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als ob sie im Monde wohnten, nud nicht iU diéser clesndwichublik. Zn Vkünchén haben sich Anhänger der Farteien, die hier solchen ntrag einbrin en, bewaffnei, um eine e_rsammlung der Arbeiter u sprengen. ogar Geschütze un_d Maschinengewehre wurchn auf Lie Versammlung friedli er,Arbetter_ err tet. Und Was_1st ge- chehen, um dagegen ein us reiten? Nl ts, ondern „die Schutzer det rdnung“ haben mit en bewaffneten Banden frcxtermsiert. Den baéerischen Faschisten sind am 1. Mai vim dEr Netchkvsbr Waffen iefert worden. Kein Staatsamvalt [st gegsiz den Fabrikanten * ücbenmeistkr in Chemnitz eingeschriiien, der em ganzqs Arsenal von Ykaschine'ngewchrsn emgsmauert batte, wwbrerzd man nichl dulden will, da; Axbeiicr um Schuß der Republck s1ch bewaffnexx, ,Jn einsm erlmer ulgebäude [Haben vor estern Adend ber einer Prü elei aus Anka des Ueberfa es einer ersammlung der _kommw nisti chen Jugknd kiiglieder der letzteren aux dix Kommumsten ge- cho 611, ,Die quizci hat nicht diederhafie, die gxschoffxn haben, ndern dieMiiglisder der kommunistischenIugmid (HdriWort! links). 0 ist äbUkiÖqÉs cm Vkrsammlmngspxengungen geleistet worden? (Lachén rcchts und Luxus?!) DLL“ fasch1st1sche Terror soll von Bayer'n aus auf ganz Dents „land ausgcdsbnt werden. Red_nYr kommi auf ,die Vorgänge im prsußisckyen Lan-dt-ag zu sprechen und zitißrt emewArtrkel der .,Kreuz-Zcitung“ worm es a]s ein Skandal bezqichnet wird, daß war die Kommunisten, aber 111ch1Éug1x1ch die_sozmlde_xnokrattschen Krügeldesden ausgewiesen wurden. ezkickwend 1st, so Fahrt RdeLr (ort, daß diksés aus sich gestern nicht einmal dqzix entschlxßen Konnte, unskren Lnirag ddr Geschästsordnungskomnnsswn zu uber- weisen. Und was ist [)(-ute in diesem sogenannten Parlameni' don Yreußsn geschehen? Mehrere kommunistische undnsozialdemokrati che bgkordnete Waren Heute auf der Tribüne die ge'raumt werden so ie. Nach Wied€r€röff11ung der Siixung spra _Prc'iftdYUT Lemxrt dcipon, daß „sogenannte“ Ab Lordnete auf den Txibünen seien. _,(Hort! hort!) So sprichi ein sozia dsmokratischr Präsident Von gswahlten „Volks- erireiern! _ DiE PkEffE bat Heuik im Abgeordyeienhaus estrkifi und sich dadurck), auch die Vertreter dEr bürgerltch€n Presße, mit dsn _ crkiärt. Jm preu ischen Larzdiag ist der ungeheucr ich1ic V€1*f.1ffu11g bruck) begangen wor Gn. (BélfaÜ ber den Kommunistcn.) _ '
Abg. v. Gräfe (dklltsÖVÖW. zxkihciisp.): MLU! herzlichstes Mileid am Grabe _LiULs unschuldig ingeniordefén Geseizes, das so stolz dyn Namyn seiner hürgerlichen Väter führie. Durck) dtex Ge- schichte diesLs G9sches_zeigi siY daß der ganze Parlamdyiarismys €an lächer1ich6 Komödie ist. W ist die beste Unierstußurzg für e_men u1_1s€r€r_ Haupiyrograwmpunkte egen den ParlameniaYiS1nus. H,)offsntlich w1xd das gletée noch gesche en bei unsersm Kampjs gegen dw Iudexcherr1chaft. (La )en links.)
Abg. Dr. Bell (Zentr): Die Ausführungen des Abgéordneien Remmele iiber die Vorgänge im preußischsn Parlament gehören nicht bierhsw Wir ichkuen axlerdings 11ichi eine AuZeiizanderseßung übsx 16118, DMJL, um so wemger, als wir selbst in k€m€r Weise dklbél bLtLckiF sind.“ Zur Sache elbst stimme i den Ausführungxn des Aha. rodaux bei. Dem lntrag Warmut werden wir nicht zu- stnmnsn, da tbnx sachiiche und 1uristische Bedenken entgegenstebßw. Unser Antrag wrll kelan Partcsi zu nahe tretsn, wir wollen dW Ordnung schirizen gegen xede Gewalttäiigkeit, von wslchr SEite sie auch kommcn mag. (Bsifaü im Zentrum.)
Abg. Dr. Levi (Soz.): Meine Parisi wird das Gesc? in jeder FOassung abisbnen. Es 1st ganz klar, wohin das Gesßß 312 t, es sol); Staatsaizwaltxn und Richtern der Sinn für angebliche Strafiqien dczr Arhéiier geYärft Weren. So_ tölpelbaft ist man aÜerdinZF mxht, diwkt mdas setz hineinzusckxetben daß es sich gegen die rbeiier 1*1ckici. Eine Garantie für unpaxieiicbe Durchführung des GLsLF-Zs,
Linksicuuia/ *:.- B***y-“U *"mnpn ss " ' " . . . - ' ne ater m t ubernehmen. Un ere Parlm we1s3 die Versa.mmlung»srmc)eu deftéxas ;" schä en, uns
solitexz Sie nicht BUMM, dgß wix keinen Schu13 der Versanimsungs- frkrhezt wollen., [6 Vorchnge 1111 Preußischen Landtag beweisen, daß em RECHT nicht ohne Werkerss denM, _die es genießen, geläufig zu. sein bram 1. Ich hqffe, daß so ]Ug€11dllch€, lernbegiertge Genossen wre Scho em u. a. 1m GebraUck) die es Re ts weitere Foris ritie machen WEBÖLU. Den Mißbrauch des echis oll man aber Nick) mit Polize'i odcr USUS?! Geseßcn bekämpfen.
In der Abxtimmung wird der Antrag Wa rmu tk) „Der Versuch ist stra bar“ gegen die Stimmen der beiden Rechts- parteicn abgelehnt. Ueber den Antrag der Deutschnationalen, wonach der Versuch nur unter bestimmten Vorausseßungen strafbar sein soll, wird namen-ilich abgestimmt. Dor 52111in wird mit 282 gegen 116 Stimmen abgel-e nt. ' Das (Hefeß wird darauf mit sämtlichen bürgerli *en Stimmcn gegen die Stimmen der Sozialdemokraben und Kom- munisten in der Fassmrg des Antrags Marx-Brodauf an- g-cnoxnmen. Der Antrag dEr Kommunistew auf namentliche Ybstrmwung 'm der Gesamdabstimmun-g über das ganze Gesetz fmdet _meht die erforderliche Unterstützun von 50 Mitgliedern. " Bizepräfidsnt Rießer erteilt dsm bgeordneien Levi nach- iraglicßxein'en Ordn_u11gsruf fiir die Bemerkun , daß das Verhalten des Rexchsxustizmimsters eine Beugung des ?)?echts zugunsten des Hérrn Von KniUing und seiner landeswerräterischen Politik darstekle.
In _allen drei Lesungew wivd das (Hes 69 Über die Verteilung des (Hewrnns der Reichsbank für da_s'Iahr 1 922, 1vona-ch'von: dem (Gewinn vorweg 17,2 YMLUUT'ÖVU Mark an das Rexel) abgeführt würden, ohnd Er- ortcrung angknowmdn.
" ES fylgt dre erstexBeratuug des Geseßentwurfs uber die Beseitigung kleiner im Rsichs- schu_ldbuch_e1_ngetragener Forderungen.
A'bg. S'chucktng (Dem.); Von der Kriegsanleibe stehen noch sehr diele'ilezne Konten M1 Rerchsschuldbuch, der Finanzminister sokl mm ermachtigi werde_n, eine Mindestgrenzc festzusEJen, etiva fünf- faitsend Mark und die Fordxrungen darunter in bar zurückzuzahlen. Dwser Geseizentwurf hat emen Technischen Zweck, aber doch auch große waicxrelle Bedeuigng. Die kleinen Zahler don Kriegsanleik)? ioUsn jetzt xl)? Gsld zurücknehmen, und zWar in schlechter Papiermark. M111dem Grundsaß „Mark_ gleich Mark“ muß gebrochen werden. (FFH ÖLEUÜUWCÖÜ dEr StUatsgesmnung, Wenn der Siaat in dikser Weise stine Burgér béraubt. Wir Halten dieses Gesetz für sehr gkfäbrlich, es muß im Rechisausschuß gründlic? geprüft werden.
LYÉÜÜÉÖskaLtär Schrcher ittét um rasche (Erledigung im „Ausf izß, da sonst im JUN nochmals dix schwierige Zinsbcre nung 001)" k EMM Konken stattfinden muß. Dl? Zahler würden ni t ge- lchadtgi, sollien sogar nock) bevorzugt werden. Wenn sie ihr Geld nicht H&bcn woÜen, können fie es im Schuldbuch stehen lassM.
Dcr (Hesdßintwuxf wird dem RechtSauH-schuf; überwiesen.
|_ Daxauf wird die zwexte Beratung des NeickxslzauShalts fux1923 i_mt dLm Haushalt des Reichsfrnanz- w 1 U [ st 6 r l u m s fortgwseßt.
, ').-Wg, Henke LSM): Leider haben wir 111) keine Aussicht auf M? (??Ljundung un erer Finanzen. Das Landes tcuergeseß muß be- ]«7101111igt werden, man darf nicht darauf warten, bis die Frage der Umsäixzstéuer gelöst ißt. Wir sind gegxn eine Erböxung der Umsaß- st-ch'r, obne Weiss ann das Landesstéuergeseß so ort „fewtiggemacht wsxddn. Der soziale Charakter der Steuergeseßgebung ist nach dem KULJS n1ckckt géwabrt worden. Unser Volk it verarmt und leidet sckN-Wr unter den Foigen des Krie es und der & ertrümmerung unseres Lamdss, 111:er ATÖLÜL'T? Hai Lin ielfach€s an Steuern zu tragen _w1e der franzosisck)? Akbéilér. Die Rubrarbkiier leisten den passWen Widsrswnd iiiclz-t (mf Besthl der RLFWTUU“ Uich1s diese Hat dM Passiwcm Widsrstand organMerf sondern die BLVÖKLLUNJ selbst. Dre SZiißxungSakiion fur drs ar_ ist reckizeitig von uns gefordert ??FOTÖL'U, six: ist Voraussetzung für die Ge undung. Aber man sak) erst WWUWS der Geldsriiwk'cinng zu, von der manche Kreise Vorteil ;),-.*»sz haben. Die Proteste dLs Herrn Havenstein' ge ext das Pyr- gsdén dcs Herrn Stinnes waren“ nur ckiwack), An der 'Mit? betatigt Kick) nicht das wirklich wirtswfilrche - eduxfms nach DLViscn, sondeyn ie Spckulaiion. Wir mii [en den passxben W_1der i_and gegendte Devisenkontwlle brechcn, wir haben deshalb die (,inse'ßung eines
Zi'ommnnilstkn für solidaris
Untersuchungsausschuffes über die Devi enspekulation beantragt. Von der Einkommensteuer werden neunzikz 5 rozent alFem, durch, den Lohn- abzug aufgebracht. In England is das Vqrbaltpts zw1schen Cm- kommensteuer und Best steuer umgekebri wie b?! uns. Durxh das neue Geldentwertungö'ge e ist der Besi noch mehr begunsttgt worden als vorher; za [reiche, Unterne mungen find durch die Wertung der zugelassenen Abzüge ,ÖLULTJTU gewordexx. D1e_ großen Aktiengesellschaftcn find bestrsbi, „re oben Geschgftögewmne zu verstecken, schon um nicht zu Lohnforderungen anzureizen. Ein Gx- wissen Haben die Aktienbestßer niemals bewiesen. Wir halten es fur notwendig, an der Ruhr den passrden Widerstgnd fort qseizen, acht ur Löxun der Reparationsfra 2 was; die StußungsJ tioxi fur die ark ungefübrt werden, da Sie dre Vdrausseßung Hur die Gesun- dung unserer Finanzen ist. Wir baden eme Entschlte ung „heantragt, daß die Kosten der Rubrakiion mcht getragen werchn durfen von den armen Sieuerzablern, sondern von „den großen_ Einkommen und VermögM, d. k). von denen, die anz nielsten Vorteil Von der Ruhr- aktion haben. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) ' Um 6% Uhr wird die weitere Beratung au-f Mittwoch
2 Uhr vertagt.
Preußischer Landtag. 240. Sißung vom 8. Mai 1923, Mittags 12 Uhr. (Bericht des Nachrichienbüros des Vereins deutscher Zeitungsverleger.)*)
Vizepräsidenxt Dr. 1) o n K r i e s eröffnet um 12% Uhr dre Sißung. , ' ' . Di-e Abg. Frau Geffk e (Komm.) bringt vor Euvirrtt 'm die Tagesordnung erneut den gestern abgelehnben Antmg em, die Polizei aus dem Abgeordnetenhause zu entfernenund führtaus: _ " _ Nicht wir sind daran schuld „daß man die Polizei ms arsament bineingebolt hat. (Widdrsprucky bei der „Mehr- "eit.)- Die Sozi-al-denwkraien baden 131911118er schon vor langerer eit 'die Prügeliirafe i-m L-azvdfag em efubri. ngeo-Udvetex Kais, de_r blutig geschlag€n wurde, ist auM?chloffen worden, wahrend _die Schläger leer ausgkgcmgen sind. Wir betrachten das _Parlameni néicbi als ein Penswnai für b-öhere_Töchter. («Wehler bei der Mebxbeit.) Wir hckben unsere Obstrkai-on gestern nut voÜem" Bewußtserw ge- irieben im Hin-blick auf unsere Mraxrtw-orkung gegenuber. der Ardeiier- aft. Die Kommunisten find das einzige SPraxhxobr dieser Arbeiter- ast, und fie sollen nun mik Hilfe der Sozialde'mokraien durch oliz-eifc'iuste aus dem Parlaxment eniferni werden. Die Kdmnzrumsten "md «uch im Rubrgsb'iet die FüZrZex des Wuderstandes gegen “_die frenz- zYi'sMn Bajonette._ (L-Sbbafier Werspruck) der der Niebrheit.) Wir [ nen es ab, in» “dieskm Parlawent zu verhandeln, solangi: nichl die Polizei aus dem Hauie eniéernt ist. _So etwas war sxlbst untßr dem alten Regime nicht mög-liä). DLL. Soz1akdemokrafw Dizi die Schamde auf sick) gkladep, derartige fascrstiscbe Meizhosden emzufubren. Wir wer-dem unssrn- Wi'dérst-CMD ge en diese Mebb-oden fortsetzen. „ Abg. ““'“ “ 0111 (Komm.): *ir bsaniragw QWssßZing der Dis- kussion idé)» „nuituseiai, weil es in den- Ta-gen- der aroßfew Kalime- chm1ach eine Lächer1ichkcii wäre, ü-bex Kuli-Ur zu reden. Wir der- angen, daß .die komxwun'iftischen- Anträge sofoxt zux Beratung komwett. Wenn die Kommunisten diirch brutale Polizerflaust'e zum Verlassen des Parl-amenis gezwungen quden, so kennen ww die Ursache. Kurz vor dem Um-fall i-m Rudrgebiet, kurz Vor deq'n Verrat der Arbeiiex- inieréffen mit Hilfe der Sozialkdemokrgien Will die Sozwldemokratie dip. Arheiter dadon überzeugen, daß mit den K-omm-uwrsien zusammen LLUZZ.(*§ln'[)L'Usfr011-k gegeii die AUsbeui-Zr und gegen PDlUC-QTS und seme Militarbanden Ullht gebi-ldedwerden kaum. Die Ardeiter weiden der Soziakdemokraite eiwas pfeifen. Sie durchschauen das schxmä1iche Trerben der Sozi-allem-okraiie, die unter dem Beiialk der bürger ichen Meute die Kommumsten aus dem- Sa-xle schaffen läßt, (Der Redner erhält einßn Ordnungsruf wegen des Ausdrucks: „Büvgerl'iche Menke,“) _Dxe gestrigen Vo mr_ge haben gezkigt, daß es in Preußen- schlimmer 1st_ als Unkexden awnetten der FW sen im Nubrgsbiet. (S“(iir- wascbe Entruftungskundgebungen der ehvbei-t.) Die Kommunisten sm-d außex bawde, unicr der Gewalt der Polizei an den Verhand- lungen tet zunehnwn. Sie werden dafür sorgUi, daf; erst die Polizei aus dem Hause gejagt “(“VW-d. . AY H„eilmann (Soz.): _Zu unserm Bedauern sind wir in einer s aftSordnuwgsdehatte n1cht in der Lage, die vollkommsn Lalsche Dgrsteliung, die die Abgeordneten Geffke und Eberlein von en Vorgaanen der [LLWU Tage gegeben haben, richiig zu stellen. Wir siellen nur Ast: Wgs busy escheben ist, hat mit irgendwelchen poli- tischen Vorgangen rm N21 6 oder im Nubrrevier garnichts u tun. («_ war lediglich Nokwehr geZZn monaxelangklforkgese ie wüßte Be- chmxpfun en imd gegen den ersuch einer einen inderbeit, die xbertsme rbett des Parlaments planmäßi zu sabotieren. (Unruhe bei den Kommunisten.) Wir achten jede Freiheit und jedes Recht (Lachen bei den _Kommumstenß, aber dickes Recht hat seine Grenze da, wo eine Minderheit der acht, mit en brutalten Mitteln der überan Mehrheit des arlaments ibreg Wi cn auxzuzwingen. Die ald an all den [ „mc'ihlichen Vor angen der le ten Tage, auch daran, daß Polizei in dieses Haus geru?en werden mußte, tragen allein diejenigen, die dieOrdnun des Hauses dauernd aufs gröb- lichste gestört haben. (Beifall bei er MLH'THETIY' Wir werden ge _n diese planmäßige Ordnungsstörung alle die [fiel anwenden, ie nötig smd, um den un estörten Gang unserer „V?.rbandlungen zu suXZer-n. Von diesem Ge 1chtspunkt aus [ebnen ww xeßt die kommu- ni tischen ANträge sämtlich ab, fahren in unseren _sachlrche11 Beratungen fort und erklären den Kommunisten: Ihr Bemuhegi, den Latxdiag an seiner sachlichen Arbeit dur “x_obe Gewalt u hindern, wird an unsereyeisernsn Geschlossenheit (Helfern, (Lebha ier BeifaÜ bei der Mehrheit.)
Abg. Dahlem (Komm.): 'Wir beantragen, daß in die Debatte nichk einßetreien wird, bevor die1Polizei aus dem Hause e*ntferrzt ist. Ick) omme aus dem Ruhrgebiet, wo ick) Verbaiid ungen fiir die Arbeiters afk geführt habe und wo die Arbexierßchafi unt fran- ?)öfis en 5 ajonetten steht. Ick) muß objekiiv feststx en daß ' 1111181: en ran ösischen Ba'onetien mehr Freiheit gespürt Habe, _als brex. (Sfiirmi che laute -nirüstungskundgebunge_n der Mehrheit.) Sie onen hier diskutieren über Kuliur, in einem Moment, wo mgn hier an der S iße der Unknltur mars iert. .Was “hitzt passiert, ist in keinem Par amenk bisher eschebsn stünmscher Wrdexssxru und andauernder Lärm). Sehen «:e heizte in die auslandi e resse Hinein; Sie babew den Fran ofen die besten Waffen «Jen, die Franzossn können zeßi den ' uhrarbeikern sagen: Seht r_ denn nicht, wie Eure eigene ngterung (Euch'belwndélt? Eberlemvbat gan rechi, Sie bereiien die Demoralisatwrx der deutschen Arbeiter- klasée vor, die Brschung des Widerstandöwxllens _der Arheüerschafi. Wir machen Sie dafür Verantwortli wenn Poincaré xeßt um_ so leichter die Zertrümmerung der Abwe rronkt an der Ruhr erreicht. Wir erklären heute offen, daß Ihr ngrifT, den Ste gegen _uns untemommen habkn,_ nichts anderes bedeute, ais dre dersehleierte Kapitulation vor Poincaré! (ScbgUendes Gelacbter im ganzen Hause.) “ br Vorgehen bedeuiet mchts anderes, als Larzdesverrat erneutes türmisches Gelächter und andauerndewgro er Larw), axs ie Aufgabe der Einheitsfront der Arbeiterklasse 1111 ubrgebiet, fur die wir Kommunisten eingetreten wd forxdauerndes Lachen). Unsere Partei hat es als einzige gewagt, ie rbeiter zum Wrdexstgnd gegen den rar1zösischen Einbru aufzufordern, Wiederum md drei kommu- nisticbe Zextungen Von en Franzosen _auf drei onate oder _auf unbe timmte Zeit verboten wor en. _Arbeiter, die “noch etwas auf [hkk roletarische Ohre Halten, können nicht dulden, daß bier unter solchen ?Lmständen verHandelt wird.
Präsideni Le ine ri: Ihre Reidezeii ist abwelaufen.
') Mik Auönahme der durch SPerrd/c'uck hervovge obeneii Reden der Herren Minister, die im Worklaute wiedergegeben lJWT).
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Ein Antrag auf Schluß der Geschäftsordnungsdebau, wird gegen die Kommunisten angenommen. Gegen die- sofort, Verhand[ung des kommumstrs n ?lntra es.an Eutfernunng Poli eibeamten aus dem Hau e mird fat einstimmiger Wider; spru [aut. Die TagesordnunÉebl-eibt also „unverändert. "'
In e ter und zweiter ratung nxwd die Vorlage wegen ufhebung desAusleeichxlsfondg süß" die Eisenbahnverwaltung ohne ussprache durckj Annahme erledigt. „
DieNovellez'um (Heseß über Bereitstellung von StaatSMttteln zur ördßruw „ow Bodenverbessserungen vonz1.Aprrl19ZJ an den LandwirtckwftSqUSschu-ß, „dve Vorla e Wegen Uebertragung richterltcher Ess äfte jn] ZwangMerstetgerungs- und ZwangsUerwal; tungssachenaufGerichtsschreiberandenRechxg,“
auss ß. .
YUM Haupt-auSschuß überweist das Haus die Vorlagew
wegen VereitstellunZLweiterex Stagiswittek
!:)Ük den Ausbau von cxsferkraft-esnimobeken uellgebiet der Weser und für„ den Ausbau
von Wasserkrä ten des Mains.
Von den Sozial mokraten, dem Zentruw und der Deut. chen VolkSpartei ist ein GeseH-entwurf uber die Be- tellung von Stellvertretern dex Landesq
irektoren in den Provinzen Nieder- uwd' Oberschlesien eingebvacht. Auf Anika? von Krieg; (D. Nat.) wird dieser Geseßewtwurf dem Ver assmigsausschuß Überwiesen. _ . “
In erster und weiter Beratung erd der von den Regie, rungsPart-eien einge mchte "Urantva-g auf Anna wre em'cs Gs., seßewtwurfs zur Sicherung des tedlungs- verbandes Ruhrkohlenbezirk ohne Aussprache uw, verändert angenommen.
Zur zweiien Beratung steht sodann der (H es 8 „ e nim u rß über Aufsichtßräte bei ergg'ewer schaften, Ohne Erörterung wird die Vorlage M wentter und lLofoxt auch in dritter Lesuwg nach den Ausschußvor'chlagew verg s(hlLst.
Davauf nimmt das Hans M zweiber uiid dritter Leszmg die Vorlage an, durch Mlche nunmehr auch 111 der P r ov in Oberschlesien, und zwar vom 1. Oktober 192 an, das (Heseß wegen Einführung eineu AlterSJrenÉeinKraftgefeßtwwd. '
Nack) Mm orfchlage des A-elxeftenrats wird der Urawtrag verschi2d2ner Parkeien über dve "Forxfu rung des, Mittels annungSneßes fur die „ebeand- we rke O ?t p reu ßen s dem HauptausschUß ubcrwiesen,
Darauf tritt das Haus in die Fortseßung der zwerien Be-
rafun des ausbalts des Ministeriums, fü'q WisJens aft,KuntundVolksbildunZein.Mif llgememe'
der all «meinen Be pre )uwg über Ministerium, VerwaUFm-g und Geiijtlickw Verwaltung n-ehsi den dazu gesielltezt Entschließungsanträgen und über dazs mest-ergYHalt wrrd diq Beratung wieder eröffnet. In Vevbtwdung dam1t wxrden er-; örtert die Große Anfra e des entrums uber r-eligionslose; Konfessio1isschulem dve roße n rage der Deutsch-Hannovee raner übEr die Landankäufe rm ten des Staaws vom chnv noverschen Klostsrfonds und d&.Uraqtrqg dex: Deutschnath nalen über die Besoldung der HilfSJ-exstltchen. Der Abg. H o ff (Dem.) verweht als erster Redner zunk
Kultuslxausbalt zu sprechen. „Er WWd d _ „ der Kommunisten damn gehindert. Immer Wieder er man; die Rufe: „Polizei raus!“ Wiwderholi mahxtt der, 'rafidenx L e i nert zur Ruhe und erklärt schließlich: Dre PVÜZR kommL“ nicht heraus. LYSU Sie den Redner spvechen! Ick) wsrde den! Landtag gleich uhe verschaffen. Als dre lärmenden, Uwier- brecbuwgen der Kommunisben andauexnd anhalten,. schließt deu Yrä-sident die Mitglieder der kommunistischen Frakiion K o n rg.
berlein, Dahlem von der Stizun aus. DaFdeé AUSgeYchloffenen nicht aus dem Saale ewt Men, erklart" rey. 1d€nt e in e rt die Sitzung sfür unterbrochen. ExMuber smrmt- cher Lärm bei den Kommuwi ten. Präsident L e t n e r t fordxrf, ie Mitglieder des Hauses auf, den, Saal zu „verlassen und laßf' am!) Hämtliche «Tribünen räumim.
chkuß d'er Sißung; 1 Uhr.
Auf den Tribüwenpläkzen, die für Nc'chStngabg-eordneté. !reserviert smd, haben inzwischen mehreye komnmmsttsche NetW- tagsabgeordaiete Plaß Fenomm-en. Yve Vertveier der VM haben gleichfalls lhre iße niche gerauxnt. , „
Um 1% Uhr eröffnet Präsr nt L U n ert dve Srßung vos neuem mit der Mitteilung, dq-ß die Abgeordneten qulsQ C b e rlein und K öni , die in»zmschxn von Polizeibeambsl aus dem Swal hinauSgefüßrt smd, durch ihr Verhaan s1ch Fl den Ausfch1uß auf axht Stßuwgßtage ugezogen haben, un W klärte ferner, daß er infolge einer amensvemvechslung “aucli dsn kommunistischen Abgeordneten Plc 11 ge hinaus_ 1171911?! habe, während er den Ahg. Schöwebeck gemeint babe. r W ( diese Ausweisung aber 1th nicht mrfrechberhalten. Der Prüfii dent äbrt fort:
ins möchte ich noch bemerken. Diese betrübeyden und,!)e'dau liéen Vorfälle sind keine Gegenstände_der Sensation. Mit was ge agi, daß auf einer Tribüne angeblich ReichstagSabgeordnejke geweigert haben, meiner Aufforderung zu folgen„ da sl,? blekt. Gäste bei uns anzusehen sind. Außerdem my :ck mßnxem [ck Bedauern Ausdruck geben, da die Presse es m t _r 110ng Lk.“ e hat, meiner Awfif-orderumg u »Mein. Es find das keine SMWVM Nur mit tiefstem Abs eu Jann man diese Dinge betta ten. DF bSeYaurte. ich eschsexl)r„Ü afonarki diese Yorfalledazémets dengisiédTrganl ua 1011 ma en W! . «5 mm nur agen „ . delsltÖarlanic-„ntaristnus wäre, wenn solche Dinge sich Weiter erergne1 o en. Als der Präsident dann dem Abg. Hoff JDM.) zur FTF,“ seßwng seiner Rede das Wort gibt, rufen die als 169€? [) neti tveter der kmnmunistijchen Fraktion im Saale «le ern„ Abgeordneien Schönbeck imd chm Geff'ke dauéisk Hier =witxd nicht gesprochen, solange dte Po-xizet 1111 Haus loi Ws wiederhokte Ruhemahnungen des ben «YZF Neiden, ve ügt der Präsident auch“ den Ausschluß der Gefste und ckxöndeck. „ „ ' ,. t dil
Die Sißung ist untcvbroch-en. Der Prastdenk [aß TÜbYendxäUJMi 1)" SW finden [ ,
«n r aue 'ts zur neuen ung - „ Reichstwgsabgeordnete wieder auf der xrschauertrtbman Die ausgeschTossenen beiden kommuzii Fischen M) W Saal verlassen auf Au-sxrderung der Polizetkbeqmten LU lamp; unter dem Ruf: »? lebe der redokutionäve Klqssß,“ mti Hierauf verläßt die Pvesse geschlossen die Pressentr'tbmtteen dk] stellt die Berichchersiatnmg awgcéichis den vom Praitden Presse gogeniiber geübten Kriti ein.
Schlaf; 2. Uhr.
urch awdauernden Lämw'
„
m in einer pvechung eines Aus chusses der NaeYZer mit dem YFfidenten Zeinert Au lärung ge- Wen ist über die der Ptege RFnuber gema ten Aeuße- gen, nimmt die Presse „40 hr die BerichtersWMng
' r auf-
pm Abg. Hoff (Dem.) verlangt Reform der Lehrer-
k1l§eßanF für Wissenschaft, Kauft und Volksbildung Dr. B o e r i s: 'ne Damen und Herren, die Frage der Einengung unseres Etats ck die finanzielle Not unserer Tage hat uns im Ausschuß und
“ck bier im Plenum auf das lebhaftesie beschäftigt, und das Wort
" der Sparpolitik hat unsere Verhandlungen drüben im
Muß wie hier im Plenum begleitet. Wir müssen uns klar
„„über sein: wenn auf allen Gebieten unseres Staates, und oft
du, wo es vielleicht am schmerzhaftesten ist, Ersparnisse ge-
macht werden müssen, so können steh die Bereiche des
Ministeriums für Wiffensehaft, Kunst und Volksbildung diesen
Notwendigkeiten nicht entziehen. Es ist vollkommen richtig,
wenn man immer wieder darauf hinweist: Man hat uns durch
einen erbarmungslosen Friedensvertrag fast alles genommen; aber
msere geistigen Güter, unsere Kulturböhe kann man uns nicht „hmen; wir müssen uns mit aller Kraft, die uns zu Gebote steht, anstrengsn- daß wir in dieser Zeit beispielloser Not unsere Kultur- höhe halten, Wenn möglich steigern. Aber auf der anderen Seite bin ck auch überzeugt, daß ich in diesem hohen Hause das Verständnis dafür finde, daß, wenn anfallen anderen Gebieten, so auch auf diesem Gebiet notwendigste Einschränkungen erfolgen müssen, und daß gar- nichts anderes denkbar ist -- auch für den Kultusminister - als ,jnKompromiß mit der Finanzverwaltung zu schließen. Immerhin müssen wir dankbar anerkennen, daß der Staat noch imtner in die Lage verseßt werden konnte, die kulturellen Aufgaben, wenn auch unter einer gewissen Selbstbeschränkung, erfolgreich weiter durchzuführen. Und wir vaen uns doch das eine klar machen, daß die Ausgaben Preußens auf dem Gebiete des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volks- bildung im Verhältnis zu den übrigen Außgaben Preußens von 12,59 0/0 im Jahre 1914 nicht etrva gefallen, sondern noch etwas gestiegen sind, nämlich auf 13,2 0/0 im Jahre 1923, Freilich, das ist richtig: innerhalb des Etats haben beirächiliche Verschiebungen stattgefunden. Es find die Kosten für die Robbed ürfniss € am meisten gestiegen. Es ist während der Verhandlungen im Hauptausschuß nicht mit Unrecht hierauf aufmerksam gemacht worden, daß 3. B. die Unterhaltung der Gebäude gegen das Jahr 1914 um das 25fache gestiegen sei. Bei- läufig bemerkt, ist übrigens jetzt vom Finanzminifterium zugestanden wvrden, das; diese Außgabe um das 80 fache steigen dürfe. Auch die aUgemeinen Ausgaben, die Ges cb äftsbedürfnis s e sind stark gestiegen: im Verhältnis zum Jahre 1913 um das 80 fache, ja die Kosten für die Heizung sogar um das 250fache. Aber hier liegen in derTat auch absolute Notwendigkeiten vor. Wir müssen zunächst versuchen, die Betriebe aufrecht zu erhalten. Denn die Instandhaltung der Werkstätten geisiigen Lebens ist auch sclyon eine Kulturtat, wenn Räume nicbt geheizt und Geschäftsbedürfnisse nicht mehr befriedigt werden können, kann naturgemäß auc?) die darauf angewiesene Kultur- arbeit nicht gedeihen.
Aber das ist richtig: Auf dem eigentlich kultureüen Gebiet find die Auögaben niéht in dem Maße gestiegen, wie es die Entwicklung unserer Geldverhältniffe wünschenWert erscheinen läßt. Unsere Sammlungen, unsere Lehrmittel, die Förderung allgemein-wissensck)aftlicher und künstlerischer Zwecke haben zweifellos leiden müssen und leiden auch heute noch. Unser Streben wird es sein, hier, soweit es in unseren Kräften steht, zu beffern, vielleicht dadurch, daß wir uns auf das Noiivendigste noch mehr konzentrieren als bisher und vielleicht in größerem Maßstabe eine ge- wisse Planwirtschaft durcb Zusammenlegung von Sammlungen, von Lehr- iüchereien, von Bibliotheken einführen. Fraglich ist es, ob man eFWa e1neWese11tliche Erhöhung der Einnahmen aus eigenen Betrieben erstreben soll, sagen wir durch eine ganz außerordent- Uche Steigerung der Schulgelder, durch eine große Steigerung der Immatriku[ationsgebühren und der Vorlesungsgebühren, der Eintritts- preise für Museen, Sammlungen, Theater usw. Denn es besteht hier di,? GEfabr, daß gerade der Stand am siärksten getroffen wird, der bisher vorzugsweise der Träger der Kultur gewesen ist. (Sehr richiig !) Was nuyt es, Wenn durch eine gewisse Gruppe neue: Reicher vielleicht eine virübergebende beirächtliche Steigerung erzielt wird und der sch1ver 1e1dende§17kittels1a1id dabei in Bedrängnis kommt. Ich glaube aber, daß wtr überzeugt sein dürfen, daß das Finanzministerium im Bereich der Möglichkeit auch hier Weiter helfen wird.
Wir müssen aber auch - und darauf ist auch im Haupiausschuß UYJLWtesen worden _ ein Kompromiß mit den Städten schließen. Die Städte haben in den vergangenen Jahrzehnten mit vorbildlicher Krafxßgerade unsere blühenden Schulen, Volksschulen, Mittelschulen und Oohere Schulen, erhalten und entwickelt, und wir wollen dankbar “"erkennen, was hier gescheben ist, und was vor aUem geschehen ist duzcb weitschauende Politik tüchtiger Stadtverivaltungen. Deshalb Mussen wir Verständnis für die Nöte der Städte haben, in die b [M vor aUem dadurch geraten sind, daß ihnen ihre Steuer- [olbelt nicht erhalten geblieben isi. Deshalb Werden wir :éVolsckUäge der Siädie, die uns unterbreitet Werden, wie hier F;“! Staat durch größere Unterhaltungszuscbüsse gebo1fen werden „nne, auf! das ernsihastesie p1üfen, und wir stehen in Verhandlungen mitdem"annzministerium, um disse U n t e r k) a [ in n g s z u sch ü sse “ck Möglichkeit zu erhöhen. (Bravo!)
WAW), bei der Frage der Erhöhung der SCHULEN)“
vorentwir uns dem„nicht versch1ießen können, Was die Sfädte uns
ejnFean..baben“ daß eine erhebliclw Erhöhung des Schulgeldes
Echr€11€n mußte, und wir Haben schweren Herzens einer Ethöhung des
forjjlxgeJd-ss von 4000 auf 20 000 9/6 im Jahre zugestimmt; bei einer
ka'ZL-Wenden E111wertuug des Geldes Werden wir einer Weiteren
LÖ“ NMI dW; Echulgeldes kaum widerstehen können. Aber ich möchte
Mal "VÖ „einmal und hier besovders an die Städte die
iejoxllmg r1chten, daß dock) nicht durch überspannte Maßnahmen
ie [3ng Schichten von BildungSmöglicbkeiten auSgeschloffen werden, und 52;slnxr vorzugsweise dem Siaate die hervorragendsten Beamten ie 1etk1üéskkU'kerl gestellt haben. Aber alle Spa rmaßn ahm en, e! bxßßen „smd und die getroffen werden müssen, haben ihre Grenzen-
ein (1 en 1hre "Grenzen an dreierlei: Zunächst darf unter olkM Umstanden die geistige Substanz unseres
ei “S_angegriffen werden; daneben müssen die
"*kkafte, die in unserm Volke schlummern,
werden, und schließlich darf die körperliche Er- tüchtigung unserer Jugend nicht unterbunden werden. Halten wir uns das immer vor Augen! Ich habe mir erlaubt, im Ausschuß das näher außzufübren, und habe wiederholt darauf hingewiesen, daß das Schicksal des deutschen Volkes doch zuletzt von seinen geistigen und sitt- lichen Kräften abhängt. Wir müssen alles tun, um diese Kräfte zu wecken, lebendig zu erhalten, zu stärken und voll zur Aus- wirkung kommen zu lassen.
An diesem Maßsiab gemessen, müssen wir Uebertreibungen und Forderungen einer übertriebenen Sparpolitik entgegentreten, die in der Oeffentlichkeit vielfach erhoben werden. Alles, was auf eine Minderung der Leistung binauskommen würde, muß unter aÜen Um- ständen zurückgewiesen werden. Daher ist eine Zus amm en : legung vo n Klas s en in größtem Maßstabe vonommen unmöglich. Man rege fick) in der Oeffentlichkeit nicht darüber auf, wenn einmal eine Unterprima und Oberprima, die zusammen vielleicht 15 Schüler haben, zusammengelegt werden. Wir kennen Klassen auf dem Lande, in denen 60, 70, 80 Schüler beute noch zusammenstizen müssen, und es ist mir mitgeteilt Worden, daß es Sckzulklaffen auf dem Lande gibt, auch heute nock), in denen so vielSchüler sind wie in einer kleinen sechsftus1g€nRealfchule. Da ist es vom Gesichtspunkt einer verständigen Sparpolitik durchaus geboten, derartige Klassen zusammenzulegen, und ich bin überzcugt, daß mit 15 Primanern, wenn fie im kombinierten Unterricht zusammen- gefaßt werden, auch pädagogisch durchaus Ersprießliches geleistet werden kann. Gibt man das rukckig zu, so kann man andererseits auch über- triebenen Forderungen von Zusammensegnngen mit gutem Gewissen entgegentreten. Sparkamkeit am rechten Fleck ermöglicht die Durch- führung anderer Aufgaben, die notwendiger und brennender sind. Ferner müssen wir den Versuch einer zu starken Inanspruchnahme der Lehrkräfte durch eine Uebersieigerung der Wochenstundenzahl entgegen- treten. Wir müssen noch mehr der Forderung entgegentréten, daß die Dauer der höheren Schulen von 9 auf 8 Jahre herab- gesetzt werden soll. (Bravo !) Solche Sparmaßnahmen würden fich für die Zukunft auf das bittersie rächen. (Sehr richtig !) Man ver- gesse doch nicht den Zusammenhang zwiscßen geistiger Entwicklung und wirtschaftlichem Leben. Das ist doch der Hauptgesichtspunkt, der immer wieder in jenen Jahren, als man sich Lebhaft um die Einheits- scbule stritt, die Gemüter beWegte: d aß alle latenten Kräfte in unserm Volksleben zur Entwicklung (; ebracbt Werden müßten. Das ist der wichtigste Gedanke der Einheitsschuke.
Die Durchführung der Einheitsschule ist oft einer recht herben Kritik unterworfen worden. Halten wir an dem grundlegenden Gedanken fest, der in der AufstiegSmöglichkeit jedes Menschen zu der von ihm erreichbaren höchsten Bildung besteht, und sehen wir zu, Was dafür in Preußen bereits geschehen ist, so Werden Sie, glaube fck), zustimmen, daß die Einheitsschule bei uns in Preußen auf dem besten Wege der VerwirkTichung ist. Wir wolken keine toten Gleise, von denen soeben auch der Herr Abg. Hoff gesproÖen hat. Wir wollen Uebergangs- und AufstiegSmöglichkeiten, soweit sie in dem Aufbau der Einheitsschule irgendwie möglich sind. Verbindet man mit diesem Gedanken den anderen, daß ein organischer Zusammenhang unseres gesamten Bildungswesens erreicht Werden muß, so find wir
wert vor hundert Jahren das Werk Wilhelm von Humboldts gewesen ist, so tief bedauerlich ist es, das; damals der große Eniwmeüverns nicbt Gesetz geworden ist, der bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Einheitsschule in Preußen gesetzlich festlegen Wollte. Ich glaube, daß im vergangenen Jahrhundert gerade durch das Scheitern dieses groß angelegten Entwurfs unendliäh viel von Isolierung. Zersplitterung und Erstarrung in unser gesamtes Schulrvesen bineingekommen ist. Nehmen wir den drilten Gedanken hinzu, die Einordnung des Einzelnen in die Volks- gemeinfchaft, in den Staat, dann haben wir, glaube ich, die Fundamentalgedanken, auf denen die Einheitsschule beruht.
Der Herr Abg. Holtz hat im Ausschuß zu meinen Ausführungen über die Einheitsschule darauf hingewiesen, daß wir doch im Haus- halt noch immer getrennte Kapitel für Volksséhulen und höhere Schulen hätten. Das ift etwas rein Aeußerlicbes und kommt für die Würdigung des Geleisteten nicht in Betracht. Schwerer War
hat, daß jede Reform und jeder Reformversuch dem Ministerium erst abgerungen Werden müßte. Meine Damen und Herren, darf ich Sie an ein Wort erinnern, das Harnack auf der Reichs- fchulkonferenz gesprochen hat, gerade in jenem Ausschuß, der sich mit dem Aufbau des SchulWescns befaßte, wo viel über die Grundschule und den organischen Aufbau auf der Grund- schule gesprochen worden ist. Damals sagte Harnack: .Das ganze Leben, die Betrachtung der Natur wie die Entwicklung des Menschen- geschlechts lehrt uns eindringlich, daß alle Organisationsumwandlungen langsam, still und stetig vor fick) geben. Und gerade jemebr fie unter dem Einftuß der äußerlich zwingenden Verhältniss in dieser lang- samen Umbildung begriffen sind, desto stärkere Organismen erzeugen sie im Laufe der Zeit.“ Wenn von mir hier von der Tribüne dieses Hauses wiederholt darauf hingewiesen ist, daß wir langsam und stetig in dieser Hinficht arbeiten müssen, so ift damit vielleicht doch wohl das Tempo unserer Arbeit richtiger angegeben, als Wenn wir mit überstürzten Reformen kämen. "
Sie gestatten mir, daß ich hier eilvas ausfübr1icher verWeile, und ich möchte denjenigen, die auch heute noch zu den ent- schiedenen Schulreformern gehören oder sich zu ihnen rechnen- zurufen: Schauen Sie nicht immer zu'rück in die Vergangenheit, hinein in die Theorien und die Konsiruktionen, die damals während des Krieges, zu Ende des Krieges und nach der Umwälzung aufgestelit worden sind, sondern Wagen Sie einmal ganz frisch und frei und unbefangen den Blick Hinzuric'hten auf das, Was bisher geschehen isi. “
Ick) spreche zunächst von der Grundschu1e. Durch das ReiÖSgruudscbulgeses vom 28. April1920istohnejeden Zweifel damals aUes das festgelegt worden, was heute wieder vielfach umstritten ist. Dieses Reichsgrundsébulgeseß ist dann in Preußen durcb Nun'derlaß vom 13. April 1921 zum exsien Mal näher er- läujert Worden. Als dann im Laufe der nächsten beiden Jahre häufiger Umgebungen des Grundschulgeseßes bemerkbar wurden, haben im Reichsfchu1ausschuß erneut Beratungen stattgefunden, und dann ist eine Verständigung alLer Länder erzielt worden. Diese Verständigung hat für Preußen zuerst ihren Niederschlag in einem
1- "ts? allen Umständen zur Entfaltung gebracht.
auch hier ein gut Stück Weitergekommen. So groß und beivunderns- _
der Vorwurf. den der Herr Abg. König hier im Plenum erhoben '
vom 31. März d. J., in dem die Durchführung in einer Reihe vox Zweifelsfällen näher erläutert wird. Das Reichsministerjum des Innern hatte am 18. Juli 1921 Richtlinien für die Durch- führung des Grundschulgeseßes vorgelegt. Hier heißt es im zweiten Teil Absaß ]: " „Eine Sonderung der Schüler innerhalb der Grundschule zu dem Zwecke, bestimmte Kindergruppen auf den Eintritt in die höhere Schule vorzubereiten, darf nicht erfolgen. Ein Durchlaufen der Grundschule in Weniger als vier Jahren würde dem § 1 des Reichs- grundschulgesetzes widersprechen und ist auch aus sachlichen Gründen abzulehnen. Die Aufnahme in eine mittlere oder höhere Schule ist ausnahmslos erst nach Erfüliung der vierjährigen Grundschul- Pflicht gestattet.“
In mündlicher Verhandlung mit dem Reichsininisterimn des Innern ist nun wiederholt erklärt worden, daß sämtliche Länder dieser! Richtlinien zugestimmt hätten und daß nur Preußen noch im Ver- zuge sei. Preußen hat dann, nachdem noch gewisse Verhandlungen über die Privatvorschulen stattgefunden hatten, ebenfalls diesen Richt- linien des Reichminisieriums des Innern Vom 18. Juli 1921 zuge- stimmt.
Es ist darauf hingewiesen wvrden, daß Württemberg Eine andere Regelung getroffen habe. Das ist bis zu einem gewissen Grade richtig. Württemberg hat im April vorigen Jahres, bewor es den Richtlinien zugestimmt hatte, einen Erlaß herauSgehen lassen, nach dem eine ge- wiffe Differenzierung in der Grundschule möglich sein soÜe. Dann aber hat auch Württemberg den Richtlinien dcs Reichs1ninistsriums des Innern zugestimmt. So smd dies?. vom Neichminisierium des Innern im Einvernehmen mit (111611 Ländern HerauSgegebenen Richt- linien für (106 Länder verbindlich; ste find im Neichsministeria1blalt veröffentlicht worden; und so besteht dieses Grundschuweieß auch für Preußen, und nach ihm habe ich mich unter aÜen Umständen zu richten.
'Herr Abg. Oelze war der Meinung, ich könnte dock) mal fünf gerade sein Tassen, und er Verlangte die differenzierte Grundschule; und zwar motivierte er das damit, daß ich ja sonst mit der Ver- fasung nicht so ängstlich sei; Wenn ick) mich in der Frage der sogenannten „Sammelklassen“ nicht ganz an die Verfassung hielte, fo brauchte ich mich vieÜeicht hier auch nicht so ganz daran zu halten. Hier handelt es sich aber um zwei ganz verschiedene Dinge. Auf der einen Seite um ein bestimmtes Reichsgeseß, das ich als preußischer Minister unter allen Umständen durchzuführen verpflickytet bin, auf der andcren Seite, bei den Sammelkaffen, um einen gewissen Wider- spruch in der Verfassung, der auf irgendeine Weise gelöst werden muß. Ick) komme noch darauf zuriick.
Nun verlangt Herr Abg. Oelze die differs n z i erte Grands ck) 1118. In welchem Umfange, ist nicht klar zu erkennen; Aber ich muß doch sagen, daß das zurzeit eine rein pädagogische Frage ist, die uns staatspolitisch hier Überhaupt nicht interessieren sollte; fié wäre reizvoll für eine pädagogische Diskussion, wie sie ja auch auf der Reichsschu1konferenz in breitem Umfange gepfkogen wordan ist; Für uns kommt - das wiederhole ich - lediglick) das Reichslgrundo' schulgeseß in Frage, und ich erwähne hier ausdrücklich, daß schon in dem 25. Ausschuß des Reichstags, der über den Entwurf eines Go- seßes, betreffend Grundschulen und Aufhebung der Vorschulen bez raten hatte, ein Antrag eingebracht worden ist, im § 1 den Abs. 3 wie folgt zu fassan:
Für besondere FäUe kann durch die Landeszentralbeiwrden zu; gelassen werden, daß der Lehrgang der Grundschule ein Jahr ver; kürzt odcr verlängert wird.
Dieser Antrag ist damals abgelehnt worden und ist auch yon der" Partei, die ihn im Ausschuß eingebracht hatte, im Plenum nichr" wieder vorgebracht wvrden. Ach) die Plenarverhandlungen, die dami im März und im April über das Reickysschulgefeß stattgefunden haben, zeigen, daß sick) aÜe Partkien einwerstanden erklärt Haben mit der vierjährigen sozialen Grundschule, und daß gerade der Abg. Dr. Mumm es gewesen ist, der, ich glaube, seinenParteifteundcn ist erster“ Linie, dann aber auch denen, die fich an den Gedanken einer sozialen Einheitsschuxe noch nicht recht gewöHnen konnten, das Gewissen ge- schärft hat. Sie gestatten, daß ich die Worte des Herrn Abg. Dr. Mumm Ihnen in die Erinnerung zurückrufe. Herr Dr. Mumm sagte in der Sißung vom 19. April, an dem Tage, als in dritter Lesung die Abstimmung über das Reicthrundschulgeseß stattfand:
„„Von diejer Sieüe her, wo man als Von einer Kanzel Weithin gehört wird, möchte ich eine Bitte an manche Schichten unsere! Volkes richten, die bisher dem Gedanken der sozialen Grun d- s chule fremd oder ablehnend gegenübergestanden haben. Jak möchte die Bitte an alle Gesmnungsgenoffen richten, daß sie ver- suchen soÜlen, die Gründe, die für die Einführung einer sozialen Schule, einer Grundschule für alle Säzichten unseres Volkak sprechen, zu würdigen, und daß sie tun möchten, was geschebey kann, um diesem Gedanken in den Herzen aller Schichten unseres Volkes Bahn zu brechen.
(Hört, hört! bei der D. V.=P.) Wenn in Weiten Bezirken unseres deuischen Vaterlandes, in Süd- deutschland und Sachsen, ebenso in Westfalen, seit langem an Stelke der Vorschulen die allgemeine Volksschule für die ersten Jahre go- treten ist, so muß aucb im übrigen Gebiete des deutschen Vater- landes neu geprüft werden, wie Weit es möglich ist, sein eigen Kind auch auf die aUgemeine Schule zu schicken und dadurch, wenn auch manche Gefahren darin liegen möchten, doch zugleich idm ein Gefübx der sozialen Gemejnbütgerscbast zu geben, das für unser deutsches" Volk von großer Bedeutung werden kann. Wenn manchmal im" Siegerlande GeWerke und Arbeiter das brüderliche Du der ersten Schuljahre durch ihr ganzes Leb'en hindurch beibehalten, dann liegx datin ein Element soziaLer Versöhnung, das in einer „Zeit vou solch furchtbare: Spannung, wie es die Gegenwart ist, wahrlich nichk gering geschätzt werden sollte. Kultusministcr Bose hat nie bereits in seiner Jugend die Volksschule besucht zu haben “ Es ist damals in den Verhandlwngen des Ausschusses und im" Plenum überhaupt nicht mehr über die Dauer der Grundschule:" diskutiert worden. Es ist darüber vexbandclt worden, ob die Grund- schule eine Simuktanscbule sein solle oder nicht, und es ist vici über" die Frage der priVaten Vorschulen gesprochen Worden. Sirio An- xegung der Leitung eines provinzialen pbilologiscHen Vereins, unter" Umständen auch diffcrknzierte K1affen einzuführen, ist nur kurz von- dem Hkrm Vlbgcrrdnctcu Mumm in der dritten Lcsung erwäbnx' wvrden. Er izat diefe Anxcgung ,güiigcr Erwägung" der dabei beteiligten Insianzsn empfohlen, _
Das ist die Stellung, die damals im Ausichuß und im Plenum
des Reichstags zu der vierjährigen .sqkalmGrundfcbule' eingenomm“
Runderlaß vom 16. Januar .d. J. “gefunden und dann in .einem Erlaß .
worden ist.