len Ml der Paradeaufftellung begrüßt hatten, ritten un..,- *.*-„| Wim 'WWWNWHM U sen einem dreimal begeisterten Hurrah. Dann wurden die Yannik! e acht. Dem Kaiser zur _Seite ritten . Kaiserliche und Kön licke*Ho 't der Kronkrnzz und der General von Bose. Ihre Maj ät die Ka erux-Königin Yu in einem offenen sechsspänni en Wagen. Dre König- i Prinzen, die fremden fürstlinn _Personen und eme äu glänzende“ Suite folgten zu Pferde. Nachdem das erfte Treffen besichtigt wurde _das zweixe rs en Yomefflinken Flügel avs a erititedn.s DÖtJnfanteÉte dxs ? rs? r ens ormirte 1 wahr" en ie er “zum ara ema . Se. Majeßt'der ZKM nnd König bygab'en Sich alsdann zu den an der Tribüne aufgestellten Kriegervexeinen, um dte- selben zu begrü en und stiegen vor dem Beginn des, Parade- marsches vom ferde in die bereitstehende mersßänmge Equi- page. Der Vorbeimarsch erfolgte zunä st puri er Infanterie in Com agnie-Fronten, von der Kava erte m EscadronE, von der rtillerie in Batteriefronten. Beimzweiten Vorbeimarsch erschien die Infanterie in Re imentE-Kolonnen, die Kavallerie und Artilleme im Trabe. ei dem Vorbeimarfch führten die Dur lauchtigsten Eßefs Jhre Regimenter bei Sr. Majestät _vorü er. Um 12 U r erreichte die Parade ihr Ende.
Das von allen Seiten zum Paradeplaß zusam- mengesirömte Publikum bra te der Erlauchten Person des Monarchen stürm1sche Hu digun en dar; mit dem Jubel, Se, Majestät nach glückli?!) überstandener Gefahr wiederum von Angesicht zu An esicht schauen zu können, yer: bciYÜßßY bder Dank, daß Go tes Gnade sichtbar den Kmser ge a e,
Die Aller öchsten und Höchsten errschaften verließen uw 121/4 Uhr Wa ern und kehrten mitte st Extrazuges nach Wil- ?elmshöhe zurück, woselbst um 4 Uhr ein Paradediner start-
and zu welchem außer den Hofstaaten und Ge ongn die “m der Parade gestandenen Generale und Stabs- ffiziere Em- ladungen erhalten hatten.
“ , Wie „W. T. B.“ meldet, brachten Se. Majestät bei dem Diner folgenden Trinkspruch aus:
.Ich freue Mich, dem ganzen Armce-Corps Meine Zufriedenheit aussprechen zu können, wie Ich es schon gegen den Kommandirenden desselben gethan, ergreife aber auch diese Gelegenheit, um den König- _1ichen Hoheiten, den Prinzen und Fürsten Meinen Dank dafür zu wiederholen, daß fie ihren Regimentern die Ehre erwiesen, sie vor- beizuführen. Ich trinke auf das Wohl des Corps!“
_ Der Ausschuß des BundeSraths fiir Justizwesen trat heute zu einer Sißung zusammen.
_ Das „Journal de St. Pétersbourg“ vom 14. d. M. beri tigt seine frühere Mittheilung, wonach in der Nähe der Orts axten Ssuwalki und Augustowo auf einem Kar- toffelel e angeblich der Koloradokäfer sich gezeigt habe, da- hin, aß das dort beobachete Insekt nach sachverständigem Gut-
achten völlig unschäd 1cher Natur und von Unkundigen irrthümlich fiir den Koloradokäfer gehalten worden sei.
_ Für die Zeit vom 1. April 1878 bis m Schlusse , des Monats August 1878 sind im Reiche an inna men (einschließlich der kreditirten Beträge) aus Zöllen un ge- meinschaftlichen Verbrauchsfteuern (verglichen mit der Einnahme in demselben Zeitraum des Vorjahres) zur An- Hckhreibunt? gelangt: Zölle: 41 260 378 «ika (_ 2648 163“ 976),
übe'nzu ersteuer _ 9569 791 „76 (_ 5935 607 «FH), Salz: steuer 12 614 76636 (+ 282 012 914), Tabakssteuer 254 03826 (_ 113 268 «E), Branntweinsteuer 9 600 667 974 (+1 357 442 „MZ, Ueber angSabgaben von Branntwein 38 783 916 (+ 2064914 , Brau euer 6 583 076 476 (_ 62 897 914), Uebergangsabgaben von Bier 342 330.46 (+ 6798 916). Summe 61124 247 915 _ 7,111 619 W). _ Die zur Reichskasse gelangte
st-E1n11ah1ne abzüglich der Bonifikationen und Ver: waltungskosten beträgt bis Ende des Monats Angust 1878: „Zölle 39 750 489 «;ck (+ 1 308 909 MZ“, Rübenzuckerfteuer 47 088 318916 (_ 188 425 976), Salz teuer 12 657 572 975 (+ 455370 976), Tabakssteuer 208 706 „46 (- 89 970 975), Branntweinsteuer und Uebergangßabgabe von Branntwein 16 749 212 914 (+ 67 033 976), Brausteuer und Ueber angs- abgabe von Bier 5879 537 916 (_ 47 720 916), „umme 122 333 834 916 (+ 1 505 197 915).
_ In den deutschen Münzstät-ten find bis z::m 14. September 1878 geprägt worden, an Goldmünzen: 1 233 459100 „44 Doppelkronen, 371 946800 «ck Kronen, 27.969 845 „„-4 halbe Kronen; hiervon auf Privatrechnu : 313 925; 220 «76; an Silbermünzen: 71 652 415 «. 5-Markiü c, 98509 686 974. 2-Marksiücke,* 149 136 114 «Fü 1-Mark stücke, 71486388 915 50-Pf'ennigstiicke, 35 717 718 „M 20. -e3 20:Pfennigstücke. Die Gesammtausxxrägung an Goldmünzen ZM: 1 633 375 745 «76, an* Silbermünzen: 426 502 321 „46
_ Arif Grund des §. 28 des Negulativs iiber Ausbil- duan „Prüfung, und Anstellung fiir die unteren Stellen des ,o _,zenstys, vom 8. Januar 1873, werden bei den ' Kön“ - ichenRegierungen zu Gumbinnen, Frankfurt, Stettin„StrY- supd Oppeln, Magdehurg, Schleswig und bei der Königlichen Hosmmer zu-Berlm Notirungen fo-rstversoréun s,-
[
b&rechtigter Jäger der Kla W]. dergestaltausge lo, e'n, da ,bei. den genannten Be „Hrden nur die Me rmgen so chex. rm kaufendez)„_Kalend„er1ahre„ den Forsiversorgun 1,3- TMMZLTZÉYMÖM Jager angezwmmen werden dür _en we che nz dein,“ ezirk _.der migen der „vorgenannten Be dr en bei welcher ste sich_ me den, zur. Zeit des Emps nges des, Forst- versorgun Hscheins ini KömglichewForstdien ie bereits- ,läyger alsn2 IHM beschäftigt __ sind, Die „Zah .der; . Anwärter», ist gegenwä rg sehr gering m. en Regte-rrmgsbe irken Marien- werder, Posen, Arnsberg, Ca el, Wesöaden, achen.
- Der strafrechtliche Grundsatz, daß„“ nkenntniß des GeseTeS vorStrgfe ni schüßt, beziehr ich, nach einem Er- kenjxxnß des Ober-Tr bunals, Senat für Straiiachen, vom 3. September 1878, an ,diexstrafgeseßli enBesiimmungen we“! Zeder Thäter, aus Un enntniß verleßtx, at, nicht aber au cwixé, 1cheBeftimniungen de *en Unkenütniß die “Strafthat 3,u,ero g? ge aht.ha1.'Begéi)t da er Jemand aus Unkenntniß einer civtlre tlichenBe immun“ . daß der Beschlag- nahme entszdgene Ge en ände a s ertinrnztücke “des Gutes anzuziqxhen, mv), eine trafbare Hand ung, so schließt dies den sirafrechtftchen Dolus aus.;
_ Der stdem des Evan el“ Obe -Ki at Lärm“ isi ZF Man des Zu? tel:crjx'uichst HewilliFeF 11?- be rückg ehrt.
aus Westpreußen :u
Hessen. Darmstadt, 19. September. Wie die „Darmft. Z .“ meldet, t der Großherzog sich heute Vor- mittag von ier nach loß Wilhelmshöhe bet Cassel bege- ben, um den Manövern s 111. Armee-Corps betzuwohnen. Die Rückkehr werde voraussichtlich am 24. d. M. stattfinden.
OMeich-ngam. Wien, 20. Sxptember. (W. T. B;) Einem eZ ramme des Xeldmarschali-Lteutenant Jovanovic vom 19. d. 12. zufolge ist ie Pazifikation der Her e- gowina in der Hauptsache als durchgefiihrt zu e- trachten. Feldmarschall-Lieutenant Joyanovic'hrach am 11. d. M. mit dem größten Theile seiner Division, von Mostar auf und unternahm einen „Zug nach den wrchtrgstezi Ortschaften der ösili n Herzegowma, un) auch dort die Fazifikation durchzufü ren. Ueber Domanovtc, Stolac,Dabar, t
atnica und Bela Ru'na gelangten die Truppen ngch at):
rengenden Märschen durch sehr [ wieriges Terra1n_nnt vielen Defiléen am 16. d. nach B1 ek und besetzten diesen als Knotenpunkt der We e wichttgen, m1t befestigten Wacht- häusern umgebenenOrt och? Widerstand. Jovanovic seßte ,mit dem größeren Theile der Division den Marsch gechzn Tredtme fort, während eine Kolonne nach Gacko-Meto 1a dirigirt wurde, woher schon früher eine Unterwürfigkeitserklärung eingetroffen war. Die Truppen erreichten am 18. d. Tre,- binje und traten in unmittelbare Verbindung nnt der bereits daselbst befindlichen Brigade Nagy. (He- meinschaf1lich mit dieser beabsichtigt Jovanovic gegen Korjenice Klobek vorzurücken um den Widerstand der dortigen Jnsurgenten zu brechen, was ihm durch die bisher jederzeit, besonders während des oben erwä nten Marsrhes bewährte lo ale Und korrekte Haltung der ontenx rmer wesentlich er eichtert werden wird. Bei dieser mit Umst t be- werkstelligten, durch die Ausdauer, Tüchtigkeit und DiZziplin unserer Truppen ermöLYichten Unternehmung wurde nirgends ein bemerkenswerther idersiand getro en. Ueberali wurden die Behörden und die politische erwaltung organisirt und ist hiermit die Pazixikation der erzegowina im Wesent- ltchen als beendet anzu ehen. Die uLgabe der Kaiserlichen Truppen wird auf längere Zeit darin esiehen, die Bevölke- rung vor den herumstreifenden Banden zu schüßen, die Llu- torität der ein eseßto-n Behörden zu unterstüßen und die Repatrii- rung der Flü tlinge rchzuseßen. F.-M.:L. Stubenrauch be- endete ohne Anstand d ntwaffnung des Kaimakamates Priedro.
_ Ueber die Ermordun des italienischen K_on- suis Perrod meldet die „ olit. Korresp.“ aus Serajewo von heute: Durch „„ die vorgenommenen Erhebungen wurde konstatirt, daß am WAugust zwei Personen, auf welche das Signalement Perrods und seines Begleiters, des angeb- lichen Holzhändlers Lechner, paßt, bei Maglai über die Bosma «ten und iiber Zepce nach Vranduc zu fuhren. Bei der ühle Omer Begs wurden dieselben von 5 Türken überfallen und während die eine der beiden Pkrsonet) er: schossen wurde, rettete sich die andere dadurch, daß ste dre Bosna durchschwamm. Der Gerettete fand Nachts eme Unter- kunftin Komme Cseloi mid Machte sick) von da am nächsten Ta e nach Zepce auf“, den Weg. Aufdiesem Wege wurde der elbe abermals von 5 Türken, wahrscheinlich denselben, die Tags vorLer, die beiden Reisenden angegriffen hatten, über- falicn, ge] unden und durch Abschlagen des Kopfes getödtet. Die Leichen der Ermordeten, die m die BOSUÜ geworfen wurden, haben, trotz der soerältigsten Nachforschungen, des hohen Waxserstandes wegen, isher nicht aufgefunden werden können, 2 en so wenig konnte etwas von den Effekten der Ermordeten ermittelt, werden. Drei der Mörder sind der That überwiesen, während zwei der Mitschuld verdächtige Türken sich in Gewahrsam befinden und noch andere der Mitquld verdächti e Türken in den Reihen der Aufständi en stehen. erncr ist ein türkischer Kutscher aus Breczka verhaftet, welcher dringend verdächtig ist, den Mördern den Geldbesiß der Ermordeten verrathen zu haben. Weitere Erhebun en sind noch im Zuge. _ Weiter meidet die „Pokit. Korre .“ aus Athen von heute (20.): Die'von Achmed Moukxtar Pascha mit den Kretensern eingeleiteten Pazifikatidnsverhandlungen sind ins Stocken gerathen; die Kreienser haben die Wählbarkeit der Verwaltungsbeamten und der Richter perlangt, Und sind, falls die von Moukhtar Pascha hierüber m'Konstantinopel einge- holten Fnstruktionen im verneinenden Sinne ausfalien sollten, entschxo en, sämmtliche Vorschläge Moukhtar Paschas zurück- zuwe1 en.
_ Von der dalmatinisch-boSnischenGrenze wird der „Pol. Korr.“ unterm 12. September geschrieben:
„Nach ziemlich zuverläsfiZen Daten bestehen die Streitkräfte der Jnsurrektion in Livno aus Bataiuonen Redifs, einem Bataillon Nizams, 400 Katanas (Reitern) und etwa 2000Aufsiändischen. Die eigentliche Festung, welche längst aufgehört hat, diesen Namen zu verdienen, und die nur den christlichen Insurgenten seiner Zeit Respekt einffößen konnte, ist restaurirt worden. Die halb verfalienen äußeren WäÜe Wurden aus ebeffert, die Gräben vertieft und einige Schanzen auf der WeftFeite angelegt. Neben 8 Stück ur- alter, glatiler Geschüße, de sicb in der „Barutana“ (dem Pulver- thurme) vorfanden, verfügen die Jnsurgenten nur über drei Kanonen neuerer Konstruktion. Dagegen. sind die Munitionsvorräthe sebr beträchtlich. DieArmirung der 'Insurgenten ist keine besonders 1gute, indem höchstens 800 Mann mrt Snider-_Gewebren ausgerüstet and, die Anfangs Juli das Serajewo nacb Lwno ebracht wurden, während das Gros _mit alten Gewehren, ja selbst indbiicbsen be- Zogffnet ist, Will man auch von dem Umstande absehen, daß der in
tvnovorhandene Proviant höchstens, fur 3 bis 4 Wochen reicht, so- dürfte doch die Dauer; des eventuelietr Widerstandes schon deshalb eine sehr kurze Werden, weil die Stadt bei noch so uter und zäher Verthei- digung der österreichischen Artillerie unmöglich ange Stand-halten kann. Ueber, die Wirkung der österreichischen Kanonen kuFren in mohamedani- schen Kreisengle endenlxafie Erzählungen, und die, unique vor den öster- reichischen Gescßü eu. st eine all emeine. Die meisten mobameda- nischen Familien md in die Wä der und Gebirge in Sicherheit; gc- bracbt worden. Nur die Familien der Armen sind zurück eblieben, weil sie an * der Flucht verbuu ern müßten. Das SchickJal dieser leYteoen mü e_n alie Christen dieéer' Stadt tbeilen. Wem es nicht e ungen ist, vor 15 bis 20 Tagen sich; aus Livno u retten, der muß 11 Han en und Bangen den:,Ereignissen entgegense en, welche dieser Stadt Karren. Die Christen erwarten mit unsäglicher Sehnsucht das Erscheinen der Oesterreicher, die wahrhaftig als Retter in der höchstxn Noth kommen werden'.“
_ Aus, Brod: wird der „Bud. Korr.“ geschrieben:
„ „Es herrschr'ein "überaus reges Leben auf der Strecke Dalja- Vrnkowze-Brod einerseits, sowie auf der zu bauenden Eisenbahn- lime Brod-Seniza. So [an e der Truppenaufmarscb dauerte, konnten die Bau-Unternehmer fat garnichts an Ost und Stelie
bringen. In den- leßteu acht Ta en aber wurden ungeheure Massen von Baumaterialien an ihre Be mmuugsorte befördert. Auf der Eisenbahnlinie Dalja-Brod wird an vier Punkten gleichzeitig ae-
; von Schamaz, wo große Schotterlager vorhanden sind, werden
x(bon in kurzer Zeit Schotterzüße nacb Werpolje und weiter hinauf uhren„ Die Erdarbeiten aben, nachdem aus Mako und Szegedm je 1000 und außerdem italienische Arbeiter angekom- men „sind, „bedeutend? Fortschritte gemacht. Da keinerlei größere Schwieri _kettrn zu uberwinden , find, ist es an er Zweifel, daß die Strecke 16 20. Ndvember fertig sein wird. benso rasch wird es mit der s(bmaljpurtgeg Schleppbabn Brod-Seniza geben. Auch dort sind Arbeitxr in cm: endet Zabl bereits tbätig, und seitdem die Straße bet Dobo un Ma laj gam sicher ist, wird die Arbeit in verkcb xdeneu _Partten durcbge ührt. Die Bauunternehmer aben das anze Material des Oberbauex aus Oesterreicb-Ungarn bes afft, dies at sich das Kriegs-Ministenum ausbedungen und nicht ein Nagel wird aus dem zIl'uUande 'für diese Babu hereingebracbt. 42000 Centner leichte Schienen mit kleinerem Profil wur- den theils _ m Oesterreich, . theils in Ungarn bestellt und werden in kur er Zett geliefert werden. Nur die kleinen Maschmxn unt 12 5ZIferdel'räften waren in keiner einzigen Fabrik Oesterretch-Ungarns; zu beschaffen„ und die Unternehmer waren ge- zwungen, die nßthmen 12 Maschinen in München zu bestellen, wo sie bereits fertig sind und nur montirt Werden müssen. Am 24. Oktober find aUe bestellten Maschinen in Brod, und Anfangs November, Werden unserer Armee Proviant und Munition bereits Mittelst Eisenbahnzü en nachgeschoben Werden können.
Nach der Anfich von" Jachmännern wäre es übrigens vortheil- hafter gewesen, die „Bahn nicht von Brod, sondern von Schamaz aus iiach Wranduk zu fuhren, da man dann weniger Schwierigkeiten zu uberwmdeti gehabt hätte.“
_ Die vierte Nummer der ,Bosansko-Herze owatschke Nowrne“ vom 12. d. publizirt zwci Anordnungen des rmee-Kom- maudanten, nach denen die Thätigkeit won Vereinen und Gesell- scbaten"strengstens untersagt und den Befißern von Gast- und Ka_eehausern aufgetragen wird, ihre Lokale um 10 Uhr Abends zu schließen. Der hierauf folgrnde Leitartikel: „Ein Blick in die Zu- kunft“, verspricht die gründliche erstellun von Ruhe, Ordnung und gefitteten Zuständen und "stellt tn Aussi t: Regulirung der schiff- baren und floßbaren Bache und Flüsse des Landes, Bau einer Etseybahn nach Serajewo, HersteUung der Bahnlinie von Nove naxh „Banjaluka, Einführung von Schulen, je nach den Bcdxirfmffen ' der Bevölkerung. Der Artikel führt aur), daß "die Kaiserlich Königlichen Beamten damit eine schwierige Mission ubernehmen; die Bevölkerung möge fie entsprechend unter- stußen. ,Das Feuilleton enthält ein Gedicht: „.Die [eßte_Stunde eines bei Seraxewo Gefallenen“ und einen „Gruß der Kroaten“. Folgt nacix mehreren kurzcn politischen Zeitungßausschnitten der Dank der Vorstande der griechisch-ortdodoxen Kirche für die Spende von 400 Fl.,des FZM. Baron Philippovicb und dann Inserate dcr Armee-Lteferanter), Von Schuhwaaren- und Kleiderfabrikanten. Nicht ohne Jnieresse "ist das folgende in deutscher Sprache verfa te Iziserat emes Turkrn: „Haußverkauf. Ibrahim Tabakovics wün cht sem Haus in Seraxewo, Cscvcsebir Mahala, mit großem Hof und j(I)ardten zu verkaufen. Kauflustige mögen fich an den Besitzer
en en.“
Niederlande. aag, 1,7„September. (Leipz. Ztg.) Das Befindxn des Kr1eg§-M1ntsters de Roo van Ander- wxrelt hat sich, dem Vernehmen nach, in den letzten Tagen wwder verschlimmert. _ Em dem Kolonien:Ministerium zu: Zyga'ngenes Telegramm des General-(Houverneurs von Nieder: "andtsch-Jndzen, vom 15. d. M., s'nthält nachstehende Meldungen Zilbtecrhden weiteren Gang der KriegSoperationen in Groß-
111:
„Mehrere Kampongs, von wo aus Lampermel (in der südlichen Postenlinte des niederländischen Okkqpationsheeres) beschossen worden War, Wurden am 1. d. gezückytigt; dem Feinde, Welcher heftigen Wider- stand leistete, Wurden seijere Verluste beigebracht. Einige befestigte Stellungen und eine verschanzieYTisfigit (Tempel Wurden mit einem Vcrluste von 3 Todten und 26 Verwundeten an unserer Seite, e- xtommen. Habib Abdul Rachmann hat schriftlich darum angescht, 1hn"und 400 ferner Gefährten nach Arabien, wvhin sie ausszandern gedachten, zu bringen. Es ist ihm ein Termin gestellt wvrden, um fich persönlich anzumelden.“
_ Das Telegramm berichtet ferner, das; der Gesxtndheitszuftand der agtrenden Truppen, sowie der Stand der Dinge überhaupt in Atchin bxfriedtgend bleiben. Das Ansuchen Habib Abdul Rachmans, ihm die Auswanderung nach Arabien zu ermöglichen, ist ein Vorgang von gro'ßcr Wickztizkeit. Es war dieser Häuptling bisher der Leiter der Kriegspartei in (Groß-Atchin, und es berveist der Schritt, den er nun gxtban, dqß die Widerstandskräfte derKriegspariei erschöpft sind und diese endlich das Spiel als verloren betrachtet.
_ 20. September. (W. T. 23.) Nach dem den Kam- mern vorgelegten Budget ro 1879 hat sick) die Fi- nanzlage gegeniiber dem Stan e derselben im April d. J. günstiger gestaltet. Die Ausxzaden betragen 116 Millio- xien, 41/2 Millionen weniger als im laufenden Rechnungs- jahre, und werden dnrch die disponiblen Mittel, mit Einschluß des 4 Millionen" betragenden Reste?- der Anleihe, gedeckt wer- den. Nach dem IFW 1879 ist eine Vermehrun der Ein- nahmen um 4 Mi ionen nothwendig, Und beabichtigt der Finanz-Minister zu dem Ende die Einfü rung einer Kapital- steuer, sowie eine Besteuerung deS in er todten Hand be- findlicher: Eigenthums in Vorschlag zu bringen.
Großbritannien und Irland. London, 20. Sep- tember. (W. T. V.) NacY einer bei dem Krie Samte ein- Legangenen Depesche ist er Gesundheitszutand der »ruppen auf Cypern ein unbefriedigender. Von 2622 Mann erkrankten seit der Ankunft auf Cypern 400, von
denen 21 starben. _ (Mig. Corr.) Ueber den Verlauf des Kaffern- Nachrichten, datirt aus
krie es liegen MYM? neuere Kapiztadt, vom 27. ugust, vor:
Die aÜmähliche Entwaffnung der Eingeborenen geht von statten. Umquikala, dcr Häuptling vonPondoland hat, wie man glaubt, auf Anstiften von Catywayo, eine feind eligeÖaltung eingenommen, aber er wird von den jeyt in Koksiadt ste enden Streitkräften des Obersten Wood im Schach gehalten. Die Nachrichten aus Transvaal sind beunruhigender Natur. Unter der Zulu-Polizei ist eine Meuterei außgebrochen, und die Kaffern ergreifen jetzt die Offensive. Das Fort Weber ist angegriffen und Leydenburg von feindlichen Kaffern cernirt worden. Der Feind ist bis je t er- folgreich zurückgeschlagen worden , aber in Fol e der um- friedenheit mit der Regierungspolitik Weigern (?ck viele Frei- willige zii, dienen' und kehren heim. Die „Sityatton kann folgltch'“'krit1sck werden. Man erivartet, der Hauptlnzg Mapock) werde fich etnpören, und es kann kein Vertrauen in _dte Swazies gefaßt werden. Diese ganze Feindseligkeit wird dem Emfiuffe Caty- wayos zugeschrieben, gerien den bald eine Denxonstration vor enom- men werden dürfte, Enige nördliche Grenzstamme haben ck auf den Ins'eln'zusammen eschaart. Ein Detachement unter dem Kom' mando des Obersten ailey ist mit zweiKanonen und einer Raketen- Baiterie gegen dieselben ausgescbickt worden,. Die loyalen Gaikas siedeln sich jenseits des Flusses auf dem Territorium, welches jüngst die (Galekas inne hatten, an.
Unterm 29. August wird aus der Kapstadt (via Madeira) gemeldet:
Amtlicher Anzeige zufolge ist Major Lanyon an Stelle von Sir Theophilus Shepstone zum Gouverneur von Transvaal, und Mr.
an Stelle von Mr. ouffsn zum Attorney General er- YZYdÖZva. Oberst Bailey it beute nach dem Kriegsschauplaße an der Nord euze abgegqngen. Mr; Deves, der ftubere General- prokurator, i zum Syndikus von Kimberley ernannt worden.
Frankreich. Paris, 20.Septem5er. (W. T. B.) Das hier verbreitete Gerücht von der Demission des Finanz- "Ministers Léon Say wird von der „Agence Havas“ für vollkommen unbegündet erklärt.
alien. Rom, 20. September. (W. T; B.) An:
läßli des heutigen achten Jahrestages des Einrückens
der italienischen Truppen in Rom wurden von dem
Syndikus und der Munizipal-Junta der Stadt an der Gruft
des Königs Victor Emanuel und an_ dem Grade der bet der
orta Pra Gefallenen Lorbeerkränze niedergelegt und Ergeben- Fcitö-Telegramme an den König a esendet. ,
_ 20. September, Nachts. (W. „B.)Jm Laufe des heutigen Ta es wurde die Gruft des Köni S Victor Emanrtel an von einer großen Anzahl von _Ürgern besucht. Vieie Vereine und Privatpersonen „begaben sich nach der Porta Pia und legten da elbst Kränze meder._ Es herrscht uberali ydl!- ständige Ordnung. Die Stadt ist unt [agZen geschmucxt und illuminirt. _ Der General=Se retar.1m Mz- nisterium des Innern, Ronchetti, _rtchtete em Rundschreiben an die Präfekren, 1x1 _welchem derselbe i re Aufmerksamkeit auf dre Verhaltnisse de_r öffentli en Sicherheit lenkt. In dem Rundschrei: den wird erklärt, die Regierung lasse; weder emrn Mißbrauch der Amtsgewalt noch Ungeseßltchketten zu, sie fordere aber unbedingte Achtung vor dem Geseße, welcheS die nothwendige Anwendung von loyalen Mitteln “zur Untßr: drückung des Näuberunwesens implizire; Die Prafekten'witr: den somit aufgefordert, ihre ganze Thätrgketi und Energie zur strengen Anwendung_ des GeseßeH gegen d1e Uebelthater zu entfalten. _ Der Minister der Auswärtigen Angelegenheiten, Graf Corti, wird in der nächsten Woche hier erwartet.
_ 21. September. (W. T. B.) Das Journal „Avve: nire“ meldet, daß Axerio und Ellena wegen der Ver: handlungen über einen neuen „Handelsvertrag mit Oesterreich nach Wien abgereist smd. Dieselben werden ins um 1. Oktober die Präliminarverhandlun en führen und so- Zann nach Rom zurückkehren, um Ende ktoder wegen der Berathung der Details wieder nach Wien zu Jeden,. _ Der latsinische Erzbischof in Konstantinope ist beauf- tra t worden, die Pforte um Maßrrgeln zy ersuchen, durch we che den Massacres der Katholiken m den westlichen Provinzen vorgebeugt werde.
Türkei. Konstantinopel, 20. Septembxr. (W. TV.) Die wsgen der Einziehung der. Kaimes'emgeseßte "Kogn- mission ist mit der Berathung eines Projektes „beschaftigt, wonach die Kaimes in 3prdzenti e Titres mrt 1prozent1ger Amdr- tisirung durch Verloosung onvertirt werden folien. Diese Titres würden durch gewisse Einnahmen garanttri werden. Die strikte Ausführung chr Beschlüsse dieser Kommtsszonioli durch ein Comité einheimi1cher und ausländischer Kapitalisten überwacht werden.
Rumänien. Bukarest, 20. September. (W. T. V.) Der „Monitorul“ widerspricht der Meldung aus- wärtiger Blätter, daß in Bessarabien große Un'ord- Uun herrsche, undbemerkt, die Beamten der Polize1,'der Geri te und die Miiitärbehörden würden auf ihren" dortigen Posten bleiben, bis die russischen Behörden eintrafen, um deren Funktionen fortzuseßen.
Serbien. Bel rad, 20; September. W. T. B.) „In Folge der von den ößerreichischen Truppsrx in der Posavma wieder aufgenommenen konzentrischen Aktion finden bereits zahlreiche Uebertritte einzelner leiner Jnsurgenten- Abtheilungen iiber die serbische Grenze statt. Dre Znsurgenten werden sogleich an der Grenze entwaffnet und im Lande internirt. Die serbische Regierung hat beschlossen, Ftötkéigenfalls den Militärkordon längs der Grenze zu ver- tär en.
Amerika. New-York, 18. September. (per Kerbel.) Die Legislatur von Oregon hat Mr. J. H. Slater, emen DM).?)FÜM- zum Senator für diesen Staat m den Kongreß ».gewa .
New-Orleans, 18. September. Zn Vicksburg fanden gestern 22 Todesfälie statt.“ In dem Gesundheits- zustande in MemphiS ist keine Benerung eingetreten.
Aus dein Wolffschen Telegraphen=Bureau.
In der gestrigen Depesche aus Wabern, vom 20. Sep- tember, ist in der 8. Zeile von oben statt nicht zu lesen „noch“.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Marburg, 18. September. (Darmsi. Ztg.) In der heutigen Gesam mtvereins '
Sitzung “der (H-eneralversammlung des der deutschen Geschichts- und Alterthumövereine kam u. a. aucb der merkwürdige Fund vom Greinberg bei Milten- berg zur Sprache. Dort wurde nämlich vor Kurzem ein Stein- denkmal, von obeltskartiger Gestalt und etwa 17 Fuß Höhe, mit der Inschrift: 11111212. 107101708. 0. 3. 11. ]I'. aufgefunden. r. Kreisrichter Conrady, welcher den Stein aufgefunden, hat darü er schon „im Kdrrespondenzblatt„ dcs Gesammtoereins berichtet und hob heute noch einmal dre hauptsachlich tenZundumstände und die anderen zur Sprackyesxxéwmendeno'thatsäMi en e_sicbtspunkte hervor. Es sind verschiedene , inyngetx uber den Stein aufgestellt worden, deren eine den Grenzstein fur emen solche_n zwischen zwei deutschen Völker- stämmen (den Teutonen und einem nicht ausgeschriebenen Volke) der azidere eine Grenze Frischen den Teutdyen und einer römischen Civi- iat oder Kolonie anmmmf. Der Redner erklärte, daß laut Mitthei- lung des M. 131". Becker in rankfurt eine Arbeit von Prof. Dr. "Mommsen 11 Berlin über den tein in Aussicht stehe.
Laud- und FWirthschgft.
Nach den „Forstl. Blättern“ sind im April d. J. folgende *Lobma s en in emem Termin zu Trier auögeboten wvrden:
3. n den Königlichen Forsten 7520 Ctr. für 48 275 .“ 50 45,
durchschn. 6 „M 41 «! pr. Ctr.
13. In den Kommunal-Forsten 5857 , , 33914 „ 74 „
durchschn. 5.46 79 Cpt. Ctr. ;.
Summa 13 377 Ctr. für 82190 „ck 24 „xz.
Das An ebot won Rinde erreichte das des vorjäbrigexi Trierer 'Lohemarktes m Wesentlichen, obschon die Bitburger Gemeinden sich an demselben nicht wieder betbeiltgt hatten. Der Durchschmtißertrag Pro Cenkner fiel aber gegen das vorige Jahr wesentlich geringer aus,
nämlich bei den Staais-Forfien um 1,11 .“, bei den Kommunal- Forften um 1,97 „44 Der Durchscbni is von 10 „74 in den Kö- niTlitben Oberförstereien Trier und aakrburk sank auf bezw. 8 un 7,5 ..“ herab, der in der Oberförsterei Ba esfeld (die Um- ngend von Prüm mit umfassend) von 7,4 .“ _auf nur 5,27 „s, in
c Kommunal-Oberförsterei Trie_r gab die Lohe 1. Klasse statt 7,34 .“ nur 5,91 .“ im Durchschnitt-„
Auch die Versteigerung der Lobe tx! den Kommunalforsten des
Bitbur ger Bezirks, die dieSmal in einem besonderen Termin ab-
ebalten wurde, ergab äuZerst niedrige, öfter kaum mit den Berei- ungskosten balanzirende reise, wie 1 „44, 1,5, „Fi, 2,5 „M, bis 3:44 und (YerstiiYin die höchsten Gebote 5 .“ (excl. Bereitungskosten) pro r. n .
Die Ergebnisse der Versteigerungen aus dem Wieskxadener Bezirke, die zum Theil für die Königlichen Forsten bereits im März in Rüdesheim abgehalten wurden, lauten, ebenfalls sehr ungünstig. Es konnte da[)er nur ein Durchschnittsprets von 3,5 „74 gegen das Doppelte des Vorjahres er ielt werden.
Im Kreise Ko chem ionntcn die Gebote für die Lobe in den Gemeindewaldungen vielfach gar nicht angenommen werden, da fie die billige Taxe nicht erreichten.
Gewerbe und Handel.
Dem Jahresbericht der Oberhessischen Eisenbahnen
über die Betriebßverwaltung in 1877 entnehmen Wir folgende No- tizen: Während im Personenverkehrs die rquenz eine Steigerung gegen das Vorjahr aufzuweisen hat, ist das rtragmßzurückgebliehen; im Güterverkehr ist ein gleich ungünstiges Resultat zu verzeichnen. Zur Beförderung gelangten 553 787 Personen gegen 551 912 in 1876, svae 157 667,5 b Güter, darunter 10193 t Eilgut, 20 200,8 t Stückgut uad 136 447,3 1: Gut der Wagmladuugs- bezw. er- mäßigten Klassen, gegen 185 312,2 t im Vorjahre. Die Gesammt- einnahme beläuft sich auf 1034 221 „;ck gegen 1054 043 „M in 1876. An dieser Summe partizipirt der Personen- verkehr ' mit 454 245 „74 egen 455 696 „FH, der Ge- päckwerkehr mit 8826 „74, der iehverkehr mit 37015 „“: gegen 39 523 „16., und der Güterverkehr mit 457 620 „M bezw. einschließlich der Nebenerträgniffe mit 465110 974 (gegen 514 742 „74 in 1876). Die AuGgaben betragen 931437 „54 gegen 1020 760 „M in 1876. Dieselben entfaiien auf die allgemeine Verwaltung mit 83 635 „74, auf die Bahnverwaltung mit 350 71,8 «74 und auf die Transport- verwaliung mit 497 083 974 Der hrernacb verbliebene Ueberschß beträgt 102 784 „74 gegen 33283 „xs. in 1876 und repräsentirt eine Verzinsung der zur Einlösung der Aktien der ehemaligen Oberhessi- schen Eisenbahngeselischast Seitens des besfiscben Staates aufgerven- deZen Summe von 38 948 640 974, von 0,3% gcgen 0,09% im Vor- a re. 1 _ Die Liquidation der Havelberger Unio'ns-B'ranuerxi, welche nunmehr zu Ende geführt ist, hat “für die Aitlonare eme Quote von 12 bis 13 0/9 ergeben. Dieselbe Wird unmttfelbar nach Abhaltung der bevorstehenden außerordenilicbxn Generalversaxnmlung, in Welcher die mit Beendi ung der Liqmdgtton zusammenhangenden Formalitäten zu erledigen nd, zur Ausschaltung gelangerz.
London, 20. September. (W; T. B.) Die gestrige W011- auktion war fest. Sydney-Wolle ziemlich vernachlassigt und theil- Weise zurückgezogen.
Verkehrs-Anftalten.
Vom 1. Nodember d. Js. ab wird der gesammte 5Yersonen- und Gepäckverkebr von und nach der Station Hohnstorf m Folge der Eröffnung der Eisenbahnbrücke über die Elbe [ver Lauenburg aufgehoben werden.
_ In Altona fand am 19. September eine außerordentliche Gcneralversammlung der Aktionäre der Altona-Kieler Eisen- bahnges ells chaft statt, behufs Beratbung und Beschlußfassung über den Antrag des VerwaltuLZSraths und der Direktion auf (He- nebmigung zur Zeichnung von 0 Sjück Stammaktien der projek- tirtsn Sekundärbahn Neustadt- Oldenburg, sowie auf Ertheilung der Ermächtigung dazu, daß der Bau und Betrieb der neuen Bahn der Altona-Kieler Eisenbahngeselischast übertragen werde. Der Antrag wurde angenommen. _ _
-- Die Königliche Dirkktion der Ostbahn theilt uns in Betreff dcr Verkehrsverbältnisse auf den Eisenbahnen in Ruß- land Folgendes mit: Die Beförderung von Gütern aaf der Libau-Romnyer Eisenbahn 1715 Wileika ist wieder aufge- nommen, auf der Kurök-Kieiver Eisenbahn dagegen emgestelit wvrden.
Ne-v-York, 20. September. Das Posidampfschiff „Main“, Kapt. J. Barre, Vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 8. September von Bremen und am 10. September 5 Uhr Nach- mittags von Southampton abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Abends, nach einer ebenso auSgezeichnet schnellen Fahrt wie auf der lexzten Reise, wohlbehalten hier angekommen.
Berlin, 21". September 1878.
Die diesjährige große akademische Kunst-Aixssieilyng übertrifft die vorige zwar quantitativ, steht aber qualitativ hinter der leyteren zurück. Der Katalog weist 1116 Nummern gexren 1037 im Vor'ahre (1079 in 1876) auf, und zwar 836 Genialde, 128 Aquare e und Zeichnungen, 19 Kudfersttche, Ltthogrgphten, Holz- schnitte und eichnungen für dieselben, 91 Bildwerke und 42 architektonische Entwürfe. Jndeffen vermz t mar nament- lich in der ersteren Kategorie cme Rewe vrelgenanyter Namen, wie Anton von Werner, Knaus, Guffow, Kntlle, v. Angeli, Böcklin, Feuerbach, Riefstabl, Gabriel Max 11. A., während in der Skulpturenabtheilung so bedeutende Kunstler wie WagmüUer und Siemering fehlen. DageZen ist das Aus'land ver- hältnißmäßig stärker vertreten. Was aber esonnders zmd zucht gerade an enebm an der diesjährigen Ausstellung auffqat, ist die Vernach- läsrgung der eigentlichen Historienmaierci, während Genre, Land- schaft, Thierstück, Porträt und Stillleben weitaus den großten Raum einnehmen. ' '
Gegenüber der in den [exten Jahren erstaunlich m die Breite ge an enen Popularität der unst und der entsprechend gewachsenen „Hun tkennerschast“ machtsich eben einerseits eine gewr_sse Unvcrfrorenbrit eltend, die eigentlich mit der Kunst nicht viel mehr gemein Fat, sondern dem bei aller Krittelsmbt seichten Geschmack der großen Menge durch eine platte effektvolle Mache zu imponiren sucht u_nd darin ihr Genügen findet; auf der andern Seite aber zeigt sich _ und gerade bei den ernsteren gewiffenbakxteren Naturen unserer jüngeren ? Künstler - eine éekla enswer-t e Ver atheit, ie sie von größeren historischen rheiten urü _s reckt. Diese bedauerliche Beobackptung findet wohl in den ubertriebencn An orderun en ihre Erklärung, welche - ganz abgesehen von dem wi enscbaftlgichen Vorstudium _ heutigen Ta es an em Kunsxwerk dieser Art gestelit werden, nicht niir was quand an Kostumen und Requifiten, vvn denen man unbedmgteste bixtorifrhe Treue verlangt, sondern auch an Modellen betrifft, von denen ich leider die moderne Kun st in einer jeden idealistischen Aufschwung hemmenden Weise, sklaviscb abhängig macßt. Es ist denn auch nicht zu verwundern, Wenn unter der angeführten großen Zakl von 836 Gemälden nur 5 oder 6 ei ent- liche Historienbilder angetroffen werden, und dagegen wie man stati tisch berechnet bat, die Landschaft die Zahl 330, das Genre 270, das" Por- trätfacb 112 und selbst das Stillleben 41 Nummern erreicht, wabrend auch das Thierstück mit 18, das historische Genre mit 15, das Archit§ktuy bild mit 14, die Mythologie mit 10 und die religiöse Malerer mtt 7 Werken sämmtlicb stärker vertreten sind.
Der Herkunft nach sind von den exwa 500 Ausstellern_195 aus Berlin, 104 aus Düffeldorf, 54 aus Munckoen, 26 aus Weimar, 17 aus DreSden, 17 aus KarlSruhe, 14 aus Königsberg, 7 aus Rom,
6 aus London, 6 aus Wien. Die übrigen vectbeileu au die hStädte fStuttgart, Amsterdam, Frankfurt a. M., chi?» Okam- urg u. . w.
Wir beginnen unsere flüchtige Wmderuag, auf der wie nur an die nach Gegenstand und Ausführung alierbeacbienßwertbeßeu Bilde!- emen kurzen Blick werfen können, mit demjenigen Zweige, der, FW dem Erbabenstcn zuwendend, zwar iti unserem realistischen “rita tee nur eine sehr geringe Pflege findet, in dem aber die Ma erei die Wyrzelg ihrer Kraft hat, was fie zu ihrem eigenen
[[ niemals vergessen soUte, - mit der religiösen Kunst.
nd hier bege nen wir denn auch erfreulicher Weise sofort einem Wexke, das ni t nur unter seines leichen, sondern auch unter allen ubxtgen Gemälden profanen Jul) ts boch bervorragt, dem schon um Ostern tm Königlichen Schlosse außgesiellt gewesenen großen Bilde von Yrofeffor Teschner in Dreßdeu: .Der Leichnam Christi im Schdoß_e der Maria“. Das Werk, welches Eigentbum Sr. Maxestai des Kaisers ist, zeigt jene erhabene Größe und Schlicht- heit der Auffassung und jene andachtsvo11e Sorgfalt der Be- handlung, welche den Bescvauer selbst erheben, nicht durch wvblfeilen N_atural16mus den Sinnen schmeichelnd, zu ihm herabsteigen will. Das Werk gereicht seinem leider zu früh verstorbenen Schöpfer zur hohen Ehre.
Neben ihm verdient nur noch der ebenfalis für den Kultus emalte „(3111581115 iuyirator“ (nach Ev. Matthäi 11, 28: „Kommxt er zu mrr Alle, die ihr mühselig und beladsn seid, ich will euch er- qurcken“)' von Prof. J. Heydeck in Königsberg Erwähnuna. Das umfangreiche Altarblati ist für die Sackheimer Kirche Iesiimmt.
Leider haftet der Erscheinung des Heilands gar zu viel Weltliches, dem Modell gehöriges an. .
Auf dem (Gebiete derBildnißmalerei nimmt, wie in friiheren Jahren, so auch auf der diesjährigen AuZstcUung Gustav Richter eine der ersten SteÜ-xn ein. .Das von ihm außgestellte Brustbild Sr. Majestät des Kaisers und Königs ist außerordentlich einnehmend und lebenßwahr, Der Maler steilte den Kaiser im zwangslos ge- öffneten Jnterierock dar, welcher die weiße Weste und als einzigen Schmuck den Orden pour 16 mérics sehen läßt und hat mit so wenigen äußeren Mitteln es vortrefflich verstanden, den Hohen Herrn in all Seiner herz ewinnenden Leutscligkeit dem Bescbauer, wie zu iHm sprechend, menßchlicb näher zu bringen, ohne doch der Hoheit und Majestät der ganzen Erskveinung den geringsten Abbruch zu thun. Das Bildnis; befindet sich im Befiße Sr. Durckplaucht des Fürsten Pleß. Außer xdiesem ist von den zahlreichen anderen Poriräts Sr. Majestät nur noch das von Otto Donner in Frankfurt a. M. nach dem Leben gemalt, und zivar im Herbst 1877 in Baden-Baden. Der wamaler Conrad Freyberg hiecxelbst malte den Kaiser auf dem
ii'loriscben Hintergrunde der Batterie „General-Feldzetzgtyeister“ auf Meudon vor Paris. Von den übrigen Kai1erbiid- nissen nenuen wir das von Carl Wagner in Düffeldorf, der auch ein recht wohl gelungenes Bildniß Sr. Kaiserlichen und König- lichen Hoheit des Kronprinzen eingesandt hat. Das Reiterporträt des Kronprinzen von dem bekannten Schlachtenmxler Otto von Faber du Faux in München vermag jedoch nur durch seine Größe zu imponiren. rdf. B. Plockborsi stellte ein Bildnis; Sr. Hoheit des Herzogs von Sachsen-Altenburg, der schon genannte Hofmaler Freyberß ein recht wobl gelungenes, sorgfältig außgeführtes kleines Reiter ildniß des Grafen von Lehndorff aus. Das vorzügliche Portrait des General-Feld- marschalis rhrn. von Mantsuffel von Prof. Steffeck iit schon von der Ausste ung des Künstlervereins her bekannt, ebenso das lebens- und charaktervolle Bildnis; des Finanz-Ministers Hodrecht, “om“; Prof. OEcar Vegas. „ „
Unter den Damendildniffm bildet Gustav Richters Portrait der Gräfin K. (in ganzer Fi ::r) einen der Glanzpunkte er An?- steliung. Daffelde gehört oZne Zweifel nicht nur zu dem Besten, was Richter, sondern was die neuere Berliner und deutsche Portrait- malerei überhaupt aufoiveisen hat. Prof.Gust-Graefver1vendet in seinen Damenbildern zu große Sorgfalt auf die Roben, Welche" der Gesammtwirkung verhängnißvoll wird. Besser ist das mann- liche Portrait von ihm. Prof. Alexander Struys von dcr Großherzoglichen Kunstschule in Weimar hat eine_ alte Dame ge- malt, aber mit einer solchen Energie, das; bei all_er Lebens- wabrheit durcb überwurhtige Accentuirung des Cbarakterikiischen "das Ganze eigentlich abstoßend wirkt, Schließlich seien noch erwahnt
rof. Biermann und Fritz Paulsen, beide in Berlin, mit rerbt acht- aren Leistungen, Wilk). Ambergs aenreartige Portraitgrupye und Norbert Schrödls Bi[dniß der bekannten rysfiscben Pianistin Fr, Essipoff, in geWagier, aber Wohl gcglückter antiker Tracht und Pose _
Das Aquarium ist seit vorgestern im Besitze cines seltenen roßen Affen: es ist dies der Gibbon, ein zu den Langarryaffen Üz'lobabas) gehöriger Vierhänder. Das noch junge Thier ist nur 25 cm groß, hat einen filzgrauen Pekz und ein nacktes, kohlyehrvarzes Gesichi, das von einem weißen Haarkretse umrahmt ist. Auffällig Lind die [augen Arme, mit denen der Gibbon das Doppelte seiner eideslänge zu erfassen vermag; in aufrechter Stellung reichen dieselben bis herab zum Knöchel. Mit Hülfe dieser langen Arme führt der Affe Kletterkünste aus, die wahrhaft betvunderrrswerti) find. Das merkwür- digste und überraschendste an diesem Vierbander rst der aufrechte Gang, Der Gibbon marscbirr mit angespreizien Armen, mit denen er wie ein Seiltänzer balanzirt, quer durch den_ Käfig und, gewährt dabei in Haltung und Schritt einen hochkomrscben Anbltck. Das Ver- hältnis; zu dem Chimpansen, mti dem er die Behausung theilt, ist sehr freundschaftlick). _ Von den anderen neueren Erwerbungen des Aquarium verdient der hinsichtlich seiner Entwickeiung interessante amerikanische Axoloil (Wasserspiel, 81kéä011 1410126001068), ein zaerst von Humboldt beobachteter Waffermoch, dessen Gattung in einem anderen Werken bereits durch Ümbz'sboma 3xo10rl vertreten ist, und eine stattiiche Zahl prachtvoller Saumrochen (Kaja marginara) Er- wähnung.
amburg, 20. September. (W. T. B.) Heute Abend um 63 hr erfolgte in der auf der Jysrl Grasbrook gelegenen Tbeersiederei eine Explosion. Die Theerfiederei brannte vdU- ständig nieder. wei Personen kamen hierbei ums Leben, eine dritte
wurde lebensgefä rlicb verleßt.
Jm Victoria-Theater findet heute (Sonnabend) die erste Aufführung des neuen Ausstattungsstückes „Uarda' statt.
_ Im Wallner-Theater gelangt heute ebenfalls eine Novität zur ersten Aufführung, das Volksstück mit Gesang: „Jbre amilie“, dessen Verfasser die HHU). 131". Julius Stinde und Georg ngels sind. Das Volksstück irt breits im Thalta-Tbeater_zu Hamburg mit sehr günsti em Erfolge ayfgefübrt _worden, der tbm voraussichtlich auch bier be (bieden sein wird, da die Darstelitzng be- währten Kräften anvertraut ist. Frl. Ernestine Wegner, wird an die'em Abend nach längerer Pause zum ersten Male wieder a::f- trexken. . --Das riedrich-Wilbclmsiädtiscbe Wintertbeater wird morgen?? Sonntag, mit der 297. Aufführung der“ Operette .Die Jsedermauß“ eröffnet. ' _
_ Die russischen Natronalsanaer, 30 Personen unter Führung des Dirigenten Kospadin Malschanoff 1m Nationalkostüm, werden auf ihrer Durchreise von St. Petersburg nach Paris von morgen, Sonntag, ab im Krollschen Theater an einigen Abenden aastiren. Die Produktionen dieser GesxUscbaft bestehen aux russischen Chor efängen undONationfcxlthnzen. Dkeselben werden wahrend der
wi enakte der er au re en. Z s-- Das Repertpdire des Ostend-Tbeaters ist in folgetzder Weise entwvrfen. Sonntag ,und Montag: „Romeo und Julia". Dienstag und Mittwoch: „Dre Tochter Belials". Donnerstag und ZFUW: „Ein verarmtcr Edelmann". Sonnabend, Sonntag :c- t): s
ovit „Marion de Lorme', Siitenaemälde nach dem Französ (hen des Victor Hugo von Friedrich Nüffer.