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a te es mir roße Freude, den grierhischen Katxon „, ZTpKÉMUmms-h-Wg- Köwxrs 35! W“; “ck."€""' ck" - weil er slch von den beiden agypttschen, dl? ! [ÖM blk in vieleri Beispielen gesundet! hatte, „skbk Lskkzkm w “ten deni Der ersteKanon, der des alten Rktck3„ba„"gt MUZ em „3 " - „. des neutnRei es, eng zusammen, der zweite ist nur eme weitere Ausfuh- run und veréchiedene Anwendung des ersten. Beiden" liegt der Fuß als Ein eit zum Grunde, welche sechsmalgenommcn derHohe dei? aufrechten Körpers entsprach, doch wohl zu bemerken, yon der Sohlrmcht b1Szu111 Scheitel, sondern immer nur bis zur Stirnhbhe, “Von da bis 311111 Scher- tel ward rar nicht in Brtmcht gezogen„ und f11llt bald drei Viertel, bald die älftc, bald noch w1§111gerxkc11trs neuern Quadrates.“ Drr Unterschied des ersten und zwmtchzzrmons betrifft hariptsachl1ch 1111? Stellung des Knicks. 3111 Ptolematxchen „Kanon 1|abrr 11111 Ein- 1heilung selbst vcriiudcrt worden. Man thc1lte,den Korper mcht mehr in 18 wie im 2te11 Kanon, sondcrri 111 22 Theile, aber azrch btrr nur bis zur Stirnhöhe gerechnet. , “Die Mitte zwischLn Stirnhohc und Sohle fällt in allrn 3Ei11tbcilungc1t 1111t1'r dic Schaum. Von da nach unten bleibcn dic Propdrtimrcn dcs 2tc11x'11nd Iten Kanon dic- sclben; ragcgcn vkrändcrn stch die„dcs 'Obcrkorpcrs schr wesentltchz der Kopf wird größer, dre Brust ruckt ticscr, der Nabel hoher, und im Ganzen werden die 3101111111111 a113sch1vk1fe11dcr und geben die frii- berc schöne Einfachheit „und Zl!ch_lik(:lk der Formen, worin zugleich ihr cigcntbiimlich äg11pttsckcr großartiger “Charakter lagx, gegen die Unvollständige Nachabrnrtng chtcö unbcgrtssencri frcmden Kunststilcs auf, Das Vcrhältiiis; dcs Jlijxts zur 31brprrli111gc bleibt, aber der Fuß liegt 11icht 1111111“ als C111h1'1t_"311n1 Grunde,. Dic Von Diodor in unseren jetzigen Ausgaben a_11gesul)rte E11111)ctl1111g des Körpers in 21“; Theile, srbcint 11111 so 'ichcrrr 111111) der yon 4 oder „.; größerrn 1111d kleinrrrn Figuren 111111111111111'11c11 Cintbcilnng in 2253 Theile bl: richtigt werden ;11 1111117111, dn der_Pronaos vouOmbos, wo sich dicse Figurrn 1111 der M11“? dargrstcllt 111111211, ,1111ter der Cäsarischcn Cleo- patra, also kurz vor dcr Nrisc dcs Diodor nach Aegypten, erbaut und ausgkschmiirkt wurdc. .
Zn Assuan mußten wir wegen der Katarakten dic Barkc wech- seln, und hatten zum cr|c11malc seit 6 Monaten odcr länger dcn heinmtlichcit Grmts; einrs reichlichen Regens 1111d heftigcn Gewitters, das sich jrnsrit der Kataraktcn znsamnrrnzog, mit großer ?l11strc11qi111g dcn Granitgiirtcl überschritt und sich dann 1111trr drn gewaltiizstrn Erplosionrn im Thale hinuntcrwälzte bis nach Kahira fort “(wic wir seitdem gchö'rt haben), das es mit Wassrrflntbcn iibcrschiittrt hat, wie man sich ihrer kaum erinnert. So kb'1111c11'wir doch 111111) mit Strobo und Chmnpollion sagen: „Zn 1111serch51it hat 16 in Ober- Aegypten geregnet“. Regen ist 111 der That hier so selten, daß sich unsere Wächter keines glrichcn Schauspirls erinnerten und unser tiirkischcr Kavaß, der das Land in allrn Beziehungen vortreff- lich kennt, als wir schon längst unscrc Kisten in die Zelte tragen Und diese brsscr“befe|igen licsxcn, 111.111) i111111c1' keine Harrd 1111 scinc eigenen Sachen le_qte, sondern immer prcdigtc 3l131]1*-1 1110i0, „nic- mals Regen“, ein Wort, das rr oft wieder hören mußte, da er selbst dann am 111ci|c11dabeilcidcn mußte, als er sich ein heftiges Schnupfen- fieber zuzog, das er in Philae geduldig abzuwarten genöthigt War.
Philae ist eben so reizend gelegen, als interessant durch seine Monumente. Der Ltiigige Aufenthalt auf diescr heiligen Jnscl gc- hört zu den schö11|e11 Erinnerungen 1111sc1'cr Noise, A11f.der hochge- legenen Tempel-Terrasse, die am östlichen Ufer der Insel steil über dem Jluffe schwebt, pflegten wir 11115 nach dcs Tach zerstrentcr Ar- beit vor Tische zu versammcln, 11111 den Schattcn der wohl erhalte- nen, aus scharsge chnitte11c11 dunkeléliibcnken Sankstcinblbckrn aufgr- bauteu Tempels über den Fluß hiriii erwachsen und sich mit den schwar- zen vulkanischen, wild iiber ei11a11der grtl/ttirniten Jrlsrnmasscn, zwischén denen sich drr goldgelbe Sand wie Jerrerströmc ins Thal ergoß, ber- mischcn zu sehen. Heilig scheint iibrigrns den Aegyptcrn die Insel erst spät, erst unter den Ptolcmiiern, geworden zu skin. „Herodot, der unter den Persern bis zu dcnKataraktcn hinaufging, nc1111t Phi- lac nicht; es war damals ganz von Acthiopicrn bewohnt, die auch Elcphantinc noch zur Hälfte inne hatten. Die ältesten Gebäudk, die sich cht auf der Juscl finden, sind fast 11111 Jahre nach Herodot's Reise vom lthln Könige ägyptischer Abkunft, von Ncctanebus auf dcr Siidspiyc der Insel errichtet. Keine Spur älterer, Wenn auch nur zcrtörter oder vcrbauter Resto. Viel ältere Inschriften finden sich 1111 der großenNachbar-ZnsclBigeb, deren hieroglyphischer Name Scnrm 11.1111“, und die schon im alten Reiche mit ägyptischeq Monu- menten geschmückt war; denn wir haben daselbst eine (Hrmnt-Statue des Königs Scsustcsen lll. aus der “12ten Dynastie gefunden. Auch die kleine Fclscn-Znsel Konoffo, hicroglyphisch Kcncö-Jnscl genannt, trägt sehr alte Inschriften und hat mich éinen noch ganz 1111- bckanntcn neuen König der Hyksoszeit kennen gelehrt; aber das Aba- ton, das Lctroune hier vermuthet, i| sie doch gewiß nicht. Ten
hieroglyphischen Nawen der Insel Philac las man bisher auch all; - gemein mit Unrecht Manlakx Ich habe den Na111c11 Jlak gcsrhricbrn , gesunden; daraus ward mit dem Artikel Philak, irn Manke drr Ä
Griechen Philae; aber warum ein Plural? Es scheinen ihnen Zilkkst .'
mchrcre Inseln so gcbcißcn 311 haben; Plinius 11c1111t vier, wenn die Lesart richtig sem solltr. Das Zeichen, das Chmnpollion „man“ las, babe ich a11ch s_o11| mit i wrchscln gefunden, dnhrr dic AUÉspMkbk cht unzweifelhaft rst: Zimt und Zneb, welches lryterc ich fiirAbaton
alte. h Einen köstlich1'11 „Fund "habt'n wir im Hofe drs großcn Isistem- pets gethay, zwei ziemlich wortrcichc Vilingnc, d. h. hieroglyphisch und d-emottsch abgrfaßtc Dekrete der ägyptischc11 Priester, Wn denen das „xme denselben Text, wie das Dekret des Steines bon Rosette erzthatt. Wentgstens habe ich bis jeßt die 7 lctzten Zeilen verglichen, d1e n1cht 111-rr dc111 Inhalte nach, sondern auch 111 der Länge jeder e1113111ne1131'1le1111t der Inschrift von Rosette übereinstimmen; die In- schr1ft inuß er|t qnsgrzcichnrt werdcn, che ich mehr dariiber sagen kann; )xdeiifalls ist der Gewinn fiir die ägyptische Philologie 111cht unbedeutend, 11111111 anch 11111 ein Theil des abgebrochncncn Dekrets von Roxettr bicrnach rrgiinzt Werdrn kann. Der ganze erste Tk)?“ der Znsäirist vou Rosrtte, der dem Dekrete vorausgeht, fehlt hier. Statt kcncn stehteiu zweites Dekret zur Seite, welches sich aufden- sclbrn Ptolemäus Epiplyancs bezieht; im Eingangc wird „die Festung der; Alexaiider“, d, i. die Stathlcxandrien, erwähnt, zum crstcnmale auf,den bis, jetzt bekannt gewordenen Monumenten. Bride Dekrete JMFH» wn die Inschrift von Rosette mit der Bestimmung, die Zu- chUfk m btexoglyphischer, dcmotischer und griechischer Schrift aufzu- stellen. Ele1chwohl fehlt hier die griechische, wenn sie nicht etwa töth mxsgeschrieben war und verwischt ward, als Ptolemäus Lathyrus sem: btxroglyvhischen Inschriften iiber die friiheren schnitt. Die yie- Zyphrsche Ptolxmäerfol e, die hier vorkommt, beginnt wieder mit x tladelpbzts, Wahrend Je im griechischen Texte der Inschrift von osette mit Sotet beginnt. Ein anderes sehr merkwürdiges Faktum ist, daß Epwhanks hl", Sohn der Philopatoren Ptolemäus und Clxopajra, gxnannt wird, während nach den ge chichtlichen Nach- _ MLM d1e “einzige Frau des Philopator Arsinoe hl , und so auch in se“: Inschrift von Rosette und _auf anderen Monumenten enannt päd. „Cleopatra hnßt sie qllerdmgo auch in einer Stelle des liniuo; 1111171 Würde die:! aber für emen Jrrthum des Schriftstellers oder der *ndsrhrkftkn gehattxn haben, wenn jetzt nicht auch ein hieroglyphi- ' imb zwar offizielles Dokument denselben Namensmchsel darböte.
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Csist daher jetzt guch kein Grund mehr da, die Sendung des Marcus Attiltus trnd Marctus Acilius durch den römischen Senat nach Aegyp- te11„u111 em neues Bündniß zu unterhandeln, der von Livius erwähnten Koingm Cleopatra wegen, wie Champollion-Figeac t ut, unter Ptolemäus Epipharrcs zu skßkn, statt, wie andere Schriftste er berichten, unter Ptolemaus 5Yhtlopator. Wir müssen jest vielmehr annehmen, ent- weder daß d1e,'Frau und Schwester des Philopator beide Namen fuhrte, was freilich die Schwierigkeiten noch nicht ganz heben würde, oder daß das_ von Appias erwähnte Projekt einer Vermählung des Phrlopator mit der syrischen Cleopatra, die nachher Frau des Epi- phanes wu,rde, nach Ermordung der Arsinoe ausgefiihrt wurde, ohne dgß 111113 d1e Schrtftstcller davon berichten. Hier fehlen mir natürlich d1e Mittel, d1xsctr intrrrssanten Punkt ins Klare zu bringen. Die Menge der griechischen Inschriften anf Philae i| unzählig, und 15 Mrd Letronne 111tcressiren, zu hören, das; ich auch auf der noch an Ort 11nd Stelle borhandenen Basis des zweiten Obelisken, Von dem 1111r ein Theil m1t dem anderen 1111chE11gla11d gewandert ist, die frei- lich IMAP 311 cntziffcrndcn Restc cincr griechischen, roth geschriebe- 1111-11 ;;,nschrift gefunden habe, die 1111| vielleicht auch vergoldet war, wie die betdcit zulexzt entdcrktcrt anf der Basis in England. Daß d1e hteroglyphischxn Inschrift?" dcr Obelisken, dic ick) i11 Dorsctshire iicbst “den gricchrjchkn der Basis srlb| kopirt und später 111 meinem agyptijchrn Atlas pnblizirt babr, nichts mit den griechischen Zuschrif- ten zu thun „habrn, auch nicht qlci-„bzcitig arifgcsctzt Wurden, habe ich ck11! scho„n friiher grschrirbe113 ob abcr die Inschrift dcr z1vrite11 Basis nicht nut, drncn der ersten noch in Verbindung stand, wäre noch die Frage; die interesante Korrcspondcnz der drei bekannten Inschriften scheint allcrdmgs abgrschloffru i11 sicb.
Dcr Haupt-Tmnpcl der Insel war der Isis grwciht, sic heißt vbrzugswcije Herrin 111111 Pbilrk; Osiris War 1111r11-1L1-1-110;, Welches scmcn bcsondcrcn hirroglyphischrn ?lusdi'urk hat, und wird 11111 [1:11' 001111111511? 3111vkilc11 Herr 111111 Philck gmmnnt; dagrgmt war er Hrrr bon Ph:i:11cb, das man [ijzhcr grwb'hnlich Manucb 11125, und Isis heißt «“'-11101,- 1111d 11111“ 1111131111l1111§wcisc Herrin von Pbiurb. Schon daraus geht hervor, das; das berühmte Grab dcs Osiris auf seiner cigrnen Insel Phiurb, 11icht auf Philck sein mußte. Beide Orte wirdcn noch außrrdtm dnrch ihre Dctcrminativc ansdriicklich als In: srln, und zwar als vrrschicdmir, brxrirbnct, Es ist daher 11icht daran zu dciik'cn, das; das Abaton der Inschriften und Schriftsteller ein be- sondrrr'r Ort auf der Insel Philac gewesen sei“, es war eine Insel fiir sich und ri1tsprichtohiicchisrldcm hieroglyphischenPhirrc'b. Das sagen abcr anch Diodor 1111d Plutarch mit klaren Worten, da sie es Wc); (.,-571111; setzen. Tiodor bezeichnet die Insel, mit dern Grabe dcs Osiris ganz entschieden als eine besondere Znscl, wclche wcqen dirscs Umstandes izY€,1-:cz-11'-„-, „daölxiligc Feld“ genannt worden sci. Tics ist eine llcberscyung von |'|1-i-111*l) oder ])lj-lli-lltklj (denn auch das [1 findet sikh bicroglyphisrh), koptisrl) Ö-ldL-O'sllß [)[1-13]1»11(*l1, „dcr hciligc ?lckrr.“ Tiodor 1111d Plutarch 1161111011 dicses heilige Feld 111111) 1111110", das unzugängliche, außer für die Priester. Wo es laq, wird sich 111111) noch be|i111111e11 lasst". chn 111111 aber Diodor in derselben Stelle dennoch den Osiris ;P (,)-“711111,- «:i„«1,.-q501- nennt, so geht daraus 11111 noch deutlicher "herben“, was die P111ral:For111 schon andeutet, daß die Griechen untchhilac nicht immer 11111“ die einzelne Insel Philct, sondern die ganze Inselgruppe dcr Ikataraktcn, 11ach Plinius und anderen sogar Elcphantinc, Welches am nördlichen Ende der Kataraktcn licgt, verstanden. Dcr hicroglyphische Name Philck findet sich nie im "Plural, aber in den Justhristcn habe ich 11 Ver- schiedcnc J11sel11c1111r11 gefunden, die größtenthcils diesen Kataraltcn- Inseln angehören 111iiffen.
Am (1. November Verlieszen wir das reizende Eiland, und bc-
ga1111e11 unsere äthiopische Reise. Schon in chod, drm 31111iirl1| siid- lich gelegenen Tempel, hicroglyphisch ']';1licl, koptisch wohl '.]"n-s-lzct, "xd e,.kar, genannt, fandkn wir die Skulpturcn cines äthiopischen Königs Artamcn, dcs Ergaiiienes der Scht'iftstrllcr, welchcr zur Zeit dcs Ptole111äus Philadelphuö wahrschcirtliih i11 schr frcundlichcn B1?- zieh1111gen 311 Acgyptrn regierte. Zu dem französischen Werke über Champollion's Expedition (Roscllini ist mir nicht zur Hand), ist hier eine große Verwirrung. Mtbrcrc Blätter, die nach Drittel) gehören, sind chod zngcschrirbrn, 111111 umgrlehrt. Zn Gertassi haben wir an 60 griechischr Jrisck1iftk11 grsa111111clt. Letronne, der sie durch Gau kannte, hat sie j1131 *.*irllsilbt schon publizirt; ich bin begierig, 311 er- fahren, waz er „111.1 1111 ;O)-5,- ge1nachthat, dcrcnPricstcr cincHaupt- rolle i11 dicsrir &ck&-111511 svielen, so wie aus den neuen Göttern Ttx“-“i'-k-“5“/,5; ..“-7510151119. Man 11röchte in dem 1'1-11-31- 7-17,- 19-1-„11-1-11-9 1“: „91211119, Wclche von den 60 Proskyncmcn 11111- gebrn ift, iesy“? 575577551, roch stimmt dazu der Play der Inschrift 1111111, 111 rrrZI-xx 1; ;“:wa'hnt wird. Wie unrichtig die Griechen oft die 5115111173111 111111111 auffaßten, davon geben die Inschrifte'n Von Talmxö 1:11 1111115 Beispiel, welchc denselben Gott Mandulis 11c1111e11, wrlrhkr dicioglyphisrl) deutlich Mcm1li hieß und dcr Spezialgott von Talmié war. Es ist auffallend, das; der Name von Talmis, der sich hiiufig i11 dicscm Tempel findet, in dem nahe gelegenen interessanten Jrlscntempcl von Bet cl'Ualli nirgends vorkommt. Auch Dcndur hatte einen besonderen Schnßpatron, den Gott Pctisi, der sonst nirgends vorkommt und psir Tcnthur beigcnannt wird; Champollion's Blätter sind hier wieder in einer wunderlickwn Unordnung, indem die Darstellungen und die Inschriften falsch 11111 ci11a11dcr verbunden sind. Die Tempel von (Vcof HassC-n und C' Sebüa sind besonders bemerkenchrth, weil hier Ramses-Sesostris, der fir erbaute, zugleich als kontemplarische (Botthcitirscheint, und sich als solche sclb| anbctet, neben Phiha und Ammon, den beiden Hauptgotthcitcn dicser Tempel. Ju drm ersteren wird er sogar einmal „Herrscher der Götter“ ge- nannt. Mit Recht hat schon Champollion bemerkt, daß wvhl alle Tempel der Ptolemäcr 1111d römisrhcn „Kaiser in Nubien 1111r Wieder- herstellungen friiherer Tempel waren, rvclchc i11 älterer Zcit 11011 dcn Pharaonen drr [Aten 1111d 19tenDy11a|ic gebaut, und von den Per- sern zerstört worden waren. So war auch der Tempel von Psclkis zuerst von T11t111osis |||. errichtet worden. Außer den zerstreuten Baustiickcn dieses ersten Tempch, dcr abcr nicht, wie Champollion laubt, dem Thoth, sondern demHorus geweiht war, und also später Leine Bestimmunxj; geändert hat, haben wir noch andere von Mc- nephtha [, und ]. gefunden; auch scheint jener alte Tempel nicht wie der neue feine Achse parallel mit dem Flusse, sondern, wie fast alle anderen Tempel, drm Flusse zugewendet gehabt zu haben.
Am Tempel von „Korte ist 11111 die Eingangsthiire beschrieben mit Hieroglyphen dcs schlechtesten Stiles. Doch reichte auch dieses wenige noch hin, 11116 zu belehren, daß der Tempel der Isis gc1veiht war, welche „Herrin von Kette“ genannt wird. Auch hier entdeckten wir verharrte Blöcke, die den früheren Reisenden entgangen waren, eines früheren von Tutmosis ]l]. errichteten Tempels, dessen Grund- mauern slch auch noch erkennen lassen.
In Hierasykaminos hielten wir die leßte Aerndte von griechischcn Inschriften. Bis hierher waren die griechischen und römischen Rei- senden durch die Besavung von sclkis und durch ein anderes, einige Stunden südlich von Hierasykannnos gelegenes festes Lager Mehendi, das auf den Karten nicht ange eben wird, gesichert. Pscmmis scheint nur vorübergehend nach dem Zeldzuge des Petronius eine Besatzung Yhabt zu haben. Mehenki, wel er Name wohl nur arabisch das
auwetk, die Festung bezeichnen oll, ist das besterhaltene römische
Lager, das mir bekannt ist. Es liegt auf einer ziemlich |eilen Höhe
und beherrs t, von da den Fluß und ein kleines Thal, Welches sich an der Südferte, der Festung vom Flusse heraufzieht, und den „Kara- vanenweg h1er,1n die Wüste ablenkt, der erst bei Medyk wieder zum Jlussx berabstcrgt, „Dre Stadtmauer umschließt ein Viereck, welches sick“), ostlrch em wentg den Berg hinabzieht und 175 Schritte von Sud nach Nord und 125 von O| nach West mißt. Aus den Mauern springen rxgclmaß1g4Eckthürme und 4Mittelthürme hervor; von den leßtxren btldqn der südliche und nördliche zugleich die Thore, welche. zu _großcrer Sicherheit nicht gerade, sondern mit einer Wen- dung 111 die Stadt fiihrten. Das südliche Thor und der ganze süd- liche „Thctl der Festung, die ungefähr 120 Häuser umfaßte, smd vor- trefflich erhalten. Sogleich hinter dem Thore tritt man in eine 67 Schritt lange schnurgerade Straße, welche mit geringer Unterbrechunq noch xcßt durchaus überwölbt ist; mehrere enge Nebenstraßen fiihreir zu beiden Seiten ab, und sind gleichfalls, so wie sämmtliche Häuser dcs ganzen Stadtthcils mit Nilzirgclgewölben überdeckt. Die Straße fiihrt auf eincn freien felsigen Play in der Mitte der Stadt, neben Welchem auf dem höchsten Punkte des Felörückens das größte und bcstgcbaute Haus, ohne Zweifcl des Befehlhabers, niit emcr halb- runden Nische am Ostende, lag. Dic Stadtmauern sindaus unbe- hancncn Steinen aufgcbant; 11111 das Thor, welches einen wohlge- _fi'1gtcn römischen Bogen trägt, ist aus scharf brhauenen Quadern gc- baut, unter denen sich 111cbrcre mit Skulpturen echt ägyptischen, ob: gleich spätcrrn Stils, versehene eingefügt fanden, zurn Beweise, daß sich hicr Vor drr Erbauung der Festung ein ägyptischcs oder äthiopi- schrs .Hciligthimt, wahrscheinlich eine Zsts-Kapelle befand. Ein Osi- riskopf rind ;1vri Jsistöpfe waren noch zu sehen, Von denen einer noch die roth gezeichneten Proportio11s;Q1mdrate dcs Iten Kanon zmgtr.
Das chte ?))?onnmcnt, das wir vor unserer Ankunft in Kortwto bcsucht habcn, war der 2l111111o11s-Tc1npel in E 'Sebria, Von den Sphinxceihcn so benannt, wclche vor dem Ein- g1111gc_ jetzt kaum noch aus dem Sandmeere hervvrschauen, das, fast auch den ganzen Tempel, so weit er frei stand, ber- schiittct l)a_t, Sogar der wcstlichr, in den Felsen gehauene Theil des Tempels ist hoch 111itSa11d angefüllt, und wir mußten erst die ganze Ma_1_111schaft 1111scrrr Barke aufbicten, 11111 den Eingang dieses Theiles eröffnen zu losen. Ramscs-Scsostris crscheinthier als lontemplarischrr Gott ucbcn Ammon und einer ganz neuen sonst unerhörten Verbin- dung göttlicher 1111d 111cnschlichcr Natur begegneten wir hier in einer Gruppe bo11vicr Gottheiten, von denen die cr|e: „Phtha dcs Ramses im Ammonshause“, die zweite Phtha mit anderen gewöhn- lichen Beinamen, die dritte Ramses im Ammonshause, die vierte Hathor hieß. In einer anderen Zuschrift wurdc „Ammon dcs Rainsrs i111A111111o1124hause“ genannt, Hier erscheinen also 11c11c Götter als Kreaturen der Menschen. Was Wunder 111111, wcnn Ramsts Götter schaffen k01111tt', das; es ihm auch gelang, eine menschliche Nachkonnncnschast von 162 Kindern zu zeugen; denn so viel warcn in der That in dein Vorhofc dicses Ammonö-Tempch mit ihren Namen und Titcln abgebildet, während man bisher nur vo1125Sb'y111'11 1111d 1()Töchtc111 dieses großen Königs wußte. Und doch kennen wir nur 31Vci legitime Jraurn, die er nicht zu glcichcr Zeit, sondern die zwcite nach dem Tode dcr ersten genommen hatte. Heute bcs11chte 11115 der alte blinde, aber stattliche 1111d reiche Haffan Kaschef von Derr, der nahe gelcgrncn Hauptstadt von Nubien, Diesem waren cht noch 42 Frauen vo11 friiheren 65-1 iibrig geblieben, von denen cr 2!) Söhne und “17Törhter noch 1111153111211 hat; wieviel ihm gestorben sind, hat er Wahrscheinlich nie zu zählen die Miihe sich genommen, doch nach dem hier gewöhnlichen Vrrhiiltnis; wird ihm ungefähr die vierfache Anzahl, 198 Kinder geboren worden sein.
Kornsko ist ein arabischer Ort, mitten im Lande der Barabra (Plural von Bcrbcri), welche das Nilthal von Assuan bis Dongola Einnehmen. Dic Bcsißnahmc von Korusko durch die Araber vom Stamme dcr Ababdr, welche die ganze östliche Wiistc vonAffuan bis Abu Hammed bewohnen, erklärt sich durch die wichtige Lage diescs Ortes, als Ausgangspunkt dcr großrn Karavancnstraßc nach Berber. Dies ist der Name drs Landstrichs, wo der Eimfluß des Atbara in dcn Nil die nördliche Spitze der großen Insel Merve"; bildet, und srhcint dcn 1111bisch111Stä1n111e11 danamen chbcn zu haben, obgleich 1111111 in Brrbcr sclbst nur einen arabischen ialekt spricht, nicht die hicsichpr'aihe, Mlchc iibrigens Von den Varabra selbst nicht Berber, sondérnRot-“111a-Sprachc genanntwird, ein Name, den ich von früheren Rciscnrcn nicht angeführt gefunden habe. Die Rotéina-Sprache theilt sich, so viel ich bis jetzt habe erfahren können, in einen nördlichen und südlichen Dialekt, dic inKorusko zusammenstoßen. Auf derReise von E' Sebiia hierher habe ich unserem schr Verständigen und intelli- genten Rais Mohammed, der etwas über Assuan hinaus zu Hausa War, aber das Arabische vollkommen gelernt hatte, mit Hiilfe unseres vortrefflichenDurschenmn oder JuterprctenJoscph, cines maronitischen Christen, der im französischen Lazaristen-Kollegiunr zu Andura im Libanon erzogen ist, eine kleine Grammatik der nördlichen Rotéina- Sprache und ein Verzeichnis; von einige'n Hundert Wörtern abgefragt. Dic arabischc Sprache, in der wir nun wemgstens zu befehlen und zu fragen, anch Wohl cine klcineHöslichkeits- oder Neuigkeits-Coyve-r- sation zu führen gelernt haben, ist unserem Ohre jevt so geläufig, daß 11116 dic Bkrbrr-Sprache schon ihrer Neuheit wegen anzog, Auch hat sie einem durchaus Verschiedenen Charakter, von den ersten ,Elx- menten, dcm Konsonant- und Volal-Systeme, anzufangxn. Ste,1| viel Wohlklingcndcr, weil sie fast gar keine: Kdnsonßntenhausurrg, keine
artanutturallautc, wenig Zischlaute und vrelq einfache, scharfcr'als 1111 Arabischen gcschiedcne Vokale hat, die n1e1|e11therls durch emen Konsonant getrennt werden, wodurch eine wmchliche Haufnng von Vokalen Vermicdcn wird. Nur das qok habcn ste vo11,dcn unseren Organen fren1denL11utc11 mit den Scmitcn gemein. Dre Rotzna-Sprache hat i11kei111'111 Theile der gra1111natischc11Formen oder der Wurzelwortrr den geringsten Anklang, tvcdcr mit den scmitische11 Sprachrn, noch'nnt der ägyptischen, noch weniger mit den unsrigxn, 1111d gehortalsosichxr dcn urafrikanischcn, mit dem äthiopisch-ägypttschen Stamme 111 keiner Verbindung stehenden Sprachen an, wenn „auch das'Volk von den Alten häufig mit unter dem Namen der Arxtlxoperr be„rtffen wor- den sein mag, nnd der Abstammung nach diesen vtellcicht wen'g?r fremd War. Sie sind ein intelligenter 1111d ehrlicher Menschenstamyt bon friedlicher, doch nichts weniger als sklavischer Natur, vl?" scho- 11cm, edlem Körperbau und lebendig schimmernder roxhbkf'UUU HUM“ farbe. Sie sind kein Handelsvolt und können dak)Lr imndr SWW? 11111 bis 21) zählen; die.höheren Zehner “"klehnTJ' ste „“1Rabksthkl' Sprache; doch haben sie noch 15111 besonderes. or fur )- """- (Hrammatischen GeschlechtSunterschlxd ha??" sic '" berganzenSprgche fast 11111 im freistehenden persönlichen Yrorromen, s1e 1111te1schcrde,n Er und Sie, aber nicht immer „er _gtchk 11nd'„sieg1ebt“. Ste wandeln mehr durch angehärzgte wirkliche Jleanem-wte unsere Sprachen, als durch Accxntveranderung und Umlaut, „wie dix'semi- tischen ab. Die Ordinalten bilden sie durch ein angeha11gtes 111; den Plural durch igi ; einen Dual, haben sie iiicht. Dre Verbindung der Pronomen mit dem Verbau) ist sowohl prafix al? affix, aber e1nfach und natürlich; sie 11ntersche1dcn „Prascns und Pratcrctum; das Futu- rum drücken sie durch das Prasens aus; auch fur das Passivum haben sie eine besondere Form, Der Stamm der Negation ist 111, meist mit folgendem n, der c111z1gc vrellx1cht mehr als zufällige An- klang mit den meisten anderen Sprachstammen. Ihr ursprünglicher
Beßriffsrxichthum rst fehr beschränkt. Sie haben zwar besondere Wörter fur Sonne, Mond und Sterne; aber die Zeitbezeichnungen Iahk- Monat, Tag„ Stunde entlehtien sie aus dem Arabischen; Wasser, Meer, FMH, tsk tbnen alles 858-3 doch ist es auffallend, daß sie den Nil durch em. besonderes Wort “1'055i bezeichnen. Für alle einheimischen zahmen und wilden Thiere haben fie eigene Wörter, arabische für alles was Hausbau und sogar Schifffahrt betrifft; nur die Barke selb nennen sie [rnb, “welches wohl nichts mit dem ara- bischen merka zu thun hat; Eine Dattelfrucht und Dattclbaum, die im Arabischen verschiedenbrzctchnct werden, ba||ali und ]!äljlklé', haben sie nur ein Wort déti; den Sykomorbaum nennen sie arabisch; abcr bezeichnend ist es, daß fie den Sant-Baum'durch dasselbe Wort be- zeichüen, wie dcn Baum iiberhaupt: 1,901".- Gllst, „Gott, SklaVr, die Verwandtschaftsbcgriffe, die Theile des Körpers, die Waffen, die Feldfrüchte und Was zur Brodbcreitung gehört, hat rotxmischchamcn; dagegen Diener, Freund, Feind, Temprl, beten, glaubcn, lcscn, ist arabisch. Auffallend, daß sie fiir Schrift und Buch besondere Wör- ter haben, aber nicht für Griffel, Tinte, Papier, Buchstabe. Dic Metalle benennen sie alle arabisch, 111it Auönahme des Eisens. Reich sind sie auf bcrbcrisch, arm auf arabisch, und in drr That sind sie alle reich in ihrer ärmlichen Heimat, der sie wic Schweizer (111- hangcn, und verschmähen in ihrer Bedürfnißlosigkcit das arabische Gold, das sie sich in Aegypten Verdienen können, wo ihre Dienste Fils Hanswächtcr und in allen Pläycn dcs Vertrauens schr gesucht ind.
Wir warten cht 11111 auf die Ankunft der Kanicclr, 11111 unsere Wiistenreisc anzutreten. In 7 Tagen, bis Abu Hammcd, finden wir nur einmal trinkbares Wasscr; dann blcibe'n wir noch 4 Tage zu Kamecl bio Berber'x“). Dort sollen wir a11f9[ch111ed Pasrha's An- ordnung Barken vorfindcn. Nach K“art11111')*'“"*5“) miiffcn wir, schon um 11116 neu zu verproviantiren; noch höher hinauf et1va bis Abu-Haras, und von da nach Mandera in die östliche Wüste zu geben, wird sich, wenn wir Linant glauben dürfen, nicht vcrlobnen; doch hat uns Achmed Pascha versprochen, eincn Offizier nach Mandcra abzuschicken, 11111 nochmals die Aussagen der Eingebornen zu priifen.
, Jn4 Monaten hoffen wir dann die zwcitcHaupt-Aufgabe unscrer Reise, die Erforschunx dcr äthiopisrhcn Denkmäler 311 bcendiqrn und bis Uadi Haifa wenig ens z11riickzuto111111e11. *
Ick Werde diesen Brricht 11cb| anderen Briefen durch einen er- prcffrn Botcn nach Kcncl) schicken, abcr cr|abgehc11 laffe'n, wcnn dtc Kamecle fiir unscrc Wüstenreise 1111geko111111e11 sein werden.
Inland.
_ Berlin, 7, J'l'bl“. Die heute ansgegcbcnc Nr. 11 des Mi- 111|crialblattcs fiir die gesammte innere Verwaltung enthält 11. A. die Cirkular-Verfiigung dcs Z11stiz-Mi11istcrs (c]. 1]. “UU DLZ.) an die Gerichts-Behörden 1111d Tbcr-Proluratoren dcr Rhein-Provinz, welche diese aanist, dic i11U11tcrsuch1111gch1sachc11wider Beamte ergangenen Erkenntnisse sofort dcubetrcffcndcn Departements; Chefs und Regierungen, resp. Provinzial-Steuer-Dircrtionen, mitzu- thcilen; » cinen A11sz11g aus cinchcrfiigung (vom 13. Dc3-), wv- nach auch die ande1*w:*itigc Wahl von Kommunal-Bca1111c11, deren Dicnst-Periodc noch läuft, Vor dem gesetzlich vorgeschriebenen Tcr- 111i111', nach Maßgabe der Declaration zum §. 116 der Stthe-Ord- 111111q Vom 19. November 1808 der Bcstattgnng des Ministeriums bcdärf; » die Cirknlar-Vcrfiigung vom 11. Dezember, 111111) welchcr auch in den Städten, in denen die Städtc-Ordnung bon 111011" 3111“ 21111ve11d1111g kommt, Staatsdicncr und Justiz-Komniissaricn als Vor- steher und Protokollführer dcr Stadthrorductcn zugelassen wchcn sollen, sobald deren vorgeseyte Dienstbehörde damit kinvcrstandcn, und für das Gemeimvcsen davon kein Nachthcil zu besorgen ist; » einen Au6311g aus einem Erlasse an die Königlichen Ober-Präsidien der Provinz Pommern, wonach mit ausdrücklicher Gcnchmignng der Vor- eseßten Behörden bestehenden, und namentlich mit besonderen Zrivilcgien oder Statuten versehene Schiichgildcn nicht als Privat- Gcsellschasten, sondern als städtische Corporationen anzusehen und eben deswegen nach §. 55 der Aufsicht der Stadtgemeinde „und den drr- selben vorgescytcn Behörden unterworfen sind; » dre Allerhöchste Kabi11ets-Ordrevon118. Oktoberiibcr das La11dar111c111vcsen der Provinz Posen; » die Allerhöchste Kabinets-Ordro vom 13. Sept. iiber das Landarmenwesen dkr Provinz Westphalen; » cine(Zirkular-Verfiigung (vom 12. Dez.) an sä1n111tlichcKö11igl. Regierungen, Welche dic 11öthigc11 Anordnungeniibcr das Verfahren bciRegulirung dcsZnt1'1'in1istik11ms 111 streitigen geistlichen und Schnl-Bausachcn trifft; » die Verordnung der Königl. Regierung zu Erfurt vom 18. Dezember, welche den Gemeinden und Patronen die Versicherung der geistlichen und Schul- gebäude gegen Feuersgefahr empfiehlt; » 13111 Erlaß 110111 31. De- zember, wonach die eintretenden Verä11dcr1111g2111n drn Personew der Bezirks- und Lokal-Censorcn durch die Amtsblatter zur offentlichen Kenntnis; zu bringen sind; » einc Verfiigung vom 27.Novcr11bcr, wo- nach die Stadtgemeinden zur Anlegung und„Untcrhaltrnthdcr Justiz- gcfängnissc nebst den dazu gehörigen Hofraunicg fortwahrcnd ver- pflichtet sénd; » die Verfiigung ,dc-s Zustrz-Mnystch (l. 11. öl„Dc- zember, iiber die Einsperrung inländischcr Lgndstretrher 111Corrcctw11s- Anstalten nach auSgestandcncr Strafe; » einc Verfugung vom 6. De- zember, wonach die in §. 23 des Gcschs Vom 28. Februar 19. J. wegen Benutzung der Privatfiiissc enthaltene Ausschltcßnng de; Rechts- weges sich nur auf Streitigkeiten, bezieht, walchc 111 Folge eines 111111) §. 19 11. f. extrahirten Provocatroiis-Verfahreiis entstanden sind; » eine Verfügung vom 13. Nbvcmbcr, wonach 111 Bezug auf die von Lehnsherren :c. gegen Lluse111a11dcrs1'y1111gs-Rezessc entschieden wird, daß der Lehnsherr, eben so, wie jeder andere Ober-Eigc11tl)ii111er, ErbVerpächter :(., falls er sich auf die ihm zugrgangene Benachrich- tigung von einem, sciantercssc berührenden Geschäfte einmal gcmyl- det und seine Zuziehung bci demsclbrn begehrt hat, a11ch bcimRezeß- Abschlusse zugelassen und mit seinen Erinnerungen dagegen gehört, iibcr diese aber und seine Einwendungen gegen das 11111 gebildete Verhältniß » den im Rczessc stabilisirten Ariscinanderscyun splan » im Wege Rechtens förmlich entschieden werden; » eine Lgxerfiigung vvm 19. September, über die Verwandlung der an Domaine" zu entrichte11de11 Natural-Getraide-Abgaben in ablösliche Renten, so wie der Getraidezinsen in feste Geld-chten; » eine Cirkular:Vcrflig11ng vom 21. Dezember, wonach eincr Allerhöchstcn Kabiucts-Ordre vom Ästen desselben Monats gemäß die Königl. Regierungen diesseit der WIN angewiesen werden, den Besißern vormaligcr Domaincn-Grund- su e die seither nachgelassene Ablösung von Domaincn-Prästationen gegen Einzahlung des zwanzigsachen Betrages nicht ferner zu gestat-
K
„„ , *) Berber oder el Makrif liegt nach Herrn Mac Queen's Karte des omlchtn Afrika, die zu des Misstonärs Isenberg englischem Reisc-Zournale (1843) gehört, etwas nördlich von der Vereimgung des Nil mit dem At- bara, in Breite 17“ 2“, etwa 45 geogr. Meilen in OSO vom alten Dongola.
"**) Khartum nach des Herrn Lieut. Karl Zimmermann neuer Karte ""-'." oberen Nillande, 1843, in Breite 15" 34“ nahe am Einflussc des FWVM und Scnnaar vorbeifiießendm Bahar el Azreck (dem blauen
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ten; __ eine Cixkulax-Verfügung vom 29, November, welche die näheren Bestimmungen über die Werthberechnung bei Veräußerung von Domanial-, Anger- und Auenpläyen- trifft; » eine Cirkular- Verfügung der Königlichen Regierung zu Lregniv vom 15. November, welche, um den Nachtbeilen zu begegnen, die wegen der unentbehrlichrn, aber immer seltener und theurer werdenden Eichenrinde den Gerbereien drohen, die Anlage bon Eichenschälwalkungcn empfiehlt und die Land: räthe auffordert, eine zu diesem Zwecke eigens ausgearbeitete Anlei- tung zu verbreiten; » cin Cirkular kes 6381111“al:Postn1ci|ers 1111 sämmtliche Post-Anstaltcn vom 2. Dezember, wonach diese, vom Ein- gange dcs Cirtnlars 1111, fiir die von den Postrn rvegen Sperrung des direkten Weges zu machenden Umwege kein Personcngeld mehr, sondern nur noch das Extrapost- 1111d Co111*irr--, so wie das Estafctten- geld, resp. Von den Reisenden zu erheben haben; endlich ein anderes Cirkular dcs General-Postmcisters vom 1.6. Dezember, Welches dcn Post-Anstaltrn bekannt macht, das; nach cincr Erklärung der Königl. polnischen Obcr-Postbchördc Briefe und Postsendungen, anf wclche Postvorschiiffc _qe'le'istct worden sind, 99111 1- IMU?“ N J- «5 von den polnisrben Post-Llnstalten nicht mehr angenommen Werden können. Die Post-“Llnstaltcn Werden daher angrwicskn, Von gedarbtcm Termine ab für Bricfc und Sendungen nach dem Königreich Polen Postvorschiisse 11ickt scrnrr zu leisten.
Zell a. d. Ykosel, 214. Jan. (Tr. Z.) Der _qrstrigc Tag war fiir unsere Kreisstadt cin Tag der Franky. In Folge drs von S1“. Majestät 1111scrc111 allvcrchrtcn Könige dem bissigen Friedrnsrich- ter, Justizrath Herrn Sch11n11n, Ocrlichencn éllotbcn lelrr- Ordens, brachten 11111 gcstrigcn Abrtidc dic Branitrit drs (Pcrichtö, Vereint mit einer großrn Anzahl der angrschrnstrn 1111d gcachtetstcn Bürger hiesi- ger Stadt, dic'si'm würdigen lebllrlklllÖ ci111'11 solcnnrn Jackelzng,
Ausland.
Deutsche Bundcsstaatrn.
Bayern, Regensburg,1'111J'1'b1'. (*))YPH.) T1*ra1112L.Mai v. Z, Verstorbcnc fiiistlich thurn urid tarissrbe (Hrhcintc'rath Grorg Friedrich Ritter bon Miiller z11 Regensburg hat laut Tc|a111c11t vom 114. Angust 18-12 und Testaments-Nachtrag vom 25. Januar b. Z. für örtliche Unterrichts; und Wohlthätigtcitözwcäe dcr Stadtngens- burg dic beträchtliche Summe von 7141110751. ausgesetzt. Hiervon sollen zur Begründung selbstständiger Stiftungen Vcrwcndr't werdcn, und zwar: 1) fiir Vtrtbtilung von Brennholz 1111 dürftige Einwohner der Stadt Regensburg 211,111111Jl.; 2) fiir Hauszins-Beiträge an dürftige Einwohner der Stadt Regensburg 111,1101) Fl.; I) zu Sti- pendien fiir Söhne bon 1'1'ge11sb11rger Bürgern und fürstlich tl)111*11- 1111d taxisschen Dicnrrn allda, welche sich entweder dkn Universitäts- |11dic11 odcr dcr Ykr1lt*1*-, Bildl)aurr-, Lithographic- odcr Flirpfcrstcrhcr- k1111| widmen, 751](1Jl.; 1) fiir Unterstiitzung 1111be111ittcltcr Bürgers- söl)11e chcnsburgö, Welche eine Kunst oder ein Gewerbe erlernen 1vollc11, 3001) Fl.; 5) fiir Unterstiiynng 1111bc111ittcltcr Biirgcrstöchtrr Ncgcndburgs, Welche i11 ci1-1c11 Dienst treten sollen und hierzu die 11otl)11)c11digc ?lnsstattnng 1111 Kleidniig und Wäsche nicht haben, 151111 Fl.“, 6) 3111“ Errichtung einer höhcrc'n Cr1iel11111gs- imd Unterrichts- Anstalt fiir die weibliche Jugend, insbesondere zur Erwerbung eines angemessenen Hanses 1111d Gartens fiir diesc Anstalt, 12,0110Jl.; 7) zur Brgriindnrig cinerHillss- und Tariehnökaffe fiir [)iilföbediirftige geWcrbtrcibr11de Biirgcr v011 Regensburg 111,61111Jl. Der Rest ist zur Unterstiitzung bereits bkstchcndcr Stiftungen brstimmt.
Regensburg, 211. Jan. (F1. M.) DichWobnrr unserer Nachbarschaft Stadta111hof1vcrdcn slit bßiläufig 8 Tagen dnrch wic- dcrholtc Brandlcgniigcn in Angst und Schrcckc11 gesetzt. Nachdcm man schon in der voriganochc in der Nähe der Fcucrl(ischrcquisitcn hinter dem Rathhausc cinen sorgfältig 311sa1n111e11ge1vickcltc11 Blltldll Von Brennstoff, bestcbcnd aus Kichnholz, SchWLfcl, Pkkh- Wcrg 1111d kongrev'schen Reibziindbölzchen gefunden hatte, brannte es am vcr- flosscnen Dienstag Abend in dcr Behausung dcs Kiif11cr111ci|ers Rei- singer, 1111d 1111111 fand die 1111111idcrlcgbar|c11Spuren, dchrandstiftung vor. Glücklicherweise hatte 1111111 dieselben noch zur rechten Zrit wahrgenommen, che die noch schwache Flamme um sichgreifc11 konnte, Man hat vorläufig die Bürgerschaft 311111 nächtlichen Patrouillendicnstc rcquirirt, Polizei und Gkndarmrric i11 Thätigkeit gcsctzt, um den ruchlose11 Urheber solchrs teuflischen llntc-rnehmens entwcdcr zu ent- dkcken, oder ihn 1111schädlich 311 machrn.
Frantircirl).
Paris, 2. Febr. Dcr Moniteur veröffentlicht die vrrglci- chende Uebersicht der wiihrend der Jahre 154451, 18-12 und 11411 in Frankreich eingefiihrtrn Waarrn. Dkr (Hesannntbctrag dcs crbobcnxn Einfuhr-Zollcs beläuft sich für Wil anf 129,679,l25 Jr,; fiir 15:12 auf 1:57,4:14,595Fr.; fiir 111-1:1 auf “1431151703 Fr.
Dic Ursache des an die Deputirten-5111n1111c1* eingereichten Gc- sucbs drr obersten Beamten dcs Kbniglichcn Grrirhtshofcs 111111 Limo- ges, den Deputirtcn dcs Crcufe-Departct11c11ts, Hr'rrn Emil von Gi- rardin, während der Session belangen 311 diirfen, wozu cs bekanntlich eincr Ermächtigung von Seitcn drr Kammer bedarf, i| cin sch111ä: hendßr Artikel gcgen jc11c (5)crichtsp1'1*soncn, der schon im Mai vori- gen Jahres in der Presse erschien, und als dessen Verfasser Herr Von Girardin sich bekannte. Dassclbc Gesuch War auch brrcits iu drr lcytcn Session grstrllt, damals aber bon der Kammer noch nicht beantwortet worden. Nun hattrn ztvar dic angegriffenen Parteien in der Zwischenzeit das gerichtliche Verfahren ge- gen Herrn Von Girardin eingeleitet, diescr hatte aber durch verschiedene Einwendungrn die Sache i1111ncr hinauszuschicbcn gewußt. Ein erstes Cassationönrittcl hatte er wieder 3111*iichgc11o111111111 und darauf ein anderes eingelegt, wclrhcs d111Assisc11lwf bonLimogcs, als der Parteilichkeit i11 diescr Séllbl verdächtig, pcrhorrcscirtc; dies wurde aber durch Ausspruch dcs Cassationshofes vom 1. Dezember verworfen, und der Prozeß soll 111111 von neuem Vor den besagten Assiscnhof gebracht Werden. Der i11kri111i11irtc Artikel hatte die Wahl des Maire's von Bourganeuf, Herrn Coutisson, zum Mitglied des General-Conscils dcs Creusc-Departcmcnts, Welche, mit Ausnahme einer einzigen, dem ersten Präfidentcn des Königlichen Gerichtshofes von Limoges und ehemaligen Deputirtc'n, Herrn Tixir-Lachassa ne, ertheilten Stimme, einmüthrg erfolgt war, zum Anlaß folgender Zn- sinuationen genommen: „Durch diese Wahl Werden die unwür- digen und verleumderischen Anschuldigungen, welche sich (He- richtspersonen, aus Gcreiztheit gcgen Herrn Emil von Girar- din, d1e nicht einmal Parteigeist zur Entschuldigung hatten, durch Mißbrauch der ihnen vermbge des Geheimbleibens ihrer ver- traulichen Mittheilungen ge|cherten Straflosigkeit, gegen einen ehren“ werthen Bürger, Herrn Coutisson, zu richten sich nicht entblödeten, als vor etwa einem Jahre der Großsiegelbewahrer ihn zu der beschei- denen Stelle eines Supplementar-Richters am Tribunal von Bour a- neuf ernennen wollte. Möchten die Gerichtspersonen, welche in dicizem
Fall ihren blinden Haß bis zum Vergessen ihrer Pflicht und ihn;- Charakters, bis zu Diffamationen und geheimen Verleumdungen m der Ausübung ihres Amtes trieben, der ihnen von den Wählern ge- gebenen er11|enLehxe eingedenk skin und sich_dieselbe zu Nusse machen.““ Als nun dieser Tage in den Büreaus der Kammer über d1ese,Ange- legenheit berathschlagt wurde, erklärte sich das Oppositions-Mitglred, Herr Bethmont, gegen die Bewilligung des gestellten Gesuchs, ,wetl man nur in sehr dringenden Fällen die Kammer der Mitwirkung threr Mitglieder berauben dürfe. Der größte Theil der Büreau-Chefs sprach gar keine Meinung in der Sache aus. Wie die zur Prufung dcs Gesuch:? ernannteKo111missio11 rntscheidrnwird, steht zu erwarten.
Während der Diskussion der Adresse haben in der Deputtrten- Kammer die Tribüne bestirgrn 1111d gcsprochen: Hcrr Guizot 10mal, Herr Billault &, Herr Bkrryer k)-, die Harken Lupin und von Laroche-Jacqnelin jeder .““)1n111, die Herren Thiers, Duchütel, Bsth- mont, S1. Marc Girardin, Villrmain, von Gasparin, Lherbette, Mackau 1111deilo11 Barrot jeder 1111al. Die Diskussion hat 12 Tage gedauert und (10 Stunden hinwcggrnoi111ne11. Die Berichte darüber im Monitcu 1“ nebmcn 2111 Spaltrn ein. „
Tem Vkrnchmcn nach, wird rin Deputirtkr dcr constitutionellen Opposition dcn111äch| cinanlntrng arif Unterdrückung und Bestrafung dcchstccbmrgrn i11 Wahlsachcn stellen. Man sagt, er habe denselben mit der Linken und dem linkcn Centrum überlegt und vorbereitet.
Zn Livigno" i| dic Flugschrift des Abbé Montonnet, betitelt: „Von der Abschaffung des Universitäts-Monopols“, in Beschlag ge- nommen worden.
Wie der National wissen will, wiirde Herr Mauguin nächstens der Kammer seine Entlassung einreichen, weil er in Madrid, wo dieser Dcputirte dcr linkin Seite |ck jetzt aufhält, cine Beschäftigung ge- funden habe, die ihn längere Zeit aus Frankreick) fern halten werde.
Herr (Iinuct macht mit seiner Familie eine Reise nach Konstan- tinopkl, wclrhr', nach den 111i11i|crielle11 Blättern, mit einem Ackerbau- Projekt in Aegypten in Verbindung steht, hinsichtlich dcssen zw:schen Mehmed Ali und einer französischen Compagnie, zu welcher Herr Gisquet achört, eine Ucbcrcint'unft abgkscbloffcn ist.
Das in Paris erscheinende Journal Algerie, welches sich aus- schließlich mit dcnAngelcgcnhcitcnAlgericns beschäftigt, berichtet, daß der Herzog von Aumale bereits viele wesentliche und nützliche Refor- 111611 in der Verwaltung der Provinz Konstantinéeingefiihrt hat.
I p a n i c n. L_“- Pnris, 2. Febr. Nach drn llt'lll'stt'll Berichten aus der
Habanna 110111 214. Dezember srbrint cs trincm Zwrifel unterWorfen,
das; eine Dc111o11|1atio11 der durch die neuesten Maßregeln der mexi-
kanischen Regierung im Betreff des Tarifs und desHandcls der Aus-
länder in jenen Ländern be11achtbeiligte11 Staaten stattfinden wird. Es wird 1161111111) berichtet, das; der Gcncral-Capitain der Insel Cuba, Gcnrral O'Donnell, der nach Veracruz segelndrn englischen Flotte die Erlaubnis; 311111 Einlaufen in den Hafen von Havanna ertheilt habe, um dasklbst frische “))kundvorräthc einzunehmen. Man sah der An- kunft der englischen Flotte entgegen, die unter den Bcfehlen des Sir Charles Napier stehen soll. Man sagte, die französische Flotte be- gebe |ck glciäsalls vor Veracruz, und man fügte sogar hinzu, auch der spanisrhc (Bcneral-Capitaiu von (Tuba Werde einige Schiffe dahin schicken. Die letztere Angabe scheint indes; nicht sehr glaublich zu sein.
Eine andere fiir den gesammten europäischen Handel wichtige Nachricht aus der Havanna ist, daß der Gcncral-Jntcndant der Ju- sel Cuba ein 11cues Dekret erlassen batte, Wodurch gewisse Tonnenund Ausfuhrzölle 111311 geregelt Werden. Vom 1. Jannar 1111 nämlich sol- len die Zölle auf R11111 und Melasse, die durch fremde Schiffe aus- gefiihrt werde'n, gänzlich aufhören. Der Zoll auf den Zuckcr ist auf 75 Cts. per Kiste herabgrsryt; der Zoll auf Kaffee auf 56); C. per Crntm'r. Die Schiffe; Wkllhi? line vollständige Ladung von Mclasse ci1111cb1n911, soll1'11 von der Bezahlung dcr To11111'11g1'ldcr gänzlich be- frcit skin. Trnjcnigcn, Miche 1110!) Kisten ZMF?!“ odcr 2000 Stirke Kaffee, oder 5501) Pipc'n Rum ladrn, soll dic Hälfte der Tonnengel- dcr nachgelaffcn werdln,
Hrrbicn.
Von der türkischen Gränze, 22. Jan. (21. Z.) Die (bereits rrwähntr) Bc1veg1111g in Scmcndria hat eine größere Aus- dehnung und eine größere Bedrutung _qchabt, als man anfänglich ge- glaubt hattr». Neurre Bcrichtc 11111de11, das; die Schilderhebung der L).)lilosrbistrn, eigentlich dcr Anhänger des Fürsten Michael, aus einen Hauptschlag berechnet 11.1111, i11dc111 sic in Schabacz, Kragujewi'tß, Kirr- prial) und Se'mcndl'ia zugleich die Fahne des Aufruhrs zu entfalten und dann Von diesen verschiedenen Punkten aus mit Macht qeqen Bilgrad loszubrcchen beabsichtigten, 11111 in leyterer Stadt die jeHige Regierung zu stürzen und die friihere wieder herzustellen. Dkr 17. Januar war der zur Ausfiihrung bestimmte Tag. Die Unternehmung
' mißlang vorzüglich Wkgkn des geringen Anklangs, den die Empörer
111 der großen Masse des Volks fanden. Einige unruhige Köpfe, einige durch die letzte [Umwälzung berlcytc Interessen, einige nach Macht strebende Ehrgeizige, das war Alles, was der neue Aufstand in einige (Hährung zu bringen vermochte; das Volk blieb troß der angrwcndcten Vorspicgclungen theilnahmslos, und so scheiterte der ganze Vrrsuch, der leider den gewöhnlichen Erfolg mißlungener Un- ternehmungen haben wird, 11ii1111ich, das; eine Anzahl ko111promittirter Personen die Strenge der vor kurzem vcrkiindigten Strafgesetze tref- fen diirfte, ohne das; fiir sie Weitere Thrilnahme im Lande sich regte, da Jeder rinsiebt, daß die Vollziehung dcr vorausgegangenen Straf- Androhungcn der brstchcndcn Regierung durch das Gcseß der Selbst- erhaltung geboten ist. In allen vier obengenannten Städten haben Verhaftungen stattgefunden, und die Untersuchung gegen die Thäter i| bkrcits cingrlritct. Unter den Verhaftctcn befindet sich der be- kannte Ex- L).)tinistcr Rajewitsch, so wie die Herrkn Popowitsch und Bcrkowitsch, von drncn die beiden 53015th einen Versuch machten, sich durch den llcbcrtritt 311111 Jölam 311 rrttcn.
So ebc11 gibt die Nachricht rin, das; der Bischof von Schabacz, dcin rs gelang, (1116 seinem Gefängnis; zu Kiupriah zu entspringen, auf der Flucht 11111gcko111n1c11 ist. So endete dieser neue Versuch der
Miloschsthcn Partci.
Eisenbahnen.
Paris, 2. Febr. Dcr in die Pairs-Kammer ein ebrachte Ge- seß-Entwurf iiber die Eisrnbahn-Polizei fest die Todes rafe auf ab- sichtliche Zerstörung odcr Verrückuug der Schienen oder Unterlagen, Fortnahme der Pfl'o'cke oder Vorstecknägel, oder Verursacksüng irgend eines Hinderniffes auf der Bahn, wenn dadurch Jemand ums Leben kömmt, und Zwangs: Arbeit auf bestimmte Zeit, wenn blos Verlez- zungen von Personen dadurch herbei eführt wcrden. Gerin ere Strafen sind, auf Androhung von Be chädigungen und Hinderm en kesept, wobez noch wieder ern Unterschred in der Strafe 'emacht ist, e nachdem diese Drohungen von einer Aufforderung zur Leponirung