ; ferner: „sämmtlichen über Stuttgart verkehrenden Firmen diesen Verkehr immer mehr zu einem schnellen und vorthetlbaften zu machen und dadurch'_mög1ichst viele Firmen zu bestimmen, Stuttgart als Kommisfionßplaß beizubehalten, resp. anzunehmen“. ' _

Die-Jndustrie des Oelfarbendrucks hat unter den Zeitverhalt- niffen erheblich gelitten, der Absav wird. von_ einem derarngen Etablissement auf ein Drittel eringer (118 m fruhxren Jahren gx- schäiZt. Auch die in Eßlingen estebknde ltthographtxgh? Anstal't fur naturgeschichtlicbe Schu - und Familienwerke w:: fur seinere'Biider- bücher hatte bedeutend verminderten Absaß. D_a egex1 hat ein lttho- graphisckyés Geschäft für Illustrationen buchbar! lertscher Unterneh- mungen in Stuttgart im Jahre 1877 zu seinen 15 Haxdpressen und 1 „Sffchnellpreffe 1100) eine zweite Schnellpreffe m Thattgketf seßen mu en.

Verkehrs-Anftalten.

Vom 1. August ab tritt bezüglich de's Postanweij'ung's- verfahrens im Verkehr mit Fratzkretcb urid Algerzcn in- sofern eine Aenderung ein, als den Etrxzahlerix in Frankreich und Algerien überlassen bleiben soll, die Ctnzablung entweder, wie bisher, auf ein im PostgnweisungMerkebr Frank- reichs mit dem Auslande allgemein in Anwendupg kom- mmdes Formular (111113411131; ä'arbjcl-J ä'arxsnb 1018103510031) zu bewirken, oder ein Formular zu verwenden, welches tm „Wesentlichen den in Deutschland in Anwendung kom'menden Postatiwetsungsformu- [artetlilt eJxTspricht u„.d auf Cartonpapter von gelblicher Farbe her-

e e 1 .

gs Jst1die Einzahlung auf ein 1118111181; 1161111010 (1311320115 111501"- nuti0n31erfolgt, so wird von den franzöfiichen Pofstamialten ub'er jeden eingezahlten Betrag nach wie vor nur der Einzabsyngsschcm (3718 110 1'é111158100 11'1111 111111111111; 11'81'111010 ä'argeuß 101071111101131) der dechhen Auszahlungs-Postanstalt unter Briefumschlag uberjandt mer en.

Hat sich dagegen der Einzahler in Frankreiéh ,oderAÜZerien „eines Postanweisungsformulars bedient, so wird dieseOrtgmal-Po tanWetsung selbst von der französischen Aufgabe-Poftanstalt unter Yttefumscblag un- mittelbar an die deutsche AuSzahlungs-Postanftalt uberxandt werden. Die Ausfertigung imd Zusendung eines Engblungs chems findet also in diesem Falle nicht statt. Bei der Bestimmungstostanstalt sind die unter Umschlag eingehenden französischen Ortgznal-Post- aUWeisungen in das Ankunffsbuch (ür Postanweisungen emzutrggen und mit dem Betrage, auf welchen dieselben lauten, in gewöhnlicher Weise dem besteÜenden Boten zur AUIzabxung zu _überwezsen.' Der Empfang des Betrages ist vom Empfanger auf der Rnckseite der Pokianweifung bei dem öezüglichen Vordrucke:

„115011 15. 801111118 111111141160 ä'aubrs part.“

(DM umstehend angegebenen Betrag erha1t_en) _ zu bescheinigen. Anf der Rückseite der Postanw.11ung ist an den be- treffenden Stellen die Numm21 des Aykunfisbuchs zu vermerken und der Tagessiempel der Auszahlungs- ojianstalt abzudrucken.

In der Richtung nach Frankre ck und Algerien tritt eine Aende- rung des PostanweijungSVerfahrens nicht ein.

Dresden, 30. Juli. Das „Dr.Journ.“ veröffentlicht eine Ver- ordnung des Königlich sächsischen Ministeriumsdes Innern, be: treffend Erleichterungen des Verkehrs mtt Zucht- und Iiu§vieh über dis Königlich sächxisch-böhmiscbe Landesgrenze, vom 25. „zuki d. J.

Plymouth, 29. Juli. (W. T. B.) Der Hamburger Postdampfer „Herder“ ist hier eingetroffen. '

Southampton, 29. Juli. (W. T. B.) Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Hanja“ ist hier angekommen.

Liverpool, 29. Juli. (W, T V) Der Dampfer .Spain“ von der National-Dampfschtffs-Compagnie (C. Messmgsche Linie) ist hier angekommen.

N.?w-York, 23. Juli. Das Postdamps'slh'iff „Rhein“, Kapt. H. C. Franke, vom Norddeutschen Lloyd,i*.1 Bremen, welches am 14. Juli von Bremen und am 16. Jul: von Southczmpton abkaegangen war, ist gestern 9 Uhr Morgens wohlbehalten hier an-

e ommen.

g _ 29. Juli. (W. T. B) Der Dampfer „The Queen“ von der National-Dampfschiffs- Compagnie (C. Mes- singsche Linie) ist heute hier eingetroffen.

Berlin, 30. Juli 1678.

Mit der Zusammenstellung der qußgefiilxten “Sammellistexi für dieWilhelmspende befaßt sich dxs tesige stadtische statistrxche Bureau, dem ca. 90000 solcher endun en sanimtlicbec Stadte, Dörfer und sonstiger Verbände des Dxuts en thches zugegangen sind. Die Zusammenstellung der E rg ebn 1 s_s e der Wilhelmspende wird troé der dem statistischen Bureau zur Verfugung stehenden zahlre1chen Ar eitskräfte erst im September 5. Z. erfolgen können. _ Bei der Sammelstelle im hiesigen Rathbause find _bis heut? über 600576 von 1620 Personen eingegangen. Zahlreiche hiesige Etnwobner „befinden

cb darunter, welchen von ihren Hauswirtben die Sammellisten zur eichnung gar nicht zugegangen waren. Am MiWoch (Torgen) Wird die Sammelstelle im Ratbhause geschlossen werden. MM»... 71.-

Das in Berlin im März 1873 geßitdete Comité für das Luther-Denkmal in Eisleben hat, zvie,ma11 der „Magd. Ztg.“ schreibt, nunmehr seinen Zweck erreicht. Dre damals zur Vollendung nock) fehlende Summe vyn etwa 10,000 .“ ikt, troß dez Ungunst der Zeit, beinahe voUständtg aykgebracht. Von den drei eingereichten Modeklen zu dem Denkmal ist das des Professors Sie- mering. nacb Erledigung einiger Bedenken, in einer am 11. April

d. J. "abgehaltenen Versammlung des , aupt-ComitéRin Eislebxn in Uebereinstimmung mit dem 1155-1155 sachverstandigen Mit-

glieder des Berliner Comités einstimmif angenommen worden; Eine pho rapbistbe Abbildung des Dmkma 6 wird für die M1 luder in dem ureau des Reichstages bex dem Geheimen Kauzlei-Na Happel zur An icbt während dxr nachstxn vier, Wochen offen iegen. Der schr ftlicbe Vertrag unt denz Kuaftler 111 am 12. April d. I. abgeschlossen und eine Kommtssiqn ernannx worden, bestehend: ]) aus dem Bürgermeister Martins in Erziehen, 2) demSXeo- feffor 1)r.Gneist, 3 dem GFetmen Ober-Regterungs-Ratb Vr. , öne _ welche Kommis um die ne übrqu zu, uberwacbezj und die vex- abredeten Zablun en an Profe or Siemermg zu letfien bat. Die ahlungen der er?ten Rate von 100004 find(wesex1tlxch durch 21th- ung auf die Berliner Fonds bereits geleistet. Diefeierltche Ent ullung des Denkmals soll zur Sc": ularerinnerung an den Todestag athers stattfinden. Es könnte nunmc'br eine formelle Aufiösung'des Berliner Comiiés eintreten. Von dn. Herren Professor Gnettt und Ge- neral-Superintendent Brückner ist jedoch der Vdrschlag gemacht jvorden, das Comité noch forjbestehm zn laßen, 151115 um den'Mix- gliedern als solchen die Tbeilnabme an der Cnthuüungsfeterltchkett Offen zu lassen, ibeils weil noch eini e Beitrage in Aussicht gestellt find, die zur Ausschmückung der Umge ungen des Denkmals zu ver- wenden wären. Der Schaßmeister, Bankdirektor Parisius, hat _zu diesem Zwecke einen kleinen Bestand des Fonds rxservrrt _und wrrd ein Konto zur Vereinnahmung nachträglicher Beitrage fortfahren.

Der 171. deutsche Aerztevereinsfag, JahrxSoerjammlr-r-g des seit 1872 bestehenden, 165 ärztliche Vereine mtt 8000 Mit- gliedern zählenden deutschen Aerzteoereinsbundes, wird am 6. und 7. August d. I. im Tivoli zu Eis enacb abgehalten werdxn. „Zu demselbe'n entsenden die dem Bunde angehörigen Vereine xe emen oder mehrere stimmberechtigte Delegirte, während die Tbeilnabm: an der Versammlung als Zuhörer jedem Arzt gestattet ist. Der Besuch verspricht in diesem Jahre ein sehr zahlreicher zu werden, wie dre Wohnungsanmeldangen beweisen, welche dem Lokalcomité in Eisenach täglich zugehen. Auf der TageSordnung steht unter anderm: 1. Der Bericht der auf dem vorjäbrigen „Aerztetaxe _ zu Nürnberg ein.,eseZten Kommission ?ber das Lerchxnscbaugewß; 1 . der Heri t der ebendaselbtt eingefeßxea Kßmmission über die LebenSversicherung der deutschen Aerzte, die zu dte1ei_n Zweck eplanten oder bereits errichteten Lebeusverficherunss-Vereme, u_nd arztlichen Unterstüßungskaffen, sowie über analoge, hierher geizörige Projekte und Vorschläge; 111. die Frageder Zwangspfltcht der Acrzt; zur Hülfeleisiung in NotbfälTen; 117. Beaufsichtigung und „SWH der Halte- und Kostkinder; 7. der Wiederho1te Antrag, ,daß kunsttg- hin von den deutschen medizinischen akultaten der Titel „1305101- 1110111011159“ nur erst nach abgelegtem taatSexamenxverltebeu Werden möge. Auch das Thema der Vorbildung der Mediziner ((Gymnasium _ Realschule), sowie die Dauer des medizin1schen Studtumß, wird, angesichts der bevorstehenden Einberufung der Sqchverstandtgen- Kommission, welche über die von dem Gesundhettßmztt auöge- arbeiteten Entwürfe zu einem _ Geseß über dre Prufung. der Aerzte berathen so!], zur Diskuj ton gestellt werden. Die jedexn Aerzte-Vereinstage vorausgehende itzung des zur Zeit gus 11 Mit- gliedern bestcßenden Geschäftsausscbuffes d.s Aerzteveremsbundes, m welcher die den Delegirten edrucké vorzulegende, Tageßordnung definitiv festgestellt und ausgear eitet wird, findet bereits am 5. Anga]: ebenfalls im Tivoli zu Eisenach statt.

Paris, 29. Juli. (W. T. B.) 21115 Valen'cieixnes' liegen seit heute Morgen befriedigende Nachrichten vor. Du: Sttuatmrx ge- staltet si]; fortwährend bxffsr, und man darf daZiEklde des Stx1kes als nahe bevorstehend betrachten. In St. Et„tenne"sind die Fa- briken fiir Schnurarbeiien und Seidenmühlen rvcedxr eroffnct worden. Es haben jetzt aile Arbeiter Und Arbeiterinnen m1t 21115111th2 von ?twa zweYundcrt die Arbeit wieder aufgenommen; nur die Farber

eiern no .

Literarische Neuigkeiten und periodische Scßriften.

Lehrbuch des preußischen Privatrechts von Dr. Hein- rich Dernburg, Geh. Justiz-Ratb 2c. 2. Bd. 2. Abth. Halle, Ver- lag der Buchhandl. des Waisenhauses. 1878. ' _

Geschichte des 1. Brandenburg11chen Dragoner- Regiments Nr. 2 von M. T. v. KraaH-Koschlau, Rittmetstemc. Mit 2 Bildniffen und einem Uniformbild. Berlin 1878. E. ngr. Mittlxr u. Sohn. , "

Monatsschrift des Vereins zur Befdrdexung ch Gartenbaues in den Königl. Preuß. Stagien fur Gartnerer und Pflanzenkunde. Redacteur: 01.L.Wrttmack, Gen.:Sekret. des Vereins, Kustos des Königl. landw. Museums 2c. 123271111. 311 Kommisfion bei Wiegandt, Hempel“ &„Parey. 21. Jahrg., IZli 1878. _ Inhalt: Adresse an S?. Majestat den Kmser. _ 611. 25er- sammlung d.s Vereins zur Beförderung des Gartenbaues. _ Jahres- 1*ericht für das Verwaltungsjahr 1877_1878. „_ J.Vk.'Hildebrand1, Zweite Reise-nacb Ost-Afrika. _ Ravenea Hildebrandtr (5. B_0uch0. (Mit Abbildung.) _ Die Ausstellung des Gartenbazx-Vereins zu Frankfurt a. O. _ H. Fintelmann, Beobacbkungen uber dxe Ab- weichungen in dem Beginn der Blüthezeit der Obstsorten m der vvrmaligen akademischen Baumschule zi: Eldena in Pommern. _ Die Oscherslebener Stiefmütterchen. _Ltteratur. _ Pretsverzetchniffe. _ Ausflug des Vereins nach den Baumschulxn deH Hrn. Meß & Co. in Stegli . _ Die Centralhalle für den gartneriscvcn VeHZehx BE!.“- [ins und- :uischlands. _ Große Herlzst-Ausstellung des Yérems.

Notizblatt des Vereins fur Erdkunde und yer- wandte Wissenschaften zu Darmstadt und des_ mrttel- rheinischen geologischen Vereins. Darrnstadt, G. JonghausZÖe (Lof- buchhandlung. 1878. Juli. (Des Nottzblatts des Vkrems fur rd- kunde 111. Folge, 11711. Heft). _ Inhalt: Betriebßergebniffe der Eisenbahnen im Juni 1878. _, Die Taubstummen-Anstalten zu Friedberg und Bensheim 1877-1878. _ „Telegraphenverkehr des Großher ogthums Hessen 1876 u.1877. _ Emk-meensteuerpfltchtige in den teuerkommiffariaten :c. 1878. _ Vergnderungen an den Einkommensteuerkapitalien in den Steu rkommiffariaten uud dea 25 bevölkertsten Gemeinden 1870-1878. _ Hunde und, Hunderteyer 1877. _ Wasserstände Ianuar-März 1878. _ LandwrrtbscLaftltcbe Unterrichtöanstalten 1877-78. _ Preise verschiedenex Ver rauchs- gegenstände, Juni 1878. _ Vergleichende matxorolo ische Beohacb- tungen. Juni 1878. _ Serbfälle 2c. Juni 1878. _ etcorologtsche Beoba tungen zu Darmstadt. Juni 1878. _, Angelegenheiten der Centra stelle für die Landesstatiftik. _ 'VeretnSangelegeubetten.

Kunst und GeWerbe. Wochenschrift zur örderung deutscher Kunstindustrie, berauögegeben vom bayerischen wxrbemufeum zu Nürnberg. Redi irt von Dr. Otto von Schorn. NurnberZ, Verla der Friedr. Korns en Buchhandlung. 4. 12. Jahrgang. 187 . Nr. 2 . bis 31. _analt: Aus dem Nürnberger Gewerbeleben des 16. Jahr- bunderts. Das Meister'Xück. _ Von der Pariser Ausstellung. _ Das bayerische Nationalmuseum zu München. _ Das Gaverbe- Falseum WintZYtZuFcks JißiéetwßrbeL-H und kandustrie-Aus txxluxxxxij? zu.

r angen._ e 11 es 11 n er ewer e ammer u . _ Die diesjährige graphische Ausstellun in der Buchsändlerbörse zu Leipzi . _ Eröffnung der Gewerbeausßellung 811 Hannover. _ Für die crkstait. _ Aus dem Buchhandel. _ [eme Nachrichten. _ Zeitschriften. _ Den 4 Nummern sind folgende Kunstblatter bei??- "fügt: Gefchni ter ital. Rahmen (16. Jahrb.), gezetcbnet von ., Hammer; Na men (16. Jahrb.), gez. von O. Schulze; (Hrab- platten-Ornament (16. Jahrb.), _gez. von F. . S ulze; maurische Fayenzegefäße, aufgenommen von (5. Hammer._ M ttbeilun en: des bayerischen GeWerbemuseums zu» Nürnbrrg. ei- blajt zur Wochenkchrift: Kunst und GeWerbe. 5. Jahrg. Nr. 15 u. 16..

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