*; „ i 7 r* , '» ; r
i“ “ l,.
“ m “ er Todi m1cht im Adorfer_Wochenblatl-bekatrnf, daß Zur1gz'r 5320 d. J. diekSammlung für dre Zwecke des offentlich-
mündlichen Gerichts-Verfahrens definitiv geschlossen wird.
Grh. Hessen. Darmstadt, 11. Mai, Hier hat sich, zu- nächst auf Anregung des als Menscherrsreund bekannten und geschay-Zen Geheimen Regierungs-Raths ,Bcck, eine Anzahl wohldeukendeYMan- ner aus allen Ständen verermgt, urn emen „Aufruf und Brit? an die Christen aller Bekenntnissx, allrr Länder“ zur Bildung errres Hillss- vereins zum Beslen der Christen im Orient zu erlassen. Diesem eben erlassenen Aufruf haben die Zusammcngctrctenen den Entwurf von Statuten in 12 Paragraphen beigefügt. Nach dcm §. 1 ist der Zweck des Vereins „die Erweckung der Theiluahme an dem namenlosen Elend der Christen jedes Bekenntnisses im Mor- qenlande“. Der Verein will unter dem Schuye und mit Hülfe der christlichen Regierungen „alle die geseylichen Mittel und Wege aufsuchen und anwenden, durch welche und auf wrlchcn diesem Elende fiir die Dauer gcstcuert Werden kann.“ Die folgcukcn Paragraphen betreffen den Umfang, die Dauer, die Leitung :c. des Vereins. Vor der Hand soll Darmstadt der Mittelpunkt sein. Die jährlichen Beiträge sollen einen Gulden nicht iibcrslcigcn. Wo mög- lich jeden Monat soll der Verein einen Bericht, der nnentgeltlfch vcr- breitet wird und Nachrichten iibcr dcn Zustand der Christen im Mor- gcnlande und über den Stand nnd die Wirksamkeit des Vereins ent- halten soll, veröffentlichen. Unsere Staatsregiernng ist um die Gc- nrhmigung ersucht wvrden, dic rvohl nicht entstehen wird.
Schon wird an der Vorbrrcitmrg des im nächsten Herbst zu er- öffncnden Landtags gcarbeitct, der sick) mit viclcrr Propositioncn bc- schi'ifligen wird. Jntcrcsse erregt die schon auf dem vorigenLandtagc angeregte Proposition wegen Erbauung cines Justiz-Palasicö dahicr, dcr ZWci auf Oeffentlichkeit der Rechtspflege berechnete Säle niit Tribünen fiir dasPublikum cirtlraltcnsoll, dcn cinen fiir den Gerichts- hof unserer Provinz, das Hofgericht, den anderen für das obcrste Gericht. Bekanntlich vereinigte sich schon auf dcm Landtage Von 1835-36 die Regierung mit den Ständen dahin, das; die Straf- rechtspslege öffentlich sein solle.
Nassau. VZieSbaden, 1:3. Mai. Heute starb hier der pensionirte Ober-Schulrath Gruner, friiherer Direktdr des Schul- lehrcr-Seminars zu Idstein, und bckannt als pädagogischer Schrrft- steller.
Sachsen-Weimar. Eisenach, “15. Mai. Die Ober- Post-Amts-Zeitung meldet, die Sammlung fiir ein hierselbst zu erbauendcs katholisches Gotteshaus sei besonders ergiebig in Oester- rcich gewesen, denn sie habc, obgleich sie nur in der Kaiserlirhcn Fa- milie und bei dcr höhcren Geistlichkeit in den zum deutschen Bunde gehörenden Provinzrn stattgefunden, 600070. C.M. betragen, Welche Summe durch diplomatische Vermittelung dem Bischof Von Fulda, zu dessen Sprengel Eisenach in Zukunft gehört, übermacht worden sci.
Oesterreichische Monarchie.
ck Prag, “14. Mai. Durch (Zirkular des Gubkrniums Wurde unseren Fabrikanten uud Gewerbtreibcnden eine Mittheilung der Staals-Kanzlci bekannt gemacht, betreffend deannsch der Königlich preußischen Rc ierung: daß an der am “15. August d. I. durch 8 Wochen zu erlin stattfindenden Jndusirie-Ausslellung auch die Gewerbtreibendeu der nicht zum Zoll-Verein gehörenden deutschen Staaten theilnehmen mögen. Zur Vrlchrung über die dabei “zu beobachtenden Modalitäten wurde den von diesem Wunsche verstim- digten Fabrikantcn und Gewerbtrcibendcn zugleich die Kundmachung derKönigl-“ch preußischen Fiimnz-Miirislers, Herrn von Bodelschwtngh, vom 10. Februar d. J. mitgetheilt, betreffend die Bestimmungcn, nnter welchen die Ausstellung stattfinden wird. Bei der ,frcudigen Theilnahme, welche diese Aufforderung in unserem Lande ftrrdet, und gewiß auch in den iibrigen deutschen Provinzen der Monarchtc finden wird, ist kein ZWeifel, daß die österreichischen Fabrikanten denran sie crgangenen Rufe folgen und die nunmelst als cine cmeinsrrm deutsche zu betrachtende berliner Ansitellrrrrg zahlreich beschriXen werdcn, Ie brdauerlicher es ist, daß zur Zett noch unubcrslerglrche Hindernisse der kommerziellen Einigung aller deutschen Lande errich- genslehen, um so eifriger muß jedx Gelegenheit ergrrffcn werden„ die eine gegenseitige Annäherung brwirkeri, und die polrrrschc-Emhert der deutschen Völker immer mehr befestigen kann. Dre bet der bevor- stehenden Ausstellung gewiß zahlreich, zur Ansch9uung kommenden Beweise deutscher Intelligenz und betrrebsamcn Jlxrßcs auch auf dem Gebiete der Industrie, werden daher dem gemeinsamen Gesamrrrt- Vaterlande zur Ehre gereichen, glcichviel, ob die Crnsender ihr ryog- 1iches Tagcwcrk am Rhein, an der Elbe oder an der Donau bxtrcrhxn.
Vor einigen Tagen wurde unsere Stadt durch ders Yetchzcttiga Erkrariken vieler Personen an den Spuren einer Arsemk- ergiftung in große Unruhe vcrseßt. Schnelle ärztliche Hiilfe wendete dre gc- fährlichen Folgen von allen Betroffenen glücklich ab, ebenso gelang rs auch bald der Thätigkeit dcholizei, durch Ermittelung dcs Sach- verhaltes dem Uebel Einhalt zu thun. So viel ,bls ]th lickannt, waren jene Erkrankungen eine Folge von Arscnik-Mrschungen rm Fasse
wie guten Willen sie hat, das Publikum für ihr Institut zu gewinnen„ so dürfen wir von ihrer Thätigkeit doch erwarten, daß sie erfreuliche Schrille zur Aufhiilfc und wiirdigrn Wiederherstellung des deutschen Scharisprch m der Königsstadt thun werde. In Ansehung der darstellenderr Krafte, uhcr die die lönigssiädtische Vrihnc noch zu verfügen hat, ersch'ernt daß heutige Stück, in welchem noch dazu die komischen Helden der Bithne, drc'Hcrrcn Beckmann und Grobecker, so wie die bewährten _rvciblichen Mitglicdcr Mad. Adami und Mad. Urbancck, gar nicht beschaftigt waren, als ein förmliches WaBstück. __ .
Von den arstcllern traf Herr Hansel, als Polydor Calumrl, daß Rirbti str. Auch Herr Eichenwald, als alter Notar Vremrrnt, halte “dlc Anf a e seiner so dankbaren Rolle lösen können, wenn er stel) dre Muhe gege en, mehr zu mcmoriren und zu niianciren. Die Payrnacherin, welche Mad. Hellwig vorstellte, War gelungen, insofern man fiel) darunter eme dreiste deutsche Modistiu denkt, wie fie nicht die französischen Amore", son- dem dcrUebcrseser gewollt, auf dessen Rechnung mich allein der Wrdcrspruch des Publikums gegen die gerügten Judecenzen gcstcllt [xm urag.
Am 15. Mai sahen wir zum erstenmale: „Die landliche Ruhe“,
Lüftspiel in einem Akt, frei nach dem Englischen „rx quiet. (];-7“, vrrn O. I. Kart. Unter den Novitäten, welche die Köni städtische Bühne m der le im Zelt brachte, ehört diese u den gchaltlo eilen und fiachftcn. D" ““bis isl obne Büßnengeschickliclxkcit verarbeitet, der Dialog matt. Der dem Stückchen um Grunde lie ende Gedanke isi so vermißt, daßues "b"" 3" bksk'ifen i , wie man si nach einem solchen bei den' Englan- d?"! umzuieym braucht. Kohebue hat verschiedene Blueiien ähnlichen ?n- hglts "s“" 'N", und darunter hat „Das Laudkaus an der Heerstra c“ dl? m sle innere Verwandtschaft mit unserem Stirke. Herr Grobecker, d." "" Sommertag spielre, eincn Rentner, der so gern einen Tag in länd- "ZT“ 'RUibi Verbrlnßeir m'ocbtr, darin aber durch mannichsache Zwischenfälle
Ni " td. ibn! einerseits alles Mögliche, um durch die Hauptrolle das
„ZlspsälwßkriZÜ-“ilin x::sstiillrkmdüintdeß, ÖM lybenswmh seln Bemühzn aucb , . |ck em“ „ew gen“ 8? rs ! o möge denn die „ländliche Ruhe
"be erfreuen!
834 einer Milchfrau; ob Unvorsichtigkeii oder vorsäßliche Bosheit diese Mischung herbeiführte, welche, wenn nicht glücklicherweise gerade in Milch, in jeder anderenNahrung tödtlich gewirkt hätte, wird sich erst im Verlaufe der mit aller Strenge eingeleiteten Untersuchung zeigen.
Frankreich,
Pairs-Kammer. Siyung vom 13. Mai. Nach der gestern berichteten Annahme des vom Grafen Pclct de la LozT-re zum 15ten Artikel des Unterrichts-Gcsech vor eschlagcnen Amendemeuts kam der 16te Artikel an die Rcihk, zu rvcl )cruMarquis Von Gabriac als Amendcnicnt beantragt hatte, daß die Privat- Sekundärschulcn iibkrhaupt und ohne alle Bedingung von der Verpflichtung befreit werden solltcn, ihre Zöglinge nnter gcwisscn llmsli'indcn auch noch dem Lehrkursus in einem Königl. oder Ilommirnal-Collé-ge beiwohnen zii laffcn. Der Artikel war, dieses Amcndcmcnts wegen, noch cirrrnal an die Kommission verwiesen Wordcn und kam aus dicser in cincr lli'llt'll Faffung zuriick, die auch von dcharnmer genehmigtwnrdc. Es sollen danach Von jcncr Verpflichtung dirjcnigcnPr'ivat--?lrrstalterr bcfrcit sein, an Welchen die Lehrer wenigstens das Bakkalanrcarö-Diplom besitzen, und mngckchrt sollen diejcrrigcn Anstalten, rvclchc ilirc Zöqlinge zu- gleich ein Königliches oder Komnmrml-Collégc besuche'n lassku, nicht Verpflichtet sein, graduirie Lehrer zu halten. Der 170: Artikel, rvcl- cher bestimmt, untcr rvclchcn Bedingungen hinsichtlich der Diplome der Lehrer fiir die Rhctorik, Philosophie und Mathematik cincPrivat- Uritcrrichts-Anstalt als eine vollständige Sekuridiirschule gelten soll, und der Wie, wonach nur dicjcnigcn jurigancntc zum Bakkalaureat» Ermucn zngclasscn Wi'rdcrr sollen, die durch Llitcsti', dereriForm näher angcgebcri ist, nachweisen, das; sie zwciJahrc lang dcn vorher benann- irn Studien i'irtrvi'der iir ilirerrFamilicrr, oder in eincm Illiriigliiht'uColl-Üge, oder in einem Kommunal-Collcige rrslcr .Klaffc, oder in einer für Vollständig geltenden Privat/Sckriridärschrilc oligelcgcn haben, wurden vom Grafrn Bcugnot bekämpft, der es als ganz gleichgültig bc- zcichnctc, wo junge Leute ihre Studicn gemacht, Wenn sie nur die an sie gerichteten Jragcn ini Examcn zrr bcarrtwortcn wiisztcn. Der Herzog Von Harconrt untcrstiilztc das Anicndement, indem es ihm ebenfalls unbegreiflirh schien, Warum nicht jeder Familienvater das Recht habrn sollte, dariiber zu entscheiden, in welcher ?lnslall cr sci- rrcn Sohn irritrrrichtcn lassen wollc, und wie man ihm den llriivcrsi- tälö-Unterrichlsplarr arifdririgeu könne“. Der Redner schien hicrbri nur vergesscn zu haben, daß das ((Studien-Programm nach einem bcrrits angenommcncn *.)lrrrcridcmcut künftig nicht mehr Von dcrUnivcrsität diktatorisch vorgeschrieben, sondern crst dcm Staats- Rath zur chutachtung und drm Könige zur Genehmigung vorge- legt rvi'rdcn soll. Auch Maräuiö von Gabriac sprach fiir das Amendrnrent, welches dageqcn vom Marquis Von Laplace und Von
Herrn Merilhou bekämpft wurdc. Diese“ erklärten die Bestimmung
dcs 18tcn Artikels fiir so wichtig, daß sie meinten, es liege darin das ganze Gcscß, dym: sobald sic gestrichen wiirde, gäbe es gar kciiirn Unterschied mehr zwischen den verschiedenen Arten Von Sclundär-Schulcn; es würden dicse dann alle glcichc Geltung haben, sie möchten die vorschriftsmäßigenUnterrichts-Bcdin- gungen erfiillen oder nicht, da sic alle zum Bakkalaureat wiirden Vor- bereiten können; genug, jeder Unterschied zwischcn Institut, Pensions“ Anstalt und Collége wiirde hinwcgfallcn und Thür und Thor zu allerlei Betrug geöffnet sein. Die Abstimmung über das Amcndl- ment und die beiden Artikel ist in der heutigen Sitzung noch nicht erfolgr.
Paris, "1-1. Mai. Dcr Baron von Vourqueney, der als bc- vollmächtigtcr Minister an die Stelle dcs französischen Botschafters bei der Pforte, des Grafen von Pontois, trat, ist jcxrl, wic dcr hi'utigc Morritcur meldet, cl'cnfallö zum Botschafter ernannt wor- dcn. Graf Pontois war schon friiher als Botschafter bei dcr Cid- gcnossrnschaft an die Stelle drs 3101! Botschafter ain sardinischen Hose ernannten Grafen “;))kortier grtrctcn.
Vorgestern Abend wurden unter anderen ausgczrichnelcn Perso- ucn der Fürst von Octlingcn-Wallcrstcin und der Jiirst Suzzo vom Könige cmpfangcn.
Der Vorschlag dc'r Hcrren Vivien und Bcrvillc, der zum Zweck hat, die Bestimmung des Dckrcts von 1810, wodurch dcn Vrrfasscrn gedruckfcr Schriften und deren Erbrn das schriftstcllcrische Cigcnthumo- Recht verbürgt wird, auf die Vcrfasscr dramatischer Werke aiiszudcl)- neu, ist bcrcits in den Biircauö dcr Drpuiirtcu-Kammer gepriift wor- den, und diese haben sich fast alle einstimmig fiir die Verlesung des Vorschlags in öffentlicher Sitzung arrögesprochcn.
Der Bericht iiber die Kredite fiir Algier wird in den erstrrrTa- gcn dieser Woche auf das Biireau dcr Deputirtcn-Kammcr nichr- gelegt werden. Der Marschall Bugenud hat eine Vermehrung Von 15,000 Mann im Effektivlicslandc der Occupations-Armce gcfordcrl, und diese Vcrrnchrnng ist von der Kommission bewilligt wvrdcn. Die Kommission hat sich dagegen für die Forts, wclche dcr Marsihall an dcr südlichen Gränze, in der Nähe der kleinen Wiislc,_ hai_crrrchtcn lassen, und fiir das vom Staats-Budget unterschiedene Kolomal-Brtd- gct minder giinstig gezeigt.
Am Sonnabcnd erschienen dicHerren chillol, Haupl-Rcdaclcur dcs Univers, und Barrier, Geschäftsführer dicses Blattrö, Vordrm G. H e r w e g h.
Es ist eine cigcnthiimlichc Erscheinunß bci Somnambiilcn bcobachtcl
worden, Zu Anfang, erfaßt von einer uns räihsclhastcn Kraft, rcdin sicDingc, die uns staunen machcrr. Die Sprache steht ihnen in einer Fiille zu (Hrbot, wie sonst nur großen und genialen Persönlichkeiten, sie wiffcn rrrrd ,Vl'lfil'hkll Vcrhältniffe, die ihnen im natürlichen wachen Zustand vollslgndrg slrmd sind. Bald abcr, Wenn ihr Ruf unter den Leuten iiberhand nimmt, ,wenn Gläubige, Narren und Neugierige hcrznslürmcn, Wenn die Thorbclt drr MMI“ ihnen erlaubt, sich mit Geld oder Eitelkeit bezahlt zu machen, „dklllll iibcrhebcn fich dicse Geschöpfe. Aus ihren kleinen anividucn rind rhrcrn kleinen Vcrstande heraus, fangen sie an, untcr thörichtcn Redensarten zu Weissagcn. Die innere Stimme schweigt, nnd cin halb erlogcncr rind ganz schwacher Unsinn kommt zu Tage, Dann slußcn die Gläubigen, die Narren find entzückt, die Neugierigen lachen, die Vcrniinftigcn bedauern,
Ganz diesen somnambiilcn Prozeß hat der Dichter Georg Herwegh durchgemacht, und ist dies keineswcges blos ein artiger Vergleich, sondern eine nach allen Seiten hin Wahre Thatsache. „
Georg Herwegh isl somnarnbül, eine Erscheinung, die bci dcm mann- lichen Geschlecht nur alsdann vorkommt, wenn die betreffende Natur ganz weiblich angelegt ist.
Das erstemal gab fich bei ihm der Somnambulismus in seiner volley Entschicdenheit kund, da der fast zärtlich gebaute Knabe in die Unterschei- dungsjahre trat. Er lag damals stundenlang in tiefem Schlummer, schwach, erschöpft, zerbrech1ichz plöslich “erhob er sich in krankhafter Aufregung und tanzte mit großer Geschicklichkeit durch die Stube, ohne jemals, “W der reißenden Schnelligkeit scinerBewe ungen, einen der umherliegendcn (Hegen- stände zu berühren oder zu zerbre cn. Zulevt slellte er sach an die Wand und w-Yaßte den Anwesenden in seltsamen Nußdrückcn, daß er ihnen norl) großes l'ck brin en würde; er tanzte wieder, bis der schwächlrche„Le1b zusammensank. oviel wir hören, wurde Herwe h in diesen Zuslanden
von einem bekanrrten Arzte Ju Stuttgart bchandet, der vielleicht nähere Auskunxt geben könnte, da Herweg
, ei einer so eigenthümlichen Erscheinung, Wie , das Interesse dre DiScretion des Arztes überwiegen möchkk'
Assiscnhofe dcs Seine-Deparlenients, Beide waren des Ungehorsams Ziegen die Gesetze, des Angriffs gegen die den Geseßen gebührende
chtung und der Verlheidigung von Handlungen, welche das Geseß als Vergehcn bezeichnet, angeklagt. Herr Veuillot hatte sich, nach der Behauptung des öffentlichen Ministeriums, dieser Vergehen in Verschiedenen Stellen eines Berichts über den Prozeß des Abbé Com- balot schuldig gemacht. Herrn Barrier warf man die Anklage vor, in seinem Blattc zrvci durch die Vischöfe von Chalons und Valence an den Abbé“ Combalot gerichtete Briefe veröffent- licht zu haben. Der Gcncral-Advokat entwickelte die dcn Beschuldigten zu Last gclcgtcn Vorgehen, Die Veröffentlichung der Brief? der bcidcn Prälatcn schien ihm den Charakter einer Spccula- t-orr im Jutcrcffc einer Partei zu haben. Er machte dcm Gerichts» [)Vsk bkmerklich, das; er Erklärungen der bcidcn Bischöfe in Händen habe, worm diesc Versichcrtkn, daß ihre Briefe nicht fiir die Vrröf- s'errtlrchung bestimmt gewesen lllld das: sie tief betrübt seien, ihre Ab- ||chtcrr so Verkarint zii sehen. Die Geschwornen erklärten die Vr- schuldrgtcn hinsichtlich allr'r ?liiklagrpunlte fiir schuldig, und der GC- l'lll)li*l)0f Vcrrrrtheiltc jeden in eine Gefängniszstrase von cincmMormt und in eine Geldbuße von 45000 Frs.
Vorgrstcrn wurde mit großer Feierlichkeit auf dem Friedhofc dcs PJ-rc Larlraise cin *Denknml cingewriht, ivclchcs die zu Paris anwe- senden poltrisclrrn Fliirhtlingc dem Vor drei Monaten hicr gestorbcrien Franz Wolowski, Drprrtirtcn von Warschau, habcn errichten lassen.
Die Nachrichten von Rive dc Gier lauten cht beruhigender; in nichrcrcrr Kohlcngrubcri [)at dic Arbeit wieder begonnen, und man lrofst, das; Wenigstens alle Grubcrt, welchc „dcr Coalition fremd sind, bald ihre Ilrbcitcu wirdcr aufnehmen wcrden; aber in den Gruben der Compagnie générale gab sich immer noch keine Bewegung kund. Tic wrgcn Vergklxnö dcr Coalition iii (?()!!l.l|l!|ijclä!]] vcrrrrtheiltcn Kohlcnarlieitcr haben gegen das llrthcil appellirr.
kl Paris, 11.Mai. In der Pairs-Kammcr legte dcr Marirrc- Minister heute einen GescH-Entwurf vor, betrcffcnd die Vorbereitung zii Abfahaffrmg dcr Sklaverei in den Kolonicen dnrch Einfiihrung l'illlö rrrucri Ncglcmrntö: [) irthtrcff der Nahrung und Unterhaltung der Sklaven, *.?) drs Disziplinar-chimc's, 53) der Fest- setzung der Arbeits- und :)lul)cstrmdcir, 4) der Verheiratlxmg dir Sklavrn und dcs rcligiöscn Unterrichts derselben, 5) des Vermögens dcr Sklchn rind ihrcs Rcchtcs, sich loözukairfcn. Darauf Fortseßurig der Diskussion des Ge'scch iibcr dcnSekurrdär-Unterricht. Die Vom Herzog Von Broglie Nach der Kommission vorgcschlcrgcnc m'rrc Fassrrng cines Paragraphs dcs Art. 15, dcr an die Kommission zu- riickgcwicscn worden rvar, wird arrgcnommrn. Darm Fortscyrmg dcr Diskussion iiber das Amcudcment rrö Grafen Bcngnot zu Art. 17, wonach das errgniß iibcr gemachte Studicn rvcgfallcn soll. Herr von Gabriac rrirtcrsliixzt dicses Amendenrcnt, Herr Persil, abcr Verthcidigt den Entwurf der Regierung und die Noihwcndigkcrt mid drrr Ruch drs erwiihnten Zeugnisses, ivodrirch vorziigliih dcm llclrrr- greifen dcs Jesuitismrrö Damm gcseßt Werde. Die Kammer mriffc das Amendcmcnt Vcrwcrch, Wolle sie nicht zu Wiederkchr drr Cori- grcgationen selbst hülsrcichc Hand lcisicn. Graf Z))Tontalcmbcrt sucht Herrn Pkksjl zu widerlegen. Dic Silrrmg dauert fort. .
Zu der Dcputirten-Kam mer leistete der neue Drpiitirtc drs neunten Arrondissements vvnPario, Hcrr Locquct, danid, Dann ivrirde dcr Art.:ZL des Gesetzes über die Gefängnisse nach einer neuen Fassung der Kommission, Welche Hcrr von Tocqncvillc mitthciltc, vou dcn Herren Lcstiboudois, Schiiycnbcrgcr und Laroche- Jacquclin vergeblich bekämpft, von dem Minister des Innern und HerrnParcs vcrthcidigt und endlich migc'iwmmcn, Zn Art.::s; rbcnfalls nach neuer Jaffurrg dcr Kommission schlug .Hrrr Schiißcn: berger rin ?lmcrrdcmcnt wor, das *.*crworfrrr, rvogcgrrr dcr Artikel der Kommission angenommen wurde, r*bcn so Art. 341.
ck Paris, 14.Mai. Morgen wird dchiiirig nebst der garr- zcn Königlichrn Familie dic Tuile'ricrri Vcrlasjcrt, um, wie alljährlich etwa um dicsrlbc Zcit, das Schlvs; zirNcuilly, dcn Lieblings-Aufcnt- halt dcs “).)?orrarchcn, Zu [*i'zirlre'n. Dort rvcrdi'it anch dic Herzogin von Nemours und die Pririzrssiii vori Joinville ihre Niederkunft ab- warten, dercn Erstere im Monat Juli, Leytcrc im Monat August slattsirrdrn wird. Spiitrr (*Nicht dcr Hof das Königliche Schloß zu St. Cloud; ob in dirsrrri Jahre der Ausflug rer ganzen Königlichen Jinrilic nach dcm Schlosse Cn stattfinden oder der König nur allein im Monat Srptcmbcr ciiiigc Tage daselbst zrrbringen wird, isl noch nicht cntschirdmt. Vorgrsicrn Abend machte auch der seit fiinf Mo- naten hier vcrwrilmrrc .Hcrzog Maximilian in Bayern mit den ihn brglcitmrdcn .(«rrrrn scinrrr ?lbsrhiedöbcsuch bciHofc und wird morgen friih dic Riickrrisc irathciitsilrland, lllchl', wie anfangs bestimmt War, iibcr Briiffrl iind Köln, sondern diri'kt iiber Mey nach Mainz antre- ten, von wo der Herzog sich iibcr Würzburg und Bamberg auf seine so herrlick) gclcgenc Vesißung, Schloß Banz im oberen Maintlyalr, lirgicbt, 1011 einige Wochen dort zrrznbringen, chor cr nach Miinchen zrrriickkcliri.
Dcr gestrige Besuch des Königs und der Königin mit dcchr- zog vori Nemours in der Industrie»Ausstellung hatrmgcwöhnlich lange bis gegen halb 6 Uhr gcdancrt, und War insbesondere der Besichti-
“Llls im Lans dcr Zcit dchlörpcr des jungen Dichters erslarllc, hörten diesc gewaltsamen Formen dcs Sornrmmbulismuö auf, die Kraft, die ihn sonst bis zum Wahnsinn iibrrkommcn hatte, wurde durch einen jugendlichen Ziörpcr gleichsam gcbäudigt und gemildert, wirkte wunderthätig in seiner Natur, und brach zucht in dcn genialerrTönrnhcrvor, die durch den crßcn Band scirrcr Gedichte klingen.
Zwar sah man schon in diesen crficn Liedern, daß nicht sowishl ski,"? Pcksönliclx Gclstcégrößc das Wirfcndc War, als vielmehr eine sonrnambule Kraft. Denn sobald er in seinen politischcnPocsiccn ricsc därityrrtschk„(§)c- wirlt dcm cigcnenWilleri irrrtcrwcrsen Ulld ihr die Bahn vorschrerbcnmochtc, stalt ilircranigc zu folgen, gerät!) er jcdcsmal in Maßwfigkeit nnd falsrhcn Heroiörriris. Doch konnte dicser Mangel an „Haltung und Wurde ,'" den “|„" ijsjnnge" noch nicht jo unnrrnvmrdcn ziim Vor- schein kvmmcn, weil cr wälrrc-rrd dcr Conrrptwir dcrsclbcri untrr dcm Einfluß einzelner älterer *).)kauncr stand, dre, mdcm src rhrrr hm und wieder einen mehr positiven Inhalt zubrachtcrr, srrncn 'zanatrsmrrö selbst wider seinen Willen in Sclxrarrkcrr lircl1e11, ;;uglcrcl) War Herwegh damals noch rcincrcn Gemiiihs, weniger beruhrt von drn zrrscßcndrn Wir- lungen des sich jjbcrhebrndcn Vrrstmrdchmd drr Eitelkeit nur 111 kW! Maße zugänglich, wie sie von einer uberkmdlrchcn Natur gern hingenom- men wird. .
Jubelnd wnrdcn die Gedichte empfangen; eine schöne Zukunft öffnete [ :* cr: (_ck b m Dlcht Kommt aber ein Rciflein iiber Nacht nnd raubt dem Blümlein seine Pracht! „ „_ Um dicse Zeit, vor seiner Reise ."“ch Deiitschlqnd, traten zwei Verhalt- nisse in Herwegh's che)! „unheilbrmgend herein. Zum crslm vcrlor_er in jenen Tagen seine gersttgej Unschuld, jenen zarten Duft derC-celc, der uns aus seinen früheren Liedern cntgcgenhaucht. Der dxrriuthige und darum von den Musen geliebte Jüngling gab fich gerßrgem Hoch- muth hin; im sthkstßken Umgange mit den scheulosrslen, ',h" feiern- den Radikalismus vcrschrvand die [este Spur eines edlen Glerchgewrchts aus seiner Seele, d.) er, der zarte Dichter, fich Monden lang im Gewirr: dcs politisch-scbmußtgslen schweizerischen Parlelkampfs,umbertritb. Zum anverxn schien auch zu gleicher Zeit sein Korper die Kraft zu ver-
gung der Erzeugnisse der Seiden-, Wollen- Und Baumwollcn-Ma- nufakturen gewwmet. Der König unterhielt sich viel mit den Fa- brikanten, uud erkundigte sich überall selbst nach den Vrrhältniffen, Wünschen und Bedürfnissen der cinzelnln Manusakturzwcige. Der König hat vcrsprorhen, noch recht oft in die Ausstellung zurückzukom- men, um nach und nach alle Theile derselben genauer besichtigen und würdigen zu können. Man hat bemerkt, daß gestern, als Ihre Ma- jestälen dahin fuhren, auf dem Wege nirgends außerordentliche Vor- sichtsmaßregeln getroffen warc'n. Nur wurdc kchagen wir immer, wenn der König arisfährt, von ciner kleinen Bedeckung von Husarcn [*cglcitct, und in den Champs Elysées an drm Punkte, wo dcr Ein- gang zu dem Ausstellungögi'bäude sich befindet, liiclt eine Anzahl Stadtsergcanten und Munizipal-Gardisten zu Pferde den Weg frei.
_ Der Zudrang drs Publikums zu der Ausstellung ist fortwährend außerordentlich stark, sowohl von Pariscrn als Auswärtigen aus den Provinzen Frankreichs und dem Ausland?. Die gute Stadt Paris gewinnt bei diesem Zusmnmcnströmrn einer solchen Mcnschrnmassc sichcrlich mchrcrc Millioncu. Dic Messagrrieen und Eisenbahnen machen cht vortreffliche Geschäft?. Auf den ersteren sind nur mit Miihe Plätze zu bekommen, die man Tage lang schon voraus bcslcllen muß“, alle Hotels sind überfüllt, dcöglcichkn dic Thraker, rind nament- lich die Schrrruck; und Puywaarcn-Magazinc halten eine rcichc Aerrrdtc. Daß die Dampfschifffahrt, und Vor Allem die beiden größeren Eisen- bahnlirricn von Orleans und Rouen mächtig zu diesem arißcrordcntlich starken Zuslusse von Fremden hierher beitragen, ist außer allem Zwrifcl, und wie wird dies (“rst künftig Werden, Wenn cinnml die großen Bahnlinien nach Bordeaux und Bayorrnr, Cdalons, Lyon und Marseille, Nancy nnd Straßbrrrg, Lillo, Boulogne rind Havre, Chrr- bour und Nantes Vollcrrdct sind, Lcidcr [ich man mit diesen gro- ßen linien mich größtenthrils in schrvcrcn Gcburtswchrn: aber das Bedürfnis; derselben tritt mit jcdcrrrTagc nichr hervor, daß an dercn Zustandekommen in nicht mehr ferner Zrik kein chifcl nichr skin kann. Namentlich seitdem die bcidcrr größeren Bahn?" nach T'rlkarrö und Rouen fertig find, und ihre Resultate die davon gehegten Er- warlunglrr noch libcrtrcffrn, hat der Eifer fiir drrglcichcn Untrrrreh- mungen cinen ncurn Aufschwung ge'nommrn, und wie friilicr der L))kinister der öffentlichen Arbeiten Miihe hatte, für cinzrlnc Bahnstrecken eine oder ZWci Gesellschafter: zu finden, die Lust und Ernst bczcigtcn znr Ukbcr- nahme dcs gescleich ll)]li'lt zn bcwilligcridcn Anthr'ilö an diesen Barr: Unterrwhmungcn, so sichtsich drrsclbc cht fast durch dcn umgekehrten Fall, durch die zu zahlreichen Arigcbotc in Verlegenheit gesetzt. Zri- dcs; ist dir Zahl derjenigkn noch immer bcdcntrrid, Welche die' sämmt- lichen großen Bahnlinien durchaus aufStaatskosten ausgefiihrt sehen möchten, wogcgcn aber der Ministrr sowohl als die Majorität der beiden Kammern stets den allerdings wiihtigcn Umstand der [111311- reichendhcit der dcm Staate grgcrrwiiriig und noch auf eine Reihe von Jahren hinaus zu Gebote stehenden Mittel, so wie die Schwic- rigkcit und das Lästige des Abschlusses eines fiir den Fall des sofor- tigen Baues dcr Bahnrn auf Staatskosten unerläßlichcn, höchst bc- dcutcndcn ?lrrle'hcns einwenden, Unter diesen Umständen wird man voraussichtlich zur Erthrilung von Bau-Konzcssioncn an die Gesell- schaftcn seine Zuflucht nehmen miiffcn, um nicht den Bau noch längrr zu Verzögcrn.
© Paris, 14. Mai. Die Oppositions-Blättcr wollen wissen, das; das Kabinct mit dcr che umgchc, nach dem Schlusse dcr par- lmircntarischcn Session ein sogenanntes ("i)tls'ikll ["im“-, aus fiinfMil- gliedern bestehend, nämlich; dem Marschall Bugcaud, dem Präsidenten und dcm Groß-Rcfrrcndar dcr Pairs-Kamrrrcr, dcm Marschall Sc:- bastiani, und dem Gcncral-Licutcnant Jacqucminot, zii bildrn, und dann die Sache als ein suit nvcomlei in dcr nächsten Srssion dcr Zlanimcr zur Bestätigung vorzulegen. Die Nichtigkcik cirrcs solchen Ge"; iiichtes fällt jedcm sofort ins Auge, der die Grundsäße rtriscresinncrcn Staatsrcchtco mit Bezug auf das parlamentarische chrn beriicksich- tigt. Von ZWci Fällen einen: rrrtwcdcr betrachtet die Regierung die CrriMUUJ eines Privat-Conscrlö als eine organische Staats-Ein: richtung, und in dirscmFalle muß sie unbedingt dazu die Zustimmung der Kammern vorläufig erhalten. Nur in Jinanz-Angclcgcnl)eiten ist es der Regierung erlaubt, bc'i krwicscnrrn Drang der Umstände in Abrvcscnhcit der Kammern gesetzliche Vorkrhrungcn zii trcffcn. Nir- gcnkö besteht einc dringende Nothwerrdigkril der Errichtung cinrs Privat-Conscils, gcscyt auch, das; es der Regierung erlaubt wäre, einc organische Einrichtung in unserem inneren Staatslcbcn in Abwesenheit der Kammern einzuführen. Odcr betrachtet die Regierung das zu errichtende Privaeronseil als einc bloße politisch- adminisirative Maßrcgrl, so braucht sic dazu die Sanction dcr Kain- 111l1'll nicht nachträglich einzuholen, rvril das PriVat-Conseil dann als kill Ausfluß dcr ausiibcndcn kaalt in die Sphäre dcr mirrislerirllku Verantwortlichkeit fallen wiirde, welche zwar der Kontrolle der gesetz- gebendanewall dcr Kammern rrntr'rlii'gt, jedoch so lange nicht nach- gcwiescn Werden kann, daß das Ministerimn dic Jrrtrrrsscn des Landes vrrchte, in ihrem Wirkungskrcisc frei und unabhängig Von dcnKam- mern sich bewegt. _
Die Nachricht, daß die Königin Isabella dcm Friedknsfiirslcn ([iri-icixia ([t! la [).-1%) scirrc scqricstrirtcn Giitxr zirriickgicbt, hat ihre Richtigkeit. Mit der letzten Botschasts-Staffette erhielt Herr Mar-
835
tincz de la Rosa den Auftrag, dem greifen Staatömann dicse frohe Botschaft mitzutheilen, denn der besriilzmtc und einst so mächtigeJric- dcnsfiirst lebte seit dem Tode der Königin Marie Louise oon Spanirn, die er nach Rom begleitet hatte, in größter Zuriickgrzogcnheit und in mehr als bescheidenen Vermögens-Umständen in Paris, wo er selten von seinen Landsleuten Besuche empfing. Die Liberalen mieden ihn gleich viel- wie die Christinos, nach dem alten Sprache: “l'cmxmm zi snm'i-xt, (*r-*. Man schreibt es dem Einflusse dchönigirrMaric Christine zu, daß die Flöniqin Isabella diesen schon vrrlosckrcnrn Glanzstern wicder an den politischer: Horizont Spaniens herausrust. Sein ho; hrs Alter, durck) viele harte chens-Ersai)rungen gepriift, macht ihm natiirlich unmöglich, einen thiitigen Anthcil an den Gcschäftcn sl'llll's Vaterlandks zu nehmen, denn, obwohl er erst KU Zalrrc zählt, so sicht e'r dcnrioch wie cin 100jäl)rigcr (Hrciö ans. Selten hat ein Mann den höchstcn Gipfel des irdischen Glücks rascher erklimmt, als lt“, aber auch Niemand de'n Wcchsel irdisihcr Dinge rnrhr crfal)rc'11. V01li'lllkl" adeligi'nabcr armen Familie hcrstarnmcnd, sal) sichTonMa: mtcl Godoy (so lautet scin wahrer Nanu") getiiityigt, als [Sjiilirigcr Jüngling gemeine Dicnslc in dcr Lribgarde Karls ]K'. zu versehen, wnßtc sich aber durch stine edlen J.)?arriercn imd durck) sciricrr Griff so schr [)erVOrziitl)11n, das; i'!“ bald der (Niinstlirig drs Königs wurde, der ihn zu den höchstchhrcnsicllcn erhob, nnd ilim sogar seine cigrrrc Nichte, die Prinzessin Therese von Bourbon, zur Gattin gab. So sehr Don Yir'llllli'l Godoy bei dem Ziöriig zlnrl nnd der Itönigirr Maric Louise beliebt war, so schr wurdc cr vorndkrorrprirrzcn grwaszt, wrlchrr, als er dcn Thron bestieg, dcn Frirdcnöfiirsien verbannte nnd klsskll Giitcr korisiszirtr. "Dic Tochrcr Jerdirmnd'ö K*ll. will 111111 dic Härte ihres Vaters wirdrr gut machen, und beruft dcnFrirdriiösiirstrrr nach Madrid, wo er wieder in der: Bksil; alli'r seiner Ehrentitel und Giitcrgcsctztrve'rde'r-r soll, darunter bcfiridct sich dchite'l cirrroHrrzogö Voir Alcudia niit den dazu gehörigen Läirdcrcicri, die ihm bei (Icli:- genheit seiner Vrrmäblnng niit dcr Priirzrssin Therese Voir Bonrbon Verliehen wurdcn. Ihm gehört unrl) das Palais von Bricrmvista, rvclchés Espartcro als Recht von Spanien sicli angreignrt halts.
. Die Unruhen, rvclrhc in dem bcnarhbr'rrlcnSrirwcizrrlmrde sick) zu Jl'lgt'll anfangen, bcivogi'n unser Kaliirtcl, die Absendung des (55m- ft'lt Ponwiö auf dessen Gesandtschafts:Postmr in Bern zu brschlcrr- nigen. Graf Pontois Wurde vorgestern vom Iliiriigc in besonderer Audienz empfarmcn, und schickt sick i'lll, unverzüglich Paris zu verlassen. Er soll dir Instruction mitnr'lxmcrr, drm Vorort dcn Rail) Zit erthcilcn, Allrs aufzubieten, damit die Unruhen im „Kanton Waadt 111cht writer um sich greifcn niiichtcrr. Tic schwcizcr Radikalcn sollen mit dcn fraiixiisischi'n gchcimcn Gesellschaften in Verbindung stehen, Die Yariscr Polizei hat die Entdeckung gcnmilrt, das; die bekannte Schriftstellerin Flora Tristan, Wklchl? vvrgrblirl) aus sozialistischen Jwrrkcriunscrc Departements [*crr'ist, eine der tl)i'ltlgstl'll iind gefähr- lichstcn Agentin der politischen Ilonrmurtistcn ist, und deren geheime Verbindungen iiberall, wo sie sich befindet, zu orgarrisircn bemüht ist. Ihre Gegenwart in Lyon in dem Augenblick", wo die Unruhen im Ilirnton Waadtaiisbrachcn, hat die besondere Arifmcrksarrrkcit dcr fran- zöstschcn Polizei arif sich gezogen. C'in Polizei-Commiffair von Lyon erhielt den Airstrag, Madame Flora Tristan mit einem Bcsrrchc zu iibcrraschcn, und alle deren Papiere genau zu durchsuchen. Dic Rc- gicrurrg hoffte dabei auf Wichtige Entdrllnngcnzrrstoßcn, wnrde jedoch in ihren Crwartnngen betrogen, weil die geheimen Gesellschaften in Frankreich gegenwärtig beinahe nicht mehr schriftlich korrespondircn, sondern nur durch vertraute Erniffaire mündlich mit einander Verkehren.
Grossbritanicn und Irland.
Unterhaus. Sißung Vom 13. Mai. Tichcuiigc SlLllrlg machte der ministerirlli'n Krisis, wclilrc dic Jabrik-Bill hrrbcigrsiidrt hatte, i'll! Endr. Das Mirristcrimn ist aus dchampsc silgrei-l) [ckl- vorgegangen imd Lord Ashlcy's Amcndemknt nach langer Diskussion, und nachdem Sir Robert Peel wii'dcrholt fiir den Fall drr Ait- nahme dcffclbcn dic Abdankung dcs Kabirtets in Aussicht qcstrllt hattc, endlich mit 207 gegen 1.59 Stimmen, also mit der *bedcuteir- dcn Majorität von 130 Stimmen, verworfen wor- den. Ein solchcö Rcsultat isl Allen ziemlich unerwartet gekom- men; man glaubte wohl miiiislcricllcrscits norh immer, daß, Wenn die Opposition nicht durch die abwesenden irliindischcn Mitglicdcr bis zur Abstimmung verstärkt wiirde, die Entscheidung dcs Hausks gcgen das Arncndcnrent Lord Ashley's ausfallen diirfte, aber auf eine so iibkrwicgerrdc Stimmerr-Mel)rhcit hatte Niemand gerech- net. Die erste Ursache dicses Sieges ist unstreitig die bestimmte und rmzrvcidcutige Erklärung der Minister, daß sie, rm Falle einer Nie- dcrlagc, sich zurückziehen wiirden, so wie auch ferner die Drohungen gcgen dic Korngrseßc, Welche Lord John Russell und einige midrrc m'rrc Anhänger des ?lshlcyschcn Vorschlages im Laufe der Debatte Vernehmen ließen, nicht ohne Grund bei den in dcr Vorliegenden Frage nntrrurn Anhängern ch Kabincts dahin gi'wirkt haben mögen, ihre Stimme dcmsrlbcu wieder zuzuwenden. Es war formel) die dop- pelte Grfährditng der im Parlamente iibcrwicgcnd vrrtrctcncn Agri- kultur-Zntercsseu, ----- einmal durch dcnSturz cines Kabincts, welcher! diese Interessen immer geschiiyt hat, und dann durch dic Wahrschein- lichc Nachfolge cines Anderen, desen Führer dic gefürchteten Experi- mente von 1811 kriicucrt härte, »“ welchc dem Ministerium cinen
solchen Sieg verschaffte. Die Debatte in der heutigen SiSung un- tcrschied sick) nicht wrsentlich vori drr dcr friihcrcn Salzungen. Ein- zelne widerspenstige Torico, wie Herr Milnes, und factiose Whigs, wie Lord John Russell, sprachen aus philanthropischen und par- tcisiichtigen Bcrvkggriinkcn, wre friiher gegen die Regierung und fiir das Anrcndcrm-nt, cinstchtsvollcre Männer dcr Whigpartei, wieHerr Laboucherc, bckämpften dasselbe. Minißerr'ellerseits wies Sir R. Poel in langer Rede untcr dcr Versicherung, daß man gerne nachgeben möchte, nail), daß jede Beschränkung der Arbeitszeit den Arbeitern selbst zum Nachtycil gcreichrn müßtk.
„Tie Amahl der in den Fabriken besckmftigtcn Personen“, sagte der Ministcr, „ nach der Pferdrkrafgdcr :))kaichincn bkkkchiikl, beträgt 450,000- und ilir rvoclirriiliäies Arbrirslolin, im “Durchschnitt 10 Sh. fiir die Woche- 225000 Pfd, Die Annahme dcr Zehnstrinrcn-Klausel muß dicse Summe rim 30,000 Psd, verringern, Wobei man wohl zu beachrcn hat, daß diese Arbritrr niclit gewöhnliclic Tagrlölrncr-Llrbcit thun, sondern eine wundcrloare "))l'allhiric beausficlrtigcn, die in jeder Stunde ungeheure O:!antitärcn produ- Zilk, (Fin Vorschlag zur *.)1rbciisbcschrrinfung ist in der That ein Vorschlag zu cinchestcrirriing drs Cinkomrricnö rcr *Jlrbritcr im Bctrage von 16.3; pCt.; ja mrrn lcgt sogar damit rirrc Sirucr aiif die LlrbcitIWcrkzeuge, wie sie die Handimhlwcbcr in ilircm llkakställdlgi'll Zircberi, mit dem Darnpfwebsluhl dic Korrlurrcnz üllÖQlllMltkn, gefordert lrabsn.“
"Lins mehreren Narbwcisuugcn dcs Ertragö und der Arbeit ein- ze'lm'r Fabriken zeigte hirraus der Minister, daß die Verkiirzung dcr '.)lrdritszrit cine Verringerung der Prornction augenblicklich zur Folge liabe urid widerlegte alsdann die Anwendung des bekannter: Grund- satzes Lord Ilslrlcv's in dcr vvrlicgcndanragc, daß nämlich dasjenige, was lllOl'x'lllskl) unrlcht sri, politisch nicht recht sein könne, mit folgen- dcrr Brmrrkurrgen:
„Was bcdcritct ricichaxr? Mein cdlcr Freund darf mir nicht ziirncn, Wenn ich scin Ariom einer Kritik urrtcrwerse. Ich kann daffclbe wobl ver- stclicn, Wenn es ans irgeiid eine Handlung enormer Ungcrcclrtigkeit odcr (chalrsamkcit angcwcndrt werdcn soll, wie auf den Widerruf des Ekikw von Namcs; aber kann wohl der Saß bedeuten, daß wir die Vcrpflichtrrng hach, iiberall mittelst der Gescse einzuschrciten, wo wir ein riroralisclicö Unrecht erkcnnrn. Wenn dies die Bedeutung des _ Sayrö sein soll, so crt'lärr ich auf das vcsrimmtcste, daß man den wahren (Irrindsalz dcr k-Hescßgcliung rriclrt kennt. (Beifall.) Man wird mich viel- le'icht einer solchen Doktrin wcgm vcrllageir wollen, aber das soll mich Wenig kiimnrcrn. Ich will Ihnen zeigen, daß es Dinge giebt, die lch als moralisch unrecht erkannt habe, ohne das rvcdcr ich noch Sie auf legisla- tivcm che dagegen einschreiten können, z. B. Unmäßigkcit, -- Neid. Beides, wic nnrcclrt (S ist, muß ich dulden, Wcil cs außerhalb des Bereichs der (Bciechbung liegt. Wie groß das Vergehen gegen die Moralität auch scin mag, so kann die gcseßgcbendc Gewalt in solchen Fällen doch nichts Anderes thun, als 311 erwägen und zn untersuchcn, ob die Einmischung dcs ()Jcsctzcs nicht noch unsintthaftrr scin diirftc, als es die Konnivenlz ist, Aber Wer soll die Frage dcr meoralität entscheiden? und nach we chcr Norm soll dir Einmischung dcs (ihcicrxcs in Ariwcndnng kommen? Zu einem chpotisch regierten Lande wiirde die Annahme eincö solchen Prinzips jeder Grausamkeit zur Ncchtfcrtigrmg dienen“, die annifition verfuhr ja nach dir- scm Prinzips. Wir haben darum in unserem Falle ciucn ganz anderen Grnrrdinlz zu befolgen; wir sind gehaltrri, zii forschen, was der Wohlfahrt dcr größtmöglichstm Mengc vor: Jiirivirricn angcmeffen isl, und nicht zu untersuchen, Was die größte Ausdehnung des Reichtlrmnö als seine Folgen mit fich fiihrt. Deshalb stcllc ich in Abrede, das; wir cin Unrecht begehen, wenn wir 12 Stunden Arbcitörcik gcselzlrcb bcstimmcn. Was will man, fiigte der Minister hinzu, dcmjeriigcn, der 8 Stunden Arbeitszeit fiir„Recht“ hält, einwenden, wenn er 12 Stunden fiir ein unrechles und 10 Strindcn allein fiir das moralisch reclitc Zeitmaß hält?“
Den Schluß der Rede des Ministers bildete eine Widerlegung der in der vorigen Sitzung von Lord Howick aufgeslellten Ansichten. Dieser hatte zu beweisen gesucht, daß kein Nachlhcil dem Lande aus der Verkiirzung der Arbeitszeit erwachsen könne, auch Wenn die Pro- duction wirklich geringer und kostspieliger ausfallc; denn zur Erlan- gung und Erhaltung cinch auswärtigen Marktes fiir Manufaktur- waaren komme nicht so viel darauf an, daß man dies? wohlsciler lll; fern könne als andere Nationen, sondern vielmehr, daß der Kaufmann im Stande sci, Riicksrachtcn Vortheilhast mit nach Hause zu neh- mcn, was das [“ck-“gc Zoll- Systcni Englands freilich verbiete; Was aber leicht durch eine Umgestaltung desselben zu bewirken Wäl'é'. Sir R, Perl konnte dicse Ansichten Lord Howick's nicht mit den all- gemein anerkanntcn Grundsäymr dcr Staats-Lckonomie Vereinbar finden. Die Ausfuhr wäre so wichtig, wie die Einfuhr, und je wol)!- friler produzirt wiirdk, dcslo fähiger wäre man, die Produkte anderlr Länder durch seine Manufakturen zu bi'hi'rrscht'n. Er fürchte die fremde Konkurrenz; in den Vercinigtcn Staaten, Frankrcich,Preußrn, Oesterreich xc. arbi'itc man 7/1, Rl auch 01. Stunden wöchentlich, in England nur 60, und er warne das Haus vor jedem Versuch einer Weiteren Reduction der Arbeitszkit auf 58 Stunden,
Nachdem Lord John Russell grantwortet, erfolgte die obige Abstirmnung, worauf das Haus sich vertagtr',
Jm Oberhausc wurde eine von Lord Brougham ringe- brachte Bill zur Korisolidirung dcr Kriminal-Gescxze zum zweitenmal verlcsi'n und an ein Spezial-Comiié gewiesen.
London, 14. Mai, An die Stelle des nach der Südsee lisstimmtcn Admiral Seymour wird der an der irländischcn Küste kom- nmndircndc AdmiralBowlcs in das ?ldmiralitäts-Kollcgium eintreten.
Die ?lctiormirr der Bank von England haben sich in ihrer gestrigen General-Vcrsammlnng zu Gunsten des von Sir Robert
lieren, das in ihm wirkende somnambiile chen, niclclrcs ctrtfcffelt, ihn zerstören mußte, zusammenzuhalten. Von innen heraus verbrannte die (53110, da sie nicht mehr durch Rcinbcit grlirindigt imd gemildert War; das (chhirn scytc, wie es die Aerzte" nannten, cine Gchirn-Echichimg an.
In gleichem Maße wie also drr Radikaliömns Herrvrglxo Herz bis ziir Frechheit gegen göttliche und menschliche (Hcscyc verhärtete, rvrrrde sein Gehirn rvcichcr und Weniger fähig, dcm sumscndrn Spuk nnd Traum poli- tischrn Heldcnthums und den Sircnenstimmcn drr Eitelkeit zii trotzen, Doch hatte er selbst in diescr verworrenen Zeit noch lichte, bescheidene Augenblicke, denn er ist eine von den bildsamcn Naturen, die gut sind mit den Gri- tcn und traurig rnit den Traurige"; noch rvar cr denen fern, Welchen Ver- rath an sich und Andere fiir Charaklcisliirkc gilt, noch War der Undank gc- gen cinen Fürsten, der ihm einen Fehler verziehen, gegen einen Andcren, der ihn freundlich aufgenommen, nicht bei Hcrwcgh zum Glaubensartikcl geworden. Dennoch War er nicht Cl,)orsiiiigcr in dcr neircu Kirche philoso- phischer Ruchlofigkeit, noch hätte er vor den Worten gcbebt, wclche cr cht ziim Lobe und Preis (!) des Alterthums drucken läßt, und welche nament- lich im „Heidcnlicde“ dic gröbste Vcrunrcinigring der Poesie sind, Wozu es die Blasphcmic gebracht hat.
Den Tod im Herzen, Triumph auf den Lippen trat Herwegh seine Rrise nach Deutschland an. Wer will ihm wcrargcn, das: ihn der Schwin- del befiel; ward doch sein Gehirn immer wcirhcr nnd schwächer. Wer will es ihm verdenken, daß unter Narren imd Neugierigen der gute Geist von ihm wich, und das Wesen des Radikalisömus, - cine unreine Substanz des fich iiberhebcnden cigcnen Verstandes, - ihn erfaßte?
Von jetzt an könnte ich Schritt für Schritt nachweisen (wcnn es nur der Mähr? lohnte), wic Herwegh die wahre Bc risierung mit Füßen trat, Wie er dre Poesie zur Meyc einer liedeklicben ,Theorie von Menlchenrerht und einer noch lrederlicheren von Gotteörecht machte, wie die weiche, zarte Seele (dcnn-man denke sich ja keine Eisennatrir, die ehernklingcnde Verse sarrg), rvie dre arnre Seele zerbröckelte, wie er alle Gehaltenhcit verlor und gleich einem urrartigen Schulknaben zu loben anfing, Weil man in politi- schen Dingen,!bn nicht auch ein yeni yi(]i «ici spielen ließ, sondern nach seiner Berxkchxrgung zum Slantömann fragte und bemerkte: er seie in cm:- sien Geschaften des Staats ganz unerfahren, ganz ein beschränkter Kopf.
Ich könnte jetzt ausführen, wic blos armsrligc Eitelkeit dcn Dickiter zn dcr tollen Kricgö-Erklärung und zu dem llOll) tollcrcn Kampfe gcgen Dinge trieb, von denen er [cdigliih gar nichts versteht; wie er ein reiches “))lad- chen chrlichtc rind scitdeniKomrmmist Wurde", wie er sick) bchaglichirchirc- wrigcn dehnt und Lirdcr vom mmm Jakob schreibt“, wie er bis zum klein- lichc11 Epigrammc herabfirikt, pocficlos, cr, drr cin Seher sein will, formlos, er, der die Rcitcrliedcr geschriebcn; wie er sich crrdlicl) selbst nach Paris crilirt, nur vor eincm fremden Volke sein Vaterland zn schmähcn.
„ Ich will das Alles richt thrm. Ich will blos erzählrn, das; Herwegh clllkll ztvciten Band Gedichte aus Paris hcriibcrgcschlendcrt hat, die ästhw tisch so schlecht sind, daß kein Mensch darauf geachtet hält:“, irritc cr damit zum erstenmal aiif. Und was darin poetisch noch erträglich ist, hallt wie ein Acchzen, wirs politisch erträglich ist, wie eine gestohlene Erinnerung aus einer besseren Zcit herüber, cingcballt in einen großenHaufenRadlfalirmus.
Möchten doch die Regierungen dicse freclxcn Lieder niclit verbieten, denn fic find so frech, das; die Gläubigcn stuvcn, die Narren entzückt find und die Vcrniinstigcn vrraclrtcn müffcn. Und doch mischt sich Bedauern lll dicse Verachtung, daß Herrvcgh untcr dcrrrl§)r1ichtcr versinken muß, das ihn jerit in Paris anbctct, das; mich die Reue und Buße iibcr sein litcrarisrlicö Treiben, rvcnu fie ihn überkommt, zu spät über ihn kommt. Denn cht bleibt ihrn in dicser Beziehung nichts nicht, gar nichts, als das Schicksal aller falichen Propheten: „das Vorwärts“ in die gräuzenlose Leere.
Mag er sich immerhin eine neue Heimat suchen! Die Psortrn dcs Vaterlandes sind ihm geschlossen, nicht durch den Willen cines Mächtigen, sondern durch dre öffentliche Meinung, Weil er zuviel am cchlcn dcntschcn Geist grfrrvclt hat., Tr'ostc er fiel) nicht damit, daß er fich cin Märtyrer fur chlhtll zu sern dünkt; er isl nur ein Märtyrer für Frechheit, dcm- wenn er nirlzt vcrrrmg, fich von dem Abhange zurückzurcißcn, an dem er sieht, cm'boser Damon, welchem er fiel) dann opfert, sein Epitaph schon finden wird:
6, [[WWW]-. Zniciäz. ['arr'iciäa.
Vermischtes.
Berlin, 18. Mm“. Aus,.dcm durch eine Reihe von Mclslerwerken [*:-kannten Atelier unseres chahrtcn Künstlers Hossauer Ying so eben
eine antike Base in Silber von vollendet schöncr Ausfiihrung ervor. Dic- sclbr ist bestimmt, dcm regierenden Hcrzoge nnd der Frau erzoqin von Arihalt-Cöthcn, Welche heut die schöne Feier der silbernen Hochzeit begehen, als ein Fcst-Opfer von sämmtlichen Beamten des Herzoglichen Hauses und Landes iibrrrrichl JU werdcn. Auch ninrdc in demselben Atelier in den les- tcn Tagen eine Nicscn-Vasc von Silbcr und Gold gezeigt, welche als ein walrrhrrstcö Meisterstück betrachtet wcrden kann. Sie ist verziert mit den Wappen des (Hrosahcrzogrlxuns MccklcnbanSchwcrin und der srclen Stadt Hambnrg. Vor wenigen Tagcn baden Abgeordnete des Großherzogs von J)kccklcrrbrit'g- Schwrriu nnd ch Srnats von Hamburg dieselbe dern Agen- ten der Kdniglirlrcn Staatsschulden“Tilgungs'Kommission, Herrn A. Bloch, als Dank fiir die fichcrc nnd sclmrllc Begrundung der Bcrlin-Hamburgcr Eisenbahn, iibcrrciclxt. Ju eincm gemcinschaftliclrcn Schreiben, das die Abgeordnctcn zugleich mit dem Ehrcngcschcnk übergaben, sprechen beide hohe Regierungen dcin Donatar ihre Anerkennung aus.
Berlin. Dcr Kaiserlich russirclrc General-Major Alexis vaff, dessen Compofitions-Talcnt durch die Hcrarngabe der National-vane, der VzoszPhantaficr-n übcr russische Themas, verschiedener Motetten und, wie Nachrichten aus St. Petersburg gemeldet, in ncucster Zeit auch durch eine Oper, „[kinnm c (;;-:.]iim-o“, allgemeine Anerkennung gefunden hat, isi hier eingetroffen.
Laut der Hannoverschen Ztg. erhielt der Köni lich hannoversche Hofschauspieler Hcrr Döring von Alcxander von Humboldt dessen Bildniß mit der Unterschrift: „Herrn Theodor Döririg, der in der glücklichstenViel- seitigleit cities großenTalcnts Tiefe des Gefühls und ernsten Sinn mit nie 31an Pkkaß iiberichreitender Heiterkeit zu verknüpfen weiß“, zum freundlichen
n cn en.
Berichii ung, In ?Wir» Preuß. tg, S. 825 Sp. 1 des Feu lletons 2tc eile v. o. i att o o ' “ ul n ikonographischen. Z | | „chr n srapbtchen 3 ck
*-