1844 / 113 p. 2 (Allgemeine Preußische Zeitung) scan diff

' ' t ät!“ : Aufmerksamkeit zn,widmen, damix gezvagte Contra- Z:;tttixttteen hnichgtskunentdeclkt bleiben, v-elmehr der grundltchsten und un-

parteiischen Untersuchung unterwvrfcn werden.

a 18." A ril. (Amtsbl.) Dxr sxit dem Jahre 1838 in der ZFU- leschenp gebildete Frauen-Verem fährt forf, segensretch zu wirken. Dae für das Jahr 1848 am 21. Februar d. I. dem Vereine abgelegte Rechnung weist nach anbaarer Etnnahme 119Rthlr. 14 S r., an Ausgabe 97 Rthlr. 20 Sgr. 9 Pf., dahex Bestanb Ll Rt lr. LZ Sqr. 9 Pf. Die Einnahme hat sich 9116 tznlde'n Bcr- trägen'der Verekns-Mitglieder und aus dem Cribs für abgeseYte Lofteric-Loose gebildet. Die Ausgaben bestehen l'hllls m Untersiu-z: zangcn an momentan verarmte und xverschämte Orts-„A-rmen, thetls fiir angeschaffte Bekleidung solcher Kinder beiber chrtstlxchen Konfes- sionen, wclche wegen mangelnder Wintcr-Bcklmdung dre Schule ntht hätten besuchen können. Deren Anzahl beträgt 84, woruntcx 80 Mad- chen und 4 Knaben. Der Judustrfe-Unterricht in der dortigen Kym:- munal-Schule ist auch im verwichenen Jahre Von je Weider Veremö- Damen kontrollirt und der Lehrerin, so wie den Schiilerinncn, dik erforderliche Hiilfe geleistet,

A u s l a n d. Deutsche Bundesstaaten.

I(- Aus dem Königreiche Sachsen, Mitts April. Mit lebhafkem Interesse lese'n Freunde der deutschen Literafur auch rm Auslande die zur Oeffentlichkeit gelangcndcn Entscheidnngrn des ber- liner Ober-Censnr-Gerichts, und es wäre gewiß kein undankbares Unternehmen, dieselben, sOWeit sic loösprcchend sind, in eine fortlau- fende Sammlung zu vrreinigen. Sie sind [cl)rrcich untcr Verschie- denen Gesichtspunkten, doch will ich nur Einen bezeichnen, der meines Wissens nach niemals hervorgehobcn worden und doch wichtig gqnug ist: man wird wenigstens theichis in Stand gescßt, „zn beurthcxlcn, bis zu welchem Grade die schweren Klagen über Ccnsurdruck und dessen traurige Folgen für die geistige Entwickelung der Nation bc- gründet seien. Theilweiö --- denn wenn das Geritht dcm Censor beitritt, fehlt natürlich jeder Anhalt. Aber solche FäUe bilden untcr den bisher Vorgekommenen die unendliche Minderheit, und es liegt eine lange Reihe von Aufsätzen vor, denen das (Be- richt die vom Censor versagte Druck-Erlaubniß «rtheilt hat, die also dem geiftigen Fortschrittc entzogen werden sollten und ihm wic- dergegcben, Welche zahlreich und Verschiedenartig genug sind, um ein Urthexl darauf zu gründen. Dieses nun kann bei allen Unbcfangcncn kaum anders ausfallen, als 1) daß der vorgeblichc Ccnsurdruck für:- Wahr erträglich sein möchte, die Bedenklichkciten dcr Ccnsoren bis- weilen wohl crklärlich und niemals schikanös erscheincn3 2) das; die qeistige Ausbildung des deutschen Volkes nicht um ein Atom ver; kümmert worden wäre, Wenn all jene Dinge ungedruckt blicbc'n; ich kann davon auch Bruno Vauer's Geschichte der Politik u. s. w. nicht anonehmen, obwohl sie Korrespondenz-Artikel im voraus als etwas fast Unerhörtcs angepriesen haben.

Bxiläufig noch eine Bemerkung iiber das Persönliche der Ange- legenhett. Wer ind die Kämpfer, Welche mehr oder minder siegreich biteben, gehören ie zu den hcrborragendcn Geistern der Nation, ha-

. ben sie bereits (9 Bedeutendes geleistet, daß man jeder WeiterenGabe von ihnen gekpannk enkgegenslehk? Nichts von dem Allen - man begegnet den meisten Namen zum ersienmale, außer eiwa in den Spalten mancher Zeitblättcr; aber das gutmüthige Publikum, wclchxö sich sonst dadurch manchen beriihmtmt Mann aufdrängen ließ, begretst nach gerade, daß dirschétungs-Taktik einc Nachahmung der auf Gez gensertégkcét bcgränbrtcn Lkbens- und Fcum'schade*1t-Vm*sschcmngen scx.

ZZ Leipzig, 21). April. Wie man hört, ist dm“ Stadt-Rath vvn Leipzig ntcht abgeneigt, dcr hiesigenkatholischenGemeindr, wrlchc eine eigene Kirche für sich zu bauen beabsichtigt und um einen Play dazu verlegen ist, einen solchen unentgeltlichabzulassen. Gowiß wäre dieser Beweis von Toleranz und Freigrbigkcit gegen die katholische Kirche gerade im grgcnwärtigen Augenblicke und gcradc als von Leip- zig ausgehend, doppelt rrfreulich und aucrkctuwnswvrth.

Baden. % Mannheim, “16. April. Ein in den Jahrbüchern des hiesigen Ober-Hofgert'chts veröffentlichter Kriminal-Prozcß gegen den prnsionirten Hauptmann Möller gehört zu denjenigen Vorkommenhci- ten, die nicht sowohl Zorn, als Verachtung und Ekel erregen; friiher War es rathsam, davvn zu schweigen, und auch dermalen erwähne ich ihn nur, um daran die Bemerkung zu knüpfen, daß das Ereignis; durchaus isolirt dasteht, und von den Standesgenoffcn in Baden nicht milder beurtheilt wird als anderer Orten.

Nachdem das unangemessene Bezeigcndcs Genannte" im Sommer und Herbst des Jahres 1840Verdacht erregt hatte, ergab eine gegen ihn eingeleitete Kriminal-Untersuchung, daß er unterm “17. Septcmbcr und“19. Oktober zwei Schreiben an dem danmligen sranzösischcn Kriegs-Minéster gerichtet. Ihr Wesentlicher Inhalt ging dahin: Möller wünsche Frankreich niileich zu sein, biirge fiir zehntausend Mann, sobald die französische Armee den Rhein überschritten habe und werde eine deutsche Legion der Freiheit bilden, wozu Alles bereit sei; dazu gehöre (Held, doch Werde einstweilen ein Wechsel von etli- chen tausend Franken ausreichen. Alles hänge von einem Ueberfalle ab, durch welchen man KarlSruhe und Stuttgart nehme, um sodann au die Donau bei Ulm vorzudringem er erwarte die Befehle des Ministers und werde sie pünktlich aus übten. -- Merkwürdig genug, ist die vorgefundene Antwort auf das erste (freilich nich't schr in die Sache eingehende, sondern mehr allgemein gehaltene) Schreiben bet“- nahe nichtssa end; als das zweite in Paris cinging, brach eben das kriegslustige Ministerium des Herrn Thit'ks zusammen.

Der Verbrecher ist in ztvciter Instanz, wogen entfkrnten Ver- suchs des Landesverraths, zu einjähriger Zuchthausstrafe verurtheilt worden; viel härter muß ihn die wohlberdéente allgemeine Verach- tung treffen.

Grh. Hessen. Darmstadt, “18, April. (Fr. Z.) Heute skÜb,„gegen 8 Uhr, siarb hier Se. Cxcellcnz der Großherzoql. Ge- nerallreutenant und Gouverneur der Residenz, Hr. Reinhard Freiherr von Dalwigk, Großkreuz deo Großherzogl. Ludwigsordens, in seinem 74sien Lebensjahre und nach 54jähr1ger Dienstzeit. Seine militairische Lanbahn begann in einer kriegerischen Zeit und führte an früh auf das eld ber Ehre, wo er sich eines Namens und seiner eskimmung RWL zeigte. Er wohnke 17. 2 der Einnahme von Frankfurt a.M. „' “,KÜÜU 1793 den Feldzug am Oberrhein und die Velagerun MWH :: , 1793 und 1794 den Feldzug nm? Brabant mit, war MWK! “b en am 12.Mai 1794 in dem Ge echt bci ,Jngelmünster " dm“ bees tete “1796 seinen Jürßen nach Sachsen, gehörte 1802 “' M Ttuppencorpß, welches das Herzogthum Westphalen „„ PWS." „W; W hatte 1806 mid 1807 Theil an den Jeldzü en Krie : e en R ! “IWW „von Grandenz und Stralsund. Hm

c "112 1?! li us and focht er m den Gefechten bei Czasniky, u- « o i Z Roüxny, DMW“, Bat ri te., und half mit seinem Regi- men “" zus Üb“ dle Perez 1a decken. Nach dem Rückzu der Franzosen über den Rhein kommandirte er die Großherzogs. hes schen

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Truppen (1814) bei der Belagerung von Mainz. Im Jahre 1810, nachdem er sein 50jähriges Dienstjubiläum gefeiert hatte, Ward er zum GouVerncur der Residenz ernannt. Damit erhielt er zugleich das goldene Ehrenzeichen für 50jährige Dienste, sVWl'k kk auch Inhaber des hessischen Felddicnftzeichc-ns und des Kaiserl. russischen St. Annen- Ordens 1ster Klasse war. Die Muße, welche ihm der Friede und sein Beruf gewährte, brachte er nicht in träger Ruhe zu, sondern füllte sie theils mit historisch-topographischen, thm'ls mit milikairisch- technischen Studien aus, worüber cr Mehrcrcs im Druck hat erschei- nen lassen,

Freie Städte, Frankfurt a. Vd, 12). April, Wir befinden uns in danallc, dnrch ['i-xc gestern nnszugckommcnr rigen- l)ändigc Zuschrift des Königlich wiirttcmbcrgischcn (Ml). Legations- Rathö Herrn vonKöUr inStnttgart dic unterm ];Zten d. nnter eincm bckannten Namen uns gcjvordene Mittbcilnng bon dessen plöylichcm Hinschkidkn widkrruch zu können. Wir beschränken nns, mch "dlm Wunsche dcs Herrn von Kölle; vorläufig anf diesen c:“nfmbcn WWU“- rnf, wvrbcn aber die nötl)igcn Schritte cinlkitc'n, um dcm Urht'bcr eines solchen Falsums auf die' Spur zu konnncn.

%% Frankfurt a. NT., 10, April. JbreKaiscrl.Hobrikpn dcr Großfürst und die (M'osxfiirstin Thronfolger bon Rußland sind gestern Morgcn, obnt' unskrrStadt 31: bcriibrcn, bon “Farmsiadt nach St. Pctcrsbnrg abgcrcist. Dcr 11:k[)1*11w1mtl€chc ?lufcntbalt dm" Jx'an (Mosxfi'trstén Thronfolgcr in Darmstadt soll auf Höchstdm'sclbkn (0a- sxmdhcit ken besten Einfluß gciibt haben,

Se“. Hoheit dcr Herzog Blrnbard Von Sm'bsmt Wkénmr sam Vorgestm'n in Unserer Stadt mx.

Nach Briefen aus Wien, erb de'kBunch- Präsidéal Gesandtc, Ht'rr Graf von MünchVe'llingbanse'n, 1vabrscl)cinlich "btb bor “.'[blanf diesen) Monats von dort hicrbcr abreisen. T0“ königl. babcriskbc Bundestags (HcsaUdke, Herr bon Tblrcamp, ist gcstcrn wilder“ bis:“ augekonmnen. Die Sitzungen dcr Btljldks-Vcrsmnn1lung nahmen 151111 wieder dcn gkwohnkcn J-“ortgang,

Frankreich.

Pairs = Kammer. Sitzung vom 16, Aprtl. Öcrr Guixot batte bcutc in dcr Debatte iibt'r dic gi'bxinte'1tJMks außer den Angriffen dm" Opposition anf die in dcr otak)e'itischu*n Angrlcgcn hcét Vom Ministerium befolgtc Politik“ ami) noch einen Vorwjtrf dcs Fiirstcn von der Z).)koskwa ngi'kl dcs Verfahrkns in dcr “Dotations- frage zurückzuweisen. Er bkgann mit folgondcr allgcmcim'r Ent- gcgmmg:

„Es giebt Vorwürfe, dercn VcantWortnng tägléck) verbricßlicbwr wird, nämlich solcher, Welche schon an die zwanzignml wiederholt und znriickgc- wiesen worden find, und War ;mfixkgcwicsen nixbt nur von denen, Welche persönlich dabei interessirt sind, sic xu widerlegen, sondcrn Von den natiir- lichen Richtcm in der Sache“, von dcn Kammern und dem Lande, Was soll ich anf jcnc Vorwürfe antwortcn, die uns der Kleinmüthigkeit und Furcht beschuldigcn, nnd die wiederum ein Echo in dicserKannncr gcsnndcn hach? Schon zwmjzignml hat man inVctrcffOtahciti's, Spaniens, Griechenlands und anderer Länder, dasselbe bchanptrt, und ZWanzigmal ist dariiber abge- urthcilt tvordcn. Die Opposition bat beständig große Worte aus ibrcn Lippcn, durch Welche sie die Empfindlichkeit des Bandes aufznrcgcn denkt“, das Land abcr hat die Opposition vcrkvorfcn, das Land ist auf Seiten der Regierung und hat entschieden, daß dercn Politik den Jutereffc11Frankrcich§ kein Unheil bringe. Die Opposision sollte also doch endlich einmal ans-

l)'ören, Vorwürfx,_ Welxbe schon zwanzigmal dnrch Abstimmungen beider Kam- mern zurückgekmexcn smd, immer von neuem zu erheben.“

Hierauf ging drr Minister zu der Frage über die Dotation fiir dcn Herzog von Nemours über, und sagte in dieser chirhung:

„Es ist schr wahr, zneiuc Hrrrrn, daß das Kabinct, als die' natfir- licht', rcchtmäßigk Folge mckxt nur des Ncgcmsclmfts-(chst'ycs, wic gcßcru drr Fürst von der Moskwa sagte, sondcm jeder andckcn monarchischcn Cin- richtung, cin Sbstem von Dotationcn für die Königliche anilic betrachtet; das Kabinct hält dies für gesetzmäßig, gerecht und nützlich im Interesse des ganzen Landes, denn die Interessen der Königlichcn Familie sind und können keine anderen sein, als die des Landes selbst. (Sehr gut.) Das Kabinet Weis; indes; schrwohl, nnd cine tranrige E1sahrxtng hat es täglick) da- von belehrt, daß man diesc Frage bcnuythat, 11111 rinc Menge von Zrttbümern und Vcrlcmndungcn zu verbreiten, die von der lcichtglänbigcn Unwiffcn- hcit und von der selbstsiichtigcn Bosheit aufgegriffen wcrden, nnd dercn fick) die Factioncn bci ihren tremloscn Plänen bedienen. Meine Herren, man mus; gcgen solche erthünwr ankänwscn, man mnsx sic vcxschrucbrn, man muß das Uebel heilen, tve'lchcs fie Verursacht babcn; denn rhcr, als bis dies gelungen ist, darf man eine solche Frage nicht vor die öffentlichen 05c- walten bringen; es sind dies nicht Fragen, die man auf gut Glütk vor- bringen, déc mau ungestraft scheitern lassen darf, donn cs wiirde dies nicht allein fiir diese Fragen srlbstcingroßcsUngliickscin, soudcrndas11cbclwlirdc sich auf die Monarchie und das Königtbnm selbst erstrecken. Wenn dann dieses erste Ziel erreicht, Wenn das Land iiber die Thatsachen, hinsichtlich dcrén 03 man so sehr irre gcleitct hat, enttäuscht und aufgeklärt sein wird, dann wird es Pflicht der Regierung sein, jene Frage wiedek__vorznlrgett, sie vor den Kammcrn zu erörtern, und von ihnen, wie ich hom, eine den großen JU- teressen des Landes angemessene Lbsung derselben zu krlangcn. (Sehr gut.) Weit entfernt davon also, daß man dem Kabinct Über sein Verfahren in dieser Angelegenheit cinen onlvnrf machen könnte, bebmtptc ich vielx;.cl)r ohne Bedenken, daß es das cinzigWeisc. monarchischr, loyalc, ja patriotische Verfahren hierin beobachtet hat.“ , .

Der Minister wcndcte sich nun Zu der otahertrschcn Frage und tbeilte dieselbe in Bezug auf die Zeit in drei Abschnitte, xrstcns in die Periode der Begründung und Ratifizirung des französiychcn Protek- torats, dann den Zritranmzwischcn dcr Einfiihrung diesesProtektorats und der Bcsißnahmc von Ofahciti, endlich dicses letzte Ereignis; und die damit verknüpften Vorgänge.

„In der ersten diescr Epocben“, sagtchranizot, „waren die Vctvrg- gründe, die den Admiral anctir-Thouarö bestimmten, dcn SchuH-Vkrtmg zu unterzeichnen, ernst und rechtmäßig. Was die Frage fiber den Nach französischer Niederlassungen inOccanicn betrifft, so ist dieselbe schon fkllhkk bci Gclegcnhcit cines hieraus bcziiglichcn (HesrsEtxttmnch zur Sprache gc- kommcn, und braucht hier nicht nochmals erörtcrt zu wex'den. Bci dcr Bc- griindung dcs Protektorats in Otahciti waren natürlich einige Schwierig- keiten vorauSzuseheu, dcnncs bcfandensichdaselbst englische*).)kissionén'c, dcncu dies nicht angenehm war, und auch von den Häubtlingcn der Insel war ein Theil dariiber unznßicden. lejwichchitctt indes; giebt es bci jeder bc- deutcnden Sache; je nachdem hier ein „guteressc sich im Vortheil, dort ein anderes sich im Nachthcil findet, wird fick) Zusricdcnhci! und Unzufriedenheit zeigen, das in einmal der Lauf der Welt. 9113 nun das Pro- tektorat begriindet War, segelte der Admiral von Otahciti ab, und ließ daselbst zwci Offiziere und eine Korvette zurück. Zu den ersten ztvei Monaten bot ficb keine eigentliche Schwierigkeit dar, bald aber suchten übel gesinnte Personen deren hervorzurufen, Ein Theil der unzusricdcncn Häuptlinge und Missionäre bereitete Vcrerenhcitcn; ein en !ischrs Schiff, welches anlangte, War dabei ein wenig beht'ilßlich, aber es entßernte fich haus und wurde dnrch die vom Commodore Nicholas kom- mandirte Fregatte crseßt, Welche ebenfalls insgeheim die Ge ner des Pro- tektorats unterstüste. C'ö ist jedoch zu bemerken, daß die eng ischenOffiziet-e und der Konsul selbst auf ihre eigene Hand und ohne Juskructionen von Seiten ihrer Regierung handelten. Diese Regierung hatte vielmehr das Protektorat vyllkommcn und laut anerkannt, und ihren Offizieren befohlen, demselben keme Hindernisse in dcn Wc zu legen. Zwar hatte ?ck das eng!1'sche Kabinet einige Vorberalte in Bezug aus den einen Misconärcn zu gewährenden Schuh gemacht; dadurch wurde aber dem franzö schen Protektorat in keiner Weise zu nahe getreten. In der Zwischenzeit vom ctßen Erscheinen der französtschen Agenten in Otaheiti, bis zum 1.57ovembe-r 1843, zeigte fich keine erhcblicheOppo ation, und kam es zu keinem Konfl-kt zwischen den englischen und franz'ö schen Offizieren

nnd Matrosen. Ja, der Admiral Thomas, so wie er glaubte, daß die cnglisckwn Offixigke vielleicht zur Unzufriedenheit oder Kollifionen Anlaß ge- ben könntcn, entsxrnte cr dieselben sogleich, und zwar vor Empfang der erst spätrr von Sexten dcr englischm Admiralität zu solckycm vaecke ausgcfcrtigtcn Befehle. Bis dahin also war nichts von Bedeu- UlUg VökgksÜUM- Was das Protektorat hätte siö:en können. Erst 14 Monate darauf [angie Admiral Dupetit-Thouars mit der Ratification deö Traktats zu Ota[)eiti an. Wie urtheilte damals der Admiral über den Stand der Dinge? Offcnbar, das; derselbe nicht bedenklich sci, denn er verlangte blos die Ratification dcs Protektorats. Dies geschah am 1; November, im *.)[ngeficbt jener vielbxspx'ockwncn, vrrmeintiickyen Sebwie- YIkk'kMx W| 3 oder 4 Taqe später brachte er eine neue Fragc ,anfs „MPU, dle Frage hinsichtlich der Flaggp.“

*, Natbdcm- dcr Ministrr dicllncrbcblichkcit dicses sxhon 0 oft diö- kit-kxte'xt “Yankees zvicdcrholcntliä) dargrtl)„1tt und gkze'igt batte, das; tJ'gjm-kunlwns, kern Grund gclcgcn babe, um den Admiral zu einer Wrxnltchcn Vksxßnahme von der Insel zu berechtigk'n, daß dies Weder ["Ulg, "Ick Péklklsch at'wcscn, und das; die chicrnng, indem sie den Scbrttt dcö_ .ldnnralö dcöavouirtc, mn“ dcn Fordcrlmqrn der (Zhrc nnd dcs gcpmdchMenschcnvm'standcs qcfolqt sci, wirs "cr cbmr so die Behanptnnß Wmf, alZ babe das“.Vki1iiste'1'011n sich hierbcidurcl) Furcht VN“ EUIUUW [FW [EUR, und c'rklärtc schließlich, das; umb dasPro- xxktoxnt von Oettkn Frankreichs nicht erstrebt, sondern mir, da rs 101) [hat Von selbst dargeboten, zum Schau dorft'qc'r Handßlsch und Ne'ligions-Zntcrcsscn dasselbp angcnonmn'n [Zaba *

Nacbdc'm dcr Mimistcr der auswärtigen ?lnqclcqcnbcite*1t scini' :)kcdc bcwndigt battc, die von dm“ Ranmwr *mit sichklicbi'rVcsrikkiqunq anfgknommcn wmdc, e*rbob sich (Bras von Montblembert“msd brmblk den “Streit zwischen der Universität Und dem Merch in An- rchmg. C1“ c'ntwiakcltc namentlich die Stkllung, Welche der Riems m der [Msn Zcit cingvnonrnwn, das Vorfahren der Regierung, und M :)iathschlägc, weilhb dcn Ministcm gkgkbcn jvordc'n, Tét'Vischöfc, sagte er, sricn kkinc Vcamtcn, fcim' Präfcktsn im Pricstcrrock, keine Comméssairc dcr moraliscbcn Zttstéx, obgleich ("6 den ?in- stbcin babe, das; dicscr Ansixht von gewissen Seiten geduldigt Werke. T*ic Bistbb'sc bättcn, nn! dcr Würde" ihres Am- tcö nickvtö zu vergeben und ihre Pflinht 311 t'rfiillcn, bandcln müssen, wie sic in dor [013th „9,01 gptlmn, 'Die Kirche [mbc viele Tyrannei crbnlda't, aber sic' babe dicsclbc nic angenonnncn. Sia" stbwcigc bföwsilcn, abcr sic wcékbc nic zuriick. Ter T).)kinistor dcs öffcntlichcn U 11ta'1“1'ichts amtwvrtcte dcm jnngkn und heftigen Redner; cr Vértbcidigtc mit Wärme kic Rethkc dcs Staats nxld, wie ("i' sagké, d:? dcr Vcrmmst nnd die 11)ob[verstawdknlu „Intct'cffcn dm“ Rimba selbst gegen dic 111151010)th nnd nnklugcn Cingrqsx, wclchc ein Theil des Klaras Versncht babe. Hicmnf wurde die Fortjkyung dit'scr “chattc iibcr die eréllignng km“ gchc'imcn Fonds nochmals vertagt,

Deputirten=Kammer. Sitzung vom 10. April. Auf eim“ Anfrage Von Suiten dcs Hrrrn Billault, wcnn xs dcr Kam- mer nghm sci, Zntcrpcllationsn an das “.)Ninistrriunt m Bexug anf don fbr Vorgelkgtcn Bericht des Admirals Dupctit-Tbbtmrs 311-712- ftattc-n, und auf dyn Vorschlag des Hamdcls Mi1ti1tc1“ö„ btchu den nächsten Freitag fcstzuscßcn, gmtcbmigtc die? K*"Ü'IM waVlnbc- rannmng dicskö Tach fiir dic bcabsicbtigtc Dtjsknmwn.- Sodqnn Wurde die Bcrathnng iibcr das *))atcntgcxcxz mn cnngc Artikel jvcxtcr gefördert. Der gestern crwälck11te_ anf dw Yacht? 'der ?luslax1dcxybc-- züglich? Theil des (HcscH-Entwnrsrs WUrdc 1ckl1rßlrch obne Modqjka- tion angenommen.

Paris, “17.917901. Anil) hcntc sind die Zritnngon wie'dcr angefüllt mit polmnfs-hcn ?lrtik'kln in Bcwq auf die otahcitisckyc An' gklc'gcnbcit._ Bctpcrkc'xtsn'crtl) darunte'r sink; indes; nm“ cim" Entqt'q- nungAdcs Constttutionncl auf dcn gcstcrn nn'tgt'tbeéltcn Br*ric'ht dcs “,)on-rnal dcs Débatö iibcr dic Bcsckxliissc ber Opposition, und ("1119 nn Gbobc enthaltene, etwas sonderbare Widcrlchnq W Von dynOpposittonöblättern Verbreitete" (Hcriicbts, das; die Zsthférunq dcn Ltrutcnant Reine in den ersten Tagen nach seiner Anknnsk ach'Ü splkkk glbalßcn babe, damit m“ sich 111it'Néenmndcnt besprochen kötinc. “Dcr Constxtnxtonnxl sagt; „Am Montag kamen fiinf “oder sechs “Depujirtc dcs lcnkcn antrmns und der linken Seite öffcntléck), in der Kammer selbst, iibcr den Tag iiberein, an wcl-bem cine Zntsr- pollution dcs Kabincts am angmncsscnstcn skin möchkc. Darauf bin crfinbkt das ministcrékllc Blatt einc abgrschnmcktc nnd läkl)p1*lichch1b§l. Es macht mts jener Unterredung eine Art von bemibschlaqcnderVcr- sammltmg, fast eine Verschwörung und lässt Herm Bckrvcr daran Theil nchmkn, der gar nichts damit zu tbnn hatte. Die Verschwö- rung soll damnf abgcziclt hab?", das Ministcrium in Anklagcstand zu Versetzen; cs sci abcr nicht einmal die Rede darauf gckonnncn, dcr Ikanmn'r irgcnd cin Votum vorxuschlagcn. Wir wollen nicht dieZcit damit vcrlicrcn, dit'sc kindische"Mährchcn zu widerlegen. Wenn man sich abcr hinter das Votum der Majorität fliichtcn will, so antworten wir, daß es blos ein Votum der Vertagung War, jvaö dic Ministvr von der Kammvr erlangten, und nichts jokitcr. Die Minister selbst bata'n damals die Kannnrr, nur zu erklären, das; sie noch nicht hinreichend unterrichtet sei und ihrUrthcil noch auszuschicbcn, Auf solche Weise erpresztcn sic jcnch Votum von der Majorität, mit Mlchc'm sic cht trimmphircn. Erst behaupteten sic, dcr Wahrl)cit zuwider, das; sie keine anderen Dokumente besäßkn, als den e'rsten Bericht dcs Admirals, dann verlangten sic eine Frist und jcyt wvllrn sic behaupten, die Kammer habe erklärt, ihr Vcr- fal)ren gäbe zu kcincm Tadel Anlaß.“ “Lic" oben erwähnte Erklärung dcs Globe lautkt folgendernmszcn: „Drei Viertel der Einwohner von Paris haben sich in Bctrt'ff der Gefangenschaft dcs Lieute- nant Reine von den „tugendbaftcn“ Zcitnngsblättern eben so my- stifizirrn laffen, wie vor vicxzehu Tagen mit der Gt'schichte Von bor Association des Thm'mö Von Nesle. Wir selbst hörten e*énige cmpfindsmnc Personen ihm“ Entrüstung dariiber ausdrücken, daß man es im 19001 Jahrhundert wagen könnt', eincn Offixier mts solche Weise eingesperrt zu halten. Wenn wir diesen Personen sagten, HJ? Reine Wohne im Hotel garni, Rue nkuve dcs petits chmnps Nr. ckF- wo ihn Alle finden könnten, die ihn zu sehen wünschten; das; kl", "Uk Atiskmwnc Von zjvci odcr drci in ?))kinistcrial-Andtcuz?" zklgkl'MkhkLU Stunden, seine Zeit in Gesellschaft scinchreunde und Vckatgatcn vxr- lcbt habe, und daß er sich heute früh gegxn ""E sklbst "b" scxnc Ermüdung bon seinen Streifercien durch PWS beklagt habe","so WU,“ den sie sich nicht zu erklären wissen, wn- dl? Opposktwnß-Blatter sach mit Crfmdung solcher nnqlaublichcr„Possen„abgcbcnskonutcn. Wir wvllen indes; wetten, daß dicse„VlattU'„bkk ck“*" Spas; beharren, und daß wir näshßex Tage an 1xgcnb ctm'm dcrschn lesen Werdet), Herr Reine werde noch ",-zune!“ wje em schwerer Staatsvcrbrecher m

- elalten. strcnng; YZÜKUM Emancipatéon bringtNachrichtcn von Ola- beiti bis zum. “!., Dezember. „„An der Befestigung drsfHafcns Pg- beiti“, schxejbt-dtesls Blatt, „w-rd ohne [[ntcrl'aß gcarbmtck. Bcrktks ind .*") Vaticrtecn mzfgcfahrcn, welche du' Emfahrt dcs Ha ens bc- ! üßen. EinFork, m xvelchcm LidtkMann unter ebracht werdcn kon- nen, in im B***" kak'ffkU- *- Der instinktmäYige Nationalhaß “dcr Franzosen und “Engljänder verleugnet sich nur schwer. Die Offtztere suchen ihre Anttpathoe durch wechselseitige Artigkeit zu bemäntelu und machen sich häufig offizielle Besuche; die Soldaten und Matrosen dagegen, boxen sich wacker, Inch ift seit dem 8, November nichts

Ernskliches vorgefallen. Am 12. November empfing L. Braak 50- fremde Kaufleufe in dem Palaste der Ex-Königiu, dcm jxykgen Regierungé=Gcbäude. An demselben Tage wurde Papeéti zn emem ,Jreihafen erklärt. Am 22. Nobembcr machte eine Deputation ber H-auptlt'nge aller Gesellschafts-Jnscln, die Otahciti unterworfen smd, m Begleitung allcr Häuptlinge von Otaheiti, dem Gouvrrncur 1br„c_2,lufwart1mg und erkannte die französische Occupation an. Die dexgm Pomareh ist wieder nach Otahciti qekommen, Welches sie fiir enge Zeit verlassen hatte, ohne das; M Erßhcinm-x die geringste Ss"- satton gemacht hätte. Sie wohnt bci dem englischen Konsul, Die Stng Yapejti zählt HZWEinwohner, darunter 000 Europäer. Dic Ctvzltsatton rst daselbst ziemlich vvrgrschrittcn; allcEinqcbor-tcn tragen IilUdunZ und ?. können lc'scn und schreiben,“ *

Dxc Drputft'ta'n-Kammcr gcncbmégtk hcutc mit I!!) Stfnmwn gcgen l."; dcn (Löcskß-Entwurf iiber die Ersindnngs-Patcntc.

Aus St, Etienne wird unterm 11th d. berichtet, das; die Lage der Dmge in Rivr de Gic'r noch immer dieselbe ist, Die Gruben- lente bestrhcn darauf, nicht eher wicdm' an die' Arbeit geben Ja wol- lt'", als bis ihr Tagclohn regulirt und durch eincn förmlichen Tarif festgesetzt worden sri.

" Paris, 17. April. Die Pairö-Kmnmcr hat [)mitc dick Debatte iibcr die geheimen Fonds fortgesetzt, T*?!“ Sikg :* l b c wal) 1“ er nahm zuerst das Wort. Man babe oft gksagt, nnd cr selbst mami)- mfal, daß Diskussionen iibcr [*clfgib'sc Anga'lchbcitcn Gcsaly brinqe'n kbnnte'n, aber nach der gestrigen Sitzung crbciscbc cs se*i11cPfl:ckt, ktc gestern Vorgcln'akhtkn ?lrgtmwnkc cx'ne'r Priifung 311 1111te*1'?,r'kl)e'n n'ybdarauf zu antworten. Man [mbc allsUcbcrlicfernngon dsr fran- zomchrn Gcschichkc_cntstrllt, allks (Große, Chrcnbaftc in den Stanb gezogcn. Er miisjc daht'r pfiichtgcmäs; das Wort nehmen. Der BlslhOf habe ohne Zweifel cine bobo, heilige “))kission, aber weder sbnst noch jcbt hab? man gesehen, das; ein Bischof chm dia" (Icsctzk stchauf1xhncn könnte“. Ter Bischof !e'istc dcn Cib bes (Bkborsnmö gcgen dae (»Beseße dss Königreichs, ob das etwa eine Pmrrilftät ssi? Man habe mit Vrrachtung bon dcn F1“."il)citcn dcr gallikanisgbcn „001103 vondcty Konkordatc gesprochen, aber scincmGlanbcn uach qcbe ls kei- ncn-Btschof, dcr sie nicht ancrkennp. Das Prinzip dm“ Fkoilxitmt dkr gz1111kx1jxjjchc11 Kirche sm“, das; ('s nicht mehr Von dcr qcistléchcn Mato mat abhängen könne, (*in ganzcö Königrt'éck) mit dém Interdikt 311 bclxgkn. Allc-rbings babe cin bcriiwntcrjSMifkstcll-W, .Hcrr bekamm»- 11916, “1820 dtcjc Freiheiten dcr gallikmtistht'n Rfrt'bcl'cscitigkn 1Vl.*[[t'11,0[*s'r* djxc Blfjchbfc, mbobcn sick) dagegen, nnd _qabct!mitErmächtiqtmq dc'öKö ntgs ['llkk 1v1cht1gc Erklärung ab, die er dchanmwr borAugcü chm] miissc. Nach Ve'rlc-sung derselben, die mit Enrrgik dic Freiheiten "dm“ galli- kamschcn Kathe Verthcidigt, fährt der Minister fokt: Man habé qc- sagt, bas Ikbnkordat habe cine große Macht, abcr es sei (*in syjkal- lagmatxsch('r-Kontrakt, Wenn der eine Theil ibn Vcrlcyc, sci der andere scmcr"V,erps-licht1111ge11 cntbundc'n. Tas zionkbrdak sci abcr Gesetz U'xsxKVJ-Ugrxtlhö gswordrn, und die' Ncgicrung habe dasselbe in kcinér Wmsc nbcryabrittcn, Sic wrrde stets die Roebte dcr Bisthöfe aner:- ke'xztxcn, abcr ams) nicht Vergessen, das; das Episkopat seinerseits anch “])[ljchtkn 311 erfiillen habe, und sic sci cntschlosscu, nicht 3111*i'1ck;10vci- chen, Wenn diese Pflichtcn mißkannt würds", Dcr Minister Mist nnn energisch die Angriffe dcs Grafen“))?ontalkmbsrt gegen die Erklärung des St«1ats-Ratl)s Wegen Mißbrauchs von Seiten das Bischofs von Chalons zuriick“, bcbauc-"t, das; die Bischöfe gcgen ihr Interesse und das der Kirche sich 31: Journalisten gcnmrht und so mit drm nächstcn besten Schreiber sich hcrumstrcitc-t müßten. Man bcklagc sick) iiber die feindselige Haltnug dcr chirrnng gpgcn den Klerus, aber habe die'sa'lbc nicht Alles fiir die Rkligion gcthan? Sci man ihr nicht in allen Stiicken zu Hiilfe gekonnncn? Kein billigcs Vcrlanqcn des Klerus sci zuriickgcwicscn Wordcn. Zech Jahr Wcrdcn bcnrsclch bedru- tx'nbc Summen angewiesen fiir Wit*dc'1'l)ct'stclltmg nnd Ansbcssprnnq von Kirchen; es sei also ungerecht, zn sagen, die Nogicrnng gcwäbkc dm“ Roligion keinen Schutz. Das Resultat der Recriminationcn, die man auf dicse Tribüne bringe, wiirde nur dcm Klerus nachthcilig sein, Wenn er nicht erkenne, wo seine wahren Freunde schn. Cr weise diesc Angriffe zuriick, im Interesse der Religion, als wahra'rdmtholik, und als Minister, der dcn Institutionen seines Landes crgcbcn sci. Graf ?.Nontalrmbmt sucht sich zu vrrtbcidigcn, vrrwahrt sich da»- gcgcn, als habe er den Staatsmtl) in Mißachtung brings" wollt'". “Hic Jrcibcitcn dcr gallikanischcn Kirche habe kr bekämpft und werde sie stets bekämpfen, weil sie nicht in den (H!“ttxrbgescymt dcs Lande») gcschriebcn sliklt. Baron Charlcö anin crinncrt, das; sie älter scicn, als das Edikt von Nantks, und das; sie also schon num“ dem vorigen Regime vorhandcn Waren, Marquis Von Voissy behält sich vor, iibcr die auswärtigen Angelegenheiten zn sprechen, Wenn die Diskus- sion iiber die vorlikgendc Frage brendigt sein Wcrdl. Als ich die Rammcr vsrließ, bestieg Herr Rossi die Tribüne, um dem Grafen Von Montalembcrt zu anmwrtcn. *

Die Sitzung dll“ Deputirtcn-Kammer war der Fortschunq der gestrigen Diskussion gewidnwt. Es kam nichts BerncrkcnöWrrflch vor bis zum Postschlnsz, '

Grossbritanien und Irland.

Unterhaus. Siynng Vom 10, April. “Dic Verhandlun- gen der hcutigcn 3wckitcn Sixznng dcs llntcrhauscö nach den Ostkr- J'ericn Wm" mannigfaltiger 910, Von keincm allgemeinen Interesse und darum Wenig ausfiihrlich. Nur die Schluß-Disknssion iibcr einen Antrag des Lord Cbrington (Sohn dcs untcr dcm Vorigcn Whig- Miuisterimn die Stelle eines Bord:?!“cutmmnts von Irland bekleiden- dcn Lord Fortcscue'), der die Vorlcgnng gewiffcr, auf die Anstellunq von brsoldctcn Fricdcnörichtcrn in Irland im Jahre |M! sich bkzicx henden Dokumente verlangte, erregte größcrc Theilnahme, da der Anika, hauptsächliah gcge'n Sir Zamcs Graham gcrichtct, und die Diskußston dariiber fiir die gegenwärtige Stellung dieses Ministers, iibcr dessen Ausscheiden aus de'!!! Ministerium mannigfache Gerüchte umgehen, charakteristisch War. Sir James Graham hatte nämlkch in der früheren chattc iiberZrlc-nd gcgen Lord J.Vinsscll behauptet, das; Lord Jortcche im Jahre [R4]. als Lord-Lie'ntmmnt von Irland mehrere bksoldctc Friedensrichker ernannt habe, als schon dic Abdan- kung des Ministeriums Melbourne und dcöbalb anch scinc ciqcne Eptlassung Fewiß War, das; somit jene Erncunuugcnals einMiszbröuch ferner Amts cfugm'ß anzusehen seien. Lord Ebrington Verlangte zur Rechtferttgung seines Vaters die Vorlcgung dcr ?lktcustiicke. Sir James.,Grahazn, hatte gegen die VN'lcgnng nichts cinzmvcndcn mzb erklarte dabet *," schr gemäßigten! Tone, daß er in der bei einer fruhxrxn Gclcgcnlxxxt dariiber gethancn Acnßcrung keincswrge's eincn belejdtgcyden Angmff auf den Charakter dcrAmtIführnng Lord Fortesctte's beabsichtjgt, sondern auf Grund einer zuvm'lässigcn amtlichen Liste lediglich die Vermehrung der Friedensrichter um sieben Stellen in der Zeit vom Februar bis August 7174-11 angegeben habe; er müsse bci sei- ner damaligenYnEsage auch gegenwärtig stehen blribcn. Dadurch suchte der Münster der Sache eine solche Wendung zu geben, daß L_ord Fortcscue deynoch nicht als gerechtfertigt erschritten könne. Aber dre Herren Bartug Labouchere und O'Ferrall wvlltcn cine andere eFN'utung dqr friiheren Erklärung des Ministers nicht zugeben und sergmgen sich an heftigen Angriffen _chcn denselben; auch Lord Elltot,'Lord Stanley und Sir R, Peel ließen sich auf eine Rechtfert-gung der Aussage ihres Kollegen nur insoweit ein, als sie

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die Richtigkeit ber Thatsache, daß in jeneyZe-“t die Zahl der Frie- densrichter um sieben vermehrt worden scx, betraf. Sir R, Peel sagte ausdrücklich, jede Verwgltung, auch Wenn sie ihre Abdankung vor Augen sähe, habe noch tmmer bas „Recht, Beamte, die sie fiir den öffentlichen Dienst für nothwendtg hlcltc, zu ernennen. Die De- batte endete mit Bewilligung des Antrages.

Die Haupt-Diskussion dcs Abcybsxnbspann sich iiber einen An- trag Sir Leith Hay's, daß der, Kbmgtn 111 einer Adresse die Bitte vorgetragen werden möge, den 011 letzten Halbinsel-Rriege gedilntcn Offizikrcn dcr britischcn Armee cm allen gmneinschaftlichcs Ehrenzei- chen zu Verleihen. Der Rcdnkr gedachte dcr tapfcrcn Thaten dcr Armcc untcr dcm Herzog von Wellington„ Welcher nicht die (Ylwohn- heit gehabt habe, seine Offiziere der Regtcrnng «nö eigenem Antriebe zu:" kab'rdrrung nnd AusZcichnung vorzuschlagen, und Von der Re- gierung dazu aufgefordert, nur die Vcrdtcnsthlstcn beriicksichtigthabe, Tie lcichtcrrumgc1101 Sicgc in Lstindicn undCl)i1m hätten den dortigen Tffixicre'n, dcn jiingeren dcchcrks, erenoxkichcn bcrschafft, während ibrc (ilteren lang ge'dicnte'n Ilantemdcn dieselben noxl)e*ntbcbrtcn. Dcr Redner machte 20 bis ;50 Offiziere namhaft, von dcncn Viele schon Regimenterkom111anbirtcn, Wclkhe aber kcinc Mcdaillc, kein Zeitbcn Mer Dicnstc, ausgenommen ihre Wunden, aufzuweisen hätten, Und bock) sei es hanpsächlich dcr Halbinsclkricg chcscn, erchcr die' briti- [ebc Armc'e dazn gemacht habe, Was sic gegenwärtig sci. TerZ-vcck 1e01cs Antrages sei nicht so sehr die Erlangung dcrchomt-“on selbst, als vfclmcbr ric Sicherung der Soldatkn vor Vornmblässigunq, wcnn Ande'rc bclohnt“ wiirden; nnd bier sci dic Wirkung fiir dmi T*icnst sebr [*a*k*(*11k(*]lk*, dcnn m'): Lffixicr mit rium" Ljdén wiirdc niemals zugeben, das; m" von cinem Llndt'rln obne IWM iib-yrtwffln wcrdc. Ex“ fordkrc kcsbalb dic Ra'gécrung anf, slfxn'öA11tr-1ge's sich 01130- 11i'[)111[*]l.

Tm" .M'ie'gÖ:Sm'rktair, Sir Hen 1“ y Hardinge, erkannte diesc Vkrdicnstc km“ britisckjrn 9011166 im Halbinsclkricgc' Vollkommmt an, glaubte abcr“, das: nicht nm“ die Tffixicra', sbmdcrn ami) dic“ (550111601811 jene" ?lnspriick)c (*1'l)«*b('n können, und 017000 kc'slmxb Den Antrag 1111! so jvc'nigm' siir ausführbar, da man nicht nm“ die' NMMO kcr Halb- Z'nscl, sondern alle [*ritistbanckrc, welchc wäbt'cnd dcs 1013011 R:“it'sßlö m ?lbgvptcm, Jtalimt, ?lmcrika, Ostindien n. s. w. acsbcbmi [)*1l1911, gcx'clhtlrwsfsc wiirde [*criiaksichtigkn müssen. Tic'sc ?itxsitbt fand An- klang, und Sir A. L. Hay nahm seinen Antrag Zurück.

llxxtcr dcn iilnigcn njanuigfacch Bmhandlnnch des Hauses ist nockx e_m Antrag dcs Hrrm Wbsc [Mborznhcbmy tm'lcbcr cine Liste der Natur", 05cb111'töoxtc, Gcbältcr n. s. w. aller in den „Zoll , Llccisc- nnd Post-Dc- partcjmntö angestellten Bmmtcn vorge'lcgt wéffcn wolltr, mn damtiö crschclt „m könna'n, das; UMC!" diesen Beamten nicht nur in (anland nnd Schott- land, soydcrn in Jrlqnd selbst nnr eine ganz unvcrhältnismnäsxég geringe Zahl Jrlandcr m1z.1t1*cf1cn sci.

Sir Nobert Peel "mchte dagcgcn bemerklicb, dasx die ?lnfcrtignng kiitt'l" sklchcn Liste", bei der sich auf 22,000 bclanfcndcn *.*lnmbl dcr betref- fenden Vcamtcn, grosxc Scbwicrigkeitcn habe, überdicö ZU neuer gcbässigcr Velcnckvtnng rekNational 11ntcrschcidnngcn fiihren wiixdr, die man ja gerade mbglicbst vertilgcn WVlli', und wies cndlich daraus bin, daß man mmuöqlicb dic Jrländcr als solche für zurückgesetzt ansehen könne, da gsmdc ijkdcr chien Zcit mehrere rex wichtixstcn Acmter „mit leändcrn bcsclzt gclvcscn seien; cr fiihrte als Bcijpicle Str HemyPottmgcr und Sir Hugh (Bong!) an.

Herr French gab zu, das: einzelne AnEnahnwsällc smttfinkcn, crllärtc aber in der Hauptsache die Vcscbwche dcr Jiläudcr fiir begründet und fiihrte untcr “Lindcrcm an, das; von 80,000Psd, jährlich, Welche das Gehalt der niederen in Irland selbst angestellten Verwaltungs-ch11fen betrage, 00,000 Psd. an Schottländcr und Cuqläudcr bcxnhlt Werden. Naäxdcmnoch Sir Charles Nabicr die ganze Frage fiir ein? sehr mäßige ertläxthattc, da, Wenigstcmö in dem ihm am besten bekanntenDienstzweigc, dcr Maxine, Nic- nmnd danakb gefragt Werde, wcs Landes Kind cr sci, sondern nur danacb, ob sci0c Gönner ciuflnßrcich genug seien, jvmdc Hmm Wbsc's Antragohnc Abstimmung Derivoxscn.

Ein andcrcr Antrag, ivclchcr Von Herrn Hume ausging und glcicbfallö cine längm'c Diskussion vcranlaßtc, betraf die' Erleichtct'nnq dcs Zntrfttö 311 dcn Katbcdx'alkfrchcn dcs Landes, bcsbndrks dchcsk- minsicr-Abtci Und St. Paulskirche in London“ ansxm' dcr Zcit dcs (55ottc*sdic'11stcs, da bisher das Publikum dafiir cin Eintréttsqsld erle- gen nmsxkc'. “Oct“ Antrag fand bei Ulvhrcrkn Mitqlicdcrn Llnklabq, imdmn man gcltcnd "mchte, das; dic diirch?" Staats«*Céqcntbum wärmt und es Unrkcht ski,.das Volk" davon auszuschlicßen,“ Si'r R. (Knalis, das l)ochkirchlichc Mitglied fiix“ Oxford, dagegen widcrsrxxtcxsiaj drm Anfrage n-nd vindizirtc das (ngmrtlnmxsrctht an dcn Kirchlnqebäudmt mwscbbcsxbck) der Kirche. Hcrr Humc nahm indes; scinmi Llntmq zuriick, als Sir Robert Peel sick) zjvar mit dcn Ansichten des *,)an tragstcllcrs a't'nvrrstandcn (*rklärtc, aber die Folgen der Cifcrsncbt dm“ ;Dxskanc und Kapitel zu schr fiirchtrtc, um ein solches Gesch zu (*r-- ck] (*".

“Dns Oberhaus hielt beute scinc erste Siyjmg umb dcn Oster- fa'ric'n. “*Die" Lords wars" inkks; in sebr geringer Anzahl vcrsammclt und bortagtcn sich nach km'xcr Verhandlung unbchtcndcr Glarn- siändc, *

' London, *17. April. Zbrc ?Vkajcsfät dic Königin ist gkstkt'lt mlt ihren hohcn Gästen von Sablos; Windsor nach der Stadt gekom- men Und im Buckingham Palast abgestic'gcn, Heute" wird die' 3161117 gin einc Gablimc-Raths-Siyung balken.

Aus Irland erfährt man durch cim" zn'citc Anögabc dcs Mor- ning Herald die näheren Details über die? gestrige E!“- öffnung dm“ Lstcr-Sossion dcs (Nsrikbtshofcs drr dublincr Oncens Bench, in ivc'lrhcr, wie man allgemein vrrmuthctc, soglréck) am ersten Tage das Strnsllrtha'il gcgcn-Ö'Coxmcll nnd die iibrigen, dnrch dm: Jllry-Auösprnch dcr vorigrn Scssion fiir schuldig bcfundcucn chcalcr pnblézirt werden sollte'. “Die anscbnlithx' I)iensxhcnmcngc, welche die Nrngicrdc dort bcrbrigpfiihrt hatte, fand sich aber in ihren Erwar- tungen gctäuscht; nurchigc der Angeklagten waren c'rschiencn, auch der GeneralProkurator War achgcblicbcn, Mil dic Prozeß-Formali- täten, Welche man gerade in dicser Sachc streng bcobachtcn will, um dcn Angeklagten jeden Einwand abxnstlwcidcn, diccha'l vorscw'cibcn, dcn Vcrklagtcu vier “Tag? Anfsckmb znr Anhörung des 111"- theils zu gewähren. Die Formel besagt: „Tic Vcrschwö“ rer Werden aufgefordert, in vier Tagen zu erscheinen und dcn Grund anzugeben, warum das Urthcil des Gerichts nicht m'lasscn und die Vollziehung darauf verfügt werden soll.“ Am Frei: tage tritt diese Formel answr Kraft, indcs; erwartet man, das; schon am Doumerstagc die Angeklagten einc Nichtig-Erklärnng dcs bisheri- gen prozoffualischcn Verfahrens beantragen und cine ncne Instruction des Prozesses verlangen Werden. Die Verhandlungen über diesen Antrag, sagt der Morning Herald, diirftc'n den Gkrichtölwf wohl emeUWochc beschäftigen, da jeder der acht Anwaltc das Recht bat, gehort zu werden. Wenn der Antrag verworfen wird -- was wegen der-mzßcrbrdkntlichcn Griinde, welche man herbeigezoqcu hat, wahr- schcmltch [(i-_ so steht dem Aussprache des Urthrils üichts imchc; doch es hc-aßt, die Angeklagten halten einen neuen Einrvand zn diéscr (Zéclrgenbett bereit, welcher wvhl 14 Tage den Urtheilsspruch vcr- zogern ko11111e. Es ist sonach noch unmöglich, das Ende der Sache vorherzubeßm1men, und man glaubt auf vielen Seiten, daß die An- geklagten 1hren Zweck, es in dieser Session nicht zun1Auöspruchc des Urtheals komme?): zu lassen, erreichen werden. Was'O'Connrll von der Sgchc halt, hat er, Wenn man seinen Worten trauen dgrf , m- der leßten Versammlung dcs Reveal - Vt'reins am 1301! mat folgenden Worten erklärt: „Am Montag Werden wir

ayfgefordert werden, unser Urfheél zu vernehmen, welches vixaeüké mcht vor Donnerstag ausgesprochen wird. Ist dies der Fall, so kön- nen wir alsdann mit unserem Writ os error hervortreten. Meine Meinung ist, daß iiber ein Writ oserror in kleinen Verbrechen (mis- 1101110300111'3) zuvökdcssé die zwölf Richter von Irland entscheiden; rs ist dies nicht die allgemeine Ansicht, aber es ist die meinige; doch es b'xgt auch nicht viel daran, rver dariiber entscheidet. Wenn die zwbls Richter dazu kompetent sind, so geht unsere Appellation von thncn an pas Parlament; wenn sie nicht kompetent sind, so geht die Sache glklch an das Parlament, wo sie nach allen Seiten erwogen und cxörtcrt wird; und ich freue mich, Ihnen erklären zu können, das; war alle nur möglt'thc Aussicht haben, das Urtheil gänzlich kasfirt zu sehen, Es ist meme Ueberzcugung als Jurist, daß es kasfirt wer- ben muß; (“3 ist nicht meine Mcinung als Betheiligter bei der Sachk- dekm [ck nicht im geringsten durch mein persönliches Interesse be- jxxmmf werde; denn die Wahrheit ist, daß bim“ nicht meine persön- l_zchc Angelcgcnbcik, sondern die' Irlands in Frage sieht. Diese An- "11“, Welche ich hier aaögcsprochcn habe, ist iibrigcns nicht blos meine mgcnc, sondern die der ausgezeichnetstcn Rechtsgelehrten En - lands und Irlands, Sie Alle sagen, das Urtheil müffe kas kk wcrden. Jckrnfallö werden wir dnrch die Verhandlungen eine Frist vbtt si'khö W041)?" erlangen, und diese Frist, will ich, Wenn man mir da" Fxxihctxt läßt, dazu bcnulzcn, Lord Eléot'ö Vill im Unterhause zn be'kämpse'n und dils-*11Vt-1“s11ch, das Stimmrecht in Irland noch 111910“ zu bcscbränkrn und ('s ganz in die Hände der toryistischcn Art“- ftokratic zu liefern, wv möglich vrreifcln.“ Tic iibrigenVerhandlun- glu dicser Versnxmnlnng bieten bis auf eine Acußcrung O'Connell's in einer Ncbc iibcr dic prcobvtcrianisM Agitation im Norden Jr- landz Wenig Zntcrcssc; sic be'standkn in den iiblichen Tiraden von Märtvrtwint, Freiheit, Ungcrccbtigkcit der Regierung n, s. w., WOW" nmncntlich cin Brief dcs Erzbischofs von Tuam, Wi'lt'hi'i" vorgclcstn Mikkt', Voll war. Jene Aeußerung indeß zc'ngtc', das,- déc bfsbkrigcn Gm'iichte von einer Vereinigung dcr I)ie'pmlznvkckc mit drm Zweckcn dcr Presbyterianer durchaus alles (Brunch cntlwbrtcn, chu dcr Agitawr hielt cz fiir uoKHWendig, den Antrag 31! stc'llcn, das; alle ?)icpealcr, welchc Mitglieder des Parla- mcntz seien, anfgcfordcrt Werden sollten, ihren Platz im Hause ein- Umchntcn, um die prcöbytcrianische Pctition, bezüglich der gemischten Eben, zu unterstützen. „*Die Prcsbytcriancr“, sprach O'Connell dazu, „riibmcn sich, das; unter ihncn keine Rkpmlcr sind, allein dies darf- die Llssociation nicht abbaltcn, sie zu tintcrstiixzcn, -c1'n Beweis also, das; man dic Prrsbytcriancr in daoche'altrribcn gern ziehen möchte, cs1bcr bier anf durchaus fcindlithc, religiöse und politische Elemente tbszt.“

Uicdcrlandc.

Aus dem Hang, “17. April. (I. d. !. H.) Ihre Königliche Hoheit dic Fran Prinzessin Albrecht von Preußen hat sich gestern von l)icr nach dem Loo begeben und wird- von dort die Rückreise nach Berlin antraten.

I p a n 't e n.

H Yxadrid, 11. April. Die Regierung hat endlich einen neuen Schmtt znr Vervollständignng ibrcö Systems qcthan. Die Gaccrta von l)t*ntc v?xöffcntlickß cinKöniglicheö Dekret,*durch welches das bashcr gcltcndc (Vesuv iibcr Prcßfrcibcit den allgemein qefi'tblten Bedürfnissen gemäß mngeändcrt wird. I" der auschehnien/dem DMM vorangehcndcn Einleitung geben die Minisker die Griinde an„ welchc sic zu__dicsor gcftlzqcbkndcn Maßregcl veranlaffen. „Die Ft'x-kwat dsr PWUE“, sagen stl', „ist in Ziigclwsigkeit auöqeartek. De (:cktnngsjvcbxbcstkxt (M'gonständc sind zur Ziclsckxibc del unbe- sonnymtxn Angrrssa' gewordku; dcn Glaubcn, dscUcbcx'lt'e'fcrm1qen, die Z-xjsbttut-roncn dcs Lauch hat man in Frage qkstcklt, dcn Aufruhr tggltch m dcn Zonrnalejn gcprkdfgt; die Vcrlcusnduttq ist r“" dasHlé- lxgtbum der bäuslkckwn„Ztn“iickgc;ogcnhm't ciugedrnngkit, und als Folge sb großen 9)?is;branchö hat sich das Mißtrauen und dsr Mangel än (851011[Wiirdigke'it mit dcr Prc'ßfrcibeit verkniipft.“ Dic dfcscn Mi - bräuchsn bisher kntqrgrnz'xcstclltcn (Öksrßc Hätten sich als Unzulänqltch erwipsen und den Schuldigen nnr Straflosigkeit zugcsickyert. Dahmit der Unterdrückung dcs ?lusstandrs Von Alicante und Cartaqcna sich sii!“ dic ngim'nng die Möglichkeit m'gäbc', den rcgplmäßiquZustand dcr biirgkrlichcn Gesellschaft wicderbcrzustcllcn, so müss? déesér Uebergang auf eine solche Weise bcwcrkstclligt werdcn, daß die gcscßwidrigen Parteien keine Gelegenheit mchr findcn könnten, den Staat durch neue Cmpörnngcn zn erschüttern. Die Minister fühlten allerdings, daß die Aufstellung cinks m'uc'n (Hcscycö außerhalb des Kreises ihrer Befugnisse lägc, allein sic iibm'11äl)1m*n eine außerordentliche Verant- wvrtlichkcit, iibcrzmtgk, das; sie" skch vor den cinzuberufenden Cortes wiirden rcchtfcrtigcn können. Die Minister weisen darauf hin, daß im Jahrs *[WR eine Kommission zur Abfassung eines neuen Geseh- Entwurfö iibcr dic Prksxfxribeit nicdcrgcscht wurde. Dieser Entwurf jvnrde' im Jahre 18:14.) dcm Kongress der Dcputirten Vorgclegt, von cinrm aus Senatoren nnd Dcpntirtcn zusatnnwngcseßten Ausschuss? mngmrbcitct und von dcm Senate mit großer Sti111men-Mehrbeit angenommen. Ihn hat dic chicrung dem so eben erlassenen De- krete zum Grunde gelegt, wvlchcs 112 Artikel enthält. Die wesent- lickn'n ncucn Bcstinmnmgcn sind folgende: Ehe irgend eine Druck- stbrist ausgcgcbcn Werden darf, mus; dcmkae politico oder, in seiner Ermangelung, dcm ?llkaldcn dcs Ortes und dem Fiskal ein von dem vvmntwortlichen Herausgeber untcrzpichnctes Exemplar zugestellt werden. Ist der Vcrfasscr odcrHcrausgcbcr einchchrift nicbt aufzufinden, so haftet der “Tracker fiir ihn. Um Nmntwvrtlicher Herausgeber einer Zeitung oder periodisch?" Scbrift sein zu können, muß man die Er- fordernisse bcsilzcn, Welche das Dekret Vorschreibt und, falls das Blatt inMadr-id erschrint, 0000Piastc1“, fa115 inBarcclona, Cadix, Coruüa, (Shrmmda, Malaga, Sc'vélla, Valcncia odcr Saragossa, 4000 und, falls in einer anderen Stadt, 22.50 Piastcr hinterlegen. Von diesen hintcrlcgtcn Snmmcn werden die Strafgcldcr eingezogen, in Welche dic Vcrm1twortlichcn Herausgeber wegen begangener Preß-Vergehen Nrnrtheilt ij'k't'". Diese Vergeben selbst sind in vier 'Klassen ein- gethcilt. Der Artikel 4.6 scyt fest, das; der, welcher aus Zeitungen fremder Länder Artikkl mitrbcilt odcr überscßt, die in Spanien, dem (Hosch zufolge, eine Anklage herbeiführen würden, in Bezug auf die gesetzmäßigen Wirkungen fiir den Vcrfaffcr derselben gehalten Werden soll. Im Falle der Zahlungö-Unfähigkcit werden die Geldstrafen, und „zwar 50Piaster mit einem Monate Gcfängniß, abgelöst. Bisher fanden nur und meistens sehr langwierige Gefängnißürasen statt, die ihren Zweck völlig verfehlten, weil sie auf den verantwortlichen Her- ausgeber fielen, der fast nie etwas von dem Inhalte des Blattes wußte, sondern nur gegen eine geringe Entschädiqung seinen Namen [)erlicl). - Die Regierung und die Civil- ouverneure (Gefes politicos) können die' Ausgebung Von Druckschriften suspendiren, sobald der Inhalt derselben, ihrer Ansicht zufol e, die öffentliche Ruhe beeinträchtigt oder gegen die Sittlichkeitx in Fohem Grade „verstößt, nur müssen sie diese Schriften binnen 24 Sfunden zur Ankle; e Kelten. Um Mitglied eines über die Preßvergehen aburtheilendtn chwuege- richts sein zu können, muß Znan die in dem Dekrete frßgesehten Eigen- schaften besäßen.“ Bisher gmg das Verfahren Durch zwei Instanzen- Cin Schwurgencht erkannte darüber, ob der Beklagte ,in Zustand zu versetzen wäre. Fiel der Spruch bejaheud-an,.-sx,