1844 / 44 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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' tun , vermö“ e welcher sich der Bohrer nicht mehr WÜYUYJIY date Gewänße abschlagen kann. Dem Bohrverfah- ten wird hierdurch eine wesentliche Erleichtexung verschafft, welche um so wichtiger erscheint, als die Bohrleute zept schon mit dem ersien Stoß: sogleich gewahr werden, wenn der Bohrer abgebrochen ist, während man fruher oft stundenlang auf dem abgebrochenen Bohrer sortbohrte, bevor sich das Geschehene zii erkennen, gab, da der Byh- rer mit der Bohrstange verbunden, mcht inehr im Bohrloch zuriick- bleibt. An die angegebene Erfindung schließt sich die andere- emed neuen Bohrers, drr mittelst untcrhalb eingeseytcr Rohren, die mit seinem Ticserfinkcn gleichzeitig nachgelaffcn wcrden können, das Bohr-

erweitert. loch Bei dem bisherigen Bohrvcrfahren Wurde der Bohrer mit dem

Ge änge gehoben. Dcrselbwwar gewöhnlich unmittelbar an das Geßänge an eschmubt, und betdcs'mußte schnell zurückfallen, sollte das Bohren wirkéam sein. Mit dcr Tiefe des Bohrlochcé mußte auch das Gestänge verlängert werden., C»? war-dahcr natiirlich, daß mit dem Längerweiden dcssclben auch dir Hmdcrmffe und Beschwerden zunahmen und zuleyt gar nicht mehr zu bcjiegenwaren. Auch wurden die Kosten des Bohrens dadurch außerordentlich gesteigert, daß sich mit der Tiefe die Last und damit das Erfordernis; an Kraft vrrmchrtc. Ta zugleich die Hubhöhe mit dcr Tirfc verkleinert werden mußte, wenn man bei großer Tiefe das Brechen dcs Gestängcs vermeiden wollte, so wurde immer weniger gebohrt je ticfer man kam. Allein auch hierfür trat eine Gränze ein. Das Gestänge hielt endlich den schwä sten Stoß nicht mehr aus; es erfolgte Bruch ausBruch und das BoYrcn mußte eingestellt werden. Durch das Alleinfallen des Bohrers find alle jene Hindernisse beseitigt und die größten Tiefcn sind mit geringen Kosten erreichbar. Mit dem vom Waffer getragenen hölzernen Bohr-Ge- stänge wird der Bohrer gehoben und diescr fällt dann don selbst wieder zurück, Das Gestänge chegt sich daher gleich dem Ge- stänge einer Kunst-Maschine ruhig auf und ab, ohne daß es

wie früher mit Gewalt an die Wände des Bohrlochs nnzuschlagenk

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ihm gebühri. Aber noch weit wichtiger und ernster, als die persönliche Lage de? Herrn von Salvandy, sind die Prinzipien, welche sich an diesen Akt knupfcn, zu dem sich der ehrenwerthe Vice-Präsidcnt Veranlaßt gesc- hen. Vor 8 Tagen schloß ein der Majorität durch die Gewalthand- lizng der Minister auferlegtes Votum mehrere Deputirte als unwür- dig gusder Kammer aus. Gleich darauf kömmt die Anmaßung des Ministeriums, iiber das Votum jedes Deputirten zu verfügen, offen zg Tage. In beiden Fällen dasselbe Attentat gegen die Unabhängig- keit der, Deputirtcn, dasselbe Vergessen dcs Grundsaßes der Unverleßlichkeit des von den Wählern übertragenen Mandats. Vor einigen Jahren sprach Heir Guizot, bei Gclegenheit der Abseßung dcs Herrn Dubois, dcn T*cputirten, weiche zuglcich Staats-Veamte sind, das Recht ab, laut zu opponirrn, ge- gc_n das Ministerium offen anzukämpfen; aber er gestattete ihnen nimdcstfend ,das stille Votum. Er nmchte sich ein Verdienst daraus, die Prtiizipicn auf diese Wcisc sichcr zn stcllcn. Er wolle, sagte er, das firie Gutdünken der Dcputirtcn nicht beschränkcn, cr achte an ihnen die That, die im Namen der Wähler grschcl)ez ll“ untcrsage ihnen blos die persönliche Manifestationen gegen die Minister, von denen sie als Beamte abhängen. 3th will er ihnen auch das stille Votum Verwehrcn.“ “Die Dcpuiiitcn der linken Seite lxattcn in den letzten Tagen mehrere Konferenzen, um sich iiber die Erncucrung dcs Vorschlages wegen Unvereinbarkeit von Beamten: und Dcputirtcn- Functionen zn berathcn.

k Tktcr Präsident dk!“ Pairs-Kammcr, Baron PaEquici“, ist schwer ci“ ran .

][ Paris, 7. Febr. Der Prozeß de's Herrn Jules Janin egen Herrn Felix Pyat und das Journal 1a Reformc ist heute

“Por dem chhtpolize'igcricht cntscbicdcn worden. _Tci' ersicic Wurde "“' u 6Mo1mtcn (Mfäiigniß und UNO!!!)JN(K)eldstrask, der (5)-*ra11t der

kaormc zu lMonat (Je'fängnis: und „“;!!le F1“, dcrui'thcilt. An ei-

?ne Appellation gcgen diesc Ui'thcikc glaubt man nicht, - Die Vii-

vcrmöchte, was den so nachtheiligen Nachfall verursachte. Da bis in „Ü

die größten Tiefen hinab eiqentlich nur das immer gleich bleibende

Gewicht des Bohrers in Anschlag kommt, so braucht an Kraft nichts ,“

zugescßt zu werden und Gestängbrüche können nicht mehr Vorkommen. Daß durch diese große Erleichterung das Vohiwesen an Zeit und Kosten wesentlich gewinnt, ist begreiflich. Auch ist nicht zu übersehen, das; durch die Gewißheit, dcr Bohrer kann sich während drs Bohrencd nicht losmachen, und Wenn er abgebro en, die augenblickliche Entdrk- kunq davon, von nun an ville und groYe Unglücksfälle verhijtctwki'den müssen. Durch das früher noch fortgeseyte Bohrcn auf den abgebrochenen Bohrer wurde derselbe zur Seite getrieben oder ein so großerKopf aiif ihn gestängt, daß es äußerst schwer war, ihm mit einem Instrumente bci- zukommen und herauszuschaffen. Ein Urbelstand, der in dieser Art ebenfalls nicht mehr stattfinden kann. Ebenso ist die Verbindung des Bohrers mit den Röhren von großer Wichtigkeit. Die Röhrrn durch das verschicdenartigste Gebirge, abwechselnd bald durcb weiches bald durch festes hindurch zu treiben, Was bisher fast unmöglich. Konnte cine Röhrentour nicht mi'hr tiefer gebracht Werden, so mußte durch sie eine zweite, dritte u. s, w. eingeseyt Werden und es wurde, um die Röhren tief in das weiche Gebirge hineinzuschaffcu, unicr fort- dauerndem Nachfau, der das Bohren so sehr erschwert und die Kosten auffallend sieigert, fortgebohrt. Der neue Bohrer beseitigt auch hierin die Hindernisse. Er kann nie im Nachfall arbeiten, wcnn die Röhren mit ihm immer gleichzeitig nachgelassen werden und weiche Gebirge sind von nun an mit Leichtigkeit zu durchdringen.

Frankreich.

Paris, 7. Febr. Heute werden die Büreaus dci" kautiricn- Kammer zur Erneuerunq der Kommissarien fiir das Budget von 184.5 schreiten. Einige firmus habt'n brreits die Bcrathungcn iibcr das Anégawandget verschicdener Ministerien beendigt uud Wcrden sich morgen mit dein Eiimnhmc-Budgrt beschäftigen.

Durch Königl. Verordnung vom 4ten d. sind die Wahl-Kolkc- gien der Orte, ivo die fünf kegifimistischen Dcputirten, die ihre Ent- lassung eingcreicht haben, gewählt waren, zum “2. März cinbcrufen, um neue Wahlen Vorzunchmcn. Die Parteien treffen bereits ?in- sialten zu einem hartnäckigen Kampf bei diesen Wahlen. Es sind von Paris zahlreiche Emissaire nach jenen Orten abgegangen.

Der Patria zufolge, wäre Herr Salvandy entschlossen, die Thatsachen, die sich an seine Entlassnnq knüpfen, selbs? vor die Kain- mer zu bringen. „Wir wünschen“, sagt dies Blatt, „daß er von seinem Entschlusse nicht abgehe. Er ist seiner Ehre drn Beweis schuldig, daß er fich weder von einem Einfall übler Laune, noch von" einer übertriebenen Empfindlichkeit hat bestimmen lassen. Die fast bc- leidigenden Vorwürfe, die man ihm gemacht hat, die Anforderungen, die man an ihn stellte, die Lage, in die man ihn versehen Wollte, müssen bekannt werden, damithdem der Theil Verantwortlich'keit zufallc', der

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' des Budgets beschäftigt.

menus dcr Dcputiitcn-Kammer habe"" auch heute sich nur mit Priifung Im 8. Bürcm: Wiirde dci“ konservative Kandidat de Bussicrks gcgen dcn dcr Opposition Herrn Tclongiais mit 29 Stimmen ZUM Commissair ernannt, der nnr 7Stimn1kn hatte «gen 2!) des rrstcren. Außerdem Witrdc in einem aitdcrcn Biii'can glcichfalls dcr konsrrvativc Kandidat Hrrr Banmc ernannt.

11] Paris, 7. Febr. Die Priifimg dcs Budgets in den Biireaus cht schr rasch von dannen; man glaubt, sic werde hcntc zu Ende Jain, und morgen “könnte die Budgct-Kommission ernannt werdcn. Diese ganze Arbeit ist eine unnütze Förmlichkcit, indem dcn Deputirtcn nicht Zcit gkmig bleibt, zwci dicke Quart-Bände, welche zusammen nicht wcnigcr als 1265 Seiten zählen, gehörig zn studircn, bevor in den Viircaus dariiber diokiitirt wird. Diese ganz oberfläch- liche Priifnng dkd" Budgets in dci! Büreans hat indcffen so viel erge- ben, daß das Gleichgewicht des Bud ctö von 1845 nur cine Fiction genannt Werden muß, Man braucht 3. ZZ. nur das besondere Dcpartcmcnt der öffentlichen Arbeiten im Budget anfzuscblagen, um sich davvn zu überzeugen. Der Minister der öffentlichen Arbeiten erklärt (S. 452 des BudgetS), daß die durch das Gcscß Vom “14. Mai “18:37 bewil- ligte Summe von 81 Millionen Franken zur Anlegung Königlicher Jahr-straßeu, schon Ende 1813 ganz erschöpft worden ist, und daß die Regierung _sich genöthigt sehenwird, diesfalls eincnncucn außerordent- lichen Kredit zu verlangen, weil doch die Kammer nicht wünschen kann, daß das große Communicationö-SysiemFrankreichs unvollendckbleibc. Fiir das Jahr 1844 Wurden 41,50t),(_)i)0 Fr. zur Anlegung von Ci- scnbahncn bewilligt. Man hätte glauben sollen, daß dicchierunq für 1845 eine noch höhere Summe begehren werde, um die Eisen? bahnen raschcr_ zu „errichten. Gerade" das Gcgcnthcil; Hyrr Damon bcgcht provisorisch nur 34 MiUionen, also 7'5 Millionen wcniger qi? fu?" das Zah-r 1844. Ich sage provisorisch, denn derMinister dcr Ossmitltchanrbciten sichtWohlcin, daß er damit nicht auslaiigcn kann, zumal während der lanfcndcn Session dic Kammcr neue Eisenbahn- Linicn zu votircn Willens ist. Man erwartet daher mit Ungeduld die Ernennung des_Berichtcrstattcrs des Budgets, weil, wenn dicser nicht besonders demKabiuxt ergeben ist, seiner Arbeit eine sire'ngc Kritik des Vom Ministcrimn bei der Bildung desselben bcfolgicn Verfahrens Wer-

*den diirfte,

Man verkündct für übermorgen die Interpellationkit, welche an

- Guizot wegen der Entlajsnng des Grafen Salvandy in der

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“deyutirtiJn-K'i)nimer gcnmcht Werden sollen. Die Stellung des Herrn inzot hierbei ist weit cinsachcr, als die Opposition es glaubt. Der .)kmister der auswärtigen Angelcgcnhcitcn brancht nur sich hinter der

nvcrleßbarkcii der Krone zu verschanzcn, um jede Eiklärung iiber

in den Tiiilcrickn Vorgc'sallenc der Kammer zu verweigernz es iisztc denn sem, daß Graf Salvandy selbst als Kläger dabei austre-

wollte. Dazu ist jedoch Lcytrrcr zu klug, denn er müßte dcn

König in die Diskussion mit hineinziehen. Darum glauben einsichts- volle Männer, daß GrafSalvandy sich eher zum Schweigen verstehen wird, um nicht durch irgend ein unvorfichtiges Wort die Königliche Gunst vollends zu verwirken. Desto mehr dürfte er aber bei der Diskussion der, geheimen Fonds gegen Herrn Guizot zu Felde ziehen.

Der Gerichtshof der Zuchtpolizei war diesen Mor en in aller Frühe von Journalisten und b0m-1185 (]e ]Lttre; um agert. Es sollie heute die anurienklage des Herrn Jules Janin gegen Herrn Felix Pyax daselbst verhandrlt werden. Zum allgemeinen Verdruß dcr Neugierigkn Verkündigte der Huissier bei Eröffnung des Ge- richtsmales, daß die Verhandlung bei yerschlossenen Thüren vor sich gehen würden. Nur die mit Eintritts-Karten versehenen Personen wurdcn eingelassen. Dies erregte ein lautes Murren, welches aber in noch weit skandalöserenAuftritten auszuarten drohte. Mandernahm, daß Herr Felix Pyat vom Gericht die Erlaubnis; begehrt hatte, aus dcn Feuilletons dcs Journal des Désbats nachzuweisen, daß Hixr Jules Janin bei mehr als hundert Gelegenheiten größerer Zn- juricn-Beleidigungen gcgen dritte Personen sich schuldig gemacht hätte, und das; er folglich anderen jcncheiheit der Kritik gcstattcn sollte, die er selbst so oft mißbraucht habe. Das Gericht hat auf Antrag des Staats-Anwalts das Begrhrcn des Herrn Felix Pyat abgewiesen. Ticsc Partcilichkeii wird drm Einflussc des HcrrnHébert, l)r0cnrc?nt' eiu r0i, zugeschrieben, wclcher ein naher VerWandtcr dcr Madame Inch Janin ist. Kurz vor Abgang der Post war im Palais de Justice das Geiiiiht Verbreitet," Herr Felix Pyat könne seiner Verur- thcilung nicht rntgchcu. (Vergl. dcn Vorstehkndcn Bricf.)

. L Paxßs, 7. Febr. DerGescH-Eniwuifijber dcn Sekundär-Un- tcrrtcht beschäxkigt noch immer das Publikum und die'. Presse. Fast Zeder- maim ist unzumcdcn mit dicskm Gesch. Ziteist die Gcisilichkcik, wie die darin bewilligte Art Vom Unterrichts-Jreihcit alle Anstalten, welche die Geistlichkeit bcscßt oder noch errichten könnte, der Kontrolle und Lbei-Aufsicht dci“ Uiiivcrsität unterwirft. Die Abhängigkeit ist Voll: ständig, und in diescr Bl'ZékLMMJ sind die Hoffnungen dcr Giistlich- keit vollkommen getäuscht. Tic Unchrsität bleibt nicht nur so, wie sie ist, soudcrn sic erweitert noch ihre Befugnisse und ihre Autorität. Es findcn allerdings fiir die kleinen Seminare einige Auönahmcn statt; aber das ist eine Nebensache in dem (Hestßc. Aber gerade Yon diesem Punkte wird die Opposition der Linken bei ihren Angrif- xrn gcgen das Gesch ausgehen. Sie glaubt, die kleinen Seminare wiirden, gleich den Nornml-Schulcn, Profcfforen bilden, die sich spä- ter über ganz Frankrcich Verbreiten und auf allen Punkten Anstalten griindcn werden. Es scheint uns, daß man die Wichtigkeit der klei- ncn Seminare auffallend übertreibt. Ziieist sind die Professoren, wclchc dort Untrrricht crthcilcn, zum Theil drr Bedingung der Fä- higkeits-Priisung unterworfen; zweiwns sind die Minen Sc- niinarc dic Pflanzschulc, aus der sich die Gcistlichkcit crgänzi, und ('s werden dort Weit mehr Prieser als Lehrer gcbildct; ciidlill) i't die Zahl der ausscheidenden Zöglinge, die das 13.100.113"- réak-J-s-otmx5 erlangen können, beschränkt, wie denn überhaupt die Gcsammtzahl der Zöglinge in den kleinen Scminarien bcschränki ist. Mit einem Worte, der Llrt. 17. des (Heschs schcint uns nicht so gefährlich, wie man ihn darste'llen will; ja er scheint uns nur etwas Untergeordnetcs in dcm ganzen Wesen des Gcseßcs. Man sagt iibrigens, der Minister des öffentlichen Unterrichts habe diesen Artikel in seinen Gcsciz-Entjvurf nur aufgenommen, um der Geist- lichkeit wenigstens cine schciiibare Gcnugthuung zu geben, und daß er ihn im Augenblicke der Diskussion recht gern Werde fallen lassen. Wir haben die Zahl der Zöglinge in den kleinen Seminar?" zu 2t_),(,)l,)(] angenommcn; drcivicrtcl derselben treten in den Priester- stand ein; die Zahl derer, Welche auf die Vocalion Verzichten Und spätcr sich dcm weltlichen Unterricht widmen können, ist folglich ziem- lich gering, namentlich wenn man sie mit der Zahl der Zöqlinqc in den vdn der Universität abhängcndcn Anstalten vergleicht. Wir*wol- im hier eine kurze UebersiM von diesen Anstalten ncbst dcm Unicr- riihts-Programm jeder Kategorie geben.

, Feu ersten Rang nchmrn die Colli-qc's royaux ein, welche an die Stelle: dk!“ durch das Dekret Vom 11, Floréal des Jahres )(. er- richteten Lyccen getreten sind, Man lehrt dort die alten und neue- rcii Sprachen, die Literatur-Gcschichtc, Geschichte, Rhetorik, Philoso- pdtc nnd die exakti'n Wissenschaften. Sie werden durch einen Pro.- vijcnr-Vemvaltet, unter dem ein Ockonom, cin Censor und einige Bdgufftchtigcr der Studien stehen; ein Almosenicr ist mit dem reli;- gtd7ci1 und moralischen Unterricht beauftragt. Graduirte Professorcn eithcilkn dcn Untcrricht. Diese Anstalten nehmen Pensionairc auf, die außer dcn Studien-Kosten und der Universitäts-Abgabc eine nach den Lokalitäten verschiedene Summe fiir die Pension zahlen. Fiir eme gewixse AnzahlElcvcn giebt es ganze und halbe Freistcllcn. Es bestehen gegenwärtig 46 Collé-gcs royaux mit 193697 Zöglingcn. Dic Kommmnal-Collögcs Werden auf Kosten der Kommunen errichtet

iin Studien bilden den Inhalt dieses Werkes, Welches ägyptische, gricchischc- komische, arabische, normannische uud mittelalterliche Kunstgegenstände dcr Orngmentik bis zum 16ten Jahrhundert cnthält, ivorunter eine Aiiöwahl derum dcn lcßten zwanzig Jahren in Pompeji und Herkulannm entdeckten schonsien Ornamente, so wie die genialen Schöpfungen dcs Giulio Romano tm 5;),alc'tzzo Ducale uud Palazzo del T6 in Mantua fich vorzugsweise nnSzcichnen, und dadiikch dcn reichhaliigsten Stoff für Architekten, Ma- ler, Bildhauer, Decorateitrs, Fabrikanten und Baulicbhaber insbesondere zum, Dekoriren des Innern bilden. Da alle Vlättcr nach den Originalen n) ckan eigenthiimlichcn Farben dargestellt find, so erhalten wir hierdurch eme richtige Anschauung von der Malerei der Gricchcn und Römer, und lxmen zugleich, wie die Alten ihre Wohnzimmer, Schlafzimmer, Empfang- Zimmcr und'Speiscsäle u. s. w. ausinalten, und ihre Fußböden mit den prachtvoll- skeu Mosaikarbeitcn zierten. Viele Blätter geben uns einen Begriff von der Pracht de_r bemalten Vasen bei den Akten; sehr reizend sud darunter die Vgscn aux Rosagrnnd mit vergoldeten Basielicss, aus dem Museum des Furßcn Blöcari zu Catania. Andere Blätter zeigen uns die Mosaik- Pracht-de_r normannisckien Kirchen in Sicilien. Die eistreichen Arabesken deo Giulio Romano find cHewiß die schönsten jener poche. Zur Aitsbil- dung eines _edlen Geschma s für Künstler und Handwerker ist dieses Werk von der großten Wichtigkeit, weshalb vom Staate 50 Exemplare entnom- men wurden, um fie als Prämien bei den verschiedenen Afademiccn, Kunst- und Gewerbe-Schulenznvcreheilen. Dur die Vervollkommnun des litho- ßiWth Farbxndriixks, den 5xrof. Za u im Jahre 1823 erßmdeu, und " stil LHA eingefuhrt hat, st e_s möglich geworden , dieses rachtwcrk “zum Gememgut dxr ganzen Kunstwelt u machen, und zu dem reise von MWM zu lieseyi, während es Fonsi, wenn es auf die gewöhnliche ,k. ausgemalt ware, jedes Exemplar wenigstens 300 Thaler kosten

*

NUM: Aufsibliiffe iiber das Leben und die

DaéuÜTeQYZW August von Koßebue's. , ! „Vor und int d ' ' . MF „ijklokakß'éü ?t'nspiele, umorkßischkr PoxlxeraJYndC-kaczxest: "“T 23???- ök'knet Con Frui xdereltilxßsz)c:?n:1 1Fm?! nsekdonn. Fül 1844“ u Bex?in bei . "318 bis 348 eine interessant, UktkaY'sx ebYZJYWbUÄ-MYFTFSU ( de; des 2316)“

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YYY"!!! ts Leben auMMaZTRFtigeu o k m '““ Privat- ?

und di * ts“ “Almanachsbalt-m éoiiW'ciy'e-W'äi'i'k-M “:*-ik"; Ji

bckannte Novellist, derreichbcgabte Verfasser der „Bittlers Gabe“, der in einer „Riickcriuncrnng aus meinem Leben“ das Gedächtniß des Dichters und Menschen Kochuc auf würdige, thatsächlicl) begründete und zugleich unterhaltende Weise feiert. W. Miiller schildert theils in hmnoiisttschcn, theils in ticfernstcn Farben dicEigcnthümlichkcitcn Koßcbiic's, wie solche sich im vertrauten Familienkreise, in Gesellschaften, auf der Straße, bei den Zioben neuer Stiicke, gegen Schauspieler undandcrc Dichter darstellten.

ic Entstehung des seiner Zeit so brrühmtcn, ]iingst diirch Döriiig auf- gcfrischten kleinen Drama's „Der arme Poet", wird alis das Eigdylidhsic erzählt. Koßcbue schrieb das anspruchlose Stiick, welches tvochciilang das Theater füllte, wie jelzt kaum eine glänzende Oper oder ein „bcinkiinstlcri- schcs Ballet“ urspriinglich fiir eincn Schauspieler Zimmermann, dcr Etwas von einer Deorient's-Natur hatte und von Welchem bci diescr Ge- lcgcnhcit dic amiisantcsien Züge beiichict Werren. Später zog sich Koycbiir, nach manchen bitteren Erfahrungen, von der nähcrcnBckanntschaft mit den datstellenden Künstlern sorgsam zurück. Sein Urthcil iiber sic xarodirtc éhchakspscquc's' bekannte Ausspruch und hieß: Eitelkeit, dein !) amc ist (- au pie cr.

Wilhelm Müller Hörte von Koscbne, ald dieser „bereits im hohen ManneSalter war, die Versicherung: er Wolle s|ch verpflichten, ein Stück, das einen anzcn Abend spielt, in drei Tagen zu schreiben, wenn er be- reits mit [an und Charakteren einig sei: „al*cr,Plait und Charaktere“, fügte Koßebue hinzu, indem er fich mit dem ZeigcÉnger sorgend die Stirn strich, „fangen an, mir schwer zu werden.“. Die, hatsackc, daß Kohcbuc „die Stricknadeln“, eines seiner besseren Stücke, in zwci ( agcn vollendete, nachdem er sich Vcrmcsscn, aus jedem Dinge ein Schauspiel zu machen, und Meißner ihm eine so eben gefundene Stricknadcl gereicht, läßt obige Worte um so glaublicher erscheinen.

Aber auch hinter die Couliffen damaliger Zeitgeschichte wirft M.Miil- 1er vertraute Blicke. Daß Napoleon Koscbue's Auslieferung von Rußxand verlangte, ki"? Gefahr, die den Dichter mit dem Tode des Buchhändlers Yasin bedrohte, ist in Deuts land bis “evt wohl wenig bekannt geworden.

acb der Ansicht drs französischen Geiandten hatte Koscbuc, da er kein Untertbanüdes rusyschcn Reiches war, auch aufndesscn Schuß kein Anrecht. Zu der hochsten ? otb wurdc Klin er dieser achte Deutsche, dieser Mann mit der themen Seele, der das MÉßefchick seines Lebens stolzer, als seine hoben Wurden trug, General von inger wurde Koßcbue's Netter, dessen ems iedenißer Gegner er son war und blieb, „dessen Freund“, wie Klin- ?“ elbß reibt, „er nicht ein woer, der aber kein Russe, kein Deutscher, ein frauzo scher Unterthan, sondern das Gemein ut aller gebildeten Völker war, und von denen jede einkelne Nation das keUnrecht hatte, “ck “' seiner Schmach selbst verleßt zu fi'ih m.“

'Der Herausgeber verdient fiir die Wahl des sehr interessanten Bcitra- ch von W. Miiller gcwiß alles Lob. Er selbst theilt dessen Nnficht von K'oxzcduc imd bcstätigt dieselbe noch mehr durch Anfiihrung drr Urtheilc cines Börne, Lcwald, Müllner n. A. F. Adami schreibt, das; cr als Hcmusgcbcr dicses neuen Thcatcr-Almanachs dessen erstes Feuilleton gern mit dem Namen Koyebuc eingeweiht habe, und fährt fort: „Fürwahi, cin bci Jrcnnd und Feind crinncrimgswcrthcr Name, seiner Zcit gefeiert und grlästcrt wic Wenige, zulth in Blut getaucht und noch heute von [itc- rarischcn chkcrn mit einer Art grausamer Wollust an den Galgen dcr Krixik gcschlagcn, Troß Allem aber ein Name von unverschollcncm, immer Vorkehwcbrndem Klange in deutscher BühneUWclt. Billig kann man Koyc- bitc'dTrancispielc iind sctitimcnmle Riihrsiiickc dem modernen Verdammnngö- Urthcilc prciögedcii; sie Werden in dcr Thcatcr-Gcscbichte ihre Bedeutung bchaltcn als die imchspukcnden Gespenster eincr zerfließcndcn, gefiihlsprah- lenden Zcit, der selbst (Höthc in seinem leidenden Werther Opfcr bracht“- YUM)! die dramatische Erscheinung des" deutschen Schlendrians, die vater- lapdliclécn Naircnspoffcn, frisch aus dem Leben auf die Bühne übckn'aSkU- unt cinem Worte: das dcutschc Lustspiel scheint mit Kovebue gemoikkt und begraben. Phrasen sind keine Widerlegung. Man nemic doch dW deut- schen Lustspiel-Mchtrr, der für die Gegenwart das, wäre, was Koßxbue offenbar fiir scinchik chcscn. Und Koyebue hatte et„1'M,Sch [ler, LMU Göthc zn dramatischen Zeitgenossen, cr mußxe ""t,d'csm ""ftkkbl'khm Geistern um die Herrschaft über die deutsche Buhnc “USM. Und Kode,- biie * tvcr kann es leugnen? - bLhKUPMe fich erfOlgicl'ch neben dc" bk!“ dcn Heroen, drang neben Jsfland durch, drk “15 Blkllnkk Gkncml-Di- rektor u le“ "* i s der rößtcn imd angesehcnsicn Theater herrschte.

zg :ck nler en g“ , ck b , Ein wie viel leichteres Spiel 129"? 1-4" KW“ "“ d“ ZM,“?! Daß Kosebuc's Stiicke mit der Z?“ zmmcr mehr vcialtin, das, eben M ein ZO chen, wie Zeitgemäß, wie gcgsxe_6gege11w“c:rtig s'“ ck"“ Zeit IMs?"- Der höchste Ruhm für einen Lusixptel-Dlchtcr.

Aber auch als Joakim!!!) machte Kosch!“ k!" seltenes, seitdem nicht wieder ekehrtes Glück. Wie„sF-hnxll und wie durchdringend der politische Wis eines „„/Wochenblattes cmschlug, 1,kljlhtctxnus dcn 2500Abonnen- irn desselben cm, “_?bwohl Lovebue skibfk kickt? Zkltschrift kaum fünfvicrtcl Jahre verfaßte. Wahrend dies" kurzen ZZ'F empfing Koycbue von dem Verleger éßoffmijirtxaFsteiPY-ZKÜ FTMZZMÉOLU FM) Rthir., eine in Ansehung de ut-

cr oi “umme . „„Im-lichsten Absav erklärbar. , “b“ "*" durch “" “"ß"

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und unterhalten; sie stehen unter der Autorität der Präfekten und unter der Aufsicht der Maires und einer Kommission der angesehensten Einwoh- ner. Es wird in diesen Anstalten ein mehr oder weniger beschränk- ter Unterricht ertheilt, und fie zerfallen nach dem Umfange desselben in zwei Klassen; die erste Klasse umfaßt diejenigen Colleges, deren Unterricht eine vollständige Vorbereitung zum ]chcalanréat-i-z-lamaz ist; an ihrer Spiße steht ein Prinzipal, und ihre Professoren sind, je nach der Wichtigkeit ihres Lehrstuhls und der Art des Collé-ge, worin sie unterrichten, raduirt. Es giebt heutzutage 5512 Kommu- nal-Colchges, nämlich 1 8 erster und 164 zweiter Klaffe._ Im Jahr 1842 betrug die Zahl ihrer Zöglinge “26,584. Nach den Collé-gcö folgen als Neben: und Hiilfs-Austalten die Institute und die Prti- siouate, die reine Privat-Aiistalten, abcr doch der Universität untcr- eordnet sind. Institute giebtcs gegenwärtig 102, von denen “.'Lchn- KclbcnUntcrricht erthcilcn, wie die Collé'gcs; Pcnsionatc bcstchen 91]; diese beiderlei Anstalten haben ctwa „“;-5,000 Zöglinge. Ulber dcn CoU-“gcs steht die Normalschulc, dcren Zweck die Bildung don Pro- fessoren ist. , Man steht aus dem Vorhcrgchcndcn, in welchem Vcrdältmsse die Zahl der Zöglinge in den klcincn Seminaren zu der aller 2111- staltcn fiir den Sécm1dair-Unteiricht steht. In dicser Gcsmnmtnmffe bilden die kleinen Seminare offenbar nur eine Ausnahme, odcr, wenn man will, cine Nebensache, und ihre Existenz kann die Universität und den von ihr crtheiltcn Unterricht nicht leicht gefährden.

Erossbritnnicn und Irland.

Oberhaus. Sitzung Vom 5. Februar. Dcr Lord- Kanzlcr ci'öffncte die heutige Sitzung mit Vrrlcsmig der Antwort, Welche Zhrc ?))kajcstät die Königin auf die ?ldicssc chHauscs krtlikilt hat. Dieselbe lautete: „Ich danke IWW" fiir die chre'i'dictige Adresse*. Es „ist der vornehmste Gegenstand Meine'r Wünsche, die Wohlfahrt Meines Volkes zu fördcrii, und Ick Vci'lassc Mich auf Ihre Vcrsiidc- rungen, Mich bei Abfassiing solchchaßregcln untcrstiich zu wolli'n, Welche dic Jiitcrcffen dcs Landis erfordcrn.“

, Lord Brougham stellte hierauf an den Minister der auswäv tigen Angclcgenheiten, Lord Aberdeen, die' Fi'agc, ob die zwisthrn England und Frankreich augcblich schwcbcndcn llntcrhandlnngcn in Bkzllg_imf dic Dlll'shsllchul!gö-“Vkl'ksägk don “174551 und 19:34; die Vc.: sVZZIUlUL rechtfertigte", welche Viele iibi*i' line Modification dicsercix trage hegten, worauf der Minister Folgendes erwiederte:

" LordAbcrdccn: Es wäre mir angrnchm, wenn ich in der Lage ware, mxmcm edlen und gelehrten Freunde eine vollständige *Antwort hierauf 3" kklelxn. T*cr (thgcnstand ist odnc Zweifel von großer Wichtigkeit. Es [Zak mne Richtigkeit, daß die französische Ncgiciimg dcn Wunsck) ans- gcdrllckt hat, gewisse Modificationcn in jc11e Verträge eingefiihrt zu schcn, wclche, ohne dcicn Wirksamkeit zn bccinträchtigcn, das Durchsucduiigs-Reidt ddch mchr ,dcn (»Hcfiitxlcn des französischen Volks anpas:tcn. CI sicht mir nicht 311, harr zu ci'fläi'cn, welchen Erfolg dicse Anträge hach wcrden, das: mein edler und gelehrte!“ Freund, so wie das Haus, könne versichert sein, daß voancitdn dcr cnglischkn chicruug nichts geschehen wird, was in irgend cincr Weise die Bcstrebungcn unscrcö Landes im Jtitei'cffe der HU- manität bccinträchtigcn oder gar die Erreichung jenes großen „Ziels die Abschaffung des abschculichcn Sklavenhandclö -- hindern könnte. Ich glaube auch, daß die französische Regierung nicht ,solchcn anck vor Augen hat, denn fie wünscht gewiß eben so die Ab- schaffung dcs Sklavenhandcls, wie wir, und ihr Bcnehmcn )[t iin- paitciisch und uneigennützig gewesen. Ich habe mit Bedauern *JSWML, hier und da auögcsprochcne Behauptungcn vernommen, welche die Absichtcit Englands auf die schmählichsic Weise vcrlcmndcn, Man sagt, das; wir wenig um den Sklavwhandel uns kümmerten, daß unser wahrer ufnd_c1n- zigcr Zweck dahin ginge, das Durchsuchungs Recht zit behaupten, die iran- zösische Marine zu insnliircn nnd durch Ausübung mies Nichts Ausknnft iiber den französischen Handclö-Vcrkchr zii crhaltcn, UM dirsclbc zii cigcncn Vortheilcn zn niiHen. Unglaublich wie dies erscheinen mag, wurde es den- noch behaitptct. Aber was ist nun Tlmtsachc? Nun, Wil" nntchcifcn dcm Durchs11chungS-Rccht fünfmal mehr Schiffe als Fraiikrcicly, und wir müßten in der That sehr unniixie und iibcifliiisigc Konsuln im Auslande haben, wenn wir nicht von ihnen iiber den Handel Frankreichs bcffcrc Aiiskimft erhielten, als sie uns die Durchstichiiiig einzelner Kausfahrer geben könnte, Das Durchsnchungs-Nccl)t ist ohne Zchifcl schr scki-“iybar als ein Mittel ziir Untcrdiiicknng dcs Sklavenhandclö; aber ich sehe dennoch darin. ein

roßcs Uebel, das [Ulk durch den gioszcn Zchk,_ welchen Ls zu erreichen sgncht, grrcchlfertigt Werden kann, Diese chigcn Woite, hoffe ich, Werden dcn edlen Lord znfricdciistcllcn. , , ,

Der Graf von Normanby benutzt? dic (Helcgcnhcit (']!!Li' El“.- klärunq dcs Herzogs Von Wellington, da]; die Rßgicrmig gchn die von Ldrd Fitzwilliam beantragte Vorlkgung der 5311th iibcr- dte vdn 1828 bis 1844 in Irland stationirt gchscncii Truppen nichts Ein- zurvcndcn habe, zu dcrAiizeigc, daß e"." am 1:5tcn dcii;),ustand ZUXUW zur Erörterung Vor das Haus bringen werden “.“ Dic Vorlcsiiiig cini's Dankschreiben») Sir William P.)i'kci"s fm“ den ihn: ,und der (Flotte in Bezug auf ihre Dienste in China Wm Hause votirtcn Dank vermi- laßte hierauf den Grafen Mimio zu dcr Frage, waiumfnmn „Stk William Parker, der mir den Bath-Ordcn erhalten, 111cht lll gleicher Wcise, wie den in China kNmnandii'cndcn General (Hongk), ausge- zkichuct habe, Welchem das Großk-chz und die Baroncts-Wiirdc vcr- 1icl)en worden sci. (Bras Haddington, dk!" erste Lord drr Admi;

ralität, rechtfertigte die größere ?liiszcichnung des letzteren Generals"

durch deffen längcre “Dicnstc in China, die ihm schon lange danath: Orden erworben hatten. ,

Eine Prtition, welche der Herzog don Richmond dcn) Hanse vorleqte, erregte nicht geringe Nufmrrkxamkeit. Es war e_iiic Ve- schwérde iiber das neue Arnicngxsexz ans Morpcih, dessxn Bestimmun- gen iiber die Uichrantwortliihfczt dcr Verfahrcr michelicher Frauens- pcrsoncn in dim qeimnnicn Distrikte „zu ,der betrudcndcn Thatsachc geführt hatte, das; doit vdn 0 bis / Kindern 1 immer cm unehe- 1*ickes war. Die Petitionmie baten das Haus um Revision der be- treffenden (Hesrß-Bcstimmungkn, nach wclchxn bekanntlich dem Weide allein die Vcrantwortlichkcit fiir ihre Uirstttliche Führung oblirgt. Dcr Herzog von Riehmond schloß [)irmn cinanntrag, daß fortan die bci Witten koutmhirtcn Schulden unter die nicht kiiiklagbarcn Spielschnldcn gcicckiiet Werden soiltcn, zur Verdollständigung cincr Von ihm eingebrachten Bill iiber die Aufhebung emed alten nicht be- obachtetru Gescycs, nach welchem Pfcrdcrcnncn, Crtckct und andere Spiele für strafbar crklärt wcrden. Axis den .Niitrag Lord Deu- man's abcr Wurden sämmtliche auf Spiele beziigliche Gesege einem Spezial-Comité des Hause's überwiesen umd der i_tispriinglichc Antrag zurückgenommen. ' Eine kurze Debatte entspann ]ich hierauf zwischcn Lord Normanby und dem Herzoge von Bucclcugl) iiber den Gc- simdhcitsznsiand der unteren Volksklasscn, worüber dcr Erstere im Jahre “1889 drei vom Oberhause gebilligtc Anträge gestellt hatte und nunmehr Auskunft iibrr die von der Regierung darauf veranlaßten Maßregeln verlangte. Der Herzog von Vuccleuqh, als Großsicgelbiwahrer Mit lied dcs Kabincts, erklärte, daß im Mai v. I. eine aus wissen- scha tlichcn Männern bestehende Uutersuchungökommission gebildet wor- dcn sei, welche bereits dcn Zustand von 51 Städten untersucht, und darüber einen ausführlichen Bericht abgegeben habe. Der Bericht enthalte allerdin s schaudcrcrre ende Thatsachen, ahir die Kostet) für die Abhiilfe dersxiklben seien so edeutend und die Mittel so schwierig, daß die Kommission noch keinen definitiven Vorschlag gemacht habe, welcher einem zu erlassenden Gesetze zum Grunde gclegtwerden könnte. Die weiteren Resultate der Arbeiten der Kommission müßten dazu erst

abgewartet werden. - Das Haus vertagte sich hieraus.

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Unterhaus. Siyung vom 5. Februar. Sogleich mit Eröffnung der Sitzung brachte,)??ord John Russell die Oregon- Frage in Anregung, worauf Sir R, Pe-el indeß keine andere Er- kiäi'ung abgab, als daß die britische Regilrung mit den Vereinigten Staaten in Unterhandlung getreten wäre, um die schwebenden Grän;- strcitigkeiten auf giitlichem Wege auözuglcichcn. Aus der Antwort, welche er Von der Regierung der Vereinigtcn Staaten crhaltrn habe, könne man auf eine solche Ausgleichung schließen, und es wäre bereits ein britischcr Minister mit ausgedehnter Vollmacht dicserhalb nach Washington abgegangen.

Unter dcn vielen Fragen, wcklche in der heutigen Sitzung an die chicrung gcrichtct wiirden, ist zuvörderst die des Herrn Vlewitt, ihres imperiincnten Charakters wegen, hervorzuheben. Das Mitglicd fragte dcn Premier-Ministcr, ob es wahr wäre, was man in der Stadt spräche, das; nämlich die Civilliste in eine Sch1ild Von RW,“!U) Pfd. sich gestürzt habe und das Unterhaus zur Deckung des Defixits aufgefordert Werden sollte. Sir R. Peel, dcr iibrigcns mit Miihe nur seinen Ernst bei einer solchen auleatscbcreicn gi'griindetenJi'age behaupten konnte, widersprach „diesem absnrden und lächcrlichen (53c- ri'iihte“ aufs bcstimmtestc. „Jedcrmann“, sagte dci" Minister, „dsr mn“ einigermaßen den Wkg kennt, welclie" Jdrc Majestät wäd- rcnd idrer Regierung vcrfolgt hat, mus; im Stande skin, dies (556- riicht Lügen zu strafen.“

Auf eine Frage des Herrn Hach erklärte der Schaßkanx- ler hiiisicht1ich der in Aussicht stehenden Mitch erormen im Post- Wkskn, daß die Regierung in diescr Session nicht die Absicht hab?, die Comit-Ü-Verathungc'n iiber die Postdci'dältniffe fortschn zu lassen, und das; es auf einem lccrcn durch Zcitnngen Verbrcitrtcn Grriicbtc beriibc', das; die Rt'qiciung gesonnen sei, die Ucbkrschiissc der Post- glsälll zu 11leth .")ie'formt'n im Posi-Dcpm'tkment ZU vrrwcndcn.

Ein? längen" leattc entspann sick [)icmuf iiber einen wichtigen Antrag des Hcrt'ii (Mndsionc, dcs Präsidlnten dcs Handcls-Jiollc- giumö, in Bc'trcff dcr Cinseizung cines Spkxial-Comitö's ziir Bagat- achtung dir nötdig ci'schciiicndin ?lbäiidcmngcn in dim vom Hause fcstgsstclltcn Ncglcmcnt, wklchcs auf alle ciilzudringendcn Eisenbahn- Bills ?anendung finde. Der Minister be'absiihiigt, dcn L))?ißbräuchcn dcr Eiscnbahit-Compagnickn diirch einc Besihränkimg ihrer zii Mono- pole sich gcstaltcndcn Privillgikii eiii ,;Zicl zu schu; «*r schlägt cine Einiiißigung dcr jetzt likpCt. des Kapitalwerths bctmgcndin Summevor, welchc don dcn Eisenbahn:Compagniccit *.*orEiiibkingnng jcdrrEisci1kmliti- Bill zn diponiren sind; ferner nichi'crc Bcstimnmngcn fiir die churmlich -“ kcir und Etlkichtcrimg dcs Publikums und die Beschränkung dci'Ron- kurienz mcdrcrcr Eisenbahnen. HerrWladstonc bcqiiiiidkt de'tiAntrag diirch dcn gcgenwärtigcn Gcldiibe'rflnß, wclihci m'uc Cise'nbadnkii ins La'bi'n Ulfs', so das; 00 Bills fiir die diesjährige Session angekündigt seien, welche die Mik!) Miles lange Stl'kcké von Eisenbahnen nin Mi) bis Mi; Mich Verlängern wiirden. Der Antrag wurde nach längerer Trbattc, die sich um die Frage, ob die zwukurrcnz unter den Eisenbahnen zu beschränken sei oder nicht, angenommen und die Einsetzung dcs Spezial-COmit-Ü's angeordnet.

Die Antwort der Königin auf die Adresse de's Hanses, welche in deiisclbkn ?liiödriickcn, wie die an das Oberhaus gerichtete, abge- faßt war, wurde von Lord Brace vorgelesen, worauf das Haus sich Vertagte.

-- Sitzung Vom 6. Februar. In der heutigcn Sißniig entspann sich eine längere Debatte iiber den wiederholten Antrag des radikalsn Mitglieds, Herrn Sharman Crawford, die Stcm'rii nicht eher zu bewilligkn, bis dcn Beschwerden dcs Volkes iibcr unzu- rcichcndc Vcrtrctiing im Parlamente abgeholfen sei. Der Antrag wnrde indcß mit 1:50 Stimmen gcgen 22 Vkl'lVOsfCU.

London, 7. Ft'bl'. Nach der dcm Unterhmisc vorgelegten a111tlichcn Mittheilung iibcr die Staats-Eititial)1iic imd Aiisgabc im Jahre 1591); bcträgt erstere 52.582,7417 Pfd. 11) Sh. “.' j ce. Ultd [Wicke 5!,l.“Z!),51-i Psd, 11 Sh. 55; PM„ dcr Uebersihus: also ],4-143302 Psd. ]»? Sl). Zz“ Pck. Unter den Einnahmen siguriit dic cbincsischc Kriegs:Cvittribution mit 1,315,209 Pfd., wogcgcn abet“ die Kosten ÖA“ chinesischen Expedition im Wriganahre mit-ilcx,()50Pfd. nnd die bezahlte Opinm-Cntsthädigung mit “&II-45,823 Pfd. bi'rt-ilmct sind, so das; das chinesische Konto ein?" Ausfall von „'Uli/ck70 Pfd. zeigt“, ein außerordentlichir Llusgabkpostcn ist außcrde'm 11011,» die Summe von 262,0“:7 Psd. znr Entschädigung der Ziihnbci' falsckwr SciMHkammcrsck)cini, so das;, wenn diese bsidcn Posten Von der Ein- nahme nicht abzuziehen wärcn, dicsclbe eincn Ucbcrschlis; von mehr als 2 Millionen Pfd. crgcbcn haben wiirde.

Vorge'silrn hat in dir dublincr Queens Bench O'Conncll scinr VerthcidigungsRcdc gehalten, welche von seinem Anhangs als eine der besten, die er jemals _qkspiochcn, gcschildert wird, im (Munde ge- nommen aber nur cim“ Wicdc'rdolnng sciiicr unzähligen bci dcn Vér- sammlungon gehaltenen chcal-Rcdcn ist. Der Agitator sprach Vor dlm überfüllten Hause, in dem sich auch einige Mitglicdcr dss Hof:- staats dcs LordLicutknaitts e*ingcfunden hatten, Von 14) Uhr Vor: mittags bis 5 Uhr Abcndö. Die Verhandlungen dcs Gerichts wnidi'n nach Beendigung der Rade bis ans dcn folgc-ndi'n Tag ansgcscizt, an WLlchl'M das Verhör dcr Cntlasfungö-chgcn scincn Anfang nch- mcn wird.

Nach Berichtcn ans Trapkzunt vom 31. Dyzcmbki' "bestätigt sich die Nachricht, das; Oberst-Licntcimiit Stoddart in Bucham noch am lecn ist. Er fiihrt als Renegat dcn *)?ainkn Abdc Scmct Chan und ist Bcfehlöhabcr cincs Forts. Ein jimgi'r Mnnn,_dcr ihm zum Si'[*1"t'taii* dient, ist nach der Beschrcibung Hauptmann Conolly,

(') London, 6. Febr. Zu allen (Ocsi'llschaftcu jvci'dcn die (Zthraidc-(Shcseye bcipioche'n, und --- sonderbar genug -- Peil's Cr- klärung fiir dricn Aufrichtimltung hat offenbar mehr Zwrifel iiber die Möglichkeit dkrsclbcn, ja, ich möchte sagM, Gcwißhrit von di'i'i'it rndlichem Sturze erregt, als vor der Parlaments-Vcrsmnmlimg gc- bcx'ssthk. Es ist nun einmal das Umgliiik dicses Staatönmmicd, das; Freunde und Feinde kein Vertrauen zu sciiicr Festigkeit haben. Aber ganz hiervvit adgrschcn, kann sick) keinci', der die Zeit und Uiiistäiidc betrachtet, einfallen lassen, das; ein so tief cingreifcndcs Monopol [*k- l)auptct werden könnte. Juzwischcn halten Giitsbcsiycr und Pächter Versammlung iibcr Vcrsmnmlimg, toben gegen die League, fck]11ähln das modernéPrinzip fiirHandclsft*cihcit, schmeicheln und ti'oycn eins ums andere den Ministern, ernennen Ausschüsse, schießen Gclder zusammen, ohne daß einer von ihnen recht zu sagen wiißtc, was aus all ihrcm Thun und Treiben Wkkdkn sollc. Der Morning Herald, wclcher sich aus Leibeskrästkn abarbeitct, dic Pké'lschk Verwaltung am Ruder zu erhalten, scheint der Meinung zu sein, daß wcnn diese Leute nur immerfort lärmcn und poltern und die League in all ihrcmTrciben überwachen, diese bald in nichts vcr- sinken müsse. Er geht so weit, daß er den Pächtern anrathet, cin genaurs Auge auf die benachbarten Städter, besonders die Wähler zu haben, und kcinem etwas zuverdiencn zu gcbcn, der ihren (der Päch- ter) Untergang suche, d. h. auf irgend eine Weise die Sache der League fördere.

Dieser Wink zeigt jedenfalis, daß es auf einen verzwcifelten Kampf abqeschen ist, und fiir die Menge der tief in Schulden ver- sunkenen Gutsherren ist es auch eine Verzweifelte Sache, es handelt

sich bei ihnen um ihre Existenz; da ein pcrmanentxr Fall dex GZ- traidepreise und folglich des Grundzinscs ihre Güter sogleié in andere Hände bringen würden, Auch findet man, daß iiur olihe Gutsherren sich auf die Seite der League stellkn, welchx tm fxeien Besiy ihrer Güter sind, und durch die Verminderung ihres Zinses nur wenig verlieren könnten, da auch ihre Ailsgaben durch den Fall aller Preise vermindert Werden würden.

Jm Parlammite isi fürs erste nur noch wenig angeregt wordeii, bksondeis da man sich bescheidct, mit den irländischen Angelegenheiten bis zum Schlusse des O'Connkllsihen Prozesses zu ivartkii. Lord Broug- hain hat es freilich gewagt, fiir die von der Regierung in eraiid eingesetztk Land-Kommission, die Warnung fallen zu lassen, daß saexa kein Cigcnthumsrccht derlcycn möge - was kaum von einer “**„s Gutsbesitzern bestehenden Kommission ;u bcfiirchtcn stand. Aber die Timex; ist dim cdlcn Lord dafiir stark zu Leibe gegan- gkn. Dabei macht sie auf eine Weise auf die Pflich- ten des Eigcuthiimö anfmeiksam, Welche die höchste Ach- tmig verdient. Es ist erfreulich, wenn Zournalißen die PkkßfM“ hcit benutzen, um auf solche Wcisc die höchste Sittlichkcit zu wahren und die Sükhe dcr ?lrmuth gcgrn dc'n Andrang dcs Gcich und der Hnbsiiiht zu vcrtlicidigcn. Wo es Mcnschcnlkbcn gilt, da miiffen alle aiirrien Ansprüche schweigen; und das; an dem Besiß oder Nicht- [bksitz cines Flcckchen Lauch in Irland häufig Blut klebt, ist ja welt- *ckamii,

Jm Untci'hansc hat man auf Antrag der Regierung einen Aus- schii“ zur Unikrsni'hung dks Eisenbahnwescns ernannt. Die hohen Preise, sowohl fiir Personen als Güter, welche die meisten Gesell- schaftcn angclcgt haben, und besonders die Einrichtungen, Wodurch die ärmeren Rlaffcn beinahe gänzlich verhindert werden, von den wichtigstcn Bahnen Gebrauch zu machen, haben zu Versuchen JUk KNiknrrcnzAnlaß gegcbkn, und 65 sind dermalen viele NachsUchungen um Erlaubnis; fiir die Anlegung neuer Bahnen neben den schon vo.»- lwndcncn vor dem Parlmnente. Der Hauptzweck des Ausschusses ist nun zu ermitteln, ob solche Konkurrcnx wiinschenswcrth sei, und ob nicht ohne dicsclbc alle Vortheile fiirsPnblikum erlangt werdeiikönn- ten, dicsicvei'spricht. --- Cine schr mipasscndeFrage, die Einer im Ui)- tcrhmisc that, l)atPe*chi'lcgciil)€it gcgcdcn, durch einpaar Worte em bciriibcndcs (Heriiidt niederziischlagen, das; die Civilliste nicht aus- reiche und Ihre Majostät bereits ticf in Schulden geratdcn sei.. Na- türlich hätte sich in dieser Zeit, wo so vicle Noth im Lande ist und die Nation noch dazu mit einvr m'ucn Struck beschrm'rt werden mußix, Uichtö Bedrnklillwrcs e'rkignkti könnkn, als Eine mme Geldfoidcrung fur die Krone. Wer aber mir einigermaßen die Lebensweise und kluge Mäßigung der Monarchin und Ihres erlauchten Gemahls beobachtxt hatte; konnte dem Gerücht keinen Glanbln bcimeffeii Was am nici- stiii zu bedauern, ist, daß solche Gerüchte d'on Leuten verdrertct werdcn, derm! Rang, Stand und politisches Glaubensbekenntmß sie zu Hiitern der Königlichen EHM machen sollte.

niederlande.

YR Aus dem Haag, („Febr. Die Regierung hat in ihrer Antwort auf die Benicikuugcii der Zweiten Kammer iiber das Gesey in Betreff cincr außerordentlichen Vermögenssteuer bewiesen, daß sie mehr als jemals wünscht, es möge zwischen den beidanewalten eine Vollkommknc Einigkeit herrschen, um dem traurigen Zustande, worin die Finanxcn sich seit ciiiigen Jahren befinden, ein Ende zu machen. Dis Dksizits haben sich so gehäuft, daß sie ernstlichc Besorgniffe für den öffc'ntlichcnßircdit nnd denHandcl cinflößcn; es muß diesen Täu- schnngcu cin Ziel gcscizr Werden, das hat die Kammcr so gllt einge- sehen wie die Regierung. Das Ministkrium bai, sogleich nachdem es di? Bkmcrkungen dcr Scctiomn empfangen, mit derModifizimmg des (“He'se'x4:Entwui-fs iibcr die anßerordrntlichcn Steuern sich bischäftigt; es bat den hauptsächliä)ftk;t Ei!lWÜ1“fé'1!, die man ihm gcmacht, nach- gt'gc'bcn, und man glaubt, dc'r Entwurf werde in seiner chigen Fas- snng anginoinme'it werds". Es ist ein großes Opfer, welches von den Bewohnern der Nicdkilande _qcfordcit wird, abc'r ck wird durch dir gedictki'isihcn Umstände“, in denk" wir uns bofinde'n, geboten, und jedrr gntdenkendc Biirgir m'k'c'iint mit der .“)ic'gicrimg und den Kam- inki'n, das; man dln Staat dnrch aiißcrordctitlichc Mittel retten muß. Dirsc Stcucr wird iibrigens mir einmal und in mchrcrcn Terminen erho- ben ivcrdcit,iii1d das (Blt'ichgcwiiht zwisckcn dmr Einkünften und Liusgabcn drs Batorlandeö wiederherstellen. Tic Ausfiihrung dcs Gkseyes wird allci'dings sibwim'ig skin, «(W mit gutem Willen und (Hercchtigkcit wird mmi auch damit zu Stande koxnmrn und zwar um so mehr, da man Versichert, das: die chicrung aus dem ursprünglichen Gesetz- Eiitwurfc ?llch Willkiii'lichcr iind annisitorische entfernt hat. Es ist «M Bkrufmig cm die: alte Rcklichkcit, an die Großmuth, an das (Hiwisscii des alten Nicdci'laiids._ Man mgß hoffen, daß decr die Strenge seiner Pflichtcn be'grcikcu nnd die NothWendigkeit fühlen wird, einem Lande zur Hiilfe zu kommen, deffen Annalen so schöne und edle ,Ziigk von Hingebnng aufzuweisen haben.

Die 31vcitc Kammer eröffnet heut die Diskussion des GeseH-Ent- Wiirfs zur Deckung der Dcfizits don 15240 und früheren Jahren; so- dann folgcn die (55i*scß-Entwiiife iiber die Rückstände von 184], “[R-42

nnd “181.9. Von dcm Auögange dicser Debatten hiingt das Schick- sal der Niederlande ab.

TchricdcnSrichtcr im Haag hat die Siegel von den Möbeln,Pa- picken 2c. dkö Verstorbenen Königs abgenommen, und man wird nun Unstrcitig bald die Vkrmächtnisse desselben kennen lernen.

Die chicrimg hat der Zivi'itcn Kammer cine Dcnkschrift iiber die Reguliinnq eincr E11tschädignng fiir den Verlust der Domainen dlö Prinzen Friedrich dsr Nikdci'lande übersandt. Hiernach ist der König derNicdirlandc dchcinnng, daß man nachRccht und Billigkeit kcincrlki Opfcr von dem Königlichen Hanswsordcrn könne. Diese Meinung griindct sick) darauf, das; die? Vereinigung des Großherzog- timms Luxemburg als Provinz niit den Niederlanden, nicht die Folge einer Anordnung mit drm niederländischen St_aate War, sondern, daß sic in den Bcstinmmngcn dcs wiener Rdngresycs und in dem Arran- gmiirnt, Welches dcr Souvrrain, gemäß dcn Wünschen des Prinzen Ji'icdrick), tiaf, ihren Ursprung [m_ttc'. Am “32. April 1I15 war bestimmt worden, das; das Großhkrzogthnm, ungeachtet seiner Vkrliältnisse 311 Deutschland, als ein iiitcgrircndcr Theil des König, reichs dktmchtct werden solle. Tas Jundamental-Gcseß von-1815 be- stätigt diese Bestimmung, also laiigk vorher, ehe von dem Gesehe vom 25. Mai [73.16 die Rede Wai“, nnd die Vereinigung würde auch ohne dies (Heseiz stattgefunden haben. Die Vereinigung Luxemburgs war daher nicht die Folge eines Kontrakts zwischen dem Königlichen Hause und dcm Staate, nnd dcr Antrag auf eine Entschädigimg er- scheint völlig gerecht. Die Denkschrift gkht iu Einzelnheitcn ein, um wo möglich jedes widerstreitendc Interesse zwischen dem Könige und dem Staate aus dem Wege zu räumen, und schließt mit dem Wunsche Sr. Majestät, daß die Liquidiiung zwischen dem Staate und dxm Großherzogthum vor sich gehen möge. _

S p a n 1 e n.

S Madrid, 1. Febr. Die Regierung hat in vergan ener

Nacht die Nachricht erhalten, daß am 28|en in Alicante ein uf-

stand ausbrach. Dieser scheint ziemlich ernster Natur zu sein.“ Die Regierung macht zwar nur bekannt, der dortige General-Kommandant,

der Gefe politico und der Chef eines Provmzial-Regi'menw dämo-