1844 / 48 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

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' - an Ort und Stelle kommitiiri hai, um von "'m-GZ:“: ZTML'Atl-efkrti ung Ueberzeygirng zu nehmen und we cu dem “ti ung etwaniqer ängel die nöthtgen Aenderungen zu ire en. Leser 3 g Zußimmung der iibrigen Vereinsstaaten nicht zu

Daß die oh" !* menser ' - dlun des Waarendurchgangesarrf er am_ YFXMnda-ch beirBYTTZeln ktxes Begleitschein-chulatws manntJJfache

-- * ! brin en werde, ist hier nicht nur vorausgc xhsn, BeÖaEIFXnv'ZUUssYeseßtgwordcn, und es hatte fich wahrscheinlich son ?Tn dieser Bézilhunq- wie in so vielerr anderen, em derzr-Znteresse all:“ Theile mehr entsprechender Zustand mr Wege grgensertrgxrr Zu- aeständnissks “zielen lassen, wenn m.]nxcnseris denbtllrgstxn „Wunschjen Braunschweigs Gehör gegcbcn und 'ich nur etwas Willfahrig gezeigt

hätte.

Freie Städte. Hamburg, 14. Febr. (B. H.) Durch den gestern neuerdings eingetrctcncn Frost wirrde drese'Nacht abcr- mals so viel junges Eis erzeugt, das; man die Elbe diesen Morgen in ihrer ganzen Breite davon bcdcckt sand. Judeß sehte das Dampf- schiff Kronprinz von «L*aYrrbvcr““ senic Fahrten nach quburg-fort. Die anderen beiden Dampsjchrffc Printus“ nnd „Phbnrx“ können wegcnbis auf dknGrund angchäuficn Eises die Helgcn nicht erassen.

Frankreich.

Pairs-Kammer. Siynng vom 10. Februar. Diese Siyung, so wie die vorhergegangcne, wurde mit Diskussion des Ge- scH-Entwurfs iibcr di“: Juhrwerks-Polizet ausgefüllt. Das Amcnde- ment des Fürsten von der Moskwa zum ersten Paragraphen, welches im Interesse der Pferdezucht das in dem Entwurf angeseyte Minimum drr Breite dcrjRadschiencn von allem Fuhrrverk auf den König- lichenodcr Dkparternental:-Straßen, nämlich 7 Ccntimi-trcs bei zwcirädri: gern und 6 CrntimT-trcs bci vierrädrigem als Maximum angenommen wis- sen wollte, war in der gestrigen Sißung verworfen worden. Zu Gunsten der Kadallerie-Rcmonte und der Pferdezucht sprachen bci diejer Gc- lcgenheit vorzüglich der Fürst von der Moskwa, der Graf Darn und der Herzo von Harcourt. Dcr Lcßtere sagte unter Anderem:

„Es i leider nur zu notorisch, daß wir uns, was leichte Pfcrde-Raccn betrifft, Weit hinter dem Auslande znriick befinden und uns stets von dort rekrutircn müssen, Wenn ich von leichten Pferden spreche, so verstehe ich darunter nicht Luxuspferde, um damit im Gehölz von Boulogne zukpara- diren, sondern solche Pferde, die zur Nemonte für die leichteKavallerrc und u dcm oßertdienst, wie er heutzutage verlangt wird, cndlich zur Ncrrrorrtc Für die chrheit unserer reitenden Bevölkerung geeignet find. Als wir rm Jahre 1840 Kriegsbesorgnisse hegtcn, mußten wir 20,000 Pferde ,in: 5Yus- lande reqniriren, welches sie uns aber damals verweigerte. Uird Sie wissen, daß unsere Reiter ihre Pferde sich aus Deutschland und England holrn miiffen. In Deutschland eignen fich alle Ackerbaupferde fiir den Kavallerie- diensi, und wenn man Pfcrde fiir die Rcmontc bedarf, findet man dercn irn Ueberfluß, so daß man noch welche ausführen kann. Von heute bis morgen kann man dort, wenn es gilt, 20,000Pscrde fiir die Ncmonte bekom- men. Eben so ist es in Rußland; aller Dienst wird dort mit leichten Pferden

ethan, man hat daher auch Uebcrfiuß daran; hiermit wcrden jeneKosaken-

Schwärme remontirt, weiche die Spitze der Armee bilden und die in den lestcn Kriegen so große Dienste leisteten. Wir werden in unsere Pferdezucht kei- nen Aufschwung bringen, wenn wir nicht den TranSport roßer Lasten auf den Landstraßen hindern und die Auwmdung lcichtcr P erde bc iinstigen; denn unter dcn jetzigen Umständen ist es eine weitbeffere Spcculatron, Zug- pferde auszuziehen, als Sattclpferdc. Wenn Sie die Zucht leichter Raccn fördern, werden Sie dem Lande auch ritterlichen Gewohnheiten einfiößen, was keineswe es eine gleichgültige Sache ist. Die Reitertugcnden der Na- tionen smd ot das Heil der Reiche gewesen. Die einzigen Völker, welche einst den Römern zu widerstehen vermochten, waren diejeniJerr, welche deri Vortheil ciner ausgebildeten Reiterei hatten. "Zn nerierchx crt war es dre un arische Reiterei, welche das wankendr Gluck Maria „ihcrcßa's aufrecht erhielt, und wären die Arabcr nicht so tircht:g zu Pferde, so wurden Sie sie längst fich untrrworscn haben.“ _

Der Minister der öffentlichen Arbeiten erklarie sich ge- aen das Amendcment, weil es zu ausschließlich sei und Alles der Verbesserung der Pferdezucht anfopscrc. Man müsse aber drercrlcr bei dem vorliegenden Geseß-Entwurf vor Augen haben: Dre Er- haltung der Landstraßen, die Wohlfeilheit des Transports und das Interesse der Pferdezucht; keiner dieser dreiZwecke diirfe den anderen nachgeseßt werden. Der jeßige Gescsznirdurf sci besser als alle friiheren über diesen Gegenstand; es set dabei zrrvörderst die Absicht, ein richtiges Verhältniß zwischen der Last und der Breite der Fel en herzustellen, dann den Gebrauch des zwcirädrigen Juhchrks zu c- schränken, weil dieses die Straßen mehr beschädrge als das vierrädrigc, und, aus gleichemGrunbe,zur Anwendung breiter Felgen, statt der schma-

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len, aufzumuniern. Graf Datu schlug nun als Amendement vor, das Minimum der Radschienen-Breitc nur auf 6, statt auf 7 CentimZ-tres feßzuseßen und als Maximum 17 Centimdtres anzunehmen; ferner wollte er den jeßigen Unterschied zwischen einem Sommer- und Win- ter-Tarif beibehalten wissen. Diese beidenTheile seines Amendemenis wurden nach längeren Debatten heute von der Kammer genehmigt, ein dritter Vorschlaq aber, der sich auf die Last der Transporte zur Achsee bezog, der Kommission zur Priifung überwiesen.

Deputirten-Kammer. Sißnng vom 10, Februar. Der Geseß-Entwurf iiber die Jagbpolizei, mit welchem die Kammer sich in ihrer gestrigen und heurigen Sivrni beschäftigte, ist eine Maß- regcl, welche das Ministerium im ZntcreFe der öffentlichen Ordnung und Sicherheit vorschlagen zu müssen glaubik. Vor 1790 war das Zagdrccht ein durch strenge Gcscize geschütztes Privileginm der Guts- herren. Dic konstituirende Versammlung hob dieses Privilegium aus und machte daraus cin gemeinsamcs Recht. Aber die Bcsiimnmngcn iibcr die Ausübung dieses Rechts und die auf seinen Mißbrauch gc- stcllten Strafen, wie das noch geltende Zagdgcses von 1790 sie ent- hält, sind der Regierung jeyt als unzulänglich und illusorisch erschienen. Das Kaiserliche “Dekret von 13210 in Bczug auf die Erlaubniß dcs Waffentragcns hat sich ami) nicht auIrcichend erwiesen, um die Wild- dit'berci zu unterdrücken. Zu den letzten Zeiten hat dies GeWcrbe in nichrcreri Gegenden und besonders in den Umgebungen von Paris so beunruhigende Fortschritte gemacht, daß es völlig in Straßenräuberei ausgqarict ist, Eine im vorigen Jahre an die Kammern gcrichtctc Petition cnthiclt erschreckcnde Tktails über diese nächtlichen Marau- deurs„ Diese bedenklichen Unordmmgcn sollen durch das der Kammer vorgelegte Geskß untcrdriickt wcrden, (Fs verbcffert, crwciikrt, ver“; vollsiändigt und verstärkt die Bestimmungen der bcstchcudrn Gescyc. Die Erhaltung des Wildprrts und der Aerndtcn zu sichern, wirr das Hauptziel, nielchrs sich das Gescy Von 1790 gcsicckt batte. Es Verbot daher dic Jagd in der Jahreszeit, wo das Jrld mit seinen Friichten bcdcckt ist und wo das Wildprct 'ich vermehrt. Dcr jcyigc Gescy-Entwurf gebt bon demselben GrundZaß aus und gestat- tet nur zu Gunsten des Gutsbcfiycrs, der auf seinem abgeschloffcncn, zu einer Wohnung gehörenden Gcbictc “agi odcr jagen läßt, eine Ausnahme. Aber der GescH-Entwurf bcéchränkt sich nicht darauf, zu crklärcn, daß Niemand ja cn diirfc, so lange die Jagd nicht eröffnet ist. Nach Ausstellung die?“; Prinzips zieht cr daraus cine in drm Gescy von 1790 nicht vorhandene Folgerung: ei“ untersagt zugleich jeden Verkauf von Wildbret fiir die Zeit des Zagdvrrbots. Ein zweiter Wesentlicher Unterschikd dcs gr cnwärti cn Entwurfs von dem Gcslß des Jahres [790 ist dcr, das; die Zrlanbniigz drs Waffcntragcns zu Zwecken der Jagd und die Jagd-Erlaubnis; ciner strengeren Kontrolc unter- worfen worden ist; jedoch ohne dicse Erlaubnis; Von solchen Bedin- gungen abhängig zu machi'n, dic sie als eine BcVorzugunq dcr Rei- chen könnten erscheinen laffcn. Dcr“ Präfekt soll iibcr die Gewährung der Erlaubnis; zu cntschciden habcn, und von seiner Entscheidung kann an das Ministerium rckurrirt rvcrdcn. Nur auf das Gutachten dcs Maire und des Untcr-Präfckten nnd gegcn Zahlung von 15 bis “.).-“; Jr., wovon 10 Fr. den Gemeinden zufallen sollen, um sie fiir die Vollziehung des Geseyes zu interrssircn, soll eine Jagd-Liccnz ertheili Werden, die dann aber fiir das ganze Königreich gilt. Fer- ner erkennt der (Heseß-EntWUrf nur zwei Arten von Jagden an, die Jagd mit der Flinte nnd die Jagd mitHundcn; alle andere Arten von Jagden sdllcn ausgeschlossen und förmlich verboten sein, mitAusnabmeder üblichen Kaninchenjagd. Auch das Ja en bei Nacht soll nicht stattfinden dür- fen. Mancherlei andere BeZimmungen, die für die verschiedenen Ocrtlichkeiten verschiedene Vorschriften erhcischen, sind dem Ermessen der Präfekicn iibcrlasscnx Endlich sicllt der GescH-Entivurf cine Skala von Strafen fürdie Jagdfrcvcl auf, während das Gesetz von 1798 dafiir nur eine geringe Geldstrafe hat und Weder Minimum, noch Maximum kennt. .Die Geldstrafen sollen unter die Gcrncindcn und Ja dhüter verthcilt Werden. Auch wird der Jagdfrcvel in dem Gesch- ntwurf als ein Frch'l ngcn die öffentliche Ordnung bezeich- net und hiermit das öffentliche kinisicrium zu gerichtlicher Verfol- gung desselben autorisirt, was bisher nicht der Fall war. Dieser Entwurf hat in der Kammer gestern und heute sehr heftige Op- position gefunden. Die Herren Maurat-Ballange, Dar- naud, Richond dcs Brus und andere Mitglieder der linken Seite sprachen mit Leidcnsckrastlichkcit bagrgc'n und wollten darin eine Reaction erblicken, Welche Frankrrich zur Jeudalzcii zurückführen solle. „Haben wir denn“, sagte der Erstere, „die Revolution von 1830

darum gemacht, um wieder in die aristokratischen Jrrthümer der Re- stauration zu verfallen.“ Die Haupt-Einwendungen egen ben Ent- wurf sind das Verbot des Wildpret-Verkaufs zur Zeit des Jagd- Vcrbots, die Zagd-Licenzen und besonders die den Präfekten dabei eingeräumte discretionaire Gewalt, so wie die Verschärfung drr“ Straf-Beßimmungen. Der Großsiegelbewahrer über- nahm es heute, die Vorschläge der Regierung zu rechtfer- tigen, Versprach jedoch, in einzelnen Punkten auf Modificationcn ein- zugehen. Die Opposition bemühte sich zwar sehr, die Verwerfung des Gesetzes ohne alle nähere Diskussion zu bewirken, aber sie drang nicht durch, die Kammer beschloß mit bedeutender Majorität, zur Erörterung der einzelnen Artikel iibcrzugehen, Der erste Artikel, welcher bestimmt, daß Nicmand vor Eröffnung der Jagdzeit und nie ohne einen von der kompcienten Behörde ausgefertigten Erlaubniß- schein, auf dem Gebict eines Anderen abcr nicht ohne dessen Ein- willigung soll jagen diirfen, wurde auch noch, mit Beseitigung aller Amcndements, in diescr Sitzung angenommen.

Paris, 11. Febr. Die Büreaus dcr Dcputirten-Kammer ha- ben gestern die Priifung des Budgets für 1845 bccndigi. Auch ha- ben bereits alle', mit Ausnahme des crsken, ihre Commissairc ernannt, und es sind im Ganzen 1:3 diescr Wahlen auf Konservative Und nur 8 auf OppositioW-Mitgliedcr gefallen.

Vorgestern fand in drn Tuilerieen eine Konferenz zwischen dem Könige der Franzosen, der Königin Christine und dem englischen Botschafter, Lord Cowlcy, statt. Heute war es schr lebhaft im spa- nischcn Votschastshotrl und im Ministerium dm“ mtsrvärtigcn Angr- lcgcnhcitcn. Cs Vcr'brcitctc sich das Gerücht, die Jnsurrcciion in Spanien habe in mehreren Städtcn dcs Siidcns schr ernste Jort- schrittc gemacht; Olozaga soll aus Portugal gekommen sein und sich an dirSpiyc dcr Aufriihrer gesicllt haben. Es hält übrigens schwer, etwas Genaues iibcr dcn Stand der Dinge ZU Madrid und in den spanischen Provinzcn zu erfahren; Gonzalez Bravo hält alle Korre- spondcnzcn zuriick, dicihmnachthcilig sind, und die französische Rt'qic- rang läßt die ihr zukommenden Dcpcsihcn nnr thcilwcisc vi'röffént-

lichkn,

111 Paris, 11,Jebr. Der Juftiz-Minister hat in der gestrigen Siyrmg dcr Deputirten-Kamnrcr erklärt, daß die Regierung alle Amcndemcnis annimmt, rvclche die mit der Priifung des Zagbgescß- Entwurfes bcaustragtc Kommission berc utirtcn-Kammcr, an dicskm GcscH-Entwurfe vorzunehmen für gut chTtnben hat. Die Erklärung des Jrrsiiz-Minisicrs wird zur Folge haben, daß der fragliche Géscy- Entwurf einer abernmligcnDiskussion dcr Pairs-Kmnmcr wird untcr- wvrfcn werdcn miiffcn. Obwohl das projektirte Zagdgescß mehr als wahrscheinlich in der Link]: odcr anderen Kammer zucht verworfen Werden wird, so verdienen dock) einige Bestimmungen desselben beson- ders hcrborgehobcn zu wcrden, weil sie darthnn, daß sowobl das Cigcnthumsrcchi als die politische Freiheit in unseren Tagen in Frank- reich weit mehr geachtet worden, als in friiheren Zeiten.

Nach dem neuen Zagdgeseyc darf Niemand auf fremdem Grund und Boden jagen, ohne vorläufig sich dazu die förmliche Erlaubniß vom Grundherrn bcrschafft zu haben, Bis zur" Stunde bckiimmcrte sich der Fiskus gar nicht darum, ob derjenige, welcher eine Jagd- Liccnz begehrte, auch zugleich die nöthige Erlaubnis; von irgend einem Grnnd-Eigcnthiirnkr erhalten hatte, um Von der Zagd-Licenz Ge- brauch machen zu können. Früher stand es dcm Grund-Eiqenihiimer frei, wenn er einen Jäger ohne Erlaubniß auf seinem Grund und Boden ertappte, ihn arretircn zu lassen und zum Schadenersaye cm- zuhaltc'n. Aber da hieriiber kcine bestimmten peinlichen GescH-Vor- schriften bestehen, so ging der Grund-Eigcntbiimer meistens leer aus, Wenn er nicht die kostspielige Form der Civil-Prozcdur einschlagen wollte. Gewöhnlich begnügte sich der Grund-Cigeuthümet, wenn er stärker“ als der Jäger wirr, dikskm seine Flinte abzunehmen; Wo nicht, so entging der Jäger der. Strafe und mißbandelie sogar noch biswei- len dcn Grund-Eigcnihiimcr. Daraus die Nothivendigkeit, durch cine peinliche Sanction das Eigenthums-Recht zu schiiyen und zu sichern, wie es das neue Jagdgesey thut, indem es die unbefugte Jagd als ein Vergehen betrachtet, worauf nach Ari.463 des Straf- geseycs, Gcfängnißstrafe und Geldbuße anzuwenden sein wird.

Zu Betreff dci“ politischen Freiheit enthält das ncue Gcseß eine noch wichtigere Konzession, Durch das Dekret vom 4. Mai 1812 wurde das Tragen dchaffen ohne besondere obrigkeitliche Erlaubnis; Jedermann untersagt. Darum mußte jcdcr, welcher eine Jagd-Licenz

das Mögliche, um dem Vcrschmißtcn, Selbstsiichtigen, ja Verworfenen eine Seite abzulächrln, ivo wir ihm auf danrnnd sehen können, ohne daß wir cr|ckurch rothe Haare und griingelbe Geschick darauf hingewiescn werden. Seine Lcistun sprach sehr an. Auch Mad. Birch-Pfeiffer als adel- nnd geld cbläßte Baronin hatte schöne Momente, namentlich in dcr Scene, als das erz der Frau den Sieg über ihre Ranciincn und Vorurthcile da- vontrug und sie die Waisen an dasselbe zog; im Ganzen aber merkt man ihr ziemlich dcuilich an, daß se in dcmRollensacb, das fie cht spielt, noch Neuling ist, in der Charge zu viel thut und sich durchgängig übcrhasici. Noch wollen wir der Mad. Valentini als Babette mit Lob gedenken und mit der Erwähnung, daß am Schlusse„Alle“ gerufen wurden, schlirßcn.

Göt e's cinaktiges Schauspiel „Die Geschwister“ eröffnete dcn Abend, ei der geringen Verwickelung der Handlung kann daffelbe jeßt nur noch für diejenigen Zuschauer Bedeutung haben, denen bekannt ist, wclchcn Tendenzen Göthe entgegcnarbcitete, als er einen weiblichet1Charaktcr, wie den der Mariam, aufstellte, und die um das Srelen-Verhältniß des Dichters xu sciner eigenen Schwester wissen. Alles is? in diesem Stiick so sehr individuaiisirt, daß es jest noch schwcrlich ein anderes als literaturge- schichtliches Interesse erweckt, wassich aucb dieEmal zeigte, wo das Publikum es, kalt hinnahm, trotzdem, daß Dlle. Stich uns die Mariane mit allen semkkm Tinten der weiblichen Natürlichkeit zeichnete und auch Herr Grna ken Wilhelm in richtigen Sphären hielt. - u.

Königsstädtisches Theater. Sgr. Moriani.

Am 14th d. trat Moriani wiederum als Edgardo in „Lucia ki Lam- mxlmoork auf. Was derselbe in diescr Partie leistet, haben wir bereits fruher ruhmcnd anerkannt. Das Publikum hatte sich sehr zahlreich einge- [uudc-n und spendete dem Sänger, der den Nei? der frischen Jugend auch 111 ferne Manneéxahre hinübcrzunagen wußte, a le nur möglichen Ehrenbe- zkugungm- Det Gasigeber nabm sein ganzes Ich usammcn, um die ihm

ewordene Anerkennung zu rechtfertigen. Am Sch bewahrheitete er die ekmerkun . die man,bei seinem Gastspiel in Dresden gemacht, daß UKLQW ek (der, beiläufig gesa t, die ihm von Berlin aus pcmachtcn M.,„YW'F Ukchk„angenornmcn Jaden soll) am schönsten zu eben und

'" Wonskm zu sierben wisse. Das Publikum wird übrigens

mit usri d . , bak, "nd:*KUEIF'MUQKYÉMFFVM" sem Gasispiel noch mcht beendet

_e._.

G Eröffnurrg bon kroll's Wintergarten. estern waren 317“ wei wir bereits in diesen Blät-

tern gedachten, dem Publik: net. Di J A sdminfunß det Säle, vor B ;;:er .Der" :tisoér, "111“: maar“?-

tm dm lieblichßm Eindru , eo Publikum hatte fich ver-

sammelt, um sich dcr dargeboikncn Gcnüffc zu erfreuen. Zur Feier des Tages hatte der Dirigent des Orchesters, ker Königliche Kammcr-Musikcr Herr W. Gährich ein Konzert zusammengestellt. Dasselbe bkgann mit einer eigends zu diesmt Tage von dem Dirigenten sehr wirkrtngsrcich kom- ponirtcn FestOnvcriiirc, Olmc iiber die einzclncn Nummern, die übrigens aus Werkcn brderttendcr Meister bestanden, brsondcrs zu berichten, glanbm wir bemerken zu müssen, daß Solosiiicke, und werden fie noch so vollkom- men vorgetragen, hier zur Unterhaltun winigcr geeignet sein diirften, und daß man nur darauf bcdacbt sein mirß'e, in kiejcn großen Räumlichkcitcn stark insirumrntirtc, cffckirrichc Mufiksiiicke znr Ausführung zu bringen. - Bei einem Lokale, welches ausschließlich zur Crbolnn und Bclustigung dcs Pnblikums dienen soll, darf man nicht unbcmerkt saßen, daß die Arrange- ments der Buffets und dchondiiorc-i überaus zierlich und anlockcnd waren, und nur binfichtlicb der Bedienung eine größere Aufmerksamkeit zu wünschen gewesen wäre. Billig muß man bedcnkcn, daß aller Anfang schwer isi, und schon bei der nächsten Festlichkeit wohl ein gcordncterer Geschäftsgang cin- trcten wird. Zu den unteren Räumen _ drm Tunnel, _- der Übrigens noch nieht ganz fertig isi und offenbar noch stine Ausschmückung erwartet, - war die Bedienung Weit exakter und in jcdrr Ve ichung zufricdcnsthcnd. - Eine totalc Reform bcdiirfen abcr die Garderoben, die wegen des be- schränkten Raumes und der mangelhaften Bedienung zur größten Belästi- gung des Publikums gereichen. Der Wirrwarr, der hier herrschte, isi unbe- schreiblich; nach stundenlangem Warten konnte man weder das eine, noch das andere Kleidungsstück erringen, und viele Personen waren genöthigt -- Referent gehört selbst dazu - ohne Hut und Mantel den Weg nach Hause anzutreten. Und diese Abhiilfc muß schnell getroffen werden, damit bei dem bevorstehenden Maskenball und dem Sonntags-Konzcrte ähnliche Auftritte fich nicht wiederholen. Gewiß wird der umfichtige Besser dicses Etablisse- ments hierfür in seincm eigenen Interesse Sorge tragen.

Zur Literatur der Kulturgeschichte.

Allgemeine Kulturgeschichte der Menschheit, vonGusiav Klemm. Nach den besten Quellen bearbeitet und mit xylo- graphischen Abbildungen der verschiedenen NationalePhysioguo- mieen, Geräthe, Waffen, Trachten, „Kunstproduktc u. s. w. versehen. Leipzig, bei Teubner 1843.

Von diesem, laut drr, aus Dresden datirtcn Vorrede aus acht Bände berechneten Werke liegen zwei, die eben im Druck vollendet smd, vor uns »- nicht so sehr das Ergebnis; neuer Forschungen und rcorganifircnder Ansch- ten, als das Resultat des Fleißes in wohlgeordncier Zusammcnßellung fremder Anschauungxn und Erfahrungen, an die jedoch Uichk selten d" Maßsiab ei ener Priifung gelegt wird. _Das Ganze bildet eine nicht min- der lehrrei : als fur alle Stände faßlache, und dennoch von Anfang bis zu Ende vom zvlssenschaftlichm GesichtsMnkte nus aufgenommene Datßel- lung der allmaligen Entwickelung der enschbeit als eines Individuums. Der Standpunkt, den der Verfasser slch ersucht hat, ist weder der polmskb?

dcr Menschheit in ihrem Verhältnisse zum Staate, noch der literarische, dcr artistische, dcr antiquarische, der chcrbliche, sondern sein Versuch ging dahin, die allmäligc Entwiäclung der Menschheit von den rohestcn, an die schwächste Kindheit, ja an das thierische Wesen gränzendcn Uranfängen bis zu deren Gliederung in organische Volkskörpcr nach allen ihren Rich- tungen, also in Bezug auf Sitten, Kenntnisse und Fertigkeiten, häusliches und öffentliches Leben in Frieden und Krieg, Religion, Wissen und Kunst, nnicr den von Klima und Lage von der Vorsehung dargebotenen Verhält- nissen zu erforschen und nachzuwrisen. Cr betrachtet die Menschheit als ein Individuum, dessen Körper ebm so gchcinmißvollc Uransänge hat, wie der dcs einzelnen Menschen, der cbcn so, wie dieser, seine Kindhcit, scinc Jugend, scin männliches Alter hat“, der da wächst und zunimmt und Träger geistiger Neigungen, geistigcr Keime und Kräfte isi, welche zur Entwickelung, zur Bliithe und Frucht bestimmt find, dcr abcr altrrnd sich immer wieder crncncn wird, bis die Absicht erfüllt und crreichtist, welche die höchste Macht bci desen Erschaffung hatte. Es ist dir. objektive Ansicht der Menschheit auf den verschiedenen, allmälig auf einander folgenden Stufen der Ent- wickclung oder ihres Lebens _ so weit wir dasselbe vor- und rückwärts zu verfolgen im Stande find. ,

Klemm bat fick) also zwischen der politischen Richtung der Geschichte ""d Wischcu der philosophischen einen Mittelweg gcsncht, erkenntjedoch nach Gcbiihr und Verdienst an, Was Andere, die divergircnbe Bahnen aussucht“!- zur Aufhellung dcr Kulturgeschichte geleistet; so nennt er Heercn's „Zveen ztxx Phiwsophic der Gcschichte der Menschheit““, welche die lcytere im Ver.- haxkniß zur Vorsehung darstellen und fich auf Betrachtun der Natur.; dss K|J111a'S, drr Landesbcschaffenhcit, den Unterschied der atintcn grunden, „kme der schönsten Früchte des philosophischen Jahrhund'kts; t b

Aus den beiden ersten Bänden läßt sich zwar noch„mch Ych a sehen, wie“ dcr Verfasser es zu cinemllcbcrblick dcs gxschickktlöcheind ""MS/„ d'?" die Kultur der Menschheit genommen hat, brmsk" ",'“ e, " **"), b's '" denselben zum Theil Resultate schildert, ohne der Mrttcl 3" "WWW, wo- durch es dem Forschungs- odcr Unter't1t'ht1'UZ'gsSriste (Yllungcn '|/ zu “"c" Resultaten zu gelangen: da wir es aber nur eme"! Fehlt?" 3" ck"" ha“ ben, der dichgenstände seincr Yk"achkuns.,lsch“xs 'i"?! "!Skzgrfaßt und seh in den zu ihrer Ergxündung bcnothigtcn HU fEMittc n Mit Liebe rind Eifer umgeschen hat so diirfkn Wik wohl erwarterr, daß uns “"ck "UMP des von ihm hesojßtcn Plants, der er entlich em Bauen von Oben herab siatt „on Umm heraus ist, diejeni ey " kge erhellen wcrde, wem.): die V„o'ficb' gewählt hat, um die Mr_nsch ert von Stufe zu Stufe emer immer hoheren Entwickelun entseßtansübM, , , „,

Na ener gro eren Einleitung,“ worm Kimani seine Anßchten uber die Anfänge der Gesch! te und dieverschrcdencn Richinngen, welchc dieselbe nach und nach eingeschlqgkn- "„ledtklkgk- geh! rr, ,in-einer Schildcrun der Erde über und nimmt dieselbe insofern ausfuhrlich in Betracht, als edie Heimat und Wohnung des Menschen lind drr Schauplnv seiner Geschichte isi. Er beschreibt sodann die'sprodykte der Erde, die Thicrwelt, und sodann den Menschen- Dle vtkschltdrqcn Eigenschaften, Neigungen und Kräfte des einéelnen Menschen werden naher brleuchtet, noch bevor derselbe in sei- ner Ge ammthert als Volk, als Staat, als Menschheit aufgefaßt wird.

begehrte, zu leich ck ausweisen, daß er von der Polizei-Behörbe ]e

ermi5 (12: posk't ci'armez erhalten hatte. Das neue Gesch fchafft die Nothwendigkeit des permix tit: port (l'arines ab, tn- dem es ausdrücklich erklärt, daß jeder französische Bürger das Recht habe, erlaubte Waffen zu besitzen und davon auch Gebrauch zu machen. Dieses wichtige Zugeständniß ist bisher, ich begreife gar nicht warum, von der französischen Presse kaum berührt worden; es enthält eine ausdrückliche Abschaffung des Dekrets vom 4. Mai “1812, welches die Kaiserl, Regierung so sehr vcrhaßt gemacht hatte und nichtsdcsiowe- niger von den späteren Regierungen, wenn nicht eben strenge ange- wcnde't, doch bis auf heute nicht abgeschafft worden War. Diese kur- zen Andeutungen werden Ihnen zeigen, daß das neue projektirte Zagdgcsch im Grunde wirklich mehrere heilsame Bestimmungen ent- hält-und jedenfalls eine niiyliche Reform drr heutigen Zagdgcskße begründet, wie es der Justiz-Miuisier in dcr Deputirtcu-Kammcr gestern behauptete.

Aber woher kommt der hartnäckige Widerstand, um nicht zu sa- gen offene Haß, der Dcputirten-Kammer gegen den neuen Jagdgeseß- CUtWka? Einzig und allein daher, weil die Pairs-Kammer durch mehrere Aenderungen, die sie in den ursprünglichen GesetJ-Cntwurf der Regierung einführte, cinen gchässigen Unterschicd zwischen dem “'ich?" großen Grund-Eigcnthiimcr und dem gewöhnlichen Grundbe- sißkk machte. Die Deputrrtcn-Kammer scheint nun in dicsem Untkr- schikdc eine Rückkehr zu den Traditionen und Gebräuchen dcs Feuda- 1ismus§usuchem so daß ein Deputirter vorgestern sich es nicht nehmen ließ, artszurusen: „Ihr möchtet zu Gunsten der heutigen Finanz- hcrren die Vorrrchtc des alten Adels aufleben lassen!“ Während z. B. der kleine Grundbesißer auf seinem eigenen Grunde nur wäh- rend der Epoche, wo die Jagd gesetzlich erlaubt ist, jagen darf, ist es dem reichen Schloßherrn vergönnt, das ganze Jahr hin- durch nach Willkür Jagden anzustellen. Während der Verkauf des Wildprets zu einer Zeit, wo die Jagd gespcrrt ist, verboten bleibt, karin der reiche Grundeigcnihiimcr skin Wildprct theucr an den Mann bringen. Es ist zwar verboten, öffentlich das Wildbret während der ngdspcrre fcil zu bieten, aber es ist Niemanden verwehrt, daselbe ber dem rcichrn Grundbesißer zu kaufen und abzuholen, wie schon gkgsnwärtig von Seiten mchrerer pariser Finanzhäuser damit Handel getrieben wird. So z.B. weiß es ganz Paris, daß man aus den Parks dcs Baron James Rothschild, Fould u. s. w. das ganze Jahr hindurch das schönste und beste Wildprct, freilich um schweres (Held, ['kzl'khcn kann, Der neue Geseß-Entwurf würde ein wirkliches Wild- prrthandcls-Monopol in den Händen einiger dicser Banquiers bc- qrilirberi. Mehr bedarf 26 nicht, um die Deputirten-Kammcr zur

ckampfung der von der" Pairs-Kammcr eingeführten Modificatio- m'n zu Gunsten der reichen Grundherren anzufeucrn. Hkllkchorgcns ist der Herzog von Gbr, aus Madrid kommend, '", Paris eingetroffen. Er ist mit einer besonderen Sendung der Kö- nigin Isabella von Spanien an den Hof beider Sicilicn beauftragt. Bci drejcr Gelegenheit glaubeich, bemerken zu müssen, das;, als französische und deutsche Blätter kiirzlich einen Artikel aus der Gazetta del Regno delle Due Sicilia entlehntcn, worin die amtliche Anzeige enthalten War, der König beider Sicilicn hätte die Regierung der KöniginZsabclla anerkannt, sie nicht genug die Stelle erwogen, worin Von der Sendung des Fürsten Carim' nach Madrid dic Rede'war, und rvovon unter Anderem gesagt wurde: „8. bjaoziä 3 "0111|n3t0 i] principc (Zarin; in temporarin Ctrnimizsiontk.“ Dcr Aus- druck „temi- orai-in“ isinicbtohne Ursache in die Gazetta dell-c Due Sicilie eingerückt worden. Er soll wohl bedeuten, daß die Sendung des JiirsieuCarini arnHofe Von Madrid nur als provisorisch zu betrachten ist, und daß zwischen Neapel und Madrid, wie ich Ihnen gelegentlich näher auseirmndcrscyw, mehrere wichtige Angelc- genheiten noch zu regeln sind, bebor zwischen beiden Regierungen ordentliche beständige diplomatische Verbindungen eintreten können.

Grossbritanien und Irland.

London, “10. Febr. Die leßten Nachrikhien aus Dublin vom Vorgestrigen Tage bringen den Schluß der Rede des Gcneral-Fiskals, welche derselbe in dcr dubliner Queens-Bcnch als Antwort auf die Plaidoyers der angeklagten Repealer gehalten hat. Die Rede ist wichtig Wegen des NachMises der falschcn Interpretation des Ver- schrvörnngsgcseßcs von Seiten dcrAngeklagtcn und der cinfachanu- riickfiihrung dcr ausschweifenden Argumente, wodurch die Sachwalter dcr Gegenpartei die Unschuld ihrer Klienten zu crwcisrn suchten, auf den vorliegendenThatbestand zumBeweise ihrer augenscheinlichkn Un-

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haltbarkeit. Wir haben die Hauptpunkte aus den Vertheidigungs- Reden der Angeklagten gegeben und [affen gleichfalis aus der Rede des General-Jiskals die Widerlegung derselben folgen:

„leords und Herren von der ury“, sprach der General-Fiskal, „es ist jest meine Pflicht, über die zum * wccke derX Vcrthridigung von den An- geklagten vorgebrachten Betveise zu sprechen. Ich rrtuß- zwar zurmxjchreckey vor meiner Aufgabe, wcnn ich an dix hohe Wredtrgkcrt dcs Verhors, dre Verschiedenheit der angeregten Gegenstande, das Talent, die Bercdtsamkcit, das Gcnic dcr zahlreicher: Sachwalter, gegen die [ck als ein Einziger auf- trete, denke, abcr mich stärkt anch wieder dechdanfe an den heiligen Cha- rafxer der Verpflichtung, welche Sie, mcmc Herrcn von der Jury, übernom- men, an den Eid, wclcbcn Sie geleistet, unpartciisch und gerecht zu richten, Die Sache der Krone ist eine einfache und gerechte Sache, za deren Ent- scheidnng nichts als eine csunde Urthciiskraft gchbrt, Dicsx Sache“ ist aber von der Gcgcnpartci in o falschcm-chlxc dargcitcllt, Zs rst daruber mit Brzugtmhmc auf die Rechtsfrage und die (;_akm so Vll'l Jrrthumltchcs-gcsagt wor- drn, das;, wenn ici) nicht noch einmal die Sache vortragc, das Urthcrl scixwer cr- schcinen könnte. Eine solchc Bcrwirrung hatdicGegcnpartci dadurch biwrrkt, daß sie Ihre Anfmerksamkcit von dcr cigcntlrchcn Frage abgeleitet, nicht allein bedeutungslose, sondern auch uniirbtige Argumente vorgebracht. und dre Hauptfrage iiber das Bcstchcn oder Nichtbrsnbcn cincr Verichwdrung gar nicht berührt hat. Hcrr Shicl hat cine dcr gxänzendstcn Reden gehalten, die man je gehört, aber er hat dcn Prozcß srinrs Klienten über Bord ge- worfen, er hat kein einzigcs Faktum angeführt, wodurch er die Unschuld dcffelbcn erweisen konnte; er hat kein Faktum als unrichtig konsiatirt, we'l- ches demselben von Seiten der Krone als Vcrbrcchcn Sri):xld gcgcbrn wor- kcn isi. Dagegen hat er vonAnfang bis zu Ende seiner Rede die Anklage gegen die Ncpcaler als eine Anklage gegen das irläridische Volk dcmmxirt; er hat fie als einen Versuch dargestcllt, dic constitutioncllen Rechte dieses Volks, die freie Diskussion iibcr öffcntlicbe ?lngclegcnhcit, das Petitions- Recht zu unterdrücken und zu vernichten. Meine Herrcn von der Jury, erlauben Sie mir, Ihnen zu sagen, das; dies nicht eine Bcrfo-“grrng, gcgen das irlänkiskbe Volk gerichtet, ist, wegen Ausübung seiner gcschickrcu Ncchte, nicht eine Verfolgung jener getäuschtcn nnd unglücklichen Leute, wclibe die „Monster Meetings“ besuchten. Nein; Niemand isi vor Gcrichi gestellt Worden, weil er dieser oder jcncr politischen und rclig-öscn Ansicht luldigtc, und ich erkläre laut, das; Jeder von dcn Ange- klagten ier das unbeschränktcßc Recht hat, über jeden Gegenstand anf consiitutioncllcund gcscßlicbc Weise sich ansmsprcchen und eben so seine Anficht zu verbreiten. Aber Niemand hat dasRcchi, dicscsZie! auf die in dcr Anklagk angegebene Weise zu vrrfolgen. Die Anklage geht da auf hinaus, das: man eine rmgcscßliche Verbindung eingegangen ist, um Vcr- ändrrrmgen in dcr Constitution durch unconstitutionellc Mittel bei'beiznsiih- ren, - cine Verschwörung. Zu dem populaire" Sinne dicses Worts liegt eine nothwmrdigc Gchcimtbucrci, und das ist von den Angckiagtcn so nach- drücklich hervorgehoben worden, von dem Standpnnkte dcs Gescßes ans aber ist es ganz gicichgiiltig, ob die Verscbwörimg offen oder geheim betrie- ben wird, sofern uur mehrere Personen sich auf Vcrfolgrtng cines den be- stehenden Landesgeschn zuwiderlanfcndcn chcks einlassen. Die Krone sagt, daß die Angeklagten gemeinschaftlich cinen ungescyiichen Zwch auf ungesrylicbc Weise verfolgt haben, nämlich die Rrpeal der Unions-Akte durch das Mittel der Eimchiichtcrun , cinen ZWeck, der nach dcm Gescße nur durch eine Parlamentö-Aktc, aléo das Resultat dcs freien Willens dcr Legislatur, herbeigeführt werden kann. Mit einer Verschwörung, ich wicdcrbole es, ist nicht gcrade ein geheimes Vcrfahren gemeint, sondern eine Verbindung zur Vollziehung eines ungeseßlichcn Aktes, also eines Aktes, der, wenn vollbracht, cin Verbrechen konstimiren und als solches strafbar sein würde. Eine Verabredung aber, einen gcscßtichrn Zivrck durch ungescsliche Mittel zu verfolgen, ist gleichfalls Verschwörung, und es isi bemerkensMrth, mit Welcher Acugstlichkeit die An- geklagten diesen Sas streitig machen wollen. Man behauptet, der Zweck der Angeklagten sei ein gcseßlicbcr und könne anf cscylichcm chc erreicht rvcr'den. Lassen wir den Zweck hier bei Seite und ehen wir, ob die Mittel, die fie gebrauchten, gescßlicl) waren. Diese wirren abcr nngcscßlich. Die AngeklaJtrn find beschuldigt, sich Verbunden zu haben, um große und zahl- reiche J) affen von Pkcnschr'n in verschiedenen Theilcn des Reichs zu ver- sammeln, dadurch Unruhe zu erregen und das Volk cinznschiichtern. Solche Demonstrationen, dic Darlegung solcher pbysischerGewalt isi nngcscßlich, da sie zu dem ZWeckc bewerkstelligt worden sind, das Volk cinznschiichtcru und der Regierung abznnöthigcn, n'as gcsrHlicb nur durch einen freien, jeder Kontrolle überhobcncn Akt der Legislakur selbst geschehen kann. Ich sage die Tarlcgrmg phyfischrr Gewalt, nicht die Anwendung derselben. Das fricdliche Verhalten und die Ermahnungen zum Frieden find nothwendige Mittel, die Verbindung zu erhalten, und können keinen Bcweis fiir die Gc- srßlichkcit dcr Versammlungen gewähren, Zweifclt die Jury, dns; irgend einer der Angeklagten sich der Verbrecherischcn Abficht bewußt War, wclche dic Häupter der cheal verbunden hat, so muß ihm diescr Zwrifel zu gut kommen und er frcigesprochcn wrrdcn. Fern sci es von mir, die Bestrafung eines Mannes zu fordern, wclcbcr das blinde Werkzeug in der Hand der Anderen war. Ich rvcrde nnn dcr Jury erklären, warum die Vcrfolgung bis zu der" Zeit, wo sie brgann, nothrvcndig Verschoben wcrden nntßtr. Die Krone hat nicht deshalb eine Monster-Vcrsmmnlung für geschwidrig erklärt,

weil fie Ruhestörun en und Friedensbrüche hätte-vermsaßhen können, sondern weil fie auf Erni ung eines gesestvidrigcn Ziels gen tet- war und dazu einen gesevwidrigcn Weg verfolgte. Dadurch wurde er dre-Vetsammluug als eine geseswidrige fonßatirt, bevor aber bekannt war, _worm dxeser Zweck bestand, bevor die Verschwörung, welche man durch dltst Versammlyn ey fördern wollte, überzeugend nachgewiesen werdcn konnte, uyd btvdr dre nt gekommen war, wo das Verbrechen urid die Absicht geseslrch erwiesen wxr- dcn konnten, wäre es unmöglich gcrvmn, vor Gericht darzuthun, daß "eme jener Versammlungen an sich eine gcseswidrige sei. Als aber Umstgnde eingetreten warm, welche den von den Angeklagten als Veranstaltern dreier Versammlungen verfolgtcn Zweck überzeugend nachwiesen und als die er Nachtveis durch spätcre Handlungen der Angeklagten noch mehr begxaubI ward, da gewann die Sache eine andere Grßaltung, und die ursprungli harmlose Versammlung, welche, an Und für fich betrachtet, _nicht als gesr's- widrig verfolgt werden konnte, wurde auf einmal verbrecheriych, geschwidrrg, der Verfolgung anbeimsallend und preisgegeben,

Der Gcneral-Jiskal rechtfertigte sodann die Auömerzung der katholischen Geschworenen aus der Zuryliste, indem er zeigte, daß sie sämmtlich Mitglieder des Repeal-Vcrrins, und als solche zur Aus- übung der Jury-Function in einem sie selbst betreffenden Falle nicht qualifizirt gcwcscnscicn. Nicht als Katholiken, sondern als Gcschworene seien dicsrlbcn ausgestoßen, Sodann ging der Redner aus die Reden der vrrschiedrncnSachwalker einzeln über und erwies die ungenügende und falsche Bciveiöfiihrung zu Gunsten ihrerKlienten aus den Rechts- Prinzipicn, die wir hier aus dem Haupttheile seiner Rede mitgetheilt haben. . Tie hiesigen Blätter veröffkntlichen den Inhalt des Ergänzungs- Vertrags, welcher, wic Lord Aberdeen im Parlament erwähnt hatte, zwiscbcn der Königin von Großbritanien und dem Kaiser von China abgeschlossen worden ist. Zu demselben besagt Art. 8, daß alle Un- terthemen oder Bürger fremder Staaten, welche bisher in Kanton Handel getrieben, nnter denselbenBedingungen wie die Engländer zu dkn iibrigen neu eröffnr-tcn Häfen China's zugelassen werden sollten.

Die Gazette publizirt heute die Ernennung des Herrn Franz Davis zum Gouverneur von Hong-Kong an der Stelle Sir Henry Pottingrr's, der zur «Ortstellung seiner Gesundheit nach“ England zu- rückzukehren gezwungen ist.

Das Ministerium des Handels hat in diesen Tagen eine Erwie- derung auf die Denkschrift erlaffen, welche ihm von dem Magistrate uud Gemeinderathe der Stadt Glasgow eingereicht worden war, und worin um die Dazwischenkunft der Regierung gebeten wurde, um wo möglich die Erhöhung der Einfuhr-Abgaben zu verhindern, welche, wie man behauptete, von dem deutschen ZoU-Vereine auf Roh-Eisen und Baumwollengarn zu legen beabsichtigt werde. Das Handels- Ministe'rium erklärt hierauf durch Herrn Mac-Grcgor, daß die Re ie- rung schon vor dem Cingange diescr Denkschrift der preußischen ' e- gicrung in so starker Weise, wie es die Achtung fiir einen unabhän- gigen und befreundeten Verein nur gestatte, über die in der Denk- schrift erwähnten Gegenstände Gegenvorstellungen gemacht habe,

)( London, 8. Febr. Der Vcfiy Hong-Kongs hat England bereits mehrere seiner besten Staatsdiener von der neuen aufsteigen- den Generation _ekostet. James Morrison und Eldred Pottinger, die beide noch ni t ihr Z(istes Lebensjahr erreicht hatten, sind hinge- gangen, ihre Pläße einzunehmen unter „den Erben unvollendeten Ruhmes“, wie sie der Dichter Keats nennt“, beiden hatte die Welt erst das Versprechen, sie zu belohnen, geben können, James Morrison, em Sohn des berühmten cautoncr Kaufmanns gleiches Namens, war von den Europäern am besten mit den Sitten und der Sprache China's bekannt. Er war der vorzüglichste Beistand Sir Henry Pottinger's, wenn nicht der wirkliche Urheber bei dem Entwurfe jener ausführlichen und umsichtigen Anordnungen, auf welche der Handel Ching's mit der iibrigen Welt gegründet worden ist. Sir Henry Poitmgcr war der Bevollmächtigte, aber der Geist des jungen Morrison

war es, der das Werk vollbrachte. - Für Eldrcd Pottinger habe ich hier nicht Raum genug, seine Dienste und Thaten zu erzählen, so kurz auch seine Laufbahn isi. Im Jahre 1838 wirrf er sich, ein unbekannter Artillerie-Lieuicnant vom LZsien Regiment, in die Feste Herat und beWahrte durch seine Energie und Gewandtheit dcn SchlüsselCcntral-Asiens vor der persischen Armee und ihken russischen Helfern. Im Jahre “1841 fand er sich bei dem Ausbruche der afgha- nischen Jnsurrcctfon in einem entfernten DistriktKohistans abgeschnit- ten und umgeben von wilden Feinden, von wo er nur nach einer Reihe wundcrbarcr Abenteuer und eben [so wunderbarer Rettung die Kantonimngcn von Kabul erreichte, um hier das unglückliche Schick- sal der Truppen zu theilen. Seine Wunden verboten ihm den akti-

Alle diese Kapitel smd belehrend und den Unkundigcn orientirend: es fällt nur als eine etwas pedantischc Liebhaberei an altdeutschen Gedichten der Umstand auf, daß der Verf. so häufig Stcllcn aus denselben als Belege für Anfichtcn anführt, die ganz anderswo hätten begriindet [ver- den können, was besonders da der Fall isi, wo fie zu eogno- sischen , oryktognostischrn und ähnlichen Zwecken allcgirt werden, 9 acbdem chmm (]. S. 195) der Untersuchungen Bl:|n1enbach's iiber die verschiede- nen Arten des Mcnschcngeschlcchts und_seincr Einthcilnng der Menschheit in fünf Raxen (die kaukasische, mongolirchc, äthiopische, amerikanische und malavische), seiner der Herstellung von ficbeu _Raxcn dnrch Prichard („Namrgeschichte dcs Menschengeschlechts“, dcrltsck) von Wagner, Leipzig, 1840) gedacht und scine Gegenbcmcrkungen uber die Ausstellungen dicser Gelehrten gcmacht hat, crklärte er, er sei aiif seinem Wege, die Sitten und Gcbriiuchc, Dcnlmnle und KunstWerke, Einrichtungen, Sagrn, Glauben und Geschichte der verschiedenartigßen Nanbnen betrachtend, zu der Ansicht elangt, daß die ganze große I)icnschh-cikt “!!,-Weskn sei, wie der Mensch Leids, geschieden in zwei zusamnrcngehbrrge Halften, eine aktive und eine passive, eine männliche und eme Werbliche.

Die erste oder aktive Hälfte der Menschheit, sa t Klemm, ifi bei Weitem die wcniger zahlreiche Art. Jhr Körperbau ist sgchlank, meisr groß und kräftY, mit einem runden Schädel mit vorwärts dringendem, vorherr- schenden orderhnupt, hervortretendcr Nase, großen runden Augen, feinem oft gelockten Haar, kräftigem Bart und zarter, wcißer, köthlich durchschim- mernder Haut. Das Gcsicht zeigt festeFormen, oft einen stark ausgedrückten Stirnrand, wie an Sbakcspearcund Napoleon, die Nase ist oft adlerschnabel. artig gebogen, das Kinn stete) stark ausgedrückt, oft auch vortrctend. Die Jünglinge diescr Menschenrace zeigen, Wo sie rein rind unvermischt auftritt, Wesen und Haltung des Apoll vom Belvedere, die Manner die des fnrnefischen Herkules.

Zn geistiger Hinficht finden wir vorherrschend den Willen, das Streben nach Herrschaft, Selbstständigkcit, Freiheit; das Element der Thätigkeit, Rastlofigkeit, das Streben in die Weile und Ferne, den Fortschritt in jeder Weise, dann aber den Trieb zum Forschen und Prüft", Troß und Zweifel.

Dies spricht fich deutlich in der Geschichte der Nationen aus, welche die aktive Menschheit bilden, der Perser, der Araber, der Griechen, Römer, der Germanen. Diese Völker wandern ein und aus, stürzen alrc wohlbe- gründete Reiche, gründen nene, sind kühne Seefahrer, bei ihnen isi Freiheit der Verfassung, deren Element der siete Fortschritt isi; Theokratie und Tyrannei gedeihen nicht, obschon diese Nationen sfiür ach Erhabene Sinn zeigen und ihre Kraft dafür dranseßen. Wissen, orschen und Denken tritt an die Stelle blinden Glaubens; hier gedeihen Wissenschaft und Kunst, und diese Nationen haben darin das Höchste geleistet. Der Geist dieser Nationen ist in steter Bewegung, mtf- und absteigend,_aber immer vorwärts strebend. Ihre Heimat ist die gemäßigte Zone, von wekcher aus sie alle übrigen o- nen erobert und beherrscht haben. In Ostindien wie in Amerika, am ap wie am Polarmeer und am Aequator haben sie ihre Koloniem - alle Punkte dcrErde bis zu den äußersten Polen haben fie besucht alle Klimate ertragen, aus allen Zonen fich Schäye in ihre Heimat gebra t.

„_ Ganz anders ist die zweite, die passive Race, die man die mongo- lUchc nennen könnte, wenn nicht Andere danamen fiir die afiatiscbc Mon- golen-Race allein in Anspruch gcnommcn. Die Sck)ädclform der passiven Menschheit ist anders als die der aktiven, die Stirn !icgt mehr zurück, vor- zugsweise ausgebildet ist das Hinterhanpt, die Nase ist, wenn auch »Wer“- len lang, doch wenig erhaben, selten gebogen, meist aber rund und ftumpf, die Augen sind länglich, oft geschliyt und schirf sichend, dic Backcnknocbm stehen vor, das Kinn tritt zurück. Die Formen des Gefichts, wie dir der auch Gestalt, find Weniger scharf ausgeprägt, die Gestalten find weniger Schlank und breit, als vielmehr rund, die Muskulatur ist weniger pronun- zirt, die Glieder sind rund und lang, der Bart ist dünn, das Haar siraff, so schlicht als kraus. Die Haut ist gefärbt, so daß das Rothe weniger her- vortritt, die Hauptfarbc ist vom zartesten Gelb bis zum tiefsten Schwarz durch alle Niiancen des Rothen und Braunen. So finden wir den Chi- nesen, Mongolen, Malaycn, den Hottentorcu, dcn Neger, den Finnen, den Eskimo und die Amerikaner. Als chalc dicser Gestaltung mögen die ägyptischen und indischen Bildwerke gelten, Welche letztere das Eigenthiim- liche haben, daß sie die männlichen und wriblirbcn Formen zu einer einzi- gen, wie z. B. an den Buddahbildern, verschmelzen,

Nachdem der Verf. die Unterschiede zwischen diesen beiden Naccn in den hervorstechcndstcn Eigcnihiimlichkciten ausfiihrlich nachgewiesen, beschäf- tigt er fich von S. 229 des ersten Bandes und den ganzen zweiten Band seines Werkes hindurch damit, die passichace zu schildern. Was aus den Berichten der berühmtesten Reisenden (die Werke von Martius, Prinz von Neuwied, Lichtcnstein, Cabillardicre, Ficycinri, Peron, Dentrccastcaux, Roß, Langsdors, Perry, d'llrville u. A. find namentlich bcnußt) oder auf dem Weqe dcr wissenschaftlicbcn Forschung über die Bewohner der slid- amerikanischen Urwälder, die Bewohner von Nenholland, die amerikanischen Zägervölkcr, die Polar-Mcnschcn, die Bewohner-dcs Nootka-Sundes, bc- kannt geworden, findet fich iiber- und in Bildern anschaulich zusammenge- sicllt. Eine Lektüre, empfehlenswert!) für Jung und Alt.

Der erste Band enthält als Beilage eine so enannte „Phantafie über ein Museum für die Kultur eschichte dcr Mcnschßeit“, von der wir wün- schen, daß fie nicht „Phantaße“ bleiben möge. Klemm fordert nämlich zur Gründung kulturgeschichtlicher Museen auf, welche Alles umfas- sen miißicn, wodurch eine Veranschaulichng der Zustände der Menschheit auf den frühesten Stufen der Kultur bis zum gegenwärtigen Standpunkt der Bildung, auf den die Menschheit fich gehoben, möglich wiirde. Ueber Be rüudung, Anordnung und Inhalt eines solchenMusenms legt der Ver- fa_ er Anfichten nieder, die in größeren Städten, wo im Einzelnen schon so Vieles für diesen Zweck vorgearbeitet ist, nicht schwer u realistren find, und tyorauf wir hiermit die Aufmerksamkeit lenken wo en, da der uns Qr:gewresrne Raum nicht Jesionek, in die Details dicser Pläne einxuge-

err. Für eine kulturgesch cht|iche Sammlung in der angegebenen Weise wiirden nach den Vorschlä en des Verfassers neun Räume vollkommen aus- reichxnd sem; das dazu n' thige Gebäude wäre in der (allerdings sehr zweck- maßrgen) Art der münchener Glyptothek einzurichten. An Orten - schließt „Klemm - wo bereits mannigfache Sammlungen vorhanden sind, wie z.B.

,“" Paris, im Haag, in Lcyden, Di'chcn, Wien, Berl in und München wurde die Herstellung eines kulturhistorischen Museums fich leicht ins Werk scßen lasen, wenn man aus dem zum Theil überrcich vor- handenen Material eine Auswahl treffen und das Fehlende ander- weit hcrbeischaffen wollte, Es würdcn auf solche Weise die be- reits bestehenden, dem altklassischen odcr ägyptischen Alterthnme, dem" Orient oder dem christlichen Mittelalter gewidmeten Museen in ihrer Inte- grität keineswcgcs gefährdet, sie würden vielmehr in eine innigere Verbin- dung, in eine gegenseitige Beziehung gebracht, und es würde so ar für ihre Erklärung, fiir die vergleichende Alterthumskunde, Geschichte und Esthnographie eine solide Grundla e geschaffen. An Orten, wo, wie z. B, in Paris, die größten cthnographi?chen und antiquarischen Schätze m den verschiedenen Museen zersplirtcrt vorhanden find, würde diesen in solchechise ungenieß- baren Fragmenten cin Mittelpunkt, ein Cryßallisationsheerd dar eboten wer- den. Zu der Kunstkammcr im Haag find eine große Anzahl öchft schä - barer Denkmale zur Geschichte der mittleren Kulturstufcn der pasfiven Mens - heit ungcordnct neben einander aufgestellt; wiirde diesen eine kultur-biftori- schc_ Grundlage bereitet, so würde- in kurzer'Zeit eines der reichsten Museen cm'pYßkaö'sMn' Fichi aßnders YUM Mitbdßn deutschen Museen.

er or a i gewi von en zu c erz en, denen es um " - derung der Wissen?chaft Ernst ist. g „.;-Fot

= Dresden, 14. Febr. Die Direction des Theaters hat in neuerer Zeit ein sehr anerkennungswerthes Streben nach Abwechselung an den Tag gelegt. An hier neuen Opern ging der Hans Helling von Marschner iiber die Bühne; in neuer, sehr glän cndcr Ausßattung die Ballnacht nnd die trommelnde Tochter des egiments wird in diesen Ta n; die Bretter betreten. Guskow's „Zopf und Schwert“; dieses mit hin!; er Gewandtheit arthcarbeittteCharaktcr-(Hemälde fällt noch jedeSmaldas Haut und hinterläßt emen sehr angenehmen Eindruck. Ihr Eduard Denia» wurde hier sehr günstig aufgenommen, und man sagt, daß er für unsere Bühne gewonnen sei. Shakespeare's „Sommernachrstraum“ mit Mende!- sohnscher Musik fand nur sehr zweifelhaften Beifall und theilt: das Theater- Publikum in zwciParteien. Freilich ist es wohl kaum u verknübem, va] die Mass e des an die Virch- feifereim gewöhnse'n ab““!!! an' '? sccnhasten Traume Shakespeares en Genies keinen Ges mak W.

Die Lieblinge des Tages sind die beiden Schweßern Theresa und Maria Milanollo, die bereits in drei vonen Kommerz im Ho kater alle Wen entziickten, die Jüngere durkh die leckere ViWoK-xäit ihres picks, bie Uelsen mehr durch ihren tiefen seelenbolien Vom», ' de: «M sz. unbeschreiblich liebliche und zierliche Behandlung des u ihren Händen zum beredtrßm Werkzeug kindküker ' weiblicher Anmurh, wird. Sie suv “WM getreten, werden hier noch ein yierm Louvre nehmen nach Ihre Hauptßadt kesuékn.

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