Lud". Inf. da Landw. Resu. Nr. 108 Rizter Naumann, RWWLadmedaLandw. Nr.1 ,bebufsUeber- der Abschied bovl i t. itäts-Corvs. vt. of mann, Staböarzt des
der Abschied bewi igt.
Yiehtamtliahez. Deutsches Reich.
Preuß». Berlin, 9. Oktober. Se. Kaiserliche und Köni liche Hoheit der Kronprtpz nahm ?ei'tern Vormittag en Vortrag des General-Maxors von A bedyll entgegen.
_ In der heutilgen (8. Sißung des Reichstages, welcher der Rcichskanx er Fü von Bismarck, der Staats- Minister Graf zu Sto ber -Wernigerode _der Staats-Mmister Hofmann, und mehrere an ere Bevollmäcbtigte zuxn BundeSrath und Kommissarien beiwohnten, wurde der Präsident und bis beiden Vize-Präfidenten auf den Vorschlag des Abg. von Bomn, dem die Ab g. von Helldor und andthorst, wenn auch mit Neßerven zu timmten, dur Akklaznatwn für die Dauer der Se fion wiedergewählt. Der Präsident von Forckenbeä nahm die Wahl in seinem und seiner Kollegen Namen dankend an.
Hierauf trat das Haus in die zweite Berathung des Gesehentwurfs Ygen die gemeingefährlichen Ve- strebungen der ozialdemokratie.
Zunächst stand zur Diskussion §. 1; derselbe lautet nach der e ierungsvorlage:
, ereine, welcbe sqzialdemokratiscben, sozialistischen oder kom- munistischen, auf Untergrabung der bestehenden Staais- oder Ge- sellschaftöordnung gerichteten Be;trebungen dienen, smd zu yerbieten.
Den Vereinen stehen [eich Verbindungen jeder Art, insbeson- dere genoffenscbaftlicbe Ka en._“_ . ,
Die Fassung der Kommnston tft folgende:
„Vereine, welche durch sozialdemoktratiscbe', sozialistische oder kommunistische Bestrebungen den Umsturz der bestehenden Staats- oder GesellschaftSordnung bezwecken, find zu verbieten.
Dasselbe gilt von Vereinen, in welchen sozialdemokratiscbe, sozialistische oder kommunistische auf den Umsturz der bestehenden Staats- oder Gesellschafwordnung gerichtete Bestrebungen in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise zu Ta e ireten.“ ss Hierzu beantragten 1) die Abgg. von S mrd und Ge-
no en:
„In Alinea 2 zu streichen die Worte:
„in einer den öffentlichen Frieden ge äbrdenden Weise.“
Eventualiter: für den al] der ufrechterhaltung dieser Worte aber nach dem Worte „Freden“ ein„uschalten: „insbesondere die Eintracht der Bevölkerungsklaffen.“
2) Die Abgg. Ackermann und Genossen:
„Im Absaß 2 einzuschalten hinter den Worten „öffentlicben Frieden“ die Worte: „insbesondere die Eintracht der Bevölke- rurasklaffen.“ ' '
Der Abg. rhr. zu Franckenstem. verlas tm Namen seiner Partei eine Er lärung, daß auch sze die fozialdemokratische Agitation verurt eile, daß sie aber diese Vorlage für die Frei- heit, Aller gefährlich halte und deshalb egen dieselbe stimmen, eventuel] dieselbe nur an einem unkte zu“ amenbiren versuchen werde. Der Abg. Frhr. von Marschall befürwortete den Antrag des Abg. Ackermann. Demselben sei vor der Kommissionsfapung der Vorzug zu geben, weil eine einzelne ?ozialdemokrati che Versammlung , wenn auch noch so taathefiihrlich , nicht genüge , um die Kriterien der Kommissionsfasfung flax zu zeigen und die Macht des Geseßes gegen sick) herbeizurufen. Der Redner Khrxe sodann aus , daß es für eine verständige _ egterung fast unmöglich sein werde, mit diesem Geseße wirk- liche IZoumczmtäre Bestrebungen zu unterdrücken und dasselbe als artet eseß gegen andere Parteien als gegen die Sozialhemo ratie Der Abg. Sonnemann koirftatrrte zynächst, daß das vorliegende Geseß ein reines „Polizeigese _ sei, da mit den darin gegebenen De nittonen 1urit1sch nichts an ufangen sei. Es hebe un egründeter Weise die Woßlthaten des vor vier ?Yren beschlossenen Preßgeseßes auf. Man übertreibe viel- a den M1ßbxauch, der Seitens der Sozialdemokraten mit der Preßfreiheit gemacht worden sei, wenigstens seien anbere Parteten und namentlich die konservative in den YUM" Fehler verfallen. Das Gleiche gelte von dem freien . MMS: und VersammlungSrecht. Die Regierung habe auch 9 ne dieses Geseß genügende Waffen gegen etwaige Aus- s reitungen. Andere Länder hätten auch nicht gle1ch nach bürgerlichen Unruhxn' zu AuSnahme eseßen gegriffen. Alle fremden „Nattonen hätten sicß in Bren großen our- naxen gegen „diese Vorlage aUSgeiprochen. ie politische lug- beit sollte die Konservativen, die Konsequenz die National- liberalxn zu Gegnern dieses Geseßes machen.
Hierauf ergri der Reichskan ler Fürst von BiSMarck das Woxt. Dexselhe _onstatirte zunä st, daß der vom Vorredner erwähnte„ im hiesigen „Tageblatt“ veröffentlichte Auszu aus dexz Nobtlmgschen Protokollen, ohne 1ede regierungs eitige Mitwwkung oheyKonnivenz erfolgt sei. Das Journal des „Vorredners comctdire mekaürdiger Weise immer mit den Aeußerungen der französischen offtziösen Presse, und sein Blatt bringe oft_ Tage vorher MLU eilungen, welcbe später durch dxpxomatts e ' Berichte si als Aeußerungen der franzostf en 2 terunß erwiesen. Die Rede es Abg.
anzuwenden.
Sonnemann eine i 111 da er ein beachtenswerthes S mptom yon “den Axitchten der ranzösiscben Regierung 1“: er die inneren Zustanngeutschlands. Ein französischer Revanche- politikßr häxte 'die eben gehörte Rede auch halten können. Es sei, unrichtig, daß das „Auslqnd und namentlich Frank- re_1ch sich in Bezug auf die sozialdemokratische Bewe ung nicht? vpm Boden, des gemeinen Rechts ent ernt Labs. rankrerch habe sich durch rücksichtslo e Füilladen der ommunards von dieser Plage zieml1ch be reit. Der Reichs- kanzler ging sodann in seiner beim Schlu e des Blattes nock) jsortdciijxöernden Rede zu einer Beleuchtung des „I,. 1 der Vor- ,age er.
, _ Seit einigen Tagen schweben im General-Postamt Yerselbst mit den aus Brüssel m Berlin eingetro enen Herren ,aryier,Abtheilungsvorstand im Kiiniglich Belgis en andels- Mimstertum, und Direktor Saumgnier- Verband un en wegen Dur führun der zum 1. November für en Facketverke r wis en Deutschland, Oesterreich- ngarn lind, , elgi'en' in Aussicht genommenen RLfsrm (e1nhe1tluhe ermäßigte Portotaxe und vereinfachte
_ Nach dem Strafgeseßbuck), welches bis .“ Emanation des fgeseßbuches in Kraft beßa bat, hatte die Verurtheilung zu einer Zucht aus- strafe den dauernden Verluß der bürger ichen Ghreyrechte zur Folge und dieter Verlust zog auch die Unfähigkeit, alsZeu e n er Sacshverftändiger eidlich ver- nommen werden zu nnen, naK it?. Diese Bestimmung ist, nach einem mit der bisherigen ech prechung übereinstimmen- den Erkenntniß des Ober-Tribunals, vom 19. Septem- ber 1878, dur? das Inkrafttreten des ReicbsStraf efex- bychs, nach we chem die VerurtYlung zux ZuchthausÜ'cam nicht ohne Weiteres den Verlust „ bürgerl1chen Ehrenrechére zur Folge hat, nicht aufgehoben, jedoch dur? den Allerhöchsten Gnadenerlaß vom 28. Februar 1872 dahin eschränkt worden, daß die noch unter der Herrschaft des preußischen Strafgesetz- bu 2 Zur Zucht ausstrafe verurtheilten Verbrecher nur 10 a re ang na Verbüßung der Zuchthausstrafe, die Un- ähtgkeit, als Zeuge oder Sachverständiger vernommen zu werden, behalten sollen.
_Der Königliche Gelsandte Graf u Limbur =Stirum ist mit Ablauf seines Ur aubs nach eimar zurü gekehrt und hat die Leitung der Geschäfte wieder Übernommen.
_ Der Bevollmächtigte zum Bunderail) , Fürstlich kextßifsfche Staats-Minister Dr. von Beulwrß tft hier em- ge ro en.
_ Zum 25jährigen Jubiläum Sr._ Kaiserlichen und Königlichen oheit des Kronprinzen als Inhaber des Kaiserlich öni lick) österreichischen Jnfanterie-Regiments Nr. 20 sind folgen e Offi iere von dtesem Regiment als Deputation hier eingetro en: der Oberst Mat es Comman- deur des Regiments, der Major von Smalaws i, ber Haupt- mann Jawonski und der Ober-Lieutenant Groß.
_ Der General der KavalTerie Baron v o n R hein b a ben , General- nfpecteur des Militärerzichungs- und Bildungs- wesens, it von Urlaub hierher zurückgekehrt. “
_ Der Kaiserlich österreichische Militärbevoümächti te, Oberst-Lieutenant Prinz zu Liechtenstein ist hier wie er eingetroffen.
_ Als Aerzte Loebker in Greifswal , Aßmann in Wohlau, ])r,Leppmann in Leubus und V1". in Cöln.
Bayern. München, 9. Oktober. (W. T. B.) Der Erzbischof von Bamberg, welchcr gestern noch von d:m Kultus-Minister von Lutz empfangen wurde, hat ente früh um 91/4 Uhr in Begleitung mehrerer Kleriker die eise nach Rom angetreten.
Kaiserslautern, 8. Oktober. (W. T. B.) Bei der im hiesigen Wahlkreise stattgehabten Nachwahl zur Zweiten Kammer ist Freiherr von Stauffenberg mit 155 von 168 Stimmen zum Abgeordneten gewählt worden.
aben fick) niedergelassen die erren ])r. ])r. Kornblum und Sta Sart Zr. 0 er
Oesterreich-Ungarn.z «Wien, 8. Oktober. (W.T.B.) tx der“ Angelegenheit der österreichischen Kabinetskrists ist der räsident des Abgeprdnetenhauses, Nechbauer, heute vom ais er empfangen worden. Herbst ist gleichfalls zum
Kaiser berufen worden. Wie verlautet, sollen auch 1). Schmer- lingö Eichhoff, Wolfrum und Graf Taaffe zum Kaiser berufen wer en. * _ General-Major Zach meldet aus Zavalje an das Ge- neralkommando in Agram, daß GenerabMajor Neinländer am 6. d. M. den ganzen Tag'hindurch auf den südöstlich von Peci gelegenen Höhen em glückliches Gefecht gegen 1tarke Abtheilun en der Jnfur „enten bestanden hat. Leider sind unsere Ver ufte bedeutend, ?16 betragen zwischen 170 und 180 Mann, darunter 9 todte oder verwundete Offiziere. Das Gefecht wurde auch am 7. 11.911. wieder aufgenommen, Details darüber fehlen noch, -
_ (W. T. V.) Die „Polit. Korresp.“ meldet: Aus
Bukare t von heUte: In der geheimen Sißung der Depu- tirtenkammer ist eine Motion beschlossen worden, in wel er dem Schmerze Über die Rumänien auferlegten Opfer Aus ruck gegeben und erklärt wird, daß das Land sich dem Kollektivwülen der Mächte unterwerfe. 'Die Regierung wird einen Gesetzentwurf vorlegen, betreffend die Besißer reifung der Dobrudscha, sowie über den-Zeitpunki, bis zu wel em die Entscheidungen des Kongresses mit der rumänischen Verfassung in Einklang zu bringen sind. _ AusKonstantinopel von eute: Der russische, Botschafter, iirst Lobanoff, erklärte dem roßvezier, daß die Russen drianopel erst räumen würden, wenn sämmtliche Bestimmungen des Berliner Ver- trages, hauptsächlich aber diejenigen, betreffend die Territorial- abtretungen an Serbien und Montenegro, erfüllt worden ;eien. In Folge der. energischen Haltung des englischen Bot- chafters Layard in der asratischxn Reformfrage wurde ein prinzipielles Einvernehmen über einzelne Punkte erzielt.
SchWeiz. Bern, 6. Oktober. (N. Zürck). Ztg.) Bis geLiern Abend hatten max 5664 gültige Unterschriften die An- or nung einer Volksabstimmung über das neue Militär- pflicbtersaßgeseß verlangt.
_ 7. Oktober, Die Genfer Verfassung ist mit 8756 gegen 2591 Stimmen verworfen worden.
Großbritannien und Irland. London, 7. Oktober.
E. C.), Am Sonnabextd starben hier zwei hervorragende ersönltchkeiten, der Präsident der Kunstakademie Sir rancis Grant und Lord Chelmsford, früherer Lordkanz er. Der erstere wurde im Jahre 1851 um Mitglieds der Akademie und 1865 zum Präsidenten de ,elben, als Nachfolger des Sir Charles Eastlake, erwählt. Bei dieser Gelegenheit emyfing er nach altem Brauch 016 Ritterwürde. Lord Chelms ord Frederic Thesiger) war im' Juli 1794 auf ' der nsel t.Vincent geboren Und wurde _im Jahre 1845 um Attorney General ernannt, trat aber mtt Sir Robert eel. schonim Xlgenden Jahre zurück. Im Jahre 1852, während der ersten mtSperiode des verstorbenen Lord Derby, war Thesiger
wiederum Attorney Generaxiz wurde im Jahre 1858 Lord-
kanzler und empfing die eerswürde mit dem Titel Lord Chelmsford, kam 1866 mit den Konservativen wiederum ins Amt und trat im Jahre 1868 zurück. Sein Nachfolger im Amte war der jetzige Lordkanzler Cairns.
_ Die neuesten Mittheilungen aus Indien finden sich in einem der „Times“ aus .Dar'eelin unter dem
Formen).
üllerie und Batterien von 4-Pfündern, aus Pischawer na Jamrood unt . Führer und ein Regiment aus Kohn? werden sich densel n dort an chließen. Man laubt, daß diese Stxeinngcht unte; dem Deich e des General oberts das Fort Almzusnd an reifen werde. „Ein Gerücht geht, daß ein TIF der oldatexi dcs Emirs, 4 Regimenter ftark mit se Geschü er), bis an die Mündung des Khyberpaffes vorgxerückt et. Em Vazargerücht meldet, der Emir häuxe Tryppen an und habe nicht die Absicht, sich ,zu unter- ka'en. Die benachbarten Stämme sind völlig ruhig. “ Weiter
ßt es, in dem „Times“-Telegramm, der Vormarsch auf abul sex _fürs erste aufgegeben. _ Oberst VilLiers, des Vize: kömgs nulttärtschex Sekretäxr, begleitet die nach Iamrood un- ternommßne Expe'dttion.' _ Es wird aus La ore gemeldet, nach,Mimung Emheixmscher von Einfluß wür e der Einzug englischer Txuppen in Afghanistan sofort die Absetzung oder gar die, Ermordu'ng des sehr unpopulären Emirs nqch „sich ziehen. Dte Regierung _ so erfashren wrr we1ter _ alte sebr geheim mit Angabe des Betim: mungSortes f eine aber den Plan zu haben, durch starke Demonstrationen an der Grenze den Emir zu einer bedin: ungslosen Unterwerfung zu bringen. Man erwarte, daß die fghanen selbst einen großen Druck auf Schir Ali ausüben werden. Erwähnt mag hier noch werden, daß am 21. in volxer erfammlung Scindiah mit dem Orden des indischen inéehstmvestirt ward und sich gnädig und versöhnend ge- JUZ a.
_ 9. Oktober. (W. T. B.) Der „Standard“ meldet aus Allahabad von gestern: In Folge des Erscheinens und der drohenden Haltung einer starken afghanischen Truppenabtheilung in der Nähe von Jamrud ist die Besaßung um 7 Regimenter Infanterie und 3 Batterien ver- stärk_t worden. Der Kommandant, General Roß, traf Vor- bereitungsn, den unteren Theil des Passes zu orciren und Alimusjid anzugreifen, als er den Befehl erhielt, weitere Berstärkun en abzuwarten, damit man sich auch nicht dem ge- rmgften ec ausseße.
Frankreich. Paris, 9. Oktober. (W. T. B.) Das „Journal officiel“ veröffentlicht ein Dekret des Prä- tdenten der Republik, wodurch die Munizipalräthe zur Vor- nakfmte der Wahl der Delegirten zur Senatorenwahl an den 27. d. M. einberufen werden, und worin der 5. Ja- nuar k. I. als Termin für die Senatorenwahlen (Er: neuerung eines Drittels des Senats) festgesetzt wird.
_ Amerika. New-York, 5. Oktober. (Reuters Bureau.) Die Cheyenne-Jndianer Überschritten die Union Pacific- Etsenbahn unweit O allala, hart verfolgt von den Bundes- trup_pen. Die „Fle schwanz“: und „Rothe Wolke“-Sioux- Jndtaner__ haben ihre Reservationen in Dakota verlassen und bewegen W nach dem Westen zu, wahrscheinlich [zu dem Zweck sich „den flüchtigen Cheyenne-Fendianern anzusch ießen. Nach Berichten qus St. Paul, innesota, ist das militärische Hauptquartier daselbst aufSeschlagen worden.
New-Orleans, 6. ktober. Gestern starben hierorts 52. ersonen am gelben Fieber und 45 in Memphis. Zn V1 sbu'rg hat das Fiebsr beinahe aufgehört, aber auf dem Lande nimmt es in alarmirender We1se u. Dem Berichte des Generalarzteszufolge belief sich die ahl der Todes älle wäkr'end dsr am Freita beendeten Woche auf 360 in ew- Or eans, 230 in €Nemp is, 70 in Vicksburg, 20 in Browns- mlle, 18 in Morgan City, 18 in Chattanooga und 57 in an: deren Städten. Die Negierun hat 40 000 Nationen für die nothleidende Bevölkerung von ew-Orleans verabfolgt.
Asien. Darjeeling, 6. Oktober. (Times.) Der Tod'des Köxxigs von Birma wird nunmeer amtlich ver- kiindtgt. Prinz Thee Ban wnrde in friedicber Weise zu semem Nachfolger aquerufen. Wie berichtet, herrscht zu Mandalay völlige Ruhe.
Statistische Nachrichten.
Der betr. Unfallversicherungsverein, we1cher in dem in Nr. 227 “5. Bl. abgedruckten AuSzuge aus dem Jahresberiébt des Fabkiken-Inspcktors fiir den Reg.-Bez1rk Frankfurt a. O. erwähnt ist, befindet fick), wie uns mitgetheilt wird, nicht in
ürstenWalde, sond.-rn in Finsterwalde. Die Zahlen über die orsterMTuchindustrie ("md in derselben Notiz irrthümlich auf 300 080 Stück =) 600 000 tatt 60 000 Ctr. Tuck) angegeben.
_ Schiffsunfäile. Den Statistiken des „Bureau Veritas“ zufolge gingen im August 101 Segelschiffe total zu Grunde, darun- ter 33 englische, 15 franzöfisckoe, 10 amerikanisch,“, 8 deutsche, 7 der Republik Nicaragua, 4 der Republik Guatemala, 4 norwegische, 3 chilenische, 3 niedkrländisckye, 3 italienische, 2 griechische, und je] dänisches, spanisches, portugiefis_1*es, russisches, schwedisches, sowie 4 deren Nationalität unbekannt ist. Unter obiger Anzahl befindet sich ein Fahrzeug, das als vermißt gemeldet worden. An Dampfern gingen 6 verlorsn, und zwar 3 englische, 1 belgischer, 1 französischer und 1 italienischer.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Leipzig, 5. Oktober. Gestern Mittag verschied der seit längerer Zeit hier lebende Schriftsteller Wilhelm Schröder, der Verfasser von „Haas und Swinegel“, im Alter ron 70 Jahren. Der Verstorbene machte seinen Namen durcb verschiedene plattdeutsche Schriften, sowie durch das Schauspiel „Studenten und Lüßower“ Wohlbekannt.
Straßburg, 5. Oktober. (Straßb. Ztg.) Auf dem Bgu- terrain des neuen Zentralbabnbofes werden foriwäbrend Stern- s ärge bloßgesegt. ieser Tage wurde ein aus gebrannten Steinen gemauerter Sar , ebenso ein weibliches Skelet, ohne Spuren eines Sarges bei dem elben u entdecken, aufgefunden. Die Stätte, auf Welcher die genannten unde gemacht wurden, wird von AltertHUMS- freunden zahlreich besucht, und es haben die daselbsx beschäfti ten Erdarbeiter Ordre, bei ihrer Thätigkeit möglichst vorjtchtig zu ein, damit allenfallsi e weitere Fundstätten nicbt unnötbig beschädigt, vielmehr möglich,t geschont werden.
Gemerbe und Handel.
Nach der Bilanz der Harpencr Bergqu-Aktien - Gesellschaft zu Dortmund für das leßte Gejcbaftsjabr wurde ein Bruttogewinn erzielt von 751 89736 Das Gewmn- und Verlu'st- Conto war zu belasten mit 223 804 «M, so daß ein Gewinn verbleibt von 528 093 „ja Hiervon sollen auf Beschluß Yes 5Yufsichtsratbs zu Abschreibungen 298 438,25 verwandt werden und wurde uber den Rest von 229 65424 die Generalversammlung zu beschließen Haben. Der Verwal- tungöratb schlägt folgende Vertheilung vor: Uebertrag auf den Reserve- fonds 10 0/0 mit 22 965 „M, Tantidmen 19 000776, 26 (,)/0 Dividende (15:44 pro Aktie) mit 187 500 „M und Restvortraq, Mit 189 30 „M Die Bilanz per 30. Juni 187 8 balanzirt in Aktiva und asfiva mit 10 377 125,91 „M Das Kaffakonto beträgt 10 908,89 „44, das Wechselkonto 102 821,77 «14 und das Debitcrenkonto 668 536,30 „44, das Kreditorenkonto 6192011 914, und das Aktrenkapitalkonto 7 500000 „kü Die Gesammtförderung betrug inkl. Bestand ult.Iuni 1877 (36 185 Scheffel) 9 301405 Scheffel. Der Selbstvecbrauck) stellte
. d. M. zuKesandten Tele ramme. Dana sin von jedem Besaßungs- egiment 200 ann, verstärkt durch reitende Ar-
fick) auf 529 329 Scheffel, der Bestand uit. Juni 1878 auf 8235
Sckxffel- und es celan eu zum Versand 6453200 Scheffel in 69504 Ladungen i 100 tr., zur Kokeöfabrikatiou 2 310 641 Scheffel in 15 847 Ladungen i 100 Ctr. Die Kokesfabrikation war durchweg
flotten! Betriebe und betrug die Produktion inßgesammt 1549040 Cle. welche an Fabrikationskoften 4,75 H pro 100 Ctr. erforderten. er erzielte dnrchschnittl1che Erlös für Kohlen und Kokes betru 29,30 _.,44 pro 100 Centnerladung geaeu 33,30 .“ im Vorjabke naß zwar fur Kohlen 26,66 „“Wegen 31,53.“ im Vorjahr, für Kokes 41,72 .“ ge en 45,93 „sé: im orj br.
.. Aus dem Ja resbencbt des Märkiscb-Westfälisxben Bergwerks-Vereins in Letmathe bei Iserlohn liegen folgende An aben vor: Für das am 30. Juni 1878 zu Ende gezau-
ene Betrie sjabr ist ein Bru_tto-Ueberschuß von 141635 „“ erzielt; erselbk wird nach den Bßscblussen der Generalversammlung zu Yb- chreibunqen und zur Dottrung der Reserve verwendet. Das Aktien- kapital beträ t 2400000 „44, die Grundschuld 264000 „FQ, Reserven sind in Hö e von 235 461 „M gelegt. Die Kreditoren betragen 461175 „sé Die Außenstände beziffern sich auf 258 657 «66, Casio!“ und Wechsel-Conto auf 25 720 „sé, das Effekten-Cont_o auf 9720 „ja, Waaren- und Materialien-Vorräthe auf 431 122 „76; dte Jm- mobilien sind bis auf 1 195 024 „M, die Bergwerke bis auf 758 000 „46, die Maschinen bis auf 157 574 „ja und das Apparaten-Conto bis auf 194 019.44 abgeschrieben worden. Ein Neubauten-Conto figurirt in der Bilanz mit 383 950 „54 Die Mobilien stehen mit 7044 „M, die Hütten- und Brgwerks-Utenfilien mit 73 892 „16, die Fahrwerks- Utensilien mit 8877 „M zu Buch. _ . '
- Die Tbode'sche Papierfabrik Aktiengesellscbaft zu Hainßberg hat im Geschäftsjabre 1877 bis 1878 bei einer Pkw duktion von 3495 815 kg und einer Fakturirung von 1994129 „14 einen Gewinn von 406 183-756 erzielt, welcher Betrag die Vertheilung einer Dividende von 80/0 : 24 „FC pro Aktie ermöglicht. '
_ Nach dem Geschäftsbericht der Dampf- und Spinnerei- "Maschinenfabrik vorm. Wrede in Chemni sind im letzten Geschäftsjahr 195106 kg gangbare Zeuge 2c., owie 247 Stück Maschinen zur Ablieferung gebracht und ist ein Bruttoüberschuß von 110576,49 „FC erzielt worden, von welchem 86 576,49 «44 zu ver- schiedenen Abschreibungen verrvandt werden, während der Reingewinn von 24000 „46. zur Einlösung des 6. Dividendenscheines mit 3,74 be-
timmt ist. Dem Haftpflichtkonto sind 3000 „46 überwiesen und der “Ziest einer Hypotbek von 15000 «M zurückgezahlt. Auf das Dar- lehen des Kommerzienratbs von Zimmermann find im Monat Okto- ber 1877 80000 „44 und im Monat März cr. 180000 „M bezahlt worden und ist damit dieses Konto ausgeglichen. Das abgelaufetze Geschäftsjahr ließ einen Bestand an Aufträgen von 51938 „14 übrig und sind seitdem die Eingänge der Besteüungen leidlich erfolgt. Die Bilanz begleiébt ficb mit 3020 736,85 „46
_ Die Verminderung des Absatzes von schottischem Eisen nach Deutschland macht sich, wie das Fachblatt,.Glüc1- anf“ meldet, immer mehr bemerklich, da die deutsche Eisemnduftrie mit Erfolg bestrebt ist, ihre Produktion ualitativ zu verbessern. Einer der Hauptexportpläße für schottiscbes ? obeisen, GlaSaow, hat in den ersten acht Monaten des vorigen Jahres 241926 Ctr. Rob- eisen angeführt, wovon der überwiegend größte Theil nach Deutsch- land gegangen ist. In dem gleichen eitabscbnitte des laufendxii Jahres beziffert ZMF) die Abfuhr nur au 122400 Gtr., woraus em “ “ückgang auf fat die Hälfte resultirt, was vorzugSweise dem vxr- minderten Import nach Deutschland beizumcffen ist. Nächst Am'erika hat der Absatz nach Deutschland die empfindlixbste Einbuße erlixten, namentlich in ayoneisen und Stablwaaren, m depen ein_e englische Konkurrenz in eutschland selbst ausgeschlossen scheint. Dre 5th en Freise der rheinischen und schlesischen Werke smd dem'engl? en
bsaß auf dem Markte der Schweiz und Rußlands bereits ge abr- drohend geworden. . , , " ,
Amsterdam,“ 8.0ktober. (W.T.B.; Dre ntederlandtsche Bank hat den Diskont von 3 auf 4% erhöht. ,
London, 8. Oktober. ( . T. BZ Die Schiffsbaufirma Simons & Co. in Rénfrew hat 1 re Zahlyngen eingestellt; die Yasfiven bctragen 40000 Pfd. Sterk. Die wanf'abrr'k Colin,
unlop & Co. in Glasgow hat ebenfaiis suspendtrt; dte Pasfiva sind unbekannt. , . _ 9. Oktober. (W. T. B.) Die Bank von England hat den Preis für den amerikanischen Adler (10 Doüaxs) um 1 chrtbing und den Preis für Napoleons um 1 Penxiv erhöht, da- egen den Preis für deutsche Goldm'ünzen mn 1Éartbmg herabgesetzt. Zn Folge deffen ist gestern 1 Million Pfd. terl. zur Bank ge-
flossen. Verkehrs-Ansialten.
Southampton, 8._ Oktober. Das Post - Dampfschiff „Main“, Ka itän J. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, we ches am 28. September von New-York abgegangen war, ist heute 111151: Morgens wvblbebalten „hier angekommen und bat, nacb Landung der für Southamptoxi bestimmten Passagiere, Post und Ladung, 1 Uhr Nachmittq s i_ne Reise nach Bremen fortgesetzt. Der „Main“ überbrin t 11" Paiiagiere und volle Ladung.
New-York, 8. Oktober. W. T., B.) „Dez: Hamburger Postdampfer „Frisia“ ist heute Mittag bier eingetroffen.
Berlin, 9. Oktober 1878.
Der Ma istrat hat der Stadiverordneten-Verjammsuna einen Bericht des Direktors der städtischen Wafferiverke Gti] vom 23. Sex?- tember d. J. übersandt, sowie Abschrift eines Gutachtens des Cbemr- keks 131“. Bischoff vom 25. September. d. J. mtt Bezugs ("mf pie un- zuläqglicbe Beschaffenheit des in jüngster Zeit durébndie ta-dttscbe'n Wa serwerke aus den Tegeler Anlagen in den sudwestltchen Theil der tadt gelieferten Wassers. Es heißt it) der Vorlage: „Das aus “den Tiefbrunnen entnommene Wasser rst txube und se t nach kyrzer Zeit einen röthlick) gefärbten, von den 1:1 dém Wa er befindlichen Pflanzenformationen [)errübrenden Bodensatz ab. Diesem Uebelstanbe kann nach der Ansicht des Kuratoriums der Wasserwerke, der wrr bet- treten, nur durch die Erbauung von Filterbasjms in Tegel und sorg- same Filtration des Wassers der Brunnen event. des Sees dauerrid abgeholfsn werden. Da der Bau dieser Anlagexi mmdestens die Pausaison meier Jahre in Anspruch nehmen wird, der Prozent- say, um welchen die Wasserkonsumenten zugenommen haben, aber schon e enwärtig ein höherer ist, als der Prozentsatz, um tvelcben die eJstungsfäbigkeit der alten Wasserwsrke durch die Er- rveiterungsbauten Vermehrt worden ist, so bedarf dre Verwaltung der Wasserwerke, selbst wenn der Verbrauch der Abnehmer fich vermin- dern sollte, jedenfalls im Jahre 1880 der voUen Leistungskraft der Tegeler Anlagen, um den Wasserbedarf der Stapf zu „decken, uxid würde, falls die Vorbereitungen; zum Bau der Filter mcbt sogleich Tiroffen Werden, entweder die Lieferung zu beschränken, odex aber das
egeler Wasser in seiner jeßigen Bei'äzaffenheit fortzultefern „ge- zwangen sein.“ Der Magistrat er1ucht die Stadtverordnßtenvxrsammlurig daher beschließen zu wollen, daß die Herstellung kunstltcher Filter, welche im Stande sind, rund 45000 cbm Wasser in 24 Stunden zu ßitriren, sowie der Bau einex mechanischen Sandwascbe erfolge, deren Herstellungskoften aui" überschlä lich 1100000 „44 „anzunehmen'find, daß ferner schon jest der Ankau? der dazu erforderltcben Maiertalien bewirkt werde und daß die Kosten aus dem Rest der noch mcbt ver- ausgabten, von den Kommunalbebördeu zu Erweiterungsbauten der städxisxben Wasserwerke bewilli ten Geldsumme von 14 602 249,64 „(€ Zdeckt-werden. Die definitive ' ewiüigung der„Gelder bleibt bis nach
orlage der speziellen Pläne und Kostenanschlage Vorbehalten.
. (Akademische Kunstaußsteblung 1878. 17.) "Bevbr wir das Genre Weiter verfol en, haben Wit chn einem Nachkommlmg zu "berichten, der in die Re e der Historienbildex gehört. Der bekatxnte Genremaler Franz Defregger bat nachträglich ein ?roßes Gemalde ein esandt, dessen Inhalt der Abschied Andreas Zo exs von sxinen Ge reuen im Gefängniß am Morgen vor der inrtcbtung bildet. 'Der Vorgang ist ungemein schlicht dargxfteiit und gerade deSbvlb
vou ergreifender Wirkung. Den Mittelpunkt der ten Ha t- ??ruppe nimmt (in Lebensgrkxe) dee beldmbafte Sandwirt eiu, en opf und Züge vielleicht n ! dem Yeal eiues_Jeden entf rechen mögen,die aber dafür gewiß deaVoM ben„vortratgetxeuzus 11. Auf seinem Geficbte prägi sicb jene, ue EUtskbxoffepbelt aus, die er bis zum Tode bewzbrt hat und die noch beute im Liebe, efeiert wird, nur ganz leise ist ihr ein „Zug ber Rü rung betgemt cbt über. die aufrichtiße Verehrung und An ängltchkeit eiger KampfeSanoffen,_ jener wetterge räuaten Bergsöbne, die uiiter Tbranen fick) an ihn drangen, um seine Hand zu küssen und tbm ein lehtes Lebewobl zu sagen. Der Kontrast zu den draußen an der Festun' Smauer st_r(zmm aufgx- Zfianzten Soldaten, die seiner harten _und : renz Kayitan, dem hte bschiedsszene bereits zu lange zu wahren _scbemt, rst portuintcb ?elungen; auch die nebelbafte, graue Morgendammerung, die sich uber bnen breitet, ist geschickt für die trübe Stimmung des Ganzen yerwxrtbet. Wenn die Mackie eth Zagbafkks ax! fixb bat ugd die Figuren nicht so plastisch modelltrt sind, wie dies die Munßbenér Schule liebt, so soll man wohl bedenke'n daß „|ck der gefchaßte Kunstler bisher, dem von ihm mit Vorlte e kubttvtrten Genxe entiprechend, nur in kleinen Maßen bewegt hat, wahrend er, hier mit lebens- großen Figuren vor uns tritt. JedenfaUs hat die 5YussteUung an diesem Bilde einen ausgezeichneten Zuwachs und eme neue An- ziihunaskrast erhalten. „
Wenn wir uns nunmebr wieder de_m Genre zuwenden, so moÉen hier gleick) die beiden prächtigen Studienkoyfe desselben Malxrs r- wäbnung finden, welche wegen ihrer ge'nrearttgen Auffaffung hier sehr wvhl bergehören: es find die Köpfe eines alten Tirolers ,un'd, emex jungen Tirolerin, die, Was lebenswarme Jncarriatton und tndtmditel'lc Charaktéezrifirungubetrifft, sich den besten Portratleistungen ebenburttg an die eite te en. „ „
Ein andesrer bayerischer Genremaler, Alois Gabl m Munchen, bat äußerlich viel von der Manier Defreggers, besitzt aber, was den Inhalt seiner Bilder betrifft, aztcb selbst genug frische Erfindun urid Originalität; das beweisen sem „Temperaments-Mandl“ un dre „Ersté Nähmaschine.“ ' , „_ , ' _
Genrebaft gehalten, aber durch bie _Eretgmsie zn dte„Spbare ge- schichtlicher Bedeutung erhoben wvrden, ist das kleine Bild_von dem Yosmaler Professor C. J. Arnoldt, darstellen?) Se. Majestäx den
aiser auf der Spazierfabrt Unter den Linden, von dem Publikum ebrfurcbtsvoll begrüßt. Mch durch semeg Gegenstand als durch sonstige Vorzüge zieht Jaco Leistens (Dusseldorf), „Wochenbesucb bei der Gutsherrschast “ die Augen _auf steh, besoxxders weil einzelne Figuren, wie namentlich die dxs biede- ren alten Försters, aeschickt aus dem Leben gegriffen find. Des Düffeldorfers L. Bokelmann ,Wanderlagex“ wirkt Yrapparit lebenswabr, wie eineYYhotograpbie m Farben,_1ndeffen_ durfte die große Gruppe, deren ittelpunkt daI kleine Madxhen bildet, Man- chem räthselhaft bleiben. Uebrigens zeggt bas Btlb von eminenter Beherrschung alles Teckpnischen. In ahn_l1cher Werse ganz der'ail- täglichj'ten Wirklichkeit entnommen smd die Berliner Strqßenbtlder von Julius Jakob, jedoch weiß bieser durch Stimu1u_ng 1 nen we- nigstens etwas von ihrer Plattbeit zu nehmen. Seine ,Strqnd- promenade in Misdroy“ ist nicht ohnexHumor und zeugt von feiner Beobachtung der Natur sowth wie der eleganten Gssxüsxbaft. Im gleichen Fahrwasser aufmerkiamer Bexbacbtung dxr gxoßstadtLsÖen Bevölkerung bewegt fich E. te éerdt (Dusseldorf) m1t seinem farben- bunten Bilde: „VorhaUe e nes I)iuseurxis“. Yon, ernsterem Studium des Volkslebens zeugt das auch malerisch sebr tucbttae, figuren- reicbe Bild von Will). Zimmer in Weimar: ,Schußengclfest auf der Milzenburg in der Rhön“. „Auch die „Wallfahrer an der Mosel“ von Ferdinand Brütt in D4ffeldorf fiqnd dieser Kategorie des kultur- und fittenschildernden Genres beizuzablen. Land und Leute des Schwarzwalds giebt _ wenn man von, der etwas ver- alteten unbehül§lckichcn Malerei absiebt _ Kemer so vortrefflich wieder, wie rox. Hermann Kreisschmer („Sonntag : Morgen im SchWarzwalde ), der Spreewald aber hat seinen be- redteften Schilderer in Adolf Burger durch den Tod vxrloren („Misfionsfest im Spreewalde“ und „Toilette vor ber K1rch„?“).
ierber gehört auch das in seinem Gesammtton wi? m dem [gud- chaftlichen Hintergrunds ungemein treffend charakterisirte „polnische
Uhrwerk“ von dem bereits erwähnten „genialen Joseph Brandx.
ans Dahl (Düsseldorf) führt uns in gleicher Weise das Gxnre mrt der Landschaft verbindend, nach Norwegen, wahrend" Heinxtcb Latzg in München Land und Leute in Ungarn und “5er Turkei mstruktw und überzeugend in Farben wiederzugeben Weiß. Professor Nad. Jordan (Düffeidorf) begegnen wir dieSmal in Rom, wo er"uns die .,Schlangenkneipe“ mit ihrem bunien Völkcben yon Gastexi fuhrt, zu denen KüUstler und ihre Modelie em _Hauptkontmgent gestellt zu haben scheinen, in bumorvoüer Weise schildert.
Die wvbibekannten und beliebten Genremaler ProfessorentBecker und Amberg find ebenfalls mit trefflichen Werken vertretxn, tnidneffen vermögen diese ihrem Rubme kein neues Blatt bmzuzufu en. Auf dem von ihnen gepflegxen Gebiete hazt sick) Jose b_ Scheuren xrg in Düsseldorf mit vielem Gluck versucht: sem „Besuch ex der Frxundty“ ist ebenso berzig empfunden als wegen der anmuthtgen Mabcbenkopfe viel bewundert. Nein von malerischem Stgndpunktc aus Will" dgs Bild von Prof, Max Michael, „Ju dex „KücbZ“ gxnanyt, gewurdtgt sem. Der bekannte Kolorist schwelgt bier formltch in jenen Farben- scalen vom beUsten Grün bis zum dunkelsten Blau, welchen er stets eine befondereVorliebe geschenkt hat, und denen zu Gunsten_alleerdenk- lichen Koblsorten vor dem arzmutbigen blo'ndbaarrgen Madchen aus-
ebreitet liegen. Leu nen laßt sich freilich nicht, daß hte durcb einfüblige Zusammethimmung erzielte Farbenfymphonie eme hbcb- distingirte und reizvolle ist, aber man wird “(Zabei'den'Gedgnken nicht los, das; die ganze Genre-Komposmon nur kunstltcb fur diesen Effekt gewählt und arrangirt ist. , ,
Während die an Courbetscben CymSmus anklingennde Wahl des Gegenstandes und Art in der Bebandlzmg der „Entiauschung“ von Professor Struys noch durch eine gewisse 5«Hesormenhmt und anerken- nenswertbe technische “Tückotigkeitgemildkrt wird, können die unerfreu- lichen Erzeugnisse von Liebermann u'nd' Goldmann unseren Hyper- naturalisten als heilsam warnende Beispiele dienen.
Friedrich Kraus von feiner Beobachtung'und volkstbümlicbem Humor zeugendes Bildchen: „Der Kaffee des LetermannS“ ' leitet uns zu dem I)iiniaturgenre über, in welchem, wie immer, Julius Ehren- traut e ceÜirt. Besonders medxtch 1st bie kleine Tafel, be- titelt „ urück“: ein HeUebardier mtt mgrtialischem Baxte, aber Hoch jovialem Geficbtßansdruck, der., gxsprßtzt auf der erttreppe eines Potrlastesbxtletbend, unberufencn Eindringlingen als BaryiSre seine Waffe en gegen a .
ArchäologisÖ-antbropologiscbes Genre wäre"wohl die geei netste Bezeichnung für die Gattung, Welche der Duffeldorfer JoZannxs Gebrts vertxitt. Er zeigt uns mit Ybantafievoaer Vertiqung,m den Geist der vaterländiscben Vorzeit emen germanischen Fnauptlm mit Gefolgschaft auf wild daherfprengendennRosien ein unengra begrüßend und hat diese Scene unleugbar uberzeugend und lebens- fähig zu gestalten vermoÖt. DeyAufwand an Alterthumsstudmnz, wodurch dies möglich wurde, verdient ebenso viele Anerkennung, Wie die kühne Zeichnung der Pferde und der landschaftliche Hintergrund,
Genre Und Landschaft in poetisch tirymungsvoller Weise, ver- einigt sehen wir auf einem Bilde de_s uncheners Alfred Seifert: „Vor dem Thore“. Nach dem Kostum der sich ergebenden oder auf dem Rasen gelagerten Gruppen, der mittelalterlichen Archi- tektur und anderen Einzelheiten zu ,jcbließen- scheint dem Maler da- bei der Spaziergang aus dem „Faq t“ vorgescbWebt zu haben. Der beimatblicb anmutbende landschafxltcbe Tbeti verdient besonderes Lob. Ein noch tieferes Sichversenken in die romagtiscbedeutscbx VerTangenbett kennzeiébnet das Gemälde von Otto Brau|ewetter: „Wieder nderH i- matb.“ Eine mit Tbürmen und Zinnen gekrönte mittelalterliche Stadt, zu der dkk Maler zahlreiche, fieißig gesammelte Einzelmotive zusammen- etragen bat, lie t, durch einen Fluß von dem dieffeitigen U„fer ge- ?rennt, vor dem * eschauer. Am Ufer si en Soldaten und Burgxrs- leute die des äbrmanns harren, in i rer Mitte aber, wie tbre
Blicke, so das auptintereffe auf sich ziehend, steht im bärenen Ge-
wanbe ein Pilger, eine Art Tannhäuser, wie es scheint, der iat stolzer, aber durch die Last einer Brocken, uuvergebeueu Schuld dat- niedertheugter Haltung, schmerz west den ibn erkennenden Blicken auswe .
Ma deburg, 8. Oktober. Die, erste Hauvxversammluug der Evanae ischen Vereine der östlichen Proptnzen ward
früh 10 Uhr in der deutscb-reformirten Kirche unt dem GHR? des Liedes: „Her und Herz vereint zusammen“ ,und einem b des Konsistorial- atbs Schott, das fich au die Bibelstelle 1. Cor. 3, 9 ff, anschloß, in Gegenwart von mehr als 200 Tbetlnebmern und einer zaxxfreiexben Zuhörerschaft von Herren und Damen aus Magdeburg er n . ,
Die Versammlung bestätigte darauf die Vorschläge der Vor- versammlung ive en der Wahl des Präsidiums. _Gebetmratb Schrader übernahm daher en Vorfiß und richtete an die Versammlung eine kurze 5I'lnsprache, in der er den Standpunkt der Versammlung„ d. b. deirchMtittelpartei, charakterisirte und das Arbeitsfeld der Vereine be- ze ne e.
„ Die Tagesordnun brachte die Erörterun des Themas: „Die soziale Frage im Li te des evangslischen C riskentbums'. Prof- Beyschlag erörterte die Frage vom theologischen Standpunkt, der Korxeferent, Pryf. 1)r. rbr. v. d. GolH-Königsberg sodann vom nationaZ-ökonomischen Standpunkt. Beide Redner baiten ibre An- fichfen m Tbesext formulirt, welche nach längerer Diskussion von der Versammlung einstimmig angenommen wurden.
Die gestrige Novität des Residenz-Tbeaters, eine deutkcbe BkakbUUMK der „119111183 178111798“ von Emil Augier, unter dem T tel „Die arxne Löwin" burst? ihres Erfolges um so gewiffer sein, als das vielberufene Stuck des berühmten Dramatikers nicht nur seit 20 Jahren [chou, der Literatur und der Bühne angehört, son- d_ern bereits bei seiner ersten Aufführung ebenso große Sensa- tion, als der. französischen Censur Schwierigkeiten Jemacht ?at. Es gehört zu xene'n Dramen, die in raffinirter Weise ie_ mora isi- rende Tendenz wie einen Mantel umbängen, während kurz) das dünne Gewebe uberali die sittlichen Blößen bindurchschimmern und den beabstcbtigien prickelnden Reiz auf das Publikum nicht ver- fehlen. Der jüngere Dumas hat dieses Genre aufs Erfolg- reichste weiterkulttvirt. Sehr phrasenbaft bcifzt es in dem Augierscbea Stücke, zur Entschuldigung: man dürfe die Wunden nicht verbergen, bis der Brand binzutrete, sondern müsse sie offenlegen und ausbrennm. Dann sollte aber der Dramatiker auch wirklich Arzt sein und das glühende Eisen gcbrauchen, nicht aber, wie es hier geschieht, die Wunde mit einik-en Tbränentrovfen ausnmschen.
Die Aufführung kommt hier eigentlich insofern etwas past fastum, als die temms Sntrstsnua ebenfalls das Hauptmotiv für ,den vielbewunderten Preisroman von Alfonie Daudet: „WoWWC-"k IW- sb ZZZ]?! 5011.“ ab iebt, den wir an derselben Stelle vor einigen Monaten in dramatischer Bearbeitung gesehen haben. Das Publikum drückte denn auch verschiedentlich seine Ueberraschung über diesen und andere ähnliche Anklänge an?. Wem die Priorität gebührt, kann jedock) keineswegs zweifelhaft sein.
Gegeben wurde das Stück so vorzüglich, wie wir es von dem Per- sonal dieser k: einen Mu terbübne gewöhnt sind. Vor Alkem verdiept Fr. Claax-Delia bobe nerkennung für ihre Darstellung der Theme, die sie mtt [o tximgen, herzlichen Tönen außzustatten wußte, daß sie sich die aufrtchtrgste Tbeilnabme des Publikums gewann. Frl Ca- stel1i als Sergpbme verstand nicht nur durch ihre natürlichen äußeren Mittel und eme Reibe prächtigster Kostüme zu glänzen, sondern die Rolle auch mit jener Coquetterie und Leichtlebigkeit auSzustatten, welcbe dazu gehören, um den bethörendcn Einfiu auf ihren schwachen Gemahl sowohl, wie den ehrver effenen Gatten berese's, Leon, glaubhaft zu machen. Mit dieser ehr undankbaren Rolle fand sichr. Haack, wie immer, auf das Eleganteste ab. So trefflich Hr. Patonay, als Pommeau war, so vermochte er doch die Erinnerung an den Risler Sonnentbals nicht zu verwischen, Daß Hr. Kep-olex den Bordognon mit aUem ibm zu Gebote sxxbenden liebenswürdi en Humyr aus- stattete, ist bei diesem auSgezeicbneten Künstler _elbsiverstandlieb.
Die Bearbeitung ist nicht frei von schwer berstandltchen sprach- lichen GeWalt amkeiten und Schwülst-igkeifen emer- und geistreich seinsollenden alembours andererseits.
Der Pbyfikcr Hr. A. Böttcher Hat auch in biesem Jabre, und zwar seit Sonnta , seine beliebten Soiréen für instrntttve Unterhaltung , beJtehend aus populären Vorträgen in Verbin- dung mit vorireffliä) auSgefübrten Bildwerken, an der gewohxiten Stätte, im Saal-Tbeater des Königlichen Schauspiel- hauses, eröffnet. Im gegenwärtigen Cyklus führt Hr. Böttcher in der ersten Abtheiluna die romantisibeSchweizinihrxn malexischen Glanzpunkten vor. Als AuSgangspunkt dieser Wanderung ericheint vor dem Auge des Besäbauers zunächst der Rheinfall bei Schaffhausen in voller Naturwabrheit. Weitere Bilder veranschaulichen die grotesken Sébluchten der Tamina und der 713- wala. Dann folgt die Berninakeite mit ihren Gletschern _und deren impo- sar.tcr Eiskrystallisation, vornehmlich dem gewaltigexi MoYteratscb- gletscher. Der große St. Bernhard mit dem daruber fuhrendm Paß und seinem weitberühmten ospiz, im Winter-Sckneefturm und in elegiscber Sommernacht, das bamounytbal, der Riese der Alpen- berge, der über 14000 Fuß hohe Montblanc, vom Col de Balme aus im malerischen Alpenglühen gesehen, sein Gipfel und feinx Er- steigung mit ihren Gefahren sind der intsreffante Gx enstand wetierer Tableaux. Einen überraschenden Anblick gewa rt ferner der
roßartige Gletscher des mer äs FWW vom Montanvert gesehen, Sowie das Giganten-Felsibor der Trienigrotte (xorg 69 “l'rls'ni; und .der ponb äs Riéxs. Cine romantische Waldschlucbt schließt die ei e der Bilder von diesem Thxile der Alpen ab. Alsdann werden w : zu den schönsten Funkten der Berner Alpenwelt geführt, m welcher uns zunächst die erühmtesten Kaskaden und Katarakte des Agrtbals, vor allen der Oltschibacbfall bei Mondbeleucbtung entgegentritt. Es folgen die herrlichsten Bergseen jener Gegendexy so der Bachalpsee tm Alpenglühen. Ihnen schließen fich die Thaler und Gebirgspano- ramen der Grindelalp in wechselvollen Scenen „an, gn welche sich dann das Panorama von der Wengern-Scheideck niit semen vielgestalxigen Naturerscheinungen, Lawinenstürzen und Gebirgsunwettern anretben. Den Beschluß dieser langen Reihe machen die woblzelungenen Dar- Fllnugen von Oeschinensee , BlümliSalp , dem Thunersee mit berbofen "im Winter, Luzern mit dem Pilatus im farben- rächtigen Alpenglühen, dcr impoxnte Katarakt des Handeck- Hallo im Mondlichte, schließlicb rimselpaß und Hospiz zmd - auterbrunnen mit dem Staubbacbfall. _ In der zweiten Abtheilung des gegenwärtigen Cyklus machen wir an der Hand des Mn. Böttéber eme sebr belehrende astronomische Excursion nach dem onde, auf welcher wir mit der Natur dieses Sateüiten der Erde nach den neuesten Er cbniffen der astronomischen Forschung bekannt ge- macht werden. In k arer Weise wird dem Beschauer dieBewegung LMU die Gravitationswirkun des Mondes verbildltcht, sowie seine RUR- bildung mit ihrer wi dzerklüfteten Landschaftsscenexte, i ren W _- ebenen, Ringgebirgen und lanqgcstreckteu Felsketten m gro er Plastik ur Anschauung gebracht. Wir sehen, den Mond in gerinßmr, Ztärkerer und stärkster ergrößerun . weiter eine Anza [ der gr, Ring ebirge wie Tycho de Brahe, rpernikus, Archime es, AUZT us, Auto icus; die roßen Wallebenen, sowie 'die Felskette der ond- Apenninen mit i ren Rillen und Grafen. Eine Reibe von Landschafts- Tableaux, glänzende HimmelSerscheinungen, vom Monde au“; gesebxn, ein Zodiakallicbt, die Erde mit rotbgluberider Atmyspbäre und eme farbige Beleuchtung des Mondes schließen die“ Abtheilung. Die dritte „Ioiréa fanbastiquo“ benannte Abtheilung bieiiet eine Sauna- lung vorzü lich außgefübrter Landschafts- und Architekiurbilder mit magischen icbtcffektcn und plastischen Skulpturen während den Schluß der ganzen Vorstellung sogenannte , antasmagorieu' bilden, bestehend aus bvmorisUsCben Bildern und um viscben Ornamenten von gro er Farbenpracht, welche vornebml ck der
Kinderwelt eine wahre ugxnweide find.