1844 / 55 p. 4 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

34-1

Namen der

Abfertigungs - Stellen.

W a a ]“ e a von denen

der Mosel-Zoa er- hoben worden.

(Zentner,

Ohne Erhebung Z a h [ des der Mosel-Zollcö abge- F a h rz e u g e, fertigte Waarcn,

Summe

sämmtlichcr Waasen.

(Zentner, (:entnur.

ftromauf , siromab

stromab st:oma-.:f stromab siromanf stromab

Kohlen ...... z darunter Transitguter...

Trier ....................... ; . ...... darunter Tmnsttguter. . .

.. 210 .. 210

., 2765 .. 2765

- 245 40,00); 51 1,013 134,9:11 -"_ - 210 12 19- :*4,912 37,677 55,706

211 "_ 2765 __

76 448

Summa. ., 2973

darunter Transitgüter. ..

VNjabk ...... , ...... darunter Tmiisitgater. . ..

, 2975

k.“-

. .).)11 . -1 1:38

448 76 ()*-“(Z 97

197 84,715 , 101 1,598 87,690 101 1,040 189 *- ! -- 2975 12 651 102,81 15 ; 21 16,057 [08,376 208,260 190 _" ; 4108 72

*mebr........,. Also in 1842

Transitgiitcr ................. w e :! ig e k .................... TtanSitgut-r .................

. 2591) . ] ] 6 (]

An der Sii'éffsahrt auf “de! Mosel im Jahre 1842 haben die Schiffe dcr eitmlnen Staaten in folgenden. Verhaltnissen theilgenommcn: “Preußen .......... 560 Schiffe mit 249,029 Cn, Ladung,

Luxemburg ....... 176 Frmikrcich........ 46» » .,

20.1110 " ); 8,(]9l )) ))

1210 Schiffe mit 278,330 Ctr. Ladung,

Darunter Tampfschiffe 451

1,09 l » 1)

Auf der Lippe Wurden im Jahre 1842 verscbifft:

zn Thal ........ 780,932 31: Berg ........ 317,45“.) im Ganzcn ..... 1,098,;-:01

Crx,

)]

Ctk.

Tir Verkehr auf dem Rhein-Rhone Kanal betrug in den Jah-

trn 1841 und 1842:

1842. 1841,

Im Hafen

Eröffnung Kanals.

Seit Epoche der Eröffnung.

des

Centner. Centner.

Centner.

673,04!) 285,002 7,9;"14,900

84 1,000 1,895,2()0 5, 976,780

1, zu Straßburg. 2,311 Hünningen. I. zu MMbauscn

6,933,810 28. Nov. 1832 14,723608 1, 49,255,770 12. Juni 1829

Juli 18:10

Summa 8,91(),942 8,712,980

70,91:;,188

Ten Schluß des Berichts bildet die nachstehende Uebersicht dcs, Vc)- kchrs der Dampfschiffe seit ihrer ersten Einfiihrung auf dem Rhein im

Jahr? 1627 bis zum Jahre 1812, Es winden transportirt

:. von der kölniichen Gesellschaft im Jahre“ 1827 “1828 1829 1830 1831

“18152 .

1 833 1834

18515 .

1,850“ 1837 1838

1839 .

1840

b. von der düsseldorser im Jahre ........ 7 .“

Reisende. Wanken. „17- 57,135 83,292 142,452 52,580 181/142 60,105 180,321 71,572 10:1,996 97,971 213,912 ..... 114,00.» 137,14» . 113,447 181,075 136,961 151,503 ..... 53,581 202,158 ..... 211,391 201,948 . . . . 323,903 207,183 ..... 460,941) 259,797 538,201 290,072

. .567,809

81,028 118,779 114,966 157,002 ..... 152,347 “179,600 ..... 182,723 211,296 ..... 228,677 209,882

42,942

Frankfurt a. 1). O., 21. Febr. Ve

ReFierung erläßt in dem heute auögegebenen Amtsb anntmachung: „Der Allerhöchsienorts zum Koiischator der Kunst-

Die hielsige Königliche atte folgende

Denkmäler ernannte Baurath von Quast wird bei scinenUmreisen in der Monarchie von allen im öffentlichen Bxsißc befindlicher: Kunst- Denkmälern und deren Beschafßnheit Kenntmß nehmen,

Sämmtliche Lokal- und

nter-Bchörden Unseres Verwaltungs-

Bezirkes werden daher auflglefordert, dem :c. von Quasi in vorkom-

menden Fällen nicht nur n

e erforderliche Auskunft, sowvhl an Ort

und Stelle, als auf schriftliche Mittheilungen zu gewähren, sondern auch de en Anweisunf bis auf Weiteres da Folge zu leisien, wo dcr-

Yhßsi veranlaßt

Wßlge Maßregeln m

stiren. Zuglei

ehen sollte, etwa schon getroffene, nicht zweck- Bezug auf Erhaltung jener Denkmäler zu

werden alle Behörden und Corporationcu des Vrrwal-

tungß-Bezirsbierdurch gcmessenst angewiesen, von jederbeabsichtigtcn

eranderung cines Kunstdenknmls - wobei es keinen Unterschied

macht, ob dies ein Bau- oder Bildwerk, Gemälde, Kuusigcräth :c. beinfft » so wie von 2kede'm neu aufgefundenen Gegenstande dci'Art

uns vorher re teiti gewärtigen. chz g

nzeige zu erstatten und unsere Anweisung zu

In „gleicher Art ist auch der Königlichen General-Direction der MMM in Berlin jede Auskunft über Vorhandensein oder Beschaffen- YZMTWU Kunstdenkmäler zu ertheilen, welche dieselbe etwa erfordern

Yiese Maßregeln finden übrigens auf alle derqleichen Kunst- de'kkmal" ohn! Auonahme Anwendung, welche sich iiicht im völiig

s'e'm Püvakeigenthum befinden.“

rivat-W,

Til t, 1 - - - in d" tadt XÉbent-(K. 3.) Nach der statistischen Tabelle sind

de en ' . Psasate.FaFZieen M1 lieder und Gesinde.

, v cke.85er riei enKir eaneörie "m'?"- 2118 Inden mitg milz s;? o ck 9 h g

Tau umm Shui e_n sind 11,251 udkutickxe Bl Cwil- nwohner, darunter 18511 Q bis 14 Jahren incl, 34 litthauische.

*

1,9 polnis inder im

. ihren Vor ädten 86 öffentliche Gebäude, „,a “set, 294 Fabri gebäude, Mühlen und Speicher, "ck in (“S“ SRU"!!! *.*-"d Schoppen, 5563 männliche, 61-12 weib-

umme 11-616 Einwohner mit Ausschluß des Militairs, In der Ehe leben 1618

KFZ;": köW-kaxoizmm des Civilstandcs sind 10,902 evan-

stkVMÜUs F 1 i j

“" 2 3 __ __ 1, 1 18,1 11,10 21 1,686 17,620 21 “- „„ 1 [103 60

. hne Staatsbürger- mde. Nach den vorherrschenden e und 425 litthauische chulfähigen Alter von 6

Ausland.

Deutsche Buudcsstaatcn.

_ Bayern. Münche11,15.Febr. (J.M.) Vom *1,Dc;cmber 17442 bis dahin 11445; wurden in- dcr Ci'idiiizrse Miinchen-Jreising 265 theils Messen: und Zahriag», thrils andere gottesdiknstliche Stiftungcn gemacht und obcrhirtlich konfirmirt. Tic Kapitalicn, niit Einschluß Von 9 Stiftungen, wclche aiif (Silken und Grundstücke fundirt wurden, betragen die (I)esammt-Summe von circa 70,000J-l.

Die Stiftung de's geistlichrn Unterriihtö fiir Erwachseiik, Welcher alle Sonntage Nachmittags um 211hr in dcr Frauenkirche stattfindct, ist erst in neuerer Zeit von dem geistlichen Rathe, ])1'. Herrn Haid, gegründet worden. Sie erhielt auch im abgrlaufencn Iahrc wirdcr namhafte Beiträge, namentlich vom Stifter, mit Vorbehalt dcs Zinscngemrsscs auf Lebenszeit cin Kapital von .'1000 Fl., so daß zum besagikn Zwecke bcreits cin verzinslich angcllgécö ziapital von 112025 Fl., und mit Einrcchnnng cines Aktivrestrs von 500 Js, «- line Gesammt-Snnime Von 19,425 Jl. vorhandcit ist.

Die hiesige Kinder-Heil-Ansialt unter der ärztlichen Leitung des Königlichen Hofsiabs-charztcs ])1'. Buchner hat so eben ihren Jah- rcsbericht fiir “1813 Veröffentlicht. Bekanntlich wird in dieser Anstalt täglich Von “12 bis “1 Uhr kranken „Kindern uuentgcldlich ärztliche'r Rath erthcilt und die dürftigen erhalten auch die Medikamente un- entgeldlich auf Rechnung der Anstalt; im Nothfalle werden die kranken Kinder selbst in ihren Wohnungen besucht. Im abgelaufenen Jahrc wurden 242 Kinder ärztlich behandelt, von denen 173 geheilt, 7 ge- bessert entlassen, 374 ausgeblieben, ohne das; der Erfolg der Behand- lung angezeigt wurde, 15 gestorben und 0 in Behandlung verblieben sind. Das Vermögen dicses Pi'ivat:J11stitutcs beträgt 500 Fl., die [161 der Sparkasse angelegt sind; die Einnahmen zunächst aus den Gaben einer Anzahl Wohlthätcr betrugen im verflossenen Jahre 166 Fl, 45 Kr., die Aiisgaben 255 Jl. 6 ki". (darunter angelegtes Kapital 40Fl. und Apotheker-Rechnnng 194 Fl.), so daß ein Passiv-Rcsi von 88 J!. 21 Kr. besteht.

Eine Verordnung iiber das Aufsuchen von Waarcu-Vesiclbmgcn durchHaudcls-Rcisende bei Konsumenten in Nr. 6 des Regierungs- blattes enthält folgende Bestimmungen: „§. 1. Dcn Handels- Reisendcn, inländischen wie ausländischen, ist das Anbieten vonWaa- ren und das Suchen von Bestelliingen mit oder ohne Vorwctsung von Mustern mn" gcstattet: :|) bei bercchtigtrn „Kaufleuten, und zum:“ bei diesen unbedingt; 11) bei berechtigten Fabrikanten und kaerbs- leuten, bezüglich der für ihre Fabrication oder ihr Gewerbe erforder- lichen Stoffe und Werkzeuge, bei allen anderm! Peisoneti abcr unbr- dingt verboten. “.'. Von diesem Vcrboie sind die Weinhandlung- Reisenden ausgrnomnieu; ihncn bleibt das Suchen von Bcstxlliingrn, wie bisher, auch bei Konsumenten gcstaitct. §. „';. (5,51'1'11'11 Handel;“: Reisknde, welche den vorstehenden Bestimmungcn zuwidcihiiiidrln, qt nach den gcgen den Hausirhandcl bcstxhcndcn. Sii'afbi'itinnmmgeit kinzuschrcitcn. Außerdem soll denselben dic ei'thciite Bcwilligung un-

nachsichtlich entzogen werden.“

Straubing, 13. Febr. (F. M.) Nachdem seit, der Restau- rirnnq der Klöster in unserem Vaterlandc mir ein einziger Konvent des Ordens der Varmhcrzigcn, niimlith zu Ncubnrg a. d. Donny, bestand, so haben Sr. Majestät der König genehmigt, daß„anch in unserer Stadt diescr scgcnbiingindc Ordcti_z11r Plegc 1111101110101" Kranken eingefiihrt wi'rdi'. Tic" fi'ici'liihc Eröffnung dcnclch soll dis- halb schon dieser Tag?, wic man hört, den 20stcn d., stattsmden.

Sachsen. Leipzig, 22. Febr. Die Dciitschc Allg. Ztg. enthiilt folgcndkn Aufsah „ans dem nichiprcnßischen Westphalkn.“ Auf die Gefahr hin, cincs unblgrkiflich bltiidcn Kchcrihums bejschnl- digt zu erdctt, mag co gewagt werden, einige, Bdinerkiiiigcn 01st- sondere über die Oeffentlichkeit des Verfahrens m-burgerltchen Sir?!- tigkciten iiicdcrzusckxt'cibcn. Referent, als zum Richterstande gehorig, darf don vornherein wohl die hier und da gcmmhic Behaub-tung, abs seien die Juristen iiberhaupt in dieser Sache gar lltchk„ZU horcn, wcil sie Partei seien, als Eine niiht dcr Widcxlcgunq bedurfkndc Vercin- zeltc Vcrstandcs-Kmnkhcit bezeichnen? Wozu fordert dem) der Ge- skßgeber Gutachtcn von Mcrkantilen, Pdstalcn uiid Industriellen, don Obergeritbten und Kreis-Synoden? Die, Berthcidtger ,und Wortfuh- ter der neuen Einriihtuug fühlen ganz richtig, iveiin ste ganz beyon- drrs uns tömisch und kanonisch gebildete Rixchtsmaimcr zu den 1111- gläubigen zählen, sie machen es sich aber cm 111009 zu bequem, 111- dem sie uns erst, so zu sagen, zu rabenschivarzeu Uiigeheuri'n aussiiif- fiken und dann denKampf gegen uns ('r-önnen. Sie legen uns nam- lich ganz falsche Beweggründe unseres Unqlauben? 11111107, 11181111 sie das Publikum überreden wollen, eine geistcofaule Zahigkeit, sk! es, was uns hindere, dem allgemeinen Strome zu folgen, oder wenn ie gar in äußerster Ucbertreibung behaupten, „wir fiirchtrten,_ unser kW!11)t in den Fillen Räumen unserer unbewachten Amtshcrrjchast z_u VENUS- ren.“ Leun unsere Gründe nicht besser wäre", dann wahrlich waren es jämmerliche Eimveudungen, die fiir den Gcsehgcber nicht die ge- ringsie Schranke zu bieten hätten. Es giebt aber Gottlob noch In- risien, bei denen Herz und Kopf auf der rechten Stelle siven; solche Männer haben unserem Gegenstand ernsihafter nachgedacht und im Allgemeinen gegen die Oeffentlichkeit des Verfahrcs in bürgerlichen Streitigkeiten an efiihrt: „Wir finden unseren gemeinen deutschen bürgerlichenProzeY nicht so unretibar schlecht, daß er nur durch völ- lige UmwandlungOneu gestaltet werden könne, wir finden ferner nicht, daß gerade die effentlichkeit das alleinige Heilmittel sein könne, wir hält!!! aber das ganze Rechtöleben fiix eine so durchgreifeud bedeu- tuquolle Sache im Staate, daß wir uns vorläufig nicht für ein

Pro : ückcken étkläreu können.“ Gesch eber fiir den biit etlichen Proze dürften nach unserer Auffassung 11 er den Zweck des xii'yteren

eigentlich drei Gesichtspunkte leiten: Vermeidung der Rechtsstreitig- keiten iiberhaupt, Ermutelung des wahren Rechts, Erleichterung und Beschleunigung dkß Verfahrens, wo es unvermeidlich ist. Zur Cr- reichung dixser drci Hauptzwrcke soll unser jcßiger Prozeß gar nicht geeignet sein, die Oeffentlichkeit aber soll vorzüglich das allgemeine Rethtsvcrfahrcn ausbilden und sich deshalb für die drei Richtungen fruchtbgr erweisen. Da dies der bedeutendste Vorzug der Oeffentlich- keit scm soll, und gewissermaßen derjenige ist,dem die iibrigen sich unterordnen, so wollen wir dies ciner näheren Prüfung unterziehen,

EH war kcm Werk der Laune und Herrscher-Willkiir, daß der gcrniamsche öffentliche Prozeß Wohnung nahm in den geschlossenen Gerichtszimmern, es wurde dies vielmehr auf dem Wege freier Ent- wickelung mit Nothwendigkcit hervorgerufen, und so möchten wir denn für das Wiedereröffnen der Gerichtsthiiren gleiche innere Noth- wcndigkcitkn habe'n. Das Leben und seine Verhältnisse und das darauf anzuwendende Recht sind nun aber inzwischen so unendlich bunt cze- wordcn, daß das biirgki'liche Recht leider wohl niemals wiederum “ein Gcmcingut Werden wird. Die Geschichte weist wohl nach, daß ein- waiidcrnde Völker eine ganze vorgefundene Lebens- und Rechtsbildung erdriiät und rohrrc, aber auch einfachere Verhältnisse hervorgebracht haben, aber eine friedliche und freiwillige Umkehr zu größerer Ein- fachheit dcs Lebens wird sich geschichtlich nirgend aufzeigen lasen. Anf Gruvd dicser Bcobachtung diirfen wir daher den Wunsch, daß die bürgerlichen Rechts-Vcrhältnissc einmal wieder so einfach wiirdkn, das; die Rochtökcnntniß cin (Heinkingut Werden könnte, wohl für imerfiillbar halts". Man wird sagen, es wäre doch eigentlich sehr natiirlich, daß das Rccht ltwa wie die chcnsdiätetik Gkgc'nstand dcs allgemeinen Wissrns wäre; wohl wäre es das,abcr sind wir dcnn uoch1vohl so natiirlich und cinfmh, um an die Möglichkkit diescr Ausfiihrung denken zu können? Wer nnterdenLaicn es nicht schon von selbstjvciß, das; hcutigcs Tages das Wissen eines Arztes, cines Gottes» und eines Rechtsgelehrteu sich so virlfältig VélZWé'igk hat, daß es in sogenannter allgemeimr Bil- dunq nicht crstbiipft werden kann, sondern (“ines besondkrkn Betrikbes bi'dnii'f, dcr möge sich nur erst ein wenig orientircn in diesen drei Jächcin. Die Lobrkdncr dcr Oeffciitlichkeit haben dicse Beobachtung auch nicht gänzlich Übi'l'sl'hkn können, wie sie denn deshalb sehr bc- dcnkliih sind, mit der Oeffentlichkeit (im Civilprozesse) zugleich (He'- schworcnc einzuführen, wohl einsehend, das; andere Vorlagen Vorhan- den sind als bkim peinlichen Verfahren. Wenn wir somit die Wie- dcrbclcbung und Wiedergewinnung einer allgemeinen Rt*ch1s:Uc-be'r- zeugung iiberhaupt fiir sehr fraglich haltkn miiffi'n, so können wir nnsnoch wetiigcr davon iibcrzciigkn, daß sie geradc durch einen öffent- lichcn Civilprozcß erreicht wiirde, und können den Verthkidigern der Lcffcntlichkeit jedenfalls aufgeben: „Weist uns crsi einmal nach, daß diirch dic Lrffentlichkcit das Rccktsbcwußtsein Verallgemeinert, erwei- tert worden ist, aber speist uns nicht mit eini'nt: „Es unterliegt gar keinem ;5wcifel, es folgt aus der Natur dchache“, ab, zeigt uns vielmehr die Folgen der Natur der Sache!“

;Zugcsianden mm auch, das allgemeine Rechtsbcwußtsein wiirde zunehmen, wie soll sich denn nun eigentlich im Leben die Thätigkeit dr.“; an den öffentlichenGerichten theilnchmendluVolks gestalten? Es soll dariiber waihcn! aber wie? Da tönt uns nun vor allen Dingen entgegen: Es sollnichts im Geheimen geschehen; was das Lichtscheut, taugt nichtö :c. Ganz recht, wrnn geheim verheimlicht wärq, aber man färbt das an sich unschuldige Wort viel schwärzer/ und willglau- dcn machen, “211115, Was nicht auf offenem Markte geschehe, seien Bu- bensircichc, Wir haben hier wiederum die schon oben gctadelte Un- art, das zu Bekämpfendc erst zum kleinen Ungeheuer zu maihkn. Zu unseren Gerichtsakten ift bekanntlich außer (mit Vollcm Rechte) .de-n Votis nichts Verhcimlicht, die Partcien, ihre Anwalt?, selbst bei mäßig bcschcinigtcm Interesse Dritte können Alles sehen, was darin enthal- ten ist » 1111011 11011 0.51 in „10115 1100 851 in mum10 Und da wir 1713 außerdcm mit unserer Geschäsiö- Direction nicht sehr genau ]lt'hnklll, sondern wie echte 11.111139. (11! 780115 gkrn unsere Mitbriider mit unseren „iniercssanten Fällen“ bklästigcn mögen, so möchte die Hciiitlichkeit nicht so gar gefährlich und namentlich nichtdasjcnige sein, was imscrcn gemeinen deutschen Prozeß am meisten entstellt. Wenn man dagegen von dem Gksichtspimkt aWJeht, da[; alle Parteien sich eigentlich ihrer Prozesse schämen miisitcn, so kann kein Pio- zes; das Txgkslicht vrrtragcn, und Wenn man deshalb bci dcr cinzufiihrcndcn Okffentliihkcit Verlangen wollte, daß alle Pl'VZkssk ohne Ausimhme voi“ offenen Gerichtsthiircn vc-i'handeli Wer- dcn miisxtcn, so wollen wir ;ugebcn, daß mancher Pioch; Vcrmieden, aber auch manche gerechte Forderung unkrlcdigi bleiben würde. Wir glauben nun aber auch, daß die eigentliche Kenntnißnahme Dessen, was in den Gerichten gcschicht, auf andere Weise viel eher Verbreitet iverdcn kann als gerade durch die Oeffentlichkeit, dcnn wenn einmal dci“ Reiz der Neuheit davvn ist, so wird sich die Sache gestalten, wir sik icht in den rheinischen Städten ist, wovvn sogleich. chn man aber im Allgemeinen der Einfiihritng dci" Oeffentlichkeit gedenkt, so denke man doch ja auch derselben im Besonderen und Speziellen. Zn Priuszcn hat man die Gerichte in Flecken und Städten, in ande- ren Ländern oft auf Törfkrn, so 3. V. im Hannoverschen sehr häu- fig auf einer ['11131'1111'11 Domaine", Wer soll sich denn da der Oeffent- keit bedienen? Man wird nun freilich sagen, verlegt die Gkrichtk in die' Städte! Der Wechsel der Residenz dci" untersten VerWaltungs- nnd Gerichté-Bchördcn hat immer ktwaö Mißliches. Aber man rc- f1'1'il'c uns doch einmal getreu, wie es sich selbst in den größer?" kritischen Städten gemacht hat. Die eigentlichen ();-"59.9 «öli-[n-(s; ausgenommen, überläßt man das Vi'smhcn der (I)ei'icht§lokiile „doch, Wenn man die Wahrheit gestehen soll, nur den p1'0fi'ss1011lk11'1-1'Nichts,- thucrn, dem Fremden und Reisendrn. Dieses gedai'ikcnlosc Horex! mit halben Ohren, dicses Hinrin- uud Hinauolaufrn cines ,schr geringen Bruchtheils dcs Volks, ich glaube iiicht, daß dqrauf cine allgeincmc rcchtlichr Ucbcrzengung, noch wenigcr irgciid eiiie 2111 0011 Cltjflllß anf den Richter begriindet werden kann. Die Mündlichkeit ["Il-EVU?- Malischcr Verfassung hat in lrhterer Bczichung cm viel großerks («,cwickt.

200 kommen auf den gutcn Einfluß, den durch die Oeffent- lichkeit die öffentliche Meinung anf den Richter außübcwsouo Das soll nim eigentlich im Spkzicllcn die iiberwachcndUc Thattgkeit des„Vo1ks sein, daß es eine moralische Einwirkung ausiibr. Ha!)?" Wlk„_11un aber gcschkn, wie jvcnig darauf iibcrhaupt zu rechncn ski, sVIMUsskU wir geradezu erklären, daß wir diese FyrchU'J, ""ht ""t dem WWW cines unabhängigen Richtcr-Amts vereinigen konncn. Es sollen nicht alleinDrohungen und GcWalt-Maszregkl" ,W" "b,?" hkk, sVUÖM' auch Gunst, Gabi", Mißbilligung und UUzUsULdÉF'h?!t Vo" 11,111?" hkk “" dem Richtcrwirkungslos abprallen, exsol! ja einztgimd Klik!" das Geseh zu seiner Richtschnur haben. Darm liegt eigentlich der, Segen der Justiz überhaupt, daß sie ohire Ansehen der Person bei Hohen U11d (Heringen einen wirklichen endlich?!1 J,"?dk" herzl'skkllk" ""Standß ist- während die Unsicherheit des “objektiv'eu Rechts endlds sem wurde, wenn man der öffentlichen Meinung emen leitenden Einfluß gestatten wollte, besonders wenn Geschworene zii exkennexi hätten. Aus dein ö entlicheu Kriminal-Prozesse konnen wir einstweilen lernen, daß wir nicht erst zu den Franzosen zu gehen brauchen, um zu gewahreu, was Weinerlichkeit Courtoisie egen das andere Geschlecht und übel. ange- brachtes Mit cideu für S adefn thun. Voraudgxseßt nuwalso, daß wirklich durch die Oeffentlichkeit das Volk sich ,emes morglischen Em- flusscö berühmen könnte, so können Wir und nicht entschließen, diesen

zu loben, Manche kleinere gegen die Einführung der Oeffentlichkeit xprechende Gründe, als da find Schwierigkeit der Organisation, Kost- pirliFit :c., dürfen wir wohl gar nicht einmal erwähnen?

ir haben uns an dieser Stelle unmöglich umständlich und strcng methodisch über diesen Gegenstand aussprechen können, wir erklären auch, daß wir froh unserer Zweifel noch gar nicht zu den Jnkurabeln gehören, wir können uns aber nie mit den zu allgemeinen Gesichts- punkten befreundet! und halten es deshälb auch bei dieser Sache für unumgänglich nothwendig, wenn man ernstlich fördern will, erst die Vorfrage zu erledigen: Wie wird sich in jedem besonderen Lande die Sache gestalten? Denn wir haben uns in Deutschland in unseren rechtlichen und gerichtlichen Verhältnissen zu Verschiedenartig entwickelt, als daß Ach gleich in Eine Form ginge,

Orstcrrcichische Monarchie.

«1- Prag, 18. Febr. Die seit längerer Zeit in unserem Lande anwesende Hof-Kommission zur Unterdrückung des Schleichhgndels wird nun bald nach Wien zurückkehren, um bei der obersten Finanz- Behörde jene Maßregeln in Antrag zu bringen, welche auf Grund- lage der gemachten Beobachtungen uiid gewonnenen Erfahrungen als nothwendig erkannt wurden, um die Granz-Vcwachung nnd das Kontrollwcsen entsprechend vervollständigen zu helfen. Die vielen Wohlthatcn, Welche der Chcf dcs Zolbvescns durch Absendung dicser Kommission unseren Fabrikanten gewährte, tretcn zum Theil jryt schon hcrvor, durch bcmerkbare höhe're Thätigkeit in jenen vielc'n Zweigrn unserer Industrie, Welche bisher durch den Schleichlwtidi'l mit ausländischen unverzollten Waasen so empfindliih beeinträchtigt wnrdru. Waren es bcsondcrs die mit der Verarbt'itung der BMW- wolle beschäftigten Gewerbe, wclche bisher durch die ungeseyliche Wanken: Einfuhr vom Auslande sehr gehemmt, so sind es gerade auch sie, welche slit der Wirksamkeit jener Kommis- sion wieder mehr fiir den einheimischen Bedarf beschäftigt sind; namentlich herrscht in unsercn Spinnereien cine grö- ßere Thätigkeit, und mit dem derniehitcn Begchr haben sich auch die (Harnprcise sehr gehoben. Auch in den Webereien und Truckeicien fängt eine etwas vermehrte Beschäftigung an, obwvhl die Ungewiß- heit iiber die Art der unscremZoll-Tarifc bedorsiehendcn Akiiderungcn fortwährend den Verkauf der Wanken sehr vermindert, da Jedkr nur auf den momentanen, iiothwcndigsien Bedarf sich beschränkt, um nicht jenen Wechselfiillcn ausgescht zu sein, die der neue Tarif für mrhrerc Waarcngattungen unausweichlich herbeiführen wird. Allgemein ge- wünscht wird übrigens, das; auch fiir die Erzeugniffe aus Schafwolle Maßregeln eirofsrn Werden möchten, um die unverzollte Einfuhr der- selbkit zu crizchwcrcn, denn auch diese fiir uns doppelt wichtige Zn- dusirte, Weil wir den Rohstoff in so großer Menge einheimisch pro- duzn'ett, war bisher den Beeinträchtignngen durch den Schleichhandel schr ausgeseht. Theiss wurde eine Schein-Jndusirie zur Deckung deffclbcn benuht, besonders in Rcichenbcrg, wo eine einzelne Fabrik das Zehnfache an Wollenwaaren nach dem Innern der Monarchie versendete, als fie nach dem Umfange ihres Betriebs zu erzeugen vermochte; theils aber wurde an anderen Punkten des Landrs blos Von Händlern das Einschwärzcn von Wollcuwaarcn in großem Um- fange betrieben, besonders in Böhmisch-Leippa hat die erwähnte Hof- Kommission große Waaren-Quantitäten ausländischen Ursprungs und viele Schleichhändler eingezogen, worüber zahlreiche Steuer-Prozesse von Belang abgeführt Werden.

Vor einigen Tagen starb hier dcr ehemalige Theatcr- Direktor Stiepanek, welchcr als der Neubegriinder der böhmischen Bühne, um deren Bestand einkn seltkiien Eifer entfaltete. Einkn großen Theil der zahlreichen von ihm ins Böhmische iibersexztcn Theatci'siiicke _- freilich meistens Koyebucsche Rührsiiicke odcr stürmische und klirrende Rittcr-Schanspiclc -* brachte er auf dem von ihm hier etablirten böhmischen Theater an Sonn- und Feiertagen, vor dcm Bkginn des deutschen Schauspicls, zur Aufführung, und gewährte hierdurch den untercn Klass?" der Bevölkerung eine sehr zusagcndc Fcicrtags-Untcr- haltung. Die höher Gebildcten - bei uns durchgchcnds dem Deut- schen zugewendet - fiir das böhmische Theater zu interessircn, konnte [vcgrcifiichcrwäse nicht gelingen, und dcr von dem gegenwärtigcn Pächter unseres ständischen Thrakers, dym Zikgclcibesiylr Stöger, unternommene Bau eini'ö eigenen böhmischen Theaters, wo durch einige Zcit auch an den Wochentagen gespielt wurde, hatte so gerin- qcn Erfolg, daß die Auslösung der böhmischcn Truppe bereits be": stimmt und das Theatergcbäudc ziim Verkaufe ausgeboten isi.

Spanien.

)( Paris, “15. Febr. Ueber die Wegnahme des spanischen Dampfschiffcs „El Valear“, welches „den Dienst zwischen Marseille und Cadir versieht, zu Alicante berichtet 11101 der Capitain dicses Schiffes an die Herren Gebrüder Vidal, Conjignntaire der spanischen Pakctbötc zu Marseille, in folgendem Schreiben aus Alicante vom 1. Februar: .

„Herr (H, Mcrclo: Am 251101 dcs lebten Monats kam ich zu Cadix an, dci“ Herr Consignatair haste meine Abfahrt fiir dcn 27s1e11 angescht; indem er uns Kakao, Taback, Indigo und qndcie Waareu blos für diese Stadt, Valencia und Barcelona an Byrd-schtckte, hatte dcr bksagte Con- signatair fiir angemrssen erachtet, uns die Pizfllb voti Nimcria, las Aguilas und Cartagena iiberspringcn zu lassen, da von fur die. besagtcn Häfen Weder Wanken, noch Passagiere hattcn;_1vir fiihrcii von Malaga am 20s1en ab, indem wir unsere Richtung nach dicjcr Stadt 1'1]!schillgkn, und im Vorbeifahren vor las Aguilas Wollte ich eine Stunde brunch, Welche dichit mir gestattete, um dort einiges (Held einzunehmen. Zu der That fuhr ich um 7 Uhr wieder ab, und stencrte diesem Hafen zu. Ob"? irgend eine Nachricht zu haben, ging ich um 8 Uhr Morgens hier vor ?lnkcr, nnd noch in derselben Stunde erlaubte mir die Sanitätö-Zntcndanz die Einfahrt. Da kam ein Capitain zu mir, mit dem Befehle des (Heuerakö, daß ich unmittelbar vor ihm zu erscheinen habe. Ohne alles Mißtrauen, da durchaus Niemand von dem, Was vorging, mich untcriichtet hatte, trug ich kcin Bedenken, dem obenbesagtcn Capitain zu folgen, der 11011) im Augenblicke, wo wir aus Land stiegen, dem (cheral als Vcihaftctcn vorßrlltc. Während dieser Zeit rich- tete man zwciGcschüye der Batterie desMolo aus das Schiff. Dann schie er mich in Kenntnis; davon, daß die Stadt sich pronunciirt habe, daß er Herr der Stadt und der Forts sei, und daß " 10181111) dcs Paketboots bedürfe, um es zum Kriege auszurüsten. Er gab mir den Befehl, das Schiff auszuladen und frei zu machen, und zu gleicher Zkik bcgab fich cine bewaffnete Macht nach dem Schiffe. Mein Untcr-Capitnin (zu::omj), in Unkenntniß von dem, was vorging, wollte sie zuriickwcisen, indem er fich widersetzte, daß sie an Bord kommen; allein Alles war vcrgebcns, da man sich „des Schiffs bemächkigt hat, und wir sind als (Hefangcne geblieben, Esc-isi 8 Uhr Morgens, und man ist noch mit Ausladung des Schiffes be- schaftigt, und wir wissen nicht, was man mit uns anfangen wird,

((H-z,) P. Man“, Capitain dcs Dampfpakctbootcs „Bakcar.““

Das Schreiben im französischer: Urtexte ist so schlecht iliict daß es eine wahre Miihe war, eine zusammenhäugmide Uebeitsétzismg, davon zu machen.

Tunis.

M Paris 17. Febr. Binnen Kurzcin werden wir wa t ein- lich, Nachrichten ,von Bedeutung von Tunis her bekommen.h scZkach Briefen aus Genua hatte dix Flotille, Welche bestimmt is, im Noth.- falle gegen den Bey zu operiren, diesen Hasen verlassen; sie besteht

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aus den Fregatten „Angelo“ und _„Txipoli“ und zwölf Kartonier- Schaluppen. Der Capitain Courtotß fuhrt den Oberbefehl über die Flotille. Vor dem Beginn der Jetndseltgkeiten soll der sardinische Konsul zu Marseille dem Bey das Uiiuitatum seiner Regierung über- reichen, und noch einen Versuch Zu' gutltcher Beilegung der Differenz machen. Andererseits heißt es, dite Pforte erinuntcre den Bey zum Widerstande, zu dem wohl ersichtlichen Zwi'cke, die Suprematie über die Regentschaft wieder zu erlangen. Em Abgesandter des Sultans sollte an den Bey, von Konstaytmopel aus, abgeschickt werden. Unter diesen Umständen wird Frankreich, daß gegeiiwärtig nnr ein Dampf- schiff zu Tunis hat, wohl einichrtegsschiffe dahin schicken miisen, um seine Landsleute daselbst fiir dkii Fall zu schii'hc-n, daß es wirklich zu Feind- seligkcitcn zwischen dem Bey und Sardimcn käme. Denn es ist vor- auszusehen, daß es mit der Sicherheit de'r Christen ohne Unterschied der Nation zu Tunis zu Ende ist, wenn wirklich ein Krirg ausbricht. Man hatte kiirzlich auch von dcr Absendung einer Schiffs-Division nach dcn 51110111 von Marokko gesprochen, abkr bis cht hat dieses, auch in di: Journale iibcrgegangene Gerücht durchaus keine Bestäti- gung erhalten.

Wkichel Chevalier iiber die Durcbstecbung der Land- engen von Suez und Panama.

ck Paris, “15, Febr. Unse're Zeit scheint bkrufcn, die Ver- wirklichung mehr als 20103 der großen Problems zu schen, zu denen der menschliche Gedanke wohl in de'r Velgangenhcit schon sich empor: zuhcbi'n vcrmochtc, wiihrend die Ausfiihrung kniivkder an der Thril- nahinlosigke'it di'r Muffen, oder an derllnzulänglichkcit dcr nmtericllcii zumal mechanischen Mittel Wai“, oder auch an der durch Kriege, Um- wälzungen und Wirrkn aller Art bcwegtcn politischen Weltlagc schri- terte. Mit dem Eintritte eincr ruhigeren, fricdlichcrc'n Zcit, mit der daraus herVorgcgangencn Entwickelung einer humancranenkweisc und das aus drr frcicrcn Vcwegung der Gcisier erwachsenen Fortschrittes in Wiffcnschast und Kunst, mußte sich in dt'msclben Maße, als die Schranken fielen, nielchc friiher cine Scheidewand zwischen Land und Land und Volk und Volk gebildet hatten, auch die allgemeine Anf- mci'ksamkeit vorzugsweise auf allcs das richten, was das mit immi'r größerer Macht hervortretknde Streben nach gcgcnseitiger Annähe- rung, nach Erleichterung der Verbindungen und des Verkehrs selbst Mit Von einander entfernter Nationen unter sich, zum Ziele zu fiih- ren geeignet ist. Es erscheint unsjcßt ganz natiirlich, wcnndcr schon dor nikhrcren taitsend Jahren von einem der altägyptischen Könige gefaßte Plan einer Durchstechung dcr Landenge von Suez Behuss der Verbindung des mittelländischcn mit dem rothen Meere, ernstlich wieder herdorgesucht, und zu gleicher Zeit der wo möglich noch groß- artigere, und in seinen Folgen noch weniger berechenbare Plan einer direkten Verbiudnn zwischen dem atlantischen Ocean und dem stillen Weltmeere durch einen iiber die Landenge von Panama zu führenden Kgißal gefaßt und allen Ernsics zu seiner Verwirklichung vorgcarbeitet w-r .

Dic Durchstcchung des Isthmus von Panama ist eine Frage von doppelt wichtiger Beziehung, einmal in olitisch-ökonomischcr, dann in kommerzieller Hinsicht; sie" umfaßt zugleich eine der schwierigsten Auf- gaben fiir den Jugenicur, und in allen diesen Beziehungen war da- her Niemand kompetenter zur Behandlung derselben, als Herr Michel Chevalier. Von diesem ist eine treffliche Schrift über Suez undPa- imma erschienen, die auch in diesen Blättern, welche zu wiederholten Malen schon diescm Gegenstande ihre Aufmerksamkeit zugechdet ha- brit, eine chrende Erwähnung und Besprechung verdient,

Herr Michel Chevalier giebt zuerst mit der Klarheit und Schärfe, welche dem kcnntnißvolien Manne eigen sind, eine Darstellung der geographischen, geologischen und hydrographischcn Verhältnisse des Isthmus yon-Panama; dann in kurzen und doch vollständigen Ziigkn dine geschichtliche Skizze der crsten Vesißnahme durch Columbus, Jer- dmand Cortez ,und Balboa, so wie der Versuche, welche gemacht wurden, um LME!!- Durchganq zwischen dem atlantischen und dt'm großen Ocean z,u smdcn; er fiihrt die fiinf verschiedenen Linien auf, auf welchen eine Verbindung zwischen den beiden Meeren mit sqrbßcrc-r ode'r geringerer Leichtigkeit sich herstellen ließe; unter- ncht und erörtert die Natur der Arbeiten, welche ausgcfiihri werdcn tiiüßten, um dieses Ziel zu erreichen; endlich bespricht er der Reihe nach jede der Richtungen, Welche am leichtesten ausfiihr- bar zu sein scheinen, und geht dann mit der Autorität cines Mannc's, dci" 111 dergleichen Dingen Vollkommen zu Hause isi, in eine gclehrtc Auöetnandersehmrg der Bcdingungcn ein, welche erfiillt wrrde'n miisscn fiir die Herstellung eines Kanalwegcs von dem eim'n Meere zum an- deren. Ich beschränke mich darauf, hier nur Einiges anzusiihicn, was er über die Linie von Chagrcs nail) Panama sagt, als welchc, wie es scheint, die wenigsten Schwierigkeiten darbietet.

Diese Linie (sagt Herr MichelChcvalicr) wiirde von de'!" Punkte des Zusammenflusses drs Trinidad und des Chagres auSgi'hcu und den See Vino Tinto zur Rechten lassen, um kinen anderen See zu dni'ihschueidcn, der noch gar keinrn bestimmten Namen hat; denn es ist i'it! noch so jnngfräulicher Boden, daß selbst die charakteristischsicn Ziige der Gestaltung des Bodens, Berge, Flüsse und See“" noch nicht einmal feste Namen haben. Von da wiirde man längs dcs Lyric), cines Skikenflusscs des Cagno Que'brado, der selbst obcrhalb dcs Tri- nidad in dkn Chagrcs sich ergießt, in geradci'i'inic bis zu den Quel- len des eigentlich sogenannten Bernardino fortschreitkn und ihm bis auf etwa 5 Kilometres von dk!" Bai des Chorwro folgen. Man würde alsdann sich links wenden, um die Anhöhen Von Cabin zu umgehen und an ihrcanße hin nach dem Meere zu sich zu Wenden. So wiirde man bis zum Rio Farfan und zum Rio Grande gelangen, Auf der einen wie auf der anderen diescr Linien isi dchanal sehr kurz, und derPimkt, wo die Wasserscheide zu über- schrciten ist, wäre in einem unverhofften Grade niedrig. Zwischen dem Seo Vino Tinto und dem quuas fand ihn Herr Mork! nur “11 Meeres 28 Ccntimetres über dri“ mittleren Mecrhöhe von Pa- nama. Von dem Zusammrnfiuffe des Trinidad und des Chagres nach dmn Bkrnardino hat er ihn mir 10 Metres 40 Ccntimetrcs hoch ge- funden. Es wäre daher hinreichend, daß das Meer um die Höhe eines der niedrigsten Häuser von Paris sich erhöbe, auf daß eine na- tiirliche Verbindung zwischen dcn beiden Oceanen hergestellt, und Süd- Amerika eine von Nord-Amerika vollkommen losgetrennte Insel wiirde. Und da nichts leichter und gewöhnlicher ist, als Erdeinschnitte von 15 bis “16 Meti'cs Höhe zu machen, ja manchmal ohne sonderlich große Anstrengung solche bis auf 20 Metres “getrieben wer- den, so sieht nian, daß man, ohne iiber die Gränzen der gewöhnlichen Arbeiten hinauszugchen, den Kanal raben könnte, indem man ihm an seiner Mündung die gro e Tiefe von 7 Metres gäbe m der Art, daß er selbst zur Zeit der niedrigsien Ebben blos voii dem Wasser des Meeres gespeist würde. Dies wäre dann buchstäblich eine kiinftliche Meerenge. Aber in dem morasiigen Boden, auß welchem dieses Querthal von einem Ocean zum anderen bxsieht, mußte man leicht den n'o'thi en Wasserzusluß sich verschaffen konnen, ohne zu dem Meere seine ' uflucht zu nehmen. »Ein Kanal von solcher Lage müßte übri ens eines schwachen Wasservorrathes

sem feuchten und niedrigen Terrain wäre das Durchsiikern, wek-iheö untcr allen Ursachen des Verlorengehens von Wasser bet deuxikanalen die am meisten einwirkende ist, in keiner Weise zu fürchten sem.

Was die Länge des Kanals zwischen Chagres und Panama iiach der zulexzt von Herrn Morel vorgeschlagenen Linie anlangt, [o wiirde dicselbe 75,400 Metres (“19 Post-Lieueö), und wenn man die schiff- bare Strecke des Chagres abrechnet, nur 54? Kilometres betragen, wovon 28 auf die Seite nach der Südsee und MZ auf die nach dem atlantischen Meere zu kämen. Dies wiirde sonach einer der kürzesten Kanäle der Welt sein. Noch bemerkenswerther würde er sein durch die Abwesenheit der Schleuscn, denn es wiirde keiner solchen bedüx- fen, außer an den beiden Endpunkten, um den Wirkungen des Stei- gens und Jallens des Meeres vorzubeugen, indem vermittelst der Thore, mit denen jede Schleuse versehen ist, das Waser im Kanal wiihdiend der Flath und Ebbe auf einer bestimmten Höhe gehalten Wut e.

Einmal im Flnffe haben die Schiffe unter dem JortSan Lorenzo, welches die Stadt Chagres beherrscht, einen Wasserstand von 53? bis 7-Meircs 82 Centimetrks; dann im Kanale bis zum Trinidad we- nigstens finden sie eine ungefiihr qlcichc Tiefe. Vom Meer her fließt das Wasser, indem es sich vertieft, sehr schnell. 1800 Metres von der Barre hat man 17 Metrics Wa] er.

Auf der Skike dcs atlantischen Meeres wäre man sonach ganz nach Wunsch bedient. Nach dem skillen Meere hin birtet sich natiir- lich der Hafen von Panama dar, den man mit mehr Recht als eine Rhede oder sclbst als einen (Holf bezeichnen könnte, denn er ist ein weit offener Raum, der mit schönen Inseln übersäct isi. Nirgends können die Schiffe dort auf dkn Grund laufen. Die Küste senkt sich sanft- und erst auf 2111111911006 vom Lande findet man zur Zeit der Ebbe 6 Metrcs Wasscr. Um des besseren Schutzes willen legen die Schkffe untcr ciner Griippc von drei Inseln an, welche 8500Metres von der Stadt der Mündung des Rio Grande gegeniiber liegen und Llemco, Perico und Flamingo heißen. Von da werden die Ladungen auf Pirogucn nach der Stadt geschickt.

Dl!" Rio Grande, durch welchen der Kanal in den stillen Ocean mtsiniindrn wiirde, bietet an seiner Barre sehr wenig Tiefe dar. Zur Zeit der Ebbe beträgt dieselbe ein bis zwä Metres, und man findet auch erst in einer gewissen Entfernung im Meere einen Ankerplay, geeignet fiir eine Kt'ikgs-Korvettc oder für eines der transatlantischen Paketböte nach dem gegenwärtig im Bau begriffenen Modell; aber längs dieser ganzen Küste findet man unter dem Schlamme in geritt- qer Tiefe cinen nmdreporischenKalkstein, grobe Korallenlager, der eine. Ausgrabung unter dem Wasser sehr leicht zuließe.

Bci Besprcchung dcs Planes zu einer Kanalfiihrung iiber die Landenge Von Suez hat Herr Michel Chevalier vorzüglich die Unter- suchungen benuxzt, welche Herr Lepure seiner Zeit dort machte, der bekanntlich auf Befehl des Kaisers Napoleon dahin ging. Auf diese grstüht, giebt Herr Michel Chevalier eben so interessante als geist- reiche Bemerkungen über die Möglichkeit der Herstellung der alten Waffer-Verbindnng, die einst Suez mit einem Arme dcs Nil verbun- den haben, und die unter dkm Namen des Kanals der Könige von Sesostris begonnen, von Darius Vollendet worden sein soll.

Ich wollte durch diese kurzen Andeutungen und Auszüge nur die Bedeutsamkeit von Herrn Michel Chevalier's neuer Schriftnachweisen, die danch ind Deutschland sicherlich mit dem größten Interesse gelesen wer en wir .

Eiscnbahncn.

bedürfen, welches auch seine imensionen sein möchten, denn in die-

„Zahlen-Verhältniffe der österreickxisckxen Eisenbahnen,

Die Kaiser“ Ferdinands-Nordbahn, Sie ist 42 deutsche Meilen lang, www" auf die Wien:Lundenburger-Briinncr Hauptbahn 20 Lundenburg-Olimühcr ................. “15 .. Pkkt'i'ilikkai-ipniklk ..................... .'Z ,. Wicn-chkcrauer ........... . .......... 4 Meilen kommen.

Ihr Anlagc-Kapital besteht aus “153; Millionen Gulden in C.-M., welches theilWeise durch 14,100 Actieu aufgebraiht wurde. Die Meile kostete 330,000 Fl.; sic unterhält 42 Lokomotiven fiir die Bahn- dicnste. Vom '1. November 1839 bis zum 31. Oktober 1840 wur"- den durch sie 228,368 Personen, 5714058 Ctr. Waaren transportirt und hierfiir 588,53-143 Fl. 56 Kr. eingenommen und 451,09? Fi. 40 Kr. ausgegeben. Die Regiespcscn beirugen demnach gegen 70 pro Cent,

Vom '1, Novcmber “18-10 bis zum 81. Oktober 1841 wurden auf derselben 234,125 Reisende und 929,347 Ctr. Güter transpor- tirt; die Einnahme dafiir betrug 800,959 Ji. Vom 1, November 11241 bis 31. Dezember 1842, somit in 14 Monaten, wurden 706,856 Personen gefahren und *1,704,490 Ctr. Giiter befördert und hierfiir '1,4-1Z,747 Fl. (!.-M. cingknonmicn.

Tie Gesammt-Auslagcn betrugen in dem letzteren Zeitraum: 955,6!10Jl, “15 Kr., daher 63 pro Cent; drr Rcinertrag War 490,057 Fl. 15; Kr. (!.-M.

Vom “1. Januar bis incl. 80. Novrmber “1813 jviirden 615,435 Personen, 1,572,“190 Ctr. Waaren bc'fördert und hierfiir 1,*117,167 J!. 13 Kr. in Empfang genommen.

Ihre Actien (zu 1000 Fl,) sind nunmehr weit iiber den Nomi- nalWerth gestiegen.

Die Wien-Gloggniher Bahn. Sie besteht als solche mit einem Fonds von “10 Millionen Fl., Welcher durch 25,000 Aktien pro 400 Fl. bkrbrigeschafft wurde. Ihre Länge beträgt 10 den che Meilen. Sic verwendet 30 Lokomotiven, Eine Meile koiiete 700,000 Fl. C.-M.

Vom 16. Mai 1841, als drm Eröffnungstage der Bahn, bis “1. Juli “1842 wurden durch sie “1,305,*.151 Personen befördert, und an Fahrgeld 711,265 Fl. 11) Kr. C.-M. eingenommen, Die Aus- gaben fiir den Betrieb in dieser Zeit betrugen 376,831Fl., der Nettogewinn demnach 334,433 Fl. 48Kr. C,- ., und die Betriebs- kosten 53 pro Cent.

Dcr Bahnbetrieb Vom “1. Juli 1842 bis 81. Dezember 1842 trug 489,690 F1, 1!) Kr, C.-M. eiii," darunter der Güter-Transpott, im Gewichte von 380,781 Ctr., 65,235 Fl. 2 Kr. (!.-M. Die Ausgaben in diesem Zcitraume beliefen sich auf 222,26!) Fl. 28 Kr., mithm ergiebt sich ein Rein-Ertmg von 217,320 Fl. 57 Kr., während die Regiekosten sich auf 50 pro Cent stellten. Der Bahnbetrieb rentirte demnach mit 4 pro Cent.

Vom 1. Januar bis 30. November 1843 Wurden trans ortirt: “],-[14,852 Personen, “1,076,521 Ctr. Fracht, und hierfür 98,917 F1. 10 Kr. (!.-M. eingenommen. _

Die BudWcis=Linzet Pferdeba 11. Sie isi 17 den e Meilen [an und wurde mit einem Kapital: ufwande von 16 Fl. 7 Ki“. . M. hergestellt. Die Meile koskete demnach 97,3 kl.

Zhrc Frequenz und Einnahme waren seit dem JahrsWW is 1th folgende: