1844 / 50 p. 3 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

: „So lautet das heutige Bülleti-n. urid dex Zustanb FMgdabur-Fx mehr Besorgnisse, daß dex Konig, mcht„m11 Appetit etwas genießen kann, was die abnehmenden Krafte starken konnte, und seit gestern nicht mehr als kaum 2Stunden Schlaf genossen hat, so daß Sie schwache.Hofsnu11_g, die man vor einigen Tagen hrgtc, nun wieder verschwindet.“

S ck w e i z. . ru , 11. Febr. (QP. 21.3.) Die Vcrmztthung, daß der Alt-RYichLNRath Karl Schnell bon Burgdorf seme-n Tod m der Aar gefunden“, hat sich wirklich bestätigt, indem dessanetchnam gestern Abcnb oberhalb des Dorfes Umikon, bci Brugg, am Ufer der Aar

gesundem worden isi. . I p a n t c n.

(“5 Viadrid, 7. Febr. Die Rebellen von Alicante erhielten zur See von Gibraltar aus Waffen und Geld durch die Vermitte- lung cinch Engländrrs, M'Culioch, der zuglcich bedeutende Vorräthe verbotener Waarcn aus Land schie. Vice- Präsident der rebellischen Junta ist dkrsclbc Carsi, der bei dem Aufsiandc Barcelona's 18-12 cinc Hauptrolle spielte, und damals von den Esparteristcn fiir eincn Agenten bchoderirtcn und Franzosen ausgegeben wurdc. L.,“)USol- daten dcr Vrsayuug und 6 außer Aktivität stehende Offiziere sollen sich den Rebellin angeschlosscu haben. Das in ihrer Gewalt befind- liche Kastell ist mit 12.) bis 1-1 Kanonen Versehen. Die Regierung hat nunmehr die Küste von dem kleinen Hafen Bcnidormc exklusive an bis zum Fluß Alnmnzara bei Vera in Blokadc-Zusiaud erklärt. “Die fremden Schiffe, die sich cht dort befinden, diirfen jedoch frei auslaufen. Eine Abtheilung der Rebellen von Alicante [angie am [sien vor der wichtigen, dcr Regierung treu crgcbencn Fabrikstadt Alloy cm und richtete einige Kanoncnschiisse, so wie ein heftiges Flintenfcucr gcgön die von denEinwohnernvcrtheidigtcn Thore, zogen jedoch am folgenden Tage wieder ab. Am 8th waren die Biirgcr auf einen neuenAngriff gefaßt und entschlossen, sich aufs äußcrsic zu Vertheidigcn. Ein Bote des Generals Roncali, der ihnen Hiilfe 31:- sagt:", wurde von den Rebellen aufgefanqen und erschossen. Dagcgcn habcn Letztere die Stadt Murcia bescyt. Eine von Carthagcna ausgeriickte Kolonne anfriihrcrischer National-Miliz crschicn am (5181: vor dieser Stadt und forderte sie zur Uebergabc auf. Die dortige): Behörden ließen den General-Kommandantcn der Provinz, ,der unt sämmtlichen Truppen auf Alicante marschiri war, einladen, thttcji zn Hiilfe zu eilen, allrin der General hielt es fiir gcrathcne'r, sxmen Marsch sortzuseßen. Unter diesen Umständen sahen dic'BelWrdcit und 5 Compagniccn National-Miliz von Murcia sich gcnbthtgt, die Stadt zu verlassen und sich nach chla, Ciezar nnd dcr Umgegeqd zurückzuziehen. Daraus rückten die Rebellen unter dem Geschrei: „Es lebeEspartero! Es lebe der Regent! Nieder mit den Tyrannen!“ in Murcia cin. ,

Dcr Generai-Capitain Roncali verkündete am Men in Valencia das Aufruhrgesexz Vom 17. April 1821, erklärte die National-Mtliz fiir aufgelöst und ließ sie vollständig entwaffncn. Die mit der Post von Alicante eintreffenden Briefe wurden untersucht und darauf meh- rere Personen verhaftet. Am Iten marschirkc Roncali mit Truppen und Artillerie nach Alicante ab.

Unterdessen sind am Iten auf Befehl der Regierung die Natio- nal-Miiizen von Burgos. Valladolid, Cuenca, Albacete, Avila, Gua- dalajara, Alcaiä de Henares aufgelöst worden, ohne das; irgendwo der geringste Widerstand siaiigcfunden hätte. Gesicrn aber hat der

Minister des Innern den Gefes politicoö sämmtlicher Provinzen dxn Befehl zugehen lassen, die ihnen untergebenen chirkc gemeinschaftlich mit den Miiitair-Behördcn fiir so lange, als der Aufstand von Car- thagenaund Aiicanéc sortdauerc, in cxccptionclienZusiimd zu erkläretx, alle Ruhcséörcr nach Vorschrift des Aufruhr-Gkseycs vom 17. NPT“ 1821 vor Gericht zu siclicn und die Miiitair-Beamtcn als die aiim- nigc höchste Behörde der Provinz anzuerkennen. ,

Man sieht demnach, daß die Regierung die Gefahr dreist ms Auge faßt und einen Kampf auf chen und Tod gegen den Auf- stand zu unternehmen gesonnen ist. Weniger zu billigen dürfte es sein, daß gcwisse Blätter, die fiir das Cigenthum des Ministeriums gelten, in sehr unziemlicher Sprache englische Agenten und namentlich die Behörden von Gibraltar ais Ansttfter des Aufstandes Von Ali- cante zu bezeichnen bemüht sind. Ein gcgen den englischen Gesand- ten, Herrn Bulwcr, gerichteter Artikel des C o r r esp o n s a 1, hat diesen Diplomaten veranlaßt, sich um so lauter zu be- schWeren, als er gleich bei seiner Ankunft dcm Minister- Präsidenien, Herrn Gonzalez Bravo, erklärt hatte, daß er Personen von allen politischen Farben bei sich zu sehen beabsichtige. Nun sagt der Corresp onsal gestern unter Anderem Folgendes: „Ein Ausstand ereignet sich an irgend einem Punkte; dort findet sich ein Engländer ein und besticht mit Geld, dort langen wie durch Zau- berei englische oder in britischen Häfen aUSJeriisicte Schiffe mitWaf- fcn und Schicßbedarf für die Rebellen an; dort findet endlich ein fut“ tbarer Schleichhandel mit englischen Waarcu siait. Dergleichen Um c'inde sind sehr verdächtig, uud berechtigen, anzunehmen, daß eine Regierung, die durchaus für befreundet gelten will, jene schändlichcn revolutionairen Jutriguen gestalte und zugebe, Wenn nicht gar leite. Wir beschwören das Ministerium, sich nicbt durch äußerlichen Anschein (das freundliche Benehmen des englischen Gesandten) irre fiihren zu lassen, sondern offen und mit Würde die Frage unter ihren richtigen Gesichtspunkt zu siellen und der britischen Regierung zu er- kennen zu geben, da , dvenn das Unglück will, daß wir zu schwach seien, um peremiori ck auf unserem Rechte bestehen zu können, wir ijicht sokinsiederträchtig und erbärmlich sind, um die Hand unsercrch- er zu i en.“

Di? Regierung hat dem Bischof der kanarischen Inseln, der unter Espartero's Regentschaft aus seinem Sprengel entfernt tvurdc, .die Erlaubniß ertheilt, dorthin zurückzukehren. Gleiche Erlaubnis; haben die Bischöfe vvn Calahorra und Pamplona, die sich in gleichem Falle befanden, erhalten, und der Erzbischof von Tarragona, der des Landes verwiesen worden War, ist nunmehr zuriickberufen worden.

Ein in der Allgemeinen Zeitung vom 27. Januar ent- haltenes Schreiben aus Neapel giebt eine ziemlich richtige Darstel- iung des Gan es der über das mehr besprochene Vermählungs-Pro- jekt angekniipten Unterhandlungen. Ein wesentlicher Jrrthum hat sich, jedoch dabei ein eschlichen. Der Herzog von Serra Capriola, w,?“ entfernt, an dieZen Unierhandlungen Theil zu nehmen, erhielt

Ulchk ehchenntniß von der Mission des JürsienCarini, als bis dieser

m Madrid angelangt war.

**" P“kis- 12. Febr. Aus Barceiona isi dic tele rapbische JMFH“ von kitzem Soldaten-Aufruhre eingetroffen, wel er durch Militaieneml-Cawww edämpfk, und in de en Folge eine Anzahl von [mein Z|"YUsoytn ver chiedeuer Grade er chossen ist. Auch in Va- iamiento Jentxgen, den daselbst gema ten Ver uch des Pronun- rw zu vereteln, und der General oncali at daselbft eini e ?nmiz'ä gefaxdgen enommenx Theilnehmn an der Empörung hinri - : Ca en. “"NRW“ welcher Murcia im Namen der unta von arthagena in Besitz genommen, soll an der Stelle Re "Falun Lek"! im“ Verfahren des General-Ca ita vs von Valencia eübt a en. Man versichert, da aus seipen kfehl'mehrere als An n er der gemäßigten Partei be annte Einwohner von Murcia er choßen

ZU

Ruiz, welcher bisher'in der (Zitadelle von Alicante be- und der seine militairischc Pflicht für eine Summe von 2000 Piastern verkauft haben soll, hat sich Murcia's am 37?" ohne allen Widerstand bcmächtigt, Die Besaßung die- s?!" SMN, Welche gar keine Festungswerke hat, war näm- llch (1311 Tage zuvor gcgen Alicante ausgeriickt, und der dieselbe kom- nmndikcnde General hielt cs, anf die Nachricht von der gegen Myrcm gerichtetenExpedition, fiir nothwendiger, die Operation gegen Altxante zu beschleunigen, als Murcia zu cntseßcn. So konnte denn RMZ seinen Einzug in Mnrcia balken, ohne einen Schuß abgefeuert zu hach, doch hatten kic Behörden und die National-„Garde die Stadt zuvor ve'riasscn, und die zuriickgcbiiebencn Einwohner bczcug: ten ihre Abneigung gcgen d:“n ?lnfsmnd wenigstens durch ihr Schwei- gen und iiberhaupt durch ihre tbcilnamloseHaltung. Unter dem Ge- neralRuiz kommandirt der bekannte Cars:), Welchcr bci dkm borleYten Yufstande von Barcelona eine so großcRollc spielte, und der nach dcm Sturxc Esparicro's aus der Verbannung ;nriickkchrtc, um von dem Ministcrium Lopez cine Anstellung als Iffizicr unter den Zoil-Cam- btmers zu erhalten. Dic vrrnngliiätc Erpcdition gcgen Aclvy Wurde von Bonné, dem Chef dcs Aufstandes in Alicante, persönlich gelei- tet. Die Stadt, welche keine andere Besatzung hatte, als ihre Na- tional-Gardk, wurde mit sahwrrcm Geschiiiz beschossen; und sie Vér- thcidigtc sich glsiebfalls mit dcn Kanonen des Forts, vvn welchem sic bi'hcrischt wird, bis die Bciagcrcr cnklich gerathcn fandcn, wich“ abzuziehen.

Glaubwiirdigcn mndrikcr Viklkhl'iihtkll zufolge', herrsiht cine so große Uncinigkrit im spanisxhcn .Kabinrt, das; die „Königin cs nöting befunden, Herrn Zstnri; ;u sich mfc]! zn lassin, 11111, voii dgmsclbc-n Raki) und Bcistand zu Vci'langcn. Olm] .*bskJUUiU" "ck "'dkisk'" ""t großer Bcsiimmthkii gcivcigcrt habe"", in'!) “111 M [[bnxalien-kxcn er- hältniffc zn tnisibcit, ders" WcraiitWNtlichicii cr deuxciilgmi ubcrlankn miiffc, wclche dic gcgemvärtigc Lage dcr Dinge herbeigeführt haben. Tic m'ucstc Maßrcgsl, ivclchc dic .“)icgicrung dkm Aufstandc cntgcgcn- sillik, läuft auf liichiö 1Vi']!ig(*l“ binaixö, als darauf, ganxSpanicn bon cincm Ende 311111 anderm! in Bclagernngö-„Znstajtd zu erklären. Der Miitixikr des Innern sthrcibt nämlich in eincm an die sämmtlichen politischen Chefs gcrichtctcn Circulaxc das Folgende bor:

“21 kt. 1. Umnittclbar nach dem Empfange des gegenwärtigen Schrei- bens haben Sie, nach ?lnordmmg dcr gccignctrn I)iaßrcgcln, im Einver- ständniffe mit dcr militairisclicn Bcbbidc, dic untcr Ihrer Verwaltung ste- hcnchwvinz fiir dicDancr dcs Aufruhrs in Alicante und Carthagcna in Belagertmgs-Ziistand zn erklären.

“.'l l' t. 2. Von dcm Augenblicke dcr Vcröffcntlichmrg diescr Erklärung an wcrden alle unmittelbaicn odcr MittelbachBcfördcicr dcs ?lnfrnhrönach Maßgabe des (*)cscßcs vom 17. “Libri! 1821 behandelt.

„Art. I. Von dem Augenblicke an, wo der Briagcrm1gs73ustand er- klärt wird, ist die militairiscbe Brhdrdc die oberste Beliörrc dchrovinx, nnd Sie und die Jhncn imtci'gcordnctcn Beamten erfiillen ihre amtlichen Oblie- genheiten iu (Jicniéisxbcit der Vorschriften rchilitair-Bchökdc, und zwar in dem Sinne, das: Sie sich unter keinen Umständen von der Pflicht entbun- drn glauben, zur ?lufi“cchtcrl)alt1111g der Ordnung und dcr rechtmäßigen Gc- walt der Regierung, im Notbfaklc selbst mit Airsopfcmng Jhrcs chens, beizutragen.“

Es Versteht sick) bon sclbst, daß alle diesc anßcrordcnilichcn Rc- gicrnugs- Maßregeln viclcn und lcidcnschastlichen Widcrkprnch finde.". Hier eine Probe von der Sprachc, welche das Eco de Comercio dcm Ministerimn noch am 7ten ins Gesicht zu fiihren wagt:

„Ihr Menschen der Verdammniß“, ruft das Eco del Comercio aus, „ihr seid diejenigen, welche die öffentlicheSachc mmhwiliig zu Grunde richten, ihr seid diejenigen, welche die Schwäche eines Kindes mißbrauchcn, ihr seid die Urheber aller unserer Leiden. Was habt ibr mit der Staats-

eralt gemacht, die ihr an cmi) gerissen? Auf welche Weise habt ihr die

iegierung Zjabclla's ]i. angefanchn? Wie habt ihrdic Vcrsprcchungrncr- fiillt, ivcichc ihr riloack, um das olf zu bciriigrn, Und um es beim Klangc dcr Ketten cinzuschlxifrrn? -Zhr Elcndcn! Blickt um euch, wcnn ihr den MU“) WZ" habt, schi das schwarze Bild drs llnhcils, das sich euren An- gcndarbictct, nndibrlvcrdctiibcrali dic bitteren Friichten eurer Usurpationcn und eurer Sckiändlichkeiten entdecken. Die ganze VcrantWortiichkcit fiir die gegenwärtige Lage ruht auf euren verbrecherischrn Häuptcrn.“

Es" gilt iibrigens fiir so gut als gewiß, das; die chicrnng im Begriffe steht, alle Oppositionsblätter zu Unterdrücken.

Die Bank Jsabclia's "„ dercn Errichtung durch Königliche Verordnung freigegeben War, und bei 1vclchrr sich bereits viele der angesehensten Handelshäuser bon Madrid durch ihre Unterschriften bctheiligt hatten, scheint nicht ins Leben treten zu sollen, sci cs, Weil die Unternehmer befürchten, daß die Regierung sich des Kapitals der Bank zu bemächtigen suchen Werde, sei cs, Mil es sich gezeigt, daß die Errichtung der Bank Zsabelia's 1]. nicht mit den Privilegien der bereits bcstchcnden Bank drs heiligen Ferdinand Vereinbar ist. Die leytere hat nämlich ihrer Zeit das ausschließliche Recht, Zahlungs- Anwcisungcn auf die Jubabcr (Banizeitcl) in Umlauf zu setzen, mit einer Summe Von 80 Millionen Rcalen von dem Staate erkauft, und sie soll demnach dcn Bcskhlus; gefaßt haben, jede in dieses Mo- nopol eingreifende, Handlung der künftigen Bank Jsabclia's 11. zum Gegenstande einer gerichtlichen Verfolgung zu machen.

M 1: X i k o.

g..» Paris, 13. Febr. Dic neuerdings Vehufs von Unicr- handluugcn zu einer ?liisgicichung von Yinkatan nach Mexiko abge- schickten Commissairc sind am 1.1. Dezember in der Hauptstadt Mc» xiko angekommen. Am “[Itcn wurden sie dem Präsidenten borge- siellt, Wclchcr dcm Minister des Kriegs den Auftrag crthcilte, dic Unicrhandlungcn so schleimig als möglich zum Schlusse zu fiihren, um eine Verständigung zu erziclcn. Bereits hatten die Konferenzen mit den Kommissarien begonnen, und das Diario dci Gobie'rno geht sogar so weit, schon anzukündigen, daß bald Yukatmt wieder mit der mexikanischen chublik vcrcinigt sein werde. Der General Santana hatte indes; bereits einige tausend Mann zu Veracruz ver- sammelt, und noch immer trafen Verstärkungen dort ein, so wie auch die chestigungs-Atwbcffcrungen noch immer mit gleichem Eifer fort- gescht Wurden.

Worden sind. schligte,

Eisenbahnen.

Bonn, 14. Febr. (A. Z.) Nachdem schon seit einigen Wochen fast täglich Probefahrten auf unserer Eisenbahn vorgenommen wvrdcn, hat gestern die fcierlichcEimveihnng derselbenstattgefunden. Morgens 10Uhr ging der mit Flaggen geschmückte Festzug von hier nach Köln und holte von dort diejenigen Actiouairc ab, welche an der Feier thrilnchmcn wollten. Bei der Ankunft des riickkchrcnden Zuges sprach Herr de Grote die Freude Kölns ans, cht auch mit Bonn durch eiserne Arme vereinigt zu sein und knüpft daran ein Lebehoch fiir die Stadt-Vonn,“ welches unser Ober-Bürgcrmeiséer durch ein Lebehoch aus Köln erwiederte. Von dem Bahnhofe begab sich die Gesellschakt darauf nach dem roßen Diner, welches zu Ehren des Festes in dem Loka e der Lese-Gesells aét veranstaltet war und bei welchem sich die Freude über das Ereigni und seine Folgen in mehrfachen Toasten aus- sbbmch.b Morgen wird unsere Eisenbahn dcr Benuhuug des Publikums : erge en.

Münster, “15. Febr. (LL.M.) Stand der Actien-Zeicbnuvg zur Münster-Hammer Bahn am 14teu d. Abends: iuMünsier- Hamm und Rheine 800,300 Rtblr., von auswärtigen Handlungshaustm 307,500 Rthlr., im Ganzen 607,800 Rthlr.

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' [kunk-Qoljyu _.

Ejandels- und Sörsm-Uachrichtm.

Berlin, 18. Febr. Heute war das Geschäst im Ganzen sehr unbe- deutcnd; nur Oberschicstsche hier. 11. und 8. erfuhren eine merkliche Stei- Yenmg ztnd blieben bis zum Schluß der Börse beliebt. _ Alle übrige Ef- ekten blk!kkn fich gcgen gestern ganz unverändert. _ Oesterreichische Eisen- bahn-Actten wurden höhcr bezahlt und „schlossen gefragt.

Paris, 13, Febr. Die französischen Renten gingen an der heutigen Borse rasch in die Höhe, theils in Folge der sicheren Erwartung, daß drr Rémusatxche Vorschlag verworfen werden wird, ihcils in Folge der Be- hauptung, daß die Regierung nur eine einzige Eiscnbahniinic, nämlich die Nordbahn, auf Stantskosicn bauen werde, ohne zu einem Anlehanuflncht zu nebmen. Auch machte das Gerücht eincn günstiger: Eindruck, eskseicine telegraphische Depesche cingetroffcn, wclche melde, daß Bonet, dcr Piäsidcnt dcr rcvolutionairen Junta von Alicante, bci ciner vaafion in dre Umge- gend diescr Stadt mit einem anschnlichcn Verluste zurückgeschlagen und ge- nöthigt worden sei, sich in diese Stadt zurückzuziehen. Tic chicruug soll anch die Nachricht exhaltcn haben, daß zu Barcclona cin Aufstand stattge- funden habe, abcr gleich Wild!?! untcidkiiät worden sei. Baron Meer soll mehrere Unteroffiziere auf der Stelle haben erschießen lassen.

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Berlin, 18. Febr. ZnBczug auf eincn in ber gcsltxigchoss. Ztg. enthaltenenArtikel, auf welchen sich unserBcrxcht-Erjtatter iibrr die am 1.5. Januar 0. abgehalicnc General-Vcrsannnlrmg dcr Actio- naire' dcr Anhalter Eisenbahn bcreits in drr gesicrn Abends ausgcgc- bcncn Nummer unseres Blattcs zu antworten bcwogru siihltc, geht uns noch nachstcbcndc Erklärung zu: „In Vcrschicdcnen Blättern ist in Bezug auf die jüngste an- haltische Gcncral-Vcrsamminng mcines Namens mehrfach Erwäh- nung geschehen. Zu dieser Riicksicht sche ich mich Veranlaßt, zu erklären, daß ich meine Eintrittskarte zu jener Versammlung nur ans Grund der von mir präsentirtc'n Aciicnstiich empfangen, so Wil, daß ich in derselben das Wort in meincmNamcn erbeten, Und nur in diescr Eigenschaft cs erhalten habe. Das; dcr Ziveck meincö Vortrags einzig und allein auf vermittelnden Vorschlägen „bcrnhctc, habe ich erklärt; so wie ferner, das; ich, so wie Actionair dicser Gc- selischaft, auch Bürger zn Brandenburg bin. , Daß ich hingegen Abgeordneter dicser Stadt sci, kann Niemand gehört hach, weil ich es nicht gesagt; ob indcjsen cin untcrm 17,2lugnst voriganahrcs von dem wohllöblichcn Magistrate und der vcrchriichcn Stadtverordnetcn - Versammlung 31: Bran- denburg an mich gerichtetes Anschreiben nachstehenden Inhalts „„ Ew. p. p, danken wir vcrbindlichst fiir dibSchritte, Welche Sic gethan haben, um Vrmidenburg in einen Eisenbahn-Traktus zu brin en.

g„„Wir seYen Voraus, daß Sie als unschitbiirgcr anch ski“;

ner geneigt sein Werden, fiir uns wirksam zu sein, und ersuchen Sie, die Functionen als Mitglied des städtischen Comité's zur Ver- bindung Brandenburgs mittelst Eisenbahn mit Berlin, Magde: burg und Hamburg, zu dcm wir Sie erwählt haben, gefälligst anzunehmen. _ .

Sie: wollen bei Ihrer Anwcjcnhcit in Brandenburg an unseren

Bci'nthungcn thkilnchmxn, sich durch dies Schreiben, wo es niithig

isi, legitimircn, und sich mit uns in beständiger Korrespondenz

crhalicn.

' bekannt geWLscn nnd die Vermuthung herbeigeführt habe, als sei ich

hier in der Qualität als Abgeordneter jener Stadt crschiencn, kann ich nicht wissen, muß es jedoch fast annehmen, Dcr Königl. Geheime Kommerzicn-Raih Joel Wolff Meyer.“

Indem wir keinen Anstand genommen haben, diese Erklärung im Interesse der Wahrheit aufzunehmen, machen wir zugleich bemcrklich, daß wir iibrigens keinesnn'gcs gesonnen sind, eincholemik dieserArt, Welche nur zu leicht in Persönlichkeitcn anöartct, die der Sache gar keinen Gewinn bringen können, noch fernerhin in unserem Blatte

Raum zu geben. Die Red.d Allg.MYreuß. Zig Mcteorologischc Beobachtungen.

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N', M'. U". "'ijtmea'ecbzsl + 2,80 KÖ'NU-wnxnx. . . _- Ks. _" + ],00 „Ü. 'l'axxexmjliel: 334,80ml'ar... + 1,7911... -0,5"n... 86 1-11. "'. Kachmielnzß 2 ['111' 80111100 11111] Rogen.

Uacbmilwxx 2 Uhr.

]"01'36113 6 111".

[.*-flxxärwe . ("13119111ku . . . _ [)uustßöteixnng Wollm-

Üomglrchc Schauspiele.

Montag, 19. Febr. Christoph und Renata, oder: Die Vt?!“- waisien, Schauspiel in “.I Akten, frei nach Auvmy, von C. Vinny, (Lebte Vorstellung dieses Stück?- unter Mitwirkung der Modo ,Bn'ch- Pfeiffer als Baronin, zugleich vorleßte Gastrolle derselben.), Hierauf: Versuche, musikalische Proberollcn in 1 Akt, von L- SONO?!"-

Dienstag, 20,Fcbr. Der Jreischiiy, (Mad. Schrodcr-Dkvrient: Agathe, ais Gastrolle. Herr Ditt: Max.) ],

Jm Konzertsaale: [)0111' 1:1 „(Zlötul'ék iLW-(WMJ (18 111116. 111.11), 3111510 (111 tijéötre (11:5 sanktés (!(! «I)mz. ]) ]-a_3"9[)k'58 (16: [311 péuitcnco, yuxuigyille en 1 ICW“. „) 1-3 [1161111818 !*L- [111759-11311011 (ick: b'oxtazc, elmnxx:-x*3uc]€m||tz 1101110311 011330105,

1.11" 11131. ].(xck1'0F ct “:*-101111]. (DMI ];. 111131111118 [115,08 NUL. ];"), menM |€ "315 (16 ]:1 (1110118550 (11: l'1'011züc, ct elan; |z|

560011110 ce]ui11'kléli:ne.)

üönigsstädtischrs Theater.

Montag, „19. Fcbx. (Ikalkxm'skhc Opern-Vorstellung.) Zum erßeumale in dtesxr Saison: [ (..- 111|011 011 i Monteccbi, 0112171 in 4 311.1. bluxlca (]8] 1111105110 Lailiui.

Diensiag, 2,0. _Febr. Gasi-Vorsteliung des Kinder-Ballets des HM" Price, 111 3 Abtheilungen. Dazu (auf Begehren): Eine Reise nach Spanien. Vorher: Ick irre mich nie, oder: Der Räuber- hauptmann. ,

Verantwortlichci*Nedacteur ])1'. J. ZL. Zinkeisen. Gedruckt in dcr Oeckerschen Geheimen Ober-Hofbuchdruckerei. Beilage“

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DeutfcbeBundesstac-ten. Kurhessen. Kassel. Stéinde-Vekband- liingen über die Eisenbahn-Angelegenheit.

(iniechenland. Schreiben aus Athen, (Pai'tcisiclinng; National Vcr- sammlung; Graf von Rechberg nnd die Sendung kes Fiirstcn von Oct- tingcn-Wallerstein; Grivas; Handel.)

Handelö- uud Börsen:??acbricbten.

Berlin. Vörsc.--Köni s- bcrg, Magdeburg und Hamburg. 9

Marktbericht.

A u s l a n d. Dcutsche Bunchaatcn.

Knrbessen. Kassel, im Febr. (.K A. Z.) Fortseynng dcr Stäube:Vlrl).1ndlungcn iiber die Eisenbahn:Atigclcgknheit. Herr Von Waitz bmne'ritc in Vc'zng auf die Arußkrnngin dcs Hmm von Biittiar, Berkel!rs-Ermittelitngcn seien schon friiher, sowohl vomPri- vzit-C“issnbabn-Comit-i, als Von der Regierung, vvrgenonnncnworden; dic ayßcrordentiichrn Verkehrs:Vsrändkrnngsn, wcklchc dis Eisenbahnkn berbcifiibrcn _wiirdcn, licßrn sich jedoch im voraus gar nicht berich- 111'11. erciye man von Eisenbahnen durchschnittcnc Strecken, 3. B. vob Berlin nach Witte'nbcrg, Lcipzig :(., so kiinnk man klar sehen, Wik es n_nt dcm Verkehr auf unseren beiden Haiiptstmßcn nach Leip- zig und Hamburg, der viel bedcutcndcr sey, als der, wclchkr sich f:“ii; hcr auf jenen Straßc'n bkwcgt habe, stehen Wurde. Unsere Bahnen wiirbsn sich demnach gewiß gut rkntircu; wenn ami) die Kostcn bei uns-thr seien, so werde die Bahn von Frankfurt nach Kassel den Verkehr von bcidcn Straßen, von dcr nach Leipzig und Von der 11.111) Hamburg, an sich zichcn. Allerdings wiirden Kapitalien dcn_ Gcivcrbcn entzogen und den Eisenbahnen „zugewendet Werden; darm liege aber gerade t'ine Pflicht mehr, Eisenbahnen zu bauen; denn Wenn diese sich so rcntirtcn, das; 3. V. die Acticn ber Bikrlin- Potsdamm' Bahn von 12], auf 174 gestiegen nnd die zu der Bei“- 11117Han1burger Bahn, an dkr noch gar nichts geschehen, mit 9 pCt. Agio bezablt wiirden, -- dann wiirden, Wynn Hessen auch nicht baue, dic Kapitalicn doch ben kaerbcn entzogen wcrden, ohne an den Bortbeilen zu partizipiren, die durch Anlage der Eiscnbabnrn fiir die chvsibe entstehen. Die Bahn iibcr Minden habe den Nachthcil fiir Iimbcxscn, das; der ['i'chti'iidk Verkehr auf der Straße von Witzen- hausen nach Nicdcrlistingcn sich jener Bahn zuwenden werde. So- dqu könne neben einer Babu von Vambkrg nach Leipzig die unsere keinxsxvegcs vom Zwischen-Vcrkehre bestehen. Gerade der Von den größeren Städten auf die Bahn geführte Vcrkcbr miisse ihr Bestehen sichern; denn davon, daß einmal Jemand Von Friedberg nach Kassel oder Von Gießen nach Jesbkrg reise, könne die Bahn nicht rcntircn. Wenn eine Eisenbahn von Kassel nach Frankfurt in den ersten 2 bis ."; Jahren auch nur geringe Zinsen aufbringe, so werde fie doch schon nach 4 bis 5J11h1"l11, Wenn sick) ihr der Vm*kcbr vollstäiidig zugekven- dkk [)“ka bis 31! 4 Prozent sichvrrintcressiren. Die Verzinsung des. .Ka- pitais Während des Banks Werde man durch „Ersparungcn aufbringen können, da die Budget-Anschläge von ieh“, emen Ueberschnß Schicki hätten, Cr halte den alsbaldigen Bau mmdestcnß ciner Hauptlinie fiir notthndig, da der zuerst Bguende borthetlhafter mit anderen Staaten unterhandeln_, auch cm „Aktien - Unternehmen ,dann leichter ins Werk gecht werden konne. Bestehe cxst einmal eine Eisenbahn von Kassel nach Frankfurt. dann werde etitc Gesell- sckmft weit leichter sich dazu bcrxtcl)cn„ dte Bahn guf Actien weiter 311 bauen. Bevor aber nicht durch die That bewiesen jve-rdc, dgß Kurhessen in dcn Eiscababn-Ncrkehr freien Wolle„ Werde die„chtc- tung mit Liner Aciicn-Gescilschaft auf Omer vorthctihastcn Vans nicht Verhandeln können. Er könne mtr auf den Antrag dcs Ausschusses zuriickkonnnen. - Herr von Buttlar [. bemerkte, wenn die Von ihm proponiric, den Kräften deSLandcs angcmekjsene S-um'mc ober cin Zuschuß von circa 7'5- pr.?)keiie aus Staaisnuttcin hmxeiche, eine Eisenbahn zu schaffen, dann sci sein Vorschiag genus; gkltgltkt, „eiiie solche bei uns zu Stande zn brmgejn; wo nicht, so liege schon hierin e*in Grund, die Sache nach jedchtchiung genauer zu erforschen. Er wiinsche nur die Verhiiltnisse von Kurbcßen zu Grunde gelegt. Em Vsrglcich mit der Eijenbahn Von, Berlitz nach IZZmburg ")]d_'mch Leipzig sei nicht stichhaltig; _.Knrh-eis-en bexcße kélklkaadtVV!1„*5(_)(],[)()() Einwohnern, kcine Stadt Wie thleg„kk111c11 Handelsblqß nne Ham- bum. Aus der Population ergebe sich dte muthnmjzltche Freqitenz derCiscnbabn. Der „S. 1-14 dcr Vbrfassun-gs-[1111111132 stehe seinem Antraqe nicht entgegen, vielmehr konne die Siatide-chsa111ntitij1g cine sölche Vcwiiligung machkn. Sem Antrag sx: das LMZtZ-e Mtttel, nm bald und gutaufrichtigenGrundlagen mzd uberhauptchnbabncn JU crhalkcn- „_ Herr Sch-warjzcnbcrg hielt es hoch an dcr Zeit, cine Entschließung iibcr dre Eisxnbahn zu ,fasscn, wcpzt man nicht dcr Leyte in Deutschland fern und Öl?, nachthetitgen Folgcn ciner Verspätcicn Entschlixßung doppxlt bußcn ivoll-e,--„Die Er- fahrung habe längst entschtedxn, daß E1scnb9bncn 1:1, civiliitrten Län- dern nicht entbehrt Werden kbitiitbri. “Ye Minister batten sicher iibcr- 1cqt, ob sie die Verantwortung cmkr chrzogcrung dem Lgnde gegen- über übernehmen könnten, Und es wiirdechhalb ohne Zweifel bald eine Vorlage gemacht Werden. Ob nnmticlsi „dcr Landiag vertagt Werde, komme weniger in Betracht, aber zu Wil1lschetj set, dqß noch auf diesem Landtage cine Vorlage krfolge, damit dgdlzrch die Ver- heißung der Thronrede in erfreulicher, das Land befriedigender Weise erfiillt werde. Schließlich sprach fich der HerrRednrr dafür aus, die Anträge in Erwägung zu ziehen. -_ err von Tiott glaubie, man könne die Zweckmäßi keitsfrage riickxixbtlich der-Eislilbahnen m Kur- hessrn iiberhaupt fiiglich bei Seite lanen, da hlekllbkk au_ch NJW!) die längste Diskussion in der Stände-Versammlung-schwerlich em ganz sicheres Resultat werde erzielt Werden„ Ohnehin herrsche dariiber kcine eigentliche Meinungs-Verschicdenhctt IWM)?" der Reglexung und der Stände-Vcrsammlung; leytcre habe sich mehrfach in dieser, Be- zichung ausgesprochen und erstere dnrch dte,propomrte Bewilligung von 15 Millionen Thalern die Absicht dkutltch ,3" erkennen gegeben, unter Umständen den Bau einer Eisenbahn bcxbtrkch zu Wollen._u11d zwar in einem Umfange, wie die Wenigsten Mtiglxdcr dcr Stande- Versammlung es im Augenblicke wohl wünschen,)iwchtyn, deten An- sichten darin iibereinzustimmen schienen, daß zunachst eme Giundlagc fiir das kurhessische Eisenbahn-Systcm cgcbcn werbe musse, als Welche nach der Memung der meisten «tändc-Mttgliedcr wie dex Techniker eine Bahn von Kassel nach Frankfurt zu, bgfmchten Zet. Daß die Stände-V'ersammlung auf die Propofitionen in ihrer „gro en Allgemeinheitnicht ein ehen köuyr, bedürfe keine„r zveitci'cn Ausfiihrung, indém er wcniZstens |Z durch senke verfqssungsmaßag übernommgne Ver- pflichtung gchtndcrt sehe, derselben zuzußnnmen. Er erlaube sich emen atz- nähcrndcn, dcm beabsichtigten Zwexk entsprechenden Antrag. (Ders. isi in Nr. 38 d. 2]. Pr, Z. mitgetheilt.) 5- Herr voji-Eschwege be- merkte: nach der dermaligen Sachlage könne dcm qunbahn-Pryjekie kein größererVorschub geleistet werden, als Wenn man dasselbe m der

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Beilage zur Allgemeinen Preußischen Zeitung.

Montag den 19“en Februar.

Richtung auffasse, wie es vom Herrn von ,Buttlar und in einer Be- ziehung vom Herrn von Trott geschehen sei. (Hierauf stellte der Red- ner scinen schon in Nr. 3-54 mitgetheilten Antrag,) Sein Antrag sei auf eine bestimmte Rate gerichtet, weil er dadurch alle Interessen, die des Staats, dcr Siände-Versammlung, so wie der V,]11-Ujlter- nehmcr, am meisten gesichert hakte. Bekanntlich werde bei einem Ac- tien-Untcrnehmen die vortheilhaftesie Richtung gewählt, Ersparniß erzielt und dadurch das Interesse des Staats gefördert. Die Regie- rung Werke nach seinem Vorschlage ohne Mitwirkung der Stände- Versammlung die Eisenbahn zu Stande bringen können, was zu wün- schen sei, da die Wirksamkeit der Stände-Versammlung bei der der- nmlich Geschäftslage nicht mehr von langer Dauer sein könne,

Herr Eberhard. Das Eisenbahn-System habe anerkannter- maßen allkrdings wesentliche Veränderungen der gewerblichen Vcr- bälmiffc zur Folge gehabt, wodurch fiir Viele die bisherige Erwerbs- qurlle vcrsiege. Eben so hätten die Eisenbahnen aber auch auf He- bung der Production, auf Steigerung des Bodenwerthes und des National-Vcrmögenö iiberhaupt wesentlichen Einfluß, und an die Stelle der abgeänderten Verhältnisse trktcn Weit einfiußrcichcrc Unterneh- mnngcn; eine mehrjährige Erfahrnng stehe auch in Deutschland zur Seite. So viel scheine gewiß, daß diejenigen Staaten, Miche sich von dem Systeme ausschließen, nur die Nachtheile haben und nicht auch die Vorthciic desselben ge'nicßen und in ihrcr Industrie gigen diejenigen Staaikn, wclche Eisenbahnen bksißen, zurückbleiben wiirden. Auch denen, welche nicht so sehr fiir Eisenbahnen eingenommen seien, miißten sie wenigstens ais nothwendigcs Uebel erscheinen, um nicht cin nock größeres Uebel he'rbeizufiihrkn. Auch fiir Kurhessen komme es wohl nur noch darauf an, ob die Kräfte des Landes es csiattetkn, sich dcm Cisenbahn-Systcme anzuschließen; in welcher WMS, in Wel- cher Richtung? diese Frage"" fordern Ermittelungen, die nur von der Regierung ausgehen könnten, Bequemer sei es freilich, der Regie- rung das Ganze zu iiberiassrnz dadurch wiirde aber die Stände-Ver- sammlung ihre vrrfassungsmäßtgen Befugniffe überschreiten; sie könne sich in keinkm Falle einer Priifung der Hauptfrage entschlagen. Auf dem Wege, dcn die heute gestellten Anträge audeuteten, werde die Sache nur vertagt, dcr endlichen Erlcdigung aber nicht näher ge- bracht Werdkn; denn auch für sie wäre die Aufklärung 11othrvendig, wclche man sich fiir die Propositionkn erbeten, jedoch nicht erhalten habe. Selbst durch Annahme der Propositionen Werde die Eisen- babn-Frage ihre Erledigung nicht finden, da die Regierung, ohne sich mit den Ständen iiber die Mittel und deren Aufbringung verstän- digt zu Haben, das Unternehmen wohl nicht zur Ausfiihrung brin- gen ivcr 1.

Herr von Ochs: Wenn es auch zu beklagen sei, daß, wäh- rend man in anderen Ländern bereits die Eisenbahnen befahre, deren Anlegung in Hessen noch nicht beschlossen sei, so sei es doch besser, diesen Zeitpunkt später eintreten zu laffcn, als durch eine übereilte Entschließung vielleicht einen Mißgriff begangen zuhaben. MitRccht lasse sich vorausseßen, daß der Regierung die Wohlfahrt des Landes sehr am Herzen liege. Der Ausschuß kenne nicht den Stand und das Resultat der Verhandlungen mit anderen Staaten, Weshalb man noch nicht zu einem bestimmten Entschlusse gekommen sei, und weshalb auch eine be- stimmteVorlage an die Stände noch verzögertworden. Unterden gegebenen Umständen habe die Regierung keine andere als die gestellte Propo- sition machen können. Indessen finde er gegen die vom Ausschuß beantragte Ablehnung der Proposition nichts zu erinnern, denn wenn die Stände-Versammlung die Verantwortung nicht übernehmen wolle, eine ?lusgabe zu bewilligen, wozu kein Voranschlag gemacht sei, so werde, da chcr nur nach seiner Ueberzengung stimmen könne, dies Niemand tabcln, ungeachtet in andcren Stände-Versammlungen in ähnlichen Fällen ein Vertt*aue11s-Voimn vorgekommen sei und man hier eben so gut in die Einsicht, die Fähigkeiten und die Rechtlichkcit der Staatsjnänncr Vcrtrauen seHen diirfe, welche bei diesem Unter- nehmen thätig sein würden. Werde aber der Ausschuß-Antrag, wie er vvrliege, angenommen, -- dann sei zu erwarten, daß die Stände- Versammlung aUSeinandcrgehe, ohne daß etwas für die Eisenbahnen geschehen sei, was gewiß zu beklagen wäre.

Herr Wippermann erachtete den Bau von Eisenbahnen fiir Kurhessen notthdig; der richtige Zeitpunkt dazu sei schon friiher gekOmmen geMsen; er sei boriibcrgcgangen und dadurch sehr Vieles Verloren. Bei einem noch längeren Verzug sei der Eisenbahnbau in der Zukimft völlig unmöglich. Es sei zu bedauern, daß die Re-

icrnng noch nicht einen festen Entschluß iiber die Frage gefaßt zu Zabert scheine, ob iibcrbanpt gebaut werden solle oder nicht. Er stimmt für Erwägung dcr gestellter: Anträge in dem Gedanken, daß vielleicht bei der Erörterung darüber eine Entschließung der Regierung hervor- gerufen und so der Eisenbahnbau gefördert werden könnt'. (Schluß folgk)

Gricchenland.

© Athen, 26. Jan. Ich werde Ihnen nur wenig Neues zu melden haben, was Sie nicht in unseren Zeitungen finden könnten. Die Stadt ist ruhig, obschon unter ungünstigen Aussichten aller Art. Wer boch steht, darf sich in Griecheniand stets vorsehen, daß ,er nicht schnell falle. Wer aber jest eme hevarragende Stelle etn_- nimmt und auf dicser seine Pflicht gegen König und Vaterland nut Eifer und Treue zu erfiillen strebt, der lst kemxn Augenblick vyr Nach- stellunqen sicher. Dies gilt dermalen z. B. nn wahrsten Smne des Worte?; von Kaiergis. Er, den nach dem 15.September alle Freunde der Ordnung und Ruhe fürchteten, darf jcßi, wo er der Liebling und Trost aller dieser geworden ist, vor deqen zittern, die früher um und mit ihm gewesen sind. KeinMinisier isi sicher, wenn er sein Porie- feuiile behält, und jedem droht das Aexjgs-ie. wenn er dasselbe me- derlegt. Nie seit der Einführung der Koinglrchen Gewalt haben sich in Griechenland die Parteien im Allgemeinen und die Parteihäupter einzeln fo schroff, keck und gewaltthatdrohend “gegeniiber estanden, als in diesem Augenblick. Zum Glück, steht der Konig felsenFesk und sieht sich auch nicht mehr allein. Käme es zum Aeußersten, so würden Tiichtige aus allen Parteien um ihn ft-ehey. und ein einziges ernstes, unzwrideutigos Zeichen unbedingter Berettwtlltgkeit zur Hiilfe von Seiten der Gesandten Englands und Frankreichs würde sogar Einreichen, Ach von seinem Wink abhängig zu machen. Was wir ca er hoffen

odcr fürchten sollen, in bestimmten Umriséen und klaren Worten aus-

zudrücken, dies ist unmöglich. Wer kann ehaupten, daß dieses Toben und Schmiiben der Parteien gegen einander zu wirklichen Gewalttbä- tigkeiten fiihren werde? Aber wo ist auch nxtr die geringste Bürgschaft dafür, daß nicht aus dem Schoß: der Nataonal-Versammiung selbst dix Impulse zu Unordnung hervorgehen müssen, wenn es so fort cbt? Nacht nur ist die befke Aussicht da, daß die Abgeordneten heute übers Jahr noch nicht mit der Berathung des Verfassungs-Cnthrss zu Stande gekommen sein werden, sondern auch die Leidenschaften werden mit jeder neuen Sivun mehr entfesselt.

Heute findet die seZfte Siizung sinkt, und in ihr sollten die §§. deö“ ll. Kap. des ersassungs-Entwurfs über die ßaatstechtli en Ver- hältnisse der Griechen weiter berathen werden. So eben agt man

mir aber, es hätten wohl dreißig Deputitte unter gewaltigem Lärm die Aussetzung der Berathung und das voriäufi eAnhören von Petitio- nen und Anträgen erzwingen wollen, die sie selb einzubringen für ut

cfunkcn. Weicher Art Anträge da mit vorkommen werden, das e- ?agen bereits alle Zeitungen, namentlich jene, deren Aufgabe darin besteht, alle Griechen als des riechischen Staatsbürgerrechts unfähig und unwürdig zu erklären, we che nicht innerhalb der Provinzen des Königreichs auf dem Jestlande oder höchstens auf Negroponte ein„e- boren find. Daß solche Verla" en außer- und innerhalb der Nano- nal-Versammlung zu den ernftesien Reibungen führen müssen, ist na- türlich, und gewiß wäre es schon zu gewaltthätigen Auftritten gekom- men, wirkte nicht auch der Respekt vor den englischen und französi- schen Krieqsschiffen wohlthätig mit zur thunlicheu Niederhaltung der Leidenscha ten.

GroßenLärm hat die am 24sien erfolgte Ankunft des bayerschen Capitains oder Ober-Lieutenants, Grafen von Rechberg, als Courier des Königs von Bayern an seinen Königlichen Sohn in gewissen Kreisen dahier hervorgebracht, und namentlich bei einem Theile unserer resse. Alle Zeitungen gehen bei ihrer Besprechung der Ankunft des rasen von Rechberg von der Anficht aus, derselbe überbringt! dem Könige vorzugsweise Mittheilungen, welche sich aus die Mission des Fürsten von Walierstein nach London und nach Paris bezögen, Ich weiß etwas Genaues nicht, von Personen aus der Königlichen Um ebung erfahre ich dagegen, daß der junge Graf, welcher eine höchst ürmi- sche Ucberfahrt hatte, bei Hofe gnädigst empfangen worden ist, und daß bet den Allerhöchsten Personen die Briefe der Königlichen Ael- tern und vexschicdene Weihnachtsgaben große Freude hervorgebracht habxn. Dre Hoffnung , dercn Redacteur aus gewichtigen Grimbejz den Deritschen sehr giinstig sein sollte, die aber noch keinen Augenblick aufgehört hat, im Geist des ärgsten Bavaresenhasses re- digirt zu werden, selbst neuerdings nicht, wo der Bruder und Ge- hiiise des Redacteurs nach München abzugeben edenkt, um dort seine leyte künstlerische Ausbildung zu erhalten, Yeschäftigt sich sehr ernstlich mit der erwähnten Mission des Fürsten von Wallcrstein, schickt aber ihren Betrachtungen die unbedinqte Behauptung voraus, daß in den September-Erctgnissen so wenig, als wie in den Be- schlüssen der National-Versammlung, fiir irgend eine deutsche Macht, auch nicht für den König von Bayern, ein Grund oder eine Ver- anlassung zu irgend einer Art von Intervention gegeben sei. Noch besser als Herr Levidis will Hcrr Sophianopulos unterrichtet sein, der Herausgeber eines seit dem September von Zeit zu Zeit erschei- nenden Flugblattes, welchem die Unternehmer den Tif'el, der Fort- schritt gegeben haben, mit dem aber gleichen Schritt im Vor- wärts zu halten, bereits vielen Leuten aus dem September, die iLre Zwecke erreicht haben, nicht im Traume einfällt. Der Zweck er Mission des Fürsten von WaUersiein nach den Hauptstädten Eng- lands gud- Frankreichs besteht nach der Ansicht Herrn Sophianopulos' hauptsächlich darin, König Otto Befreiung von den Zinszahlungen “". die Schußmachte fiir eine gewisse Zeit zu erwirken. Darin er- blicki der Fortschritt aber auch eine große Voreiligkeit; denn erftitch frage es sich ja noch, ob die Nation überhaupt die fra liche Schuld von 60 Millionen anerkenne, und dann unterliege es sel | in diesem Faile erst dem Bcschluffe der Nation, ob und bis zu welchem Betrage. sie selbst sich als Schuldner bekennen wolle, da unstreitig, wenn nicht die ganze Schuld, doch der bei weitem größere Theil der- selben, von Bayern übernommen werden müsse, von dessen An ehö- rigen das Geld verschlungen worden sei. Damit noch m'ché zufnedcn, biirdet der Fortschritt Bayern noch eine weitere Verbindlichkeit auf, nämlich die, fiir die Zeit von drei Dezennien zur Königlichen Civilliste alljährlich eine Million Drachmen zuzuschießen xc. Es isi dies Alles hier zwar schon öfter gesagt ynd gedruckt worden, ich glaube es aber jexzt besonders erwähnen zu müssen, da man die Ge- müther in Betreff der erwähnten Mission des Fürsten von Waller- siein so allseitig und mit so sichtbarem Erfolg zn' bearbeiten und zu erhißeu anfängt, daß es zuleßt doch nicht unwichtig ist, die Hebel, die dabei benuxzt Werden, ins Auge zu fassen. Graf von Rechberg wird bis zur nächsten Dampfboot-Gelegenheit hier bleiben.

Morgen gehen etwa 30 Deutsche mit nach Triest. Bei der Ungunst des Weiters werden sie die am 23|en abgegangene „Athene“ wohl bald überholen, mit welcher iiber 150 Landsleute eingeschifft worden sind. Aus dem ganzen Archipel gehen Nachrichten von Un- fällen zur See ein, zu denen sich wieder allerlei Sagen von began- genem Seeranb gesellen. Auch von großen Stürmen und von vielem durch sie angesiifteten Schaden auf dem schwarzen Meere melden unsere Briefe aus Smyrna und aus Konstantinopel.

Der unbekannteste unter den vier Brüdern Grivas gesiotben. Skin Tod wiirde unerwähnt geblieben sein, wäre er nicht Mit lied dcr National-Versammlung gewesen. Den inGrixchenland gewexnen Deutschen .wird wohl Theodor Grivas am hexen m Erinnerung sein, namentlich allen denen, deren Anwesenheit da ier oder in Patras bis zuriick in jene Tage fiillt, wo der öLentliche „Rechtszusiand elegent- iich noch einen Capitano seine ganze errlichkeat entfalten lie“ , Tage, während welcher-sich Grivas einen großen Ruf zu erwerben mußte.

Zwischen einzelnen Unfällen im Handel gewinnt dieser doch, namentlich der Kieinverkehr, immer mehr an Lebhaftigkeit, und es werden namentlich von den hier ansässigen Europäern fortwä rend hübsche Geschäfte gemacht. In einem deutschen Blatt: habe 1“ ge- lesen, daß seit dem September deutsche Vorlegesahiösser hier einen sehr gesuchten Artikel bildeten. Im Scherz liegt dieSmal die purße Wahrheit. Aber trotz aller Vorsicht mid m_»tz d_er Säuberung der Stadt von vielem Gesindel durch Kalergts wird immer noch barba-

risch gestohlen,

Handels - und Börsen - nachrichten.

Berlin, 17. Febr. Je mehr sich bei unseren erfahrenen Böesmmä, _n- nem durch die täglich neuen Eisenbahn-Projekie ein sehr natürliches Riß- bcha en einstellte und das allgemeine Vertrauen, zu finken begann, de m freulicher wurde der am 14ten d. M.):rdsfzntlichte Erla St. Excellenz des Herrn Fiuanz-Mimfters m Betreff der aufkeimen- den neuen Projekte aufgenommen. - Wir glauben wohl im Stuntman,“ Leser zu handeln, wenn wir diesen Gegenßand nicbt unbeaibm [»I-u, nu dabei bemerken, daß es gerade fiir unsere Börse und f r den soliden Fottbcßand des_Geschafts nich1s giebt, um) den M nen Wünschen mch hätte entsprechen können, als mf: , , machun . Sie ! ßt uns mit uverscbt hoffeu,_ns;dß ** Volks nner durchdachten und ,en Kontra!!- nmun?»ßsx» nicht auf eine überwältigende Werse übnscbavt und W __ werden. - Wie Lehr der Guß der Zeit .Waßbs _ .: schreiten der Eisen abn-umernehmungmyath; * :x * uud großartig dies in unserm Vater!». „„ . », durch die bereits fertigen und BoW. * weis, andererxtiw aber dür en „m: muß.,»- daß es eine obenswerthe- ck|- ? den Bau der Zweigbahneu (in o em ße '

dige und dem Zweck der Haupt-BahnnW