1844 / 38 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

Stände, da sie die, Eisenbahnen an ck im :tedaniFridxsersär nothwendtZ und nützlich erachten, we„entlrch Interésktra en könne, das Zustandekommen dcr Eisenbahnen ,zu fordern. dazu "Till [Jer Ausschuß auch die Frage, ,ob vorerst nur eme Bahn- D«“no Au : zu fassen sei, der Beurtheilung der Staats-Regtrririrg lime! 9 besonders aufmerksam zu machen, 4er

'erauf .. FW,?JYägTh'FhY auf Ablehnung der Antrage der Herren Von

E we e, Ca cbccr und von„Trott,an, wiederholt sci- 233“fliéüröc?3i12liit?aggund chlägt mit Berucksichtigung des Antrages Yes Herrn Vice-Präsldenten vor, der Staats-Regterung deri Bcschlrrß in sol enden! Schreiben an die kurfürstliche Landtags-Ilommrsslon mit::

SUkhe'I-e: Stände„Vcrsmnmlimg hat, nach Anhörung der Berichte ihrcö

vom 12., 25. und 30. Januar !. Z. und nach vorgängigerBe- IMTXUTF den öffcntlichcn Sißungcn vom 19. _und “.'d. Januar und 2. Je- bruar . Z., in dcr zucht gcdachten Ziyang besihloffenr dcr hohcirStagts- Reqierung zu eröffnen, daß ste «,'ltls dre,§)*ropofit1on„- im Allgemeinen ihre Zustimmung zu crthcilerr, dm: ,klk,ng,lcl'llllg, ziim Zweck der_Erhauung voir Eisenbahnen, Lastm und Verbmdlrchtcrten ('tilf dic Smgts-Kanc ubernelznrcn könne, um sowohlZinsen und airdxi'c Garanticen „:uvcr,|prcc,k,5eri und zu leisten, als auch nach Brdürfniß ?lnleheir aixszuriehmeii odcr fichbcr 'Ilcticn-llntcrnchmmi- qen zu bctheiligen - wr err ihrer „Allgemeinheit Ulkl't cmzngchxn vcrrnögr, sich vielmehr nur vcranla t schert kdnne, die th)c Staats-Rchrirng drin- gend zu ersi|chcn, dic ndthige Einleitung ;u trcnen, damit den Stauden die

durch Schreiben vom 11. November 1843 eibctcne Auskunft Über Rich- tung, Zeit des Brginncns und dcr mnthmqßliilien Vollendung der Valin, als Privat- oder Staatsbau, iibcr die Größe der Kosten und Bcschaffung der Mittel, zur Veriinsittig und Tilgiing cines etwaigen ?liilchnö, iibcr die Verwaltung drr Bahn und dcs aiif dercn Bau ;u verwendenden Kapitals, baldmöq1ichst erthrilt werde, eventuell mit thunliclistcr Bcschlcnnigimg cine cntsprc,ende Vorlage iibcr dic ?lsdsiilxrung einer solchen Balm an die Stände gelangcn :ii lasen. , Kontitc mich die Ständc-Vcrsariimlimg, wcil fir in der Propofition dic, siir ilirc vrrfnssiingsniäßigc Thätigkcit nothwen- dige Grrtndlag'e vcrmißtr, der_lesicht hoher Staatö-chicrnng auf dcm vor- geschlagenen Wege nicht entjprcchcn, so ist sie doch von der llebcrzcugimg durchdrungcn, dat“: dic Eisenbahn-Fragc als eine dcr wichtigsten Angelegen- heiten desLandes zu betrachten sei. Die Ständc-Vcrsammlung erklärt iioch ausdrücklich ihrc Brrcitwilligkeit, dic hohc Staato-Ncgicrung in der gliick- lichen Lösung diescr Frage kräftig zu iirrtcrstiitzcn, sobald sic hierzu, niitrr Bcrückfichtigung dcs obigcn Ersuchens, durch eine umfaffenchorlagc iii dcn Stand gesetzt wird. BeideinFortsckiritt, den die Eiscnbalin:llnternchrnimgrn in anderen Staaten Deutschlands immer mehr gewinnen, bei Vcrtickstchtégimg der rtwaigcn Gefahr einer Umgehung, so wie mitRiickficht auf die größeren Opfer, die das Unternehmen, bei liingcrcr Airsscyimg dll“ Entscheidung, for- dern könnte, kann es die Ständc-Vcrsmnmlurig iniZntcrcssc des Landes mit nothwendig und wiinschenswerth finden, daß eine Vcreinbarnng der hohen Staats-Regiernng und drr Stände hieriiber baldigst erfolgen möge. „iiur- fiirstliche Landtags-Kommission ersucht die Stäiidc-Vcrsarmnlmig, dcn gc- faßten Beschluß mit der weiteren Erklärung dcrsrlbeii znr Kcnntniß dcr ho- hen Staatö-Ncgicrimg zu bringen.“ , , Die Vorschläge des Ausschiisscs wurden, nach Ablehnung einiger weiteren Amendements, genehmigt, worauf die Versammlnng zu cmcr vertraulichen SiHung überging. , Die heutige Kasseler Zeitung enthält den angckiiiidigtcu Schluß der Siyung vom %stcn v. M. noch nicht.

Oldenburg. Oldenburg, den “1. Febr. (Br. 3.) Die

beute erschienene Verordnung über die in Folge des höchstbcdauer- lichen Trauerfalls zu haltende allgemeine Landestranxr bestimmt die Dauer derstlben aus sechs volle Monate, d.h. bis zum 27.Juli d, I. Im ersten Monate derselben wird alle öffentliche Musik (auch das Theater, obschon dasselbe nicht ausdrücklich genannt ist) eingestellt und alle Arten öffentlicher Liistbarkeit ind fiir diescn Zeitraum untersagt. Fiir die gesammte Staatsdicncis aft ist wiihrend dieser Zeit gleich- falls eine mehrfach abgestufte Kleidcrtrauer anbefohlen. Die Be- kanntnmchung der Regierung schlicßt rnit den Worten, das; eine An- schlicßung an diese für die siiirrmtlithc Staatsdicncrschast angeordnrtc äußere Trauer von Seiten der iibrigen Urrtcrthanen mir als ein Bcwcis dcr Theiltiahmc werde angcschcn werdcn kiinnen, dercn man sich bei dar so oft erprobten tr'c'ueir Anhänglichkcit der Oldenburger an ihr hochverehrtcs Filrstenhaus mit Gewißheit versehen diirfc. Und in der That diirfte auch in dcr äußerlichen Erscheinung die Trauer um die dahingrsckyicdcnc hohe Fürstin eine allgemeine tvci'dcn. Ucbrmll begkgnct man aufden Straßrn und in denHäuseritTraurin- den. Vorgestern erschienen bei cincr Versammlung dcs Gcsangvcrcins alle Damen in vollem Traueranzugo.

Ocstcrrcrchtschc Monarchie.

Görz, 24. Jan. (A. Z.) Der Herzog von Bordeaux ist porgestern hier eingetroffen; er hat also seine Riickrcise Von London m der kurzen Zeit von zwölf Tagen gemacht. Sc. Königl. Hoheit erfreut sich der heften Gesundheit. An seinem Embonpoint hat cr vcrlorrn. Von seinem Hinken ist fast jLÖL Spur verschmiindett. “Das Bescnden des Herzogs vvn Angoulémc hat sich etwas gebessert, so daß derselbe einigenml _an der gerucinschastlichcn Familiciitafcl Theil nehmen konnte., Se. Königl. Hoheit der Hrrzog von Lucca hat bei seiner Durchreise dirrch Görz der Königlichen Familie einen Besuch abgestattet, ohne jedoch sich länger daselbst aufzuhalten.

Frankreich.

Paris, 1.Fc,br. Es trat zu erwarten, daß durch die politische B„edcutmrg, wclche rn der Adresse der Dcputirtcn-Kainmcr dcn Vor- ganqen rn Bc,lgra*.)c-Sqrmre beigelegt ivordcn, indem man sic als strafbizre Manifkstationcn vvr der öffentlichen Meinung braudmarkcn zu, mussen glaubte, dcr Parteienkampf frische Nahrung erhalten und mit erneuter Gluth anflodcrn Werde. Dieses Resultat zeigt sich be-

238 reits in der Presse der leßten Tage. Einerseits haben die Blatter der Leqitimistcn durch das Aufschrn, welches man ,von den ,Rciscn nach Velgrave-Square gemacht, so wie durch die Unterstuyung, welche ihk? Partei in der Kammer bei der liberalen Opposition ge- funden, in ihrer Suche slch ermutliigt gefunden und treten ,der Pe; gierung offener und lcidenschaftlicher entgegen; andererseits laßt dann die ministerielle Seite, Welche in dieser unumwundcnrrcn Hkaud- Frbung der lcgitimistischcn Zntentioncn gerade einen Beweis fur die kothwendigkrit der in die Adrcffe aufgenommenen Demonstratroneir "blickt, es nicht an eben so hitzigen Erwicdcruiigcn schien. ,Die hervori'agcndsten Momente in diesen neuen Pi'rjx-(ßlcfcihtcii bilden bis cht cin Artikcl der Gazette de France, welcher „dlc, Lags“ iibcrschricbcn ist, nnd die Antwort des Journal dcö ““Le-bars, Mich“) dk" feindlichen Aufsatz vollständig in seine Spalten aufgr- nonrmcn hat, um ihm seine Entgcgniiiig gegeniiber zu strllcn nnd die öffentliche Meinung entscheiden zu laffcir. Die beiden Artikel sind unter den jetzigen Umstiinden fiir“ dic Charakteristik der politisch?" „Lagc“ von Wichtiqkrit, wir theilcn sic dahcr cbcnfalls unvcrkiirzt mit.

„Nun age man noch““, so laiiict die Erklärung der Gazette, „daß kiki? Rkisk Heinrichs von Frankiriil) nacli London einc Wiitiing ohne 111“- sache urid ("irre Ursache ohne Wirkung sci; nian sage es im Angesicht der Vorgänge zu London nnd der ergiingc in Paris!

„Was zcigtc fich zu London? Cine Thatsachc, die alle Vcrcclinimgcn, gllc Vorausschungcn ziinichtc gcnmckvt hat. Im Zalirc [KHW wiirde ciir ]iingcs Kind in dcn Sturz scincö Geschlechts und in die Vl'l“[*«1lllllltlg cincö Hauskö Mitciilgcschlosscn, untcr dcm Vorwandc, dafi rs fiir die Öffi'iitliclicn “J'kcihritcn keine Sicherheit gäbe, so lange ein Sriiösiling dicses Geschlech- tes, ein Mitglied die:“cö Königshanscs aiif fraiixösisclmeodcii ficl) befände, mai! vcrlcxitc in ihm die lliivcrlcylichtcit der Unschuld imd dcr F*zxxgcnd in demselben Aitgcnblicf, wo srin Großvater und sein Olicim aiif seine jnngc Stirn dic Frionc Fraulrcirlio nicdcrlcgtcn und sie unter den SchllH seiner Schiichc urid scinrr Vcrailtwortnngslofigkcit ßclltcn. Dic “.lkotliwcndigkcit gcbictc es, war die “.'lntwort auf allc Vorstellungen, Dic *.lkothwrndigkcit crhäschtr, das; er verbannt, gciichtct mid iinxxliicklick) lvcrdc, dcnn hatte rimn ilin aiif Frankreichs Boden ticriirrwack)scit lancii, so wirre cr dcr :)kcpntwn- tant dcr Zdrcn gcwordcn, denen der gcgen, scmcn Ohcrrrr„und gcgen scrncir Großvater geführte Streich galt, dcs göttlichru Rechts namlich, dcr konsti- tnircndcn Gewalt und des Königlicher: ?lbsolutisrmis, diescr den National- Frcihritcir und der Wiiidc Frankreichs widcrstrrbcndcn Lehren.

„Drcirchri Jahre darauf, llakllki'lll diescr“ Beschluß gcfasit worden und nachdcm die aus diesem Vcsillliisi liri'vorgcgarigciicn Ereignisse fich erfiillt haben, crschciiit, lem ".'.lkanncs-Llltcr l'rmtlgcl'cisk, dcr jiiiigc Prinz zu Lon- don, Was thut rr dasclbst? Orgiiiiisirt er den Biirgrrlricg? Nein. Nälirt cr Verschwörungen im Iiiricin'r Ncill. Vcttelt er um den Beistand dcs Auslandes? Netti, Er läsit dcn Doctritmirs dcn traurigen Muth, sich dcr Freundschaft Englands le i'iihmcn, cincr Frciindsclmst, die Unter driickciiden Bcdingitiigcn, die Um dcn Picis dcr ?liifopfcritngcn unserer tht'llestcll Zn- tcrcffrn crlangt worden. Noch einmal, was denn thiit er zu London? Er protestirt gegen das vci'lriimderisclic Horoskop, wclclxcs ilim dichiridc seines Hauses im Ihre 18550 gestellt hatten. Er hat ein Zirrht, dic gcgen srin Geschlecht gchiirxstcn nicdrrschmrttcrrideri gchässigcn Voriirthcilc von sich ab- ziiwälzcn; cr bcdicnt fich dicses Rechtes; er zeigt sich wie ihn Gott, eine tiichtigc Erziehung Und sein eigenes Nachdenken gebildet haben, und mit wctiiganandlungen nnd wrnigcn Wortcn zcrstört cr das ganchcriist bös- willigcr Voraiisscyungcn, die als Grund scincr Lliisschlicsxiingcn gedient attcn.

h „Man hatte behauptet, er könne niclit Wohl anders als die Vornithcilc der alten Regierung in sich aufnehmen, cr werde den Männern dcs Privi- lcglumJ und ch DcSpotismus überliefert sein; und der rifle, den er zu sich rirjt, ist Herr von Cyatcanbriand. Man hatte gesagt, er Werde dem Ver- bangmß nicht entgehen, wiederum der Helfershelfer und das Werkzeug drs Auslandes zu„ werden; und er wiederholt zu London vor zrvcitausend Fran- zosen das schon,? Wort, welches er schon anderswo gesprochen battc:

„„Alles fur Frankreich und diirch Frankrcicl).““ Man hatte gesagt,

er werde ald chraicutant der Grundsätze des göttlichcn Rechts, der kon- siituirenden Gewalt und des Königlichen ?lbsolutiémus erscheinen“, er aber erklärt Frankrcichs Heil mir“ in den (.Iriiiidsäxien zu crblickrn, welchc Hrrr von Chateaubriand so rrthmvoll vcrthcidigt hat, nnd cr fiiqt liinxri, es seien die Freiheiten des Volkes so heilig- wie die Rechte des zr'önigthiims. Man hatte gesagt, er wcrde durch cin ungliécklichrs Geschick zum Anstifter drs Viirgcrkriegrs wcrden, und er richtet an die Brctaguc solgcndc sinnvolle Worte: „„Bcwuridert cnrc Väter, abcr ahmct ihnrn nicht nach.““ lleber- haupt, wie der Herzog von Cambridge so richtig bcnrcrftr, „„vom Angen- lilick seiner Ankunft in London bis zu sciiicr Abreise spiiilit er nicht ein cinzigcs Wort, welches Tadrl verdiente, mid unternimmt krinc Handlung, die nicht des Lobes wiii'dig wiirr.““ *

„So bcgicbt sich eine Thatsache, ric Niemand geahnt hatte. Alles, was die vollendete Erfahrung Herrn von Villöle's, Hcrrn von Chateau- briand's und der aiifgcllärtcstcn Männer der rechten Seite fie auf Kosten so vieler Prüfungen gelehrt, der junge Prinz ergreift es, nimmt es an, macht es mit bchndcritngswiirdigcr Weishcit sich zu rigen, Er stösst alle Vcrcchnnngcn nm, übertrifft die Hoffmmgcn seiner Freunde, widerlegt die ihm vorauseilcndcn Verleumdungen. Er ist nichts von alle dem, was man von ihm vorausgcsetzt hattc; er ist Alles, was man ihm abgesprochen. Er liebt Frankreich nichr, als sich srlbst; er ist ein Sohn seincö Jahrhunderts; rr begreift und achtet dir" Freiheit“, er will sein Land Weder durck Vcr- schwörimgrn, nor!) diii'rl) Biirgcrkricg erschüttern; cr wrist jede Zuflirck" zit dcr gchässigcn Hiilfe dcö Auslandes zuriick. Er ist cinhocligcsinnter Mann, ein bcwundcrungswiirdigcr Fürst, das Muster eines gitten Franzosen.

_ „Dies der Inbegriff dcr Vorgänge zu London, dies die strafbare Ma- nifestation, gegen wclche dic Doctrinairs von der Kammer cine Brandniar- lung wcrlangtcn. Sic fiihltrn schr wohl, das; hier eine uncrniesilichc Wir-

kling hcrvorgrbracht sci, imd sic suchten durch eine parlamentarische Mani- festation dic llmwälzring zii bckäitrpfcn, Welche nicht auf den Straßen, nicht in den Thatsachen, sondcrn in den Ideen vorging. Sic begriffen, dns; un- geachtet aller ihrer Airßrrngungcn ein neues Element in die Lage der “Dinge cingcdrungrn sci, und das; dieses Elcmcnt alle politische Verhältnisse modi- fizirc iind verändere. Der junge Prinx hatte wirklich etwas llncrmcsilichcs gethan: er hatte das mormrchischc Pritzip von den Ideen des göttlichen Rechts, der Königlichcii Verleihung, drr konstituircndcn Gewalt, des Privi- legiums, dcs Monopols, dcs auswärtigen und des Bürgerkrieges getrennt,

Je größer dieses Ergebniß war, desto leidenschaftlichcr, auöfallmdcr und unversöhnlicher gcberdetcn sich die Doctrinairs. So mußten durch die Vor- gänge zu London die Vorgänge zu Paris herbeigeführt Werden.

„Und was ist zu Paris vorgegangen? Ergründen wir die Tiefen dcr denkwürdigen Siyrmgcn, deren Hergang in diesem Augenblicke ganz Frani- rcichbliest; ,,so finden wir vier Ergebnisse, welche als gleich wichtig hervor- zuye en un .

„'Das erste ist die einstimmige Verkündigung der National-Souverainetät. Ticscs große Prinzip, wclchcs die Doctrinairö und ihre Anhänger leugnen wollten, fie haben cs, gern odcr ungern, anerkennen müssen, anerkenncnund prollamiren durch den Mund drs Vcrsaffcrs dcs Adrcß-Entwursö, Herrn St. Marc (iiirai'din. Gegen uns haben die Ceiitxaes proklamirt, das wiffcn wir srrilicl), aber es ist uns darum nicht minder willkommen, und wir werden davon gegen die Monopolistcn und zum Besten Frankreichs Gc- brmicb zu machen wiffcn. Tic Logik ist stärker als der böse Wille der Mcnscbcn, und da die National-Souvcrainetät besteht, so muß sie auch in Anwciidung kommen, und fie wird rs. chn Hcinrich von Frankreich durch seine Neise "([ck London anch wcitcr nichts kl“kt'ickt hätte, als das; er die Ein- scktllliltkl'lk, Einbastillircr gr,;wiingcn, dic National-Soiivcrainctät zu prokla- niii'cii, so wiirde ihm das Land zu Dank N1pflichtrt scin, fiir dcn ihm gi" leisteten ausgereichnctcn Ticnst. _-

„Taö chile Eigcbiiiii ist nicht nrindcr wichtig, als das erste. (xm Minister, Herr Duchatcl, bctvrist aller Welt in demselben ?lrigcnblirk, "*? cr fiir die von illlll i'cpriiicntirtc Rrgicrung monaichischc Trcuc svidcrt, dai; diesc Ncgicrimg nicht unter dem mormrchischcn Prinzip, sondern vielmehr untcr dcm rcvolntiormircn Prinzip der Voll'ö-Sorivcrainrtät sicht. Zn dcr Tliat, Herr-Tuchatcl hat glxichzritig die llridcrlctilicl'kcit, dic Vcrarrtwor* tiiiigslosiglcit [Md dic Erblrclikcit des Königthums geleugnet, ohne die es doch keine Monarchie giebt, iiidrm cr sagte, daß, wenn das Haupt,!“cr ricircn Dynastie scine Eidschwiirc iiicht hielte, Frankrcich auch dei*,scimgc,n cittbiiiidrii wäre nnd die neue Dynastie vertreiben wiirde, so wre,es die alte vertrieben. Was aber, fragen wir, ist das fiir eine Monarchie, wo die lliivcrchliclilrit niir llllit'k drchdiiignng beslclit, das: src vcrlcytlvckhcn diirfc, wo die chntwortiiiigölosiglcit verantwortlich wird nnd die Crbbch- kcit nicht crbr? Welch ein Haiifcrr von Widersprüchen! Wclck) ein Chaoö von mivcrcinbarcii Ausstclliirigcli! Welche Jdccn-Vcrwirriiiig! Und dort) find diesc Widersprüche mivcrmcidlicl), dicse chen-Vcrwirrnng isl unver- meidlich und diese llnvcrrmrift ist die loqischc Folge dcr Stellung, die man eingenommen lmt. *

„Wäre man in der That nicbt cntschloffcn, in Zukunft zu thun, was man in der Vergangenheit gethan, so wi'iidc man wchrlos sein gegen den Hcrrog von Bordeaux. Man lllllsl gcqcn ihn die llirvcrlclilickFcit, dic Vcr- cintwortungslosigfcit, dic Erblichkcit ch Königthnrnö leugnen, aber zugleich leugnet man sie auch gegen sich, Um den Bodrn drs It'önigthums untcr dcn Fiisicn dcs jungen Reisenden von Belgravc-Sqiiare zu zerstören, zer- stört man, ihn untcr srincri eigenen Füßen, und man läßt sich keine ZU- flncht übrig, als den flammenden Krater dcr Rcvoliitioiicn. Tics find die Lehren, wclche Herr Dllchätkl, 1111! gegen die Plärrnrr dcr rcchtcn Scitc dic Vrandmarfung diirchzitscycn, an Frankreich verkündet bat. Um die be»- ginncnde Legitimität (Wortc de:» Herrn Giiizotizu bcscstigrn, ritft cr dicVolks-Souvcrainctät an, und Un! ganz Novalisl imSinnc des neuen Königthums zu sein, macht er sich 3111" Rcvolutionair.

„Während dic Minister nnd die Ministericllcir sich in diesc Large wcr- sctztcn oder vielmehr dirsclbc notligrdrringcn annehmen mußten, offenbarte sich ein drittcs eben so bedeutendes Ergebnis; in der Kammer, die Stcllitng dcr linken Seite, ihr von Herrn Ldilon Varrot auf der chncrbiihire ,kiind- gcgebrncr Entschluß, ilir Votum. Das Ministerium hatte stark aus die LC!- dcnschaftcn dcr Linkin gczählt; gleich beim Bcginn der Reisen nachLondon hatte cs dcn Rovalislcn gedroht, sie mit Lcib und Gut diesen Leidenschaften prciöziigclicn. Es ist die rwigc Taktik dci“ Doctrirmirs: dic linkc,Srit? zrr erschrcckcn, indem man ihr die Leidenschaften der Rechten gcgen drc'zx-rcilicit vorliält, und die richte Seite ZU ci'sckircckcn, indem man ihr die Lcidcnlchastctr dcr Linken gcgen Ordniiiig, Eigcnthuni, öffentliche und Privat-Sichcrhcrt vorliält. Aber die DVctrilll'lils hatten ein;; vergessen: daß Hriiirich voir Frankreich, indem er den Leidcnschaftcn dcr rcchtcn Seite cntsagtc, die Lei- dcnschaftcn dcr Linkcn erstickt hatte.

„Ja, wenn der Ei1kcchinrict)*s Ui„ als der Mann des göttlickicn Rechts, der Königlichen Verleihung, als Anstifter drs auswärtigcn iind drs Blirgcrkricgcs, al») Feind der Volkssrcihcitcn allsgé'ikrit'lt wäre, dann wiirde cs Lkidcnschaftrn, mid hcftigc Lcidenschaftrn aiif dcr linken Seite gegeben haben tllld das Ministerium hätte sie nicht mehr zu erregen branchen. Da aber das Gcgcnthcil stattgefunden, da dcr Prinz llllt" von seiner Lil'be flir Frankreich, von seiner ?lchtiing fiir“ dic Freiheit, von seinem tiefen Wider- willi'n gegen den Bitrgerkricg, von seinem Abscheu vor dem auswär'tigcn Kricgc gesprochen, gcgen was soll da die Linke in Leidenschaft gcrathcn? Weshalb soll sic sick) crbittrrn, tvrun sic ficht, das; das Prinzip, dem fir er- geben, krinc Gefahr zu laufen hat? Die Linke ist also ruhig gcblirbcn, und da sie es gcblicbcn, so hat man fie nicht bewegen können, ihre Griind- säßc gcgen die Männer der Rechten zit vcrlctien. Sie hat crklärt, das; sic Nel) in dcr Brandmarlimg dersclbcn nicht an die Cciitra anschließen werde. So ist die Brandmarlung, dic nicmals eiiie Sackic der Nation sein konnte, nicht einmal nichr eine Sache der Revolution, sondern nur eine dynastisclic Angelegenheit. Ein Justizakt konnte sie nicht sein; sie ist ein Akt der Hof- dicirci'cr, nichts weiter.

„Doch wir irrcn uns: es ist allerdings eine Brandmarkung verhängt lvordrn, lllld dics ist das vierte der ciwiihiiten Ergebnisse; abcr dicse gegen die Royalisten vcrlangtc Vrandnmrkung, sic hat sich gegen Hcrrn Glltzoi imd dic Tocirinairö gcwmidt, gcgen jcnc politischen Corrdottieii, die allcn skch cilicbrndcn (»Icwiiltcn dicncn Und alle fallenden (Iclvallctr vrrrathcn, Zivil Stunden lang sah man ihn, diesen aimmßcndcn Minister, an die Rcdncrbiilmc sich anflammcrn, Miche durch die öffeiitliilie Mcinniig fiir ihn zum Pi'aiigcr wiirde, _ in scincm Stolz die Kraft suchen, um gcgen die 33917 scim's ihn zcrnmlmcndcnBcwusitsciiis anzul'ämpfrn, _- blcicli, mit vcr- stortcm Blick, ein trauriges Bild dechtviffcnSqitiil, die sich nicht ziirWiirdc drchiic „lll i'l'llt'bt'll vermag. Was dic Kammer an ihm braiidniarltc, das War der Ctllliöllllls dcr ?lpostasiccn, dci“ seinen rigriiniitzigcn Umwandlun- gen die Bcdciituiig eines politischen Systems bcilrgcn will, seinen clxi'gcizi- ilk" Palinodiccn das Vrrdienst dcr Hingcbung, seinen Vcrräthereicn dic Bcsch'oiiigiing riiics Selici'blicks fiir die Wohlfahrt des Landes.

„Man wolltr, das; Gerechtigkeit gciibt wcrdc, und sie ist geübt wiirden. Man vcrlaiigtc, das; die Heiligkeit dis Eidrs gcrächt nnd drr Mcincid gc- lirandiiiai'lt werde, und das Verlangen ist ci'fiillt: dic Heiligkeit dcs Eides rst gereicht, dcr Mcincid gcbrandnmrlt, aber nicht in dcr Pirson dcr Miin-

hcr. ,Die Worte „Und das hat mit ihrem Singen“ fiihren in den Anfang und die Haupttonart zurück, und bilden zugleich einen Schlllßsl'lß, in den das Vorhergehende smnreich verwebt ist.

Nk- I:, „Am Rhein im schönen Strome“, ebenfalls von Heinr. Dre Cymyofition ist voll mystischer Schwärmerei. Die Beglei- tung malt da„s liebliche Rauschen des Stromes, während aus dem Dome ferne Orgelklarrge herübertönen. Wie schön diescr Gedanke auch ist, so läßt :k doch die Singstimme, wclche anfangs ohnehin sehr tief liegt, zu sehr n den Hintergrund treten. Jm Verfolge des Liedes jedoch, und namentlich

LYSTZMTH wird dicscmMangcl durch eine wirksamcre Lage des Gesanges

Nk- 3: 5Zlignon's Lied, wenn auch nicht im Geiste der Mignon

geschrieben, do iedenfalls eine charaktervolle ticf em " , pfundene Com o mon ?"Waéhßäil'h' schon deklamirt, besonders das „Dahin" und diepSstcllc; faßt UU lnmLJ: YF d" armes, Kirid, gethan ?“ In der dritten Strophe Geb t :" 'Ychwansllätkut seines Gefühls nochmals das ganze 9 , ebm so Timetißnß du das Land, kennst du das Haus, kennst du Geliebter, dahin!“ tlllllile: „Dahin, o Vater, o meln Beschüser,

Nr. 4: Der Köni von Thule.

YFM? ZMYFZF'; '“ ck dur Aufgabe fiene, die Erzählun dem Hörer er die äh: de. Tokez fühl", „:?:;hxkben wit die Seufzer des onißs- (ils Brausen der Meereswogm schlägt „„ M„LhnO olz belm Mahle "s'"- das

Winnenden Finthen. Wenn wir übuhau r, d" Beam "“L"" in dm :

Gedichts zugeben, so können wir uns HiihleuxudkixslxtiYß,„M'Ilkäg

Nicht als Lied, sondern als

verstanden crklärcir; freilich diirfen wir dabei am allerwenigsten an das cin- samc Gretchen, die vor sich hinträumcnd jenes Liedchen singt, dcnki'n,

Nr. 5: „Der du von dem Himmel bist“, von Göthc, sckicint uns dcis (Helungcnftc der ganzen Sammlung. Hier hat Lißt, was jeden- falls die hochste Ausgabe der Gcsan s-Compofition ist, sich in seinen Text so vertieft, daß er jedes einzelne ort deffclben mit inniger Empfindung dellanrirt. Zugleich itt das Ganze formell einfach abgerundet. Nach dem Mittelsayc: „Ach, ich [»in des Treibenö müde“ kehrt der Anfang wicdcr,

nimmt. Auch hier werden am Schluß die wichtigsten Momente des Gan- zen nochmals vorgeführt.

Nr. 6:, „ixngialinn tin] ],imicjo c:»in“ („Englein dit mit bloiidcm Haar“), Dichtung von Cäsar Bocclla, deutsche Uebersetzung von Philipp Kaufmann (der gegenwärtig, in Aufträ cn voir Lißt, zu Paris lebt), Eben so wie das vorhergehende, erfreut dicich Lied durch seine klare saß- [ich? Gestaltung und empfiehlt sich jedem hohen Tenor als ein dankbares GesaZZstuck.,

ir crnnertcn rms, als wir die Priifun diescr Lirdcr vollendet [a - te,n, lebhaft eincr Parallele, die ])r. ranz gSchulte unlängst zwisthtn Lißt und Lord Byroit„grzogen, Die Ein lldnngskraft Beider, hltstk es daiin u. A.„ ist, leicht cntzmidbar, ungemein bchsÖlich und scheint beinah cine unerschopfliche Quelle, Von Gestaltungen ln ort oder Ton zu sein, Die Gefuhlswelt Beider rst sehr reich und scheint es vorzugswelsc zu lieben, fich in Kontraste zu crßlcßcn. Sie geht bei Beiden rasch aus einer Empfin- dung in eine andere u er, die der ersten völlig entgegen eseßt ist und deren

Gegensny dcn Zuhörer oder Leser vielleicht unan me in berü rn würde, wenn beide Mei er nicht die Kunst verßändcn, die gKoniraste dubai) Mittel-

jest aber im Pianoforte, während die Singstimme cin andercs Motiv iibcr- *

toric imd, Millilidrcn zii verschmrlzcn. Beide hcrvorragcndc Meister in dcr Tkckllllk rhrcr Kunst, beherrscht „Liszt das Reich dcr Tdnc wic Vvl'oii daz der Fpkacklc mit cincr Freiheit und Schöpferkraft, Welche den Umfang ""d NU *,Mhalt des Materials bcidcr Kiinstc in einem bcdciitendcn (Hxak,c VU“ "llhk'k hach, Dies Matcrial gehört ihnen auch so ganz, daß kk!" PW,?- kkk ,UU Stalldc ist, ihnen auch nur den gcrin sten Thrilzu ""ck“!- ,Ußk 5 SW] "!*-d Byroii's Sprache sind so unveräUScrlichc GUM- das; MMU fie nachzuahmcn vermag, oder doch jede Nachahmung derselben oh"? Leben und Geist, ohne Herz und Feuer scin wiirdc. Mußt und Sprache smd sl) innig mit ihrem Kiinstlergenie verbundknx n'"- W KUW,“ d'“ Hiillc WM Sci'lc ist. Mit einem Worte: „Verde smd Originalc. Sie mögen vielleicht übertroffen werdeii, aber fur dre Nachathk'g, bleiben sie unerreichbar, ch Originalität ihrer KiinstzDarsiclllancit quillt aus der Originalität ihres inneren Lebens, ihrer “gcmhumbchxn „Empfind- und Denkweise, und ans dicscm GNU")? werden sik, auch nie lille Schule bil- den. Man kann fich eincn Nachahmer von Addison, Pope„ Klopstock, sklbst von Göthe denkm, und England und, Déllkskhlfind hßben sie in Mengc ge- schcn, aber ein Shakespearcaklcr„_xiti Vyronmrier ist unmöglich, Mufik- Schulen, von einem bedeutsam?" KUUsUkk„hckgelritet, kennen wir viele; die Manier, ein Instrument 3!“ behandxln, laßt |ck dllkck Unterricht forlpflan- zen: doch da, wo der Geist des Kunsllxrs und das Instrument cin unzer- txennjjchcs Ganzes aus Einem Guse bildcir, hat die Schule ihre Gränzc erreicht; aber kb“) chtvcgen „Mkh dre Beschreibung der Leistungen eines solchen origin,e[1en,Tondrchters. Sie wird me, das Wesen desselben darstellen, und 3,13, xics einigermaßen zu erfassen, bleibt nur die eigene Sinncs-Erfahrung ' _ o ---*-._..

ner der rechten Seite, welche nicht:; gegen die Helligkeit des Eides gethan und niemals einen Meineid began en haben, sondern in der Person des Herrn Guizot, dessen politisches _Le e,n cin lehrndigcr Mcineid und ein Acr- gerniß ist, gegen welches das öncntlrche Gewiffen zu protestiren sich gedrun- gen fühlen mußte.“ , ,

Hierauf nun antwortct das Journal des chats in fol- gender Weise:

„Dieser Artikel ist merkwürdig, wichtig und bezeichnend; wir wollten allch nicht ein Wort davon weglassen. Nach Durchlcsnng dcffclbcn werden alle Unbcfnngencn vollkommen im Klaren sein iiber die Critschcidiing dcr Frage, wer die „La e“ am besten begriffen hat, das Ministerium und die Majorität, odcr die Linkc nnd die Mitglicdcr des linken Centrums, welchc mit den chitimisten gcgen dcn Paragraphcn dcr :'ldrrffe grstimnrt. (Dic lictheiligtcn Legitimistcn und eine Anzahl aiidrrer Mitglicdck der rechten Seite haben jedoch brkanntlich an der Abstimmung iibcr den betreffenden Paragraphen ar nicht Tlieil genommen.) Ticscr ?lrtikcl spricht hinrciclicnd durch sich se'lb ; wir wollen auch nur ein paar kurze Betraclitiingcn hinzu- fügen. vaördcrst unscrcn Tank an die Gazette dc France fiir die Scliniähungcn, welchc sic im Namen ihrer Partci, dcr Parici von Bclgravc- Square, aus Herrn Giiizot häuft, Tiefe Siliniiih-ingcn find nicht mil, Dic Gazette hat sie blos aus den Lppofitions Blät- tern zusammcnzulcscn odcr jcneu clii'ciiwcrtlicn Tcpiitirtcn dcr _Lin- ken zii eiitlchncn brauchen, die am letzten Freiragc von ilircn Lungen und ihrem Patriotismus einen so chrcrrivcrthcii Gebrauch mcichtrn. Wir wissen deshalb der Gazette nicht mindcr Dank dafiir, das; sie sich dieselbcn angeeignet; fie find in diesem Blanc vollkommen an ilirem Platz. (Irwiß nimmt sie Herr Guizot von Sciicn der Gazette mit EKeuntlich- krit entgegen und macht fich eine Ehre daraus. Tir Kampf zwischen Herrn (iliiizot urid drin corrtrc-rcvolutionaircii Blattc ist cin alter, die gegcnseitige Feindschaft unversöhnlich. Herr Gnizot ist der “„Mann, den die Gazette cim meistert vrrabschciicrr miiß, denn er ist cs, drr dcnchcn nnd der Pat“- tci, Welche dic Gazette vertritt, am meistcn geschadet [mr. So lange Herr ("zliiizot unter der Restauration cilllgt'll Einfluß aiif dic Ncgicrimg hatte", bc- tlllßte er ihn, um die Corrtrc-choliition in Gestalt von Mcnsclicn nnd Dingen zu bckiimpfcn. Zn zchn Jahren der Opposition, als Scliriftstrllcr und Dozent, trug Herr Guizot mehr als irgcnd Jemand dam bci, dic libcralc Generation zu bilden, an welcher die Jitli-Ordommnzcn zerri'iirnmcrten. Als nach der Rcvolution Von 18:40 die contre-rcvoliitio1mirc Partei die Maske dcr Anarckiic und der Ungrbmidciihcit annahm rind dic Jrcilicit nur noch durch die Ucbcrtrcibrrng dcr Frcilicit selbst vernichten zu können lxofftc, da mußte ihr Has; gcgen Herrn (Hiiizot sick) Verkoppklll, denn Niemand bc- kiimpftc ninthvollcr die Anarchie und die llngcbundcnlicit als Hcrr Guizot, Niemand hielt mit fcstcrcr Hand die' Zilli-Rcvoliition an dem Verhängnis;- yollcn Abhiingc ),llklltf, der in dcn Abgrund fiihrt. Seine Vernunft, seine Bcrcdsamkkit, sein chen widmete Hcrr Giiizot ganz dem Ticiistc dcr (Oll- stitutioncllcn chicriing lllld der Freiheit, Unvorsdbnlichcm Haß, wiithm- dcm (NVU Wi? U" sich aus, und die Linke vrrrinigt sicli mit der Gazette, um dicses grosse Sililachtopfer dcn Lcidciisclmftcn dcr Anarchisten urid dcr Contrc-Revolutionairs iu iibcrliescrn. “Dic (iZazcttc wriß schr wolil, was sie thut; sie wird yon Herrn (Iiiizot niemals ch Böscn gering sagen.

, Nin“ noch ein W_ort: Das Organ der (Vllirl-l'kVVilliiOllall'klt Partei spricht der Kainmcr, (1110 einer der großen Staatsgewaltcn, das Recht ab, die Vorgänge in London nach Gebühr zu bezeichnen; abcr fich selbst nimmt es das Recht ein, Hcrrn (Huizot an den Pranger zu stillen,

„Jm Namcn dcs HrrrnDurliatcl milffcn wir dcr Gazette auch noch danken. So haben wir das l'arlistisil)c Blatt gern, tvcnn Hcrrn Ducho- trl ein Verbrechen daraus macht, laut und fiirchtlos erklärt 31: haben, das;, wenn die neue Dynastie ihre Eidschwiirc nicht hicltc, Frankreich mich der sciiiigcir entbunden sein wiirde. Ja, Herr Duchatcl hat es gesagt, und ,cr mrißtc es sagen, denn er ist nicht Minister des Eiitcls Karl's X., er ist Miriistcr des Königs, den die Ziili-§)kcvoliitioii auf deri Fliron, crhobcn hcit. (Fr konnte es ohne Furcht sagen, denn er ist nicht Minister cincr Dyiigstic, die aus ihrem Prinzip sogar das Recht zur erlctznn lhr,cr,E1,dc schopfen 511 können glaubte; er ist Ministcr cincr Dynastie, tvel e die, 1§klgcll gehal- ten hat und halten wird. Er konnte es ,laiit sagen, dcnndic Jitli-Dvnastie crröthct nicht iibcr ihrcnllrsprung, und die ganze Welt Weiß, daß die Rechte lllld die Stärke unserer Monarchie aiif dcm Vertrage beruhen, Welcher den Fürsten mit der Nation Und die Nation mit dem Fiirstrn ver- bindet. Hier haben wir die beiden Prinzipien kllkZ gefaßt ncbxn einander, das Prinzip des HerrnDuchatel oder vielmehr der Zuli-Rcvolution, welches nur gegenseitige Eidc kennt, und das Prinzip der Gazette, welches nicht zitgicbt, das; die Nation jemals ihrer Ech entbunden sci, selbst wenn der Fiirst sich der sciriigcn entbindet nnd die' Gesch und den (Hrnndvcrtrag bricht, -- die Freiheit aiif Scitcii des Herrn Duchatcl, dcr DcSpotiömuö auf Seiten der Gazette. Das lrgitiniistischc Blatt mag ,dann, immerhin hcnchlcrisckie Phrasen von der Nqttonal-Sonycrainctat hören lassen; es ist ersichtlich, Welchen, Werth dicse Wortcin scmcm Munde haben, und wir glauben, daß es ihm,nrehr Vcrlcgciihcit,1imcht, ,als umi, fie allSle“ sprechen. Doch srcilich, dre Gazette hat immer eine Arisslucht bei der Hand: bekanntlich ist nach dcn Ansichten dicscs Blattes kcm Eid bindend, dcr mis dent Volls-Ptiixzip herrührt, , _ ,

„Dic Gazette, überhäuft Herrn Gurxot Uni,) Herrn Ditchatcl niit Sck)1iiähnngcn, dic lmkc Seite dagegen mit Lobsprachcn nnd chbl'osnngrn. Zn cinem anderen Artikel dcrseltien Niimmcr geht fie sogiir,so weit, sich folgendermassen zu äußern: „„,ch, Maiirrcr dcr royalijtrschcir Mei- nung mögcii scheit, o,b Wir _rr,icht§)ic_i,l)t hatten, wenn wir sag- ten, daß man nur mit der Linken 11ch 111 einem gcmcrnschast- lichen Symbol vereinigen können““ Da habcn wir die Frucht dcs Votiims der Linken: so wird dies Votum in allen Departements von den legitimitlisclxn Blättern ausgclcgt wcrden! Es bcdatf kciner Erläuterungrn mehr von uriscrer Seite; die Erlaittcrrmgrn„welchc dic Gazette selbst giebt, siiid deutlicher, alsdic iirijrrgrn, es sein koiirrtcn. Wir linsercrscits nissen sehr wohl, daß das Votum drr Lirikrn mir ein Votiim dcrOppofiiion gcgen das Ministerium wiir;_doch dcn Austirttcir von Belgrave-Sqimrc gcgen- iibcr, da es sich, noch einmal ict es gesagt„ nicht von gerichtlicher Brandnmrkimg, sondrrn von einer cncrgischen Demonstration grgcn t'ltlt' schiriachbirtcude Demon- stration handelte, war das Votumder Fritten, rinscrer€))le1,1iiing„nach, höchst unpo- litisch, höchst egoistisch und höchst gefahrlich! Wie trefflich wahltc sich die Linke den Augenblick aus, um sich ganz chen Prim Giiizot zu kchrcn! ÖM Giiizot ist gcrächt: ihm sind die Schnmhungrn dcr, Gazette, dcr Linken die Lobspi'ilchc iind Danksagungrn dl'ksl'lblll le Thill geworden.

„Auf den Anfang des ?litilclö dci" Gitzcttc braiichen wir die Auf- mciksamkcit iiicht l,)iiizulcnken. ercrnmiin tvn'd ktltsl'hi'it, ob die Ncgirrittig und die Majorität llnrcrht hattcn„, dic Dcmonstratroncn zu Bcsgmxic- Square ernstlich zu m'hmen. Dcr Stirn drs Mamfcstcs dcr Gazette isl klar gcnm *, wir werden kein Wort writer lyiitziifrigrn,“

Gefickt! wiirde iir dcn Turlcriccn i'm Mmrslcr-Rath gchaltrn, in wglchcm der König den Vorsitz fiihrte. Vorher hatte Herr Guizot eine lange Konferenz mit Sr. Majcstat. , ,

Dem ministcrii'llcit Monrtcur parisicn, zufolge, wird der Gcseli-Entwurf iibcr die gcheimrn Fonds rn Wi,",lllglll Tagrii der De- putirtcn-Kannncr Vorgelegt wcrden. Das Gcrucht, das; dirse Fonds unter anderen Rubriken mit in das Budget sollten aufgenommen wcr- den, um einem besonderen Votiim der Zlaiiimcr dariiber nuözuwcjxhc",

war also imgcqriindct. , , ,_ ,

Das Ausscheiden der vier legrtrrnistqchen Dcpiittrtcn, denen sich " gestern auch noch Herr Blin de Borirdoir_angeschlossen hat, aus dci" Kammer, wird von der gesammten Preite lebhaft besprochen. Das Journal des Débats meint, es habe Niemand diesc Dcputirten zu ihrem Märtyrerthum genöthigt; sie seien freiwillig ausgetretrn;_ dic Majorität habe nicht daran edacht, sic ausschließen oder ihrek Personen brandmarken zu wollen, Fondern es habe sich nur darumge-Z handelt, Partci-Dequistrgtionen in ihr rcchtes Licht zu stellen. Der Globe äußert sich, ah,:ilich. Die Presse erklärt, das;, wie schon ;__ erwähnt, dem Ministerium an dem Worte „qebrandmarkt“ gar nicht so viel gelegen habe; nur weil einflußrciche Mitglieder des Centrums * die Einschaltung desselben unbedingt verlangt hätten, habe es nachge- geben; ausgezeichnete Männer, wie (Huizot, Villemain, Duchätel, hät- _

ten slch rnehr gefällig gcgen ihre politischen Freunde, als unduldsam'z

gegen ihre Widersacher bewicsxn. Der C o u r r 1“ cr fr a ngais ist auch :; derMemung, daß die legitumstischen Deputirten des anstößigen Wortes

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halber nicht auSzutreten gebraucht hätteri„,denrt einen Schimpf, dcr ihnen übcrhaupt nicht zugefügt wordxn ser, hattet) sie nicht abzuwaschen; sie wollten also nur die gegenwärtige Lage furthre Sache benutzen; darum die Oslentation. Uebrigens wäre es, unklug von der Opposition, die Waffe schärfcn zu helfen, welche drc,RcZie_rung den Lrgitimistcn in die Hände gegeben, In ähnlicher Weise aux;e_rt sich dasSiT-clr; es giebt außerdem den chitimistcn den Rath, ,ich nicht fiir wichtig zu halten; ihre Partei könne niehts Besserrö tlirin, als iibrrliaupt ver“- schwinden. Dcr Constitutiounel dagegen fiihrt cinc ski)!“ heftige Sprache gcgkn das Ministerium; die CillZlgt'll.Hlllfsquclllll habe cs lllll" noch in dcr Corruption; es suche sich millijam zii lialtcii, iiidcm alle Chracizigcn an sich zichr. Tas Co,1rir11e'rcc meint, th'llll die aus- geschiedenen chutirtcn wieder crwi'ililt wiirden, [_o falle der mora- lische Flecken aiif die Majorität ziixiiikz man miine alsdann anneh- men, daß sie mit ihrer Gewalt ?).)lißbrauili grtrieben habs. Tic lc- gitimistischcn Blätter sind natiirlich niit drm Brnchmcii dcr Deputirtcu zufrieden“, sic llt'hltli'll an, da[; hier“ 11icht ciiicPartcifmgr, sondern eine Frage der Ehl't' und Wiii'dc vorgelegen habe, die 1111- abliängigkcit drs Dcputirtrn, die Uiivlilcßliihkcit, mit wi'liiicr die Wahl il)n bekleidet, sci schnöde Vcrcht worden; aber die Walil:3tollc- gien wiirden il)r entsclicidcirdw Wort sprechen,

Durch eine 3liürigliche Verordnung Dom “.'d'stcrr d. wird Herr Barthe, Pair won errl'rcick) und erster Präsident drs Rrchiiuiigs- hoch, an die Stille dcs vrrstorbkncn Grafkii *.ionBiistard Flllll Vicc- Präsidriitcn dcr Pairs-Kammcr und Herr“ Laplagrrc-Barriö, t'kstt'l“ (Bencral-Advokat am Cassationölwfc, cin Brudxr drs FlllallF -Mi11i- sters, Herrn Lacavc-Laplagnc, i'bciifiills an die Stelle drs- Grafen Bastard, Flllll Kaninicr-Präsidenten arri Cassatioriöliofe ci'iiaiiiit.

Oberst Amettlcr rind Brigadier Ballcra sind, in Biglcitiing ilirer lejutantrri und mehrkrrr anderer Lbcr-Lffizicrc, aiif ihrem Wege VOL! Figiicms nach dem Depot zii Pcrigicux vor cinigchagcn diirch Torilousc grt'ommi'ir.

.I Paris, “1. Frhr. Es gilt fiir gewiß, das; die Abdankung dcs Hcrrn Salvaiidy ziim Gegenstande von leit'l'pt"lli'lilvllt*ll in dcr Tkputirtcn-Kammcr gemacht werden wird, we'libc gewissen constitu- tionellen Grundsälchn eincn harten Stoß Zn Nrsclirii drohrn. Tirsc Ziitcrpellationen werdcn allerdings VOll dcr Vomrissctiiiiig ausgehen, das; das Ministeriiim, und das; llaltll'llilil'h Herr Guizot durch seine Darstellung Von dem Vlkfahkt'll des Herrn Salvandy in dcr lrgiti- nristischen Frage, das persönliilic Cinsrbrcitcn ch zliiiiigs gcgen dcn bisherigcn Gcsandtcn in Turin hrrbrigcsiihrt hab?, allein (*in solchrr YVVl'walld ist natürlich nicht hinreichend, um das Prinzip dr'r mini-

strricllcn Verantwortlichkcit iti dkmvorlirgciidcli Fiille le rcttcir. Man „"Milß hinzufügen, das; es dcm Tlieil: drr Opposition, lvrlchcr init umgeht, aurh gar nicht darum zu thun

Hjcnem Vorhaben «;.-ist, rnrrcrhalb -dcr coristrtiitioiicllcir *.Ulaximcn zii bleiben, um

Welche cs sick) hier handelt, das; es ihm viclmrhr haliptsiicl);

lich darmif ankommt, Skandal zn llli'lcthl. Man Versichert ilbrigciis, *.;das; Heir Salvaiidy durch seine Protcstation gegen das Wort ll-Ili-it, xsciner prrsönlichkn llcbcrxcugiiiig, ganz unbeschadet der aus seinem "amtlichen Verhiiltnisse aligclcitcten Pflichten, Genüge leisten wollen, «wie er dadurch thatsächliil) bcwicscn, daß er bei dcr schließlichcii Ab- „xstimmiing iibcr die Adresse vor den Augen skiiici“ Kollegen eine weiße ,Kugcl in die Urne gelegt habe. Dicstr Umstand reicht indessen nicht „Haus zur Rechtfertignng dcr Handlungswrisc des Herrn Salvandt), .invrauSgcsclit, das; die miiiistericllc Ansicht Von dem Vcrhiiltniffc Hdcr Dcputirtcn, wclche zugleich Staatö-Bcamtc siiid, iiberhaupt die Yrichtige ist. Bei der Abstiiimmng iibcr das Amciidcmciit des Herrn

*)“bcn, welchcr unzweifelhaft die unmittelbare Folge? der Annahme jcncö '?lnrendemcntö gcwcscrt wäre. Wii" iibkrlasscii Alldl'lt'll diclliitl'i'siiehuiig der Frage, ob die Eigenschaft des Staatsbeamtcn urid iiwbcsondcrc drs didlonmtischrn ?lgrntcii des Herrn Salvandv dic Einhal- tung cincr solrl)cn Opposition zu einer wirllirlicn Pfliihwcr- chung fiir den bisherigen Gesarrdtcn arri sardinisilicn „Hose machte. Dagegen herrscht nur geringe Mkinnnqs -/ Versiliir- denheit dariiber, das; die Art und Weise, in welchcr Hérrn Salvandy das Mißfallcn dcr chierunq zu erkennen qrqrbcn wurde, daß namentlich dicAnwescuhcit ciner großanalil vonAiigcn- und Ohrenzcngcn bei dem fragliihen Auftritte in den Tuilcriccn Herrn Salviindy nicht erlaubte, mich mir einen Augenblick länger im Dilristc dcs Staatks zu bleiben. Alle Bemühungen, ihn 31115 Ziiriickiialimc seiner Entlassung zu [*rtvcgctt, sind bis jetzt fruchtlos Jt'wt'st'll imd tvcrdcn ohne Zweifel fruchtlos bleiben. *

L Paris, 1. Febr. TicCiitlassrmg dcchrrn vgnSawand» ift angenommcn worden. Man hatte Okrgcbciis Alles anfgcbotcn, um ihn ziirZurlicknahntc zii [*cwrgrn. Hkrr Von Si'liVsllld-L) dispouii'tiibcr kinDiiyii'nd Stimme"" in dcr Tepntirtrn--Zlairtiiici', die ihm oliiicxlwci- fel in die neue Siklilllll], dic cr dcm Miiiistrrium gcgcixiilicr antich- 1119]! wird, folgrir wrrdcri, Tas Kabiirct ist selir [W[1111*tlhigt nirgrtr dicses von dem Ministér drr arisiriiirtigcrr ?lngelrgcnhcitcit illeOl'gl- . rusciicii Ereignisses. Allr Chrgcizigc sind cht auf dcm Plak)“- und -man spricht bereits, obwohl rmstrcitig zii friih, von eincr llt'tlt'll Mi»: nistrr-Combirmtion. Hcrr Wii Salviindy ist plötilich eiii srhr wichti- 7“ gt'l" Mann gctvordcn, nnd die Opposition [Wikali/lti'i il)" bereits als * einen der (“illi“igkii, Narhdcm i'l' gcgen das Ende drs „Flai- si'ri'i'ichi's Soldat gewesen, machte t'l' sich zu Anfang der ,Rcstauration diirih ciiiigc zirmliil) lii'ftigl' politische Broschüren 'bgmcxkbal“. Als I].“iili'i' (io; ['r'qritilt'x dcm SkilÜiÖ-Railx attachirt, «(schloß rt" sich an die Hrrrrn Giiizot imd Royer Collard iin, iind “thriltc dabei" die Ungnade dcr Doctrirmii's. Später tviirdc rr cincr drr tliiiligstcii Rcdactciirc dcs Journal des Diibats. He'll“ von Martigimc lies; ihn wieder in den StaatsRatl) eintreten, und scit der Revolution Von “ld“Ztt hat er als Dcpiitirtcr, Minister odcr als Diplomat an dcn Arrgclcgcnhcitrn dcs Lauch stets thiitigcn ?liitlicil genommen.

Herr Blciit dc Boni'don ist dem Beispiele seiner Kolleg?" gc- folgt und hat kbrnfalls seine Entlassung als Tcputirtki' _qcnommcn. Die Partei giebt sick) iclit viel Mühe, nm die Wirdcrcrwiihlnrig dcr ausgrschiedcnrn Dcputirten zu sichern. Das Ministerium seinerseits bleibt auch nicht unthi'itig und richtet seine Aufinrrksamkcit hauptsäch- lich aus das Wahl-Kollcgium von Marseille, das Herrn Vcrrycr in die Kammer gesendet hat. Es ist wahrscheinlich, daß derselbe wic- dcrcrwählt wird: indes; glaubt das Ministerium, nichts unterlassen zu dürfen, um diese Wahl zu hintcrtreibcn nnd dadurch der Partei ihres Chefs und ihres ausgczcichnetsten Redncrs zu berauben. Herr von Laroche-Jacquclin hat bereits ein Schreiben an seineWiihlrr ci“- lassen, ,worin er aufs neue um ihre Stimmen nachsucht; seine Wic- Zcrerttvahlung erscheint selbst in den Augen der Regierung als ge-

er .

Das Journal des Débats ist in diesem Augenblicke der Ge- gxttstarrd furchtbarer Beschuldigungen. Die Oppositions-Pressc bringt die ,fruherczr Artikel dieses Blattes wieder zu Tage und theilt dic heftigen Dtatrrben mit, welche es früher gcgen Herrn Guizot enthal-

ZxAylics, Welches dahin ging, an die Stelle des Worten?» ilé-rrir Uden schoncndcrcn ?liiödi'iiik ['i-zii'ciiii-c zu setzen, erhob sich Herr“ Sal: *;vaiidy mit der Opposition, und er wiirde also, tvciin diesc dic Mehr- xxlxit erhalten hätte, zu Welcher ihr mir ein paar Stimmcir frhlti'rt, ;derch sein Votum zu dem Sturzes drs L).)linisterimrts beigetragen ha-

ten hat. Es ist dies ein Kampf, der die Verlcgenhkit dcs Ministe- riums noch vermehrt; denn man durchsucht die Vergangenheit aller gegenwärtig am Ruder befindlichen Männer; man prüft auf das ge- naueste alle Handlungen ihrrs Lebens und ist nicht schwierig, sie auf diese Weise in Widerspruch mit sich selbst zu srtien. Das Jour- nal des D-Ébats antwortet nicht auf diese Angriffe; es zeigt nicht einmal die Entlassirng dcchrrn von Salvandy an; auch der Globe schrvcigt dariiber. Tie'se Zurückhaltung kommt etwas spät, und die ministcricllcii Blätter hättcn, iim nicht noch Oel ins Feuer zu gießen, niit ihrrn drnMinistern gcspcndctcnLobrsmlirbungcn etwas sparsamer und in ihrenVerfolgungen dcrchitimistcn etwas wcniger leidenschaft- lich skill sollen.

In der Tcputirten-zlammcr ist iiculich bereits die Prii- fung drs (He'schcs über dir Zahrcs-Rrckimtirgcn von 184! becndigt worden. Die Ausgabrn fiir die's Filmleji'thl' sind auf 1,425,24ll,942 Fr., dic Einnahmen aus ],*illéx,.';l;“x,“.'l7,'ßr, fcstgcscyt Wordcii; es cr: giebt sich mithin ein Defizit von 1720974725 Jr. Tie Regulirniig drs Budgets vori [Rll hat zu mehreren iiite're'ssatitcn Bcrnerkungxn Alllüß IWW?"- Ter Marinc-Ministrr gab Erläuterungcn iiber die Bcstinimuiig cinigri“ Tampfbiitc nnd libri" die Vermehrung dcr Dampf- Mariiik, namentlich in Betreff der Büro von niittlr'rer Größe, d. h. von “„Il-t; bis “,L-“)(! Pfrrdclrafr. Ein Zwischenfall nahm für einige Arigciiblickc dic Aufnicrksmnkcit dri“ zlammrr in Anspruch. Es han- delte sirl) Um eine" Entschädigung von 1321] Fr„ die der Marine-Mi- llisti'k cirrr'm Offi;ir'r licwilligt halts, damit er sich zu dcn Wahlen [*rgi'lirii liiiriic. Nach cinigrri zwischen Herrn von Mackau und Herrn Viiiti'» gcwcchskltln Worten wurde diese Bewilligung unterdrückt und deren Riickkrstatturig drm Offizier xnerkannt; Wahrsiliciirlicher ist je- ,Zorl), das; sie auf Nt'l'hllllllg dci“ schlebkndcll Schiild geschrieben wei“- cn wird,

In den Biircauö ist das Gesetz iiber die außerordentlichen mid Supplcmciitar-Iircditc flir *lRiIUiid 1844 gcprüft worden. Dic mci- stcn dicser Kredits sind bckaiiritlicl) nur durch Königliche Ordonnanz dckrctirt wwrdcn iind niiiffrii llllll erst diirch ein Gesetz fiir gültig cr- kliirt Werden. Cine Summe Von [336,0011 Fr, zur Unterstiitzung drr Postmristcr, welchc durcb dic EisenbahnenVerluste crlitteii habkn, gab zu hcftigrn chattcn Lliilasi. Tri“ Jii1a11*-Miirister sagt in seim'r Tarlrgung der Motive, das; dies eine bloße Subvcntiori sci, welche die Critsä)iidigiiiigs-Friigc lll nichts breinträchtige. Die Regierung, sagte cr, habe die Absicht, die Eigciithiinicr dcr Reitpostcu, die von großem öffrntlichcn Nutimi srirn, zii iiiitri'stilßcn und aufrecht zu cr- haltcir. "Dieser Vorschlag wiirde in den Biircaus iibe'l aufgenommen mid diirftr, ungcachtrt dci“ Brnriihnngrn dcr Regicrung, schwerlich duriligclicn. So vir'l ist jrdoch gewiss, das;, wenn die Regierung den Postmcistci'ii nicht zu Hiilfe kommt, die Relais in einer gewissen Zcit uiid iiberall da, ivo Eisenbahnen angclcgt werdcn, nothwendig ver- schwinden miisscn. Dies zeigt sich bcrcits auf daniiiicn von Orleans imds :)loiicii, wo die Postiiicistcr nur noch den Dienst der Briefpostcn ver cllt'll.

1[[ Paris, 1. Febr. Raffi Effendi, bisheriger Botschafte'r dci“ Pforte in Paris, hat limite in besonderer" Alidic'nz dcin Könige der Franzosen sein Abberufnngs-Schrcibcn iibrrrcicht, welches seiner bid- l)crigcri Scndiirig ein Ende macht. Rcschid Pascha, der neu cr- namitc Botschafter, stattete gestern Herrn Guizot seinen crßcn ossi- zicllcn Bestill) ab, um zrigleich lllll den Tag der öffentlichen Audienz beim Könige lli'lshFUsllckMll. Man glaiibt, Raschid Pasrha Werde moi“- gcn seine Aritritts-Audiciiz in den Tiiilcricen haben.

Herr Martinex de la Rosa hat gestern das Hotel du Rhin,

lvclchr's cr provisorisch bewohnte, Verlassen, 11111 in seinem ncucn Bot- schafts-Höxtcl in der Rue Clichy sich 311 iristallit'cn. KiinftigcnSoiiir- tag gilbt cr drm hicsigrn diplomatischen Corps cin qroszcs Dinrr', wozu siirimrtlichc Mitglicdcr dcs Kabiricts cirrgrladmi sind, (*Mit Unterrichtetc tvollkn wiso", das; es dlm Herrn Martinkzdc la Rosa endlich gelungen ist, die Königin Marie Cl)1“istiirc zm" Rlickkr'hr nach Spanien 311 brwc'ge'n. Das; ('in außrrordcntlichcs chcn sc'it wrniqrn Tagen im Hotrl dc Courcelles herrsckit, kann nicht in Abrcdc gkstrllt Mrdcit. Dassi'lbi' soll sich auf die Rcise-Aiistaltrn likxichrn, welehe die Er-Rrgcntin anordircn läßt. Mart setzt liiirzu, das; dir Köniqin Maric Cliristirie sich ganz besonders durch die '.)ldrkssc dcr drci Pio- virizcn voii Catalonikn fiir die Rückkehr nach Sparricn gewinnen lirsz, und daß sic ihren Wrg iibcr Perpignan mid Barcelona zn nchmru «och t. 3 “Die Akademie dci" Wiffcnsihaftcn hat in cincr ihrer lrlrtc'n Siz- zliiigcn die Frage [*chmrdrlt, worin die wahre Ursache der Uchr: srliwc'inimxiigen drr Rhone 311 suctikn wärmt. Allgemein pflegt man dieselben ÖksErl/löhllllg dcs Jliisxthali's zuzuschreiben, Graf Ga'spariii, Mitglied des Instituts, hat im Gcgcnthcil in dcr angefiihrten Sißuriq behauptet und bewiesen, das; dicse llcberschwemmungen von rinrtir „;;-tcoxologischcnPhänomen abhängen. Die ftarkenRegengüsse, wovon die' Theiler dcr Rhone iibcrschwcnirnt werdcn, rühren daher, daß der Südwind imd Slidostwind, wovon dcr erste aus Afrika, dcr andere ails Syrien in die Thälcr dm" Rhone dringen, aus der weiten Mccrcöflächc, wrlche sie dlll'ch3ichltl, eine Menge Diinstc schöpfen, die durch die kälteren Nordwiiidc, wclche in das Rhoncthal Eingang finden, konde'risiit irt Rogen slch auflösen. Während der“ hri- ßi'ir Jahreszeit, wir im Juli und Ailgust, wird der Re- gmi von dem hciszcn Erdboden ciiigesaugt, aber bei der käl- tcrcn Zahrcözrit, wo Regen auf Regen folgt und die feuchte Erde l'e'in Wasscr mehr cinsangrir kann, da strömt das chcnwasscr dcr Rhonc zu und crzcugt hiiiifigc llcber'schwc'mmungcu. Herr Gas- pariii ziclit damits folgenden Satz: Die llcbcrschwenrmungcn der Rhone stolzen im direkten Vcrhältniffc ziir Darm“ des Süd: und des Siid-Tstwiiich wiihrend der kältrren Jahreszeit. Herr Gasparin hat lel" Begründung seiner Thcoric die Erfahrung der Jahre 1840, W111, 1842 und 18-153 fiir sich, währcnd Wllt'ht'l“ dic Ueberschwem- mungen drr Rhone sich durchgchcnds unter den Von ihm aufgestell- ten Bcdingnngcn eingestellt haben.

Grossbritanien und Irland.

London, 31. Jan. Die Ernrnerung des Schwanen-Ordcns in Preußen ist in England als eine dcr größten und wvhlthätigstcn Maßregeln dcö Jahrhunderts begrüßt worden, einmal Wegen ihres hohen religiösen Wcrthcs, rind dannwcgcn ihrer nothwendig heilsamen Folgen in politischer Beziehung. Dchorning H crald bringt in seinem heutigen Blatte dic Uebersetzung der Königlichen Kabincts-Ordre, welche den Orden ins Leben rief, und leitet dieselbe mit folgenden Worten ein: „“die Weisheit und Tugend Eines Marines in Frankreich hat den Frieden Eiiropa's fiir 10 Jahre erhalten, den tausend feindseligen Einflüssen ziim Troß, welehe ihn umgeben; unsere eigene geliebte Köni- gin hat mit Ludwig Philipp gewetteisert, die Wohlfahrt des mensch- lichen Geschlechts zu fördern , und wenn die Wirkung ihrer Handlungen weniger empfunden wird, so geschieht es darum, weil die Enkelin Gcorg's lll, in ihrer eigenen Familie einen Prinzen

at, der mit den besten Fürsten, die jemals lebten oder leben Werden, lll der Förderung der zeitlichen und ewigen Glückseligkeit der briti- schen Unterthanen wetteifert. Unser Jahrhundert ist mdeß noch mit einem anderen Fürsten gcse net, der für das Gute und fiir die Be- wunderung des Menschengeéchlechts geboren ist, -- Einer von den-

jenigen, deren Gegenwart wie kostbarer Weihrauch die ste